Ausgabe 
25.1.1933 Erstes Blatt
 
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Mittwoch, 25. Zanuar 1935

185. Zahrgang

Nr. 21 Erster Blatt

GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

rrrd nnd verles: vrühl'lche Unlverfitälr-Vuch- und Steinbrudcrei R. tanie in Gießei. Zchriflieltung und GefchZfts^telle: 7.

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für bei An­zeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich in (ßiejen.

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Sie Organisation der internationalen Rüstungskontrolle.

Beschlüsse despräsidiums der Abi üstungskonferenz

-Deutschland meldet Generalvorbehalt an

Genf. 24. Ian. (I1L) Das Präsidium der Ab- | stellen. Amerikanischen Handelsschiffen fei jeder rüsluvgskönferen; Hal am Dienstag das Abkommen Aufenthalt in der Nähe der Hafenneubauten von den iber die internationale Kontrolle der Rüstungen mit Iapanern untersagt worden.

-em darin vorgesehenenJnvestigations- verfahren" (militärische Untersuchung) gegen Vertragsbrüchige Staaten angenommen. Die Vertreter von Deutschland. Italien, Iapan

und England meldeten den Generalvorbe­halt gegen das ge amte Kontrollabkommen an. Botschafter Nadolny machte ausdrücklich die endgültige Stellungnahme Deutschlands zur inter- nationalen Kontrollfrage von dem Ausmaß des allgemeinen künftigen Abrü- flungsabkommens und damit von dem gesam­ten endgültigen Ergebnis der Abrüstungskonferenz abhängig.

In der ab chllehenden Durchberatung des Kon- Zollabkommens wurde vom Präsidium auf ameri- tanischen Wunsch eine Bestimmung angenommen, nach der eine Regierung gegen sich selbst ein ^Jnoestigatiovsversahren" an Ort und Stelle bean­tragen rann, wenn ihre Haltung Gegenstand öffent­licher Kritik ist. Bolschafler Radolny lehnte diese Bestimmung als zwecklos ab und Ivies auf die damit gegebene Möglichkeit hin, durch unkontrollierbare bestellte Pressefeldzüge eine Re­gierung unter den moralischen Zwang zur Beantra­gung einesJnoestlgationsversahrens" gegen sich selbst zu sehen. Das Präsidium lehnte jedoch die deutschen Bedenken gegen die Stimmen von Deutsch­land und Italien ab.

weiter nahm das Präsidium das im Abkommen vorgesehene Jnoestigationssystem an, nach dem i m Aal le der Klage einer Regierung we­gen Bruches ober drohenden Bruches des Abrü- flungsabkommens ein Jnvestigationsversahren an Lrl und Stelle in dem beklagten Staate durch einen internationalen Kontrollaus- schuß stattfinden muh.

Von deutscher Seite wurden gegen dieses neue Investigationssystem die weitgehend st en Be­denken geäußert und verlangt, daß das Investi- gationsversähren als eine außerordentlich ernste schwerwiegende Maßnahme nur nach Erschöp­fung aller anderen Mittet und nur unter Einstimmigkeit des gesamten Kontrollaus- schnsses mit Ausnahme des klagenden und des be­sagten Staates beschlossen werden dürfe. Die von England und Italien geforderte Einstimmigkeit des Böikerbundsrats im Falle eines Investigationsver- sahrens wurde gleichfalls abgelehnt. Das Jn­vestigationsversahren kann nach dem Abkommen mit Zweidrittelmehrheit der anwesenden Mitglieder des kontrollaus'chusses beschlossen wer- den. Aus deutsche Forderung wurde die ursprünglich vorgesehene sofortige uneingeschränkte verössentlichung der Ergebnisse der Anter- suchung von dem Beschluh des Kontroll­ausschusses abhängig gemacht.

Die allgemeine Tendenz der Verhandlungen des Präsidiums über das Inoestigatioiissystem war offensichtlich auf Deutschland abgestellt. Die Vertre­ter Englands, Frankreichs und der Vereinigten Staaten gaben ihre Zustimmung in der sichtlichen Erwägung, dah s ü r sie von ihnen vertretenen Großmächte ein solches Jnvestigationsversahren niemals Anwendung finöen würde. Die | deutsche Abordnung vertrat in den Verhandlungen s den grundsätzlichen Standpunkt, dah die deutsche Regierung bereit fei, im Rahmen der allgemeinen Abrüstung jeglichen Maßnahmen zuzustimmen, je- ! doch nur unter der Voraussetzung der I gleichen ausnahmslosen Anwendung ! aus sämtliche Mächte.

spanische U-Bvoi-Stützpuntte in der Südfee.

Die Amerikaner fühlen sich betrogt.

London, 24. IaN. (TA.) 3n großer Aus­machung meldetDaily Herold" aus Gens, dah die Japaner geheimell-Boot-Stühpunkte in S a i p a h auf den früher Deutschland gehören­den und jetzt von Japan als Välkerbundsmandat verwalteten Marianeninseln, sowie a u s den Palau-Inseln in der Südsee errichteten. Diese Tatsache sei in der Geheimsihung des Man­datsausschusses enthüllt worden, als die japanischen Vertreter nach einem Kreuzverhör zugaben, daß bereits zwei Millionen Mark für die im Bau befindlichen Häfen an den erwähnten Plätzen ausgegeben worden seien. Die Angelegenheit werde jetzt durch einen Bericht des Mandalsaus- schusses vor den Völkerbundsrat kommen. Die ersten Mitteilungen über die japanischen Bauten seien aus amerikanischer Quelle gekommen, japanische U-Bootstühpunkte in der Südsee würden nicht nur eine Verletzung des Artikels 22 des Völkerbunds- statuts und des Washingtoner viermächteoertrages, londern auch eine direkte Bedrohung der amerikanischen Verbindungslinie zwi­lchen honolutuund den Philippinen dar-

Hilflosigkeit des Völkerbunds im Fernost-Konfllkt.

Genf, 23. Jan. (III.) Der Neunzehner. Ausschuß für den japanisch chinesischen Konflikt ist am Montag in die Erörterung des abschlie­ßenden Berichts an die Vollversammlung ein­getreten, in dem der Zusammenbruch des bisherigen, seit VA Jahren geführten Versah- nungsverfahrens des Völkerbundes feftge- stellt und neue Vorschläge für die Konfliktsregelung auf Grund des Artikels 15 Absatz 4 des Dölkerbunds- paktes ausgearbeitet werden sollen. Es zeigten sich jedoch erhebliche Meinungsverschiedenheiten.

Moskau, 24. Jan. (TU.) Amtlich werden zwei Verordnungen veröfsent.icht, die auf der Linie der von Stalin angekündigten 2lenderung der Bauernpolitik liegen. Nach der ersten wird sowohl den Kollektivwirtschaften wie den Einzel­bauern einer ganzen Reihe von Bezirken, dar­unter West-Sibiriens, Weißrußlands und des europäischen Rordrußlands nach der Erfüllung ihrer Ablieferungspflichten der freihändige Verkauf ihrer Getreideüberfchüsse zu beliebigen Preisen genehmigt.

Die zweite Forderung spricht sich außerordent­lich scharf über die Widerstände aus, die die Durchführung des Getreideplanes in einem der wichtigsten Drotgebiete im R o rd - k a u k a f u s gefunden hat. Ein besonderer Aus­schuß soll die kollektiven Bauernwirtschaften zur Zusammenarbeit mit den Sweibrhörden zwingen. Falls sich für die Durchführung des Aussaat- planes, der unter allen ilmftänöen bis zum 15. 3uni erfüllt sein muh, Schwierigkeiten er­geben, soll der zwangsweise Arbeits­dienst eingeführt werden. Auf Grund des außer- ordentlichen Gesetzes wird außerdem jeder Diebstahl von Saatgut als Gegenrevo- lution betrachtet und mit dem Tode b e - straft. Auch Parteimitglieder, die die Durch­führung dieser Beschlüsse hintertreiben, werden als Helfer der Gegenrevolution mit den schwersten Strafen bedroht.

Krisis der argentinischen Biehwirtschast.

Buenos-Aires, 24. Ian. (ERB.) Die Gcfriersleischanstalt in Puerto Deseado in dem Territorium Santa Cruz, erklärt, dah in die­ser Saison nur Hammel geschlachtet wür­den, für die ein Preis von 12 Cents pro K i l o nach Entfernung aller Ab- fälle gezahlt wird, wirft ein bezeichnen- des Schlaglicht auf die katastrophale Lage der argentinischen Biehzuch t,

Berlin, 24. Jan. (LNV.) wie der Genfer Korresponbent derGermania" seinem Blatt meldet, hat der Resse bes früheren polnischen Außenmini st ers Zaleski, der auch nach dem Rücktritt seines Onkels eine gewisse politi.che Rolle spiele, in Genf eine geheime Denk­schrift verloren, deren Versager Zaleski jun. selbst ist und die sich mit den Zielen der pol­nischen Außenpolitik beschäftigt. Durch Zu­fall habe man das Dokument entdeckt und daraus entnommen, dah es zu den nächsten Zielen pol­nischer Außenpolitik gehöre, den Besitz der Provinz O st Preußen sowie der Provinz Schlesien bis zur Oder sich zu sichern. 3m übrigen scheine aus dem gefundenen Dokument Her­vorzugeyen, dah die Denk.chrift Zaleski jun. an einen kreis von Vertrauensleuten des polnischen Auhenministeriums verschickt worden sei.

Auch Italien zu Schulden- verhanblungen eingelaben.

Amerika belohnt die pünktlichen Zahler.

Washington, 24. Jan. (WTB.) Die 'Ber­einigten Staaten haben an Italien eine amtliche Einladung gerichtet, die Frage der Kriegsschulden zusammen mit der amerikani­schen Regierung zu erörtern. Man bittet jedoch, diese Delegation erst herzusenden, nachdem die Ver­handlungen mit der britischen Delega­tion abgeschlossen sind. Dies basiert^auf dem Entschluß Roosevelts, nur mit ben Schuld­nern zu verhandeln, die die Dezemberrate zahlten, die Verhandlungen streng getrennt zu halten und jeden Anschein einer europäischen Ein­heitsfront zu vermeiden. Es wird erwartet, daß

(Einige Regierungen, besonders die englische, ver­langen, daß die Vorschläge des Lyttonberichtes als die alleinige Grundlage der weiteren Lnt- scheidung angenommen werden, während andere Regierungen darüber hinausgehend die offizielle Feststellung des völligen Scheiterns aller Ver­söhnungsversuche und eine endgültige Entschei­dung des Völkerbundes unabhängig von der japanischen Regierung fordern.

Der Ausschuß beschloß daher, zunächst einen enge­ren neungliedrigen Redaktionsaus» schuh einzusetzen, dem Deutschland, England, Frankreich, Italien, die Schweiz, Tschechos.owakei, Belgien, Spanien und Schweden angehören und der einen Vorschlag für den Bericht ausarbeiten soll. Der vom Generalsekretär des Völkerbundes vorgelegte Entwurf bes Berichtes würde überwiegend als un­genügend angesehen.

die infolge des außerordentlichen Preisrückganges für Fleisch und die zunehmende Absper­rung vor allem Englands gegen ar­gentinische Fleischerzeugnisse gegenwärtig in eine schwierige Krise geraten ist. Unter den pa- tagonifchen Viehzüchtern hat diese Ankündigung große Entmutigung verursacht, denn der in Aus­sicht gestellte Preis ist weniger als die Hälfte des Preises, der noch in der vorigen Schlachtsaison erzielt werden konnte. Rimmt man das Gewicht eines geschlachteten und von allen Abfällen gesäuberten Hammels mit zwölf Kilo an, und werden die ilntoften für den Transport uftD. in Abzug gebracht, so erhält der Vieh­züchter gerade noch einen Pefo für seinen Hammel, das sind bei dem heuti­gen Kurs nur 85, Pfennig.

Ein kommunistischer Abgeordneter in Sofia erschoffen.

So fia, 24. Ian. (TU.) Dienstag nachmittag wurde der kommunistische Abgeordnete. T r a i k o f von unbekannten Attentätern erschossen. Der Mord wurde in einer dunklen Straße in der Nähe des Parlaments begärgen, das der Abgeordnete eben verlassen hatte. Der Ermordete ist Mazedonier und hat zusammen mit dem unlängst bei einem ähnlichen Anschlag schwer ver­letzten, gleichfalls mazedonischen kommunistischen Abgeordneten Martulkoff besonderen Anteil an der versuchten Bolschewisierung der mazedonischen Flüchtlinge in Bulgarien. Mazedonische Kreise behaupten bekanntlich, dah im illegalen Kamps gegen die mazedonischen Revolu­tionäre seit neuester Zeit die Komintern eine besondere Rolle spielen soll, so daß anzunehmen ist, daß die Ermordung des kommunistischen Abge­ordneten ein Gegenschlag der revolutionären Maze­donier ist.

die Tschechoslowakei, Finnland, Lett­land und Litauen, die die am 15. Dezember fälligen Kriegsschuldenraten pünkllich bezahlt haben, in Kürze g l e i ch f a 11 s'zu einer Besprechung des Kriegsschuldenproblems eingelaben werden.

Verfassungsänderung in den Vere nigten Staaten.

Washington, 23. Januar. (WTB.) Reuter. 36 Staaten, d. h. die vorgeschriebene Z w e i d r i t - telmehrheit. haben einem ZusatzzurVer- fassung zugestimmt, wonach künftig der alte Kongreß nach der Neuwahl des neuen Kongresses nicht mehr zusammentreten wird. Der neue Kongreß, der im November gewählt wird, wird am 3. Januar zusammentreten. Der neu gewählte Präsident und Vizepräsident werden ihr Amt am 2 0. Januar, statt wie bisher am 4. März, antreten. Diese Regelung, die als 20. Amen­dement der Verfassung zugefügt werden soll, gilt noch nicht für den gegenwärtigen Kongreß

Die Fahne des 3. Garderegiments.

Paris, 24. Ian. (CAB.) Heber die wieder­gefundene Fahne des 3. Garderegiments, wegen deren Rückgabe an den Reichspräsi­denten. v. Hindenburg ehemalige franzö- sifche Frontkämpfer bei der Regierung vorstellig -geworden sind, berichtetEcho de Paris", ein spanischer Arbeiter habe seinerzeit die Fahne bei Arbeiten an einem Cisenbahn- bamm entdeckt. Er habe sie Dauern über- geben, die nach Kriegsende nach St. Leonard zurückkehrten. Aus Versehen fei ein Teil der Fahne, und zwar eine Ecke in Größe eines Taschentuches, die ein Wappen mit einer Krone und die Initialen des Regiments zeigte, von den Bauern behalten worden. Rachdem

sie jetzt durch die Zeitungen erfahren hätten, welche Bedeutung die Trophäe besitzt, hätten sie beschlossen, sie in Reims abzugeben. Sie werde an das Kriegsministerium toeitergeleitct werden.

Australien ehrt die Besatzung der altenEmden".

Berlin, 24. Ian. (XH.) Am 29. Januar wird mit dem Motorschiff .Magdeburg" der Hamburg- Amerika-Linie ein Lorbeerkran^ nach Deutschland gebracht, den die eh-emallge^ Be­satzung des australischen Kreuzers .Sydney" zu Ehren der .Emden"-Besatzung am Iahrestag des Gefechts der beiden Schiffe am .Emden" -Ge - schütz vor demRegierungsgebäude in Sydney niedergelegt hatte. .Sydney" führte am 9. Rovember 1914 bei den Eocosinseln das Gefecht gegen Kreuzer .Emden", das schließlich zu dessen Untergang nach heldenhafter Gegen­wehr führte.

Staat und Kirche in Hessen.

Darmstadt, 24. Ian. In einer Besprechung zwischen Staatspräsident Dr. Adelung und Der- t tretern des Hes.is^en Landes-Lehrerrereins war zugegeben worden, daß auch in Hessen schon seit Iahren Vorbesprechungen über etn neues Abkommen zwischen dem hessi­schen Staat und den Kirchen ftattgefun- den hätten. Von dem Staatspräsidenten ist dar­auf hingewiesen worden, daß durch die neue Reichsverfassung das Verhältnis von Staat und Kirche a,eä n ö e r t und damit Fragen der ver­schiedensten Art aufgeworfen seien. An ihrer Lösung bestehe ein wesentliches staatliches Inter­esse. Wegen einer dieser Fragen der finan­ziellen Auseinandersetzung schweb­ten schon seit Iahren Verhandlunaen mit der evangelischen Kirche: es sei zu hoffen, daß das hierfür in beiderseitigem Einvernehmen eingesetzte Schiedsger ich t seine Arbeit bald zum Abschluß bringe. Es bestehe auch lieberem- ftimmung, daß die noch strittigen Fragen zu ge­gebener Zeit auf dem Wege gegenseitiger Ver­einbarung gelöst werden sollten.

Der kommunistischeHunger- marsch" nach Darmstadt.

Darmstadt. 24. Ian. (TU) Obwohl die hessische Regierung es abgelehnt hatte, die von dem kommunistischen Erwerbslosenrat angekün­digte Abordnung zu empfangen, veranstalteten die Kommunisten einenHungermarsch" nach Darmstadt. Am Dienstagvormittag trafen sich etwa 6000 Menschen auf dem Paradeplatz, die insbesondere aus Starkenburg und Rheinhessen kane.r. Rach verschiedenen an- de en Rednern richtete ein uniformierter angeb­licher SA. -Mann aus Alzey (Rheinhessen) he t'.ge Angriffs gegen die RSDAP. Er erklärte, daß er aui ihren Reihen soeben ausgetreten sei, weil die RSDAP. die Arbeiterschaft an das Großkapital verraten habe. Bei seinen Aus­führungen kam es zu heftigen Zwischen­rufen. Die Demonstranten marschierten dann in mehreren Zügen am Ministerium und dem L-andtagsgebäude vorbei. Sie ver­suchten eine Abordnung in das Ministerium zu schicken, das polizeilich abgesperrt war. Zu Zusammenstößen ist es nicht gekommen.

Die Gaupressestelle der RSDAP. teilt mit: .An dem heute von der KPD. insze­nierten Hungermarsch der Erwerbslosen in Darm­stadt soll nach Mitteilungen der Presse auch e i n Rationalsoziali st in ©21. -Uniform teilgenommen haben. Wie inzwischen feftgeftellt wurde, handelt es sich hierbei um eine raf­finiert eingefädelte Irreführung der öffentlichen Meinung durch die KPD., denn der angebliche Rationalsozialift war ein in ©21.-Uniform eingekleideter Ange­höriger der KPD. Auf diese Weise ver- suchten die Kommunisten des öfteren die Bevöl­kerung zu bluffen. Aber jeder vernünftig denkende Deutsche dürfte sofort den Zweck dieser plumpen Irreführung erkennen.

Erneute Llnruhen

an der Breslauer Universität.

Breslau. 24. Ian. (CR2.) Die Pressestelle der Universität Breslau teilt mit: Als P ofessor Cohn heute seine Vorlesungen wieder aufnahm, versuchten Studenten, die Ruhe des Hauses zu stören. Doch wurden die Vorlesungen des Pro­fessors Cohn im juristischen Seminar von den Ruhestörungen nicht betroffen. Wan begnügte sich diesmal nicht mit Singen und Schreien, son­dern warf Tränengas - und Stinkbom­ben und brachte in der Telephonzelle einen Kanonenschlag zur Entzündung. Eine Reihe von Demonstranten wurde feftgeftellt.

Kunst und Wissenschaft.

Die deutschen Ausgrabungen in Persien.

Der Korrespondent derMorning Post" in Schiras (Persien) meldet: Rach zweijährigen Ausgrabungen ist es der deutschen Expe d i 11 o n unter Dr. Herzfeldt gelungen, die alten Paläste. Säulenhallen. Tempel und Wohn­häuser des alten Persepolis endgültig freizu­legen und damit die Pracht und den Glanz der alten Zivilisation zur Zeit von Terxes. Arta- zerxes und Darius an den Tag zu bringen. Du Gebäude waren von Alexander dem Großen bei seinem Eroberungszuge niedergebrannt worden,

DurchWmng des AgrarprogrammS in Rußland

Todesstrafe für Siebstahl an Saatgut. - Arbeitsdienstpflicht im Kaukasus.

Polen will Ostpreußen und Schlesien.

Zaleskr jun. verlier, in Gens eine gehe me Oenkschr.st.