Ausgabe 
19.10.1933 Erstes Blatt
 
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den (L Bedingungen durch den Kassenboten der Deutschen Dühne^bei einem Zuschlag von 0,10 Mk. pro Karte zugestellt.

^Hitlerjunge Quex" im Lichtspielhaus.

Der Film ,^)itlerjunge Quef, der von heute ab im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, gezeigt wird, steht unter dem Protektorat des Reichsjugendführers Baldur von Schirach. Heute finden drei Fest- vorstellunge» statt, in denen die (Siebener Hitler- Jugend mitwirken wird. Zu jeder dieser drei Dar­stellungen wird der Einzug der Banner der Jugend­oerbände erfolgen, ferner werden Fanfarenblasen und ein Dorspruch, von einem Gießener Hitler- Jungen gesprochen, den Austakt der BorfteUungen bilden. Um 18 Uhr ist eine geschlossene Dorstellung für die Jugendverbände vorgesehen. Der Film ,F)itlerjunge Ouex" wurde nach dem gleichnamigen Roman von K. A. Schenzinger aeschafsen und stellt das Hohelied des Kampfe, der Kameradschaft, der Liebe und der Menschlichkeit in packenden Bildern und Szenen dar. Strahlende, kernhafte, opferbereite Hitler-Jugend steht im Mittelpunkt der Handlung und des tragischen, heroischen Geschehens. Der Film will gleichzeitig ein Dokument der um Vaterland und Zukunft kämpfenden deutschen Jugend sein. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.

Berufsberatung und Lehrstellen« Vermittlung

Dor einigen Tagen fand beim Landesarbeitsamt Hessen eine Besprechung mit Vertretern der Deut­schen Arbeitsfront und der Wirtschaft über Fragen der Berufsberatung, Berufsauslese und Lehrstellen- Vermittlung statt Die Versammlung beschloß, daß in Zukunft grundsätzlich die gesamte Lehrstellenver- mittlung durch die Berufsberatungsstellcn der Ar­beitsämter in enger Zusammenarbeit mit den Ver­tretern der Wirtschaft erfolgen soll. Auf diese Weise wird vermieden, daß Jugendliche, die für einen Beruf nicht geeignet sind, trotzdem in die Aus- bildung zu einem solchen Beruf eintreten. Es sollen ferner nur diejenigen Lehrstellen besetzt werden, die eine Gewähr für eine gute und sachgemäße Ausbildung der Jugendlichen bieten. Die Berufs­beratungsstellen der Arbeitsämter werden eine ge­naue Feststellung der Berufseignung der einzelnen Jugendlichen vornehmen und entsprechend die Zu­teilung derselben zu den verschiedenen Berufs- zweigen durchführen. Richtlinien über die Hand­habung der Arbeit im einzelnen sind in Vorberei­tung.

Gießener Wochcnrnarktprenc.

* Gießen, 19. Okt. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Kochbutter 1, Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse 4 bis 10, Eier (inländische) 13, Wirsing (grün), das Pfund 6 bis 12, Weißkraut 5 bis 7 Pf, der Zentner 3, Mark, Rotlraut, das Pfund 6 bis 12 Pf., Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15,- mischkohl 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, Unterkohl- rabi 6, Grünkohl 20, Rosenkohl 20 dis 25 Pf., Feld­salat 1, Mark, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 25 bis 50, Schwarzwurzeln 25, Kürbis 5 bis 6, Pilze 25 bis 50, Kartoffeln 3% Pf-, der Zentner 2,50 dis 2,80 Mark, Aepfel, das Pfund 12 bis 18 Pf., Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 15, junge Hahne 70 bis 75, Suppenhühner 65, Gänse 60 bis 70, Enten 80, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 10 bis 30, Salat 5 bis 10, Salatgurten 15, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 6 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 20, Sellerie 15 bis 30, Radieschen, das Bund 10 Pf.

Wornoti.icn.

Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 16 und 20.30 Uhr (18 Uhr geschlossene Vorstellung für die Jugend- Verbände) große Festvorstellungen ,Hitlerjunge Ouex". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Die große Fahrt". DAB. Gießen, Burschenschaftliche Ortsgruppe, 18 Uhr,Hindenburg".

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, dritte Vor­stellung im Freitag-Abonnement, Heinrich von Kleist:Die Hermannsschlacht". Spielleitung der Intendant. Gewöhnliche Preise. Anfang: 20 Uhr, Ende: 22.30 Uhr.

Schachklub Gießen 1858. Am morgi­gen Freitag findet, veranstaltet vom Schachklub Gießen, wieder ein großes Simultanspiel statt. Dieses Mal ist es der Deutsche Meister Brinkmann, der dem Schachklub und allen Schachsreunden und Schachfreundinnen in Gießen die Gelegenheit gibt, im Simultanspiel an 30 Brettern gegen ihn spielen zu können. Da die Beteiligung entsprechend den bereits vorliegenden Voranmeldungen stark sein wird, bittet der Vorstand um rechtzeitiges Erschei­nen um 20.15 Uhr im 1. Stock des Gewerkschafts­hauses, Schanzenstraße, und um Mitbringen der eigenen Spiele, insofern es Normalspiele und Nor- malbretter sind. Zuschauer sind willkommen. Es ist niemand gezwungen, etwas zu verzehren. Auf die heutige Anzeige sei besonders hingewiesen.

* Des Tragen von Uniformen in den Schulen., Das Hessische Staatsministerium hat ungeordnet* daß innerhalb der Schulen ober bei Schulveranstaltungen außerhalb der Schulen andere Uniformen ober Trachten als bie ber nationalsozia­listischen Organisationen nicht getragen werden dürfen, um unliebsame Zwischenfälle mit Ange­hörigen anderer Verbände zu vermeiden.

Die Beschaffung von Bildern für die Volks - und Berufsschulen wird von der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigen­teil öffentlich ausgeschrieben. Es handelt sich dabei um Bilder Des Reichspräsidenten und des Reichs­kanzlers zur Ausschmückung der Schulräume.

Ein Einundachtzigjähriger. Schnei­dermeister Konrad Oehler, Neustadt 8, kann am heutigen Donnerstag in geistiger und körperlicher Frische feinen 81. Geburtstag feiern.

"Am Sonntag kommen wir zu Ihnen! Aus dem Stabttheaterbiiro wirb uns geschrieben: Es bürste wohl ber Wunsch aller sein,Die Vier Naihrichter" wieber einmal sehen zu können (Nauheimer Zeitung), benn foroas ficht man wirk­lich nicht alle Tage (Neue Leipziger Zeitung), ein solches Maß von Humor (Völkischer Beobachter), daß man sich in ber Tat Bauchschmerzen anlachen kann (Hannoverscher Anzeiger). Das macht ihnen keiner nach! (Leipziger Neueste Nachrichten.) Der Humor ist nicht bie geringste Kraft zum Wieber- ausbau (Wiesbadener Zeitung). Das Stück paßt in bie heutige Zeit wie nach Maß! (Neueste Zeitung Frankfurt.) Es müßte jebem zur Pflicht gemacht werben, bie Vorstellung berNachrichter" zu be- suchen!!! (Leipzig am Wochenende.) Wir erwarten auch Sie! Das Gastspiel ist baher außer Abonne­ment unb zu Preisen von 0,50 bis 2,50 Mk. Die luftigen Burschen bringen ein tolles Stück mit Musik, Gesang unb Tanz zur Anführung:Der Esel ist los". Anfang: 19,30 Uhr, Ende: 22 Uhr.

Platzkonzert zur Reichs-Hand- w e r k e r w o ch e. Am morgigen Freitag, 16.30 Uhr, findet aus Anlaß der Reichs-Handwerkerwoche am Hitlerwall ein Platzkonzert statt, das von der Reichs- wehrkapelle unter Leitung von Obermusikmetster K r a u ß e ausgeführt wird. Vortragsfolge: 1.Deut- scher Gruß", Tlari$ (Schifferi); 2. Dramatische Ouvertüre (Blon): 3.Aus dem Süden Italiens", Tarantella (Friedemann): 4. Rujsijche Rhapsodie (Heusser): 5. Szenen aus ber OperDer Trouba- bour (Verdi), 6.3m bunten Rock", Marsch (Jesjel).

Ausstellung alter Zunstbriefe. Aus Anlaß der Reichshandwerker - Woche zeigt gegen­wärtig Wagnermeister Heinrich M ü h l i ch, Damm- straße 22, an feinem Hoftor hinter Glas und Rah­men vier prächtige alte Zunftbriefe aus ber Zett des Gründers der Firma. Es handett sich um Doku­mente aus den Sauren 1807 und 1809 usw , die Arbeitsbescheinigungen darstellen und von den Zünf­ten ausgestellt worden waren. Die zum Tett in Stahlstich, zum Tett in Buchdruck hergestellten Ur- künden zeigen interessante landschaftliche Darstel­lungen (Gießen, Weilburg) in Verbindung mit den verschiedenen Zunftzeichen der Wagner. Schöne alte Siegel erhöhen den Wert und bie fulturbifto- rische Bebeutung biefer Dokumente. Die Wagnerei Mühlich befinbcl sich seit über einem Jahrhundert im Besitz der Familie Mählich. .

* Evangelischer Abend in Gießen. Der Evangelische Bund veranstaltet am kommenden Samstag, 21. Oktober, in der Stadtkirche bei freiem Eintritt einen Evangelischen Abend. Das Thema des Abends lautet:Wir Protestanten im Dritten Reich". Maßgebende Führer des Evangelischen Bundes in Hessen werden sprechen. Der eoange- lisch« Kirchengesangverein unter Leitung von Lehrer

Lindenstruth, Frl. Stammler und Stadt- kirchenorganist Lehrer Simon werden durch ihre Kunst zur Verschönerung des Abends beitragen. Unsere evangelischen Mitbürger seien auf die heu­tige Anzeige besonders hingewiesen.

" Die Baugenossenschaft 1 894 ver­sammelt ihre Mitglieder am morgigen Freitag, 20. Oktober, 20.30 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Schanzenstraße, zu einer außerordentlichen General­versammlung. («iehe Anzeige imGießener An­zeiger' vorn 9. Oktober.) Die neue Leitung der Ge- nosienschaft wird Bericht über ihre Tätigkeit seit der Amtsübernahme erstatten. Wie man hört, soll bei dieser Gelegenheit auch über die weiter zurück- liegenden Geschäftsvorgänge bei der Genossenschaft berichtet werden. Den Mitgliedern der Genossen­schaft ist das Erscheinen zur Pflicht gemacht.

Sterbefälle in Gießen. In der Zett vom 1. bis 15. Oktober starben in Gießen: 2. Luise Kling, geb. Rüspeler, Wwe., 64 Jahre alt, Stephan- strahe 36; 5. Sardine Hirsch, aeb. Kay, Wwe., 88 Jahre alt, Marktstraße 32; 6. Lina Keil, geb. Mal- fomefius, Wwe., 62 Jahre alt, Neustadt 6; 6. Karl Stroh, ohne Beruf, 80 Jahre alt, Schulstraße 4; 9. Ottilie Böhm, 8 Monate alt, Löberstraße 7; 9. Earl Nowack, Hitlerwall 29; 10. Klara Helfenbein, geb. Bayer, 32 Jahre alt, Buddestraße 3; 12. Marie Büppel, geb. Klingel, Wwe., 79 Jahre alt, Frank­furter Straße 175; 13. Katharine Schlabach, geb. Hofmann, Wwe., 83 Jahre alt, Licher Straße 106; 14. Marie Elisabeth« Herter, geb. Schenk, 24 Jahre alt, Hammstraße 10.

* Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Orts­durchfahrt Garbenteich ist wieder aufgehoben.

Vom ehrbaren Glaserhandwerk.

Don 3nnungefüf)rer Heinrich Marx

Das Glasergewerbe als eines der ältesten und vielsettigsten Berufszweige hat. im Laufe seiner Entwicklung ein besonderes Handwerk hervorge­bracht.

Beginnend mit der einfachsten Verglasung und dem primitivsten Fenster, umfaßt es heute einen beträchtlichen Anteil am Ausbau des Hauses und läßt sich zugleich die Bearbeitung eines der wich­tigsten Rohbaustofse, des Glases und des Holzes, angelegen sein.

Das Fenster als eines der wichtigsten Bau­elemente dient als Verschluß des Hauses gegen Wind und Wetter. Darum wendet auch der gute Fachmann sein Hauptaugenmerk auf ein gut gear­beitetes und aus gutem Holz und Glas hergestelltes Fenster, damit es allen Anforderungen gewachsen ist.

Der Handwerker verarbeitet den Stoff mit Hilfe geeigneter Werkzeuge unb da früher die Aus­führung ausschließlich von Hand geschah, war jedes Glaserstück eine individuelle Arbeit,

an dem jeder Meister und Gehilfe feine Freude hatte. Die Gegenwart brachte auch für das ©lafergeroerbe eine Umstellung der überlieferten Handwerks-Ge­pflogenheiten, indem die Holzbearbeitungs- und Glasschneidemafchinen auch in den kleineren Werk­stätten eingeführt wurden.

Man darf den Wert der Maschine nicht verken­nen, und ihre Erfindung und Vervollkommnung ist in erster Linie nicht die Laune denkender Techniker, sondern das Mittel, um die Bauaufgaben der Ge­genwart überhaupt bewältigen zu können.

Man darf jedoch nicht vergessen, daß

der kleine Betrieb die wiege des Handwerks

ist und zwar eines lanbgebunbenen Handwerks, das zugleich völkische Kraft besitzt. Darum ist es Pflicht eines jeden, der irgendwelche Aufträge zu vergeben hat, diese an den selbständigen Meister zu geben, um dadurch mitzuhelfen, daß auch das deut- sthe Handwerk wieder den Platz unter den Volks­genossen einnimmt, ber ihm gebührt.

Gebt eure Glaserarbeiten dem Glasermeister!

Die Handwerkskunst des Friseurs.

Gut gepflegtes Haar, Schönheit und Einfachheit der Form, Kleidsamkeit und Natürlichkeit! TDas ist die Grundform der Frisur unserer deutschen Frau. Der Haarschnitt ist nach wie vor bei jeder Frisur notwendig, ebenfalls ein schöner, natürlich ge­formter Nackenabschluß.

Kleider- und Hutmode haben auch zur Wandlung der Frisur beigetragen und ihr eine aufwärtsstei­gende Form verliehen. Die Seitenpartien werden schmal gehalten und auf halber Höhe des Hinter- kopfes tn Locken- ober Wellenplastik angeorbnet. Maßgebend für die Gestaltung der Frisur ist ber Typ ber Trägerin. In Haarpflege und Dauerwellen, den wichtigsten Arbeiten des Friseurs für die Dame, leistet der geübte Fachmann Hervorragendes.

Auffallend billigen Angeboten sollte niemand, dem sein haar lieb ist, Folge leisten, denn billig unb schlecht gehören zusammen.

Für die Frisur des Herrn sollte ebenfalls stets das Individuelle in Frage kommen. Der sogenannte moderne Haarschnitt, die Seitenpartien kahl bis an den Scheitel unb fast ohne Uebergang, ist zu ver­werfen. Der auf fein Aeußeres bedachte Herr legt Wert auf einen im Nacken kurzen unb nach oben gut oerlaufenben Haarschnitt.

Zur Haut-, Hand- unb Fußpflege wende man sich an seinen Friseur. Der moderne Friseur hat seine Kenntnisse auf dem Gebiet ber Schönheits­pflege vervollkommnet, ausgestaltet und entwickelt. Er erteilt sachgemäßen Rat auf dem Gebiet der Schönheitspflege, jener Kunst, die Schönheit er­höhen, entwickeln und zurückerobern kann. Gutes Aussehen ist für jedermann zwingende Notwendig­keit.

Tausende von Gehilfen sind stellungslos, dennoch läßt sich leider das Publikum noch häufig genug um eines kleinen Vorteils willen vom Schwarz­arbeiter bedienen, der nach der Arbeits- ober Stempelzeit ben schwer um ihre Existenz ringenden Geschäftsinhabern ins Handwerk pfuscht und ihnen die Kundschaft roegnimmt.

Förderung der Schwarzarbeit ist Schädigung des Staatsganzen.

Das Publikum sollte ben Friseur bei der Aufrecht­erhaltung seiner Existenz unterstützen unb mit bafür Sorge tragen, daß arbeitslose Gehilfen Arbeit unb Brot finden. Niemand hat auch bei ben derzeitigen erschwinglichen Preisen Veranlassung, zur Selbst­bedienung zu greifen.

DasOach,dasWichiigsteamHaus

Die allerwenigsten Hausbesitzer schenken dem Dachwerk, als dem den Wttterungseinflüssen am meisten ausgesetzten Teil des Gebäudes, die Be­achtung, die es als das Wichtigste und Wesentlichste am Bauwerk verdient. Mit Recht nennt man das Dachden Schirm des Hauses".

Line Dachreparatur ist daher eine Derlrauens- sache, und man sollte damit nur einen Fachmann beauf­tragen, der nachweislich das Dachdeckerhandwerk erlernt hat und den Meistertitel zu führen berech­tigt ift.

Ein Sparen am falschen Ende wird es immer bleiben, wenn eine notwendige Dacherneuerung oder Umdeckung nicht der Bedeutung des Gebäudes entsprechend ausgefübrt wird. Vielfach kann man bie Beobachtung machen, baß alte Schieferein­deckungen, die sich Jahrhunderte bewährt haben unb eine Zierde des Hauses waren, heruntergenommen werden unb an ihre Stelle entroeber ein Teer­pappdach, bestenfalls aber eine teerfreie Pappein­deckung angebracht wird. Wer so handelt, der handelt falsch. Daß ein Papdach nicht das fein kann, was ein Schieferdach ist, sollte eigentlich auch jedem Laien klar fein.

Abgesehen von den periodisch notwendigen Unter- Haltungsanftrichen der Dachhaut, die sich an Wohn­gebäuden recht unangenehm bemerkbar machen können, verliert das Gebäude zweifellos an Wert, wenn es an Stelle eines Schieferdaches mit einer Pappeindeckung versehen wird Die Beeinträchti­gung des Gesamtbildes in solchen Fällen sei nur angebeutet Sehr wichtig ist aber die Herstellung der erforderlichen Anschlüsse, die bei Nichtbeachtung aller Fachregeln des Dachdeckerhandwerks zu einer Wertminderung des Daches führen. Das hier ge­sagte gilt besonders für die Erneuerung der Dach- kehlen Nichts ist verkehrter, als Schiefer- und Ziegelkehlen durch Zinkkehlen zu ersetzen. Bevor sich daher ein Hausbesitzer in Ermangelung der er­forderlichen Mittel zu Maßnahmen Der bespräche- nen Art entschließt, sollte er sich immer erst an einen ihm bekannten Fachmann wenden.

Der Dachdeckermeister wird dem Hausbesitzer immer ein aufrichtiger unb wohlrneinenber Be­rater fein,

dem der Hausbesitzer unbedingt Vertrauen und Ge­hör schenken sollte.

Es ist keineswegs die Absicht, im Rahmen dieser Abhandlung zu dem einen ober anderen Dach- deckungsstosf irgendwie kritisch Stellung zu nehmen. Jeder Bedachungsstoff hat feine Berechtigung; aller­dings immer unter dem Gesichtspunkte: Jedes an seinem Platze! Man befrage den Dachdeckermeister als Fachmann, er wird dies bestätigen.

In solchen Fällen, in denen die zur Verfügung stehenden Mittel, z. B. zur Umdeckung eines alten Schiefer- oder Ziegeldaches, nicht ausreichen, emp­fiehlt es sich: die Erneuerung in zwei oder je nach Umfang des Daches in drei oder mehr Abschnitten auszuführen. Dies kann unbedenklich unb ohne Schaben für bas übrige Dachwerk sowie für das gesamte Gebäude geschehen.

Als ein besonders großer Uebelftanb hat sich die zur Uebung gewordene Gewohnheit herausgebilbet, Dacharbeiten von ungelernten Arbeitern ober un­selbständigen Leuten ausfüfjren zu lassen, in der Meinung, auf diese Weise einebillige" Arbeits- ausführung zu erhalten. Jeder Hausbesitzer sollte sich aber Darüber klar sein:

Billigkeit" ist nicht gleichbedeutend mit Qualität".

Man glaubt, Ersparnisse zu machen, und muß über kurz oder lang einseben, das Opfer des eigenen Irrtums geworden zu sein.

In welche Gefahren sich ein Hausbesitzer durch die Inanspruchnahme eines Schwär zarbei- t«r s denn um Schwarzarbeit handelt es sich hierbei begibt, ist oft genug ermähnt worden, von den sonstigen schädlichen Auswirkungen der Schwarzarbeit, die ebenfalls zur Genüge in der Oeffentlichkeit erörtert worden sind, gamicht ge­sprochen. So sehr das Handwerk Daran interessiert ift, daß Dem Hausbesitz Erleichterungen geschaffen werben, und gern und freudig dahingehende Be­strebungen unterstützt, so sehr hat es ein begreif­

liches und begründetes Jnteresie, auch feine eigene Existenzmöglichkeit gesichert zu sehen.

So schwierig auch die Verhättnisse für den ein­zelnen manchmal liegen mögen, so notwendig er­scheint es aber, nicht nur das, was uns an Werten geblieben ift, zu erhalten, sondern auch vor weite­ren Minderungen au bewahren. Hierzu gehört in allererster Linie neben der Instandhaltung des Ge­bäudes an sich die sorgsame Pflege und (Erneue­rung des Dachwerkes durch einen geeigneten Fach- mann.

Sicherheit zuerst!

Eine schlecht ausgeführte elektrische Anlage ist nicht nur nicht haltbar, sondern u. U. lebens- und feuergefährlich. Immer wieder erfolgten in land­wirtschaftlichen Gebieten Brände infolge schlecht ausgeführter elektrischer Anlagen, Branbc, die we­niger auf schlechtes Material als auf technisch un­genügend oorgebilbete, unzuverlässige Installateure zurückzugehen. Solche Elektro-Jnstallateurc nennt man Pfuscher. Zu ihrer Bekämpfung lassen hie Elektrizitätswerke unb UeberlanDjeniralcn zur Aus­führung elektrischer Anlagen nur solche Unternen- mer zu, die auf ihre technische unb geschäftliche Zuverlässigkeit geprüft sind. Die Arbeit von nicht zugelassenen Unternehmern bietet keine technische unb geschäftliche Gewähr.

Nur Anlagen, die von zugelassenen Elektro- Jnstallationsfirmen ausgeführt sind, werden von den Elektrizitätswerken und Ueberlandzentralen an Deren Stromnetz angeschloffen. Es ist Leichtsinn und grobe Fahrlässigkeit, die u. U. empfindliche ge­richtliche Strafe nach sich ziehen, Arbeiten einem nicht zugelassenenElektriker" in Auftrag zu geben!

Man sichere sich vor Strafen und vor Schäden dadurch, daß man die Arbeiten an elektrischen An­lagen und den Bedarf an Elektromaterial nur von einer beim Elektrizitätswerk zugelassenen Elektro-Jnstallationssirma deckt.

warum Sorgfalt gegenüber elektrischen Einrichtungen?

Bei Erstellung und Betrieb elektrischer Einrich­tungen müssen bekanntlich die Vorschriften des Ver­bandes deutscher Elektrotechniker e. V., Berlin (DDE.-Vorschriften), beachtet werden. Wer sie ier- nachlässigt, handelt fahrlässig unb setzt sich strafrecht­licher Verurteilung und Schadenserfatzansprüchen aus. Die Unkenntnis des Laien muß durch die Zu­ziehung einer beim Elektrizitätswerk zugelassenen Elektro-Installationsfirma ersetzt werden.

Wer die Errichtung ober Verände­rung einer Jnstallationsanlage nur einer zugelassenen Elektro - Jnstallationsfirma überträgt.

Wer beim Auftreten von Mängeln (z. B. defekter Isolation an Drähten, zerbroche­nen Schaltern unb Steckdosen, schadhaften Catn- penfaffungen usw.) unverzüglich eine zugelassene Elektro-Installationsfirma zuzieht unb Den Man- gel in Ordnung bringen läßt.

Wer nur vorschriftsmäßige Siche­rungen verwendet und die leider noch oft geübte Unsitte des Flickens und Ueberbrücfen« von Sicherungen vermeidet.

Wer in regelmäßigen Zettabständen feine elektrische Anlage von einer zugelassenen Elektro- Jnstallationsfirma auf ihren ordnungsgemäßen Zustand prüfen läßt.

Wer, um alle unvorfchriftsmäßigen Apparate zu vermeiden, feine elektrischen (stebrauchsgegen- stände nur im Elektro-Fachgefchäft kauft,

hat getan, was man von ihm verlangen konnte unb ist gegen ben Vorwurf bet Fahrlässigkeit mit allen rechtlichen Weite­rungen geschützt.

Oer Farbanstrich als Sachwerierhalter.

Einer der wichtigsten Räume im Hause ist bie Küche, sie ist der Stolz der Hausfrau, wenn sie sich in tadellosem Zustand befindet. Die Küchenmöbel verlangen hin und wieder einen neuen Anstrich. Man sehe sich manches alte Möbel genau an: ber alte Anstrich ist verbraucht unb rissig. Manche Stel­len sind ganz von Farben entblößt. Ein unerfreu­licher Anblick! Schlimmer ist aber, daß die Küchen- Dämpfe Das ungeschützte Holz langsam aber sicher zerstören. Am Küchenfenster sieht man Die zerstö- renbe Wirkung Des Schweißwassers: einige Pinsel guter Delfarbe unD Lack werDen einen wertvollen ©ebäuDeteil retten.

Wie schützt man ein wertvolles Haus vor Dem Verfall? Wie schützt man Sachwerte am wirkungs- vollsten vor Dem nagenDen Zahn Der Zeit?Nur allein Durch fachmännische Renovierung! lautet auf diese Fragen bie Antwort. Millionenwerte geben jährlich burch Nachlässigkeit, durch Unterschätzen Der Gefahren zu GrunDe. Sauber gestrichene FassaDen erfreuen den Besitzer, ben Passanten, Den Stabt- fremden. Ein Geschäftsmann benutzt klug Die Vor- teile Dieser Sachwerterhaltung, er wird durch Den feinen Reiz harmonischer Farbwirkungen Den Kun- Den anziehen.

Große volkswirtschaftliche Werte, Die gerettet wer­Den konnten, gehen täglich, ja stünDlich, verloren.

Balkon- unb Garten-Gitter. Turmspitzen unb Wetterfahnen, Anker unb Riegel, Schlösser und lierbänber usw. könnten von unbegrenzter Haltbarkeit und Dauer sein, wenn man auf ge­nügenden Schuh bedacht sein würde.

Sie zu schützen unb zu erhalten, bedarf es nur eini­ger Einsicht und eines verhältnismäßig geringen Kostenaufwandes. Hier könnten dem deutschen Volke jährlich viele Millionen Mark erhalten werden, wenn jeder einzelne fein Eigentum hüten würde. Ein gediegener Anstrich, den ein erfahrener Fach­mann, kein Pfuscher, aussührt, ein Anstrich mit er­probtem Material, wie es ber erfahrene Meister auswählt, verleiht den Sachwerten doppelte, ja viel­fach verlängerte Lebensdauer. Daß man zugleich ästhetischen und gesundheitlichen Forderungen mit der Erneuerung ber Anstriche Rechnung trägt, mag nur nebenbei erwähnt werden.

Auch im Winter lassen sich in heizbaren ober trockenen Räumen Anstreicher- unb sonstige Arbei­ten gut unb dauerhaft ausführen. Man säume des­halb nicht, bas Heim, bas Haus zu schmücken, vor allem Die Sachwerte burch schützenbe Farbanstriche zu erhalten. Die Kosten sinb gering im Vergleich zu berji großen Nutzen, ben man burch bauembe (Er­haltung ber Werte bat.

Auch sei erneut auf bie Reparatur-Zuschüsse hin- gewiesen, bie nun auch dem Mieter im gleichen Maße zustehen wie dem Hausbesitzer.__

Lvrktnnunvcn Der 'JicDattton.

1130 bl» 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.