Ausgabe 
23.2.1933 Erstes Blatt
 
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j- Leihgestern, 21. Febr. Der vorige Sonntag stand unter dem Zeichen einer ganz besonderen Heimat- und F e t e r st i in - m u n g. Als Auftakt zum Dorftirchenvorstehertag gedacht, dienten der Gemeinde zwei ehemalige Leihgestcrner Kinder. Pfarrer Koch (Worfelden) stand am Vormittag auf der Kanzel im dicht- besetzten Gotteshaus. In von Heimat- und Ewig­keitslust durchwehten Worten, ganz aus der Gegenwart herauögewachsen, sprach er über Aöm. 1, 16, mahnend zur Treue und zum Bekenntnis dem Evangelium und der Kirche gegenüber im Sturme der Zeit. Der Gemeindeabend im Saal der Wirtschast3ur Krone" stand unter dem GedankenDors und Kirche im Wandel der Zeiten", behandelt von Dekan S t r a ck (Pfung­stadt), einem Sohn des ehemaligen Pfarrers und Kirchenrats Strack von Leihgestern. Ausgehend

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Gießen, den 17. Januar 1933.

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von dem Gedanken »Dorf ohne Kirche", führte er die aufmerlfamen Zuhörer in die Zetten 2000 vor Christus, in der die Menschen noch in Löchern und Höhlen wohnten, bis sich im Laus der Jahrhunderte die Siedlungen und Dorf, schasten bildeten. Etwa um .1200 nach Christus kamen die ersten Mönche vom Schisfenbcrg nach Leihgestern mit der Botschaft des Christentums. Das Jahr 1236 erwähnt zum erstenmal eine Kapelle und 1574 erhält die Gemeinde in Sa­muel Wollenhaupt ihren ersten evangelischen Pfarrer. Dorf und Kirche haben sich gesunden. Als die Gemeinde größer wurde und wohl­habender, hat man an die Kapelle einen Turm angebaut, der dann als Chor diente. Im Jahre 1692 wurde die Kirche renoviert. Bom Sturm am 31. Mai 1906 umgerissen, wurde 1907 Unser neues Gotteshaus errichtet, das ein Juwel unter den Dorfkirchen jeden entzückt. Der zweite Teil des Bortrags brachte eine Aeihe von Kindheits­und Jugenoerinnerungcn des Redners, die die

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Augen all der alten Kameraden leuchten ließen, die sie mit ihm in besseren Zeiten erlebten. Der ganze Abend wurde umrahmt von Liedern des Kirchengesangvereins und der ganzen Gemeinde. Rektor Loh sprach den Dank aus an die beiden Leihgesterner Kinder von einst.

I Hungen, 22. Febr. Im hiesigen Schulhaus sand unter dem Vorsitz von Schulrat Fischer. Gießen, eine Konferenz der Lehrer und Jung­lehrer des Bezirks Hungen statt. Lehrer I o ck e l unterrichtete in Erdkunde und Naturgeschichte. Die anschließende Besprechung beschäftigte sich mit der Frage, ob und inwieweit eine Auflocke­rung der Schularbeit nötig und möglich sei. Den Abschluß der Konferenz bildeten unterricht­liche Fragen des Sprachlehrunterrichts.

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Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 21, Stadthaus, zur Einsicht ausgchängt 935D

Gießen, den 6 Februar 1933.

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