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21.6.1933 Erstes Blatt
 
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183. Jahrgang

Mittwoch, 2s.Juni (933

(Er|d)eim 1 ag ltd), außti Sonntag» unb Feiertags Beilagen; Dte 3Uu(trierit (Biefiener Jamilienblättex Heimat im Bilb Die Scholl, ülonars'Beiugsprets:

Mit 4 Beilagen NM. 1.9b Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. . -.25 Sud) bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, zenlsprechanschlüsse

anter Sammetnummer 2251. Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Siehe».

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Drud und Verlag: vrühl'fche Unwerfiläir Such. und Stcinörudcrei R. Lange in Stehen. Schriftleitung un» Seschäftzftelle: §chulftrahe 7.

Annahme von Anzeige» für bie Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Be» hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorfchrift 20', mehr.

Chefredakteur.

Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Berantroortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton DrJrj.Ibgriot; für ben übrigen Teil Ernst Blumschein unbfürbenSn« zeigenteil i.V.Th.Kümmel sämtlich in Gießen.

Amerika und das neue Deutschland.

Neurath und Luther werben um Verständnis.

Oer Reichsaußenminister im Rundfunk.

Wichtige Parallelen im Weg beider Völker.

London. 20.3unL (WTD.) Reichsauhen- minister Freiherr v. Reurath hielt im Rundfunk an das amerikanische Volk eine An­sprache, in der er u. a. ausführte: Das deutsche Volk sieht es voll Bewunderung, mit welchem Mut und mit welcher Energie das amerikanische Volk den Kampf gegen die Krise aus­genommen hat und wie unerschrocken die Re­gierung der Vereinigten Staaten neue Wege einschlägt, die man früher für gewagt gehalten hätte. Ich glaube sagen zu dürfen, daß das deutsche Volk ein besonderes Verständnis dafür hat, denn es s e l b st hat in den letzten 15 Jah­ren mehr als andere Völker einen fast un­unterbrochenen Kampf gegen wirt­schaftliche, finanzielle und poli­tische Schwierigkeiten zu führen gehabt. Wir haben nie den Mut verloren.

3n der Tat leidet Deutschland in vieler Be­ziehung unter den gleichen Schwierigkeiten wie die Vereinigten Staaten. Das schlimmste Liebel ist die Arbeitslosigkeit. Die Ver­heerungen, die die Arbeitslosigkeit in wirtschaft­licher und sozialer Beziehung in Deutschland angerichtet hat, sind noch tiefer als in den Vereinigten Staaten. 3n der Dankenkrise haben wir in den Vereinigten Staaten und in Deutschland ungesähr die gleichen Schwierig­keiten gehabt und sie auch weitgehend mit den gleichen Mitteln zu überwinden versucht.

Wir müssen hier auf der Weltwirtschasts- konserenz über den scheinbaren Interessengegen­sätzen der einzelnen Probleme die gemein­same Ausgabe erkennen, unseren Völkern Arbeit und ein lebenswürdigcs Dasein zu ver­schaffen. Der Erfolg dieser Konferenz hängt aber vom friedlichen und verständnisvollen Zusammen­arbeiten der Völker ab. Die Tatsache, dah in Deutschland die Staatsgewalt von einer Bewe­gung ergriffen wurde, die als revolutionär angesehen wird, hat manchen Stellen außerhalb Deutschlands Anlah gegeben, sich beunruhigt zu zeigen. Man hat diese Llmwälzungen in Deutsch­land dafür verantwortlich machen wollen, dah das notwendige politische Vertrauen nicht vorhanden ist. Ich möchte keine Gelegenheit ver­säumen, dies richtig zu stellen. Die Staats­führung im Innern Deutschlands hat sich ge­ändert Die Auhenpolitik Deutsch­lands ist friedfertig geblieben. Durch die neue innere Staatsführung wurde ein ein­heitlicher Staat gebildet. Deutschland ist dadurch zum stärksten Bollwerk gegen die kommunistische Gefahr geworden. Für die Friedfertigkeit der deutschen Auhen- politik hat der Reichskanzler Hitler das stärkste Zeugnis in der Regierungserklärung abgelegt. Diese Erklärung muhte alle Besorg­nisse über die auhenpolitische Haltung der natio­nalsozialistischen Regierung zerstreuen. Auf der Abrüstungskonferenz in Genf, bei dem Pakt von Rom und bei anderen Gelegenheiten hat die nationalsozialistische Regierung ihre Be­weise für ihre friedfertige und verständigungs­bereite Politik gegeben.

Botschafter Luther über die Grundsätze des neuen Staates

R e u h 0 r k, 20. Juni. (TL1.) Dor der deutsch- amerikanischen Handelskammer hielt der deutsche Botschaster Dr. Luther einen Vortrag über das neue Deutschland, seine Ausgaben und Ziele. Er erklärte u. a., dah das Programm Roosevelts in vielen Punkten dem Programm der Re­gierung Hitler ähnele. Jeder, der sich vergegenwärtige, wie tief verwundet Deutschland aus dem Weltkriege zurückkehrte, müsse Verständ­nis für Deutschland haben. Die Rationen hätten heute wieder erkannt, dah in vielen Fragen, be­sonders in wirtschaftlicher Beziehung, eine in­ternationale Zusammenarbeit un - e r l ä h l i ch sei. Reichskanzler Hitler habe oft zum Ausdruck gebracht, wie wichtig der Ausbau des internationalen Wirtschaftsnetzes fei. Heute sehe Deutschland mit Hoffnung und Interesse auf die Londoner Wirtschaftskonf erenz, ferner fei Deutschland an der Abrüstungsfrage und an­deren wichtigen Problemen der internationalen Politik brennend interessiert. Für die gründ- legenden Veränderungen in Deutschland sei nichts so charakteristisch, als die Erklärung des 1. Mai zum nationalen Feiertag der deutschen Arbeit. Ein Eckstein der Wirtschastsgrundsähe des Dritten Reiches sei die These, dah Allgemeininter­esse vor Privatinteresse stehe. Dr. Luther schilderte dann im einzelnen das deutsche Aufbauprogramm. Deutschland müsse seine kleine Gold- und Devisendeckung stützen, wenn man sich vergegenwärtige, dah diese Deckung heute nur noch 8 v. H betrage. Das heutige Deutschland sei von einem ft arten Wiederaufbauwillen beherrscht

Oer Kaiser über Reichskanzler Hiiler.

London, 19. Juni. (TTl.) 3m .Evening Standard" erscheint eine Unterredung des Kai­sers mit dem englischen Journalisten Drad -

ley - Dirt. In dieser soll der Kaiser u. a. ge­sagt haben, Hitler habe getan, was niemand jemals habe tun können, er habe d i e ganze deutsche Ration mit einem gemein- samen Geist belebt. Er habe eine Welle des Rationalgefühls in ganz Deutsch­land entfacht, wie das niemals vorher in der ganzen Geschichte Deutschlands der Fall ge­wesen sei. Der Kaiser sprach dann u. a. über die internationalen Wirtschaftspro­

bleme. Eine der wichtigsten Lehren der Rach­kriegszeit sei, dah kein Staat allein st ehen könne. Es müsse Freundschaft und guter Wille herrschen. Die modernen Maschinen seien zum gröhten Teil für die gegenwärtige Weltkrise verantwortlich. Die Maschinen mühten wieder aus ihren richtigen Platz als Helfer der Menschen und nicht als ihre Meister zurückgebracht wer­den.

Verbot der Kampfringe der Oeutschnationalen Front in Preußen.

Ber . in , 21. 3uni. (IDIB. Funkspruch.) 21 m I - l i ch.) 21uf Grund des § 1 ber Berorbnung des Reichspräsidenten zum Schuhe von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in Verbindung mit § 14 des Potizeioermattungsgesehes hat der preuhische Mini st er des Innern die Kampfringe der Deutfchnationalen Front (früher Deutschnationale Kampfstaffeln) einschliehlich sämt­licher Formationen, sowie die im Bismarck- bunb zusammengeschlossenen Jugendgruppen im ganzen Gebiet des Freistaates Preuhen aufgelöst und verboten. Das verbot ist erfolgt, weil die angestellten Ermittlungen einwandfrei ergeben haben, dah kommunisti- f ch e und sonstige staatsfeindliche Eie­rn e nt e in größtem Umfange Ausnahme in d i e Formationen der Kampfringe gefunden haben. Die Kampfringe bildeten bei dieser Sachlage eine erhebliche Gefahr für die Sicher­heit des Staates und der Bevölkerung. Die getroffene Mahnahme war deshalb zur Abwehr der von diesen zersetzten Organisationen für die öffentliche Sicherheit und den inneren Frieden drohenden Gefahren notwendig.

Es wird weiter noch mitgeteilt, dah nicht nur im Gebiet Preuhen, sondern imganzenReichs- gebiet die Haussuchungen bei den führenden Mit­gliedern der Kampfring-Organisationen durchgeführt worden sind. Die Mahnahmen haben sich als not­wendig erwiesen, nachdem sestgestellt wurde, dah st ellenweise 60 bis 70 v. h. der Mitglie­der sich aus Kommunisten und Mar­xisten zusammensetzten. Auch bei der am vergangenen Samstag ausgehobenen sozialistischen Geheimsihung in Hamburg wurde Material vor­gefunden, das auf konterrevolutionäre Elemente innerhalb der Kampfringe hindeutete. In den letzten Tagen ist es sogar in Frankfurt (Oder) zu blutigen Zusammenstößen ge­kommen, ein Beweis dafür, dah, wenn nicht von staatlicher Seite Angegriffen worden wäre, Selbft- hilseaktionen gegen die Kampfringe erfolgt wären.

Schtiehlich wird erklärt, dah sich die Aktion i n keiner weise gegen d i e Deutschnatio­nale Front richte, ebensowenig etwa gegen den Stahlhelm, über dessen Zusam­menarbeit mit der NSDAP, gegenwärtig Erwägun- gen zwischen dem Reichskanzler und dem Reichs­arbeitsminister Seldte im Gange sind.

Aus dem Material der Polizei wird beson­ders erwähnt ein Vorfall bei der Skagerrakfeier in Berlin. Damals wurden die dcutschnationalen Kampfstaffeln, die mit über 200 Teilnehmern auf­marschiert waren, beim Abmarsch durchsucht, wo­bei festgestettt wurde, dah 140 von ihnen b i s zum 5. März aktiv in der Kommuni st i- schenbzw. SozialdemokratischenPar- tei oder einem diesen Parteien nahestehenden Verband tätig waren. Die beschlagnahmte Liste einer Kampfstafsel aus dem 82. Berliner Polizei­revier enthielt 35 Hamen. Don diesen sind bei 18 belastende Akten bei der geheimen Staatspolizei vorhanden. Bei den Leuten, die früher im Reichsbanner, bei der KPD. usw. or­ganisiert worden waren, wurden erhebliche D 0 r - [trafen festgestettt. u. a. wegen Betruges, Zu­hälterei, Kuppelei usw.

Haussuchung in der Berliner Geschäfts­stelle der OeutschnationalenVolkSpartei

Berlin, 21. Juni. (ERB. Funkspruch.) Die Polizeiabteilung ZBV. erschien heute vormittag unvermutet in den Räumen der Ge­schäftsstelle der DRVP. gegenüber dem Reichstagsgebäude und nahm eine Haus­suchung vor. Eine Abteilung ZBV. besetzte heute vormittag das Staffelheim VI des Kampfringes der Deutschnationalen. Schriftstücke wurden beschlagnahmt, sieben Angehörige des Kampfringes in Schutzhaft genommen und ver­schiedene Schußwaffen beschlagnahmt. Das Heim wurde polizeilich geschlossen. Das Kampf st affelheim 1, das älteste Groh- Berlins, wurde von SA.-Leuten besetzt und polizeilich geschlossen. Bei der Durchsuchung fand man drei Gewehre, Mo­dell 98. Insgesamt 40 Personen wurden festge­

nommen. Im Verlaufe der Aktion gegen die Deutschnationalen Kampfstaffeln ist der de u t sch n a t i 0 n a I e Reichstagsabge­ordnete Timm fe st genommen worden.

Auflösung der Oeuischnationalen Kampfstaffeln auch in Oldenburg.

Oldenburg, 21. Juni. (ERD. Funkspruch.) Die Aktion gegen die deutschnationalen Kampfstaf­feln setzte heute morgen auch in Bremen und Oldenburg ein unter Beteiligung von Polizei und SA. Cs wurde vielfach belastendes Material bei den Haussuchungen gesunden. Im Gebiete des Freistaates Oldenburg und in Bremen ist die Auflösung der gesamten Kampf st af- fein angeordnet worden.

Aufruf

des Siahlhelmführers Seldte

Berlin, 21. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der 1. Bundesführer des Stahlhelms und Reichsar­beitsminister Franz Seldte hat folgenden Aufruf erlassen: Die nach dem siegreichen Durch­bruch der nationalsozialistischen Revolution nach­träglich betriebene Ausbreitung und das Ver­halten des Kampfringes junger Deutschnationaler, dessen Vorhandensein auch dem Stahlhelm stets unverständlich war, hat heute eine Aktion ausge­löst, deren Rotwendigkeit im Sinne der nationalsozialistischen Staatsidee gegen jede Re­aktion anerkannt werden muh. Darum be­fehle ich entsprechend meinen Fehrbelliner Aus­führungen gegen jede Reaktion: Der Stahlhelm steht heute und zukünftig zu Adolf Hitler undinder Front dernationalsoziali- stischen Revolution

gez. Franz Seldte.

Als Kommissar für den Landesverband Westmark-Süd des Stahlhelms ist von den Regierungspräsidenten von Koblenz und Trier einstweilen der Führer des Landesverban­des Westmark-Süd Generalmajor a. D. Thon bestellt worden.

Stahlhelm-Ortsgruppen in Anhalt aufgelöst.

Dessau, 21. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Das anhaltische Staatsministerium hat die Stahlhelm- Ortsgruppen Raguh und Iehnih und ihre Orga­nisationen mit sofortiger Wirkung aufgelöst.

Aktion gegen Funktionäre ber Bayerischen Volkspartei.

München, 21. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Die Bayerifche politische Polizei teilt mit: In letzter Zeit haben sich die Verdachtsmomente, dah führende Persönlichkeiten der Bayerischen Dolkspartei im Zu­sammenhang stehen mit den letzten Ereignissen in Oesterreich, insbeson­dere mit dem vor wenigen Tagen dort erfolgten Verbot der RSDAP., so verdichtet, dah es dringend notwendig erschien, die Verbindung mit der Bayerischen Dolkspartei und den Christlich - Sozialen sowie der Heimatwehr in Oesterreich restlos zu durchbrechen Die bayerische politische Polizei hat daher heute eine einheitliche Aktion gegen öie Funktionäre der BDP. in ganz Bay­ern eingeleitet und bei ihpen sowie in den wichtigsten Bureaus der Partei eine Suchung nach belastendem Material vorgenommen Unter anderem wurden auch die Räume der Frak­tion der Bayerischen Dolkspartei im Landtage, desBayerischen Kuriers" und des Wirtschaftsbeirates durchsucht. Das beschlag­nahmte Material wird zur Zeit noch gesichtet. In Einzelfällen, bei denen Widerstand erfolgte, ober Verdunkelungsgefahr besteht, muhte zu Festnahmen geschritten werden

Gömbös über seine Berliner Reise

Budapest, 20. 3uni. (WTD.) 3m ungari­schen Parlament mißbilligten zwei Abgeordnete die Berlin-Reise des Ministerpräsidenten Mini­sterpräsident Gömbös erklärte dazu, er habe eine Pflicht erfüllt, indem er Berlin be­suchte, wohin er von dem Reichskanzler Hitlereingeladen worden fei. Drei Gründe

Die Finanzpolitik im neuen Reich

Vermehrung der Arbeit, der Schlüssel zur

Besserung.

Berlin, 21.Juni. (TU.) In der Berwqltungs- akademie Berlin sprach Staatssekretär Dr. Rein­hardt vom Reichsfinanzministerium über:Die Finanzpolitik im neuen Reich". Er führte etwa fol­gendes aus: Die Finanzpolitik des neuen Reiches ist, solange es in Deutschland die Arbeitslosigkeit gibt, in erster Linie abgestellt auf die Vermin­derung der Arbeitslosigkeit. Diese ist nicht bereits gegeben in einer Verminderung der Arbeitslosenziffer, sondern nur in einer Vermeh­rung der Arbeit. Eine Vermehrung der Arbeit führt zwangsläufig zur Erhöhung der Lohn­summe im deutschen Volkswirtjchaftskörper, zur Erhöhung der Zinssätze, die in ihm Vor­kommen, und zur Erhöhung des Volksein­kommens. Die zwangsläufige Folge dieser Ent­wicklung ist eine Erhöhung des Aufkom­mens an Steuern und Abgaben, und auf der anderen Seite, weil die Zahl der Arbeitslosen kleiner wird, eine Verminderung des Fi­nanz b e d a r f s für die Unterstützung der Arbeits­losen. Voraussetzung für die Vermehrung oon Ar­beit ist eine Erhöhung der Nachfrage nach Gütern und Leistungen. Die Regierung der nationalen Revolution hat sich zu ihrer Hauptauf­gabe gestellt, Kaufkraft und Anreiz zu schaffen. Die erste ganz große Maßnahme in dieser Richtung ist das Gesetz zur Verminderung der 21r- beitslosigkeit vom 1. Juni, das einen Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit darstellt. Weitere Gesetze zur Verminderung der Arbeitslosigkeit werden sol- aen. Es muß und wird uns gelingen, der Geißel der Arbeitslosigkeit Herr zu werden, wenn alle Volks­genossen und Dolksgenossinncn sich zu einheitlichem Denken und Handeln zusammenfinden in der Rich­tung, die die Regierung der nationalen Revolution durch ihr Gesetz vom l.Juni 1933 angegeben hat.

Oie geistige Betreuung der Arbeitsdienstwilligen.

Berlin, 20. 3uni. (WTD.) Auf bie gei­stige Betreuung derArbeitsdienst- willigen wird sehr großer Wert gelegt. CS ist daher notwendig, geeignete Sträf te, die durch ihre Vorbildung befähigt sind, staats- politischen Unterricht zu geben, für die Lager des Arbeitsdienstes heranzuziehen Für die­sen Dienstzweig sind namentlich Junglehrer geeignet, die anderweitig wenig Aussicht auf An­stellung haben Auch solche Lehrer, die über 25 3ahre alt sind, sich aber im Arbeitsdienst be­tätigen wollen, können durch Meldung bei den zuständigen Stetten nationalsozialistische Gau­bearbeiter für den Arbeitsdienst und Sachbearbei­ter des Arbeitsdienstes bei den Landesämtern deS Stahlhelms in den Arbeitsdienst eingereiht werden. Reben diesen Lehrkräften können ferner andere staatspolitisch genügend vorgebttdete und über ein hinreichendes Wissen und Können ver­fügende, für den Unterricht befähigte Männer ein­gestellt werden. Auch diese melden sich bei den oben genannten zuständigen Stellen Für alle gilt selbstverständlich daß sie in den Arbeitsdienst­lagern mindeste ns vier Wochen prak­tisch tätig sein müssen, weil niemand im Arbeitsdienst Führer werden darf, der nicht vor­her durch die praktische Tätigkeit im Arbeitsdienst die unbedingt nottoenbige Fühlung mit den Lagerbelegschaften erhalten hat.

Gründung des Reichsftandes der Deutschen Industrie

Berlin, 19. Juni. (WTB.) Der Reichs- verband der Deutschen Industrie und die Vereinigung der Deutschen Ar­beitgeberverbände haben sich zum Reichs- stand der Deutschen Industrie zusammen- geschlossen und dem Herrn Reichskanzler durch die beiden bisherigen Vorsitzenden eine entsprechende Er­klärung übermittelt. Der weitere Ausbau des so ge­schaffenen industriellen Reichsstandes und seine Ein­fügung in die berufsständische Gesamtordnung der deutschen Wirtschaft wird nach den Grundsätzen des in der Entwicklung begriffenen berufsständischen

hätten ihn nach Berlin geführt: Erstens wirt­schaftliche Absichten, zweitens habe er sich politisch Über das deutsche System orientieren wollen. Reichskanzler Hitler und die nationalsozialistische Bewegung haben der gan­zen Menschheit Dienste von weltgeschichtlicher De- beuturog geleistet, indem sie der kommunistischen Gefahr in Deutschland ein Ende bereiteten.

Die dritte Ursache der Berliner Reise war, fuhr der Ministerpräsident Gömbös fort, mich über di e außenpolitische Stellung­nahme Deutschlands zu unterrichten. Mit großer Freude konnte ich seststetten, daß die po­litische Linienführung des deutschen Kanzler« i in Zeichen des Friedens steht. Seine Poli­tik richtet sich nicht gegen andere Län­der. Auch in der Frage der Gleichberechti­gung stimmt die Auffassung des Kanzlers mit Der meinigen überein. Die Berliner Reise war keineswegs gegen Oesterreich ge­richtet. Bundeskanzler Dr. Dollfuß betonte ja ?gerade heute in einer Zeitungserklärung das reundschaftliche Verhältnis zwischen dem österrei­chischen und dem ungarischen Volk und den bei­den Regierungen. Die Unabhängigkeit Oesterreichs, so führte Gömbös weiter aus, fei_ nicht nur eine deutsche, sondern eine euro­päische Frage. Diese Unabhängigkeit sehe er nicht für gefährdet an, solange die deut­sche Politik Den Frieden anstrebt.