Ausgabe 
19.7.1933 Erstes Blatt
 
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rung bevollmächtigt, die Hypotheken selbst zu übernehmen. Auch die Dollarabwertung dient schließlich den Farmern, denn sie verrrn- gert ihre Verschuldung, und sie läßt die Preise für die Agrarprodukte ansteigen. So hat sich der trostlos darniederliegende Weizenprcis seit Marz bereits mehr als verdoppelt. Roosevelt will mit allen Mitteln versuchen, und dies ist der Kern­punkt des Gesetzes über die Dollarentwertung, daß die Preise steigen und die Höhe von 1926 erreichen. Die Rohstoffprcise sind bereits überall im Anziehen, die Stahlindustrie hat bereits wie­der 50 Prozent ihrer Kapazität erreicht, und die Arbeitslosenziffer ist in zwei Monaten um rund 1,5 Millionen zurückgegangen. Der deutsche Leser wird mit Erstaunen wahrnehmen, daß der neue amerikanische Wirtschaftskurs mancherlei Paral^ lelen zu dem Aufbauwerke Hitlers aufweist. Ob allerdings Roosevelts Werk von einem Dauerer- folg gekrönt sein wird, hängt davon ab, ob es ihm gelingt, nicht nur neue Maßnahmen durchzufüh­ren, sondern dem jungen amerikanischen Volk eine neue Staatsidee zu vermitteln.

Oie pariser presse wühlt weiter

Unfreundliche Kommentare zu Hendersons

Berliner Besuch.

Paris, 19. Juli. (CNB. Funkspruch.) Die fron, zösische Presse liefert täglich neue Belege für die unverändert negative Einstellung Frank­reichs zu den von den anderen Mächten unter­stützten Bemühungen Hendersons, die Abrü­stungskonferenz wieder arbeitsfähig zu machen. DasEcho de Paris" macht gegen Hen­dersons Berliner Verhandlungen Stimmung, indem es schreibt, er verhandele in Berlin unter dem Vor­wande, den Frieden retten zu wollen, darüber, daß Frankreich seine Rüstungen in Aus­tausch gegen deutsche Versprechungen herabsetze. Könne denn, so schreibt das Blatt, Frankreich unter den gegenwärtigen Umständen seine Landesverteidigung ungestraft auch nur um einen Soldaten und eine einzige Ka­none kürzen? Gegenüber der deutschen Revolution sei in der Abrüstungsfrage größtes Miß­trauen erforderlich. Um den Nachweis, daß Frankreich nicht abrüsten dürfe, bemüht sich auch dasI o u r n a l", indem es mit der Veröffent­lichung einer Artikelreihe überDie geheimen Rüstungen Deutschlands und seine mili­tärische Vorbereitung" beginnt. Darin werden, größtenteils in feuilletonistischer Form, die alten tausendmal widerlegten Behauptungen, die das französische Publikum immer wieder beeindrucken, neu aufgemacht.

Die ausländischen Kegler als Künder der Wahrheit.

Den besten Eindruck vom neuen Deutschland

WSR. F r a n k f u r t a. M., 18. Juli. Im An­schluß an die heutige Tagung des Internationalen Keglerverbandes hatte der Deutsche Keglerbund die ausländischen Abordnungen zu einem Essen geladen. Paul Schluck, der Bundesführer der deutschen Kegler und neugewählte Präsident des International Bowling Association, wies in packen­der Rede alle Auslandsbesucher auf die nationale Erhebung Deutschlands hin und legte jedem ein­zelnen der fremden Besucher dringend ans Herz, in ihrer Heimat zu erzählen, inwelchmuster- g ü l t i g e r O r d n u n g u n d i n w e lch vor­bildlichem G e i st e sie Deutschland vorgefun- Den hätten. Unter Führung unseres Volkskanzlers Adolf Hitler und des verehrungswürdigen Reichs­präsidenten sei Deutschland auf dem besten Wege, ein einig Volk und damit ein starkes D o l k zu werden.

Ein schwedischer Abgeordneter sagte, er könne im Ramen seiner Freunde aus ehrlicher Lleberzeugung berichten, daß man über das Gesehene und Gehörte in Deutsch­landbegeistert sei und nicht verfehlen werde, in der Heimat alles wahrheitsgetreu zu berichten. Für die Schweizer Kegler­vereinigung sprach ein Vorstandsmitglied dem Deutschen Keglerbund seinen Dank für die Ein­ladung aus. Dem neuen Deutschland wünsche er das Beste. Der Vertreter des Riederländi- s ch e n Keglerverbandes sprach mit seinem Dank für die Gastfreundschaft die Versicherung aus, daß er in seiner Heimat wahrheitsgemäß nur berichten könne, daß im neuen Deutschland alles in Ruhe und bester Ordnung sei. Auch ein Südafri­kaner gab seiner Begeisterung für den herzlichen Empfang Ausdruck.

Der Amerikaner Mulleh-Patterson gab dem Dank der Amerikaner für alles, was sie hier erhalten und erlebt haben, begeistert Ausdruck. Er erklärte wörtlich: Rach allem, was wir in uns^rer amerikanischen Presse über Deutschland gelesen haben, hatten wir das niemals erwartet. Es war eine Ueber- raschung, die uns zu Herzen ging. Vielen von uns standen die Tränen in den Augen, deutsche Sitte, deutsche Ordnung zu sehen. Wenn ich nach Amerika komme, so werde ich den Lügen sofort entgegen treten und beweisen, daß es Lügen sind, nachdem ich zwölf deutsche Städte jetzt gesehen und kennen- gelernt habe. Ich habe gesehen, das deutsche Volk ist gesund und andere werden es mit ihren Lügen und Unwahrheiten nicht um» bringen: das deutsche Volk und die deutsche Ordnung werden immer bestehen.

Kleine politische Nachrichten.

Die große Saarkundgebung am Rie­derwalddenkmal, die ursprünglich für den 2. und 3. September in Aussicht genommen war, ist au f den 2 6. und 2 7. August vor» verlegt worden. Zum Führer des Bundes der Saarvereine wurde nunmehr Gauleiter Simon, Koblenz, gewählt.

Der Präsident der Reichsanstalt für Ar­beitsvermittlung und Arbeitslosen­versicherung hat an die ihm unterstellten Lan­desarbeitsämter und Arbeitsämter einen Erlaß herausgegeben, den deutschen Gruß als Ausdruck des Gemeingeistes im Ge­schäftsbereich anzuwenden.

Gaubetriebszellenleiter, Bezirksleiter der Deut­schen Arbeitsfront, Landtagsabgeordneter Willi Decker ist zum RSB O.-L andesobmann Frankfurt a. M. ernannt worden.

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Der Staatssekretär im preußischen Mini­sterium für Wissenschaft. Kunst und

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Der Absturz der liiauischeu Ozeanflieger.

Die Trümmer des amerikanisch-litauischen OzeanflugzeugsLi

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Kost des Tanzes und der Paraden.

Der französische Nationalfeiertag am 14. Zuti.

Don unserem V. G.-Berichterstatter.

Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, Mitte Juli 1933.

Der Jahrestag des Sturmes auf die Ba­stille, der als Rationalfeiertag in ganz Frank­reich gefeiert wird, ist in erster Linie ein großes T a n z f e st. In freier gleicher brüderlicher Frische dreht das Volk sich auf offener Straße nach den Klängen unzähliger Kapellen unter bunten Gir­landen und brennenden Lampions. Ganze Stra- henzüge werden von dem Treiben beherrscht. So manche Kreuzung, die der Fußgänger sonst in­mitten des hastenden Verkehrs auf vorgeschriebe­nen mit breiten Metallknöpfen eingefaßten Strei­fen vorsichtig überquert, sind jetzt von einem hin- und herflutenden Meer von kreisenden Pär­chen und interessierten Zuschauern ausgefüllt. Die Kraftwagen machen nicht einmal den Versuch, dort durchzukommen. Große öffentliche Plätze sind be­sonders zum Tanz heraerichtet vor dem Hotel de Ville, die place des tetes usw. Der alte Mont- pamasse, der bei den Weltbohemiens noch immer den Ruf eines unübertroffenen Paradieses ge­nießt, hat sich in erster? Linie angestrengt. Die Coupoie", derDome" und wie die berühmten Cafes und nächtlichen Vergnügungsstätten alle heißen, haben ihr Schwergewicht ins Freie ver­legt. Ein jedes hat sein mehr oder weniger im­provisiertes Orchester, das mit den Rachbarn nach Kräften wetteifert. Das Ohr wird trotzdem merk­würdig wenig gestört. Die Harmonika erweist sich als beherrschendes Instrument durchaus harmo­nisierend zwischen gleichzeitigem Foxtrott, Tango, Walzer, Rumba und nicht zu bestimmenden Trali- lala. Ein Gewimmel von Rassen wiegt sich nach diesen Tönen: dunkle Romanen, blonde Germa­nen, Slawen mit sentimentalem Blick, Schwarze aller Schattierungen, Rotbraune, Bronzeköpfe, Gelbgesichter.

Es herrscht eine muntere, keineswegs ober aus­gelassene Stimmung. Die Fröhlichkeit hat eine Grenze, denn der Tanz ist bekanntlich nicht nur ein Vergnügen, sondern eine kultische Handlung. Früher gab es mehr Tanzende, heute sind die Zuschauer in der Mehrzahl wer kennt auch all die Regeln für die zuckelnden Schritte und das Hüftenschaukeln der neuesten Tänze. Immerhin, wenn man bedenkt, wie- viele Männlein und Weiblein in diesen Tagen auf staubiger Landstraße oder rauhem Pflaster tanzen, so kann man sich vorstellen, daß die französische Schuhindustrie besser durch ein Nationalfest als durch Weltwirtschaftstagungen angekurbelt werden kann. Und überhaupt tanzen macht durstig, auch wenn es zwischendurch regnet, und Zuschauen machi Hunger. Die grande Nation setzt im Juli wenigstens Einiges um.

Zur besseren Uebersicht über das abendliche und nächtliche Treiben der feiernden Großstadt lasse

man sich zwischen den Pfeilern des Eiffeltur­mes aufziehen. Von dort sieht man unter dem drohenden Wolkenhimmel, der den vielfarbigen Schein gespensterhaft widerspiegelt, Fackelzüge sich durch die Straßen winden. 3n allen Richtungen liegen beleuchtete Denkmäler und öffentliche Bau­ten. Rur der Jnvalidendom, in dem der Kaiser schläst, ist dunkel. Der Höhepunkt ist natürlich das Feuerwerk, das über die luftige Höhe des Eiffelturms hinwegschießt, während das Krachen nur gedämpft hinaufreicht. Ein feiner Silberregen stürzt von einigen Seinebrücken ins graue Wasser, dann wieder schwirren feurige Gar­ben durch die Luft. Bengalische Festbeleuchtung richtet das Auge zwischendurch auf die hoch über dem Montmartre gelegene Kirche Sacre Coeur oder die Julisäule auf dem Dastillenplatz.

Man versucht in den letzten Jahren dem 14. Juli durch allerhand Veranstaltungen für die Kinder den ausschließlichen Charakter zu nehmen, den er bisher als Tanzfest und Militärparade ge­habt hat. Gewiß ist viel in dieser Richtung getan worden, aber nach wie vor bleibt das Schwergewicht bei Tanz- und Paradeschritt. Die große Trup­penschau auf der Esplanade des Invalides er­öffnet nach alter Ueberüeferung die Feiern des quatorze juillet". Das Land, das nach kürzlichen Enthüllungen eines Pariser Blattes 960000 Mann unter Waffen hält, kann sich eine ge­lungene Parade schon erlauben. Das Militär macht einen vorzüglichen Eindruck. Die eigentliche Sen­sation ist aber die Fliegertruppe, die zum erstenmal in mehreren Staffeln über der Hauptstadt kreiste, während der Präsident der Republik die Schau abnimmt. Der junge Luftfahxtminister Pierre V o t läßt es sich etwas kosten, um seinem italieni- chen Kollegen nachzueifern. Trotzdem Frankreich nach neuen Angaben gegen 4000 Kampf­flugzeuge besitzt, hatte man in der Bevölkerung bisher kein großes Vertrauen in die Luftwaffe ge­setzt. Man hielt es daher für sehr zweckmäßig, daß sich einige Staffeln von den vierzehn französischen Flugregimentern einmal in geschlossener Formation über Paris zeigen.

Eine größere Ueberraschung war für die Pariser aber entschieden das Hakenkreuz und die schwarzweißrote Fahne auf dem Außen­ministerium. Der Quai d'Orsay ehrt am 14. Juli diejenigen Länder, zu denen es diplomatische Be­ziehungen unterhält, durch Ausziehen ihrer Fahnen. So wehten nach vielen Jahren bei diesep Gelegen­heit wieder einmal die stolzen schwarzweißroten Farben vom Dach des Außenministeriums und da­neben in friedlicher Eintracht mit den Fahnen der verschiedensten Erdteile das Symbol der deutschen Revolution, die Hakenkreuzfahne.

Volksbildung hat in scharfer Form gegen Eingriffe von Einzelpersonen und Verbänden in den Staatsapparat, insbesondere i n d i e S ch u l- und Hochschulverwaltung Stellung genom­men und angeordnet, daß allen Eingriffen Unbe­rufener im Bereich der dem Kultusministerium unterstellten Verwaltungen mit allem Nach­druck entgegengetreten werde.

InNeuyork wurde im Anschluß an eine vater­ländische Kundgebung unter zahlreicher Beteiligung von hier lebenden Deutschen und Amerikanern deut­scher Abstammung einK u 11u r v e r e i n und Bund der Freunde des neuen Deutsch­lands" gegründet. Walter Schellenberg wurde zum Vorsitzenden ernannt.

Rücknahme der Vollmachten für die Bezirksleiter der Wirtschaft. Berlin, 19. 3uli. (WTB. Funkspruch.) Das Reichswirlschaftsministerium feilt mit: Nachdem auf Anordnung des Herrn Reichskanzlers Kommis­sare aus dem Gebiete der Wirtschaft nicht mehr tätig sein sollen, hat der Reichs­wirtschaftsminister die (Ernennungen der in den Be­liefen der Landesarbeitsämter ernannten Be- jirtsleitet der deutschen Wirtschaft zurückgenommen. Diese (Ernennungen waren in dem Ausruf des Reichskommissars für die Wirt­schaft und des Führers der Deutschen Arbeitsfront

vom 16.2Hai 1933 befanntgegeben worden. Wit der Rücknahme dieser (Ernennungen erlöschensämt- liche,oondenBezirksleiternd er Deut­sch e n Wirtschaft erteilten Untervoll­mächten und Aufträge.

Aus aller Well.

Amerikaner durchschwimmt die Stromschnellen des Niagara.

Einem jungen Manne von 18 Jahren gelang es als erster, die Stromschnellen des Ria- gara zu durchschwimmen. Der Schwim­mer stürzte sich auf der amerikanischen Seite des Flusses ganz nackt in den Fall hinein, wurde wie­derholt von der Strudeln mitgerissen, konnte aber trotzdem nach 2M>stündigem schwerem Kampf mit dem Element das kanadische Ufer erreichen. Dort wurde er unter der Anschuldigung der Vagabun­dage und der Uebertretung des Verbotes, den Riagara zu durchschwimmen, in Haft genom­men.

Wohltätige Stiftungen eines amerikanischen Bankiers.

Wie sich jetzt bestätigt, hat der Bankier James Loeb, der frühere Inhaber der Neuyorker Bank Kuhn, Loeb & Cie., der im Mai d. I. in Murnau (Oberbayern) gestorben ist, diesem Ort 20000 Dollar für notleidende Einwohner testamentarisch zugewendet. Eine wertvolle Kunst­sammlung stiftete er dem Museum für Kleinkunst in München und eine Stradivari-Geige, einst P a g a -

n i n i s Eigentum, einem Münchener Kammermusi­ker. Noch nicht bestätigt hat sich die Nachricht, daß Bankier Loeb der Münchner Forschungsanstalt für Psychiatrie nicht weniger als eine Million Dollar gestiftet haben soll, doch ist die Wahr­scheinlichkeit schon deshalb sehr groß, weil Loeb im- mer einer der Hauptspender unter allen privaten Förderern des Instituts mar, das seinesgleichen in der ganzen Welt nicht besitzt und sich auch des be­tonteren Interesses der neuen Regierung erfreut.

Berbanösfag bet deutschen Tapezierermeister.

Der Reichsverband Deutscher Tape­zierermeister, Polsterer und Deko­rateure hielt in Kassel seinen außerordentlichen 32. Derbandstag ab. Der geschäftsführende Vor­sitzende, Fischer, Magdeburg, betonte die Größe und Dedeutung der Aufgaben, die auch dem Reichsverband der Tapezierer durch die Schaf­fung des Reichsstandes des deutschen Handwerks erwachsen. Der bisherige Geschäftsführer Spindler, Berlin, wurde durch Decker, Berlin, erseht. Stadtrat Klugmacher Magdeburg, der Präsident des Handwerks- und Gewerbekammertages, überbrachte die Grüße seiner Organisation und betonte, daß die geplante Pflichtinnung der Grundpfeiler jeglichen deutschen Handwerks sei. Der nächste Derbands­tag soll in Dresden stattfinden. Gewerbe-Ober­lehrer Dungardt, Frankfurt a. M., hielt einen Vortrag über Tapetenherstellung und Ta^ petenarten. Derbandsvorsihender Fischer be­handelte das ThemaDas Handwerk im neuen Staat".

Feuetgefechl mit (Eingeborenen in Marokko.

Der Panzerwagen eines mit Gehaltsauszahlun­gen betrauten Militärzahlmeisters, der 500 000 Franken mit sich führte, wurde, wiePetit Jour­nal" aus Casablanca meldet, von Eingeborenen in der Gegend von Rich Überfällen. Etwa 30 (Eingeborene, die mit Gewehren bewaffnet waren, wollten sich des Wagens und seines Inhaltes be­mächtigen. Die Besatzung des Panzerautos ließ je­doch das Maschinengewehr spielen und schlug die Angreifer, die 20 Tote und Verletzte zu ver­zeichnen hatten, in die Flucht.

Der Scapa-Flow-KreuzerBon der Tann eingeschlepp^

Der bei Scapa Flow versenkte deutsche Schlacht­kreuzerDonderTann" wurde nach vollende­ter Hebung jetzt kieloben nach Rosyth eingefchleppt. Tausende von Zuschauern wohnten dem Schau­spiel beiVon der Tann" ist das 32. der deut­schen Kriegsschiffe, die von der englischen Der- gungsfirma Cox & Danks seit neun Jahren ge­hoben worden sind.

Kunst und Wissenschaft.

Künstlerische Betätigung von Ausländern und Nichtariern unbehindert.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, fand im preußischen Kultusministerium unter dem Vorsitz des Staatskommissars Hinkel eine Aus­sprache statt, an der die Vertreter aller maßgeben­den deutschen Musikerverbände teilnahmen. Hierbei stellte Staatskommissar Hinkel zur Vermeidung aller Mißverständnisse ausdrücklich fest, daß in Preußen jeder frei schaffende Künstler, gleich welcher Natio­nalität, zu Worte kommen soll. Die k ü n st l e r i s ch e Betätigung von Ausländern und N i ch t a r i e r n in den freien Berufen der Kunst soll also, abgesehen von den gesetzlichen Bestimmun­gen des Beamtenrechtes, keineswegs verhindert werden.

Bedeutende vorgeschichtliche Funde im Blünfterlanb.

In Hochlarmark bei Herne wurden mehrere vorgeschichtliche Dörfer entdeckt. Es sind bisher einwandfrei drei große Dorfsied­lungen mit deutlich erkennbaren Wohnhausgrund­rissen festgestellt worden. Außerdem fand man sehr viele kulturgeschichtliche Gegenstände, die auf den Stand der Kultur vor 1500 Jahren einen sicheren Schluß zulassen. Demnach stammen die Siedlungen von den Germanen der nachchrist­lichen Jahrhunderte. Die Ausgrabungen wurden seit längerer Zeit durch das Städtische Heimat­museum Herne unter Beteiligung des Landes- museums Münster und des Destischen Museums Recklinghausen vorgenommen.

Festaufführung ter 9. Symphonie in Bayreuth.

In dem Bewußtsein der besonderen Bedeutung dieses Jahres, das uns die 50. Wiederkehr des To­destages Richard Wagners bringt und zugleich im Gedenken an das vor drei Jahren erfolgte Hin- scheiden seines einzigen Sohnes, veranstaltet das Bayreuther Festspielorchester <pm 4. August d. I., dtzm Todestag Siegfried Wagners, im Festspielhaus eine Aufführung von Beethovens 9. Sym­phonie, deren Reinertrag der Bayreuther Sti­pendienstiftung zufließen soll. Die musikalische Lei- tung hat Dr. Richard Strauß übernommen, wäh­rend der Schlußchor der Symphonie vom Festspiel­chor unter Leitung von Professor Hugo Rüdel, verstärkt durch Solokräfte des Künstlerpersonals, gesungen wird. Für das Vokalquartett haben sich hervorragende Solokräfte der diesjährigen Festspiele, die Damen Kirsten F l a g st a d, Oslo, und Lilly N e i tz e r, Magdeburg, sowie die Herren Kammer­sänger Fritz Wolf, Berlin, und Rudolf Bocket- mann, Berlin, freundlichst bereit erklärt. Daß als einziges bei dieser Veranstaltung zur Ausführung kommende Werk gerate Beethovens 9. Symphonie gewählt wurde, geschah nicht von ungefähr, sondern hat einen tiefen, bedeutungsvollen Grund. Ueber dem Studium der Partitur dieser Symphonie er- wachte der 17jährige Richard Wagner zu musikali­schem Schaffen, und mit einer glanzr ollen Auffüh­rung dieser Symphonie beging der Meister seinen 59. Geburtstag am 22. Mai 1872 im Bayreuther Markgraflichen Opernhaus. Die Darbietung muß um so dankbarer begrüßt werden, als seit jenem 22. Mai 1872 die 9. Symphonie von Beethoven in Bayreuth nicht wieder zu Gehör gebracht morden ist.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck im Westen hat sich weiter östlich ausgedehnt und nimmt Zentraleuropa iu seinen Bereich. Infolgedessen wird durch die abfinkende Lust zunächst bei uns die Schönwetterlage anhalten, und die Temperaturen steigen infolge der Sonnenstrah­lung weiter an. Die im Norden sich noch ent­wickelnde Störungstätigkeit gewinnt somit zunächst keinen Einfluß und dürfte nur das Küstengebiet berühren.

Vorhersage für Donnerstag: In tex Morgenstunden stellenweise dunstig, sonst nur leicht wolkig und meist heiter, weitere Erwärmung, trocken.

Lufttemperaturen am 18. Juli: mittags 21 Grad (Eelfius, abends 16 Grad: am 19. Juli: morgens 14,6 Grad. Maximum 23 Grad, Minimum 11 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 18. Juli: abends 22,5 Grad; am 19. Juli: morgens 16,9 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 8% Stunden.