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183. Jahrgang
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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Chefredakteur.
Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Berantroortlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton DrJrj.Ibgriot; für ben übrigen Teil Ernst Blumschein unbfürbenSn« zeigenteil i.V.Th.Kümmel sämtlich in Gießen.
Amerika und das neue Deutschland.
Neurath und Luther werben um Verständnis.
Oer Reichsaußenminister im Rundfunk.
Wichtige Parallelen im Weg beider Völker.
London. 20.3unL (WTD.) Reichsauhen- minister Freiherr v. Reurath hielt im Rundfunk an das amerikanische Volk eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Das deutsche Volk sieht es voll Bewunderung, mit welchem Mut und mit welcher Energie das amerikanische Volk den Kampf gegen die Krise ausgenommen hat und wie unerschrocken die Regierung der Vereinigten Staaten neue Wege einschlägt, die man früher für gewagt gehalten hätte. Ich glaube sagen zu dürfen, daß das deutsche Volk ein besonderes Verständnis dafür hat, denn es s e l b st hat in den letzten 15 Jahren mehr als andere Völker einen fast ununterbrochenen Kampf gegen wirtschaftliche, finanzielle und politische Schwierigkeiten zu führen gehabt. Wir haben nie den Mut verloren.
3n der Tat leidet Deutschland in vieler Beziehung unter den gleichen Schwierigkeiten wie die Vereinigten Staaten. Das schlimmste Liebel ist die Arbeitslosigkeit. Die Verheerungen, die die Arbeitslosigkeit in wirtschaftlicher und sozialer Beziehung in Deutschland angerichtet hat, sind noch tiefer als in den Vereinigten Staaten. 3n der Dankenkrise haben wir in den Vereinigten Staaten und in Deutschland ungesähr die gleichen Schwierigkeiten gehabt und sie auch weitgehend mit den gleichen Mitteln zu überwinden versucht.
Wir müssen hier auf der Weltwirtschasts- konserenz über den scheinbaren Interessengegensätzen der einzelnen Probleme die gemeinsame Ausgabe erkennen, unseren Völkern Arbeit und ein lebenswürdigcs Dasein zu verschaffen. Der Erfolg dieser Konferenz hängt aber vom friedlichen und verständnisvollen Zusammenarbeiten der Völker ab. Die Tatsache, dah in Deutschland die Staatsgewalt von einer Bewegung ergriffen wurde, die als revolutionär angesehen wird, hat manchen Stellen außerhalb Deutschlands Anlah gegeben, sich beunruhigt zu zeigen. Man hat diese Llmwälzungen in Deutschland dafür verantwortlich machen wollen, dah das notwendige politische Vertrauen nicht vorhanden ist. Ich möchte keine Gelegenheit versäumen, dies richtig zu stellen. Die Staatsführung im Innern Deutschlands hat sich geändert Die Auhenpolitik Deutschlands ist friedfertig geblieben. Durch die neue innere Staatsführung wurde ein einheitlicher Staat gebildet. Deutschland ist dadurch zum stärksten Bollwerk gegen die kommunistische Gefahr geworden. Für die Friedfertigkeit der deutschen Auhen- politik hat der Reichskanzler Hitler das stärkste Zeugnis in der Regierungserklärung abgelegt. Diese Erklärung muhte alle Besorgnisse über die auhenpolitische Haltung der nationalsozialistischen Regierung zerstreuen. Auf der Abrüstungskonferenz in Genf, bei dem Pakt von Rom und bei anderen Gelegenheiten hat die nationalsozialistische Regierung ihre Beweise für ihre friedfertige und verständigungsbereite Politik gegeben.
Botschafter Luther über die Grundsätze des neuen Staates
R e u h 0 r k, 20. Juni. (TL1.) Dor der deutsch- amerikanischen Handelskammer hielt der deutsche Botschaster Dr. Luther einen Vortrag über das neue Deutschland, seine Ausgaben und Ziele. Er erklärte u. a., dah das Programm Roosevelts in vielen Punkten dem Programm der Regierung Hitler ähnele. Jeder, der sich vergegenwärtige, wie tief verwundet Deutschland aus dem Weltkriege zurückkehrte, müsse Verständnis für Deutschland haben. Die Rationen hätten heute wieder erkannt, dah in vielen Fragen, besonders in wirtschaftlicher Beziehung, eine internationale Zusammenarbeit un - e r l ä h l i ch sei. Reichskanzler Hitler habe oft zum Ausdruck gebracht, wie wichtig der Ausbau des internationalen Wirtschaftsnetzes fei. Heute sehe Deutschland mit Hoffnung und Interesse auf die Londoner Wirtschaftskonf erenz, ferner fei Deutschland an der Abrüstungsfrage und anderen wichtigen Problemen der internationalen Politik brennend interessiert. Für die gründ- legenden Veränderungen in Deutschland sei nichts so charakteristisch, als die Erklärung des 1. Mai zum nationalen Feiertag der deutschen Arbeit. Ein Eckstein der Wirtschastsgrundsähe des Dritten Reiches sei die These, dah Allgemeininteresse vor Privatinteresse stehe. Dr. Luther schilderte dann im einzelnen das deutsche Aufbauprogramm. Deutschland müsse seine kleine Gold- und Devisendeckung stützen, wenn man sich vergegenwärtige, dah diese Deckung heute nur noch 8 v. H betrage. Das heutige Deutschland sei von einem ft arten Wiederaufbauwillen beherrscht
Oer Kaiser über Reichskanzler Hiiler.
London, 19. Juni. (TTl.) 3m .Evening Standard" erscheint eine Unterredung des Kaisers mit dem englischen Journalisten Drad -
ley - Dirt. In dieser soll der Kaiser u. a. gesagt haben, Hitler habe getan, was niemand jemals habe tun können, er habe d i e ganze deutsche Ration mit einem gemein- samen Geist belebt. Er habe eine Welle des Rationalgefühls in ganz Deutschland entfacht, wie das niemals vorher in der ganzen Geschichte Deutschlands der Fall gewesen sei. Der Kaiser sprach dann u. a. über die internationalen Wirtschaftspro
bleme. Eine der wichtigsten Lehren der Rachkriegszeit sei, dah kein Staat allein st ehen könne. Es müsse Freundschaft und guter Wille herrschen. Die modernen Maschinen seien zum gröhten Teil für die gegenwärtige Weltkrise verantwortlich. Die Maschinen mühten wieder aus ihren richtigen Platz als Helfer der Menschen und nicht als ihre Meister zurückgebracht werden.
Verbot der Kampfringe der Oeutschnationalen Front in Preußen.
Ber . in , 21. 3uni. (IDIB. Funkspruch.) 21 m I - l i ch.) 21uf Grund des § 1 ber Berorbnung des Reichspräsidenten zum Schuhe von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 in Verbindung mit § 14 des Potizeioermattungsgesehes hat der preuhische Mini st er des Innern die Kampfringe der Deutfchnationalen Front (früher Deutschnationale Kampfstaffeln) einschliehlich sämtlicher Formationen, sowie die im Bismarck- bunb zusammengeschlossenen Jugendgruppen im ganzen Gebiet des Freistaates Preuhen aufgelöst und verboten. Das verbot ist erfolgt, weil die angestellten Ermittlungen einwandfrei ergeben haben, dah kommunisti- f ch e und sonstige staatsfeindliche Eiern e nt e in größtem Umfange Ausnahme in d i e Formationen der Kampfringe gefunden haben. Die Kampfringe bildeten bei dieser Sachlage eine erhebliche Gefahr für die Sicherheit des Staates und der Bevölkerung. Die getroffene Mahnahme war deshalb zur Abwehr der von diesen zersetzten Organisationen für die öffentliche Sicherheit und den inneren Frieden drohenden Gefahren notwendig.
Es wird weiter noch mitgeteilt, dah nicht nur im Gebiet Preuhen, sondern imganzenReichs- gebiet die Haussuchungen bei den führenden Mitgliedern der Kampfring-Organisationen durchgeführt worden sind. Die Mahnahmen haben sich als notwendig erwiesen, nachdem sestgestellt wurde, dah st ellenweise 60 bis 70 v. h. der Mitglieder sich aus Kommunisten und Marxisten zusammensetzten. Auch bei der am vergangenen Samstag ausgehobenen sozialistischen Geheimsihung in Hamburg wurde Material vorgefunden, das auf konterrevolutionäre Elemente innerhalb der Kampfringe hindeutete. In den letzten Tagen ist es sogar in Frankfurt (Oder) zu blutigen Zusammenstößen gekommen, ein Beweis dafür, dah, wenn nicht von staatlicher Seite Angegriffen worden wäre, Selbft- hilseaktionen gegen die Kampfringe erfolgt wären.
Schtiehlich wird erklärt, dah sich die Aktion i n keiner weise gegen d i e Deutschnationale Front richte, ebensowenig etwa gegen den Stahlhelm, über dessen Zusammenarbeit mit der NSDAP, gegenwärtig Erwägun- gen zwischen dem Reichskanzler und dem Reichsarbeitsminister Seldte im Gange sind.
Aus dem Material der Polizei wird besonders erwähnt ein Vorfall bei der Skagerrakfeier in Berlin. Damals wurden die dcutschnationalen Kampfstaffeln, die mit über 200 Teilnehmern aufmarschiert waren, beim Abmarsch durchsucht, wobei festgestettt wurde, dah 140 von ihnen b i s zum 5. März aktiv in der Kommuni st i- schenbzw. SozialdemokratischenPar- tei oder einem diesen Parteien nahestehenden Verband tätig waren. Die beschlagnahmte Liste einer Kampfstafsel aus dem 82. Berliner Polizeirevier enthielt 35 Hamen. Don diesen sind bei 18 belastende Akten bei der geheimen Staatspolizei vorhanden. Bei den Leuten, die früher im Reichsbanner, bei der KPD. usw. organisiert worden waren, wurden erhebliche D 0 r - [trafen festgestettt. u. a. wegen Betruges, Zuhälterei, Kuppelei usw.
Haussuchung in der Berliner Geschäftsstelle der OeutschnationalenVolkSpartei
Berlin, 21. Juni. (ERB. Funkspruch.) Die Polizeiabteilung ZBV. erschien heute vormittag unvermutet in den Räumen der Geschäftsstelle der DRVP. gegenüber dem Reichstagsgebäude und nahm eine Haussuchung vor. Eine Abteilung ZBV. besetzte heute vormittag das Staffelheim VI des Kampfringes der Deutschnationalen. Schriftstücke wurden beschlagnahmt, sieben Angehörige des Kampfringes in Schutzhaft genommen und verschiedene Schußwaffen beschlagnahmt. Das Heim wurde polizeilich geschlossen. Das Kampf st affelheim 1, das älteste Groh- Berlins, wurde von SA.-Leuten besetzt und polizeilich geschlossen. Bei der Durchsuchung fand man drei Gewehre, Modell 98. Insgesamt 40 Personen wurden festge
nommen. Im Verlaufe der Aktion gegen die Deutschnationalen Kampfstaffeln ist der de u t sch n a t i 0 n a I e Reichstagsabgeordnete Timm fe st genommen worden.
Auflösung der Oeuischnationalen Kampfstaffeln auch in Oldenburg.
Oldenburg, 21. Juni. (ERD. Funkspruch.) Die Aktion gegen die deutschnationalen Kampfstaffeln setzte heute morgen auch in Bremen und Oldenburg ein unter Beteiligung von Polizei und SA. Cs wurde vielfach belastendes Material bei den Haussuchungen gesunden. Im Gebiete des Freistaates Oldenburg und in Bremen ist die Auflösung der gesamten Kampf st af- fein angeordnet worden.
Aufruf
des Siahlhelmführers Seldte
Berlin, 21. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der 1. Bundesführer des Stahlhelms und Reichsarbeitsminister Franz Seldte hat folgenden Aufruf erlassen: Die nach dem siegreichen Durchbruch der nationalsozialistischen Revolution nachträglich betriebene Ausbreitung und das Verhalten des Kampfringes junger Deutschnationaler, dessen Vorhandensein auch dem Stahlhelm stets unverständlich war, hat heute eine Aktion ausgelöst, deren Rotwendigkeit im Sinne der nationalsozialistischen Staatsidee gegen jede Reaktion anerkannt werden muh. Darum befehle ich entsprechend meinen Fehrbelliner Ausführungen gegen jede Reaktion: Der Stahlhelm steht heute und zukünftig zu Adolf Hitler undinder Front dernationalsoziali- stischen Revolution
gez. Franz Seldte.
Als Kommissar für den Landesverband Westmark-Süd des Stahlhelms ist von den Regierungspräsidenten von Koblenz und Trier einstweilen der Führer des Landesverbandes Westmark-Süd Generalmajor a. D. Thon bestellt worden.
Stahlhelm-Ortsgruppen in Anhalt aufgelöst.
Dessau, 21. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Das anhaltische Staatsministerium hat die Stahlhelm- Ortsgruppen Raguh und Iehnih und ihre Organisationen mit sofortiger Wirkung aufgelöst.
Aktion gegen Funktionäre ber Bayerischen Volkspartei.
München, 21. Juni. (WTB.-Funkspruch.) Die Bayerifche politische Polizei teilt mit: In letzter Zeit haben sich die Verdachtsmomente, dah führende Persönlichkeiten der Bayerischen Dolkspartei im Zusammenhang stehen mit den letzten Ereignissen in Oesterreich, insbesondere mit dem vor wenigen Tagen dort erfolgten Verbot der RSDAP., so verdichtet, dah es dringend notwendig erschien, die Verbindung mit der Bayerischen Dolkspartei und den Christlich - Sozialen sowie der Heimatwehr in Oesterreich restlos zu durchbrechen Die bayerische politische Polizei hat daher heute eine einheitliche Aktion gegen öie Funktionäre der BDP. in ganz Bayern eingeleitet und bei ihpen sowie in den wichtigsten Bureaus der Partei eine Suchung nach belastendem Material vorgenommen Unter anderem wurden auch die Räume der Fraktion der Bayerischen Dolkspartei im Landtage, des „Bayerischen Kuriers" und des Wirtschaftsbeirates durchsucht. Das beschlagnahmte Material wird zur Zeit noch gesichtet. In Einzelfällen, bei denen Widerstand erfolgte, ober Verdunkelungsgefahr besteht, muhte zu Festnahmen geschritten werden
Gömbös über seine Berliner Reise
Budapest, 20. 3uni. (WTD.) 3m ungarischen Parlament mißbilligten zwei Abgeordnete die Berlin-Reise des Ministerpräsidenten Ministerpräsident Gömbös erklärte dazu, er habe eine Pflicht erfüllt, indem er Berlin besuchte, wohin er von dem Reichskanzler Hitlereingeladen worden fei. Drei Gründe
Die Finanzpolitik im neuen Reich
Vermehrung der Arbeit, der Schlüssel zur
Besserung.
Berlin, 21.Juni. (TU.) In der Berwqltungs- akademie Berlin sprach Staatssekretär Dr. Reinhardt vom Reichsfinanzministerium über: „Die Finanzpolitik im neuen Reich". Er führte etwa folgendes aus: Die Finanzpolitik des neuen Reiches ist, solange es in Deutschland die Arbeitslosigkeit gibt, in erster Linie abgestellt auf die Verminderung der Arbeitslosigkeit. Diese ist nicht bereits gegeben in einer Verminderung der Arbeitslosenziffer, sondern nur in einer Vermehrung der Arbeit. Eine Vermehrung der Arbeit führt zwangsläufig zur Erhöhung der Lohnsumme im deutschen Volkswirtjchaftskörper, zur Erhöhung der Zinssätze, die in ihm Vorkommen, und zur Erhöhung des Volkseinkommens. Die zwangsläufige Folge dieser Entwicklung ist eine Erhöhung des Aufkommens an Steuern und Abgaben, und auf der anderen Seite, weil die Zahl der Arbeitslosen kleiner wird, eine Verminderung des Finanz b e d a r f s für die Unterstützung der Arbeitslosen. Voraussetzung für die Vermehrung oon Arbeit ist eine Erhöhung der Nachfrage nach Gütern und Leistungen. Die Regierung der nationalen Revolution hat sich zu ihrer Hauptaufgabe gestellt, Kaufkraft und Anreiz zu schaffen. Die erste ganz große Maßnahme in dieser Richtung ist das Gesetz zur Verminderung der 21r- beitslosigkeit vom 1. Juni, das einen Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit darstellt. Weitere Gesetze zur Verminderung der Arbeitslosigkeit werden sol- aen. Es muß und wird uns gelingen, der Geißel der Arbeitslosigkeit Herr zu werden, wenn alle Volksgenossen und Dolksgenossinncn sich zu einheitlichem Denken und Handeln zusammenfinden in der Richtung, die die Regierung der nationalen Revolution durch ihr Gesetz vom l.Juni 1933 angegeben hat.
Oie geistige Betreuung der Arbeitsdienstwilligen.
Berlin, 20. 3uni. (WTD.) Auf bie geistige Betreuung derArbeitsdienst- willigen wird sehr großer Wert gelegt. CS ist daher notwendig, geeignete Sträf te, die durch ihre Vorbildung befähigt sind, staats- politischen Unterricht zu geben, für die Lager des Arbeitsdienstes heranzuziehen Für diesen Dienstzweig sind namentlich Junglehrer geeignet, die anderweitig wenig Aussicht auf Anstellung haben Auch solche Lehrer, die über 25 3ahre alt sind, sich aber im Arbeitsdienst betätigen wollen, können durch Meldung bei den zuständigen Stetten — nationalsozialistische Gaubearbeiter für den Arbeitsdienst und Sachbearbeiter des Arbeitsdienstes bei den Landesämtern deS Stahlhelms — in den Arbeitsdienst eingereiht werden. Reben diesen Lehrkräften können ferner andere staatspolitisch genügend vorgebttdete und über ein hinreichendes Wissen und Können verfügende, für den Unterricht befähigte Männer eingestellt werden. Auch diese melden sich bei den oben genannten zuständigen Stellen Für alle gilt selbstverständlich daß sie in den Arbeitsdienstlagern mindeste ns vier Wochen praktisch tätig sein müssen, weil niemand im Arbeitsdienst Führer werden darf, der nicht vorher durch die praktische Tätigkeit im Arbeitsdienst die unbedingt nottoenbige Fühlung mit den Lagerbelegschaften erhalten hat.
Gründung des Reichsftandes der Deutschen Industrie
Berlin, 19. Juni. (WTB.) Der Reichs- verband der Deutschen Industrie und die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände haben sich zum Reichs- stand der Deutschen Industrie zusammen- geschlossen und dem Herrn Reichskanzler durch die beiden bisherigen Vorsitzenden eine entsprechende Erklärung übermittelt. Der weitere Ausbau des so geschaffenen industriellen Reichsstandes und seine Einfügung in die berufsständische Gesamtordnung der deutschen Wirtschaft wird nach den Grundsätzen des in der Entwicklung begriffenen berufsständischen
hätten ihn nach Berlin geführt: Erstens wirtschaftliche Absichten, zweitens habe er sich politisch Über das deutsche System orientieren wollen. Reichskanzler Hitler und die nationalsozialistische Bewegung haben der ganzen Menschheit Dienste von weltgeschichtlicher De- beuturog geleistet, indem sie der kommunistischen Gefahr in Deutschland ein Ende bereiteten.
Die dritte Ursache der Berliner Reise war, fuhr der Ministerpräsident Gömbös fort, mich über di e außenpolitische Stellungnahme Deutschlands zu unterrichten. Mit großer Freude konnte ich seststetten, daß die politische Linienführung des deutschen Kanzler« i in Zeichen des Friedens steht. Seine Politik richtet sich nicht gegen andere Länder. Auch in der Frage der Gleichberechtigung stimmt die Auffassung des Kanzlers mit Der meinigen überein. Die Berliner Reise war keineswegs gegen Oesterreich gerichtet. Bundeskanzler Dr. Dollfuß betonte ja ?gerade heute in einer Zeitungserklärung das reundschaftliche Verhältnis zwischen dem österreichischen und dem ungarischen Volk und den beiden Regierungen. Die Unabhängigkeit Oesterreichs, so führte Gömbös weiter aus, fei_ nicht nur eine deutsche, sondern eine europäische Frage. Diese Unabhängigkeit sehe er nicht für gefährdet an, solange die deutsche Politik Den Frieden anstrebt.


