Montag, 25. September 1953
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
Nr. 224 Zweites Blatt
I wegung in Die PDtllll IDUl Utl -ouuci iijiuiiu utm
9 Die Sterblichkeit war in sämtlichen Großstädten Untergang verfallen. Die Schutzzölle, die Bismarck
den Reichsernährungsminister, sowie die Ehrenaäste. Es ist außergewöhnlich, so führte er u. a. aus, schon zu Lebzeiten für die Verdienste eines Mannes einen Gedenkstein zu setzen. Wir Nationalsozialisten, die wir die Vergangenheit kennen, wissen, wie dieser Stein zu Ehren unseres Reichsernährungsministers hierher gekommen ist. Beim Eintritt unserer Bewegung in die Politik war der Bauernstand dem
Darre-Gedenkstein bei Wiesbaden
Oie Einweihungsfeier an der ^enfmouer.
Diese Grenze ist, dank der staatlichen und persön- lichen Hygiene, dank der Fortschritte der Heilkunde, nahezu erreicht; wir haben hier nichts mehr zu erwarten.
Wer offenen Auges um sich blickt, sieht immer wieder, daß der Rasienselbslmord gerade im Bürger ft anb, bei den Gebildeten, geübt wird. Ein Beispiel: eine höhere Schule hat 10 Lehrer, 9 davon sind verheiratet. 6 Ehen sind und bleiben kinderlos. Die 3 fruchtbaren Ehepaare haben 3, 2, 2 = 7 Kinder; ein weiterer Zuwachs ist nicht zu erwarten. Rechnen wir nach, so haben wir in diesem einen Kreise statt der Mindestzahl von 31 bis 34 Kindern ganze 71
Paul Schultze-Naumburg schreibt in seinem Buch „Äunft und Rasse" (3. F. Lehmanns Verlag, München, geh. 6,75 Mark, Lwd. 8 Mark) auf Seite 126 wörtlich: «Ich selbst habe einmal versucht, eine engere Statistik in meinem eigenen Freundeskreise auszustellen. Ich schrieb olle diejenigen meiner Freunde oder die mir im Leben Nähergetretenen auf, die sich durch besondere Gaben, Talente oder sonstige geistige und auch körperliche Eigenschaften ausgezeichnet hatten (etwa 100 Namen), und untersuchte, wieviel Nachkommen von ihnen vorhanden waren. Das Ergebnis war niederschmetternd. 74 Prozent hatten überhaupt keine Kinder, etwa 5 Prozent 1 Kind und nur der Rest zwei ober mehr Kinber. Ich bin mir selbstverständlich bewußt, daß eine solche Aufstellung keine allgemeine Gültigkeit haben kann. Aber daß diese Zählung eine besondere Ausnahme bedeuten sollte, scheint mir nicht wahrscheinlich."
Die fortschreitende Zivilisation, die Uebervölke- rung, das Ueberangebot tüchtiger und fleißiger Menschen erschweren heute Die Grünbung einer Familie leiber immer mehr.
Geburtenrückgang ist Volksiod!
Äon Dr. meb. Erwlll Liek, Danzig.
Dr. Liek, einer ber bekanntesten beutschen Aerzte, hat auch als einer der ersten in der Aerzte'schaft die Notwendigkeit der Rassenhygiene erkannt. So enthält auch sein weit verbreitetes Buch „Der Arzt und seine Sendung" (8. Auflage, kart. 3,60 Mark, Leinwand 4,70 Mark) ein besonderes Kapitel: „Arzt und Rassenhygiene", dem wir den folgenden Abschnitt mit Erlaubnis des Berlages I. F. Lehmann, München, entnehmen.
Mit Recht weisen unsere führenden Rassenhygieniker immer darauf hin, daß die Zukunft eines Volkes stets davon abhängt, welchen Ueber- schuß von Kindern es ausbringt. Ein Volk kann militärisch noch so oft besiegt sein (Beispiel der Chinesen, für uns Deutsche noch wichtiger der verlorene Weltkrieg), die endgültige Entscheidung liegt immer auf biologischem Gebiet.
Hierhin gehört eine Feststellung, auf die ich schon seit vielen Jahren immer wieder hingewiesen habe. Die deutsche O st mark ist nicht erst im Äriege, sondern schon vorher, im Frieden, verloren gegangen, und zwar ganz einfach dadurch, daß die polnischen Bewohner der Ostprooinzen sich viel stärker vermehrten als die deutschen. Was Tacitus vor 1900 Jahren von dtzn Germanen sagte: „Der Zahl der Kinder ein Ziel zu setzen, gilt als Verbrechen", das kann heute noch vom polnischen Volke gesagt werden. Sicher spielen hier religiöse Ueberlegungen mit (die katholische Kirche betrachtet den Gebrauch empfängnisverhütender Mittel als Todsünde), aber auch ohnedies ist die lebendige Dolkskraft, d. h. die Kinderproduktion, der Polen noch ungebrochen. Ich sehe häufig polnische Frauen in meiner Sprechstunde. Kürzlich frage ich eine 36jährige, einfache Bauernfrau, wieviel Kinder sie habe. „Sechzehn!" „Und wieviele leben davon", frage ich weiter. „Alle sechzehn!" „Aber ihr Mann (der sie begleitete) sieht doch so jung aus." „Das ist mein zweiter Mann, von dem habe ich noch keine Kinder."
Dazu das Gegenbeispiel: Unser Weichseldelta wird von einem außerordentlich tüchtigen, kräftigen, vorwiegend nordischen Menschenschlag bewohnt. Vielfach sind es eingewanderte Holländer (Menno- niten). Der fruchtbare Boden macht diese Bauern durchweg wohlhabend. In der ersten Zeit meiner ärztlichen Tätigkeit sah ich hier noch sehr häufig kinderreiche Familien, z. B. 30jährige Frauen mit 12 lebenden, gesunden Kindern. Aber schon Jahre vor dem Kriege setzte, ohne daß eine wirtschaftliche Not dazu zwang, die künstliche Beschränkung der Geburten ein, und heute stoßen wir schon, freilich bei steigender wirtschaftlicher Not, in vielen Ehen auf das Ein- bzw. Zweikindersystem.
Die Geburtenzahl im Deutschen Reich betrug 1926 nur noch 19,5 auf 1000 (1927 in Preußen 19,04), d. h. nicht mehr die Hälfte der Geburtenziffer der siebziger Jahre (1872 war die Zahl noch 46 auf 1000). ' ,
Aus Der „Bodenreform" (1. 1. 28): „Heute sind schon 7 Millionen Kinder bis zu 12 Jahren weniger in Deutschland vorhanden, als 1914. Im Jahre 1933 wird der Nachwuchs des deutschen Volkes bis zum 18. Jahre um 10 bis 12 Millionen d. h. um 50 v. H. vermindert sein."
Ebenfalls aus der Bodenreform":
„Abwärts! Ende 1929 betrug die Einwohnerzahl der 31 preußischen Großstädte 13 321000; so lebt ungefähr ein Drittel der preußischen Bevölkerung heute in Großstädten.
Die Geburtlichkcit zeigt von neuem einen Rückgang. Im Mittel sämtlicher Großstädte belief sich die Geburtenziffer auf 17°/oo gegenüber 18°/oo in den beiden letzten Jahren. Berlins Ge- burtenziffer ist von 10,6 auf 10,4°/°° zurückgegan-
Wiesbaden, 24. Sept. (WSN.) Nach der Niederwald • Kundgebung versammelten sich die Landesbauernführer aus allen Teilen Deutschlands um ihren verdienstvollen Führer an einem der schöirsten Punkte des Taunus, der Rentmauer, um ihm einen Gedenk st ein unter einer mächtigen Buche zu weihen. Der Gedenkstein, ein Findling des hohen Westerwaldes, ist in den ersten Tagen Des Juli in ununterbrochener Stafette durch die Bauern selbst an die Einweihungsstätte gebracht worden. Von dem .Denkmalsplatz aus bietet sich dem Beschauer ein malerisches Bild auf die dem Taunus vorgelagerte Rheinebene mit den Städten Mainz und Wiesbaden.
Zu der Einweihungsfeier waren außer den Landesbauernführern und den landwirtschaftlichen Gaufachberatern Reichsstatthalter Gauleiter Spren- §e r, der hessische Staatsminister Jung, Ober- ürgermeifter Schulte und Bürgermeister und Kreisleiter P i e k a r s k i (Wiesbaden) erschienen. Außerdem hatten die SA. und SS., sowie die Förster aus dem Untertaunustreis mit dem Oberförster an der Spitze sich zu der Feier eingesunden. Gegen 16 Uhr erschien der Reichsernährungs- m i n i st e r mit seinem Gefolge, von den Förstern mit Hörnerklang begrüßt. Nach dem Lied „Deutschland, du mein Vaterland" begrüßte Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger
in den 80er-Iahren eingeführt hat, gründeten sich auf der Erkenntnis, daß das deutsche Volk dazu kommen muß, sich auf eigener Scholle zu ernähren.
Der Retter aus dem dem Bauern neu drohenden Ruin war Reichsernäbrungs - Minister Darrs, der seine ersten Gedanken zur Reifung des Bauernstandes an dieser Stelle, unter dieser Buche faßte.
Hier entstanden die Gedanken, die revolutionär über ganz Deutschland in die Partei und durch die Partei in den deutschen Bauernstand, in das deutsche Volk hineingetragen wurden. Darrs hat das Verdienst, den deutschen Bauernstand wieder planmäßig aufgebaut und dadurch vom Untergang gerettet zu haben. Reichsstatthalter Sprenger übernahm sodann den Gedenkstein in die Obhut des Gaues.
Landesbauernführer Dr. Wagner und Landesobmann Metz gelobten darauf dem Reichsbauernführer unverbrüchliche Treue und Gefolgschaft in allen noch bevorstehenden Kämpfen. Nachdem Schulkinder ein Lied zum Vortrag gebracht hatten, dankte
Reichsernährungsminister Darrs
für diesen Stein und führte u. a. aus: In den schweren Zeiten der Besatzung zog es mich jedesmal, wenn ich in Wiesbaden weilte, hier an diese Stelle, um darüber nachzusinnen, wie dem deutschen Volke und insbesondere dem Bauernstand geholfen werden könne. Hier erkannte ich klar, was Bauerntum ist, und worum es im Kampf gegen die Not des Bauerntums geht. Das Jahr 1927 war in diesem Ringen seelisch vielleicht mein schwerstes Jahr. In jenen schweren Stunden ist es der Platz unter dieser Buche gewesen, der mir als einziger Ruhepunkt auf der Welt erschien. Es war die Stelle, die mir der Kompaß war, ob ich auf dem rechten Wege bin, es war die Stelle, an der ich prüfen konnte, ob ich dem Bauerngedanken treu
— mit Ausnahme von Bochum und Hindenburg (O.-S.) — erheblich höher als im Vorjahre.
Die Geburtenüberschußziffer der preußischen Großstädte belief sich auf 4,2°/°° gegenüber 5,9°/«« im Jahre 1928.
Berlin (— 2L°/°°), Magdeburg (— l,2°/w) hatten sogar einen Sterbeüberschuß!
Neben Berlin und Magdeburg sind hier noch zu nennen: München (—0,2), Dresden (— 0,9), Braunschweig (— 0,2). Im Jahre 1900 wurden nach (Brot- jahn 27,5 Prozent aller Berliner als in den östlichen Provinzen des Reiches geboren festgestellt. Berlin würde, sich selbst überlassen, d. h. ohne Zuwanderung von außen, 1985 nur noch 1470 000 Einwohner zählen, im Jahre 2075 nur noch 90 000 (statt der heutigen 4 024 000).
Ein Volk mit dem Zweikindersystem ist immer verloren, sein Untergang nur eine Frage der Zeit. „Es gibt nur einen Rassen- selvstmord", sagte Drigalski einmal, „aber keinen physiologischen Dölkertod." Weitere Zahlen lese man bei Lenz und Bauer nach. Hier nur soviel: 3, 4 Kinder pro Ehe, 21 Geburten jähr- lich auf 1000 Einwohner, das sind die Mindest- zahlen, um ein Volk am Leben zu erhalten. (In Berlin betrug 1926 die Geburtenzahl nur 11, im Jahre 1923 sogar nur 9,4, d. h. weniger als die Geburtenzahl in Paris.) Das Herabdrücken der Sterblichkeit, dem wir den jetzt noch bestehenden Geburtenübersuh verdanken, findet die natürliche Grenze bei 15 bis 16 Todesfällen auf 1000 Lebende.
Oie Gmelin.
Dom Stammbaum eines Dichters.
Don profeffor Hermann Eris Buffe.
Die Gmelin bilden eine große Familie aleman- Nischen Geblüts, die, soweit man es verfolgen kann, ihren Ursprung im Gebiet des Blauen hat, besonders in Badenweiler und seinen Nachbarorten ansässig ist, wo man oft auf diesen Namen stoßt. Natürlich setzten sich auch kleinere Zweige in den Markgräfler und breisgauischen Orten fest; aber wer Gmelin heißt, kann doch mit Sicherheit feine Ahnen in der Blauengegend suchen. Aus dem guten Männererbe der Gmelin heraus wuchsen Persönlichkeiten, die dem Namen einen hohen Klang ver- schäften: Gelehrte, Künstler, Forscher.
Der Dichter Otto Gmelin gehört zur söge- nannten Tübinger Linie, die sich bereits im 16. Jahrhundert vom Badenweiler Stamm trennte und in einer stolzen Geschlechterfolge zu einem eigenen Baum gedieh.
Das Gmelinsche geistige Manneserbe blieb beherrschend auch in dieser Linie, nämlich die Begabung, ja die leidenschaftliche Neigung zu den Naturwissenschaften. Nicht selten Tarnen die Berufe der Männer Berufungen gleich, und, rein äußerlich gesehen, stellt sich dies in einer fast lückenlosen Geschlechterreihe im Mannesstamm eindrucksvoll dar. Zwei Sibirienforscher sind dabei, von denen der eine im Auftrag der russischen Akademie der Wissenschaft in die Gegend von Irkutsk reiste, dort von Torturen gefangen wurde und in der Gefangenschaft starb. Der Sohn des Tübinger Apothekers (1674—1728) Philipp Friedrich war Pro- fesfor der Chemie und Botanik in Tübingen, dessen Sohn Johann Friedrich Professor der Medizin in Göttingen und dessen Sohn Leopold Gmelin Pro- fessor der Medizin und Chemie in Heidelberg, der sich durch sein grundlegendes Handbuch der Chemie hohe Verdienste in der Wissenschaft erwarb.
Mit ihm rankt ber Tübinger Zweig der Gmelin wieher in die Oberrheinlande zurück, denn der Sohn Leopolds blieb in Karlsruhe hangen als Staatsbeamter und dessen Sohn, des Dichters Vater, lebte auch dort als Offizier und fpaterer Kaufmann, und auch Otto Gmelin wurde in Karls- ruhe geboren. Zwei Generationen unterbrechen den sichtbaren Lauf der naturwissenschaftlichen Berufe; aber Otto Gmelin, der Dichter, nimmt ihn wieder auf, und zwar mit tiefster Neigung. Er studiert Mathematik und Naturwissenschaft erst an Der Technischen Hochschule in Karlsruhe und schließt dann mit dem Staatsexamen in Heidelberg ab.
Das Erbe verleugnet sich nie, irgendwie bricht es aus scheinbarer Verdeckung zutage. Gegen das Erbe sich zu stemmen, ist vergeblich. In den Auf- und Niederstieg unserer Ahnenreihen sind wir nach innerer Ordnung eingegliedert, und es gibt nichts, das uns dem entreißen könnte. Heute wissen wir das. Unsere Ahnen, die väterlichen wie die mütterlichen, bauen unser Schicksal vor. Das Schicksal der einzelnen wird zum Schicksal des Volkes. Das Erbe schafft und wandelt und wächst und entwickelt sich, es geht im Blute nie verloren. Eines Tages, in irgendeinem Sproß, tut es sich wieder kund mit elementarem Drang. Und je tiefer es im Geistigen wurzelt, um fo dringlicher treibt nach außen zur sichtbaren Aeußerung die Magie des inneren Gesichts.
Ein Naturforscher, ein Naturwissenschaftler hat seit je im Volksglauben etwas mit Magie und faustischem Erkenntnisdrang zu tun. Er sucht und sichtet wohl das Sachliche mit scharfer Kühle, aber er sieht dahinter auch die unberechenbaren Geheimnisse des Kosmischen, und er ist kein echter For- scher und Finder, wenn er nicht die Sehnsucht kennt, zu gestalten das, was er weiß, und dahinter ahnen zu lassen, was man nie entschleiern kann, das Ewige und zeitlos durch die Zeiten Scheinende. Das Wissen um die Wesenheiten der Natur strebt vom Außen in das Innen, vom Nahen zum um- faßlich Weiten, und es hat Raum und Notwendig- teilen genug, über harte und helle Erkenntnisse ins Abenteuerliche zu schweifen.. Sibirienforscher schweifen ins Abenteuerliche, Mathematiker ms Unberechenbare, Astronomen ins Uebersinnliche.
Aber wie kommen wir nun über diese weit und merkwürdig geschwungene Brücke dem Doktor der Naturwissenschaften und Dichter Otto Gmelin? Nun, Otto Gmelin ließ sich die sichere Bucht eines Lehrenden im Staatssold dahinten, obschon er sich in seinen Studienjahren bitter ums Brot gemuht hatte, und reifte ins Abenteuer, fuhr nach Mexiko und geriet im Kulturland unerhörter Wunder an vielerlei Wissen und Erkennen, begegnete Leuten aller Nationen und erlebte Schicksale in Licht und Finsternis. Was ihn erschütterte und reifer machte, blieb bei ihm innen bewahrt, es war das, was in der Blutbahn seines Erbes auf ihn wartete.
Aus dem Land der Tolteken- und Aztekenkultu- ren, vom heißen Boden der furchtbaren Vulkane und der grauenvollsten Blut- und Goldgeschichten heimgekehrt, empfing ihn der Krieg, den er nicht für möglich gehalten, empfingen ihn die furchtbaren Wegzeichen der apokalyptischen Beiter. Er mürbe von schwerem, langwierigen Kranksein helmgesucht. Nach verheißenden Erfolgen hatte er geglaubt als I freier Schriftsteller leben zu können und zu forschen;
| aber wie bei Unzähligen schob auch ihm der Kxieg seinen unheimlichen Riegel in Planen und Sein. Und er zog sich schließlich in die relative Sicherheit eines bürgerlichen Berufes zurück als Lehrer an höheren Schulen in Baden, und lebte so wieder auch längere Zeit in Donaueschingen. Doch zum Bleiben war es wieder nicht, es trieb ihn um, von außen und von innen, bis er schließlich im Industriegebiet landete, dem eisernen Gehirn Deutschlands. Dazwischen lagen große, sucherische Reisen durch alle Länder Europas.
Aus den äußeren Gesichten, gezeichnet von den Runen der alten Zeit und überspült von den Sturzbächen der politischen wie kulturwandelnden Revolutionen, forscht er nach dem neu sich gestaltenden inneren Gesicht der Zeit, das geschaffen ist, über die Gegenwart hinauszusehen, wenn nicht zu leuchten. Er erlebt mit starker Bewußtheit, kühl im Schauen und leidenschaftlich in der inneren Hjn- gaoe, die neue Spannung in der Welt. Er weiß: wo Spannung ist, kann Aufgang neuen Lebens sein. Er erlebt im deutschen Geiste, ohne parteimäßige Gebundenheit, die große Welle der Völkerbewegung. Vielleicht hat er die Gabe, aus dem Nahen, Wirren, dem Bruderhaß und der Machtgier den mächtigen Schritt der Geschichte herauszuhören?
Seine Bücher möchten dies glauben lassen: Sie führen scheinbar nur im Stoff und in der Handlung von der Gegenwart so weit weg als nur möglich: das eine Buch „Dschinghis Khan, der Herr der Erde" nach Asien, das zweite „Das Angesicht des Kaisers" in die Zeit des großen Hohenstaufen Friedrich II., das dritte „Das neue Reich" in die Zeit der Völkerwanderung und des großen Gotenfüyrers Alarich.
In seinem Werk — diese Bücher nennen sich Romane, obschon sie alle drei nichts Eigentliches vom Roman haben, sondern vom Epos — schaut nirgends das Ich des Dichters heraus, es bleibt vollkommen ungenannt, wie bei den Dichtern großer Epen fast immer. Doch das führt um so tiefer zu der inneren Haltung ihres Gestalters hin: ein Mensch, den das Heroische der Geschichte erfüllt, den magische Führerschaft und heldische Gefolgschaft, selbst wenn sie im Zwielicht zwischen Sage und Geschichte geschah, gercche deshalb zur Hingabe an das dichterische Schaffen treiben; ein Mensch mit dem sicheren, soll man sagen mathematisch sicheren. Einfühlen in das immer Gültige einer weltgeschichtlichen, bestes menschheitsgeschichtlichen Spannung, die sich wiederholt im mächtigen Rhythmus des Geschehens; ein Dichter, Den in erster Linie der Mann fesselt, dessen geistumspannender und blutmäßig machtumspannender Trieb chn zum Führer aus dem Volke macht, der gott»
blieb. Ich kann heute sagen: ich bin ihm treu geblieben. Ich möchte in dieser Stunde, da mir der Stein übergeben wird, allen meinen Bauernführern diese Buche übergeben. Mögen sie hier die Straft und die Sammlung finden. Denn
im Kamps gegen die Rot des Bauernstandes ist noch nicht der letzte lag gekommen.
Zum Schluß seiner Rede legte Reichsernährungs- minifter Darrs ein Treuegelöbnis zu feinem Führer, dem Reichskanzler Adolf Hitler ab, ohne den für den Bauernstand eine deutsche Zukunft nicht vorhanden sei. Der deutsche Bauer sei entschlossen, mit liefern Führer z u st erben, oder zu siegen. Reichsernährungsminister Darrs bekräftigte dieses Treuegelöbnis mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den obersten Führer des Bauernstandes, das von der Menge begeistert ausgenommen wurde. Die; Feier schloß mit dem Horst- Wessel-Lied.
Weihe der Kührerschule des Gaues Hessen-Nassau. WSN. Frankfurt a. M., 23. Sept. Anläß- lich des heutigen Gauparteitages wurde auch die erste Führerschule des Gaues Hessen- Nassau in der Mannskopfschcn Villa am Forst- haus eröffnet und von Gauleiter Sprenger eingeweiht.
Der Leiter'der Schule, Gauschulungsleiter Prof. Dr. Werner, legte in einer Begrüßungsrede die Aufgaben der Schule dar, die der Vertiefung des nationalsozialistischen Ideengutes dienen sollen und in der in erster Linie die Amtswalter des Gaues einer gründlichen geistigen, aber auch körperlichen Ausbildung in dreiwöchigen Kursen, während der sik vollkommen im Schulgebäude untergebracht sind, unterzogen werden sollen. Er bat sodann (Bauleiter Sprenger, die Weihe au vollziehen.
(Bauleiter Sprenger betonte, daß es der Tatkraft des Gauschulungsleiters zu verdanken sei, daß der (Bau Hessen-Nassau nunmehr auch eine eigene Führerschule habe, die eine der vorbildlichsten des Reiches werden solle. Dank gebühre auch den Besitzern des Hauses, die durch ihr Entgegenkommen mit dazu beigetragen hätten, dem Gau diese Schule zu errichten. Sein Wunsch gehe dahin, daß das Haus dienen ipöge, im Sinne Adolf Hitlers den Geist des Nationalsozialismus ins Volk hinauszutragen. Die Berufung in dieses Haus fei für den Amtswalter eine hohe Aus- Zeichnung, denn damit trete er in die Reihe derer ein, die einmal berufen sein würden, hie höchsten Führerstellen einzunehmen. Der Gauleiter vollzog sodann die Weihe und erklärte, daß hier von nun an in nationalsozialistischem Geiste, im Geiste des Führers gearbeitet werden solle.
Unter den Gästen bemerkte man u. a. Reichs- ernährungsminister Darrs u/ib den Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. L e y. Ein Rundgang durch das Haus zeigte die vorbildliche Einrichtung, die mit Bibliothek, Lesesaal, Unterrichtsräumen und ausreichenden Schlafräumen die höchste Bequemlichkeit für einen Soldaten Adolf Hitlers bietet.
Spielplan Der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Montag, 25. Sept.: Der Graf von Luxemburg; Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22.30 Uhr. — 26.: Don Juan; Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr. — 27.: Der Rofenkaoalier; Anfang 19 Uhr, Ende nach 22.45 Uhr. — 28.: Der Vogel- Händler; Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr. — 29.: Der Troubadour; Anfang 20 Uhr, Ende Segen 22.30 Uhr. — 30.: Don Juan; Anfang 20 hr, Ende 22.30 Uhr. — Sonntag, 1. Oktober: Der Freischütz, Anfang 15 Uhr, Ende 18 Uhr; Der Vogechändlex, Anfang 19.30 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr.
Schauspielhaus: Sonntag, 1. Oktober: Beginn der neuen Spielzeit. Festvorstellung für den Kampfbund für deutsche Kultur anläßlich Des (Ernte- Danneftes. In neper Einrichtung: Die Räuber; Anfang 20 Uhr, Ende 23 Uhr.
ähnlich, furchtbar und strahlend, unnahbar und doch in allen wirkend, handelnd und leidend sein unbedingtes und hartes Leben trägt.
Obschon Gmelin fein Persönliches weit hinter sein Werk stellt — in eine ganz andere Welt außerhalb dieses Werkes zu fliehen, daß ist nicht möglich. Ein „naturforschender" Beobachter dieser Dichtererscheinung könnte — nicht einmal allzu phantastische — Beziehungen feftfteUen zwischen dem, der Das Heldenepos des Dschinghis Khan oorträgt, und den beiden Ahnen, die im einstmaligen Reich des mongolischen Kaisers geforscht und von denen einer den Tod durch die Tartaren gefunden hat.
Otto Gmelin war fast vierzig Jahre alt, als 1925 fein Buch „Dschinghis Khan" herauskam. 1927 folgte ber Hohenftaufenroman „Das Angesicht des Kaisers", 1929 eine sehr fesselnde und eigenartige Schrift „Die Naturgeschichte des Bürgers", 1930 das Epos aus der Zeit der Völkerwanderung „Das neue Reich", und endlich 1931 die feine, den Dichter von ganz anderer Seite zeigende Geschichte einer wundersamen Liebe, die in Mexiko spielt „Das Mädchen von Zacat- l a n" und ein Jahr später die reizvolle Erzählung „Sommer mit Cordelia".
Otto Gmelin hat in seinem bisher erschienenen Werk (bei Eugen Diederichs, Jena) schon ein ganz eindeutiges Bekenntnis feiner Art und feines Wertes geboten. Sofern dies Werk in ferne Geschichtsräume schweift, sieht es doch in feinen einzelnen Teilen wachsam und seherisch, besonders in den beiden Büchern aus deutschem Geschichtskreise „Das neue Reich" und „Das Angesicht des Kaisers" geistig inmitten der Gegenwart. Otto Gmelin ist ein Geist, der, wie es in seinem Gedicht von Heinrich L e r s ch heißt, durch „ein neues Denken ins alte Leben tiefe Schächte gräbt".
Ein Hiri operiert sich selbst.
Ein ungewöhnlicher Fall einer Selbstoperation wird aus Mldizeli in Anatolien gemeldet. Der Held ist ein- Hirte, der sich plötzlich von einer Schlange gebissen fühlte. Er tötete bas Tier, aber fühlte einige Minuten später starke Schmerzen in ber Gegend seiner linken Niere, in der er gebissen wor- den war. Da er fürchtete, daß das Gift in die Blutbahn bringen könnte unb er sterben müsse, nahm er sein Taschenmesser unb schnitt sich entschlossen ein großes Stück Fleisch an ber gefiihr» beten Stelle heraus. Obwohl bie Wunbe, die er sich beigebracht hatte, recht tief war, besaß er doch noch die Willenskraft unb Ausdauer, um sich nach Der nächsten StaDt zu schleppen. Hier rourDe er ins Krankenhaus gebracht unD nach ärztlicher Behandlung geheilt.


