Ausgabe 
23.9.1933 Erstes Blatt
 
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des

An alle Volksgenossen!

Schule und Bund

Der Gießener Haushalt für 1933

mit der

braucht das Stadttheater!

Solltedaönichtmöglichsein???

Lieber 50000 Bewohner gehören zum Spielbezirk Stadttheaters Giehen wenigstens 1600 Abonnenten

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ur Mndr Wachen Himmel und Erde n jebt Sicht. Immer kleiner wird Ne Segen werben Döchr und Stabte em.

CitruspfloMungen gehört eine f e r e i 3u denRietfonteiner Reim, ler der Umgegend liefern Sahne, und Wr im Sorben noch |o viel Weide °B Uch das Vieh halten laßt. Dir ?- ^Butter maschinellgepfändet' lanbliften für Kapstadt gepackt wurde,' iuß ist der Dust der weißen Stilen-' dicht wie Schneeflocken über das dun- staub gestreut sind. Er dringt bis in ! ner und wirb vom Mnb w^it über Wen, aus der man sich den Wan- Wasser ist der große Wundertäter, schafft. Viele Meilen in der Runde rottene Vuschsteppe, aber in Rietfon- [ rächst« Jahr einen Versand von über mit Eitrusfrüchten sehen soll, heißt 2fa den Wassern von Südwest'!

Der Führer hat unterm 3. Mai 1933 die N S. Volkswohlfahrt (91653.) als führende und zu- ftändiae Organisation für das gesamte Gebiet der Wohlftihrtspflege und Fürsorge im Deutschen Reich bestimmt.

Wie aus allen Gebieten, ist es auch auf dem Ge­biete der Wohlfahrtspflege und Fürsorge notwendig, dah nationalsozialistisches Denken und Wollen ihren Ausdruck finden.

Die RS.Volksroohlsahrt hat es sich daher zur Ausgabe gesetzt, den deutschen Sozialismus un­serer Idee unter Berods zu stellen. Ls gilt in% Verbindung mit den amtlichen Stellen den sozial Schroachen und den notleidenden Volksgenossen zu Helsen, keiner, der in Arbeit und Brot steht, hat das Recht, sich auszuschliehen. Die Rot der Zeit erfordert für die nächste Zukunft eine beson- ders wichtige Ausgabe: die Winterhilfe. Rach

Immer und immer wieder ist diese Gegenüber­stellung beurteilt, stets von neuem ist das Für und Wider erwogen worden, eine befriedigende Entschei­dung hat es nie gegeben. Das ist mit vielen Dingen so, und es braucht kein Zeichen für Wertlosigkeit zu sein. Im Gegenteil: etwas Lebendiges läßt sich nicht in starre Lehren und Gesetze pressen, das Naturhafte wird sich aus eigener Kraft durchsetzen können.

Wie dann aber die Abgrenzung wird, so wird es richtig werden. Wir haben nicht das Recht, voreilig auf unbedachte Maßnahmen zu drängen, sondern die Pflicht, einen geregelten Gang der Entwicklung zu sichern.

Der Führer hat die Revolution für beendet er­klärt. Die Zeit der Entwicklung hat begonnen. Fern läge es uns, anderes zu wollen und das Wort des Führers nicht zu verstehen. Aber eins wollen wir doch sagen:

Wenn schon der Umbruch einer allen Zeit ge­waltig auf die Menschen wirkt, wie tief muh er in das Leben junger Menschen eingreifen, die zum ersten Mal das Glück des kämpfens für ein hohes Ziel erkennen, die sich nicht genug für den Sieg ihrer Wahrheit einsehen können.

Nie dürfen wir aus ängstlichen Bedenken soweit gehen, triefen Zungen nun überhaupt jeden Einsatz, jedes Kämosen zu verbieten, nur weil Gefahr be­steht, es könne zu weit führen. Besser ist es, daß ein Junge seinem Hochziel zu sehr nachhängt, als daß er überhaupt unfähig ist, Wahres und Reines zu sehen.

Es wird stets so bleiben, daß die ständige Entwick­lung, das tägliche Anderswerden und Wachsen dem Jungen auch stets neue Fragen vorstellt, und wird auch ebenso bleiben, daß alle rechten Jun­gen sich damit auseinandersetzen werden.

Eins ist wichtig: Der Schwung des jungen

Kirchliche Feiern am deutschen Erntedankfest.

EPH. Das Landeskirchenamt erläßt ein Aus­schreiben, in dem angeordnet wird, daß an Den Gottesdiensten am 1. Oktober das d e u t f ch e Erntedankfest festlich begangen wird Ob da- neben die Gemeinde-Erntedankfeste an Öen her- tömmlichen Terminen gefeiert, oder auf den 1. Ok­tober vorverlegt werden sollen, bleibt den Kirchen» Vorständen überlassen. Die k i r ch l i ch e Feier des 1. Oktober soll die allgemeine Losuna des Tages aufnehmen. Sie soll den starken lebendigen Opfersinn wecken helfen, der den Kampf aufnimmt gegen Hunger und Kälte, gegen Not und Armut. Der starke soziale Geist, aufgebaut auf völkischer Grundlage, wird auch in der Kirche rückhaltloses Echo und Zustimmung wecken.

Bunter Abend im Stadttheater.

Man schreibt uns: Die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Bühne" veranstaltet am Mittwoch, 27. September, 20 Uhr, einenBunten Abend" im Stadttheater Gießen. DieDeutsche Bühne" hat sich als Aufgabe gestellt, als Kulturorganisation die wahre Volksverbundenheit aller

Stadttheater-Abonnement. Die Ein- lösung des ersten Abschnitts betrifft eine Bekannt­machung der Bürgermeisterei im heutigen Anzeigen­teil, auf die wir besonders aufmerksam machen.

Besuchszeiten der Museen. Die Sammlungen und Museen im Alten und Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.

Verkehrsunsall. Gestern gegen 18.30 Uhr ereignete sich in der Moltkestraße ein Der- kehrsunfall zwischen zwei recht ungleichen Verkehrs­mitteln. Ein schwerer Lastkraftwagen jticfj mit einem Kraft-Dreirad zusammen. Der Führer des Dreirads erlitt einige Verletzungen im Gesicht und wurde von der Freiwilligen Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik gebracht. Nach Anlegung von Verbänden konnte der Verunglückte wieder entlassen werden.

* Die Vogtschen Handelsschulen Gie­ßen und Herborn weisen im heutigen An­zeigenteil darauf hin, daß am 12. Oktober neue Lehrgänge beginnen. Die Teilnehmer werden in allen wissenschaftlichen und technischen Fächern für die kaufmännische Praxis unü ähnliche Berufe gründlich vorbereitet. Die Vogtschen Handelsschulen sind seit über 20 Jahren Spezialisten in der Aus­bildung und Fortbildung für alle kaufmännische Berufe, aber auch für jeden, der sich die notwen­dige kaufmännische und theoretische Grundlage im Handwerk, Gewerbe und freien Beruf aneignen will. Sie verfügen über ein fähiges Lehrpersonal. Der Lehrstoff ist in allen Fächern auf eine gründ- liche Förderung der Schüler abgestellt. Allen Inter­essenten ist eine persönliche Rücksprache mit der Direktion zu empfehlen. Ausführliche Druckschriften werden auf Wunsch kostenlos zugesandt. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.

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Vorjahr 66 200 Mark), die Ausgabe auf 66 425 Mark (im Vorjahr 65 500 Mark). Besonders bc- merkenswert ist noch, daß im Rahmen des neuen Haushalts die letzte Ratenzahlung für die Straßen- reinigungsmaschinen und für die Automobile Müll­abfuhr gezahlt wurde, so daß also dieser Maschinen- und Wagenpark jetzt völlig unbelastet der Stadt zur Verfügung stehl.

Titel 5, Straßenbeleuchtung. Hier bezif­fert sich der Zuschuß aus allgemeinen Mitteln aus 84 358,80 Mark gegen 79 358,80 Mark im Vor­jahr. Die Steigerung ist auf höhere Beleuchtung»- kosten durch Hinzutritt neuer Strahenzüge zurück« zuführen.

Titel 6, Denkmäler. Die Aufwendungen zu diesem Zweck belaufen sich unverändert wie im Vorjahr auf 1000 Mark. In diesem Betrag ist eine Summe enthalten zur Unterstützung von Hausbe­sitzern, bit* nicht in der Lage sind, den Neurerputz im Sinne der Denkmalpflege ausführen zu lassen.

Titel 7, öffentliche Anlagen. Hier ist bei gleichgebliebener Einnahme von 2300 Mark wie im Vorjahr der Zuschuß für das neue Haushalts­jahr auf 24 804,60 Mark veranschlagt, gegen 27 040,60 Mark im Vorjahr. Die Senkung ist in der Hauptsache auf geringere Unterhaltungskosten der Anlagen- und Baurnpslanzung innerhalb der Stadt zurückzusühren.

Titel 8, öffentliche Brunnen, An­schlagtafeln, Wegweiser, Uhren. Hier beziffert sich die Ausgabe nach dem Voranschlag aus 2450 Mark (im Vorjahr 1630 Mark), die Em- nähme auf 2880 Mark (2580 Mark), so daß em Ueberschuß zu Gunsten der Stadtkasse in Höhe von 430 Mark (im Vorjahre 950 Mark) verbleibt.

Titel 9, Bäche und B a d e a n st a l t e n. Die Einnahme beläuft sich wie im Vorjahre auf 20 Mark, die voranfchlagsmäßige Ausgabe auf 3295,50 Mark (im Vorjahre 3030 Mark), fo daß sich der Zuschuß auf 3275,50 Mark gegen 3010 Mark im Vorjahre beläuft. Die Mehrausgabe ist durch eine gewisse Steigerung der Kosten für die lieber- wachung des Freibades gegeben.

Titel 10, Kanäle, ist in Einnahme und Aus- gäbe mit je 137 948,34 Mark gegen 162 626,72 Mark ausgeglichen. Bei der Einnahme aus Kanal­gebühren ist infolge Gebührensenkung eine Ver­ringerung des Ergebnisses von 124 000 Mark im Vorjahr auf 106 000 Mark für ben neuen Haushalt vorgesehen, der auf der Ausgabeseite entsprechende Kürzungen gegenüberstehen.

Bon Den übrigen Titeln der !BauamtsDcrroaItunfl\ ist besonderes nicht zu berichten.

Mark im Vorjahre ab. Eine ganz wesentliche Sen­kung ist hjer in der Posüion Straßenunterhaltungs- arbeiten und Fuhrlöhne zu verzeichnen, die für den neuen Haushalt mit 80 000 Mark veranschlagt ist, gegen 137 000 Mark im Vorjahr.

Für das Neueinwalzen chauffierter Straßen sind 1500 Mark gegen 2000 Mark im Vorjahr, für die Wiederherstellung beschädigter Straßen 4000 Mark gegen 4500 Mark, für die außerordentliche Instand­setzung von Brücken 1500 Mark, gegen 2400 Mark vorgesehen. Dagegen ist für die Instandhaltung der Feldwege und die Aufräumung von Flutgräben für das Jahr 1933 ein Betrag von 10 000 Mark gegen 8000 Mark im Vorjahr veranschlagt.

Bei den Kosten der Beschaffung von Stein- und Kiesmaterial ist eine Senkung von 27 000 Mark im Vorjahr auf 25 000 Mark für das neue Jahr fest­gelegt worden.

Titel 4, Straßenreinigung und Müll­abfuhr, schließt bei einer Einnahme von 172 735 Mark (im Vorjahr 183 800 Mark) und einer Aus­gabe von 186 053,65 Mark (im Vorjahr 194100 Mark) mit einem Zuschuß von 13 318,65 Mark (im Vorjahr 10 300 Mark) ab. Davon entfallen auf die Straßenreinigung an Einnahmen 106185 Mark (im Vorjahr 117,600 Mark), an Ausgaben 119 628,65 Mark (im Vorjahr 128 600 Mark). Die Minderung der Einnahmen ist in der Hauptsache auf eine Senkung der Straßenreinigungsgebühren zurückzuführen, der eine Verringerung der reinen Betriebsausgaben entspricht. Bei der Müllabfuhr beläuft sich die Einnahme auf 66 550 Mart (im

Obeichessen flott vonstatten geht unb dazu Anregung flibt, dies« Maßnahme auch in Zukunft durchzu- ühren.

Taten für Samstag, 23. September.

1733: Joh. Gottfried Langhans, Architekt, geboren (vor 200 Jahren): 1783: der Maler Peter von Cornelius in Düsseldorf geboren (gestorben 1867); 1791: Theodor Körner in Dresden geboren (ge­storben 1813); 1850: der Zoolog Richard von Hertwig in Friedberg in Hessen geboren; 1885: Der Maler Karl Spitzweg in München gestorben (geboren 1808).

Taten für Sonntag, 24. September.

1473: der Landsknechtsführer Georg o. Frunbs- berg in Mindelheim geboren (gestorben 1528); 1541: der Arzt und Naturforscher Philippus Au- reolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, in Salzburg gestorben (ge­boren 1493); 1583: Albrecht von Wallenstein auf Gut Hermanic geboren (gestorben 1634). 1862: Bismarck wird preußischer Staatsminister. 1916: Angriff von 12 Marineluftschiffen auf Lon- bon und Mittelengland.

Vornotizen.

Tageskalender für Samstag: Sie- bigshöhe, ab 20 Uhr, Konzert mit Tanz. Licht- spielhaus, Bahnhofstraße:Saison in Kairo" mit Renate Müller, Willy Fritsch.

Tageskalender für Sonntag: 10.30 Uhr, Goethestrahe 63, Schüler-Konzert bei C. Schle- sier-Altmann. Evangelische Stadtmission, Löber- straße 14, 15 Uhr, Herbst-Konferenz; 20 Uhr Dor- trag .Herbstgedanken". Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Saison in Kairo" mit Renate Müller, Willy Fritsch.

Gießener Wochcnmarktpreise.

Gießen, 23. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Landbutter 1,25 bis 1,30; Koch­butter 1,10; Matte 20 bis 25; Käse Stück 4 bis 10; Wirsing, grün 7 bis 10; Weißkraut 6 bis 8; Rot­kraut 10; Gelberüben 10; Roterüben 8 bis 10; Spi­nat 12 bis 20; Bohnen, grün 15 bis 25, gelb 25 bis 30; Unter-Kohlrabi 5 bis 8; Rosenkohl 25; Toma­ten 10 bis 15; Zwiebeln 10; Meerrettich 30 bis 60; Kürbis 5 bis 8; Kartoffeln, neue 3; Falläpfel 5; Pfirsiche 30 bis 35; Brombeeren 30 bis 35; Preißel- beeren 25; Aepfel 10 bis 15; Birnen 6 bis 12; Pflaumen 10; Zwetschen 6 bis 8; junge Hähne 70 bis 80; Suppenhühner 60 bis 70; Gänse 80 bis 85; Tauben, Stück 40 bis 50; Eier, inländische, Stück 11 bis 12; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10; Salatgurken 15 bis 25 Einmachgurken 1 bis 3; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 5 bis 8; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 30; Radieschen, Bd. 8 bis 10 Ps.j Kartoffeln, Zentner 2,30 bis 2,50 Mark.

Gondergerichi in Gießen.

Unter dem Vorsitz von Londgerichtsirirektor Schmidt tagte gestern Das Sondergericht in Gie­ßen. Zur Verhandlung standen drei Fälle.

Zunächst war der Schriftsteller und Verleger H. P-, wohnhaft in Beuern, beschuldigt, in der gröbsten Weis« Die Regierung der nationalsozialistischen Revo- lutton und die hinter ihr stehenden Verbände belei­digt zu haben. Die Verhandlung, die wegen Ge­fährdung der Staatssicherheit unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ftattfanb, wurde abgefeht, Da Der 53er- teiDiger des Angeklagten Die weitere Vertretung ab­lehnte.

In einem weiteren Falle hatte sich der hiesige Fuhrunternehmer H. R. insofern strafbar gemacht, als er anläßlich einer bei ihm vorgenommenen Pfän­dung die Pfandsiegel entfernte und wüste Beschimp­fungen gegen die die Pfändung vornehmenden 53e« amten, sowie gegen Die jetzige Regierung und Die NSDAP, ausstieß. Die Hauptverhanblung stellte nach Aussage mehrerer Zeugen einDeutig Die Schuld Des Angeklagten fest. Der Vertreter Der Anklage be­antragte eine Gefängnisstrafe von 11 Monaten. Das Urteil lautete auf 9 Monate Gefängnis unter Anrechnung von 23 Tagen Untersuchungshaft. Die Kosten Des Verfahrens trägt Der Angeklagte.

Der Arbeiter W. R. von Gießen erging sich in schweren Beschimpfungen gegen Die NSDAP. Wegen Verstoßes gegen Die Verordnung Des Reichspräsi­denten zum Schutze Der Regierung gegen heim­tückische Angriffe erkannte Das Gericht auf sechs Monate Gefängnis. 12 Tage Untersuchungs­haft wurden angerelynet.

Der in Lang-Göns wohnhafte Arbeiter K. L. be­leidigte die NSDAP, in unerhörter Weise. Die Hauptverhandlung zeigte, daß es sich um einen haß­erfüllten Gegner des heutigen Staates fjanbelt, Der auch schon einen Monat im Konzentrationslager zu­brachte. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefäng­nisstrafe von 6 Monaten. Das Gericht verurteilte ihn unter Anerkennung von 12 Tagen Unter­suchungshaft zu 5 Monaten Gefängnis. Die Kosten des Verfahrens fallen Dem Angeklagten zur Last.

Strafkammer Gießen.

Der von Ober-Bessingen stammende R. S. erhielt einen Strafbefehl wegen Körperverletzung, gegen den er Einspruch einlegte. Vor dem Amtsericht in Lich erfolgte Freispruch. Die gegen dieses Urteil von der Staatsanwaltschaft und Dem Nebenkläger erfolgte Berufung rourDe in Der heutigen Haupt­verhanDlung verworfen, da die Aussagen der ver­nommenen Zeugen eine Verurteilung des Ange­klagten nicht zu rechtfertigen vermochten.

Der Landwirt und Milchhändler H. K. aus Ke­fenrod (Kreis Büdingen) machte sich insofern ftraf- rechtlich verantwortlich, als er fortgesetzt in seinem Auto bei Gelegenhett der Milchversendung nach Büdingen Personen beförderte. In dieser Sache wurde er vom Amtsgericht in Büdingen freigespro­chen. Die von dem Staatsanwalt eingelegte Be­rufung hatte insofern Erfolg, als Der Angeklagte zu 20 Mark GelDstra fe verurteilt wurde, nachdem der Vertreter der Anklage eine solche von 30 Mark beantragte.

Beoölkerungsschichten durch das Gemein­schaftserlebnis der schöpferischen Werke deutscher Dichter und Komponisten der Vergangenheit und Gegenwart im Stadttheater zu verwirklichen. Die NSDAP, mit ihren sämtlichen Unterabteilungen, die Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden stehen hinter derDeutschen Bühne". Und doch wissen viele, vielleicht sogar die meisten unserer Bürger, nichts über dieseDeutsche Bühne". Da soll gerade DieserBunte AbenD" Durch Referat unD Aufklä­rung, Durch bunten Reigen solistischer Darbietungen mit Scherz unb Ernst, Humor unD Satire, mit Tanz, Gesang unb Rezitation roerbenb für bie ©rünbung bieser volkstümlichsten Besucherorganisa­tion wirken. Wir leben in einem nationalsozialisti­schen Staat, wir schaffen mit bem Volke für bas Volk! Daher hat bie Leitung ber Ortsgruppe im Verein mit ber Jntenbanz ben Preis auf allen Plätzen mit 0,20 Mk. angesetzt. Die Ortsgruppen­leitung macht barauf aufmerksam, Daß aus Grün- Den einer gerechten Verteilung an einen Einzelnen nicht mehr wie zwei Karten abgegeben werben; außerbem werben telefonische Bestellungen auf kei­nen Fall angenommen unb finben keinerlei Berück­sichtigung. Um einer großen Zahl von Interessenten ben Besuch bes SBerbeabenbs zu ermöglichen, haben Jugendliche unter 17 Jahren keinen Eintritt. Ver­kauf Der Karten nur an Der Theaterkasse ab Mon- tag von 9 bis 12 Uhr unD von 14 bis 17 Uhr.

3ur Berufswahl.

Viele Eltern glaubten es ihrer Stellung ober ihrem Ehrgeiz fchulbig zu fein, ihre Söhne einer afabemi- scheu Laufbahn zuzuführen. Sie haben zur Errei­chung bieses Zieles oftmals unerhörte Opfer ge- bracht. So soll es nun nicht mehr fein! Nur jene. Denen Die Natur ein überragendes geistiges Ver­mögen mitgegeben hat, sollten sich zu den schwie- rigen Wegen durch die Hochschulen entschließen. Die andern aber brauchen es nicht mehr als eine Herab­setzung ihres Wertes oder als Ausgefchlofsenwerden von der Hochschätzung ihrer Volksgenossen zu emp­finden, wenn sie ihre Berufsausbildung in einer mittleren Höhe suchen. Hier stehen ihnen vorzüg­liche Fachschulen offen. In diesen fehlt es ebenso­wenig an Gründlichkeit wie an Umfang der Aus- dildung. So bietet sich dem hier Ausgebildeten ein weites Tätigkeitsfeld. Falls sich besondere Fähig­keiten während des Fachschulbesuchs offenbart haben sollten, wäre eine weitere Ausbildung auf einer Hochschule im besonderen Maße erfolgversprechend.

Es sei hier auf Die DarmftäDter Höhere Maschinenbauschule hingewiesen. Der fünf- bzw. vier Halbjahre umfassende Unterricht wird so abgehalten, daß er auch von einer recht weit gezo­genen Umgebung ohne allzugroße Mühe und Kosten besucht werden kann. Im Rahmen dieser kurzen Ausführung können die Ausbildungsziele nur ge- streift werden. Der Höheren Maschinenbauschule ist die wissenschaftliche Vorbereitung Der Anwärter für die mittlere technische Laufbahn bei den öffentlichen Behörden und für Den Sngenieurberuf in inbuftrie- eilen Betrieben zugewiesen. Die Maschinenbauschule soll vor allem Unternehmer, Angestellte und Meister für handwerkliche und kleinere gewerbliche Betriebe im Interesse einer klaren technisch-wirtschaftlichen Entwicklung und Anpassung an neue Erfordernisse Dotfnlben. Daß in beiben Abteilungen die Allge­meinbildung möglichst gepflegt wird, mag besonders hervorgehoben werden.

Eberversteigerung in Gießen.

Die am Freitag, 6. Oktober, in Gießen ftattfin- benbe Zentral - Eberversteigerung der Hessischen Bauernkammer wird mit 20 Ebern des deutschen Edelschweins und 30 Ebern des veredelten Landschweins beschickt. Die Edelschweine stammen in ber Hauptsache aus ber Lang-Gönser Zucht, 5 Eder auf Hof-Güll, ber ältesten Stammzucht für Ebel fchweine in Hessen. Die veredelten Landschweine sind in Den verschiedensten Stammzuchten Der Provinz Oberhessen gezüchtet. Die Gemeinden haben deswegen sichere Gewähr, daß sie mit den seither zur Zucht benutzten Ebern nicht verwandte Tiere erwerben können. Es ist eine feststehende Tatsache, baß gerabe bie meist unbewußte Verwandtschaftszucht auf dem Gebiete der Schweinezucht bie Hauptursache barstellt, daß bie Würfe oft klein unb anfällig gegen Krankheiten sind. Damit die kaufenben Gemeinden unb Privat Züchter ganz sicher gehen, auf der Verstei­gerung in Gießen blutsfremde Eber zu kaufen, wer­den sie gebeten, bie Abstammungsnachweise der zu­letzt zur Zucht benutzten Eber an das Tierzuchtamt in Gießen einzusenden. Die Käufer werden dann vor ber Versteigerung auf bie Eber aufmerksam gemacht, bie für sie auf Grund ihrer Abstammung besonders geeignet erscheinen. Hoffentlich werden die Hessische Bauernkammer und die oberhessischen Schweinezüch- ter für ihre im Interesse ber Schweinezucht gelegene Arbeit dadurch entlohnt. Daß ber Absatz auf ber ersten großen Eberoersteigerung in ber Provinz

II.*

Bauoerroalfung.

Die Ausgaben ber Dienststellen ber stab tischen Bauverwaltung belaufen sich in ber Gesamtsumme bes neuen Haushalts auf 725025,55 Mark gegen 816 425,82 Mark im Vorjahre. Der Zuschuß zu biesen Kosten aus allgemeinen Mitteln beläuft sich im neuen Voranschlag auf 356 424,72 Mark, gegen 405 544,72 Mark im Vorjahr. Im einzelnen ist über bie Titel bieses Verwaltungszweiges folgenbes von Allgemeininteresse zu berichten:

Titel 1, B a u ä m t e r. Der Zuschuß beziffert sich auf 67 914,92 Mark gegen 64 029,32 Mark im Vor­jahr. Davon entfallen auf bie Abteilung Hochbau­amt 37 789,56 Mark (33 688,36 Mark), auf bie Ab­teilung Tiefbauamt 32 605,36 Mark (32 820,96 Mark).

Titel 2, Vermessungsamt. Hier ist bie Höhe b(s Zuschusses aus allgemeinen Mitteln von 26 847,03 Mark im Vorjahr auf 26 243,68 Mark für bas neue Haushaltsjahr gesenkt worben. So­wohl auf ber Einnahme-, wie auf ber Ausgabe­seite sinb Abstriche gegenüber bem Vorjahre vor­genommen worben.

Titel 3, Straßenunterhaltung. Der Ab­schluß ber Einnahmeseite beläuft sich hier auf 17 586,29 Mark, gegen 19 883,18 Mark im Vor­jahr. Der Hauptteil bieser Senkung enfiällt auf Der« minberte Einnahmen aus Zinsen. Die Ausgaben­seite schließt mit 136 871,80 Mark gegen 196 036,80

Vergl. I tn Der Nr. 217 vom 16. Sept.

den ID orten bes Führers soll im kommenden Winter niemand hungern unb frieren.

Das große Werk kann aber nur geschaffen und bie Not ber Aermsten nur gelindert werden, wenn alle beitrittsberechtigten Angehörige Des deutsck)en Volkes MitgliedderNS. -Volkswohlfahrt wer- Den. Der Eintritt in Die NS.°Volkswohlfahrt ist des­halb Ehrensache.

Mitglied kann jeder unbescholtene Angehörige des deutschen Volles werden, Der das 21. Lebensjahr vollendet hat und rein arischer Abstammung ist.

Die einmalige Aufnahmegebühr beträgt 50 Pf. Der monatliche Beitrag soll dem jeweiligen Einkorn- men des Mitgliedes entsprechen. Der MindesÜbelttag beläuft sich für Parteigenossen auf monatlich 50 Pf-, für Nichtparteigenossen 1 Mark.

Heil Hitler!

Haug, Bürgermeister,

Gauwalter der NS.-Volkswohlsahrt für Hessen-

Nassau.

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Kampfwillens muß auch so geführt werden, daß ihm klar wird, an dieser Stelle so und dort so. Er muh dann verstehen, an verschiedenen Plätzen zu stehen und überall ganz zu stehen.

Ueber den alten Standpunktdie Jugend soll erst nur lernen", sind wir hinausgekommen.

wir wissen, daß erst wahres Erleben ganze Menschen schafft. Klares Jüfjrerfum wird aber auch Dafür sorgen, bah es nicht nur bei bem Erleben bleibt, daß Hand in Hand Damit Die stets nötige Zufuhr festen wissens erhalten bleibt, Denn Zielroollen ohne Wegroifsen roirD stets halbes ober wertloses Tun bleiben. 3e näher aber bas Ziel kommt, um so besser muh bas wissen fein.

Die Führerschaft des Bundes sieht heute vollkom­men klar diese Dinge Der ihr harrenden Aufgaben. Nur eines muh noch herausgestellt werden. Mitten im Aufbruch gute Üehren zu erteilen, wird sich wertlos zeigen. Jetzt aber, nach einem gewissen Ab- schluß der bewegtesten Zeit wird sie dies vorerst als ihr wichtigstes Ziel erkennen: Dem Jungen klare Aufgaben auf allen Gebieten zu stellen.

Die Hoffnung und Voraussetzung bleibt dabei, daß nicht einzelne verleitet durch kleine Fehler einer großen Zeit nun jedes hohe und reine Wollen überhaupt verdammen. Als erste Aufgabe werden die großen nationalsozialistischen Bünde es ansehen, für die Freiheit ehrlichsten Wollens, für das ureigene Feld des Jungen, für das Selbst- S t r e i t en und - Erleben sich einzusetzen. Dann wird aus Schulbuben nicht mehr eine Vielzahl von mannigfaltig interessierten Individuen werden, bann wirb aus ber Gemeinschaft starker, freier unb | gläubiger Jungen einst wirklich e i n Reich und e i n I Volk gleichen Wollens. R. H.

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