Ausgabe 
23.8.1933 Erstes Blatt
 
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Mittwoch, 23.Augustl93Z

Nr. 196 Erstes Blatt

185. Jahrgang

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Sie Verstärkung der englischen Seerüstung

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abzusehen. Daß aber Dr. de Cespedes viel­leicht die einzige Persönlichkeit ist, die aus Eigenem heraus und vielleicht mehr noch aus den Verdiensten seines im Freiheitskampf bewährten Vaters über den genügenden Rückhalt im Volke verfügt, um einem blutigen Weitertreiben der Re­volution entgegenzutreten, darf als sicher ange­nommen werden.

Die Aufgabe, die er zu lösen hat, ist gewaltig. Zuerst muh er Mittel und Wege finden, die Vereinigten Staaten zur Zurück­nahme der entsandten Kriegsschiffe zu bringen, dann muh er das auf das Tiefste er­schütterte Vertrauen Wallstreet s zurück- gewinnen und vor allem versuchen, die Wirt­schaftslage Kubas fühlbar zu bessern. Es sind, im Grunde genommen, genau dieselben Auf-

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Ausstellungsgelände ist der Wille der Jugend, mit den Klassengegensätzen endgültig aufzuräu­men, zum Ausdruck gekommen.

Hm den Gedanken der völkischen Ge­meinschaft gerade unter zwei Klassen, die sich früher besonders schroff gegenüberstanden, voranzutreiben, wird zwischen dem Leiter der Arbeitsfrontjugend und dem Kreisführer des Rationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes eine enge Zusammenarbeit für alle Zu­kunft als notwendig erkannt und daher in fol­gender Form vereinbart:

1. An die Führer der Hochschulgruppen und Fachschulgruppen des RSDStV. ergeht die An­ordnung, mindestens jeden vierten Versammlungsabend mit einer Ko­lonne oder Ortsgruppe der Ar-

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stisch geäußert haben. Seine Abreise nach Eu­ropa dürste in ein bis zwei Wochen erfolgen.

Petit Parisien" läßt sich melden, dah Prä­sident Roosevelt Rorman Davis angewiesen hat, die Abrüstungs Verhandlung en zu be­schleunigen, und dah er von den Mächten eine Herabsetzung ihrer Rüstungen erwarte. Der Präsident sagte einer Mitarbeiterin des Blattes, er sei davon überzeugt, dah der Kongreß den ame­rikanischen Vorschlag auf der Abrüstungskonferenz für Definierung des Angreifers rati­fizieren und sich auch bereit erklären werde, d i e Neutralität der Vereinigten Staaten ge­genüber einer Angreifernation we­nigstens in wirtschaftlicher Hinsicht auf zu- geben. Auf die Frage, ob die neue Wirt­schafts- oder Finanzpolitik Amerikas nicht zu einer Isolierung der Vereinigten Staaten und zur Zerreißung der internationalen Bande führen müsse, erklärte Roosevelt:Mehr denn je sehe ich die Rotwendigkeit einer in­ternationalen Zusammenarbeit ein. Das Ideal wäre eine restlos ausgeglichene Handelsbilanz, denn dann würde derGold- und Geldtransfer von Land zu Land überflüssig werden."

beitsfront-Jugend zu veranstalten. Diese Abende werden betont kameradschaftlich- unterhaltenden Charakter haben, aber auch der gemeinsamen politischen und kulturellen Schulung dienen.

2. Die Jungarbeiterführer und Studentenführer werden von Zeit zu Zeit zu gemeinsamen Führersihungen, sowie zur gemein­samen Schulung zusammengezogen.

3. Zu Beginn des Winters findet ein großer kultureller Kameradschaftsabend sämt­licher Berliner Jungarbeiter und Studenten statt.

4. Die Verbindung zwischen Jungarbeitern und Studenten wird auch über diesen vorläufigen fe­sten Rahmen hinaus durch engsten Konnex und Austausch bei sämtlichen Unternehmungen geför­dert werden.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re­klameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

Ericheinr lügttch, autzo Sonntags und Feiertags Beilagen; Die Illustriert, Gießener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholl« Monat,-Bezugspreis:

Mil 4Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr . -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, «xernsprechanschlüfse

unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten Anzeiger Sieben.

Postscheckkonto:

Frankfurt am Main 11686.

Vom Majoritätsprinzip zum Führerprinzip.

Vizekanzler von Papen über den Umbruch der Nation.-Oie Frontgeneration an die Führung!

Roosevelt fordert Beschleunigung der Abrüstungsverhandlungen.

AeueZnstruktionen für Norman Davis -Amerika stimmt der Rüstungskontrolle zu.

- 22-WO

(Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Mexiko-Stadt, August 1933.

(Durch Flugpost.)

Man darf die Hoffnung haben, daß die bluti­gen Tage auf Kuba vorüber sind. Kriegsnnnister H e r r e r a, der nach der von ihm wohl noch unterstützten Flucht M a ch a d o s alle Gewalt übernahm, hat sich ebenfalls nach Florida bege- ben, und man will bereits wissen, daß Dr. C e s - p e d e s die vorläufige Präsidentschaft überneh­men wird. Ob Herrera in den Vereinigten Staa­ten bleibt, ob er dort im Ramen der neuen Re­gierung Verhandlungen mit Washington führt, um dann zurückzukehrcn und im neuen Kabi­nett wiederum das Kriegsministerium zu über­nehmen. das ist im Augenblick noch nicht

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Das vomDaily Telegraph" in großen Zü­gen angezeigte neue Flottenbauprogramm ist an­gesichts der immerhin noch bestehenden und nur bis zum Oktober vertagten Abrüstungskonferenz ein Ereignis von größter internationaler Be­deutung: an sich ist das Programm freilich keine Tleberraschung, da seit Jahren in England für die Wahrung der englischen Sicherheit zur See Propaganda gemacht wird und in den letzten Wochen die Pressemeldungen über den beabsich­tigten Ausbau der japanischen und amerikanischen Kriegsflotte eine bal­dige englische Initiative erwarten ließen. Es handelt sich bei dem englischen Bauprogramm, wie übrigens auch bei dem amerikanischen und japanischen Bauvorhaben, offenbar nicht um eine eigentliche Aufrüstung, sondern zunächst nur um eine Ergänzung der Flotte inner­halb der Verträge von Washington und London. Dagegen bedeutet es eine aus­gesprochene Abkehr von dem Geiste der Abrüstungskonferenz, die im Zeichen des Rüstungsstillstandes ins Leben getreten ist und außerdem als Grundlage ihrer Arbeiten den englischen Konventionsentwurf mit der An­regung angenommen hat, dah die Flottenrüstun­gen der Hauptseemächte in ihrem absoluten und

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Die Revolution auf der Zuckerinsel

Kuba nach dem Umsturz. Machado ging - die Probleme blieben.

Don unserem K ^.-Berichterstatter.

Reu York, 22. Aug. (TU.) In zwei Wochen begibt sich der amerikanische Vertreter auf der Ab­rüstungskonferenz RormanDavis wieder nach Genf. In einer längeren Unterredung gab ihm Präsident Roosevelt umfassende Instruktio­nen. Es verlautet, daß Roosevelt bi^ früheren englisch-französischen Versuche, die Frage der Kriegsschulden mit der Abrüstung zu verkoppeln, schroff zurückweist und beide Fra­gen getrennt behandelt sehen will. Angeblich soll Roosevelt dem französischen Plan einer Rü­stungskontrolle grundsätzlich z u st i m m e n. Er lehne aber schärfstens verschiedene Ausfüh­rungsbestimmungen des französischen Planes ab. Der Präsident stehe nach wie vor zu seinem Abrüstungsplan, wie er ihn im Frühvjahr bekannt gab. Er lehne es daher auch ab. weitere Aoi^csjionen, besonders h.nsichtlich politischer Si­cherheitsgarantien zu machen. Ferner soll Roose­velt mit aller Deutlichkeit klargestellt haben, daß er auch weiterhin auf dem Boden des Macdonald-PlaneszurAbschaffung der Angriffs Waffen steht. Ebenso sei er bereit, an dem von Frankreich geforderten Kon­sultativpakt teilzunehmen. Rorman Davis i soll sich über die Aussichten in Genf o p t i m i - I

Dülmen i. Westf., 22. Aug. (TU.) Vize» kanzler v. Papen war am Montagabend in Darfeld eingetroffen, wo er als Gast des Grafen von Crbdroste zu Bijchering auf Schloß Darfeld Abordnungen von Behörden und Verbänden emp­fing. Am Dienstag machte der Vizekanzler v. Pa- pen eine Fahrt durch die Umgebung seiner zwei­ten Heimat. Ueberall zeigte man dem Vizekanzler zu Ehren reichen Flaggenschmuck. Verbände und Kriegervereine umsäumten die Straßen. So ging es noch Coesfeld, nach Lette und von dort nach Dülmen, wo der Bürgermeister dem Vizekanz­ler das Ehrenbürgerrecht antrug. Rach einer An­sprache des Ortsgruppenleiters der RSDAP. überreichte der Landesführer des Stahlhelms dem Gefeierten die Urkunde der ihm seinerzeit in Münster angetragenen Chrenmitglied- schaft des Stahlhelms.

Vizekanzler von papen führte in seiner Antwort aus: Mein Weg in diesem Dezennium war, politisch gesehen, eine i n ziger Kampf. Sie wissen, wie oft und nachdrücklich ge­rade wir in der bäuerlichen Bewegung gegen das System von Weimar getämpft haben. Sie wissen, wie oft ich bei Ihnen das Majoritätsprin­zip geißelte und Ihnen den Dichtersatz zurief: Was ist Mehrheit? Mehrheit ist Unsinn. Verstand ist stets bei wenigen nur gewesen. Die ganze Zer­rissenheit unserer damaligen Zeit und die Verwor­renheit unseres politischen Denkens könnten, wenn wir heute Rückschau halten, nicht besser illustriert werden als durch die Tatsache, daß mein Eintreten für den Feldmarschall des Weltkrieges im Jahre 1925 nicht in der politischen Partei, in der ich doch nichts suchte als die Verwirklichung unserer christ­lich-konservativen Weltanschauung, unmöglich machte. Noch im Oktober 1930 habe ich einen dringenden Appell an den damaligen Stander gerichtet, zum Führerprinzip zurückzukehren, sich der sozialistisch-parlamentarischen Diktatur zu entledigen und vor allen Dingen den Kern des damaligen deut­schen Systems, die Preußenfrage, zu lösen. Zwar haben meine Worte damals ein weites Echo gefunden, aber sie sind nutzlos verhallt, bis die Ernte reif zum Schneiden war.

heute fühle ich, daß etwas neues vor mir steht, wir haben es alle innerlich erlebt und erleben Os täglich neu, roieftartberlnnereUm- b r u d) i ft. in dem sich die ganze Ration be- finöel, seit der greife Feldmarschall unseren Kanzler zur Führung berief. Bewegten Herzens müssen wir es dem großen Soldaten, der wie ein erratischer Block in diese junge Zeit hinein- ragt, danken, daß er nach langen Kämpfen der Frontgeneration die Führung ü b e r g a b , daß er, der Feldmarschall, dem un- betannten Soldaten des Weltkrieges, er, der ostpreuhifche Adelssproh, dem einfachen Sohn des Balkes das Steuerruder des Reiches anoer­traute. Lin solcher innerer Aufbruch, eine solche Loslösung von Formeln und Ideen eines ver­flossenen Jahrhunderts sind eine zu komplizierte Angelegenheit, als daß sie von allen Zeitgenos­sen verstanden und gewürdigt werden könnten. Am Rande dieses weltgeschichtlichen Gesche­hens ereignet sich vieles, das unreif und tadelswert ist. Die junge Generation, die der hauptsächliche Träger der neuen Zeit ist, muh sich eben stets vor Augen halten, dah die Gnade, in einer großen Zeit zu leben und Mit­wirken zu dürfen am Reubau des Staates, auch strenge Pflichten in sich schlicht.

Ich nehme die Urkunde meiner Ehrenmitglieb- schast im Stahlhelm um so lieber in Empfang, als ich diesen Mehrverband heute Schulter an Schul­ter mit SA. und SS. sehe. So muß es überall in deutschen Landen fein, nicht darum geht es, wer mehr Rechte hat. sondern wer sich in Er­füllung der Pflichten übertrifft. Stellung, Rang, Beziehungen, das alles tritt zurück hinter der einen großen Pflicht, dem Befehl und dem Sinn des Führers zu gehorchen und sich einzugliedern in die große Armee der Kämpfer um die Aufrichtung des Dritten Reiches.

Bündnis zwischen jungen Arbeitern und Studenten. Enge politische und kameradschaftliche Zusammenarbeit.

Berlin, 22. Aug. (ERB. Eigene Meldung.) Zwischen dem Führer der Arbeitsfrontjugend, Reichsleiter der Jugendbetriebszellen, Heinz Otto, und dem Kreisführer des Rationalsozia- listischen Deutschen Studentenbundes, FritzVP° ler, wurde folgender gemeinsamer Beschluß über die Zusammenarbeit von Studenten und Jungarbeitern gefaßt:

Auf der gemeinsamen geistigen Grundlage bet KampfparoleFür völkischen Sozialis­mus, gegen b i e Reaktion auf allen Gebieten" haben die jungen Arbeiter und Studenten Rorddeutschlands einen A r b e i t s - Pakt miteinander geschlossen. Durch die von Studenten und Jungarbeitern gemeinsam durch- gcfühMe Antiversailles-Kundgebung und durch die Kundgebung .Arbeiter und Student" im

gaben, die Machado gestellt waren und ihre Lö­sung ist geradezu mit einer Quadratur des Zir­kels zu vergleichen, wenn man davon ausgeht, dah eine Besserung der Wirtschaftslage nur durch einen engeren Anschluß an die Bereinigten Staaten möglich ist, dieser engere Anschluß aber gerade das darstellt, gegen das sich das kubanische Volk mit der ihm inne­wohnenden flammenden Leidenschaft wendet. Da zugleich die latein-amerikanischen Staaten, die eine Ausweitung desPlatt­abkommens", das Washington eine gewisse Schuh­herrschaft über die Perle der Antillen verleiht, nicht ohne Grund als Wiedererweckung der Mon­roe-Politik und als eine unmittelbare Be­drohung ihrer eigenen Selbständig­keit empfinden, so werden sie fein Mittel un­versucht lassen, auf die innerpolitische Entwicklung so oder so Einfluß zu nehmen.

Gerarde Machado war Diktator. Aber jeber feiner Rachfolger wird auch nicht anders denn als Diktator regieren können sonst setzt et sich dem Aus und Ab aller unkontrollier­baren Einflüsse, die hier von allen Seiten auf­einanderstoßen, wehrlos aus. Dabei ist es über­haupt ziemlich gleichgültig, ob und wie weit er sich auf eine Mehrheit im Parlament zu stützen vermag. Auch Machados Gegner waren im Kon­greß kaum vertreten. Sie nahmen demgemäß auch nicht an den Vorteilen teil, die nun einmal einem Politiker in diesen Breiten geboten sind, und sie richteten dementsprechend auch ihre ganze Pro­paganda gegen die Methodik der Diktatur. Sie forderten die Wiederherstellung verfassungsmäßi­ger Verhältnisse, eine ganze Reihe von durchaus notwendigen Reformen und eine Teilung der Ver­antwortlichkeit zwischen dem Präsidenten und dem Parlament. Machado hatte geglaubt, ihnen den Wind aus den Segeln nehmen zu können, indem er wahrscheinlich unter dem Druck Washingtons noch im Juli eine solche Verfassungsreform ankün­digte, einen Teil der politischen Gefangenen ent­ließ und bereit schien, einen Derständigungsfrie- ben mit ber Opposition zu suchen. Es schien einen Augenblick, als sollte eine Annäherung zustande kommen. Aber als boch wieder die Frage einer Verkürzung der Präsidenteüzeit aufgeworfen wurde, war wieder alles zerschlagen. Machado. nach einer Amtszeit von vier Jahren, im Jahre 1929 für eine weitere diesmal sechsjährige Periode gewählt, lehnte jede Diskussion über einen Rücktritt a b und wandte sich mit einer großen Proklamation an das nordamerika- nische Volk, das inedler Form" bei der Bildung einer Republik mitgewirkt habe, deren äln- abhängigkeit, Frieden und Ordnung er allein ge­gen die Mächte ber Revolution unb ber Anarchie verteidige.

Wieder flammte der Bürgerkrieg empor. Wieder durfte die Schutzgarde der Diktatur, dieP o r r a" schalten und walten wie ihr beliebte, Verhaftungen vornehmen und sich an dem Eigentum der Oppo­sitionsführer bereichern. Aber auch die Opposition hatte sich nun eine eigene Truppe geschaffen. Von welcher Seite der größere Terror ausgeübt wurde, von feiten der Präsidenten-Tscheka oder von feiten der sogenanntenABC", der aktivistischen Ge­heimorganisation der Machadogegner, darüber wer­den objektive Zeugnisse niemals zu erhalten fein. Ganz Kuba wär im Auf st and, im richtigen Bürgerkrieg: Handel und Wandel stockten: die Fel­der wurden nicht mehr bestellt: das Zuckerrohr, das einzige Produkt der Insel, nicht mehr zum Verladen gebracht und bie Fremden flohen. Das Letzte war bas Schlimmste. Der Fremdenverkehr war noch bas einzige, bas ber üppigen Insel noch Gelb unb Brot brachte, nachbem die Tabakinbustrie schon lange unb bie Zuckerprobuktion unter ber Wirkung ber Weltwirtschaftskrise mehr unb mehr zum Erliegen gekommen waren. Durch bie Auf­hebung ber Prohibition in ben Vereinig­ten Staaten empfing, so gesehen, bie Herrschaft Ma- chabos eine der schwersten Schläge. Das war sozu­sagen der Tropfen, der ben Becher zum Ueberlaufen brachte, ba nun bie beliebten Vergnügungsfahrten aus Florida zum Alkoholparabies Havanna nun- mehr spärlich Teilnehmer fanben, unb bei ber ver­schärften Kontrolle auch ber blühenbe Schmuggel von paßlosen Einwanberern über Key West sich nicht mehr in dem früheren Maße lohnte.

Machado ist gegangen, die Probleme sind geblieben. Im Grunde genommen ist es bas Eingreifen bes norbamerikanischen Botschafters Mr. Summer Welles, bas in Form einer Vermitt­lungsaktion erfolgte, gewesen, bas zu ber sich über» stürzenben Entwicklung ben letzten Anstoß gab. Summer Welles hatte bem Präsibenten vorgeschla­gen, wenigstens einen Urlaub für unbe­stimmte Zeit anzutreten unb durch Ernennung eines neuen Außenministers bie Möglichkeit einer verfassungsgemäßen Stellvertretung zu schassen. Da ber Außenminister bes Kabinetts Machado Dr. Ore­stes Ferrara italienischer Abstammung ist, konnte er nach der kubanischen Verfassung nicht die Präsi- dialgefchäste führen. Das war ein Stich ins Wespen­nest. Der Diktator weigerte sich, feine Parti­sanen drohten mit bem Abfall unb bie Führer ber Opposition, bie ihre kaum erlangte Freiheit bem amerikanischen Botschafter verbankten, ließen sich bie neue Propaganbamöglichkeit nicht entgehen. Sie eiferten am allermeisten gegen bie Vermittlung: sie riefen zu Demonstrationen auf, in benen b</s Ein­greifen Welles als Attentat auf bie U n abhängigkeit Kubas angeprangert würbe. Wir wollen keine Vermittlung, wir wollen bie Revolution. Eine neue Revolution ber kubanischen Iugenb wirb ber Tyrannei unb ber Fremdherrschaft ein Enbe bereiten!" erklärte noch vor wenigen Tagen in einer Massenversammlung ein gerabe auf Grund ber Amnestie wieder nach Ha­vanna zurückgekehrter Stubentenführer.

Machado ist gegangen, die Probleme sind gebüs»

relativen Stand so bleiben sollen, wie sie Ende 1932 waren.

Den für England wichtigsten Teil des neuen Dauprogrammes bilden die 25 neuen Kreu­zer, die als unerläßlich zur Aufrechterhaltung der englischen Seegeltung und zum Schuhe gegen D-Dootangriffe betrachtet werden. Entsprechend den neuen Erfahrungen des Seekrieges sollen auch die Bestände an U-Booten und an Marineflugzeugen vermehrt werden. Die auf der Abrüstungskonferenz theoretisch immer noch zur Erörterung stehende Abschaf­fung der einen oder anderen Kategorie dieser Kampfmittel ist also praktisch im negativen Sinne entschieden. Dabei steht nach wie vor die Revisionsklausel im Artikel 21 des Londoner Vertrages von 1930 im Hintergrund, wonach England oder ein anderer Unterzeichner dieses Vertrages zu einer Erhöhung des Tonnen- gehaltes seiner eigenen Flotte befugt ist, wenn während der Geltungsdauer des Vertrages die Erfordernisse seiner nationalen Sicherheit durch die Reubauten bestimmter Mächte wesentlich beeinträchtigt werden. Diese Bestimmung bezieht sich vor allem auf das englisch -französische Verhältnis, das bei dem englischen Verlangen nach Flottenverstärkung eine besondere Rolle spielt.

MetzemrAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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