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20.5.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. M Lrftes Blatt

183. Jahrgang

Samstag, 20. Mai 1933

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Frredr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Crnst Blurnschein undfür denAn« zeigentetl i. B. TH.Kümmel sämtlich in Gie ren.

französischen Alliierten au8i gierig auf, Amerika und

Gens hat das Wort.

Ein kaum noch zu.überbietender Derleumdungs- felHug, eine Welle von Hast und Tleoelwollen, Mißgunst und älnrerstand stürmte von allen Sei­ten gegen das neue Deutschland an, suchte das Deutschland der nationalen Erhebung in der öf­fentlichen Meinung der Welt mit allen Mitteln brutaler und schamloser Propaganda zu diskredi­tieren und es als ewigen Querulanten und Frie­densstörer zu brandmarken. Schon spielte die französische Presse, von der Rüstungsindustrie be­zahlt, mit dem frevelhaften Gedanken eines Prä­ventivkrieges, schon fiel in England das unerhörte Wort ton notwendig werdenden Sanktionen, in Warschau und Prag griff man das von dem

gegebene Stichwort be-

_ die Neutralen gingen

ton wohlwollender Haltung zu kühler Reserve über. Der Ring hatte sich geschlossen, um Deutsch­land zum Sündenbock für das Scheitern der Ab­

rüstungskonferenz, zum Alleinschuldigcn an der Fortdauer des Unfriedens in der Welt zu stem­peln. 3n diese düster verhangene Atmosphäre fuhr die große staatsmännische Rede des Reichs­kanzlers wie ein reinigendes Gewitter. Das deutsche Volk hat durch den Mund des Schöpfers seiner nationalen Wiedergeburt vor aller Welt endgültig dargetan, das; es auch im neuen staat­lichen Rahmen fest entschlossen ist, eine Dormacht des Friedens und nicht des Krieges zu fein. Die erste Wirkung der großen Friedensrede des Kanz­lers auf das Ausland ist erfreulich. Wir konn­ten nicht erwarten, daß die öffentliche Meinung Frankreichs, wenigstens soweit sie von den Pariser Boulevardblättern gemacht wird, einer besseren Erkenntnis offen Ausdruck geben würde. Hier fühlt man vorwiegend nur feine eigene Pro­paganda von einer besseren durchkreuzt und sucht schon eifrig nach neuen Dorwänden und Ausre­den, um gegen den deutschen Angriff auf die eigene Stellung in Genf gewappnet zu sein. Aber in den Ring von Uebelwollen und Unverständnis ist doch eine spürbare Bresche geschlagen. In Amerika und England nicht minder wie bei den Neutralen beginnt man doch wieder die Scheuklappen zu lüften, um die tatsächliche Situation nicht mehr krampfhaft ausschliehlich von einer Seite zu sehen. Das ist noch nicht viel, geben wir uns darüber keinen Illusionen hin. Bös­willigkeit, Mißtrauen und Skepsis sind auch heute noch riesengroß, und leicht kann die Stimmung Um­schlagen, wenn wir nicht alles daransehen, von der Bresche aus, die der Kanzler mit der klugen, großzügigen und beispielhaften Selbstbeherrschung, die immer den bedeutenden Staatsmann aus- zeichnet, in unerhörter nationaler Disziplin die ganze Mauer zum Einsturz zu bringen, die Haß, Neid und Mißtrauen unserer Gegner mit Bedacht um uns errichtet hat.

Der großen Linie deutscher Außenpolitik, die Adolf Hitler in seiner Rede vor dem Reichstag weltanschaulich untermauert und auf hohe, sitt­liche Forderungen an die Welt wie an das eigene Volk aufgebaut hat, sind wir an dieser Stelle be­reits nachgegangen. Sehen wir nun, welche kon­kreten Folgerungen sich daraus für das zunächst aktuelle Problem der Weiterführung der Verhand­lungen auf der Genfer Abrüstungskon­ferenz ergeben. Der Reichskanzler hat noch ein­mal bestätigt, daß wir den dort im Augenblick zur Erörterung stehenden Macdonald-Plan als Derhandlungsgrundlage annehmen. Deutschland ist bereit, auf den Kern dieses Planes, die Verein- h eitl ichu n g der kontinentaleuropäischen S) ? e> reseinrichtungen, einzugehen und sein ihm in Versailles aufgezwungenes lang dienendes Be­rufsheer in eine kurz ausgebildete Miliz umzuwan­deln, aber es verlangt, daß diese Umwandlung nur Zug um Zug mit der tatsächlichen Ab- rüftung der hochgerüsteten Nachbarstaaten erfolgt. Denn das von modernen Kriegswaffen gänzlich ent­blößte, ohne ausgebildete Reserven, ja ohne hin­reichenden Schutz gegen Luftbomben- und Gas- krieg in seiner nationalen Sicherheit auf das äußerste bedrohte Deutfchland kann nicht feine ein­zige Einrichtung zur Verteidigung der Heimat, das zahlenmäßig winzige aber wohlgeschulte Berufs- Heer, zerschlagen um irgend welcher Wechsel auf die ouhmft willen, deren Einlösung durch die- ftungsmäd)te so fragwürdig ist, wie die des feier­lichen Abrüstungsoersprechens im Versailler Ver­trag.

Der Grundsatz des Zug um Zug und des gleichen Rechts für alle beherrscht auch die andern Punkte bes deutschen Angebots, wie es der Welt aus dem Munde des Reichskanzlers verkündet wurde. So erklärt sich Deutschland in diesem Sinne bereit, auf die ihm bisher als einziger Großmacht vorenthal­tenen Angriffswaffen auch in Zukunft zu verzichten, wenn die Gegenseite sich dazu ver­pflichtet, die eigenen Bestände innerhalb eines ge­wissen Zeitraums zu vernichten und eine inter­nationale Konvention diese künftig allgemein ver­bietet. Ja Deutschland würde nicht einmal vor der restlosen Zerstörung aller seiner ohnehin äußerst beschränkten militärischen Einrichtungen zuruck- schrecken, wenn der Ruf:Die Waffen nieder! auf der Gegenseite ein ebenso williges Ohr fände. Die Frage, an der in der vergangenen Woche die Ab­rüstungskonferenz um ein Haar zerplatzt wäre, drehte sich um die Anrechnung der sogen, deutschen Wehroerbände aus die im Macdonaldplan festgelegten Heeresstärken. In besonders feierlicher und eindrucksvoller Form hat der Reichskanzler, der als Gründer und oberster Führer der SA. und SS. dazu in erster Linie berufen war, die gänzliche Haltlosigkeit der Behauptung von der militärischen Verwendbarkeit dieser zu rein innerpolitischen Zwecken gegründeten und ausschließlich im Kampf gegen das drohende kommunistische Chaos einge-

Nationalsozialismus, Volk und Staat.

Reichsminister 0r. Goebbels spricht über die Aufgabe der NSDAP, als Träger der nationalen Revolution.

Berlin, 19. Mai. (CNB.) Auf dem Gau- ttag des Gaues Groß-Berlin der NSDAP, im Sportpalast sprach als erster Redner Staatssekre­tär Hier! über das nationalsozialistische Ar­beitsdienstprogramm. Deutschland sehe sich mehr auf den Binnenmarkt und auf die Selbstversor­gung angewiesen. Cs gelte darum, das Mißver­hältnis zwischen deutscher Dolkszahl und dem ge­schmälerten deutschen Lebensraum auszugleichen durch bessere Ausnutzung des deut­schen Bodens unter vollstem Einsatz unserer brachliegenden deutschen Arbeitskraft. Durch eine große Landeskulturarbeit könnte der Er­trag der deutschen Landwirtschaft um 2 bis 2,50 Milliarden Mehrwert gesteigert werden. Die größte Aufgabe des Arbeitsdienstes wird es aber sein, unserem Dolle die fehlende und dringend notwendige Erziehungsschule für die reifere Jugend au geben. Der Arbeitsdienst soll mit seiner Erziehung zur Volksgemeinschaft Klassenhaß und Klassenhochmut endgültig über­winden. Die allgemeine gleiche Arbeitsdienst­pflicht ist ein Kind der nationalsozialistischen Re­volution. Dieser Arbeitsdienst wird in ft r a f f - ster staatlicher Ordnung und Diszi­plin, aber auch im nationalsvAialisti- s ch e n G e i st e aufgebaut und geleitet sein.

Der Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels führte aus, die nationalsozialistische Bewegung sei ein immer neu werdendes, immer neue Ideen aufnehmendes, lebendes Gebilde. Die Partei ist die Trägerin für uns auch in der Staatsleitung, und die nationalsozialistische Bewe­gung an sich ist der Staat. Wir wollen niemand eine bejahende Stellung zu diesem Staat verwehren, aber welche Gesetze diesen Staat re­gieren und wie er innerlich und.äußerlich aus­zusehen hat, das bestimmen wir. Wir geben diesem Staat das Tempo, den Rhythmus und den Elan und auch die ununterbrochene aktive Angriffslust. Wir tragen die Revolution unvermindert weiter, und am Ende dieser Re­volution steht der erste deutsche Natio­nalstaat, der alle Klassen, Stände, Berufe, Landschaften und Konfessionen in sich umschließt und dessen Inhalt das einig gewordene deutsche Dolk fein muh. (Stürmischer Bei­fall.) Nationalsozialismus und deutscher Staat sind nur zwei Worte für einen Be­griff. (Lebhafter Beifall.)

Wenn mancher meint, wir könnten jetzt die Par­tei auflösen, weil wir ja die ganze Staatenmacht haben, so antworten wir:Olein, die Partei muß weiter die Garde der Macht fein, und aus ihr muß sich das Staatsleben entwickeln." Ich halte es nicht für richtig, daß seit dem 30. Ianuar so ungeheuer viele Neuaufnahmen in unsere Partei getätigt worden sind. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.) Diese neuen Mitglieder sind zum Teil kein Gewinn, sondern eine Bela­stung der Partei. Man darf die alten

Kämpfer, die 1924 in die Partei eintraten, nicht auf eine Stufe stellen mit den Kon- junkturhaschern. (Lebhafte Zustimmung.) Die alte Parteigarde besitzt ein unabdingbares Dorrecht. Wir wollen keinem den Eintritt in die Partei verwehren, aber um dieser Partei würdig zu sein, muß man sich um sie Verdienste erworben haben. Cs brauchen ja nicht alle Deutschen unsere Parteimitglieder zu werden. Auf das Kontingent der Neuaufgenommenen führe ich manche Mißstände zurück, die sich jetzt in der Par- ftei zeigen. (Lebh. Zustimmung.) Diese Leute wollen uns angeblich radikal ma­chen, obwohl sie früher diesen Radikalismus nie gezeigt haben. Wir lassen uns nicht von diesen wild gewordenen Spießern unsere Aufbauarbeit

stören. Wer in der Partei noch nichts geleistet hat, hat auch nichts zu meckern. Ebenso ist es mit den Eingriffen in d i e Wirtschaft. Da kommt ein Kommissar daher und erklärt, er wolle einen Wirtschatfskonzern säubern. Er macht sich selbst zum Generaldirektor und wirft sich dabei auch ein dickes Gehalt aus. So ein Mann glaubt dann, mit dem neu angeschafften Braunhemd fei er dann vor der Polizei sicher. Er irrt! Ich sage da­hier mit Klarheit: Solche Kommissare werden wir von nun ab hinter Schloß und Riegel setzen. (Stürm. Beifall./ Was in der Wirtschaft zu geschehen hat, das bestimmen wir. So ein Kom- miffar macht durch feinen flinken Zugriff die Ar­beiter brotlos und kann ihnen dann selber kein Brot geben. Dieser ilnfug muß aufhören.

Sie Äeusschenhehe in der Tschechoslowakei.

Aergste Bedrängnis für sudetendeutsche Nationalsozialisten.

Prag, 19. Mai. (TU.) Die brutale Knechtung des Sudetendeutschtums, die sich in ihrem jetzigen Sta­dium in der Verhaftung von Hunderten von Deutsch en äußert, hat in der sudetendeut- schen Bevölkerung oft zu spontanen Abwehrmaß- nahmen geführt, nach dem Grundsatz:Wehrlos, aber nicht ehrlos!" So berichtet das tschechisch natio- naldemokratische Blatt, dieNarobny Listy, von den Vorgängen bei der Verhaftung des bei der Bevölkerung hochverehrten Hauptschriftleiters des Deutschen Boten" in Braunau in Böhmen, Hubert Birke. Das Blatt läßt sich darüber be­richten:

Hauptschriftleiter Birke sollte in das König- größer Kreisgericht eingeliefert wer­ben. Auf diese Nachricht bemächtigte sich eine un­geheure Erregung der Bevölkerung, die spontan in Gruppen die Stadt durchzog und die Befrei- u n g des Verhafteten erzwingen wollte. Der schwerbewaffneten Gendarmerie gelang es nur unter äußersten Anstrengungen, den Bahnhof zu er­reichen. Vor der Abfahrt des Zuges warf die Menge den Zaun am Bahnhof um und stürmte gegen den Zug, um den Verhafteten zu befreien. Gen­darmerie mit aufgepflanztem Bajonett vereitelte ihr Vorhaben. Als das Signal zur Abfahrt ertönte, legten f i ch alle Demonstranten vor bie Gleise, Männer unb Frauen, Kinber unb Greise, und brachen in ben Ruf aus: ,^H e i l Hitle r!" E s lebe S u d e t e n b e u t s ch l a n b." Die Gen- barmerie trieb bie Massen mit dem Kolben von den Gleisen. Erst dann gelang es, mit dem Verhafteten abzufahren."

In der Sitzung der böhmischen ßanbesoertretung in Prag kam es am Freitag zu einer Einheits- frontberSozialbemokraten,berKom- muniften unb ber Tschechen, um bie beut- schen Nationalsozialisten am Sprechen zu Hinbern. Als ber subetenbeutsche Nationalsozialist Ingenieur Gebauer, bas Wort zu einer wirtschaftlichen Vor­lage ergriff, stürmten bie beutschen Sozialdemokraten

zur Rebnertribüne unb verhinberten Gebauer, bas Wort zu ergreifen. Es erschallten wilde Rufe wie Hitler schlägt unsere Genossen, solange Hitler herrscht, lassen wir Sie nicht sprechen." Ein anderer rief:Ihr Gesinnungsgenosse Karg (Hauptspriftleiter des nationalbeutschenTag") war beim Hitler im Braunen Haus in München. Sie haben mit Hitler Verbindung! Ein anderer Sozialdemokrat ries: ,Ihr habt bie ganze europäische ftultur ge- schänbet." Auch bie tschechischen Mitglieder ber ßan- besoertretung ergingen sich in Schmährufen und verlangten die Entfernung Gebauers ausbem Saal. Darauf unterbrach ber Präsibent bie Sitzung. Nach ihrer Ußiebercröffnung versuchte Gebauer nochmals sich verständlich au machen, aber ein Kommunist stieß ihn von der Rednertribüne. Die Sitzung mußte wieder unterbrochen werben.

Tschechisches Schreckensregimenf gegen die Minderheiten.

Lord Nothernrcre fordert schärfste Kontrolle der tschechischen Rüstungen.

L o n b o n , 19. Mai. (TU.) Lord Rothermere beschäftigt sich in einer Zuschrift an dieDaily Mail" unmißverständlich mit den außerordentlichen Rüstungen der Tschechoslowakei. In ber Zuschrift heißt es u. a.: Ohne zu fragen, was für Menschen innerhalb der Grenzen dieses neuen Landes leb­ten, lieferten bie Alliierten ber Tschechoslowakei Millionen von Deutschen unb Ungarn aus, ohne sie in einer Volksabstimmung befragt zu haben, ob sie sich bem neuen Staat anschließen wol­len oder nicht. In Mißachtung bes Geistes bes Ver­sailler Vertrages, ber bie Tschechoslowakei über­haupt erst ins Leben rief, unterhält dieses Land heute Armeen unb Rüstungen, bie im Verhältnis zur Bevölkerung vielleicht d i e ungeheuer st en in Europa sind. Das ist

setzten Verbänbe und des aus bem Geist ber alten Frontkamerabschast entftanbenen Stahlhelms über* zeugenb nachgewiesen. Aber ber Reichskanzler ist ba- bei nicht stehengeblieben, er hat aus dem Bewußt- fein eines reinen Gewissens heraus freimütig an- geboten, diese deutschen Verbände einer internatio­nalen Kontrolle zu unterstellen, sobald die an­deren Staaten die gleiche Bereitwilligkeit zeigen, inzwischen hat ber Genfer Effektivausschuß mit oerblüffenber Einmütigkeit ben tschechischen o o f o l s jebe militärische Verwendbarkeit ab ge­sprochen, obwohl diese in engster Verbindung mit CF Qft'DCn Armee im militärischen Felddienst ge- Drillt und im Gebrauch moderner Kriegswaffen unterwiesen werden. Man schämt sich also in den «reifen der Genfer Militärsachverständigen nicht, auch nach ber Rede bes deutschen Kanzlers das

1 Spiel mit dem zweierlei Maß zum

Nachteil Deutschlands fortzusetzen.

i^ . bkanzler 'Adolf Hitler hat sich auch nicht ge« h 5 - geradezu phantastische Sicher-

y e 11 beb u r f n i s einzugehen, bas Frankreich stets ps^gt, wenn es ihm darum geht, LS. hTr eJf!un9 seiner Abrüstungsverpflichtun- jf?"Der Kanzler hat an Frankreich in* Gh??n?hrid) e!'roeld)e Sicherungen Deutschland

^rnJ°U' und sich bereit erklärt, sich an

5nhP'Sirnr^* l * * * 5?Derpfn^tun9en internationaler

Biermächt^parientwu^M^ s ffiX^wSerb auch bie amerikam che Deffentlidifpit k- m- »erlöge Wilson- in Bertoli« auf M d,° Nie. kopilcheu gemocht er,.'longso7'o'n7; eU7oL',7len Kurswechsel m dem Verholtm- der Bereing en «taoten ,u den europai|d)en Dingen oorbereitet wer. den muß, so kann boch nicht geleuanet msrh»» V c. die Botschaft Roosevelts tatsächlichen eriten ernft& hasten Versuch bebeutet, ^mlritas

Machtfulle wieder verantwortlich unb mitmirfpnh im Sinne bes Ausgleichs und ber Derrn ittiun«^ bie europäischen Dinge fruchtbar zu maX!

reichs jahrelanges zähes Werben um eine amerila«

Nische Garantie bes europäischen Status quo wirb enblich belohnt. Die Vereinigten Staaten bieten ihre Beteiligung an einem Nichtangriffs­pakt an, ber ben Unterzeichnern verbietet, bewaff­nete Streitkräfte irgendwelcher Art über ihre Gren­zen zu schicken. Amerika wäre ferner bereit, im Falle eines bewaffneten Konflikts an ber Feststellung bes Angreifers mitzuwirken unb in gewissen Grenzen sich auch an seinem wirtschaftlichen unb militärischen Boykott zu beteiligen. Eine stärkere Sicherheitsgaran­tie ist auf vertraglichem Wege wohl kaum auszuben- ken. Aber Roosevelt verlangt bafür auch von Frank­reich etwas, omis dieses bislang mit dem Hinweis auf mangelnde Sicherheit stets verweigert hat: die Beseitigung aller Angriffswaffen, da erst mit ihrem Fehlen jeder erfolgversprechende An­griff unmöglich, jeder Friedensbruch unwahrscheinlich gemacht werben.

Des deutschen Reichskanzlers grundsätzliche Zu­stimmung zu diesem Programm Roosevests bringt bie Franzosen in eine arge Zwickmühle. Das ebenso verlegene wie kleinliche Bekritteln unb Herumnörgeln ihrer Presse an ben großzügigen Angeboten Roose­velts unb Hitlers zeigt, wie unbequem sie bie neue Situation empfinben. Deshalb auch bie törichte unb gänzlich abwegige Ausrebe, man müsse nach ber Rebe bes Kanzlers er ft Deutschlanbs Taten abwarten. Wenn unbegreiflicherweise auch englische Blätter in bie gleiche Kerbe hauen, so wird diese Argumentation dadurch nicht richtiger. Deutschland h a t abgerüstet, es hat keine andere Absicht, als feine Verteidigung unter ben gleichen Bedingungen aufzu­bauen, wie sie seine Nachbarn für sich beanspruchen. Ja es ist bereit, bis zur Herstellung ber gleichen Sicherheit ben anbern eine Uebergangsperiobe von fünf Jahren einzuräumen, in ber es sich mit bem Zu­stand ungleicher Sicherheit abfinden wird. Deutsch, land hat feinem klaren und eindeutigen Angebot, bas in allen technischen Einzelheiten auszugestalten unb zu erläutern Sache ber biplomatischen Verhanb- lungen in Gens ist, nichts Grundsätzliches hinzuzu­fügen. Die Entscheidung liegt einzig unb allein bei Frankreich. Dessen Sache ist es nun, burch Taten feinen ernsthaften Willen zur Abrüstung unb Siche­rung bes Weltfriedens unter Beweis zu stellen. Auch die Angst vor einer gewastfamen Revision der Ver­

träge in Bezug auf bie Grenzziehung im Osten, mit ber Frankreich unb noch mehr feine Trabanten Po­len, Tschechen, Rumänen, Serben ihre Weigerung, abzurüsten zu bemänteln suchten, kann nicht länger mehr verfangen, nachdem der Reichskanzler mit größ­ter Offenheit unb Aufrichtigkeit aus bem nationa­listisch-völkischen Prinzip heraus es abgelehnt hat, anders als auf bem Wege einer neuen Vereinbarung Deutschlanbs berechtigten Ansprüchen auf eine Revi­sion zum Erfolg zu verhelfen. Also auch in diesem Punkt fallen bie Vorwände der Gegner für ein weiteres Verschleppen bes Slbrüftungsproblems in sich zusammen.

Wenn nun nach Botschafter Nadolnys Rück­kehr aus Berlin gestern in Genf die Derhand- hingen auf der Abrüstungskonferenz wieder be­gonnen haben und, wie es aus dem Gebahren» ihrer Presse den Anschein haben könnte, die Franzosen und vielleicht auch die Engländer in Versuchung geraten könnten, das alte frucht­lose und hinterhältige Kulisfenspiel mit ver­teilten Rollen wieder aufleben zu lassen, um Deutschland vor der Welt als Saboteur des Friedens hinzustellen, weil sie selber sich nicht entschließen können, aus der vergifteten Atmo­sphäre von Versailles zum Neubau einer besseren Welt die Hand zu bieten, dann sei ihnen zur Mahnung und Warnung das eine gesagt. Mögen sie über die weise Mäßigung und Selbstbeherr­schung, von der jedes Wort des Reichskanzlers geleitet war, nicht die gesammelte Kraft über­sehen, die die geeinte und in ihrem Selbste bewuhtsein gestärkte deutsche Ration zur Be­kräftigung der Erklärungen ihres Führers einzu­sehen entschlossen ist, wenn man in Genf den Versuch machen sollte, durch sattsam bekannte Winkelzüge und Diplomatenkniffe von uns eine älnterschrift zu erpressen, die wir als OSergetoaD tigung empfinden müßten. Der Kanzler hat selber, für alle Welt sichtbar, deutliche War^ nungssignale aufgerichtet. Mögen sich unsere Verhandlungspartner in Genf heute schon baN nach richten und von Methoden Abstand nehmen, die niemals zum Ziel einer wahrhaften Befrie­dung der Welt führen können.