Ausgabe 
24.11.1933 Erstes Blatt
 
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Schloß usw. in Brand

aber ich will jedenfalls, daß Die ganze Entwicklung ist so man in den Reichstagsbrand lismus hineingebracht hat.

etwas geschieht, geworden, weil den S q m b o -

Reichstag noch nicht gei . . _ .

ihm e r st am Montagmorgen gekommen.

Auch in Henningsdorf habe er daran noch nicht

gedacht.

Vorsitzender: Das ist sehr unwahrscheinlich und ich glaube Ihnen das nicht.

Dan der Lubbe: Auf dem Wege von Hennings- darf nach Berlin kam mir morgens der Gedanke, ein Gebäude anzustecken, und in der Müllerstratze habe ich dann, nachdem ich überlegt hatte, welches Gebäude in Frage kommt, mich entschlossen, den Reichstag anzuzünden.

Vorsitzender: Das wird Ihnen keiner glauben. Im übrigen haben die Gelehrten festgestellt und auch der gesunde Menschenverstand sagt es. dah Sie den Reichstagsbrand nicht allein gemacht haben können.

Dan der Lubbe: Ich habe den Brand angelegt, und der Brand hat sich selber ausgebreitet.

Vorsitzender: Und wer hat das andere gemacht, die Vorbereitungen?

Dan der Lubbe: Weiter keiner.

van der Lubbe schildert nochmals kur; die Brandlegung im Reichstag und behauptet, im Plenarsaal habe er zuerst die Gardine o n g e st e ck t.

Vorsitzender: Das stimmt olles nicht, denn die Sachverständigen sagen, die Gardine brennt gar

Getarnte Kommunistenpropaganda

Oie Arbeit des Geheimen Gtaatspolizeiamts von Erfolg gekrönt.

Van -er Lubbe wir- gesprächig.

Oer Angeklagte behauptet, er habe den Reichstag allein angesteckt und habe keine Mittäter

Oberreichsanwalt: Was meint der Angeklagte mit dem Wort Symbolismus?

Rechtsanwalt Dr. Seufert: Er wendet sich da­gegen, dah der Reichstagsbrand die Bedeutung eine» Symbols, eines Fanals haben soll.

Dan der Lubbe: Was ist denn das für eine Tat. diese Reichstagsbrandstistung? Das ist eine Tat von Zehn Minuten ober höchstens einer Viertelstunde ge­wesen. Das habe ich ganz allein gemacht.

Vorsitzender: Haben Sie denn die Aussagen der Sachverständigen verstanden, die das für un­möglich erklärten?

Dan der Lubbe: Ja. Die sagen immer, es fei ausgeschlossen, dah eine Person das gemacht hat. Dos ist der persönliche Glaube der Eachoerständi-

zu setzen, habe er an den dacht. Dieser Entschluh sei

Haff«, dah England dasselbe tun werde. Er deutete aber an, dah Frankreich vorläufig nicht die Absicht habe, den Sonderzoll aufzuheben. Di« öffentliche Meinung Frankreichs würde jedoch entsprechende Verhandlungen mit dem Hinblick auf ein« Stabili­sierung des englisch-französischen Wechselkurses be­grüben.

nicht ober hoch sehr schwer.

Lubbe: Sie Hal aber boch gebrannt.

Vorsitzender: wir glauben Ihnen das nicht, weil das Feuer, das nachher gesehen worben ist. ganz anders aussah. als dah Sie es nach der Art Ihrer Schilderung angefteckt haben könnten. Ls war auf dem Präsidium eine lange Flamme und auf den Stühlen waren einzelne Flammen ohne Zusammenhang miteinander, wollen Sie behaupten, dah Sie auf jedem einzelnen Sih die Flammen angesteckt haben?

Lubbe: Ich habe nicht behauptet, dah ich da» gemacht habe.

Vorsitzender: wer hat e» denn gemacht?

Lubbe: Ich habe nur gesagt, dah ich den Vorhang angefteckt habe.

Vorsitzender: wer hat das andere ge­macht?

Lubbe: Das kann ich nicht sagen, da sollen ...

Vorsitzender, was wollten Sie weiter sagen? Der Angeklagte schweigt.

Vorsitzender: Sie hoben heute wieder dasselbe gesagt wie früher. Zwei Punkte können wir Ihnen aber nicht glauben, erstens glauben wir nicht, dah Sie erst am Montogmorgen den Entschluh gefaßt haben, den Reichstag onzustecken, zweitens formen wir Ihnen nicht glauben, dah Si« da» allein gemocht haben. Wenn Sie nicht dazu beitragen, daß hier auf den Grund gesehen wird, dann muh sich das Verfahren noch länger hinziehen.

Oberreichsanwalt: Hat der Angeklagte f 1 ü f f i g e Drandmittel gehabt?

Lubbe: Ich habe als Brandmaterial nur d i e Kohlenanzünder gehabt. Ich hab« auch nichts auf die Kohlenanzünder aufgefchüttet, sondern ich habe sie mit Streichhölzern a n g e st e ck t.

Der Oberreichsanwalt fragt, ob er sich m i t A b« sicht im Reichstage habe fest nehmen lassen, oder wie er sich das Entkommen aus dem Reichs­tage gedacht habe.

Lubbe erwidert, er habe abgewartet, bis di« Sache zu Ende war.

Oberreichsanwalt: Sie haben früher gesagt, dah Sie gar nicht flüchten wollten.

Lubbe gibt das zu.

Vorsitzender: Hat Ihnen jemand gesagt, dah Sie sich f e st n e h m e n lassen sollten?

Lubbe: Ich habe mit ntemanbem darüber geprochen.

Auf weitere Fragen des Vorsitzenden bestätig» van der Lubbe, dah er zuletzt bet der Brand­legung Stimmen gehört und gerade des­wegen noch schnell im Umgang 5 e u e r an­gelegt habe. Er habe eben so viel wie möglich Brandstellen anlegen wollen, ehe er gefaßt wurde. Es sei nichts vorher im Plenarsaal gewesen. Er habe den Plenarsaal selbst angesteckt.

Dimitroff: Ich glaube, daß Lubbe persönlich der Ueberzeugung gewesen ist, daß er es allein war. Vielleicht hat er aber mit jemandem vorher darüber gesprochen, und ist ein mißbrauchtes Werkzeug ge­worden.

Lubbe verneint dies zum wiederholten Male.

Rach weiteren Fragen wird die Verhandlung auf Freitag vertagt.

Berlin, 23. Roo. (ERD.) Eine kleine Ausstel- lung im Gebäude des Geheimen Staatspolizei- amtes zeigt, wie der Kommunismus auch in den letzten Monaten noch zu arbeiten bestrebt war und wie die preußische Polizei auch die letzten Flämmchen dieser Weltseuche ausgetreten hat.

Da sieht man zunächst die Riesenzahl der im Ausland erscheinenden Druckschriften in deutscher Sprache, der Emigrantenzeitun­gen in Amsterdam. Paris Zürich und Prag, der zahlreichen im Saargebiet hergestellten Flugblätter und Propagandazettel.

Erheblich gefährlicher und wichtiger sind die Druck­schriften. die immer noch in Deutschland her- g e ft e II t wurden, und zwar vielfach in einem ge­tarnten Gewände. Man bekommt 3. B. eine kleine grüne Broschüre in die Hand mit dem harmlosen TitelReise nach Ostpreußen-. Die beiden Um- schlagseiten prellen das schöne Ostpreußen. Im inne­ren jedoch findet sich eine rein k 0 mmunisti- scheHetzbroschüre gegen das neue Deutschland.

Ein ernsthaftes Dort an alle Berliner", bar­unter:Herausgeber Hauptmann <l D. v. Blom-

teilweise erregt und laut und begleitet seine Aus­führungen mit lebhaften Handbewegungen.

Der Angeklagte D i m i t r 0 f f erklärt, zu Lubbe gewendet: Rach meiner Meinung hat der Präsident recht, wenn er als unglaubhaft bezeichnet, daß nur eine Person diesen komplizierten Brand angelegt hat.

Dan der Lubbe wendet sich zu Dimitroff mil dem Einwurf: Der Brand ist gar nicht kompliziert. Er ist ganz einfach zu erklären. Aber was drum herum geschieht, ist etwas anderes gewesen. Die Brandstiftung ist sehr einfach.

Der Vorsitzende hält dem Angeklagten aus den Protokollen feine Aussagen über seine Gespräche mit den Neuköllner Kommunisten vor und fragt ihn, ob die Neuköllner, mit denen er mehrere Tage verkehrte, Kommunisten gewesen seien.

Lubbe sagt darauf erregt: Das kann ich doch nicht sagen, ob es Kommunisten waren.

Vorsitzender: Wenn Sie jetzt sagen, Sie wüßten nicht, ob es Kommunisten waren, so glauben wir Ihnen nicht.

wann haben Sie die Absicht gefaßt, den Reichstag anzu st ecken?

van der Lubbe: In der Rächt vom Freitag zum Samstag. Ich kann mich daran erinnern, daß ich am Samstagmorgen den Entschluß gefaßt habe. Darüber habe ich aber mit keinem gesprochen, weil ich da» al» meine eigene Angelegenheit ansehe.

Der Vorsitzende fragt weiter, warum vander Lubbe nach Deutschland gekommen fei.

Er erwidert darauf: Wegen der neuen Berichte aus Deutschland, verneint aber, daß er damit die Regierung meinte.

Vorsitzender: Und d i e Brandstiftungen?

Dan der Lubbe: Die waren mein eigener Entschluß. Auf weitere Fragen erklärt Lubbe. als er den Entschluß faßte, das Wohlfahrtsamt, das

Steuerbefreiung für Wohnungsneubauten.

Berlin^ 23. Nov. (WTB.) Wie das Reichs- finanzministerium mitteilt, hatten Dolksgenosien da- mit gerechnet, daß die bisherigen Steuerbefrei­ungsvorschriften für Dohnungsneu- bauten ohne Beschränkung hinsichtlich der Gröhe verlängert würden. Zum Ausgleich von Härten und im Interesse der Arbeitsbeschaffung während des bevorstehenden Winters hat der Reichsminister der Finanzen u. a. bestimmt, dah für Wohnge- bäude,diebiszum31. Mai1934bezugs- fertig werden, die Steuerbefreiung nach den neuen Dorschriften sofern die übrigen Voraussetzungen oorliegen auch dann ge­rn ä b r t werden kann, wenn die nutzbare Wohn­fläche 170 Quadratmeter (statt 150 Quadratmeter nicht überschreitet. Dazu treten je 15 Qua­dratmeter für das vierte und jedes weitere Kind des Eigentümers. Wenn der Neubau auch die erhöhten Grenzen überschreitet^ kann eine Befreiung nur nach den bisherigen Vorschriften in Bettacht kommen. Danach sind Wohngebäude, die in der Zeit vom 1. April bis 31. Mai 1934 bezugs­fertig werden, nur dann befreit, wenn der Roh­

berg', so lautet der Titel einer anderen Schrift. Im Inneren befindet sich aber ein ganz gemeines k ommunistisches Pamphlet, Das ebenso viele Lügen wie Fallen enthält.^ Ein Flugblatt der KPD. wurde als Aufruf des Führers an das Volk getarnt.

DieRoteFahne und andere kommunistische Druckschriften erschienen Immer wieder, und zwar wurde festgestellt, dah diese Lremplare In Deutschland hergestellt worden sind. 7Nan forschte nach, und e» ergab sich, dah der Sah für diese kommunistischen Hetzschriften in einem ge­tarnten kommunistischen Sehmaschi­nenbetrieb hergestellt wurde, und dah dann kleine Druckereien gegen gute Bezahlung zum Druck dieser Zeitungen, die natürlich keine Druckerongaben trugen, veranlaht wurden. Zehn solcher Druckereien konnte man ausbeben und schließen. Insgesamt hat da» Geheime Staats­polizeiamt in den letzten Monaten 23 000 Zent- nee kommunistische Drucksachen eingezogen.

bau bis zum 31. Dezember 1933 voll« endet wird. An diesem Erfordernis soll nun nicht unbedingt festgehalten werden. Immer aber ist die Erleichterung nur dann zu gewähren, wenn eine tatkräftige Förderung des Baues noch während des Winters s i ch e r g e st e l l t ist.

Wer seht kauft, am Ausbau Hilst!

Gemeinsamer Aufruf der Arbeitsfront, der RL-Haqo und NLBL.

Berlin, 23.Nov. (TU.) Di« Deutsche Ar. b e i t s f r 0 n t hat, wie derDeutsche' meldet, im Einvernehmen mit der NS. - H a g 0 und der N S B O. folgenden Aufruf erlasien: Den Umsatz steigern, helfet Arbeit schaffen, flrbeits- »tng ist nach wie vor die zentrale Aufgabe irtjchaftens. Ein gutes, ja, das beste Mittel zur Erreichung gröfeter Arbeitsbeschaffuna ist di« Verwirklichung der Paroi«: Kleine Preise! Grofeer Umsotzl Denn: Das Volt muh wie« d er kaufen können. Es war immer richtig, die Wahrheit herauszustellen, die da lautet: Wer 3U kleinen Preisen kaust, kann mehr laufen. Raufen ist die Hauptaufgabe, weil: Wer jetzt kauft, am Aufbau Hilst! Sofort kaufen tut not, denn wir wissen, nur: L i n gutes Weihnachts­geschäft ist die beste Voraussetzung für den Erfolg der Arbeitsschlacht 19 3 4. Alle müssen mit ihrer Kaufkraft in das Riesenauf­bauwerk eingeschaltet weiden. Deshalb: Es erzieht alle zum Kaufen nach dem Grundsatz: Wenn aus dem Kasten springt die Mark, wird Arbeit, Wirt­schaft, Umsatz stark.

Oos Knebelungssystem im Saargebiet.

Scharfe Kritik an den Zuchthauövorlagen der Rcgicrungdkommisfion.

Saarbrücken, 23. Nov. (Telegraphen-Union.) Im Landesrat des Saargebietes wandte sich die Deutsche Front mit aller Schärfe gegen die Verordnungen der Regierungskommlssion, mit denen vor allem harte Strafen gegen die Beamten des Saargebietes erlassen werden, die sich nach Ansicht der Regierungskommission gegen ihrePflicht zur Neutralität" vergehen. Schulrat Martin sagte, die Verordnungen bedrohen das Eigenleben jeoes Einzelnen von uns, so dafe ihre Ablehnung in Bausch und Bogen am Platze wäre. Wir sind uns bewußt, daß die Verordnungen einen Regen von Geld- und Gefängnisstrafen im Gefolge haben wer­den. Kirchhofsruhe aber werden sie nicht er­zeugen. So sicher wie das besetzte Rheinland sich trotz Militärdiktatur, trotz Pressezensur und heim­licher Unterstützung des Separatismus bewährte, so sicher wird auch der gesunde deutsche Sinn der Saarbeoölkerung über die angeblichen Freiheitsträaer" an der Saar triumphieren. Wir verurteilen aufs stärkste das Gebahren einiger volksfremder Leute, die im Ausland Verwirrung stiften, als ob auch nur ein nennenswerter Teil der Bevölkerung der Saar für ihren Separatismus Verständnis hätte! Auf Veranlassung dieser nicht einmal abstimmungsberechtigten Kreise werden uns von der Regierung Gesetzentwürsc vor- gelegt und aufoktroyiert, die aus Deutschen Neutrale und aus Menschen Knechte machen wollen. Im Bewußtsein unseres Rechtes und unserer hiebfertigen Gesinnung weisen mir ihre Knebelung»- und Zuchthausvorlagen als über- flüssig, unwürdig und kleinlich zurück.

Prälat Testa in päpstlichem Auftrag zur Information im Gaargebiet.

v a t i k a n st a d l, 23. Nov. (Hl.) Der Papst Hal ben Prälaten Testa nach dem Saargebiet entsandt, der sich dort über die kirchlichen Ver­hältnisse unterrichten und dem Papst einen von poli­tischen Sondertendenzen unabhängigen Bericht geben soll. Vie Verlautbarung erinnert an einen

Leipzig, 23. Nov. (WTB.) Im Reichstags- brandstifterprozeß begann am Donnerstag in Leip­zig die letzte Phase.

Der Fahrstuhlführer im Reichstag Düsterhöft war am Brandabend zusammen mit dem Garderobedio- nerK 0 hlsin der Garderobe des Portals 2 und hat die verschiedenen Anrufe Kohls zum kommunisti- schen Fraktionszimmer beobachtet. Düsterhöft kann nicht genau sagen, wie ost Kohls zu telephonieren versucht hat. Er weiß nur, daß es mehrmals war, und daß dann, während Kohls den Hörer noch in der Hand hatte, von oben auf dem Neben­apparat angerufen wurde, daß die Gar­derobe des Abgeordneten Torgler heraufgebracht werden sollte.

Der Bügler Otto Barz, in dessen Wohnung die kommunistische Konferenz ftattgefunden haben soll, von der der Zeuge Grothe in seiner Aus­sage berichtet hat, erklärt, er sei nicht Kommunist, aber von 1930 bis November 1932 Mitglied der Roten Hilfe gewesen. Er kenne weder Singer, noch Kempner, aber Grothe fei ihm bekannt als Mit­glied der Roten Hilfe.

Vorsitzender: Grothe hat gesagt, in Ihrer Woh­nung habe im Frühjahr 1933 eine Sitzung stattge­sunden, an der Singer und andere Kommunisten teilgenommen haben.

Zeuge: Das kann nicht stimmen. Ich bin am 14. April ins Krankenhaus gekommen und habe drei Wochen vorher zu Hause fast immer im Bett ge­legen.

Es kommt bann zu einer sensationellen Wen­dung im Verhalten van der Lübbes. Er erhebt sich plötzlich und fragt: Ich möchte wissen, wann bas Urteil gesprochen unb v 0 11 st r e ckt wirb.

Vorsitzenber: Das kann ich heute noch nicht sagen. Es liegt mit an Ihnen, wenn Sie mit der Sprache herauskommen, wer Ihre Mittäter finb.

Van ber Lubbe: Das Ist boch aufgeklärt. Ich habe zu verstehen gegeben, baß ich ben Reichstag angefteckt habe.

Rechtsanwalt Dr. Seufert fragt ben Ange­klagten: hat Ihnen niemanb geholfen?

Lubbe: Die Entwicklung bes Prozesses wirb zu umslänblich. Ich verlange vom Präsibenten, baß bas anbers wird.

Vorsitzender: Sagen Sie boch einmal, m i t wem Sie ben Reichstag in Branb gesteckt haben.

Lubbe: Die anberen Angeklagten bestätigen boch selbst, baß sie nichts mit bem Prozeß zu tun unb ben Reichstag nicht angejünbet unb nicht bringenden finb.

vorsitzenber: Ich habe Ihnen schon wieberholt gesagt, baß bas Gericht Ihre Angabe, baß Sie es allein gemacht haben, nicht glauben kann. Run sagen Sie uns boch, mit wem Sie es gemacht haben, unb wer Sie badet unter­stützt hat.

Au» ber längeren Erwiberung van ber Lüb­bes übersetzt ber Dolmetscher: Ich kann nur immer roieber sagen, baß ich ben Reichstag ganz allein angesteckt habe. Die anbe­ren Angeklagten stehen zwar mit in bem Pro­zeß, aber sie haben batnll nichts 3 u tun. Das ist mein Prozeß. Ich bin ber Angeklagte, unb ich will mein Urteil haben, bamit ich 20 Jahre Gefängnis bekomme ober ben lob,

Jahre 1923 noch in Erinnerung, Verlautbarung fügt hinzu, es brauche für Senner der verhaltn.ste nicht erst betont zu werden, daß der Besuch de» Prä­laten selbstoerständlich nicht, mit einer kanonischen Visitation der Diözesen Trier unb Speper zu tun hob«. Vor einem Zollkrieg zwischen

Krankreich unb England.

London, 23. Nov. (WTB.) Jrn Unterhaus er­klärte der Handelsminister Runciman, die Re­gierung habe den Beschluß gefaßt, daß, falls nicht binnen kurzer Zeit die Benachteiligung englischer Einfuhrwaren in Frank- reich durch Erhebung eines besonderen 3oU$u- schlags einaeftellt würde, ihrerseits spezielle Zollzuschläge auf französische Waren zu erheben. Die Höhe dieser Zuschläge soll ungefähr der der französischen Zollzuschläge entsprechen.

England hat bereits am 7. November bei seiner Kündigung des Zollwarenstillstandes der französi­schen Regierung klargemacht, daß Gegenmaß­nahmen ergriffen würden, falls der französische Sonderzoll, der seinerzeit auf Grund der Entwer­tung des englischen Pfundes eingeführt wurde, nicht innerhalb eines Äionats abgeändert werde. Fran­zösische Handelskreise sollen in Paris einen starken Druck für die Beibehaltung des Sonderzolles aus­üben. Der zur Zeit mit 15 französischen Kammer- abgeordneten in London weilende frühere franz- fische Finanzminister F l a n d i n , der Gast des eng­lischen Außenministers Sie John Simon war, be­tonte die Notwendigkeit einer Einigung. Frankreich werde versuchen, Schwierigkeiten zu vermeiden und

In der Berliner Presse einen Sturm der Entrüstung aus. So schreibt dieD A Z", derPetit Parisien nimmt die zweifelhafte Ehre in Anspruch, unter den Hetzern gegen Deutschland, die mit gefälschten Dokumenten den niedrigsten Werkzeugen der politi- tischen Giftmischerei arbeiten, ber erste zu fein.

warum wagt berPetit Parisien' feine angeb­lichenRichtlinien ber deutschen Propaganda im Ausland" nicht zu veröffentlichen? Lr fürchtet, so sagt er, ihre Menge. Um die küm­merliche Ausrede wettzumachen, wird flugs ein neuesDokument' veröffentlicht. Man bereitet den Leser vorsichtshalber auf ein neues Dementi vor, mutet ihm aber zu, ein Schriftstück für echt hinzunehmen, dessen Stil allein seine Herkunft aus fließendem Französisch verrät. Es handelt sich um einen Versuch niederträchtigster und ge­meinster Brunnenoergistung. Das französische Volk sollte sich gegen die Infamie dieses heh-

feldzuges mit Abscheu zur wehr sehen.

DerVölkische Beobachter' erklärt unter der UeberschriftEin Angriff auf den Frieden" u. a., das Ziel der infamen Hetze desPetit Pari- fien' gegen das nationalsozialistische Deutschland ist, das Ausland zu kriegerische nAusein- andersetzungen gegen bas Dritte Reich aufzuhetzen. Hinter diesen journalistischen Fäl­schern stehen in Wahrheit die I n t e r e s s e n v c r - tretet der Rüstungsinbustrie, beten Ge­schäft blüht, wenn Europas Boden wiederum von dem Blut von Millionen Menschen getränkt wird. Frieden bedeutet für diese Kreaturen schlechtes Ge­schäft, Baisse und Verluste. Deshalb hetzen sie zum Krieg, deshalb vergiften sie die Atmosphäre mit ge­fälschtenDokumenten". Die ,Lreuz 4 ei - lung" sagt: Von der Seite eines durchschnittlichen gesunden Menschenverstandes kommt man in dieser Sache nicht weiter. Es gehört schon eine für an­ständige Menschen unvorstellbare Portion von Charakterlosigkeit und Verantwor­tungslosigkeit dazu, den naiven Lesern eines Volkes, das im Grunde ebenso friedliebend und ver- ltändigungswillig ist wie das deutsche, gerade in diesem Augenblick unserer ernsthaften Bemühungen um einen unmittelbaren Ausgleich von Volk zu Volk eine solche Lügenbinde vor die Augen zu legen. DieDeutsche Zeitung' stellt dem französischen Frontsoldaten das Zeugnis aus, daß er im allgemeinen seine Ritterlichkeit zu wahren verstand. An den Frontsoldaten richtet des­halb das Blatt die Frage, ob er es noch länger ertragen kann, dah die Völker erneut durch b i e Schuld eines feigen Lumpen, der sicher- lich nie selbst im Kriege gewesen ist, in neue Wirrungen gestürzt werden soll. Die Germania" schreibt, das französische Volk würde nur durch dunkle Elemente aufgeyetzt, die auch vor den niederträchtigsten Mitteln nicht zurück- schrecken und die zu Dokumentenfälschungen ihre Zuflucht nehmen. DerPetit Parisien" setzt, wäh­rend die Welt aufhorcht, was Hitler gegenüber Frankreich sagt, feine verbrecherische Sabotage der Befriedung fort. Warum legt man ben bezahlten Kriegshetzern nicht das Handwerk?

Oie französische Frontgeneration horcht aus.

P a t i s , 23. Roo. (111.) Fernand de Btlnon, ber als erster französischer Iournallst eine Unter­redung m i t Adolf Hitler hatte, gibt am Donnerstag in berLInsormation" seiner befon- beren Befriedigung über bie Ausnahme ber Ausführungen des Kanzler» in Frankreich Ausbruck. von allen Seiten, insbesondere aus Krei­sen eheinaligerkriegstellnehmer, seien ihm aufrichtige Zustimmungen übersandt wor­ben. Man habe enblich den Eindruck, baß die fran­zösische Bevölkerung sich Mühe gebe, z u 0 er­ste h e n, wo sie fei unb ju wissen, wohin mansieführe. Unter den verschiedenen Beweisen ber Zustimmung habe er sich besonders über einen Bries eines ehemaligen Hauptmanns gefreut, ber, von einer Reise aus München zurückgekehrt, seine Eindrücke am Samstag in ber Wochenzeitschrift Illustration' veröffentlichen werbe, unb ber ihm mitgeteilt habe, baß seine Schlußfolgerungen bie- selben seien, wie bie Drinons.

gen. Ich habe es aber boch allein gemacht. Ich habe mit meiner Jacke allein ben Plenar- aa***" 1 «.ch weil.rl>in wch.nl> uni> Ich.

1921 unb 1923. Prälat Testa» Rame Ist aus bem ben Dolmetscher kaum zu Dort fonimen. Er spricht