Ausgabe 
19.6.1933 Frühausgabe
 
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nr. 140 Lvühausgabe

185. Jahrgang

Montag, 19. Juni 1953

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Driirf und Verlag: vrühl'sche Universttüir-Vuch- und Steinörudcrci R. Lange in Siehrn. Zchristleitung und Geschäftsstelle: 5chu!Nrahe 7.

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Chefredakteur

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

Der Reichskanzler sprich! vor der mitteldeulschen SA. und SS.

Riesiger SA.- und SS.-Ausmarsch in Erfurt - Stürmische Huldigungen für den Kanzler.

Erfurt, 18. Juni. (ERB.) Schon am frühen Morgen herrschte in der Stadt unter lebhaftester Anteilnahme der Bevölkerung reger Verkehr. Aus allen Gegenden rollten Eisenbahnzüge und Lastkraftwagen mit SA. und SS. heran. Die Braunhemden, etwa 60 000 a n der Zahl, sammelten sich auf dem Flugplatz.

Stabschef Röhm

dankte in seiner Ansprache allen Führern und Soldaten für das, was sie in der zurückliegenden Zeit gelöst und geschaffen haben. Alles, was bisher erreicht sei, sei der Lohn ernster Arbeit, unermüdlichen Schaffens und schwerer Opfer. Wenn beute Deutschland ein anderes Gesicht trage als vor einem halben Jahr, so sei es nicht zuletzt dieser Arbeit zu verdanken.

Der Kampf sei nicht beendet. Die Ausgaben des SA.-Wannes würden nie erfüllt fein. Immer und immer wieder werde das junge Deutsch­land in seine Reihen kommen müssen, um dort Nationalsozialist, deutsch, treu, stolz und stark zu werden.

Aach der Rede des Stabschefs Röhm nahm Gruppenführer Staatsrat Dr. Z u n k e l die Weihe der 170 Fahnen vor. Kurz darauf lan­dete auf dein Flugplatz die dreimotorige Junkers- Maschine D2201, der unter dem Jubel der Braunhemden der Reichskanzler, der un­garische Ministerpräsident G ö m b ö s, der Reichs­innenminister Dr. F r i ck und Alfred Rosen­berg entstiegen.

In einem Hotel am Dahnhofsplah, das von einer dichten Menschenmenge umlagert war, nahm der Kanzler einen kurzen Imbiß ein und begab sich dann sofort in das Rathaus, wo ihm der Ehrenbürgerbrief der Stadt Erfurt Überreicht wurde. Der Jubel der Menge ist kaum zu beschreiben. Riemand rührte sich vom Platz und lieh sich seine frohe Stimmung verderben, als ein gehöriger Regen niederging.

Oer Empfang des Reichskanzlers im Fesisaal des Rathauses

gestaltete sich sehr feierlich. In seiner Antwort auf die Begrüßungsansprache des Oberbürgermeisters sagte der Kanzler u. a., daß er der Einladung der Stadt (Erfurt, der er als erster Stadt nach sei­nem Amtsantritt seinen offiziellen Besuch abstatte, gern Folge geleistet habe. Er sein gerade deshalb gern nach Erfurt gelommen, um an der Stätte, an der vor Jahrzehnten das sozialisti­sche Programm verkündet wurde, dadurch gewissermaßen symbolisch kundzutun, daß es mit den früheren Machthabern zu Ende sei und daß der Nationalsozialismus die Macht ergrif­fen habe.

Darauf wurde dem Reichskanzler der kunstvoll ausgestattete Ehrenbürgerbrief überreicht. Der Reichskanzler, Innenminister Dr. Frick und der ungarische Ministerpräsident Gombös trugen sich dann in das Goldene Buch der Stadt ein. Kurz vor 12.45 Uhr begann dann auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz der Vorbeimarsch der SA. und SS.-Forinationen vor dem Reichskanzler und seiner Begleitung. Der Vorbeimarsch dauerte fast drei Stunden. Ueberall standen die Menschen in dichter Menge, auf den Dächern, auf den Dom- ftufen bis zum Portal, um ihrem Kanzler zu huldi­gen. Bei der Abfahrt wurden ihm stürmische Ova­tionen und Heilrufe dargebracht.

Den Höhepunkt des SA.- und SS.-Treffens bil­dete eine gewaltige Kundgebung am Nachmittag im Stadion. Die riesigen Flächen der Mitteldeutschen Kampfbahn waren überfüllt. Schon kurz vor 16 Uhr mußten die (Eingänge gesperrt werden. Tausende fanden keinen Einlaß mehr. Um 16.45 Uhr ertönten die ersten Signale, der Führer, Reichskanzler Adolf Hitler, erschien. Helle Begeisterung brach los, nicht envenwollende Heil-Rufe begeisterter Men­schen. Der Reichskanzler wurde von der Jugend be­grüßt, junge Mädchen schenkten ihm Blumen. Nach den Klängen des Badenweiler-Marsches begrüßte Reichsstatthalter Sautfel den Reichskanzler und den ungarischen Ministerpräsidenten Gäm - bös.

Unter tosendem Jubel und Heil-Rufen der be­geisterten Menge begann

Reichskanzler Adolf Hitler feine Rede, in der er u. a. ausführte: Vor einem Jahre habe ich hier zum ersten Male gesprochen. Es war mitten in der Zeit des großen Ringens um den endgültigen Sieg. Damals war ich überzeugt, daß es vielleicht keine zwölf Monate mehr dauern werde, bis endlich das System, das feit 1918 Deutsch­land vergewaltigt hatte, ein Ende gefunden haben würde. Und was ich damals glaubte, ist eingetroffen.

Die Oppositionsbewegung der letzten 14 Jahre ist nunmehr zur deutschen Regierungsbewegung und dann zur deutschen Regierungsgewatt emporgewachsen. Damit ist das erste Ziel eines nunmehr bald 14jährigen Kampfes erreich! wor­den, eines Kampfes, der in feinem ganzen ver­lauf als förmliches Wunder bezeichnet werden kann. Das deutsche Volk ist erwacht.

(Stürmisches Heil!) Daß dieses Wunder sich voll­ziehen konnte, verdanken wir der Erkenntnis, daß die ewige Quelle unserer Kraft nicht im Staatejiegt, sondern im Volke selbst. Wir haben keine Sekunde daran gezweifelt, daß man ein Volk

Zu seiner Einheit nur führen kann durch eine leben­dige Erziehung der Menschen, die diese nicht erken- nen wollten, die gegeneinander in ewigem Hader und Streit standen, denen man eingehämmert hatte, daß es feine Brücke der Versöhnung geben könnte. Die Menschen mußte man zusammensügen im Leben selbst. Man mußte sie wieder erziehen zuein­ander. Wir haben Hunderte und Tausende her- ausgeholt aus allen Lebensschichten und Stellungen, alle die, die sich früher nur mit Haß begegneten, und habc.i ihnen ein Kleid gegeben, sie einer Farbe unterworfen, einer Disziplin unterstellt und in eine gewaltige Organisation gefügt. Und wir haben begonnen, sie zueinander zu gewöhnen, so wie man sie vorher auseinandergewöhnt hatte. Und wir wissen genau: Das ist noch lange nicht vollendet. Allein sie sollen nicht zweifeln, unsere Gegner: Was wir begonnen haben, wir wollen es vollenden. (Stürmisches Heil! und Händeklatschen.)

wir werden unsere Jugend zu dem erziehen, was wir später an ihr sehen wollen, und wenn zwischen unserer Generation noch vereinzelt Menschen leben, die da glauben, sie könnten sich nicht mehr umstellen, so werden wir ihnen die Kinder nehmen und sie zu dem erziehen, was für das deuische Volk notwendig ist. (Stür­misches Heil!) Diejenigen, die sich diesem Rhyth­mus des nationalen Lebens nicht fügen zu kön­nen glauben, die heute draußen außerhalb Deutschlands in der übrigen well gegen die erwachende Ration vielleicht widerstand leisten zu können glauben, die werden dieses Volk nicht zu hemmen vermögen.

Auch wir werden nicht die Differenzen des Lebens aus dem Leben entfernen können, auch wir werden nicht verhindern können, daß ewiger Gewinn oder Verlust die Menschen zerreißt oder aufteilt. Aber wir werden diesem Ausein­anderreißen des menschlichen Lebens ein grö­ßeres Ideal gegenüberstellen. Wir wissen auch, daß wir dann die ideal st e Vor­aussetzung schaffen für die deutsche Zukunft. Wenn ihr. meine Kameraden, dieser großen Idee treu bleibt, wird nach aller Rocht und nach allen Wirrnissen einmal die Stunde kom­men, da die Sonne durch ganzDeutsch­lau d l e u ch t e n w i r d (Stürmisches Heil!), da dieses Volk auch seine äußere Freiheit wiederge­wonnen haben wird.

wir haben ein großes Programm vor uns. Ich habe keinen Zweifel gelassen, daß es nicht von heute auf morgen geht, vier Jahre brauche ich Zeit. Etwas über vier Monate regieren wir

jetzt, und wir können mit Stolz sagen: Die Zahl der Arbeitslosen ist um rund 1,2 Millionen jurürfgegangen. wir werden nicht rosten, bis wir das Ziel, die völlige Beteiligung der Ar­beitslosigkeit, erreicht hoben. (Stürmischer Beifall.)

Ich möchte heute und für die ganze Zukunft den allmächtigen Gott um eines bitten: (Er möge uns nie schwankend werden lassen, er möge uns immer die gleiche Beharrlichkeit ge­ben, dann werden wir alle die Widerwärtigkeiten des Lebens am Ende besiegen. Wir werden in der deutschen Geschichte einmal gelten als diejenigen, die das Ziel setzten und den Morsch in die deutsche Zukunft begonnen hotten.

Und so möchte ich Ihnen denn heute danken für das Vertrauen dieses letzten Jahres. Ich weiß, daß es nicht leicht war. Ich mochte euch danken für die ganze Arbeit und die großen Op­fer, die ihr gebracht habt, und euch bitten, daß ihr keine Sekunde nachlaßt in dem Ringen um die große deutsche Zukunft.

Solange ich lebe, wird mich nur ein ein­ziger Gedanke beseelen: Aus Arbeitern, aus Bürgern, aus Proletariern, aus Republi­kanern und Monarchisten, aus Katholiken und Protestanten, aus Angestellten und Beamten, aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern e i n deutsches Volk von unzerreiß­barer Einheit zusammenzufügen. Denn dann wird das eintreken, was wir heute wie seit 14 Jahren ersehnen, dann wird kom­men die Stunde, in der das deutsche Volk wieder leben wird in einem freien Deut­schen Reich, und bann werden wir für unseren Teil die Schuld gesühnt haben, dann wird unsere Generation mit Ruhe sterben können, ohne von unseren Rachkommen ange­klagt zu werden wegen dem, das in unserer Zeit an unserem Volke geschehen ist.

Dann werden wir alle in Ruhe die Augen schließen können in dem Bewußtsein: Wir haben das Unsere getan, und wir haben selbst gekämpft und die neue deutsche Jugend erzeugt, und wir können damit von uns mit Recht sagen, wir ver­dienen nunmehr keine Anklage mehr in der deut­schen Geschichte, sondern verdienen, daß man uns einst auf die Grabsteine schreibt:Sie sind oft rauh gewesen, sie sind hart gewesen, sie waren rücksichts- los, aber sie sind gewesen: Gute Deutsche!"

Die Rede des Kanzlers wurde von der Menge mit unendlicher Begeisterung ausgenommen.

Sie Aeuordmmg der evangelischen Kirche.

Sin amtlicher Schritt zur Klärung der ZZeichsbischof-Zrage.

Berlin, 17. Juni. (TDIB.) Der Bevollmächtigte des Reichskanzlers Dehrkreispfarrer Müller hat an die Bevollmächtigten der Kirchen ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt:

»Der Reichskanzler hat mir fein außer­ordentliches Bedauern darüber ausge­drückt, daß die Arbeiten für den Neubau der deutschen evangelischen Kirche eine schwierige und durchaus unliebsame Entwicklung genommen haben. Er hat meine Bitte, die B e- voltmächtigten z u empfangen, abge­lehnt. Er lehnt auch den Empfang des Pastors von Bodelschwingh ab. Lin Empfang beim Herrn Reichspräsidenten ist zur Zeit ebenfalls nicht möglich.

Meines Erachtens ist die Lage zur Zeit die, daß Pastor von Bodelschwingh als Reichsbischof zwar in Aussicht genommen ist, daß aber ein anerkanntes Reichsbischofsamt noch nicht besteht, so lange nicht die Ver­fassung der Deutschen Evangelischen Kirche in Kraft ist. Diese Verfassung bedarf der Zustim­mung des Kirchenoolkes, wie der Zu­stimmung des Reiches. Ls wird dankbar be­grüßt, wenn die neuen Verhandlungen zwischen dem Dreierausschuß und den Bevollmäch­tigten des Kanzlers das Ziel verfolgen, in allen Landeskirchen neue Wahlen vorzuberei­ten oder einen anderen Ausweg aus den be­stehenden Schwierigkeiten zu finden.

Eine Erklärung der Sevoll- mächtigien des KirchendundeS. Berlin, 1L Juni. (TU.) Don zuständiger kirchlicher Seite wird mitgeteilt: Gegenüber den öffentlichen (Erörterungen, die sich mit der Rechtslage bei der kirchlichen Derfus- sungsreform und bei der Bischofsfrage beschäftigten, geben die Bevollmächtigten des Deutschen Evangelischen Kirchen- bundes folgende abschließende Erklärung ab:

Der Präsident des Deutschen Evangelischen Kir- chenausschusses ist am 27. April unter Zustimmung des Kirchenbundesrates einmütig bevoll­mächtigt worden, eine neue Verfassung

des deutschen Protestantismus herbei- zufuhren. Demgemäß ist er zu allen durch die Neu­ordnung des Staatswesens veranlaßten, für das Wohl des deutschen Gesamtprotestantismus erfor­derlichen Maßnahmen, sowie zu den gebotenen (Er- flärungen_bei den Reichs- und Landesbehörden und anderen Stellen des öffentlichen Lebens beauftragt. Die Rechtsgültigkeit seiner Vollmacht steht danach einwandfrei fest.

Im Rahmen dieser Vollmacht hat der Präsident des Kirchenausschusses zunächst den Landesbischof l). Marahrens und den Studiendirektor rx Hesse an seine Seite gerufen. Im Rahmen der Vollmacht sind ferner in ßoccum Grund» Züge einer künftigen Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche entworfen worden. Sie haben allgemeine Zustimmung ge­funden. Die Grundzüge stellen fest, daß die künftige Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche das Amt eines Reichsbischofs vorsieht.

Die kirchenpolitischen Ereignisse der letzten Wochen geboten es, den künftigen e r st e n Amts träger schon jetzt zu bestimmen und seine Mitwirkung bei dem Ausbau der Verfassung zu gewinnen. Durch die Rominierung des Pastors D. von Bodelschwingh zum Reichsbischof der werdenden Deutschen 6t>angeli» schen Kirche ist dieser Schritt getan worden. Die dadurch bezweckte Förderung des Der» sassungswerkes hielt sich vollkommen im Rahmen des dem Präsidenten des Kirchenausschusses er­teilten Auftrages.

Mit überwältigender Mehrheit haben die D e - vollmächtigten der Landeskirchen nachträglich dazu ihre Zustimmung gege­ben. Sie haben sich damit, so weit es im Sta­dium der schwebenden Dersassungslage möglich ist, auf die Person des ersten Reichsbischofs mit bindender Wirkung geeinigt D. von Bodelschwingh hat demgemäß die ausdrück­liche Aufgabe erhalten, seine Tätigkeit sofort auf zu ne hm en, die bis zur Reuverfassung nicht in rechtlichen Kompetenzen, sondern in autoritärem Wirken in der Oessentlich- feit besteht

Eine Verfassungsänderung des Kir­chenbundes ist damit natürlich nochnichtvoll- zogen. Alle (Erörterungen, ob die Vollmacht des Präsidenten des Kirchenausschusses das

Recht zu Verfassungsänderungen in sich schließt, sind deshalb abwegig. Aber ebenso zweifellos ist, daß der zum Reichsbischos der werdenden Deutschen Evangelischen Kirche bestimmte Theologe berechtigt und da er die Rominierung zu jenem Amt seiner­seits angenommen hat auch gehalten ist, seine ganze Kraft für die Erfüllung der ihm übertrage­nen Aufgaben, insbesondere für die Durchführung des Verfassungswerkes einzusetzen. Aus demsel­ben Grunde sind der Präsident des Kirchenaus­schusses und seine Mitarbeiter berechtigt und ver­pflichtet, ihm bei der Durchführung ihres Auf­trages jede mögliche Mitwirkung einzuraumen.

Mit dieser Klarstellung sehen die kirchlichen A m t s st e l l c n die Erörterung über die Rechts­lage in der Dischofsfrage ihrerseits als abge­schlossen an.

Oie Antwort

der Deutschen Christen.

Zu dieser Verlautbarung wird von feiten der Deutschen E h r i st e n betont, daß diese Erklä­rung der sogenannten zuständigen kirchlichen Stellen gegen standslos jei, weil die Rechtslage klar sei, weil die neue Kirchenverfassung noch gar nicht existiere. Im übrigen wird betont, daß die alten Kirchenregierungen, die jetzt dauernd Erklärungen zur Rechtslage Herausgaben, im Volke keine Mehrheit mehr hätten und nach deutscher Rechtsauffassung durch neue Kirchenregie r u n g e n ersetzt würden, die im Volk eine Mehrheit besitzen.

Die Ziele des Dritten Reiches.

Stuttgart, 18. Juni. (ERB.) Auf der außer­ordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins Württembergischer Verwaltungsbeamten machle der Staatsrat im württembergischen Staatsministerium und Präsident des Württembergischen Landtags Waldmann, soeben von der F ü h r e r t a g u n g der NSDAP, in Berlin zurückgekehrt, bemer» kenswerte Ausführungen über d i e Ziele des Nationalsozialismus. Als die wesentlich­sten Merkmale und Ziele des Dritten Reiches be­zeichnete der Redner folgende fünf Punkte:

1 Im Dritten Reich herrscht irt erster Linie das absolute Tolalitätsprinzip. In der Folge wird es daher nicht nur zur Auflö­sung der marxistischen Parteien, sondern auch zu einem Aufsauaen aller übrigen bürgerlichen Parteien kommen. Das ist das feste Ziel des Führers.

2. Der Nationalsozialismus wird dem deutschen Menschen die Gedanken an eine Interna­tionale jeder Prägung austrei- ben. Dies gilt nicht nur für den Marxismus, sondern ebenso bei den geistigen Bindungen, wie den Bindungen des Kapitalismus, des Ju­dentums und des Logentums. Der Staat nimmt das (Erftgeburtsredjt auf allen Gebieten für sich in Anspruch.

8. Das dritte Ziel ist die V o I k s g e m e i n - schäft. Es gilt vor allem die Kluft zwischen den Ständen, Klassen und Berufen und zwi­schen den Konfessionen zu überwinden.

4. Das vierte Ziel ist die Beseitigung des I i be­rat i ft if d) e n und kapitalistischen W i r t s ch a f t s s y st e m s.

5. Das fünfte Ziel ist die Beseitigung des parla* mentarifch - demokratischen Sy­stems.

Der Zugendführer des Deutschen Reiches.

Berlin, 17. Juni. (WTB.) Der Reichs- kanzler hak mil sofortiger Wirkung verfüg!: Ls wird eine Dienststelle des Reiches errichlel, die die amtliche BezeichnungJugendführer des Deutschen Reiches" trägt. Zum Jugendführer des Deutschen Reiches wird der Reichsjugendführer der RSDAP. Baldur von Schirach ernannt.

Der Iugendsührer des Deutschen Reiches steht a n der Spitze aller verbände der männ­lichen und weiblichen Jugend, auch der Jugendorganisationen von Lrwachsenen-vcr- bänden. Gründungen von 3ugenborganifafioncn bedürfen seiner Genehmigung. Die von ihm einge­setzten Hilfsstellen übernehmen die Obliegen­heiten der staatlichen und gemeindlichen Ausschüsse, die ihre Aufgaben unter unmittel­barer Wirkung der. Jugendorganisationen vollziehen.

Grundlegende Neuordnung in Mecklenburg und Lübeck.

Schwerin, 18. Juni. (ERB.) Bei dem großen Aufmarsch der Hitler-Jugend und des Jungvolkes von Mecklenburg-Lübeck vor dem Schweriner Schloß hielt Reichsstatthalter Hildebrandt, von den 15 000 Jungen und Mädels mit einem dreifachen Sieg-Heil! begrüßt, eine Ansprache, in der er bar« auf hinwies, daß die Hitler-Jugend mit ihrem gan­zen Leben nur dem Volk und Vaterland zu dienen habe. Unter tosendem Beifall teilte der Reichsstatthalter dann mit, daß in der kommenden Woche in Mecklenburg und Lübeck sämt- liche Jugendbünde aufgelöst und ver­boten würden. Auch die sogenannten christlichen Jugendorganisationen hätten nicht das Recht, an jungen deutschen Menschen staatspolitische und sozial- politische Erziehungsmethoden zu versuchen. Die kör- perliche Ertüchtigung unserer Jugend und ihre Er­ziehung zur Volksgemeinschaft, erklärte der Statt- Halter, werden wiralleinindieHandneh- men. Darum werden alle Heime und B e -