Ausgabe 
21.7.1933 Frühausgabe
 
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Rr. 168 Krühausgabe

185. Jahrgang

8reitag.2i.Mi93Z

GietzenerAMger

General-Anzeiger für Oberhessen

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gronifurt am main 11686. vniü und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Buch- und Stehtöniderei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7.

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwonlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen ^cil Ernst Dlumschein undfürdenAn» zeigenteil i. D.TH.Kümmel sämtlich in Biehen.

Erscheint tügltch, autzer Sonntags und Feiertags. Betlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholl» . monat$»Bejugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttiert« . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Üernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Eietzen.

Die Unterzeichnung -es Reichskonkor-ats vollzogen.

Austausch hoher Auszeichnungen zwischen den Beteiligten.

Die amtliche Mitteilung.

Rom. 20. Juli. (WTB.) heule um 11 Ahr fand in den Räumen Seiner Eminenz des Herrn ftar- binalflaalssekrelärs d i e Unterzeichnung des Zwischen dem heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich abgeschlossenen Konkordats statt. Als Bevollmächtigter des heiligen Stuhls unterzeichnete Seine Eminen; der Kardinalstaatssekretär Lugenio P a c e l l i. namens des Deutschen Reichs der Vize­kanzler des Deutschen Reichs Herr Fran; von v a p e n. Anwesend waren die llnterstaatssekreläre Ihre Eminenzen Monsignore Giuseppe Piz­za r b o, Titular-Lrzbischos von Ricaea und Mon­signore Alfredo 0 11 a ö i a n i, Ministerialdirektor Dr. Rudolf Luttmann, Leiter der kulturpoli­tischen Abteilung des Reichsinnenministeriums, und der deutsche Geschäftsträger beim heiligen Stuhl Botschaftsrat Dr. Eugen Klee.

Rach der Unterzeichnung wurde Vizekanzler von Papen 12.30 Uhr vom Papst in Privat- audienz empfangen. Rach einem längeren Gespräch von etwa 20 Minuten stellte Vizekanzler v. Papen Ministerialdirektor Fr. Buttmann vor. mit dem sich der heilige Vater längere Zeil unterhielt, und anschließend die übrigen Herren sei­ner Begleitung.

Kardinalskaatssekretär P a c e l l i überreichte dem Vizekanzler v. Papen das Großkreuz des Pius-Ordens und dem Ministerialdirektor Buttmann ein Lichtbild des Papstes .mit eigenhändiger Unterschrift. Rach Vorstellung feiner Begleitung erhielt Oberregierungsrat von Bose aus den Händen des Kardinalstaatssekretärs Pacelli den Komtur des Gregorius-Ordens und Herr v. Tfchirfchky und voegendorf den Komtur des Sylvester-Ordens. Vizekanzler v. Papen überreichte dem Kardinal ft aalsfekrelär als Geschenk der Reichsregierung eine Madonna aus weißem Meißener Porzellan. Sie ist 1 Meter hoch und eine Kopie des 1732 von dem Künstler Kirchner in den Meißener Porzellanwerken her­gestellten Originals. Unterftaatsfekretär Erzbischof P i; ; a r b o erhielt ein Oelgemätbe bes beutschen Professors Philipp Frank, ben Park von Sanssouci bar*ieUenb unb Unterstaatssekretär Ottaviani einen silbernen Teller mit Reichsabler. Auf allen Geschenken befinbet sich bie DJibmungZ u r Erin­nerung an bas Reichskonkorbal 1 933.

Die Bedeutung des Konkordaisabschiuffes. Eine Unterredung mit Vizekanzler v. Papen

Berlin. 20. Juli. (Sil.) Der Sonderbericht­erstatter derHamburger Nachrichten" hatte kurz nach ilnterzeichnung des Konkordats eine Alnter- rebung mit dem Vizekanzler:

Sie haben, Herr Vizekanzler", so fragte der Journalist,soeben einen Vertrag mit dem Hei­ligen Stuhl unterzeichnet, wie er mir in der deut­schen Geschichte einzigartig erscheint. Aus der These und Antithese von Kirche und Staat ist in diesem Abkommen eine harmonische Syn­these geworden. Ist hiermit nicht endlich ein Weg gefunden worden, der Staat und Kirche überhaupt auf völlig neuer Grundlage einer friedlichen Zusammenarbeit entgegenführen kann?"

Gewiß", erwiderte der Vizekanzler,der Libe­ralismus forderte eine Trennung von Kirche unb Staat und hat in Wirklichkeit einen un­fruchtbaren Kampf zwischen beiden heraufbeschworen. Während seiner Herrschaft sind beide nicht nur einander entfremdet, sondern völ­lig verfeindet worden. Erst den neuen poli­tischen Anschauungen, wie sie in Deutschland zum Durchbruch gekommen sind, gelingt es wieder, eine ersprießliche Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche zu gewährleisten. Es ist ja ge­rade das Wesen der Staatsideen, wie sie in Italien und Deutschland herrschen, daß alle le­bensfähigen Kräfte, so auch die Kirche mit dem Staat, zusammenarbeiten sollen."

hiernach ist es doch wohl als eine historische Tatsache anzusehen, daß erst der Weg der nationalsozialistischen Revolution die Voraussetzungen zu der jetzt erfolgten ehrlichen und vorurteilsfreien Verständigung zwischen Staat und Kirche schuf?"

Zweifellos, erwiderte Vizekanzler o. Papen. Der nationalsozialistische Staat will ja das Volk a u f völlig neue Grundlagen stellen, von denen bie christlichen Lehren und ihre Kirchen besonders wichtig sind. Es ist daher ganz natürlich, daß mit dem Sieg der nationalsozialisti­schen Revolution sofort der Versuch zu einer vor­urteilslosen und ehrlichen Verständigung mit ben christlichen Kirchen gemacht wurde, der vor der nationalsozialistischen Revolution völlig aussichtslos gewesen wäre."

Bei der allgemeinen grundsätzlichen Bedeutung des Kirchenvertrages, so fragte der Berichterstatter Weiter, darf man doch wohl annehmen, daß das Konkordat als Norm auch für die Bezie­hungen zwischen dem Reich und der evangelischen Kirche angesehen werden

kann, soweit nicht durch das Verfassungswerk be­reits die Besonderheiten der evangelischen Kirche ihre Berücksichtigung gefunden haben."

Sicherlich", erwiderte Vizekanzler von Papen. Auch die katholische Kirche hat den Wunsch, daß der evangelischen Kirche die gleichen Sicherheiten für die Arbeit gegeben wer­den wie es für die katholische Kirche im Konkordat der Fall ist. Die hier getroffene klare Abgren­zung der Einflußsphären zwischen Staat unb Kirche muß naturgemäß auch für die evange­lische Kirche gelten. Der Vatikan ist ohne Zögern an das Vertragswerk mit dem neuen Deutschland herangegangen in der Ueberzeugung, daß der Kampf gegen den Bolschewismus unb bie Gottlosenbewegung eine so lebensent- scheidende Aufgabe ist, daß die Kirche jedem ihre Unter st ützung leihen muß, der sich diese Aufgabe gestellt hat. In diesem neuen Deutsch­land ist hier ein besonders starker unb wichtiger Faktor entstanden."

Zum Schluß sagte der Berichterstatter, daß vor wenigen Tagen Botschafter v. Hassel die Unterschrift Deutschlands unter den Friedenspakt des ita­lienischen Regierungschefs Mussolini gesetzt habe. Jetzt sei wenige Tage später ebenfalls auf römischem Boden das Abkommen mit dem Heiligen Stuhl zustandegekommen. Ist es nicht richtig, wenn man vermutet, daß dieses Zusammentreffen in der Hauptstadt des Faschismus mehr fei' als eine Zufälligkeit, nämlich der Ausdruck für die geistige Revolution, die in Europa sich vollzieht und in Deutschland und Italien bereits ihren segensreichen Friedensschluß mit der römischen Kirche gemacht hat. Wird durch diese Verträge nicht überhaupt eine neue Zeit in Europa ein- geleitet?

Das Zusammentreffen", so bemerkte zum Schluß Vizekanzler v. Papen, ist selbstverständlich mehr als ein Zufall. Es ist der Beweis dafür, daß von diesen beiden Ländern um­wälzende Ideen ausgegangen sind, auf denen das neue Europa aufgebaut werden soll. Infolgedessen finden sich diese beiden Länder, ob­schon sie außenpolitisch verhältnismäßig wenig direkte Berührungspunkte haben, besonders stark in ihrer inneren geistigen Verwandtschaft. Vor allem aber zeigt sich hier als entscheidendes, be­fruchtendes Element für die sich anbahnende Neu­ordnung Europas die Tatsache, daß Italien und Deutschland je nur von einem Mann regiert werden und nicht von Parla­menten, Kabinetten und Parteien. Die Entschei­dungen dieser Persönlichkeiten bedeuten heute Weltgeschichte."

Vizekanzler von Papen meldet die Unterzeichnung.

Eine historische Tat des National­sozialismus."

Berlin, 20. Iuli. (WTB.) Vizekanzler von Papen hat an den Reichspräsidenten von Hindenburg aus Rom das nachstehende Telegramm gerichtet:

Gelegentlich der Unterzeichnung des Reichs­konkordates eben stattgehabten Audienz geruhten Seine Heiligkeit der Papst, mir die herzlichsten Wünsche für das Wohl­ergehen Euerer Exzellenz zugleich mit den besten Segenswünschen für Deutschland auszusprechen.

Gez.: Vizekanzler v. Papen."

Der Herr Reichspräsident hat wie folgt geantwortet:

Ditte Seiner Heiligkeit meinen tiefge­fühlten Dank für ihre Segenswünsche zu übermitteln. Ich verbinde damit meine aufrich­tigen Wünsche für das Wohlergehen Seiner Heiligkeit.

Gez.: v. Hindenburg, Reichspräsident."

An den Reichskanzler sandte Vizekanzler v. Papen folgendes Telegramm:Ich melde Ihnen bie soeben erfolgte Al n t e r z e i ch n u n g des Re ichskonkordats, dessen Text nach Vereinbarung mit der Kurie Sonnabend nach­mittags 6 Alhr veröffentlicht wird. Dank Ihrer großzügigen und weisen staatsmännischen Auf­fassung von der bedeutsamen Aufgabe der christ­lichen Kirche beim Neubau des Dritten Reiches ist damit ein Werk vollendet, das späterhin als eine historische T a t des Nationalsozia­lismus anerkannt werden wird. Nur die Wie­derherstellung der christlichen, na­tionalen und sozialen Grundlagen wird es ermöglichen, die abendländische Kultur erfolgreich gegen alle Angriffe zu verteidigen, und Deutschland wird für diese historische Arbeit das unerschütterliche Funda- ment bilden.

Vizekanzler von papen bei Mussolini.

Rom, 20. Iuli. (WTB.) Vizekanzler von Papen ist heute nachmittag vom italieni­schen Regierungschef in Audienz empfangen worden. Dor Beendigung der Ain» terrebung übergab der Vizekanzler dem italieni­schen Regierungschef als persönliches Ge­schenk eineBüste von Friedrich dem Großen aus der Staatlichen Porzellan-Manu­faktur. Mussolini, der über dieses Geschenk hoch erfreut war, hatte, wie man vernimmt, vor eini­

ger Zeit Vizekanzler von Papen durch den italie­nischen Botschafter in Berlin se i n mit Al n terschrift versehenes Bild im Sil­berrahmen zukommen lassen.

DerIreiheiiSkampsKemalpaschas Unterredung des Reichskanzlers mit einem türkischen Politiker.

Konstantinopel, 20. Iuli. (WTB. Funk­spruch., Die Zeitung Milliyet veröffentlicht eine Alnterrebung des Reichskanzlers Adolf Hitler mit ihrem Chefredakteur Mahmut, der gleich­zeitig Abgeordneter unb Vorsitzender des Aus­wärtigen Ausschusses der Großen Nationalver­sammlung ist. In der Alnterhaltung hat der Reichskanzler zum Ausdruck gebracht, daß der erfolgreiche Freiheitskampf, den der Gazi Ke-

Deutscher evangelischer Christ!

Berlin, 19. Juli. (WTB. Funkspruch.) A m t- l i ch. Das W ä h l e n hat irr. Führerslaal bes Dritten Reiches feinen Sinn verloren. Wenn Dich bennoch ber Führer felbff zur Kirchenwahl auf­ruf I, fo verlangt er von bir eine innere Enk- scheibung.

Du hast zwei Dege vor Dir.

Du kannst auch weiterhin Evangelium unb Volkstum ohne Zusammenhang neben- unb gegeneinanber stehenlassen. Du wirst biejen selbstmörberischen Weg aber nicht wählen.

Du wirst ber großen Frage Gottes an Dich bie Antwort geben, welche dieLinheitvonEoan- g e l i u tn unb Volkstum auf alle Zeiten be­siegelt. Der versuch, ben Parteihaber aufleben zu lassen, ist ein verbrechen vor ber Geschichte. Du wirst biefen versuch rücksichtslos nieberfdjlagen.

Stehe auf, folge ber Reformation! Mdjte Unter­schiebe, bie fein mögen, gering. Sprich ein gewaltiges Ja unb bekenne:

Ich will ein einiges beutfches unb evangelisches Volk fein.

Die Freiheit ber Kirchenwahl.

Nene Bekanntmachungen.

Berlin, 20. Juli. (TU.) Der Bevollmächtigte bes Reichsministers des Innern für bie Ueber- wachung ber unparteiischen Durchführung ber Kir­chenwahlen erläßt folgenbe britte Bekanntmachung:

3m Hinblick auf zahlreiche an mich gelangte An­fragen stelle ich fest:

1. Die freie unb unparteiische Durch­führung ber Wahl ist burch bie Reichs­regierung gewährleistet.

2. Kein Wahlberechtigter hat zu befürch­ten, baß ihm aus feiner Stimmabgabe Rach­teile erwachsen.

3. versuche, bie freie Wahl burch Zwangs­mittel zu beeinflussen, stehen n i ch t i m Ein­klang mit bem Willen ber Reichs­regierung.

Die am 20. Juli 1933 in Berlin versammelten Bevollmächtigten ber beutschen Can- beskirchen veröffentlichen folgenbe Erklärung: Die Bevollmächtigten ber beutschen Lanbeskirchen erklären, baß bie bevorstehenben Kirchenwahlen unter bem Schuh ber Zusicherung bes Herrn Reichskanzlers stehen, wonach ben Gliedern der Kirche die freie Wahl nach kirchlichem Recht nicht verhindert wer­den darf. Danach dürfen alle wahlberechtigten Ge- meinbeglieber, gleichviel für welche ber zur Wahl siehenben Listen sie sich als Kanbibaten ober Wähler entscheiden, a u f ben Schuh bes Staates rechnen. Riemanb braucht sich baher in feiner freien Entschließung behinbert zu fühlen. Sache aller verantwortungsbewußten (Se­rn e i n b e g l i e b e r ist es, ben auf Befriebung bes kirchlichen Lebens gerichteten Absichten bes Herrn Reichspräsibenten unb bes Herrn Reichskanzlers zur Durchführung zu verhelfen."

Zahlreiche Einheitslisten.

Tort auch keine Wahlhandlung.

Kassel, 20. Juli. (WSN.) In sämtlichen acht Wahlkreisen ber Evangelischen Landeskirche i n Hessen-Kassel ist nur je ein WahlVor­schlag für ben Lanbeskirchentag eingereicht wor­den. Die Vorgeschlagenen gelten als gewählt. Es findet daher am Sonntag, den 23. Juli, eine Wahlhandlung zum Landeskirchentag Hessen-Kassel n i ch t statt. In den Kirchengemeinden der Städte Kassel, Hanau und Marburg, sowie in den meisten übrigen Kirchengemeinden der Landes­kirche Hessen-Kassel findet auch eine Wahlhandlung zu den örtlichen Kirchenoorständen nicht statt, weil

m a l Pascha vor Iahren zur Schaffung der neuen Türkei durchgeführt habe, auch ihm seiner­zeit die Zuversicht gegeben habe, daß die deutsche nationalsozialistische Bewegung zum Erfolg gelangen würde. In dieser Bezie­hung sei die Bewegung der Türkei ihm e i n leuchtender Stern gewesen. Wie die Tür­kei sich aus das urwüchsige Bauern» t u m gründe, so gelte auch der Ausbau des deut­schen Bauernstandes dem Reichskanzler als eine der wichtigsten Ausgaben im neuen Deutsch­land. Wenn auch die engen Wirtschaftsbeziehun­gen zwischen Deutschland und der Türkei das freundschaftliche Verhältnis beider Länder be­stimmten, so gäbe, führte der Reichskanzler aus, es doch noch o i n M e h r in den Beziehungen zwi­schen zwei Völkern, das wäre dieSympathie und das Verständnis, gegründet aus der Tatsache, daß beide Völker in der gleichen Richtung ihre Ziele sehen und dies sei in hervorragendem Maße hinsichtlich der Türkei und Deutschland der Fall. Der Reichskanzler schloß mit den Worten, daß seiner Auffassung nach der Präsident der Türkei immer in der Geschichte die­ses Iahrhunderts seinen Platz in der vordersten Reihe der großen Staatsmänner einnehmen werde.

in diesen Gemeinden ebenfalls nur je ein Wahlvorschlag für die Kirchenvorstän'oe ein- gcreicht ist.

Auch für die Nassauische Landeskirchenwahl ist nur e i n Wahlvorschlag eingereicht worden. Dem­gemäß findet am kommenden Sonntag innerhalb der Nassauischen Landeskirche keine Wahl­handlung statt.

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In Schleswig. Hol st ein ist in sämtlichen Wahlbezirken für die Landessynode nur ein Wahlporschlag eingegangen. Somit gelten die auf dem Wahlvorschlag genannten Persönlichkeiten als rechtsgültig gewählt. In ganz Schics- wig-Holstein erübrigt sich demnach für die Landes- synode eine Wahl am kommenden Sonntag. Don den in die Landessynode eintretenden Abgeordneten gehören 9 5 o. H. der Glaubensbewegung Deutsche Christen an. Die gleiche Bereitschaft zum friedlichen Ausgleich hat sich auch bei der Neu­bildung der Kirchenoertretungen in Schleswig-Hol­stein gezeigt

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Im Lande Baden werden ebenfalls keine Kirchenwahlen stattfinden infolge des Zu­standekommens einer E i n h e i t s l i st e. Es er­übrigen sich deshalb auch die Eintragungen in die Wahlliste.

*

Auch in Hamburg sind in allen Gemeinden die großen kirchlichen Gruppen auf eine Ein­heitsliste geeinigt worden. Es kommt da­her zu keiner weiteren Wahlhandlung. Auf den Einheitslisten haben bie Vertreter der Deutschen Christen mindestens 51 Prozent aller Sitze erhalten. Die Vorstellung der auf den Listen genannten und als gewählt zu betrachtenden Kirchenvorsteher findet am 30. Juli im Hauptgottesdienst in allen Kirchen statt.

Das Evangelische Frauenwerk in die Reichs-Arbeitsgemeinschaft deutscher

Frauenverbände eingegliedert.

Berlin, 20.Juli. (WTB. Funkspruch.) Der Be­vollmächtigte bes Reichskanzlers für bie Angelegen­heiten ber Evangelischen Kirche, Wehrkreis- Pfarrer Müller, hat dem Reichsministcrium des Innern die Mitteilung übersandt, daß sich das evangelische Frauenwerk in vier Arbeits­säulen in die Reichsarbeitsgemeinschaft deutscher Frauenverbände eingegliedert hat. Damit ist das große Einigungswerk zwischen Evangelischer Kirche und Staat auch auf bie Gesamtarbeit ber evangelischen Frauenverbände ausgedehnt worden, die sich geschlossen der nationalsozialistischen Reichsregie­rung unterstellt hat.

Eine Anordnung des ReichSwirtschastSmintsteriumS.

Berlin, 20. Juli. (WTB.) Das R e i ch s w i r t - schaftsministerium teilt mit: Dem Reichs- wirtschaftsminifterium ist bekannt geworben, baß in verschiedenen Fällen Personen unter fal­schen Voraussetzungen und auf Grund von nicht zutreffenden Auskünften des ehemaligen Leiters des Wirt­schaftspolitischen Amtes oder seiner Re- ferenten und Mitarbeiter bzw. Beauftragten, die diese unter Ueberschreitung ihrer B e - f u g n i s s e gegeben haben, in leitende Stel­lungen (Aussichtsratsvorsitzende bzw. Mitglieder des Aufsichtsrates, Vorstandsrates ufro.) insbeson­dere von Berliner Kreditinstituten oder sonstigen Organisationen des Geldverkehrs gelangt sind. Das Reichswirtschaftsministerium legt besonderen Wert darauf, daß in allen diesen Fällen die betreffenden Herren den veränderten Verhältnissen dadurch Rechnung tragen, daß sie ihre A e m t e r und Posten nieberlegen unb im Benehmen mit bem Reichswirtschaftsministerium Ncuwah - l e n veranlassen.

Die evangelischen Kirchenwahlen.