Ausgabe 
21.7.1933 Frühausgabe
 
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Aus aller Well

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tenis bei der Arbeit im Atelier.

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neut belebt und gefördert haben. Die Ver­treter der verschiedensten Industriezweige waren sich darüber einig, daß durch Steuerentlastung und Vereinfachun Zinssenkung, l

** Erledigte. je eine Lehrerstelle zu Grebenau, zu @1 lich Kreis Alsfeld)

Verdoppelung der kaufmännischen Lehr- stellen-Bermittlung.

In den letzten Zähren hatten die Schwierig- leiten der Lehrstellenvermittlung sich bereits zu einem ernsten Problem der Berufsausbildung zugespitzt. Der geringe Personalbedarf und die Unsicherheit der geschäftlichen Entwickelung schränkten den Lehrlingsbedarf sehr erheblich ein. Auch hierin ist jetzt ein merklicher Auf­schwung festzustellen. Wie das VDZ.-Düro meldet hat beispielsweise die Stellenver- mrttlung des Deutschen Handlungs­gehilfenverbandes in der Zeit von Iuli 1931 bis einschließlich Iuli 1933 3795 Lehrstellen vermittelt gegen nur 1974 im Dorjahre. Das

des Herrn Reichspräsidenten von c. j n den bürg an den Oberpräsidenten der Drovinz Ostpreußen, Gauleiter Koch, eingelaufen:

Sehr geehrter Herr OberprasidentI Für Ihr freundliches Telegramm vom 16. d. M. spreche ich Ihnen meinen herzlichsten Dank aus. Ihre Mitteilung von der Beendigung der Ar­beitslosigkeit im Kreise Pillkallen hat mich mit Befriedigung und mit der Hoffnung erfüllt, daß auch im übrigen Teile Ostpreu­ßens die Arbeitslosigkeit ihrem Ende ent­gegen gehen wird. Mit freundlichem Gruß a gez.: v. Hindenburg."

Der dritte Ostpreußenkreio von LriverbMen frei

Ein neuer Erfolg der Aktion de- Oberpräsidenten Koch.

wendet sich Corinth der impressionistischen Dar- stelmng der sichtbaren Umwelt zu und stellt schon 1892 mrt demFrühstück" eine große Meister- lerstung des Impressionismus hin. Bis in sein hohes! Alter hat er sich entwickelt, auch nach dem schweren Schlaganfall im Iahre 1912, der bet oliec Vergeistigung seiner letzten Kunst doch auch Spuren des Siechtums in seine Malerei hineintrug.

Diese Entwicklung Corinths war langsam, aber stetig anders als die des sieghaft vordringen- den Liebermann. Die sehr intelligente Ma- kr5.*?l££>crJnS?ng in Corinth ihr Gegen- gewicht durch die unmittelbar quellende Gefühls- kraft Daher Corinth in seiner Malerei denn auch em treuer Zeuge alles dessen geworden ist, was das Zeitgeschehen ausmacht. Merkwürdig bleibt wie dieser Mann m seinem Altersstil die Gren­zen .seiner Kunst erweitern konnte. Wenn er !^rk'E^Nanneskraft mit animalischem Behagen tollte und mit derbem Lachen sich im Grotesken erging, das ihm nach Liebermanns Wort heiliger ®rn.ft v"e dem göttlichen Rabelais, so wurde still und ahnungsvoll. Er, der die SjSülle darzustellen ~ 5C$ntf-an9 bemüht hatte, kam in seiner SeMbwgraphie 1925 zu dem Ausspruch- Die wahre Kunst ist, Unwirklichkeit zu üb7n.«In $attc er ^lbst seinen französischen Lehrmeister Do uguere au damit entzückt, wie er mit unfehlbarer Sicherheit einen Akt herunter­malte: in diesen letzten Iahren aber tastete der Zltterarm vor, bis der Pinsel die gewünschte Stelle ?uf der Leinwmrd traf. Das RaturvorZld aber, einst als der Weisheit letzter Schluß an- gesprochem wich mehr und mehr dem inneren ®?W.. D°s ©roBflcdig« diese- hüiget^t-n Maleret aber wurde die konkrete, sinnlich über- zeugende Form, die dem Zerrinnen dieser Welt Schalt gebot und das metaphysische Schauen ?annrte- ^0C ollem ergreifen die Selbst- bildnisse der letzten Iahre, und nicht nur durch die Qual des Kranken, die aus ihnen spricht.

Man hat Corinth, der mit Liebermann und Sievogt zusammen das Triumvirat des deut­schen Impressionismus inne hatte, mit den größ­ten Malern aller Zeiten zusammen nennen wol­len eine Uebertreibung, die die Zeit bald wie­der korrigieren wird. Ein neues Weltbild hat seiner Malerei nicht zu geben ver- A? Rubens darf man beim Dergleichen nicht denken, eher <m Iordaens, wenigstens

Hochschulnachnchten.

Der v. Professor für praktische Theologie in der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universi­tät Tübingen, D. Dr. Karl Fezer, wurde als Rachfolger des kürzlich verstorbenen Geh. Konsistorialrates Professor D. Friedrich Mah- ling an die Universität Berlin berufen.

Privatdozent Dr. Georg Dahm von der Uni­versität Heidelberg hat einen Ruf auf den Kieler Lehrstuhl für Strafrecht. Strafprozeh­recht, Kriminalpolitik und Zivilprozeßrecht erhal­ten und angenommen.

, 2ln der Technischen Hochschule in Darmstadt habilitierte sich Dr. Kurt Holler für Minerabo- gie und Petrographie.

B e r l i n, 20. Juli. (TU.) Wie der B ö l k i s ch e Beobachter" meldet, ist nunmehr auch der 3. Kreis, und zwar der Kreis Niede r u n g in Ostpreußen erwerbslosenfrei. Der Ober­präsident und Gauleiter Erich Koch hat diese Tat­sache wiederum in einem Telegramm an den Herrn Reichspräsidenten, den Herrn Reichskanzler, den Reichsfinanzminister, den Reichsarbeitsminister und an den Staatssekretär im Reichsfinanzministerium, Reinhardt, gemeldet. Das Telegramm hat folgenden Wortlaut:

heule Kreis Niederung als 3. Ostpreußen- kreis frei von Arbeitslosen. Aach dem Bericht des Landraks will kreis Niederung in kürzester Frist 800 Arbeitslose aus Tilsil unterbringen, um so milzuhelfen, auch die Stadt Tilsit binnen zwei TBo- chen von Arbeitslosen befreien zu können.

Gez. koch. Oberpräsident, Gauleiter."

Roch erstaunlicher als die Befreiung des dritten Kreises von Arbeitslosen ist die Tatsache, daß nun­mehr das Oberpräsidium in Königsberg mitteilen kann, die Arbeiten für die Arbeitsbeschaffung in Ostpreußen seinen soweit gediehen, daß man bis zum 1. August täglich einen neuen L a n d k r e i s von Erwerbslosen frei­machen könne. Diese überaus erfreuliche Nach­richt, so schreibt derVölkische Beobachter" weiter, ist ein Beweis dafür, wie durch unerschütterlichen Glauben und Zuversicht, durch zähes Arbeiten und Festhalten an dem einmal gesteckten Ziel mehr ge­schafft werden konnte als früher in Zeiten lustloser Bürokratenarbeit.

3n 14 Tagen wird auch die Sladl T i l s i l mel­den können, daß alle ihre erwerbstätigen Be- wohner Arbeit und Brok erhalten haben. Der Regierungsbezirk All e n st e i n wird am 1. Au­gust und der Regierungsbezirk Gumbinnen am 15. August ohne Erwerbslose sein. Die der völkische Beobachter" ferner erfährt, finden am Montag in Berlin Verhandlungen über das erffe Darlehen aus dem Reinhardt-Programm mit Vertretern der oftpreußischen Behörden statt. Die Mittel aus diesem Darlehen werden dazu verwandt werden, etwa 5 0 0 0 b i s 6000 Erwerbs­lose der Stadt Cl'bing, die von allen deutschen Städten die Höch sie Erwerbs- l o s e n z i f s e r aufweisk, auf dem Laude und in kleinen Städten unkerzubringen.

Es ist daran gedacht, die Arbeiter in Trupps bis zu 40 Mann in besonderen Arbeitsstellen einzusetzen. Das Oberpräsidium in Königsberg hat alle ostpreußischen Gemeinden angewiesen, sofort alle bisher aus Mangel an Mitteln zurück- gestellten Eigenarbeiten zu ermitteln. Mit diesen Arbeiten soll sofort begonnen werden, so daß auch hier für viele Tausende Arbeit ge­schaffen sein wird. Diese Arbeiten werden sich bis zum Beginn des Winters hinziehen.

Die mit demPillkaller Sonntagsgefecht" am 16. Iuli begonnene Arbeitsschlacht in Ostpreußen wird bis zum 15. August auf dem Lande beendet sein. Dis zu diesem Termin werden sämtliche ostpreußischen Landkreise erwerbslosenfrei gemacht werden. Mit welchem Eifer in Ostpreußen weiter an der Beseitigung der Arbeitslosigkeit gear­beitet wird, beweist die Tatsache, daß allein am gestrigen Tage in Preußisch- E h l a u, einem kleinen Städtchen von 3000 Ein­wohnern, 243 Arbeitsstellen vermit­telt wurden. Die gesamte ostpreuhische Bevöl­kerung ist bon begeisterter Hingabe erfüllt. Selbst Die Erwerbslosen sind den ganzen Tag aus den Beinen, um irgendwo Arbeitsstellen aus­findig zu machen, die sie dann den amtlichen Stellen melden können.

Des Reichspräsidenten Dank.

Königsberg, 20. Iuli. (WTD.) Beim Oberprastdium ist heute folgendes Schreiben

Tonfilm:Liebelei^.

-ba5e, ?ch°uspiel von Schnitzler, e» h 5.last vier Jahrzehnten entstand, im vorigen benfhmMf/UfQbeJ SuAne gesehen. Es ist eine der khptÄnlt" Liebesgeschichten aus der österreichi- Ln ?arkrlegszelt, und man muß sich fast wun- baren 6?nffrftIn? "st jetzt nach diesem dank- gegriffen hat. Man kann, wie an dieser Stelle des öfteren betont worden ist, sowohl über die Notwendigkeit als auch über die Möglichkeiten arun\iäE,0enf^eÜiImUno9 ober Filmbearbeitung ' N'H verschiedener Ansicht fein. Im oorlie- die^Reni>°"L fefWa-e1?' die Bearbeiter und '3« Jöpduls) sehr sichtlich bemüht gewesen sind, bei allem Respekt vor der literarischen Vorlage, eine möglichst selbständige Leistung zu ge-

1 -ä IO* mnb I)ort man Bekanntes und Neues folgt zwar der Fabel in den emma! festgelegten Grundlinien, aber Ophüls fiebt die Vorgänge mit eigener Phantasie und eige­

schenks von 600 Mark zur Verfügung zu stellen. Sämtliche hierdurch freiwerdenden Plätze werden, soweit dies technisch möglich ist, durch männliche Arbeitnehmer besetzt werden. Weiter werden im Rahmen der fachlichen Möglich» feiten in größerer Zahl männliche Arbeitnehmer an die Stelle weiblicher treten.

Eingliederung des HandwerkS,HandelS und Gewerbes

in die Deutsche Arbeitsfront.

Berlin, 20. Iuli. (CAD.) DerDeutsche" meldet: In Llebereinstimmung mit dem Führer des gewerblichen Mittelstandes, Dr. v. Rinteln, findet eine Reuordnung des deutschen Hand­werks, Handels und Gewerbes statt. Die Organi­sation wird ein Glied der Deutschen Ar- be t tsf r on t.

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M nach dem ® tragen, wenn et f Gefth bisher "'^ braucht hat. 2ms len, daß Ä/. die Z-ch'ungssnst

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müssen l-doch, M wiesen wird, s^e bei der zuständig werden. Der diese Dorteil des Gesetze,

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_ Aus dem uns geschrieben: Ai gastieren dieVier femble und bringen oeschürzten'Muse: Musik in neun Bi -es Plagiates zur 2 treffend formuliert, Gewimmel von Anfs so ziemlich alle men Diese Fabel, die 300 tums spielt, Fehl aus decken" zuru-k unb bietenden Mtualüät rer Deutung unb je S? von Anachronts: k, hingeworfen r rmer Jugend, die in Eich dn Zeil mit h vollen Parodie M übe Nachrichler sind jener tot zu kriegen \\tI charmanten Lusgela^ zündet. Man wird, r dafür muß man in bar fein. Ende 22 1

Lovis Corinth.

Gedenkblatt für einen deutschen Maler. Don Professor Dr. Kurt Gerstenberg.

Am 21. Iuli würde der Maler Lovis Corinth 75 Iahre alt geworden sein. Immer wieder steht man überwältigt vor der schöpferischen Gesamtleistung dieses Meisters. Rein thematisch betrachtet, hat Corinth alle Darstellungskreise durchmessen: mythologische Idyllen und religiöse Darstellungen, Historien­bilder und Gruppenporträts, Bildnisse, Land­schaften und Stilleben. Alles, was ein lebens­froher Mensch mit Augenlust genießen kann, hat er gemalt und dazu noch eine Phantasiewelt aus seinem Innern heraufgeholt. Aber gerade diese Bilder, mit denen er wie ein Rachzügler der Historienmalerei des 19. Jahrhunderts wirkt, sind seine schwächste Leistung. Es wohnt ihnen keine Lieberzeugungskraft inne. Seine Mythologien sind gestellte norddeutsche Akte, die griechische Szenen agieren wollen. Der aggressive Aatura- lismus dieser ausgezogenen Menschen wirkt mit­unter selbst verletzend, weil sie nicht zu einer höheren Bildeinheit Ausammengeschmolzen sind, die mit der Rotwendigkeit einer für sich be­stehenden neuen Welt der Aatur gegenüber als eine Steigerung empfunden wird. Dieser Zwie­spalt zwischen der idealen Stoffwelt und der naturalistischen Darstellungsform ist erst ganz spät von Corinth überwunden worden in der in der Farbe wie entmaterialisierten Komposition LesTrojanischen Pferdes" (1924 von der Aationalgolerie erworben), bei dem der Dor­gang ins Traumhafte, Mythische erhöht scheint. Der moderne Betrachter wird zu den Bildern aus der mittleren Periode Corinths am wenig­sten ein engeres Derhältnis finden, mit Aus­nahme der immer prachtvolleren Stilleben, bei Lenen Corinth nach Art flämischer Meister vor- ging, indem er eine ungeheure Masse von köst­lichen Früchten, Wild und totem Geflügel hin­schüttet, und das alles womöglich gekrönt sein läßt von einem lachenden Weibe, wie in dem berühmten Wild stilleben von 1910. Dagegen hat der junge Corinth bis etwa 1890 neu an In­teresse gewonnen. Es sind Bilder, die noch nicht die offene, mächtig hingewirkte Malerei zeigen sondern fein verschmolzene Oberflächen haben und in ihrer Stilhaltung während der Münchener Zeit noch an Leibl gemahnen. Erst nach 1890

für die mittlere Zeit des Meisters mit ihrer strotzenden Saftfülle und dem urgesunden Beha­gen an den Genüssen dieser Welt. Die Gefahren, die Corinths künstlerische Existenz umlauerten, waren die Routine und die Banalität. Im gro­ßen und ganzen hat Corinth sein Schifflein sicher zwischen diesen Klippen hindurchgesteuert: leck ist es nicht geworden, wenn es auch mitunter an sol­cher Klippe schrammte.

Mit Lust und Bravour hat Corinth seine Bil­der gemalt: aber immer getragen und gehalten von der Zähigkeit seines ostpreußischen Charak­ters, der ihn nicht ins Leichtfertige abgleiten lieh. Etwas von der Erobererlust und expansiven Le­benskraft der Männer, die einst den Osten erober­ten, steckte in diesem Ostpreußen: allem, was er angriff, drückte er seinen Stempel auf. Corinth hat zwar überDas Erlernen der Malerei" auch n^er^afteni)ed Buch geschrieben: aber mehr doch hat er durch sein Beispiel auf jüngere Künst­ler gewirkt, nämlich durch die Selbstverständlich- kelt, mit der sich seine ungewöhnliche Vitalität malerisch auslebte. Dieser Kraft malerischer Ge- Itaitung, die sich von dumpfer Tonigkeit zu offe- n£F, Farbgebung und schließlich eigentümlich glühender Koloristik entfaltete und die sich weiter von naturalistischer Wiedergabe bis zu visio- narer Schau erhob, verdankt es Corinth, daß noch die lungste Malergeneration in ihm den Weg­genossen sieht.

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torö um mindestens 24 Stunden zu * e * b * ? n. Leider ist mir mein ursprüng- hd)er Plan, den Weltrundflug in vier Tagen durch­zufuhren, nicht gelungen. Das dürfte vor allem auch auf die außerordentlich schlechte Wetterlage wäh­rend des Fluges von Berlin nach Chabarowsk zu­rückzuführen sein. Am Schluß des Interviews gab Post der Hoffnung Ausdruck, in 16 Stunden den Flug nach Nome durchführen zu können.

Zwölf Tote bei einem Booksunglück in Frankreich.

Ein schweres Bootsunglück, dem elf Kin­der und ein Priester zum Opfer fielen, ereignete sich, wie derMatin" meldet, in der Gemeinde Gien bei Argent-sur-Sauldre (Dep. Loiret). 15 Kinder aus einem katholischen Erziehungs­heim überquerten in Begleitung eines Priesters einen Weiher auf einem großen Boot. Aus bisher unbekannten Gründen kenterte das Fahrzeug. Sämtliche Irsiassen fielen ins Wasser. Aur vier Kinder konnten schwimmend das älfer erreichen. Die übrigen ertranken.

Verkehrsunglück in Köln Zwei lote, sieben verletzte.

5n Köln stieß ein mit Dbjt schwer beladener Lie- ferkraftwagen mit einem Straßenbahnzug zusam­men. Der Zusammenstoß war so heftig, daß das Auto vollständig zertrümmert wurde. Der Len­ker des Wagens war sofort tot, eine Frau, die neben ihm saß, ft a r b kurz nach der Einlieferung im Hospital. Ein weiterer Autoinsasse wurde leicht verleg. Von den Straßenbahnfahrgästen wurden eine Person schwer und fünf leichter verletzt.

Lisenbahnunglück in Italien. Lechs Tote, zwanzig Verletzte.

Auf dem Bahnhof Solopaca (Provinz Benevent) stießen heute (Freitag) nacht zwei Personen­züge zusammen. Sechs Eisenbahn- und Post­beamte wurden getötet, 20 Reisende verletzt, davon vier schwer.

Kunst und Wissenschaft.

Die Aufgaben der ALBO-Bühne.

Die NSBO.-Bühne in Berlin hatte zu einem Presseempfana eingelaben, in dessen Verlauf der Leiter der NSBO.-Bühne, E b h a r d t, über Zweck und Ziel der NSBO.-Bühne u. a. folgendes aus­führte: Es ist das Bestreben der NSBO.-Bühne, einerseits die Schauspieler politisch zu organisieren, andererseits die Erwerbslosigkeit im Schauspieler­beruf zu bekämpfen. Heute gehören der NSBO.- Bühne bereits 600 Mitglieder an. Sie will die Kunst ins Volk tragen. Das läßt sich nur machen durch die kleinen Theater, für Berlin z. B. Lurch die Wieder­belebung der kleinen Vorstadttheater. Als geschäft­liche Basis dient den Bestrebungen der NSBO.- Bühne ihre Arbeitsgemeinschaft mit dem Universal- Verlag. In Bezug auf die Preisgestaltung muß sich die NSBO.-Bühne wohl oder übel an die Kinopreise halten, um Len Wettbewerb zu bestehen. Das alles gilt sowohl für die Reichshauptstadt als auch für die Provinz. Dort müssen die kleinen Theater wieder geöffnet werden. Die Provinz soll auch von den provinzhauptstädtischen Theatern unabhängig ge­macht werden. Das könne am besten durch Wander­theater geschehen.

Bereits 120000 Landhelfer untergebracht.

Berlin, 20. Iuli. (CAD.) Während ur­sprünglich vorgesehen war, etwa 60000 ju­gendliche Arbeitslose als Landhel­ferbe i Dauern unterzubringen, ist heute nach den neuesten Feststellungen bereits die dop­pelte Zahl erreicht. Diese außerordentlich günstige Entwicklung zeigt, wie sehr diese Aktion den Wünschen der Landleute und der jugendlichen Arbeitslosen entgegenkommt. Aus allenTei- len Deutschlands liegen der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversiche­rung die günstigsten Berichte über die Bewährung derH elfer und Helfe­rinnen vor. Wie wir weiter hören, ist die R a ch f r a g e seitens der Landwirte nach Helfer und besonders nach Helferinnen nochimmerim Steigen, wahrend andererseits aus Kreisen der jugendlichen Arbeitslosen eine Fülle von Be­werbungen vorliegt, so daß die Gesamtzahl der Landhelfer wenn die finanzielle Lage klarge­stellt ist noch weiter erheblich bis auf schätzungsweise 200 000 gesteigert werden könnte. Llebrigens hofft man, die Landhelfer zu einem erheblichen Teil auch im Winter auf dem Lande halten zu können. Es wird erwogen, mit besonderen Treueprämien für die Iu- gendlichen und Anlernprämien für die Bauern das weitere Verbleiben der Landhelfer auch über den Sommer hinaus auf dem flachen Lande zu fördern.

Llntemehmeriniiiative unterstützt öffentliche Arbeitsbeschaffung.

Berlin, 20. Juli. (WTB.) Unter dem Vorsitz von Ingenieur P i e tz s ch (München) fand im Reichs st and der deutschen Industrie eine Aussprache im kleinen Kreise über grundsätzliche Fragen der Arbeitsbeschaffung statt. Es bestand Einmütigkeit, daß die groj33Ügigen Maßnahmen der Reichsregierung auf dem Gebiete der Arbeitsbeschaf­fung die Unternehmerinitiative er»

nen Einfällen. Er nimmt Dinge in den Filmstreifen hinein und entwickelt sie vor der Kamera, die im Stück im Hintergrund bleiben, episodisch oder nur andeutungsweise mitspielen, und eben diese Szenen, in denen er abweicht, wie zum Beispiel in der Schil­derung der Duell-Affäre, gelingen ihm starke thea­tralische Wirkungen. Er hat sich intensiv und mit Liebe in die Geschichte versenkt, und er gibt an Spannung wie an Stimmungen (die hier so wich­tig sind) in sehr sicher geschnittenen Bildern Aus­gezeichnetes. Magüa Schneider, bisher nur im heiteren und leichten Rollenfach beschäftigt, hat mit der Christine ihre erste große und ernsthafte Auf­gabe erhalten. Der Typus dessüßen Mädels" ist längst festgelegt und entfaltet sich dennoch in so vielen Spielarten, daß der Darstellerin nie zur Konvention verpflichtet ist. Die.Schneider gibt die Rolle fast verhalten, sparsam mit ihren Mitteln, aber doch ganz aus dem Gefühl heraus; man spürt das an ihren drei Höhepunkten: in der Tanzszene, beim Vorsingen, und ganz zuletzt. Ihr Partner: Wolfbang Liebeneiner, sehr weich, sehr ju­gendlich, fast unmilitärisch für unsere Begriffe, aber sympathischer, als diese Gestalt oft auf Dem Thea­ter gegeben wird. DieTschechowa, kühl und ele­gant, und Luise Ullrich, ein in Berlin entdecktes junges Talent, spielen in scharfem Kontrast die bei­den weiblichen Gegentypen der Christine. Aus dem gepflegten Ensemble sind ferner Gründgens, Hörbiger, Otto und Eichberger an erster Stelle zu nennen. Der Film läuft seit geftern im Lichtspielhaus: im Beiprogramm sieht man u. a. interessante Aufnahmen der Bildhauer Kolbe, Lederer, Milly Sieger und Ren6e Sin«

Bcucuict eine Zunahme um rund 92 Pro - dent. Das Ergebnis muß als gut bezeichnet werden. Allerdings ist auch die Zahl der Lehr­stellenbewerber gegenüber Lern Vorjahre um 46 Prozent gestiegen.

Heiratszuschuß für ausscheidenbe weib­liche Arbeitnehmer der $irmo Reemtsma

Altona, 20. Juli. (TU.) Irn Interesse der natürlichen Rückführung weiblicher Ar­beitskräfte aus dem Berufsleben hat sich die Zigarettenfirma Reemt sm a in Altona- Bahrenfeld entschlossen, im Sinne des Reichsgesetzes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit vom 1. Juni 1933 an an jeden weiblichen Arbeitnehmer, der wenigstens ein Jahr in den Diensten der Firma steht, und bis Ende Dezem­ber 1 9 3 3 heiratet, eine zusätzliche Mus-. stattungshilfe in Form eines Bargeldge-

Oie Außerkurssetzung der Vier-pfennig-Stücke.

Berlin, 20. Iuli. (VdZ.) Der Reichsrat stimmte der Derordnuna des Reichsfinanzministe­riums zu, wonach die Vier-Pfennig- Stücke vom 1. Oktober 1933 ab nicht mehr als gesetzlicheZahlungsmittel gelten und einzuziehen sind. Die Münzen wurden vom Zahlungsverkehr als lästig empfunden und nur in geringen Mengen ausgenommen. Von den zur Ausprägung gelangten zwei Millionen Mark hat die Reichsbank zur Zeit über die Hälfte in ihren Beständen.

Das Urteil im Prozeß Schack.

Die Korruptionsstrafkammer in Königsberg verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den früheren Rektor der Handelshochschule Königs­berg, Professor Dr. Schack wegen Untreue in zwei Fällen und wegen Betrugs zu zwei Iah­ren sechs Monaten Gefängnis. Dem Verurteilten wird die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter aus die Dauer von drei Iah­ren aberkannt.

Acht Todesurteile im Kölner Kommunistenprozeß beantragt.

Vach viertägiger Verhandlung stellte der erste Staatsanwalt die Strafanträge im Kölner Prozeß gegen 17 Kommunisten wegen der Ermordung von zwei SA.- Männern und des versuch­ten Mordes an einem weiteren SA.-Mann und an einem Polizeibeamten. Der Staatsanwalt bean­tragte gegen alle acht Hauptangeklagten dieTo­de s st r a f e sowie Zuchthausstrafen bis zu 15 Iahren. Er erklärte alle Hauptangeklagten für gleich verantwortlich, da sie alsSoldaten der Roten Armee" grundsätzlich mit Vorsatz und ^Überlegung gehandelt hätten. Es sei ein klarer Mordbefehl ausgegeben und dieser auch als sol­cher verstanden und ausgeführt worden. In bei­den Fällen hätten die Täter aus dem Hinterhalt auf Wehrlose geschossen.

Balbo in Washington.

General Balbo und die zehn ältesten Mitglie­der seines Fliegergeschwaders wurden beim Rie­dergehen der amerikanischen Armee- und Marine­flugzeuge, die sie von Reuyork nach Washington gebracht hatten, durch einen Salut von 19 Kano­nenschüssen begrüßt. Nachdem Dalbo und feine Begleiter die Front der Ehrenkompanie abge­schritten hatten, begaben sie sich zum Frühstück ins Weiße Haus.

IDeilflieger Post über Alaska.

Der amerikanische Wellflieger Wiley Post ist am Donnerstag um 5.38 Uhr Ortszeit von Chabarowsk nach Nome in Alaska gestartet und hat die Stadt am Abend ohne Aufenthalt überflogen. Vor feinem Start nach Nome gab Post einem Vertreter der Telegraphenagentur der Sowjetunion in Chaba­rowsk ein Interview. Wenn ich, so erklärte Post, hier in Chabarowsk nicht auf besseres Wetter ge­wartete habe, sondern trotz der verhältnismäßig ungünstigen Berichte der meteorologischen Stationen schon heute starte, so tue ich das deshalb, weil ich I mir zum Ziel gesetzt habe, meinen früheren Re-

chung, durch organische , durch Förderung eigener Kapitalbildung, durch Beseitigung bü­rokratischer Hemmnisse sowie durch Maß­nahmen auf dem Gebiete der Sozialpolitik die größten Möglichkeiten bestehen, den von der Reichsregierung bereits mit sichtbarem Erfolg auf­genommenen Kampf gegen die Arbeitslosigkeit zur vollen Auswirkung zu bringen.