Ausgabe 
20.7.1933 Frühausgabe
 
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17. M Dieser Tage sand I W.Crb die Gleich« Sport-Llubs 1921 Nachdem der bisherige !r niedergelegt hatte, er- n fei, Gießen, Sinn uhb hing und übernahm an- Miger Wahl das Amt ?rs und Merspräsiden- l des neuen Deu/fch/anös ad durch Handschlag Der- jührer wurde vnflmM zvsmann gewM. Gr Mg und W W Wohle Grlüchligung der Jugend Berufung seiner Mtarbei- der Versammlung und sor- auf. Wit einem dreifachen eichskanzler Adolf Hitler en des Horft-Wessel-Liedes rag geschlossen.

j. Juli. Frau Oberbahnassi- Weihinger, geb. Löbcr nenn, begeht am morgigen Gesundet chren S0.Se«

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nr. 16? Krüvaussabe

185. Jahrgang

Donnerstag, 20. Juli 1653

Lricheini tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblattel Heimat >m Bild Die Scholl» monat$:Be$ugsprets:

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GKtzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Drucf vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.

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Chefredakteur

Dr. Frtedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyrrnt; für den übrigen Teil Ernst Dlurnschein und für den An« zeigentett i. D. Th.Kümmel sämtlich in Gießen.

Dr. Kurt Gchmiii.

Ter neue Reichswirtschaftsminister.

Wer Generaldirektor Schmitt in den letzten Jahren als Redner auf Generalversammlungen und in Pressekonferenzen hörte, wußte bereits, das) hier einer der bedeutendsten aufbauenden Wirtschaftskräfte im Aufstieg war. Seine Reden und Berichte zeichneten sich dadurch aus, daß sie stets auf die tieferen Gründe der wirtschaft­lichen Borgänge herunterstiehen. Klar und un­erbittlich zeigte er die verhängnisvollen Fehler einer Wirtschafts- und Steuerpolitik auf, die niemals die Zusammenhänge mit den politischen rind weltwirtschaftlichen Schicksalsfragen sehen

wollte. Bor mehr als zwei Jahren setzte er z. D. im Geschäftsbericht der Allianz eingehend aus­einander, daß die allgemeine Tlnsicherheit, die aus der Furcht vor immer neuen Eingriffen in das Wirtschaftsleben entstehen muhte, die Grund­ursache des Kapitalmangels und der Kreditnot sei. Bon diesen Gedanken ausgehend hat er sich früher als die meisten anderen Wirtschaftsführer mit dem politischen Programm des Rational­sozialismus besaht und diesem im wesentlichen zugestimmt. Namentlich seine vor der Presse ge­haltenen Reden klangen häufig an national­sozialistische Ideen an. So brauchte er nach der politischen Tlmwälzung nicht erst umgulernen. Schon oft hatte er in Wort und Schrift betont, daß der Dienst am Bolke und an der G?samt- wirtschast keineswegs im Gegensatz zu dem ge­sunden Erwerbsstreben steht. Der Tlnternehmer- typ. den Generaldirektor Schmitt verkörpert, fühlt sich immer als Diener am Werk und als Führer des Aufbaus. Die erfolgreiche Tätigkeit, die er in solcher Gesinnung als Leiter der Allianz aus- geübt hat, wird er nun als Führer der deutschen Wirtschaftspolitik zum Segen des deutschen Vol­kes fortsehen können.

Mit besonderen Erwartungen dürfen die deut­schen Sparer und Rentner dem Wirken Dr. Schmitts entgegensehen. Denn gerade er ist stets mit großem Rachdruck für den Schuh des Sparers und für die Erfüllung aller ihm gegenüber einge­gangenen Verpflichtungen eingetreten. Es darf daher damit gerechnet werden, daß er auch als Deichswirtschaftsminister allen Bestrebungen, in die Beziehungen zwischen Gläubigern und Schuld­nern mit rauher Hand einzugreifen, entschieden widersprechen wird. Ebenso wie er ein ausge­zeichneter Verwalter des Sparkapitals der Ver­sicherten war, wird er hoffentlich auch das Kapi­tal des deutschen Volkes in Zukunft gegen Entwer­tung zu schützen wissen. Beim Reuaufbau des deutschen Kreditwesens ist Dr. Kurt Schmitt auf Grund seiner hervorragenden Sachkenntnis sicher­lich der geeignetste Führer, den man in Deutsch- land finden konnte.

Der neue Reichswirtschaftsminister ist em selbstgemachter Mann" im besten Sinne des Wortes. Dom Dersicherungsjuristen hat er sich in ungewöhnlich schneller Karriere zum Generaldirek­tor des größten deutschen Dersicherungskonzerns emporgearbeitet. Er ist Badener und noch nicht 47 Fahre alt. Im Weltkriege wurde er schwer verwundet. Rach Beendigung seines juristischen Studiums trat er im Jahre 1913 als Entschädi­gungsbeamter bei der Versicherungsgesellschaft Allianz ein die damals noch bei weitem nicht ihre heutige Bedeutung im deutschen Verlicknrungs- tocfen hatte. Durch sein klares ilrleil über wirt­schaftliche Grundfragen, die weit über aus Ver- sicherunasgebiet hinausreichen, aber für dieses höchst wichtig sind, zog er die Aufmerksamkeit sei­ner Vorgesetzten auf sich. Er wurde daher im Jahre 1915 in die Berliner Zentrale berufen. Zwei Jahre später war er bereits stellvertretend^ Vorstandsmitglied, im 3af>re 1921 ©enralöirct- tor der Allianz, die inzwischen der führende deutsche Dersicherungskonzern geworden war. Die erfolgreiche Entwicklung, die dieses alnternehmen seit Kriegsende eingeschlagen hah ist zum größ­ten Teile Schmitts persönliches Werk^ Vorsichtig aber mit erstaunlicher Tatkraft und Beharrlichkeit hat er Stein an Stein gefügt, um den Bau zu er- richten, der heute nicht nur als der größte, son­dern auch als der stabilste und innerlich gefun­kte im deutschen Dersicherungsgewerbe gilt.

Eingriffe von JiSAO.-Giiederungen in die Wirtschaft untersagt.

B e r l i n , 19. Juli. (TU.) Vom Amt Propaganda des Gesa'mtoerbandes der deutschen Arbeiter wird mitgeteilt, daß der preußische Staatsrat Walter Schuhmann, M. b. R., als Führer der NSBO. jeden Eingriff von NSBO. - Gliederungen in die Wirt-

Oie Vorbereitung der evangelischen Kirchenwahlen.

Deutscher evangelischer Christ!

Berlin, 19. 3uli. (IBIB. Funkspruch.) A m t- l i ch. Das wählenhat im Führcrsfaaf des Dritten Reiches feinen Sinn verloren. Menn Dich dennoch der Führer selb ft zur Kirchenwahl auf­ruft, so. verlangt er von dir eine innere Ent­scheidung.

Du hast zwei Wege vor Dir.

Du kannst auch weiterhin Evangelium und Volkstum ohne Zusammenhang neben- und gegeneinander stehenlassen. Du wirst diesen selbstmörderischen Weg aber nicht wählen.

Du wirst der großen Frage Gottes an Dich die Antwort geben, welche bieLinheitvonLvan- gelium und Volkstum auf alle Zeiten be­siegelt. Der versuch, den Parteihader aufleben zu lassen, ist ein verbrechen vor der Geschichte. Du wirst diesen Versuch rücksichtslos niederschlagen.

Stehe auf, folge der Reformation! Achte Unter­schiede, die sein mögen, gering. Sprich ein gewaltiges 3a und bekenne:

3ch will ein einiges deutsches und evangelisches Volk sein.

Das Wahlverfahren bestimmen die Landeskirchen.

Eine neue Bekanntmachung des bevoll­mächtigten Staatssekretärs Pfnndtner.

Berlin, 19. 3uli. (TU.) Der Bevollmächtigte des Reichsministers des Innern für die unpar­teiische Durchführung der Kirchenwahlen erläßt fol­gende 2. Bekanntmachung:

3n der Presse erscheinen Veröffentlichungen über Einzelheiten des Wahlverfahrens für die Kirchenwahlen, die den besonde­ren Verhältnissen bei den einzelnen Landeskirchen nicht genügend Rech­nung tragen. Demgegenüber weise ich daraus hin, daß die Einzelheiten des Wahlverfahrens von den Landeskirchen in eigener Zuftändig feit geregelt werden und daher nur d i e von den landeskirchlichen Behörden aus­gehenden Bekanntmachungen dem Wähler eine zuverlässige Unterrichtung über das Wahloerfahren ermöglichen.

Ge;.: Pfund In er, Staatssekretär.

Auf Grund zahlreicher Anfragen wird von ; u - ftänöiger Stelle darauf hingewiesen, daß dort, wo eine Einheitsliste für d i e Kirchenwahlen zustande gekommen ist, natür­lich eine Wahl nicht ft a 11 f i n b e t, so daß also die Wahlmahnahmen sich für solche Bezirke erübrigen. Wahlen sind nur dort notwendig, wo mehrere Liften eingereicht sind. Line derartige Einheitsliste ist ;. B. in ID ü r 11 e m b e r g in einer unter Leitung des Landesbischoss Dr. Wurm zwi­schen den beiden Gruppen des bisherigen Landes­kirchentages und der Glaubensbewegung deutsche Christen abgehaltenen Besprechung ausgestellt wor­den. Sie umfaßt Hamen von bisherigen Abgeord­

neten, sowie Vorschläge aus dem Lager der Glau­bensbewegung. wie wir von unterrichteter Seite erfahren, sind auch in den meisten Gemeinden Hes­sens, wie z. B. in Gießen, Einheitslisten aufgestellt worden. Sollten also bis zum Freitag keine weiteren wahloorschläge eingehen, würde sich für diese Gemeinden eine Wahl erübrigen.

Freie Kirchenwahlen.

Eine Bekanntmachung des preußischen Lberkirchcnrats.

Berlin, 19. Juli. (TTl.) Der Evange­lische Oberkirchenrat erläßt folgende Bekanntmachung:

Der Erangelische Oberkirchenrat in Berlin weist nochmals daraufhin, daß die bevorstehenden Kirchenwahlen unter dem Schuh der Zu­sicherung des Herrn Reichskanzlers stehen, wonach allen Gliedern der Kirche d i c freie Wahl nach kirchlichem Recht nicht verhindert werden soll. Danach dürfen alle wahlberechtigten Gemeindeglieder, gleichgültig, für welche der zur Wahl stehenden Liften sie sich, als Kandidaten oder Wähler entscheiden, auf den Schuh des Staates rechnen. Die für die unparteiische Durchführung der Wahl verantwortlichen Stellen sind auf Akte, die mit dieser Sicherung der freien Wahl in Wider­spruch stehen, hingewiesen und ständig be­müht, ihnen ent g.e genautreten. Nie­mand braucht sich daher in seiner, freien Ent­schließung behindert ou fühlen.

(gez.) Hundt, (gez.) Dr. Werner.

Oie Richtlinien der Deutschen Christen.

Berlin, 19. Juli. (TU.) Aus die wiederholte Anfragen erläßt Wehrkreispfarrer M ü 1 l e r folgende Richtlinien der Glaubensbewegung Deutsche Christen:Den deutschen Kirchen eine Ge­stalt au geben, die sie fähig macht, am deutschen Volk Den Dienst zu tun, der chnen durch das Evan­gelium von Jesus Christus gerade für jhr Volk auf- getragen ist. Das ist das Ziel der Glaubensbewegung der Deutschen Christen." Wir treten ein:

Für völlige Wahrung des Bekennt­nisses der Reformation, verlangen aber eine Weiterbildung des Bekenntnisses im Sinne scharfer Abwehr aller modernen Irrlehren des Mam- monismus, Bolschewismus und des unchristlichcn Pazifismus. Die Kirche soll in ihrer Sendung als deutsche reformatorische Kirche uns die Waffen für den Kamps gegen alles u n ch r i st - ließe und volksverderbende Wesen liefern. Die ewige Wahrheit Gottes, wie sie uns in Jesus Christus geschenkt ist, soll in einer d e in deutschen Menschen verständlichen Sprache und Art verkündet werden. Die Ausbildung und Führung der Pfarrer bedarf einer Bründlichen Umgestaltung im Sinne größerer ebenen a b e und Gemeindeverbunden­heit. Der Wortoerkündung durch er­weckte nichtakademisch oorgebildele Glaubensgenossen soll der Weg freigemacht werden.

2. für das Werk der deutschen evangelischen Hei­de n m i s s i o n , das der Missionsbefehl Christi van

Ein nenerEksolg der Arbcitsschlacht mSftpreußen

Oberpräsident Koch kann den zweiten ostpreuhischen Kreis erwerbslosenfrei melden

Königsberg, 19. 3uli. (WTB. Funkfpruch.) An den Herrn Reichspräsidenten in Berlin, an den Herrn Reichskanzler in Berchtesgaden und den Herrn preußischen Ministerpräsi­denten in Berlin wurde nachstehendes Telegramm gesandt:

Der systematische Kamps gegen die Erwerbs­losigkeit in Ostpreußen geht weiter: heute ist der zweite Kreis, Preutzifch-Eylau frei von A r b e i t s l o s en. Auch dieser (Erfolg, wie der in Pillkallen zeigt, daß es sich nicht um eine Zusallserschkinung handelt, sondern um die Früchte eines zähen und planmäßi­gen Ringens, das mit allen Kräften fortge­setzt wird.

Oberpräsident Koch. (Bauleitung.

*

Dazu schreibt derVölkische Beobachter" u. a.: Der erste Lichtstrahl»aus dem deutschen Osten. Das um seine Existenz so schwerringende O st p r e u- ß e n geht dem ganzen Reich mit gutem Beispiel voran. Ostpreußens Oberpräsident hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum 1. Oktober d i e gesamte Provinz erwerbslosenfrei zu machen. In planmäßiger Arbeit wird dieses Ziel erreicht werden. Wer Gelegenheit gehabt hat, mit eigenen

Augen anzusehen, mit welcher ehrlichen Begeiste­rung man sich aus die Nachricht von deni Oslpreußen- aufbauplan des Führers hin in die Arbeit gestürzt hat, die nur von dem einen Willen beherrscht ist, das schier Unmögliche zu schassen, der hat an dem Gelingen des Planes leine Zweifel mehr. Vom ostprcußischen Oberprösidium aus ist der Funke dieses begeisterten Schaffensw'l- lens auf die ganze Provinz übergesprungen. Die Regierungsprästdenten, die Landräte, die Vertreter der Wirtschaft, des Handwerks und des Gewerbes sind alle von einem fieberhaften Eifer erfüllt. Man blickt wieder frohen Mutes in die Zukunft und jeder trägt buchstäblich sein Letztes dazu bei, um den Erfolg ficherzuftellen.

Neben diesen Arbeiten, die ja e r st d i e G r u n d- läge zu dem eigentlichen wirtschaftlichen Aüfbau der Provinz bilden sollen, sind die Vorbereitungen für die geplante Industrialisierung Ost- Sreußens in vollem Gange. Oberpräsident Koch wird em Führer bereits in Den nächsten Tagen mittei­len- können, welche Maßnahmen im ein­zelnen notwendig sind, um die Ausnützung der vollen Kapazität der ostpreußischen Industriebetriebe zu gewährleisten. Man rechnet damit, daß die ost- preußische Industrie bei diesem Stande in der Lage sein wird, schon in allerkürzester Frist 5060000 Neueinstellungen oorzunehmcn.

schaftundindieVerbändederArbeits- front untersagt hat. Um Störungen der plan­mäßigen Aufbauarbeit der Führung der NSBO. und der Arbeiterverbände ein für allemal zu unter­binden, werden Zuwiderhandlungen mit sofortigem Ausschluß aus der NSBO. geahndet.

Der Zusammenschluß der gesamten deutschen Ar­beiterschaft in den Arbeiterverbänden sollte, wie das Amt weiter erklärt, für jeden deutschen Arbeiter eine selbstverständliche Ehrenpflicht sein. Ein unmittelbarer Zwang zum Beitritt soll Dagegen besonders bann nicht erfol­gen wenn er gegen bie guten Sitten ver­stößt.' Marxistischen Funktionär en von einst ist ber Zutri11 verwehrt: Deutschlands Arbeiterschaft ist bamit ein für allemal vor biefen Elementen geschützt.

Wo ein Witte, Da ,st em Weg!

Aufruf zu emcrArbcitsbcfchaffungslottcrie der NSDAP.

Berlin, 19. 3uli. (WTB. Funkspruch.) Mit einem ungeheuren Schwung hat der Führer der nationalen Erhebung den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit begonnen. Tat auf Tat folgte, wie groß das bisher Geleistete ist, das be- weisen die sensationellen Gerüchte von der Genfer Arbeitskonferenz. Kein Volk der 1B e 11 hat eine Regierung, die bis jetzt auch nur ähnliche Erfolge verzeichnen kann.

Unserem Führer war klar, dah die Gelder zur Arbeitsbeschaffung nicht aus steuerlichen Belastungen geschaffen werden können. Reue Wege mußten beschritten werden. Der Opfer- roille des einzelnen und das Fühlen und Denk en als Volksgemeinschaft sollen dem Arbeitsbeschaffungsprogramm der nationalen Regierung das wichtigste Fundament fein. Keiner

darf sich ausfchliehen. Die RSDAP. hat im Rahmen dessen eine Geldlotterie zur Arbeits­beschaffung aufgelegt, die mithelfen soll, Volks­genossen. die seit Jahren vergeblich nach Arbeit suchen, und denen das Wort Arbeitslohn bereits fremd geworden war, wieder in den Rhythmus der Arbeit einzufchalten und sie zu Lohnempfängern statt Unterstühungsberechtigten zu machen. Jeder Ra­tio n a l g e s i n n t e muß durch Kauf von Losen die Arbeitsbeschaffungs-Lot­terie mit besten Kräften fördern, von dem ideellen Zweck der Lotterie abgesehen, bietet sie auch einen noch nie dagewesenen Ge­winnplan. 200 000 Mark ist der höchstgewinn auf ein Doppellos, 100 000 Mark auf ein Einzellos; fast 300 000 Gewinne 1,5 Millionen Mark werden ausgelost. Jeder Losbesiher darf das stolze Bewußtsein haben, auch sein Scherflein dazu beige­tragen und mitgeholfen zu haben, das Schreckgespenst der Arbeitslosigkeit aus unserem Vaterlande zu bannen.

Neue Arbeitsplätze im Huhrbergbau.

Essen, 19. Juli. (WTB.) Zwischen Bertre- tern des rheinisch-westfälischen Steinkohlenberg­baues und dem Beauftragten des Treuhänders der Arbeit für den Ruhrbergbau, ist nachstehende Regelung der Feierschichtenfrage festgelegt worden:5)et Bergbauverein wird auf die Zechen einwirken, daß sie, soweit die tech­nischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten dazu vorliegen, die Belegschaften soweit vermehren, daß sich für die einzelne Zeche im Durchschnitt des Jahres monatlich etwa 20 Arbeitsschichten für den einzel­nen Mann ergeben. Es sollen aber, da eine schematische Regelung nicht möglich ist, die be­sonderen Verhältnisse der einzelnen Zechen Berücksichtigung finden. Soweit M e h r - einstellungen erfolgen, kann die Zeche auch

wieder Entlassungen vornehmen, wenn die Absatzlage die Weiterbeschäftigung der vergrößerten Belegschaft nicht z u l ä ß t. Diese lediglich zur Entlastung des Arbeitsmarktes durchgeführte Maßnahme darf nicht zu Lohnforderungen seitens der Belegschaft führen. Es wird erwartet, daß alle Zechen das Bestreben der Regierung, die Arbeitsmöglich­keiten zu vergrößern, nach Kräften unterstützen. Einstellung nationalsozialistischerHstsS- kräste und Arbeiter

bei der Deutschen Reichspost.

Berlin, 19. Juli. (WTB.) Für die Einstel­lung als Hilfskräfte und Arbeiter bei der Deut­schen Reichspvst kommen in er st er Linie An­gehörige der RSDAP. und der ihr eingefügten nationalen Verbände in Frage. Besonders berücksichtigt werden die ä l < terenundverdienstvollstenerwerbs- losen M i tglieder der RSDAP. mit einer Mitgliedsnummer bis 1 0 0 0 0 0. Um vornehmlich ihnen wieder einen Arbeitsplatz zu verschaffen, werden alle durch die Entlassung von staatsfeindlich eingestellten Arbeitern freige­wordenen Arbeitsplätze nur mit Rationalso­zialisten beseht werden. Die Dienststellen werden sich wegen der Einstellung nationalsozialistischer Kräfte, die noch nicht bei der Deutschen Reichs­post beschäftigt waren, bei Bedarf an die zuständige Gauleitung der RSDAP. wenden, nötigenfalls unter Inanspruchnahme des Arbeitsamts. Sofern im übrigen zur Einstel­lung von Hilfskräften und Arbeitern auch lang­jährig bereits bei der Deutschen Reichspost beschäftigt gewesene, po­litisch durchaus zuverlässige, nicht der RSDAP. angehörige Bewerber in Frage kommen, deren Wiederverwendung im dienstlichen Interesse liegt, können die Stellen b i s zur Hälfte mit ihnen besetzt werden.