Ausgabe 
21.3.1933 Erstes Blatt
 
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Je mehr aber Dolk und Reich zerbrechen und damit der Schuh und Schirm des nationalen Le­ben- schwächer wird, um so mehr versuchte man zu allen Zeiten, die Rot zur Tugend zu erheben. Die Theorie der individuellen Werte unserer Vtämme unterdrückt die Erkenntnis von der Rot- Wendigkeit eines gemeinsamen Willens. Am Ende blieb den deutschen Menschen dann immer nur der Weg nach innen offen. Als Dolk der Länger, Dichter und Denker träumte es dann von einer Welt, in der die anderen lebten. Und erst, wenn die Rot und das Elend es unmenschlich schlugen, erwuchs vielleicht auS der Kunst die Sehnsucht nach einer neuen Erhebung, nach einem neuen Reich und damit nach neuem Leben. Als D t s m a r d dem kulturellen Streben der deutschen Ration die staatspolitische Einigung folgen lieh, schien damit für immer eine lange Zeit des Haders und des Krieges der deutschen Stämme unter­einander beendet zu sein. Getreu der Kaiserpro­klamation nahm es in der Zeit teil an der Meh­rung des Friedens, der Kultur und der mensch­lichen Gesittung. Es hat das Gefühl seiner Kraft nie gelöst von der tief empfundenen Derantwor- hing für das Gemeinschaftsleben der europäischen Rationen.

3n bleie Zeil der staats- und bann machtpoliti­schen Einigung ber deutschen Stämme fiel bet Beginn jener wellanschaulichen Auslösung ber beutfdjen Volksgemeinschaft, unter bet wir heule noch immer leiben. Und biefer innere Zerfall ber Ration wurde wieder einmal, wie so ost, zum Verbündeten der Um­welt. Vie Revolution des Rovembers 1918 beendete einen Kampf, in dem die deut­sche Ration In der heiligsten Ueberjeugung, nur ihre Freiheit und damit ihr Leben»recht zu schützen, gezogen war. Denn weder der Kai­ser noch die Regierung noch das Volk haben die­sen Krieg gewollt. Rur der verfall der Ration, der allgemeine Zusammenbruch, zwangen ein schwaches Geschlecht, wider das eigene bessere wissen und gegen die heiligste innere klebet- zeugung, die Behauptung unserer Kriegsschuld hinzunehmen.

Diesem Zusammenbruch aber folgte der Ver­fall auf allen Gebieten. Machtpolitisch, moralisch, kulturell und wirtschaftlich sank unser Dolk tiefer und tiefer. Das Schlimmste war d i e bewußte Zerstörung des Glaubens an die eigene Kraft, die Entwürdigung unserer Traditionen und damit die Vernichtung der Grundlagen eines festen Dertrauensl Krisen ohne Ende hoben unser Dolk seitdem zerrüttet. Aber auch die übrige Welt ist durch das politische und wirtschaftliche Herausbrechen eines wesentlichen Gliedes ihrer Staatengemeinschaft nicht glücklicher und nicht reicher geworden. Aus den, Aberwitz der Theorie von ewigen Siegern undDesiegten kam der W a h n - sinn der Reparationen und in der Folge die Katastrophe unserer Wirtschaft.

Während so das deutsche Dolk und das Deutsche Reich in inneren politischen Zwiespalt und Hader versanken, die Wirtschaft dem Elend entgegen­trieb, begann d i e neue Sammlung der deutschenMenschen. die in gläubigem Ver­trauen an das eigene Volk dieses z u einer neuen Gemeinschaft formen sollen. Diesem jungen Deutschland haben Sie, Herr Generalfeldmarschall, am 30. Januar 1933 in großherzigem Entschluß die Führung des Reiches anvertraut. 3n der Ueberjeugung, daß aber auch das Volk selbst seine Zustimmung zur neuen Ordnung des deutschen Lebens er­teilen muh. richteten wir Männer dieser natio­nalen Regierung den letzten Appell an die deullch? Ration.

Am 5. März hat sich das Volk entschieden und in seiner Mehrheit zu uns bekannt. In einer ein» zigartigen Erhebung hat es in wenigen Wochen die nationale Ehre wieder hergestellt und dank Ihrem Verstehen, Herr Reichspräsident, die Vermäh­lung vollzogen zwischen der alten Größe und der jungen Kraft.

3n dem nun aber die nationale Regierung in dieser feierlichen Stunde ,um erstenmal vor den neuen Reichstag hintritt, bekundet sie Zu­

sehen, die unserem Volke damit wieder eine unerschütterliche Autorität geben soll.

Wir wollen alle die Erfahrungen berücksich­tigen sowohl im Sinzel- und Gemeinschaftsleben w.e aber auch in unserer Wirtschaft, di« sich in Jahrtausenden als nützlich für die Wohlfahrt der Menschen erwiesen haben.

Wir wollen wiederherstellen d a S Primat der P o l i k, die berufen ist, den Lebenskampf der Ration zu organisieren und zu leiten.

Wir wollen aber auch alle wirklich le­bendigen Kräfte des Volkes als die tragenden Faktoren erfaffen, wollen uns redlich bemühen, diejenigen jufammenjufügen, die eines guten Willens find und diejenigen unschädlich zu machen, die dem Volke zu schaden versuchen.

Aufbauen wollen wir eine wahre Ge­meinschaft aus den deutschen Stämmen, aus den Ständen, den Berufen und den bisherigen Klaffen. Eie soll zu jenem gerechten Ausgleich der Lebensintereffen befähigt fein den des ge» amten Volkes Zukunft erfordert. AuS Dauern, Bürgern und Arbeitern muh wieder werden ein deutsches Dolk. Es soll für ewige Zeiten i» eine eigene treue Derwahrung nehmen unseren Glauben und unsere Kultur, unsere Ehre und unsere Freiheit- Der Welt gegenüber aber wollen wir. die Opfer des Krieges von einst ermessend, aufrichtige Freunde fein, eines Friedens, der endlich die Wunden heilen soll, unter denen alle leiden.

Die Regierung der nationalen Erhebung ist entschlossen, ihre vor dem deutschen Volke übernommene Ausgabe zu erfüllen. Sie tritt daher heute hin vor den Deutschen Reichstag mit dem heißen Wunsch, in ihm eine Stühe z u finden für die Durch­führung l^rer Mission. Mögen Sie, meine Männer und Frauen, als gewählte Vertreter de» Volkes den Sinn der Zeit er­kennen, um mitzuhelfen am großen Werk der nationalen wieder er Hebung.

In unserer Mitte befindet sich heute ein greises Haupt. W i r erheben uns vor Ihnen, Herr Generalfeldmarschall. Dreimal kämpften Sie auf dem Felde der Ehre für oas Dasein und die Zukunft unseres Volkes. Als Leutnant in den Armeen des Königs für die deutsche Einheit, in den Heeren des Alten

Die Truppen der Potsdamer Garnison und die nationalen Verbände hatten im Lustgarten zum Vorbeimarsch vor dem Reichspräsidenten Aufstellung genommen. Unter den Ehrengästen, die dem Festakt und der Parade beiwohnten, waren viele Generäle der alten Arme«, darunter Feldmarschall von Mackensen und General­oberst v. S e e d t. An dem Vorbeimarsch nah­men teil drei Bataillone des 9. Infanterie- Regiments, Truppen des 4. Reiter-Regimentes, die 4. Abteilung des 3. Artillerie-Regimentes, die R.ch.ich.en-Ab.eilung 3 u d d e Salutbatterie. Dann folgten Qlbte.hingen der SA., der SS., des Stahlhelms und der Kriegervereine, auf deren Beteiligung der Reichspräsident be­sonderen Wert gelegt hatte.

Heller Sonnenschein, der die Regenwolken des Morgen verscheucht hatte, beleuchtete daö impo­sante Bild der Uniformen und der festlich ge­stimmten Menge. Auf einer großen Tribüne waren die Mitglieder der Reichsregierung und des diplomatischen Korps, eine andere große Tribüne war von bin Mitgliedern des Reichs­tag.«» besetzt. Die Geistlichen der Garnisonkirche im Ornat und Mitglieder des Oberkirchenrates stellten sich neben der Tribüne auf. Entblößten Hauptes begrüßten die Massen dann mit Heil- unö Hucraru.en den Reichspräsidenten, als er aus dem Kirchenportal herar s.rat und die alten Veteranen aus den Kriegen des 19. Jahrhunderts mit Händedrücken begrüßte.

deutschen Kaiser- für deS Reiche- glanz­volle Aufrichtung, im größten Kriege aller Zeiten aber als unser Generalfelomarschatl f ü t den Bestand des Reiches und für die Freiheit unseres Dolkes. Sie erlebten einst des Reiches Werden, sahen vor sich noch des großen Kanzlers Werk, den wunderbaren Ausstieg unseres Dolkes und haben uns endlich geführt in der großen Zeit, die das Schicksal uns selbst miterlcben und mitdurchkämpfen ließ.

heule, Herr Generalfeldmarschall, läßt Sie die vorjehung Schirmherr sein über öle neue Erhebung unseres Vol­kes. Dieses 3hr wundersames Leben Ist für uns alle ein Symbol der unzerstör­baren Lebenskrafl der deutschen Ration. So dankt 3 hnen heute des deutschen Volkes 3ugenb, und wir nehmen 3hre Zustimmung zum werk der deutjchen Erhebung als Segnung. Möge diese Kraft auch mitteilen der nunmehr eröffneten neuen Vertretung des Volkes. Möge uns dann aber auch die Vorsehung verleihen, jenen M u t und jene Beharrlichkeit, wie wir sie in diesen für jeden Deutschen geheiligten Raum um uns spüren, als für unseres Vol­kes Freiheit und Gröhe ruhenden Menschen zu Füßen der Bahre seines großen Königs.

Ausklang.

Die Festverfammlung hatte sich von den Sitzen erhoben, als der Kanzler in feinen Schlußaus.ührungen dem Reichspräsidenten Worte des Dances und der Ehrfurcht widmete.

Der Reichspräsident erhebt sich, zwei Herren seiner Begleitung nehmen die Kränze von den Altarstusen und folgen ihm, nachdem die beiden Geistlichen die Tore des Grabgewölbes geöffnet haben, zu den Grä­bern der beiden preußischen Könige. Während der Reichspräsident in dem Gewölbe verweilt, spielt die Orgel in die Stille hinein leiseWir treten zum Beten". Dann tritt der Reichspräsident in die Kirche zurück, er verneigt sich nach beiden Selten, die Arme der Nationalsozialisten fliegen hoch zum Gruß, und zwischen ihnen schreitet nun der Reichspräsident mit I seinem Gefolge hindurch und erhebt den Marschall- ftab zum Gruß. Von neuem braust die Orgel auf, und langsam leert sich die Kirche Ein großer Augen­blick der deutschen Geschichte ist oorübergerauscht.

Mit diesen alten Kriegern unterhielt er sich mit einem frischen glücklichen Ausdruck in den Mienen. Der Kronprinz begrüßte unter den Heilrufen der Menge den Reichspräsidenten. Cs folgte eine Begrüßung zwischen Hindenburg und Macken- s e n und den Führern des Stahlhelms- Dann nahm er seinen erhöhten Platz auf der Tribüne ein, mit dem Marschallstab die huldigende Menge grüßend.

Pünktlich um 13 Llhr begann der Parademarsch. Die alten Fahnen wurden jubelnd begrüßt. Hoch aufgerichtet grüßte Feldmarschall von Hindenburg mit dem Marschallstab die vor­beimarschierenden Abteilungen. Rach dem Vor­beimarsch der Kapelle der Berliner Schutzpolizei richtete der Reichspräsident anerkennende Worte an den Schuhpolizelkommandeur Lange. Die dann folgenden Abteilungen der SA. und SS. grüßten den Reichspräsidenten mit dem Hitlergruh. Ju­belnde Heilruse durchrauschten die Menge der Zu­schauer, als Hindenburg den jungen Rational­sozialisten mit dem Marschollstab grüßend zu­winkte. Der Jubel erneuerte sich beim Vorbei­marsch der Stahlhelmer, der Dcutschnationalen Jugend und der Kricgervereine.

Langsam und in guter Ordnung verstreuten sich die Menschenmassen, nachdem gegen 13.45 Uhr der Reichspräsident und der Reichskanzler unter stür­mischen Ovationen durch ihre Abfahrt die große nationale Feier beendet hatten.

soll. Schließlich sollen sich die vier Großmächte bemühen, außerhalb Europas und in den kolo­nialen Fragen gemeinsame Richtlinie» zu befolgen.

Obwohl der Entwurf den Beitritt weiterer Mächte zuläßt, betrachtet man ihn in Frankreich als den Versuch einerErpressung", die an Frankreich begangen werden soll, indem man es von seinem östlichen Verbündeten und von dem ihm gefügigen Genfer Milieu trennt. Man spricht von denbeiden Diktatoren", die Frank­reich in der Aktion: fahigkeit lähmen und es zur Einwilligung in territoriale Revisionen zwingen wollen. Offenbar hofft die französische Regierung, durch eine grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft, aber mit einer aufgebrachten Deffentlidjfeit im Hin­tergründe, die klaren Linien des Entwurfes mit Zusätzen, Vorbehalten und Interpretationen bis auc Unkenntlichkeit verwischen zu können, ohne dis Verantwortung für ein Scheitern dieses neuen Frie» denswerkes übernehmen zu müssen.

Terrorplane der KPN. in Riederschtesien aufgedeckt.

L l e g n i tz , 20. März. (TU.) Den Bemühungen der Landeskriminalpolizei bei der Regierung in Liegnitz ist es gelungen, in den letzten Wochen einen umfangreichen Terrorplan der KPD., der sich über ganz N i e d e r s ch I e s i e n er­streckte, aufzudecken Eine Aktionszentrale befand sich u. a. in der Wohnung des kommunistischen Ar­beiters K u h n t in Seidenberg-Lberlausiß. Dort waren in wiederholten Zusammenkünften führender Kommunisten Pläne über eine Terror­aktion gegen öle nationale Regie­rung besprochen worden. Zu ihrer Durchführung sollten die Mitglieder der örtlichen KPD. durch aus­wärtige, besonders aktive Gruppen, die bereits be­waffnet waren, verstärkt werden. Es war be­absichtigt, die Fernsprechleit ungen zu zerschneiden, Postämter zu sprengen, Beamte und Grenzbeamte zu entwaffnen und die gesamte Stadt Seibenberg-Oberlausitz von jeglichem Verkehr mit der Außenwelt abzurie­geln. Einige namhafte Bürger sollten als Gei- fe l n festgenommen werden. Weitere Angaben über die geplanten Einzelheiten können im Inter­esse der Landessicherheit nicht gemacht werden, da sie in Verbindung mit der nahen tschechischen Grenze stehen.

Eine zweite Terroraktion großen Stils konnte von der Landeskriminaipolizei Liegnitz i n Sagar, Kreis Rothenburg, aufgedeckt werden. Der in Sagar wohnhafte Kommunist Gu­stav Cona scheint dort das Haupt einer umfang­reichen Terrorgruppe zu fein. Bei Lona, der inzwi­schen ebenfalls verhaftet wurde, sind kommu­nistische Stoßtrupps im Straßen- kampf und im Waffengebrauch ge­schult worden. Umfangreiches Kartenmaterial, das mit Einzeichnungen militärstrategischen Charak­ters versehen war, sowie eine Unmenge hochverräte­rischer Schriften und gefährlicher Waffen konnten eftgestellt werden. Zur Zeit dieser Feststellungen ind im gesamten Gebiet Niederschlesiens 3 3 7 P e r- onen wegen schweren Verdachts des Hochverrat» n Haft genommen worden.

Das erste Konzentrationslager für kommunistische Funktionäre.

München, 20. Märq. Rach einer Mitteilung des Münchener Polizeipräsidenten Himmler werde die Schutzhaft in den einzelnen Fällen nicht länger aufrechterhalten, als notwendig ist. Ferner teilte der Polizeipräsident mit, daß t n der Rähe von Dachau bei München am Mittwoch das erste Konzentrati­onslager mit einem Fassungsver­mögen von fünftausendMenschen er­öffnet werde. Hier würden die gesamten kom­munistischen, Reichsbanner- und son­stigen marxistischen Funktionäre zu­sammengezogen. Bei den kommunistischen Funk- tionären tonne man nicht an eine Freilassung den­ken, weil sich in einzelnen Fällen ergeben habe, daß sie sosort weitcrhehten, sobald sie in Frei­heit gesetzt seien.

Der Vorbeimarsch im Lustgarten.

Neue Huldigungen für den Reichspräsidenten und Feldmarschall.

gleich ihren unerschütterlichen Millen, da» groheReformwerkberReorganl- s a t i o n des deutschen Volkes und des Reiches in Angriff zu nehmen und ent­schlossen durchzuführen. 3m Be­wußtsein, im Sinne des M.llens der Ration zu handeln, erwartet die nationale Regierung von den Parteien, daß sie nach löiähriger deutscher Rot sich emporheben mögen über die Beengtheit eine» doktrinären, parteimäßigen Denkens, um sich dem eisernen Zwang unterjuorbnen, den die Rot und ihre drohenden Folgen uns allen auferlegen. Denn die Arbeit, die das Schicksal von uns fordert, muh sich hirmfjod* erheben über den Rahmen und das Mesen kleiner tagespolitischer Aus­hilfen.

Wir wollen wiedrrherstcllen die Einheit des Geistes und des Willen - der deut­schen Ration!

Wir wollen wahren die ewigen Fundamente unseres Lebens: unser Volk und die ihm gegebenenKräfte undWerte.

Wir wollen die Organisation und dieFüh- runq unseres Staates wieder jenen Grundsätzen unterwerfen, die zu allen Zeiten die Vorbedingung der Größe der Völker und Reich« waren.

Wir wollen die großen Traditionen unseres Volkes, seiner Geschichte und seiner Kultur in demütiger Ehrfurcht hegen, als unversiegbare Quellen einer wirklichen inneren Stärke und einer möglichen Erneuerung in trüben Zelten.

Wir wollen das Vertrauen in natürliche und richtige Grundsätze der Lebensführung ver­binden mit einer Stetigkeit der politi­schen Entwickelung im Innern und Aeu- ßern.

Wir wollen an die Stelle des ewigen Schwan­kens die Festigkeit einer Regierung

Paris legt Gegenminen.-Oie presse läutet Sturm

für Oesterreich, Bulgarien und Ungarn gelten Oberversicherunnsarnles Berlin.

Kleine politische Nachrichten.

Staatspräsident Dr. Werner hat mit ber 2 e i - tung derPresse stelle ber hessischen Staats­regierung ben bisherigen Leiter bet nationalsozia­listischen Gaupresscstelle Hans Falk in Darm- ftabt beauftragt.

Der Reichsarbeitsminister hat die ersten Reichskommissare zur Aufsichtsfüh- runa über Krankenkassen bestellt. Die Bestellung betrifit die Allgemeinen Ortskranken­kassen Breslau, Dortmund, Franifurt a. M. sowie ben Verband der Krankenkassen im Bezirk des

Der vom französischen Mitarbeiter deSDaily Telegraph", dem bekannten rechtsstehenden Journalisten P e r t i n a x gemeldete, angeblich authentische Inhalt des Entwurfes ist, vom deutschen Standpunkt betrachtet, geeignet, die naheliegenden Bedenken zu zer­st r e u e n , die sich aus den ersten sehr lakonischen Veröffentlichungen ergaben. Die wichtigsten ma­teriellen Bestimmungen dieses fünf Artikel um­fassenden Entwurfes sollen die Erklärung über dieeventuelle Revision der Friedensverträge" und die über die Ver­wirklichung der im Dezember vorigen Jahres Deutschland zuerkanntenvollen Gleich­berechtigung" sein, ein Grundsatz, der auch

Frankreich und der Viermächteplan

Die Berliner Staatsanwaltschaft I hat gegen den Reichsminister a. D. Dr. Hermes, dein ll n - treue zur L a st gelegt wird, ein Ermittlungs­verfahren eingeleitet. Dr Hermes wird beschuldigt, als Präsident ber Bereinigung der christlichen deutschen Bauernvereine erhebliche Gelder, die ihm zur Stiftung von land­wirtschaftlichen Genossenschaften und Bauernver­einen anvertraut waren, zweckwidrig ver­wand t zu haben. Dr. Hermes erklärte, daß er be­rechtigt gewesen wäre, über die Gelder so zu ver­fügen, wie es geschehen sei.

Das pariser Echo.

Paris, 21.März. (WTB. Funkspruch.) Ein unter Vorsitz des Präsidenten Lebrun abgc- haltener Ministerrat hat sich, wie Havas erklärt, in ber Hauptsache mit demVier- mächtepakt-Entwucf Macdonalds und Mussolinis" befdyäft'.gt. Ministerpräsi­dent Dala'oier und Außenminister VaullBoncour würden, so meint Havas, heute Den englischen Staatsmännern ihreherzliche Zustim­mung" zu ber in Rom ergriffenen Initiative geben und erllären, baß Frankreich zur Teil­nahme an dem geplanten Vertrag bereit sei. Rur würden sie versuchen, d i e Einzelheiten in Muße prüfen zu kön­nen, da gewisse Bestimmungen ihnen auf den ersten Blick hin ernstliche Aenderungen erforderlich zu machen schienen.

Die von Havas angekündigteherzliche Zu­stimmung" steht in auffallendem Gegensatz zu der scharfen Polemik, die in der gesamten französischen Presse, einschließlich der of- siziösen, eingesetzt hat- Zunächst sucht man durch die verabredungswidrige, auf dem ilmtoeg über England erfolgte Veröffentlichung des Vorent­wurfes die Stimmung für diplomatische Verhand­lungen ungünstig zu beeinflussen.Echo de Paris" schreibt Seit Dezember hatten sich alle französischen Minister gegen die Wiederaufnahme de-Vierer-oder Fünfcrkonferenzen gesträubt: jetzt wolll man sie Hals über Kopf in eine stündige Viererkonferenz hinein­ziehen. So blockiert und überwacht werde Frankreich der für die Ausübung seiner Bünd- ni-pflichten unerläßlichen Aktwnsfreiheit und

Der westdeutsche Führer deS Kampfbundes für deutsche Kultur, Dr. Werner K u l ä (Darmstadt), wurde zum Fachberater für Kunstange- legenheiten (Theater und bildende Künste, für Volkstumsfragen und Hochschulwesen i n d a s hessische Kultusministerium beru- f e n. Dr. Kulz ist Leiter der ZeitungDie Sonne" und Herausgeber des Völkischen Pressedienstes. Am Hessischen Landestheater wurden die Schauspieler Gallinger und Perh'.a entlassen. Der Verwaltungsdirektor Dr. Sander, der Dra­maturg Dr. Gürster und die Spielleiter Hirschselb und Adler wurden vorläufig beurlaubt.

seiner gegenwärtigen militärischen lleberlegenhcit beraubt fein.

I o u r n a 1" erklärt, Maedonald fürchte ben W i b e r st a n b. Ein Widerstand fei möglich bei Frankreich: noch wahrscheinlicher sei er bei den Mächten, bie Opfer bringen sollen. Macdonalb erkläre, baß man ihnen keine Gewalt antun werbe; aber es gebe doch noch etwas Ernsteres als bas Diktat, nämlich ben Verfuch, ben Hinweis auf eine etwaige Störung bes Weltfriebens zu po- litifchen Erpressungen zu benutzen. Man werbe Polen nicht etwa sagen, ber Danziger Korribor mu^ aufgegeben werben, sondern man werbe ihm erklären: Wenn bu bich nicht bamit abfinbeft, über» nimm ft bu bie Verantwortung für bie Beunruhigung ber Welt. Ein Diktat sei immerhin loyaler. An ber englischen Haltung fei alles 3 ro e i b e u t i g.

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