Ausgabe 
25.8.1933 Frühausgabe
 
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185. Jahrgang

8reitag,25.Augustl9ZZ

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

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Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr.

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Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein »nd sür den An. zeigenteil i.B. Th.Kümmel sämtlich in Riegen.

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zranlfurt am Main 11686. Drucf mtö Verlag: vrühl'fche Universttätr-Vuch- und Steinöruderet rr. Lange in Sietzen. Schriftleitung uni) Geschäftsstelle: Zchlllfttatze 7.

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8ernfpred)anfd?lüffe anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Sieben.

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per Siedaktion- 16 bis ir W.5ami,afl M

JRanünoien.

Deutschland blickt auf den Osten! Mit neuen Augen, mit neuem Willen! Seit jeher war Ostland Schicksalsland. Ter Gang der deut­schen Geschichte beweist es immer wieder. So lebensnotwendig der Osten für uns, so wich­tig sind wir für ihn. Diese Gegenseitigkeit konnte aber nicht zum lebendigen Wechsclvcr- hältnis gedeihen, weil auf beiden Seiten die Voraussetzungen für ein fruchtbares Ver­stehen und Zusammenarbeiten fehlten. Nun ist der leere Naum wieder erfüllt, der tote Punkt überwunden. DaS Reich weih um feine Aufgabe, und der Osten hofft, weil jetzt wie­der eine Brücke beide verbindet: das Ver­trauen des Ostens zum Reich, des Staates Wissen um die Straft des Ostlandes.

Das Wert ist im Gange. Der wirtschaftliche Aufbauplan in Ostpreuhen hat die ersten Erfolge gezeitigt. Die Arbeitslosigkeit ist vor­bildlich beseitigt. Run soll die Wirtschaft plan- mähig erweitert werden. Die Aufgaben der deut­schen Ostmesse find in Angriff genommen. Endziel ist, in dem volksdünnen Raum östlich der Weichsel deutsche Volksgenossen in größerer Zahl dauernd ansässig zu machen. Auf der anderen Seite soll die Produktion im deutschen Osten Deutschland Holsen, sich feinen Anteil an den weiten osteuropäischen Märkten zu sichern. Diese Planung bedeutet einen großen Fortschritt gegenüber den bisherigen Zielsetzungen der deut­schen Ostmesse. Früher verstand man unter ost- preußischer Wirtschaft in der Hauptsache die Landwirtschaft, jetzt treffen wir gleichberechtigt die beiden anderen Berufsstände. Industrie und Handwerk, daneben. Aus diese Weise werden die zum Teil stilliegenden Betriebe bald mit neuem Leben erfüllt, denn nach der Werbearbeit der deutschen Ostmesse werden auch bald Aufträge aus dem Reich nach Ostpreußen kom­men. Ein r cf auf die große Ausstellung zeigt, wie das Vertrauen in die Kaufkraft des deutschen Ostens stark und überzeugt einsehte. Aus allen Zweigen der Wirtschaft drängen sich deutsche Fir­men, die als Aussteller auf der Deutschen Oft- messe wieder für den Absatz ihrer Erzeugnisse in Ostpreußen und jenseits der Grenze in Osteuropa werben wollen.

Daß auf solcher Grundlage der Ostpreußen- Aufbauplan der Reichsregicrung sein Ziel er­reichen wird, liegt nah. Rotwendig für den Er­folg ist aber die tätige Treue, die das übrige Deutschland zu Ostpreußen verpflichten muh. Roch liegt dieses Land in harten Fesseln. Der Korri­dor türmt sich wie ein böses Gebirge zwischen Reich und Land. Groh sind die Schwierigkeiten und Hindernisse, die Ostpreuhen aufgezwungen wurden, aber das gegenseitige Vertrauen, das neue Gemeingefühl, unter dessen Mangel die Ostmarkenpolitik schon so oft litt, wird neu auf­bauen, was in bösen Iahren liegengelassen wurde. Ganz Deutschland ist mit dem deutschen Osten verbunden. Die Bande eng^r und für das ge­samte Volkswohl fruchtbarer zu knüpfen, ist das Gesetz.

In diesen lagen veranstalten nun als sichtbaren Beweis dieser Wandlung der Gesinnung gegenüber dem Osten die führenden deutschen Kraftfahroer- bände unter Führung des Nationalsozialistischen Kraftsahrkorps eine Ostlandtreuefahrt, die am 27. und 28. August in großen Kundgebungen am Tannenbergdenkmal und in Königsb :rq gipfeln wird. Sie steht unter der Schirmherrschaft des Reichspräsidenten von Hindenburg. Das Kraftfahrzeug ermöglicht persönlichste Beziehung und persönlichste Eindrücke. Während früher der einzelne Besucher nur dann zu einem Eindruck ge­langte, wenn er mit dem Lande und der Landschaft, den Menschen und den Dingen schon vorher bekannt war, werden jetzt völlig neue Berührungspunkte er­schlossen, Ostpreußen wird neu entdeckt Und diese neue Entdeckung kann nur die erfreulichsten Wir­kungen auslösen. In Sonderheit wird bei dieser Ge­legenheit das Unglück der Zerreißung des Reiches durch den Versailler Frieden, den Teilnehmern un=. mittelbar und eindringlich zum Bewußtsein kom­men. Es ist etwas anderes, ob man im Schlafwa­gen hinter Glas und Tür abgeschlossen durch ein anderes Gebiet reift, als wenn man am Tage mit sehenden Augen über Landstraßen fährt, die ehe­mals deutsch waren. Die Teilnehmer werden daher einen Eindruck von der Katastrophe erhalten, die den deutschen Osten befallen hat, sie werden aber auch gleichzeitig ein Gefühl dafür bekommen, welch ein Wille zum Leben, zum nationalen Sein in einer Bevölkerung steckt, die sich dadurch nicht entmutigen läßt.

Der Höhepunkt dieser Fahrt liegt innerlich natürlich in der Gedächtnisfeier für die schlacht bei Tannenberg. Sie mar die zweite Schlacht, die auf diesem Boden und an dieser Stelle geschlagen worden ist. Tas Tannenberg des Jahres 1410 war das Snmbol der inner­lichen Zerstörung der deutschen Nation, das Tannenberg des Jahres 1914 der Auftakt einer neuen Zeit, keine der Schlachten des Weltkrieges ist heute schon so sehr zur nationalen Legende geworden wie gerade diese größte Schlacht des Weltkrieges. So wird die Ostland-Treuefahrt zum Symbol dafür, daß neues Leben im deutschen Osten blüht und daß es gilt, treu zu jenem Geiste zu stehen, der sich eins weiß mit dem wurzelstarken Teutsch- !um, das sich immer dem Fremden wider- letzte, weil es im Eigenen, in Bruder und Schwester im Reich feine Heimat wußte.

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Wer kennt nicht das Wort:Rekord ist Mord! In unserem Zeitalter, da der Körper­pflege und Iugendertüchtigung wieder mehr

Das Werk der Arbeitsbeschaffung.

freiwillige©penüen zum Bau einer Rheinbrücke.

Gemeinschaftsgeist und Lpfcrsinn als Schrittmacher der Arbeitsbeschaffung.

Berlin, 24. Aug. (WTB.) Vom Deut­schen Industrie- und Handelstag wird mitgeteilt:

Ein Beispiel, wie durch Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und Wirtschaftsvertretung die vom Führer eingeleitete große Arbeitsschlacht unterstützt werden kann, wird aus der Stadt Krefeld-Tlerdingen berichtet. Seit lan­ger Zeit hatte sich in Krefeld-Tlerdingen, das über keine Rheinbrücke verfügt und dessen Straßenverbindungen zum Ruhrgebiet denkbar schlechte sind, die Rotwendigkeit eines Brückenschlages erwiesen. Die Stadt Krefeld-älerdingen hat sich entschlossen, durch Einsatz ihrer letzten Reserven diesen Drückenbau zu ermöglichen. Die zur Verfügung stehenden Mittel reichten jedoch nicht aus, um das Vorhaben restlos zu finanzieren. Die noch fehlenden Mittel wurden durch eine groß­zügige Werbung der Industrie - und Handelskammer Krefeld unter Füh­rung ihres Präsidenten beschafft. Binnen we­niger Tage konnte der Stadt ein Betrag von einer halben Million Mark als freiwillige Spende der Wirt­schaft zur Verfügung gestellt werden, die sich neben namhaften Summen großer Betriebe auch aus kleinsten Beträgen zusammenseht. In der letzten Sitzung des Kreditausschusses der Oeffa ist das von Krefeld erbetene Darlehen bewil­ligt und damit die Durchführung des Vorhabens gesichert worden, durch das gegen 1 000 Arbeiter f ü r mindestens ein Iahr Beschäftigung erhalten.

Weitere 25 Mill.RM. aus dem Arbeits­beschaffungsprogramm bewilligt.

Berlin, 24. Aug. (WTB.) In der letzten Kreditausschußsitzung der Deutschen Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG. wurden, wie das Reichsarbeilsministerium mitteilt, zum Arbeits­beschaffungsprogramm vom 1. Iuni 1933 weitere Darlehensanträge im Betrage von rund 25 Mil­lionen Mark bewilligt. Davon entfallen vier Mil­lionen Mark auf den Weiterbau des Mit­tellandkanals und weitere 2,2 Mill. Mark auf Inangriffnahme der Arbeiten am Elster- Saale-Kanal (Südflügel des Mittellandka­nals). Der Freien und Hansestadt Hamburg wurden für Instandsehungs- und Ergänzungs­arbeiten an öffentlichen Gebäuden weitere 800 000 Mark bewilligt, der Freien und Hansestadt Bre­men für mehrere Maßnahmen rund 1,8 Mill. Mark. Auf das Land Sachsen entfallen Dar­lehen in Höhe von 5,4 Mill. Mark, davon erhalten die Dresdner Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke 2,2 Mill. Mk. und die Stadt Leipzig rund 1,8 Millionen Mk. An größeren Darlehen wurden weiterhin für Städte der Provinz Sachsen rund 2 Mill. Mk., für die Brücke bei Krefeld-Aerdingen rund 1,8 Mill. Mk., für Las Gebiet Les Landes Baden rund 2,2 Mill. Mk. und für Thüringen rund 600 000 Mark bewilligt.

Oer Heichsarbeitsminifter gegen eine Zusammenlegung von Zeitschriften.

Berlin, 24. Aug. (BDZ.) In einem Schreiben an den Reichspropagandaminister erklärte der Reichs- arbeitsminister, er teile die Auffassung, daß d i e

Zusammenlegung von Zeitschriften, wenn sie in größerem Umfange vorgenommen wurde, sich auf dem Arbeitsmarkt im Buchdruck- gewerbeungünstigauswirken müßte. Der Reichsarbeitsminister bittet den Propagandaminister, auch bei seinen weiteren Maßnahmen in dieser Frage die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes und die Notwen­digkeit, Entlassungen von Arbeitskräf­ten möglich st zu vermeiden, zu berücksich- tigen.

Oie Miitelftandskredite der Sparkassen

Berlin, 24. Aug. (WTB. Funkspruch.) Ein Erlaß des p r e u h i s ch e n W i r t s ch a f t s - ministers, der die Sparkassen ermächtigt, Darlehen gegen Schuldscheine im allgemeinen von tausend Mark, in einigen Fällen bis zu 2000Mark zu

geben, ist in den Kreisen des Handwerks vielfach so verstanden worden, als ob jeder auf einen sol­chen Kredit Anspruch hätte. Das ist irr­tümlich. Es bleibt selbstverständlich unter Be­rücksichtigung der Kreditwürdigkeit jeder Sparkasse selbst überlassen, die Höhe des Kredites von sich aus fcstzusehen. Der Rund­erlaß hat auch für die einzelnen Sparkassen keine rechtliche Wirkung, die Erhöhung der Kre­ditgrenzen muß vielmehr von jeder Spar­kasse selbst beschlossen werden. An sol­chen Beschlüssen ist aber nach Memung des Reichs­standes dcs deutschen Handwerks nicht zu zwei­feln. Sollten dennoch Sparkassen diesem Rund- erlaß nicht nachkommen, so nimmt die Geschäfts­stelle des Deutschen Handwerks- und Gewerbc- kammertages, Berlin RW. 7, Beschwerden ent­gegen.

Die zweite Aeichsautobchn Mnchen-Salzburg

Oie Schönheiten des oberbayrischen Alpenlandes werden erschlossen.

Berlin, 24. Aug. (TU.) Amtlich. Der Ge- neraünfpetlor für das deutsche Slrafeenroefen, Di­plomingenieur 'Dr. Todt, hat bestimmt, daß a l s zweite Strecke des geplanten Reichsautobahn- nefjes d i e Straße von München nach Salzburg zur Ausführung kommen soll. Mäh­rend die Ingenieure zwischen Frankfurt und Mann­heim die letzten Vermessungen durchführen und während für diese rund 100 Kilometer lange Straße der Grunderwerb zu Lude geführt und die Bau­werke entworfen werden, ist jetzt in Bayern d i e Linienführung für die zweite deutsche Reichs- autobahn MünchenSalzburg in einer Länge von rund 120 Kilometer projektiert worden. Der Reichskanzler hat sich über die Möglichkeiten der Linienführung wiederholt durch Herrn Dr. Todt berichten lassen und hat die maß­gebende Entscheidung über die zu wählende Linie f e l b ft getroffen.

Die Strecke verläuft von München in der Rich­tung nach Rosenheim und von dort an dem bisher nur sehr wenig erschlossenen Südufer des Chiem­sees entlang über Siegsdorf nach Salzburg. Bei der Auswahl der Linie, die zunächst in Richtung auf die bayerischen Alpen und dann an diesen entlang

führt, wurde besonderer wert daraus gelegt, die Streckenführung so zu wählen, daß die land­schaftlichen Schönheiten des bayeri­schen Landes voll zur Geltung kommen. Die Straße erschließt das deutsche Alpen­gebiet zwischen Isar, Inn und Salzach. Sie wird den Auftakt bedeuten zu einer vom Füh­rer geplanten großzügigen Erschließung des gesam­ten deutschen Alpenlandes, die besonders für un­seren deutschen Fremdenverkehr von ganz außerordentlicher Bedeutung sein wird.

Unter Führung des Reichsinspekteurs Dr. ing. Todt wurde am Mittwoch die geplante Linienfüh­rung einer ersten Vorbesichtigung unter­zogen. In Bad Reichenhall begrüßte Staalsminister Esser die Teilnehmer und dankte vor allem dem Reichskanzler für die Initiative zu dem Werk, das von großer verkehrspolitischer Bedeutung für das Land Bayern sei und überzwei Jahre Zehn­tausende von Volksgenossen wieder in den Arbeitsprozeß eingliedern werde, ganz zu schweigen von dem wirtschaftlichen Gewinn für das durch die Reichsautobahn zu er­schließende Alpenland.

Die Arbeit der Deutschen Arbeitsfront.

Das Herbstprogramm

Propagandaarbeit in den Betrieben.

Berlin, 24. August. (CNB.) Die Deutsche Arbeitsfront wird Mitte September mit ihrer Herbstaktion beginnen. Tas Schwergewicht der Propaganda wird diesmal auf die Be­triebe gelegt werden. Es ist daran gedacht, in Betriebsversammlungen die deutschen schaffenden Menschen tiefer in das Gedankengut des Nationalsozialismus ein­zuführen und die speziellen Aufgaben der Deutschen Arbeitsfront klarzulegen. Außer­dem wird der Führer der Deutschen Arbeits­front und Stabsleiter der Politischen Orga­nisation der NSDAP. Dr. R. Ley mit dem Führer des Gesamtverbandes der Deutschen Arbeiter Walter Schuhmann ab Mitte September zahlreiche Betriebe im

ganzen Reich besichtigen, um sich an den Stätten der Arbeit von der Lage des schaffenden deutschen Menschen zu überzeugen. Ter Führer der Teutschen Arbeitsfront wird bei dieser Gelegenheit zu den Betriebs­angehörigen sprechen.

Tagung

des Kleinen Arbeckskonvenis.

Berlin, 24. Aug. (CNB.) Unter Vorsitz des Führers der Deutschen Arbeitsfront Staatsrat Dr. R. Ley trat am Donnerstag der Kleine Ar­beitskonvent der Deutschen Arbeits­fron t zu einer Tagung zusammen. Besonders ein­gehend wurde das Problem der K o n f u in v e r - eine behandelt, die notwendigen Maßnahmen für die Umgestaltung der Konsumvereine wurden er- 1 örtert. Das soziale Problem wurde eingehend

benn früher das Wort gesprochen wurde, ließ es sich naturgemäß nicht verhindern, daß jugendlicher Tatendrang, sportlicher Ehrgeiz die letzten Kräfte anzuspannen suchte, um an die Spitze zu kom­men.Höchstleistung um jeden Preis" hieß der Schrittmacher, und, wie man weih, verdankt die Sieger- und Meisterliste gerade seinem heißen Atem die reiche Ernte der Erfolge.

Iugend ist Kraft, Jung sein heißt Wettlauf, Kampf um den Sieg, Nutzung der Talente. Iede Kraftprobe gibt neue Gelegenheit, fick zu bewäh­ren, im Spiel der Kräfte sich zu strecken, die Wette zu gewinnen, die Aufgabe und Ziel stellt. So geschehen liegt die Laufbahn jugendlichen Strebens in gesunder Luft, auf erfrischendem Höhenpfad und leuchtet wie Vorbild. Wenn aber die Entwicklung sich übersteigert, wenn das Stre­ben nach Sieg zur Streberei um jeden Preis wird, dann verliert der hohe Sinn den Glanz der anmutigen und doch straffen Schön­heit, dann senkt sich die Kampsbahn in die Riederungen der Sensationsgasse. Das ist nicht ber Sinn des Dienstes an Körper und Kraft,der Pflege des Volksgutes: Gesundheit und Ertüchtigung. Gewiß, Spitzenleistungen müs­sen sein, ergeben sich von selbst, aber wenn der Wille zum Sieg Hörigkeit schafft, dann wird der Starke zum Sklaven und gibt den Adel des sieg­haften Herrschers ab.

Aus solcher Ansehung heraus hat der Dolksmund das Urteil über den Rekord gesprochen und setzte ihn gleich mitMord". Das heißt, das gesunde Empfinden wehrte sich gegen Unnatur und Uebertreibung. Bittere Erfahrungen recht­fertigten die bittere Auffassung, die den Mißbrauch des gegebenen Gutes damit ablehnte. Rekordwahn ist ein schlechter Dienst an der großen Sache, schädigt

das Ansehen des Wettkampfcharakters, und oft ge­nug wurde das Spiel mit den Kräften ein Spiel mit dem Leben. Man kann also verstehen, wenn der ruhige Zeitgenosse von solchen Ueberspitzungen abrückte und nicht ohne Härte das Wortspiel:Re­kord Mord" erfand. Es hat nichts mehr mit Sport zu tun, wenn z. B., wie es in diesen Tagen vorkam, die Schwimmerin Ruth Litzig im Rheinland nach 79ftünöigem Aufenthalt im Wasser bewußtlos und in höchst bedenklichem Zustand an Land gezogen werden mußte und nach zwei Tagen im Krankenhaus an Erschöpfung starb. Hier kann man nur noch den Kopf schütteln. Selbst der begei­stertste Verteidiger solcher Kraftproben kann hier nicht mehr Ja sagen. Das ist kein Sport mehr, das ist Krampf, Wahnsinn. Oder hat das noch mit Sport zu tun, wenn eine Frau vollkommen teilnahmslos im Wasser treibt und nur durch Zurufe, krachende Musikgerausche und anderem Lärm beim Bewußt­sein erhalten bleibt? Sicher nicht! Das ist Unfug und schadet dem Ansehen des Sportes nur. Von einer Werbung, vom Dienst am Sport kann keine Rede mehr fein.

Wer das Zeug in sich hat, die Spitze zu führen, zur Vorhut in der Kampfbahn zu gehören, dem find Gelegenheiten genug geboten, im Rahmen der Voraussetzungen, die Sport-- und Körperpflege in ihrem Charakter wahren, seinen Mann zu stellen. Voraussetzung gesunder Körperpflege, belebender Arbeit an sich selbst und damit an der großen Auf­gabe, seinem Volk zu dienen, dessen Gesundheit zu stärken, ist aber die organische Betreuung der na­turgegebenen Talente. Und jeder hat sie, jedem gilt aber auch der Ruf, feine Kraft auszubilden, seine Gesundheit zu pflegen zum Wohle seiner selbst, zum Glück seiner Familie und damit zur Bereicherung des ganzen Volksgutes.

Spitzenreiter kann nicht jeder sein, aber nach vorne zu drängen ruft die Pflicht. So gilt es, in gesunder Erkenntnis des Möglichen das Möglichste zu tun, um so auf der goldenen Mittelstraße den Kampf zu bestehen. Dann wird der Wettlauf von Mann zu Mann zur blutvollen Einheit, aus der unseren Nachfahren, unserem Volk das gediegene, gesunde Erbe erwächst.

Die Wege zu solcher Volksgesundheit, zum starken Durchschnitt, sind da. Wir kennen ihre fördernde Kraft aus der großen Sportgemeinde Deutschlands, aus all den Vereinen, die ihre Aufgabe darin sehen, gesunde Anlage zu wecken, zu pflegen und zu höhen. Reuerdings traten außerdem die Arbeitslager in die große Reihe, die in systematischem Vorgehen unendliche Kräfte zusammenfaßt, die sonst brach gelegen hätten oder zerstreut liegen blieben. Schichten, denen Ausbildung und Beruf oft nur Stubenluft zu­trieb, sind nun auch mit einbe^>gen in den großen Gesundungsprozeß, dec unsere Dolkskraft mit neuem Leben erfüllt. Die Gemeinschaftslager der Referendare sind dafür ein Musterbeispiel. In dem WortKamerad Iurist" sammelt sich treffend der Sinn dieser neuen Bemühungen: einesteils die Einzelnen sich näher zu führen, ihre Kräfte miteinander zu verschlingen, ge­sundes Wechselrerhältnis von Körper und Geist zu schaffen, andererseits aus frischer Lust er­frischte Gestalten in das Leben der Ration zu stellen, Menschen, die umeinander wissen, körper­lich und geistig stark sind und so erfüllt mit Kraft und Aufgabe dem ©an^en dienen werden.

Fort mit dem Rekord! Rus unserer Tage und unserer Zukunft ist: Dienet dem Sinn des Lebens, lebt eurer Gesundheit, sie ist die Kraft unserer Zukunft!