an die Schauspieler Hansi Stadler und Kurt Lüpke gaben ein parodistisches Duett, sehr frei nach „Wilhelm Teil", zum Besten. Maria Perry ist für die Operette verpflichtet-, sie führte sich mit der Arie der Gräfin aus dem „Figaro" und mit einem Lied aus der Operette „Gräfin Dubarry" recht vorteilhaft ein. Peter Schorn sprach mit jugendlichem Schwung zwei Gedichte von Storm und von Körner. Liesel B e l > n g und Herr Fier- ment brachten ein rassiges Tanzduett gewissermaßen als Vorspann zu der Operette „Wo die
Lerche singt", die wir demnächst hier im Programm haben. Ein heiterer Einakter „Wie sich ein Dichter durchsetzt", von Heinz Albrecht Marcks (dem Nachfolger Eggemanns), Gert Geiger und Wolfgang Kühne mit gutem Humor gespielt, bildete den Schluß des Programms, das in allen Teilen sehr herzlichen Beifall fand. Möge der ungemein starke Erfolg dieser Werbe-Veranstaltung ein verheißungsvoller Vorklang der kommenden Winterspielzeit sein! hth.
Zubiläumstagung
-er deutschen Wanderer in Frankfurt.
Der Reichsverband Deutscher Gebirgs- und W a n - deroereine (Reichsführer Ministerpräsident a. D. Dr. Werner, Darmstadt) versammelte in den Tagen vom 15. bis 18. September 1933 die Vertreter seiner 300000 Mitglieder zur Feier seines 50jäh- rigen Bestehens und zum 4 2. Deutschen Wandertag in Frankfurt a. M. Die Beteiligung war sehr gut, es waren Abgeordnete fast aller angeschlossenen Verbände anwesend, auch die Massen der um Frankfurt liegenden großen Wandervereine legten in wirkungsvollem Aufmarsch vor dem Römer ein Bekenntnis zur deutschen Wanderbewegung ab. Nach einem frohen Begrüßungsabend der Gäste beim berühmten „Aeppelwoi" begann am Samstag in der Frühe die eigentliche Tagungsarbeit. Unter der Leitung des geschäftsführenden Vorsitzenden Iafpert (Frankfurt) wurden im Beirat in vierstündiger Beratung die laufenden Ar
edler Werte verbinde. Großen Beifall fand die Anordnung des Reichssportführers, die Jugendorganisationen wieder aufzubauen. Denn die Wander- vereine hätten die Aufgabe, die Werte, die sie geschaffen, und die im deutschen Wandern stecken, weiter zu vererben auf das kommende Geschlecht, auf unsere Jugend. Dazu müsien die Wanderer sich mitten in die Jugend hineinstellen, nicht als Lehrer und Belehrer, sondern als Freund und Kamerad. So schaffen wir das Beste für unsere Zukunft. Dieser Aufbauarbeit des Reichsverbandes sichere der Herr Reichssportführer — im Rahmen des Möglichen — feine und der Reichsregierung Hilfe und Förderung zu.
Stürmischer Beifall dankte dem Reichssportführer-, Stadtrat Iafpert gab diesem Dank beredten Ausdruck mit einem donnernden „Frisch auf!" Weitere Glückwünsche übermittelte Regierungsrat
SW»! "
Wß
Professor Dr. Werner, der Reichswanderführer, hält die Ansprache vom Balkon des Römers aus.
beiten und die Tagesordnung der Hauptversammlung besprochen. Am Nachmittag fand unter der Leitung des Reichsführers die eigentliche Hauptversammlung statt.
In seiner tiefempfundenen Ansprache umriß Ministerpräsident a. D. Dr. Werner die ideale Aufgabe des deutschen Wanderers, der, wenn auch oft unbewußt, stets Wegbereiter des neuen Reiches gewesen und auch in Zukunft berufen sei, wertvollste Mitarbeit am Ausbau unseres
Volkes zu leisten.
Besonders lebhaften Beifall fanden die Ausführungen des Reichsführers über die Seelenkultur des deutschen Wanderns und die klare Abgrenzung den eigentlichen Sportverbänden gegenüber. Die anschließenden geschäftlichen Verhandlungen brachten eine Besprechung der einzelnen Arbeitsgebiete und Zielpunkte für die Arbeit in Zukunft. Sie zeugten von übersichtlicher Führung und ließen das gemeinnützige Wirken der Wanderver- bände klar heroortreten. Den Schlusi bildete ein aufschlußreicher Lichlbildervortrag von Lermessungs- direktor Hofmann (Freiburg i. Br^) über die Kartenwerke der deutschen Gebirgsvereine.
Am Samstagabend fand im überfüllten Palmen- garten-Festsaal ein Begrüßungsabend statt, den die Frankfurter Wandervereine ihren Gästen aus dem Reiche boten. Musikvorträge des ausgezeichneten Orchesters des Vogelsberger Höhenclubs Offenbach umrahmten das auf den Heimatgedan- ken abgestimmte Programm. Höhepunkte bildeten die mit der Fahnenweihe des Vogelsberger Höhenclubs — durch Ministerpräsident a. Ä. Prof. Dr. W e r n e r vollzogen — verbundene Ansprache des Reichsführers, die die Kulturarbeit des Reichsoerbandes während der verflossenen 50 Jahre heroorhob und wiederum ein eindrucksvolles Bekenntnis zum deutschen Wandertum darstellte, und ein farbenprächtiges, Heimatduft atmendes Fest- spiel „3 m schönen deutschen Vater- l o n d". Gesangliche und turnerische Darbietungen ergänzten das Programm, das mit einer Begrüßungsansprache Stadlrat Jasperts eröffnet und einer Dankrede Pfarrer Löschers geschlossen wurde. Stürmischen Beifall fanden ein Telegramm des Herrn Reichspräsidenten und ein Begrüßungsschreiben des Herrn Reichskanzlers.
Die eigentliche
Feier des 50jährigen Bestehens
des Reichsverbandes war dem Sonntag Vorbehalten Nach nnem Empfang der Tagungsteilnehmer und geladenen Gäste durch den Oberbürgermeister Dr. Krebs im altehrwürdigen Kaisersaal des Römers fand im Bürgersaal des Rathauses die eigentliche Feierstunde statt. Musikvorträge der 2. SS.- Standort? und Chöre des Gesangvereins Konkordia gaben den weihevollen Rohmen Stadtrat I a s p e r t hielt die Festrede über „Die Sendung des deutschen Wanderers" Er sah sie in der Stärkung des Körpers und der Formung der deutschen Seele, in der Erziehung zu einem hoffnungs- frohen Optimismus
Eine programmatische Rede hielt der 2Reid)$fporffü(?rer v. Tschammer-Osten. Nach herzlichen Glückwünschen im Namen der Reichsregierung führte er etwa folgende Gedanken aus Er betonte, daß er gern die Gelegenheit benütze, um die Verbindung mit den ihm unterstellten Wanderveretnen aufzunehmen. Die Wander- vereine gehören in die Gruppe der Sportoerbände, nicht, weil sie irgendwo hingehörten, sondern weil ^re Arbeit den Körper stähle und damit fertig, mache für Leistungen für Volk und Vaterland, eine Leistung, die sich bei den Wanderern in besonderem Maße mit der Schaffung kultureller und
Jacobs (Wiesbaden) für den Oberpräsidenten und den Regierungspräsidenten, Postdirektionspräident P l e i n für das Reichsverkehrs- und ras Reichspostministerium, Stadtrat W a m b o l d ür die Landesstelle für Volksaufklärung und Propaganda und im Namen von Reichsminister Dr. Goebbels. Alle Redner zollten den Wandervereinen Anerkennung und verhießen tatkräftige Unterstützung ihrer gemeinnützigen Arbeit. Anschließend verkündigte Ministerpräsident Dr. Werner eine Reihe von Ehrungen verdienter Wanderführer aus allen deutschen Gauen, vor allem des einzigen noch lebenden Gründers, Dr. K i h n , Aschaffenburg. Eine Reihe verdienter Förderer des deutschen Wanderwesens wurde mit der silbernen Ehrennadel des Reichsoerbandes geehrt. Diese Auszeichnung erhielten u a. Ministerpräsident a. D. Dr. Werner, Ober- regierungsral Haas- Darmstadt, Dr. Bruch- Häuser- Ulrichstein und Rektor Sern- Offenbach.
Während dieser Feierstunde hatte sich das weite Rund des Römerberges gefüllt mit den Massen der Wanderoerbände um Frankfurt, die mit klingendem Spiel m mächtigen Säulen anrückten, um in einem
Aufmarsch
sich zur deutschen Wandersache zu bekennen. In Sonderzügen waren sie schon am frühen Morgen herbeigeeilt aus Odenwald und Vogelsberg, aus Taunus, Spessart und Pfalz und gaben dem Straßenbild der Großstadt eine besondere Note. Wohl 6000 bis 8000 Menschen blickten zum Reichsführer aus, der inmitten der Ehrengäste vom Balkon des Rathauses zu den Massen der deutschen Wanderer sprach, goldene Worte tiefsten Empfindens. Ausgehend von zwei Dichterworten hob er die Bedeutung des deutschen Wandertums für die Gestaltung der deutschen Seele in der Vergangenheit hervor und gab der festen Entschlossenheit Ausdruck, diese Seele des deutschen Wanderers nicht von anderen aushöhlen zu lassen. Wandern ist zwar eine sportliche Leistung, aber damit ist nur der Anfang dessen gegeben, was die tiefste Aufgabe des deutschen Wanderers darstellt:
Hinausführen der deutschen Seele zu den höhen des Idealismus, der tief verwurzelten heimat- liebe.
In dieser Arbeit war die Arbeit der Wanderer eine Vorstufe der jetzt entstehenden deutschen Volksgemeinschaft, die überweht ist von den Fahnen des deutschen Reiches mit dem alten Germanenzeichen des Hakenkreuzes. Die oft von Beifallsstürmen unterbrochene Rede klang in einem „Frisch auf" auf das Vaterland und seine Führer Hindenburg und Hitler aus. Das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied erklangen machtvoll Massenchöre umrahmten auch hier die gewaltige Kundgebung aus dem sonnenüberstrahlten Römerberg
Am Nachmittag vereinigten sich die Angehörigen der einzelnen Wanderoerbände des Reichsverbandes in einzelnen Sälen der Stadt zu
landsmannschaftlichen Zusammenkünften
Ueberall wurde der Reichsführer jubelnd begrüßt und sprach anfeuernde Worte zu seinen Wanderern. Die Abgeordneten der anderen Wanderverbände aber fuhren indessen in Autobussen zur Saalburg und nach Bad Homburg, wo sie im Kurhaus begrüßt wurden. Eine große Rundfahrt durch den Taunus und an die Lahn soll den Tagungsteilnehmern die Schönheiten dieser Landschaften zeigen. In Wiesbaden treffen sie sich dann aum Abschied; sie werden mit Genugtuung auf die durch die vor- bereitenden Arbeiten des Taunusklubs wohlgelun- gene Tagung zurückblicken, die einen Markstein in der Geschichte der deutschen Wanderbewegung bildet.
Mittelalterliche Schiffe auf dem Mein.
WSN. Vom Neckar und vom Rhein fahren am Samstag, 30. September, reich beladene und festlich geschmückte Schiffe talwärts, um sich in M a inz zu treffen. Von der Nahe, von der Mosel und der Lahn kommen Schiffe hinzu, die dann zu einem endlosen Zug von Dampfern und Kähnen vereinigt, ihren Weg nach Koblenz zum Deutschen Eck fortsetzen. Jeder Ort, der ein Schiff ausrüstet, wird damit seine kulturelle Eigenart zum Ausdruck bringen.
Längst vergangene Zeilen werden farbenfroh in ihrem Schmuck und ihrer Tracht auf den Schiffen wieder auferstehen, die in buntem wechsel mit Ernte- und Industrieschiffen rheinabwärts fahren.
Die kleineren Ernteschifse werden ebenso wie das große Ernteschiff von Künstlerhanü ausgestattet sein. Das Regierungsschiff, das den Festzug eröffnet, wird schlicht durch die Symbole des neuen Deutschland und seiner Länder wirken. Der Kampf- bund für Deutsche Kultur wird ein Schiff ausrüsten, das der Bedeutung dieses Bundes für die heutige Kulturgestaltung Deutschlands entspricht. Das Frankfurter Schiff wird alte, bedeutsame Hi- storien zeigen, Worms an seinen wundervollen Som, Speyer an die Zeit der Salier anknüpfen. Sie Denkmäler einer Jahrhunderte alten Kultur wer- de an den ehrwürdigen Zeugen deutscher Vergangenheit, am Ehrenfels, der Burg Rheinstein, Sonneck, dem Nöllich, an der Loreley, Burg Rheinfels, der Katz und Maus, dem Stolzenfels und an vielen anderen malerischen Burgen und Ruinen vorüber- gleiten. Dor den Augen der vielen Tausende, die sich an dielen Tagen aus fern und nah an dem deutsche- jten aller Ströme zusammenfinden, wird ein Stück Mittelalter in seiner vielgestaltigen Form und seiner Farbenfreudigkeit erstehen und Zeugnis von einer großen Vergangenheit geben, auf der sich der Kultur- gedanke des neuen Deutschlands aufbaut.
Unterwegs sammeln die Schiffe an den Haupt- anlegeorien die ländlichen Gaben auf und tragen sie, von den geschmückten Booten der wasser- jporfoereine umgeben, mit Böllern begrüßt, von
feierlichem Glockengeläute begleitet, unter fest licher Anteilnahme der Bevölkerung rheinad- wärts nach Koblenz. Dort, wo am Deutschen a (f das Denkmal Kaiser Wilhelms 1. die deutsche Einheit und Einigkeit verkörpert, werden am Sonntag, 1. Oktober, die Gaben feierlich dem deutschen Volke geweiht.
In dieser Feier wird die Veranstaltung ihren Höhepunkt finden. Oertliche Feiern werden den Schiffs-Festzug in dem ganzen Gebiet umrahmen, die den kulture' en Gedanken in volkstümlicher Weise zum Ausdruck bringen. Volkstänze und Gesänge, Musik, Festzüge der Trachtenoereine und der Zünfte werden zu der festlichen Gemeinsamkeit beitragen. Auch Vergnügungs- und Gaststätten werden in den verschiedenen Orten durch künstlerische Darbietungen in den Rahmen der Deranstallung mit einbezogen. Nach der Feier am Deutschen Eck tritt derSchisfs- v e st z u g seine Heimfahrt rheinaufwärts an. Nach bem Einbruch der Dunkelheit werden Feuer auf dem Ehrenbreitstein lodern, Tausende und Abertausende von kleinen Lampen aus den Fenstern und Fenster- chen der rheinischen Orte grüßen und sich in den Wellen des Rheins spiegeln. Die Burgen und Ruinen auf den rebumkränzten Hügeln schauen, in eine Flut von Licht getaucht, auf die langsam dahingleitenden, festlich illuminierten Schiffe herab.
Denkwürdig wird in der Erinnerung vieler Tausende dieser Tag, der den Dank für die deutsche Ernte, der Ernte in zweifacher Hinsicht: dem Ertrag an Früchten des Geistes und des
Bodens, geweiht ist, haften bleiben.
Ein stark innerliches und doch stark bewegtes Erlebnis werden alle hinübernehmen in den nüchternen Werktag, die dem Rufe des Kampfbundes für Deutsche Kultur folgten, dem Ruf „ZumRhein.zum Rhein!" Damit möglichst viele unserer Volksgenossen an dieser einzigartigen Veranstaltung teilnehmen können, hat sich die Reichsbahn bereitwilligst in den Dienst der Sache gestellt und Sonderzüge zu erheblich ermäßigten Preisen vorgesehen. Nähere Bekanntgaben erfolgen noch durch Pressenotizen.
Tag desFungvolkes in Friedberg.
Friedberg in Erwartung des Jungvolkes! In den Läden der Friedberger Geschäftsleute hingen die neuen Werbeplakate des Oberjungbannes Oberhef- fen, die jetzt in den nächsten Tagen über ganz Oberhessen künden werden von dem Willen und der Arbeit des Jungvolkes. Zaghaft am Sarnstagmit- tag hier und dort eine Fahne, am Sonntag war die ganze Stadt ein Meer von Fahnen. Auf der Kaiserstraße kein Haus fast, das nicht geflaggt hat. Regste Anteilnahme der Bevölkerung. Die Bürgerschaft reißt sich darum, einen Jungen zum Mit- tageffen oder zum Schlafen zu bekommen, überall und allerorten hilfsbereit, uns verstehend ...
(Eintreffen der Gruppen.
Gegen 16 Uhr treffen die ersten Gruppen ein. Von da ab unaufhörlich. Immer neue kommen an, geben ihre Meldung ab, empfangen ihren Quar- zettel und rücken in Die ihnen zugeteilten Herbergen ab. Schon die Hinfahrt war für manche Gruppen eine Leistung: die Gießener, achtzig an der Zahl, kamen zu Rad, die Reichelsheimer waren gar zu Fuß erschienen. Aber dennoch strahlten ihre Augen. Sie hatten alle Müdigkeit vergessen, lachten und tollten.
Kundgebung in der Burg.
21m Samstagabend bewegt sich ein Fackelzug durch die Straßen der Stadt nach der Burn Im Viereck marschieren sie auf, rings um den Brunnen des heiligen Georg. Die eine Seite ein Wald von Fahnen und Wimpeln, davor als Fahnenwache mit der Oberjungbannfahne das Sonderkommando Bad-Nauheim, mit Schwertern ausgerüstet ... Fan- farenstöße. Dann Schweigen. Ringsum eine unübersehbare Menge. Der Oberjungbannführer, Rupprecht Hainer spricht. Er überbringt zunächst die Grüße des Führers des Jungbannes Langobarden, der in Friedberg sich heute getroffen. Er kann heute nicht mehr da fein, weil er als Oberjungbannführer nach Essen befohlen wurde und unverzüglich seinen Dienst antreten mußte. Aber Heinz Dieter wird weiterhin mit seinem einstigen oberhessischen Jung- bann verbunden bleiben. Darauf sprach kurz der Jungvolkgebietsführer Heini Jung (Frankfurt). Er ermahnte zu Trutztreue und Einigkeit Diese Generation, die heute im Jungvolk marschiert, wird einst die Generation sein nach dem Willen und Wunsch des Führers.
Mmpelweihe.
Mit dem Deutschlandlied beginnt Dann die Wimpelweihe. Das Sonderkommando „präsentiert" mit den Schwertern. Dumpfe Paukenschläge hallen über den Platz. Die verhüllten Wimpel im Halbkreis senken sich, berühren die Fahne des Oberjungbannes. Der Oberjungbannführer spricht Worte zur Weihe. An diese Fahne seid Ihr gebunden, sie ist Euer Zeichen, sie ist Euer Band, sie ist Eure Ehre. „Die Fahne hoch!" Hunderte von Armen recken sich, Hunderte von Kehlen singen dieses Lied, das stets mahnen soll, hart zu bleiben und rein, im Sinne derer, die für Deutschland, die für uns ihr Leben geopfert haben.
Führerkreis.
Die einzelnen Gruppen sind in ihre Quartiere abgerütft. Vierhundert Jungen schlafen in Friedberg-Stadt, die übrigen in Friedberg-Fauerbach. Die Gießener haben bei Niederrnörlen ein Zeltlager. Vier Zwölferzelte und drei kleinere. Kalt ist die Nacht, aber sie haben genügend Stroh. Sie wickeln sich in ihre Decken und schlafen. In den Räumen der Oberjungbannführung auf der Neuen Berg- kaferne tagt der Führerkreis des Oberjungbannes. Alle Stammführer und alle Jungbannführer sind vertreten, ferner die Mitglieder her Oberjungbannführung. Schon beraten sie über Die KunDgebung am NieDerwalb am Sonntag, 24. September. Am 28. September beginnen Die „Herbstübungen" Des Oberjungbannes. Bis spät in hie Nacht hinein Dauert Der Führerkreis...
Der Sonntagmorgen.
Um 6.30 Uhr wecken sämtliche Spielmannszüge. Um 7 Uhr ist Ausgabe Des Morgenkaffees, um 8 Uhr rücken sie ab zur Seeroiefe, wo gegen 9 Uhr her FelDgottesDienst ftattfinhet. AnfchließenD finhen die sportlichen Wettkämpfe statt. Um 12 Uhr rücken die Gruppen ab zum Mittagessen. Soweit sie nicht bei Einwohnern zu Gast sind, sorgen zwei große Kessel für die Verpflegung. Sie sino hungrig nach den Anstrengungen Des Vormittages.
Marsch durch die Stabt
Um 14 Uhr setzte sich von Der Burg aus ein Zug von enDlofer Länge in Bewegung. An Der Spitze eine Reitergruppe, dahinter Der Grünberger Spiel- mannszug, Dann Der Stab Der Oberjungbannführung, Die Fahnenabteilung mit Der OberfungQann- sahne... Dann kommen Die Gießener, tabeUos aus- gerichtet, mit Gesang unb Sprechchören, von an- gehenden Dichterlingen aus bem Stegreif improvisiert. In langen Kolonnen geht es burch bie ganze Stabt nach Fauerbach. Von hort wieher auf an- berm Weg zurück zur Stabt. Der Rückmarsch in Sechserreihen. Großartiger Anblick... Grüßend nimmt auf der Kaiserstraße Oberbannsührer Seifert mit dem Adjutanten des Gebietsführers den Vorbeimarsch des Zuges ab.
lurnierfpiel
21uf die Seewiese sind sie bann roieber gezogen. Es ist 16 Uhr. Zwei volle Stunben hat her Marsch durch bie Straßen her Stabt gebauert. Der Ober- jungdannführer mit seinem Stab nimmt ben Vor- beimarsch ab. Dann tummeln sich bie Gruppen nach eigenem Ermessen. Die Gießener haben ihr Lager inzwischen von Niebermörlen nach her Seewiese verlegt. Manchen kritischen Blick eines alten Sonaten müssen bie Zelte aushalten, aber sie bestehen die Prüfung... Dann bilben sich zwei Abteilungen, jebe etwa fünfhunbert Jungen stark, treten einanber gegenüber in Entfernung von einigen hunbert Meiern an, rennen bann auf ein gegebenes Zeichen mit Jnbianergeheul, Trommelwirbel unb Fanfa- rengeschmetter aufeinanber los, um wenige Meter vor bem Zusammenprall ben Angriff plötzlich abzustoppen. Langsam kehren sie an ihre Ausgangspunkte zurück. Abermals geht e» gegeneinander... Der Stab bes Oberjungbannes in her Mitte. Immer noch steigert sich bas Gebrüll, um sich bann Luft zu machen in bem Lieb „Wir traben in bie Weite..."
Schluhappell.
Danach treten sie an. Der Oberjungbannführer mit seinem Stab schreitet bie Fronten ab, kritisiert sehr scharf. Mancher wirb aber auch gelobt... Noch einmal treten sie an im Karree, noch ein Schlußwort von Rupprecht Hainer, bann rücken sie ab nach Hause ...
Ausländische Journalisten auf der Heffenfahrt.
WSN. Darmstabt, 17. Sept. Auf Einlabung der hessischen Regierung haben am Freitagabenb bie Vertreter auslänbischer Zeitungen eine kurze Stubienfahrt nach Hessen an- getreten, unter ihnen bie Vertreter skanbinaoischer, italienischer, spanischer, norb- unb sübamerikanischer Blätter Vor her Abreise aus Berlin hatte her hessische Bevollmächtigte Dr. Ebwarb Freitag abenb zu einem kurzen Empfang gebeten, bei bem er ein Begrüßungstelegramm Des Ministerpräsidenten Dr. Werner verlas unD Die Vertreter im Namen Hessens willkommen hieß. Sonntag weilten Die Journalisten in DarmftaDt. Bei Dem gemeinsamen Mittagessen im Hotel „Zur Traube" nahm Oberbürgermeister Dr. Müller auch als Vertreter Des Reichsstatthalters Sprenger unb des Ministerpräsibenten Dr. Werner bas Wort Zur Begrüßung her Gäste, für bie her Berliner Vertreter bes „Meffagero", 6 e n a t r a, herzliche Dankesworte fanb.
Sitzung der obersten Bauleitung der Autobahn Frankfurt-Mannheim.
WSN. Darmstabt, 19. Sept. Gestern nachmittag fanb im Festsaal her Hessischen Lanbesbauschule eine öffentliche Sitzung Der ober ft en Bauleitung über ben ersten Abschnitt her Autobahn Frankfurt —Mannheim statt. Zu her Sitzung war auch eine Reihe von Vertretern her an her Führung her Bahn interessierten Gemein- her Jnbustrieunternehmungen usw. erschienen, benen Gelegenheit gegeben war, Einwänbe ober Wünsche oorzubringen Es gelang in verhältnismäßig kurzer Zeit in burchaus harmonischer Aussprache, über alle in Frage stehenden Punkte eine allen Betei- ligten Rechnung tragende Klärung herbeizuführen.


