Ausgabe 
18.12.1933 Drittes Blatt
 
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Nr. 296 Drittes Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Montag, 18. Dezember 1933

Aus der Provinzialhaupistadi.

Kaust ArbeitSbeschaffungölose!

Die Arbeitsbeschaffungslotterie der NSDAP, dient bekanntlich dem anerkennenswerten Zweck, auch auf diesem Wege Geldmittel zur Beschaffung von Arbeit und zur Beseitigung von viel Elend und Not in deutschen Fa- milien flüssig zu machen. Erfreulicherweise hat diese Lotterie im deutschen Volke starken Anklang gefunden. Leider geht aber aus einem Briefe der NSDAP., Abteilung Lotterie, Geschäftsstelle Frank­furt a. M., den wir heute früh erhielten, die bedauer­liche Tatsache hervor, daß unsere Stadt Gießen einer der wenigen Plätze ist, an denen bis jetzt noch Arbeitsbeschaffungslose unverkauft vorliegen, während sonst überall der Loseverkauf ein besserer ist. Diese Feststellung ist für unsere Stadt nicht erfreulich, denn sie könnte die allerdings irrige Meinung aufkommen lassen, daß der gewal­tige Kampf des Führers gegen die Not in Deutsch­laad hier nicht die rechte Unterstützung fände. Um etwaigen falschen Ansichten dieser Art nachdrücklich durch die Tat entgegenzuwirken, möchten wir un­teren Mitbürgern dringend empfehlen, auch der Arbeitsbeschaffungs - Lotterie der NSDAP, ihre Opferbereitschaft zu - z u w e n d e n. Das Los kostet nur 1, Mark. Mit dieser kleinen Beisteuer für den Kampf des Führers schafft man nicht nur zusätzliche Geldmittel zur Ar­beitsbeschaffung, sondern man erlangt auch für sich selbst die Chance, einen Gewinn in der Lotterie machen zu können. Die Ziehung der Lotterie findet bereits am 29. und 30. Dezember statt. Mochten bis dahin die Verkäufer der Lose in Gießen ihren Vorrat völlig abgesetzt haben. Deutsche Volksgenos­sen: Helft dem Führer durch re st losen Kauf der A r b e i t s b es cha ff u ng s l o s e !

Soldatenhilfe im Kampf gegen die deutsche Not.

Der großzügige Kampf der Reichsregierung gegen die Not im deutschen Vaterlande hat auch bei rnse- rem Gießener Bataillon des 15. Jnf.-Rgts. freudige Bereitschaft zur Mithilfe ausgelöst. Im Rahmen der Hilfsmaßnahmen der Regierung wurden von unse­rem Bataillon bis zum 1. Dezember 1933 folgende Geldbeträge an die zuständigen Stellen ab­geführt: für das Opfer der Arbeit 1000 Mark, für die Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung 1863 Mark, für das Winterhilfswerk 2643 Mark. Die Samm­lungen für das Winterhilfswerk werden innerhalb des Bataillons fortgesetzt.

Für die Jugend wurden vom Bataillon täglich folgende Kinderspeisungeu durchgeführt: vom 12. April bis 14. Mai 1932 für HO Kinder, in der Zeit vom 16. Januar bis 1. April und vom 2. Mai bis zum 13. Mai 1933 ebenfalls für je 110 Kinder. Zum Abschluß dieses Jahres ist vom Bataillon eine Speisung von 100 Kindern in der Neuen Kaserne geplant. Dabei wird den Kindern aus Mitteln des Bataillons noch eine besondere Weihnachtsfreude in Gestalt von kleinen Geschenken bereitet werden.

Die Hilfsbereitschaft unseres Bataillons, die sich auch schon bei der eifrigen Mitarbeit gelegentlich der Kleidersammlung für das Winterhilfswerk in schön­ster Weise zeigte, wird sicherlich in allen Kreisen der Bürgerschaft, ganz besonders aber bei unseren notleidenden deutschen Volksgenossen mit Recht wohlverdiente dankbare Anerkennung finden. Der starke soziale Zug wahrer deutscher Volksverbunden­heit, der von jeher in der deutschen Armee besondere Geltung hatte, tritt auch in diesen Hilfsmaßnah­men unserer Soldaten wieder eindrucksvoll zutage. NS-Hago und Deutsche Arbeitsfront.

Die NS. - Hago, Kreisamtsleitung Gießen, Seltersweg 89, teilt folgendes mit:

Verschiedene wirtschaftliche Verbände haben durch Rundschreiben und Presse ihre Mitglieder dahin­gehend unterrichtet, daß sie durch ihre Mitgliedschaft bei ihrem Fachverband gleichzeitig der Deutschen Ar­beitsfront angehören. Diese Falschmeldung beruht aus der irrtümlichen Annahme, daß die dem Reichs­stand des Handels angeschlossenen Fachoerbände automatisch korporativ der Deutschen Arbeitsfront angehören.

Demgegenüber wird feftgeftedt, daß der Bei­tritt aller dem Handwerk, handel und Gewerbe angehörigen Betriebsinhaber, Angestellten, Ge­sellen, Arbeiter und Lehrlinge zur Deutschen Arbeitsfront nur einzeln von jedem Volks­genossen vollzogen werden kann. Die Aufnahme- fteUen sind die örtlichen Stellen der NS. - hago, die die Anmeldung zur Arbeits­front entgegennehmen.

Sachleistungen an Hilfsbedürftige auf Bedarfsdeckungsscheine B.

Vom Städtischen Wohlfahrtsamt Gießen wird uns geschrieben:

Die vom Wohlfahrtsamt ausgegebenen B c - darfsdeckungsscheine B zum Bezüge von Kleidung, Wäsche oder Haushaltungsgegenständen berechtigen nur zum Bezug dieser Bedarfs­gegenstände (Sachleistungen). Lebensmittel oder Verbrauchsartikel des täglichen Lebensbedarfs dürfen auf Grund dieses Gut­scheins nicht bezogen werden. Hierauf werden die Verkaufsstellen und die Bezugsberechtigten beson­ders aufmerksam gemacht. Die Bezugsscheine lauten auf volle Reichsmark. Pfennigbeträge sind von dem Hilfsbedürftigen selbst unmittelbar an die Ver­kaufsstelle bar zu entrichten. Jederlei Bar- rückvergütung an die Inhaber der Bezugs­scheine ist st r e n g verboten.

Zur Entgegennahme der Bedarfsdeckungsscheine B sind nur diejenigen Geschäfte zugelassen, die auf Grund der bereits ergangenen Aufforderung um ihre Zulassung schriftlich nachgesucht haben und die auf Grund dieses Antrags auch tatsächlich zugelassen sind. Z u g e l a s s e n werden in erster Linie Unternehmungen des mittelständischen Einzel­handels und des Handwerks. Die zugelassenen Ver­kaufsstellen erhalten einen Aushang, der ihre Zulassung kenntlich macht.

Die zugelassenen Verkaufsstellen haben die be­lieferten Gutscheine gesammelt mit einer Gesamt- o u f st e l l u n g (Rechnung) dem Städtischen Wohl­fahrtamt einzureichen, das ihnen in Höhe des Betrags der belieferten Gutscheine entsprechende Markabschnitte übergibt. Die Markabschnitte werden alsdann von der Verkaufsstelle in Sam­melkarten, die den Verkaufsstellen übergeben werden, eingeklebt und dem Finanzamt zur Einlösung zugeleitet.

Es wird noch darauf hingewiesen, daß die Ver­kaufsstellen Art, Menge und Preis, der verkauften Waren auf den Bezugsscheinen (vgl. Vordruck) zu vermerken haben. Der Hilfsbedürftige muß auf den Bezugsscheinen den Empfang der Ware und den Preis bestätigen.

Hilfsbedürftige, die sich in laufender Fürsorge be­finden (Wohlfahrtserwerbslose, Wohlfahrtspfleglinge, Empfänger von Alu und Kru, Sozialrentner und sonstige der Beihilfe bedürftigen Unterstützungsemp­fänger einschl. der verschämten Armen) erhal­ten Bezugsscheine ohne besonderen Antrag, sofern ihnen bereits die städtische Brennstoffbeihilfe zuerkannt wurde.

Die Fürsorgeempfänger des Wohlfahrtsamts kön­nen die Bezugsscheine, soweit sie noch nicht zur Aus­gabe gelangt sind, am Dienstag, 19. Dezember, und Mittwoch, 20. Dezember, auf der zuständigen

Wer einem armen Volksgenoffen eine Weihnachtsfreude bereiten will, liefert auf dem StandartenbüroGießeU/ Neues Schloß, ein Weihnachtspaket ab.

Fürsorge stelle des Wohlfahrtsamts vormittags in Empfang nehmen.

Die Empfänger von Alu und Kru und die ver­schämten Armen erhalten die Bezugsscheine, zugleich mit der 2. Rate der städtischen Brennstoffoersoigung, am Dienstag, 19. Dezember, Buchstabe AK, Mitt­woch, 20. Dezember, Buchstabe LZ, in der Z a h l- st e l l e des Wohlfahrtsamtes, Wetzsteingasse 32.

Die WLchnachtSAaoenkarie des Winter- hi fswerks des deutfchenVolkes^ 933\34

Das schönste Weihnachtsgeschenk wird diesmal die Weihnachtsgabenkarte des WHW. sein. Mit dem Erwerb dieser Karte gibst du deinen Stein zu dem großen Aufbau. Dein Opfer läßt an diesem Weih- nachtstaae ein deutsches Kind, einen deutschen Bru­der, wieder fröhlich werden.

Die Karten sind mit 3 wertvollen Kupferdrucken geschmückt, auserlesenen Werken deutscher Kunst. So

wird sich nicht nur der, dem der Erlös deiner Karte hilft, daran freuen, sondern auch du wirst beim Betrachten der Bilder deine Helle Freude daran haben.

Die Gabenkarte wird der Stolz jedes Volks­genossen fein. Wer sie nicht erwirbt, schließt sich selbst aus dem Opferung seines Volkes aus. Dir aber wird sie einst stolze Erinnerung an ein herr­liches Werk fein.

Und vergiß nicht: Durch den Erwerb dieser Kar­ten hilfst du dem Führer bei feinem Hilfswerk damit aber bereitest du dem Führer die größte Weihnachtsfreude, und trägst einen Teil der Dankes­schuld an ihn ab, die wir alle an ihn haben.

Die Karten werden im Wert zu 1 Mark und 2 Mark ausgegeben.

Der Vertrieb setzt sofort ein durch die Organisa­tion des WHW.

Hilse für d-e A beiiöschlacht.

Man schreibt uns: Der Winter hat in diesem Jahre wider Erwarten recht früh seinen Einzug gehalten, und der Frost hat die Saifonauhenberufe ftillgelegt. Hemmend wirkt er auf die unablässigen Bemühungen des Führers, die Menschen an die Arbeit und zu Verdienst zu bringen. Der Still­stand muß ausgeglichen werden durch Vermehrung der Arbeiten, die unbeschadet der Witterung aus­geführt werden können.

Hierzu gehören die Jnnenarbeiten in unseren Häusern und Wohnungen. Wasser- und Heizanlagen bieten ein großes Betätigungsfeld, auch jetzt tm Winter. Wohnungsinhaber und Hausherren: wie steht es mit Defen, Herden, Heiz- und Badeanlage? Wer ärgert sich mit unwirtschaftlichen und alt­modischen Kohlenfressern herum? Bedenkt, daß euch die Pflicht erwächst, im Sinne des Führers nun endlich hier Abhilfe zu schaffen. Wer empfindet bei Besuchen nicht wohltätig und angenehm die Wirkung der Heizungsanlage seines Bekannten, wenn er dessen Wohnung betritt? In wem wird nicht der Wunsch rege, für sich zuhause die gleiche Behaglichkeit zu schaffen? Schon für wenige hun­dert Mark kann die Etagenheizung heute eingerichtet werden mit einem Kessel, nicht größer als ein Amerikanerofen. Dazu noch die Möglichkeit der Warmwassererzeugung für Küche und Bad.

Wer jetzt derartige Aufträge vergibt, hilft dem Führer in seinem grandiosen Arbeitskampfe, springt dem Handwerk bei und unterstützt die gerade in unserem Hessenlande heimische Eisenindustrie für Defen, Herde und Heizung, die Millionen bereit­

gestellt hat, um auch im Winter die nach tausenden zählenden Arbeiter bei Verdienst zu halten. Darum laßt euch beraten vom Handwerker, Geschäftsmann, Architekt und Ingenieur und vergeßt nicht, daß der Staat hilft bei Reparatur und Neueinrichtung von Wasser- und Heizungsanlagen.

Sorgt für die Hofhunde!

Der Gießener Tierschutzoerein schreibt uns: Die tierfreundliche Gesinnung vieler Tierhal­ter macht Halt vor solchen Tieren, die weiter keinen Geldwert für ihn darstellen. Darunter haben vor allem Kettenhunde, Katzen und Kaninchen zu leiden. Während das Großvieh sachgemäß gepflegt wird, ist manchmal der Hofhund auf jammervolle Weise untergebracht. Ein wirklich guter Tierbesitzer verhilft allen Tieren, die von ihm abhängig sind, zu ihrem Recht. Deshalb bittet der Tierschutzverein die Besitzer von Kettenhunden, die Hundehütten gründlich auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen Nässe, Kälte und Wind zu prüfen, wenn es noch nicht geschehen ist, und die kleinen Mühen nicht zu scheuen, die nötig sind, um dem Hunde die Zeit des Frostes und der kalten Winde zu erleichtern; z. B. müssen Trinkwasser und Futterreste im Laufe des Tages aufgewärmt werden; der Hund muß morgens etwas Warmes in den Leib bekommen und Gelegenheit haben, sich warm zu laufen. Bei stärkerer Kälte gehört der Hund in den Stall, oder in das Haus.

Em guter Silberner Sonntag.

Bei schönem, klarem Winterwetter brachte der gestrige Silberne Sonntag unserer Stadt wieder einen Massenverkehr von auswärts. Der Reisever­kehr auf der Reichsbahn war erheblich stärker als am Kupfernen Sonntag; sämtliche Züge wurden mit größter Verstärkung bei sehr guter Besetzung ge­fahren. Bereits kurz nach der Mittagsstunde ent­wickelte sich in den Geschäftsstraßen starker Verkehr, bei dem die Geschäfte rege, zum Teil sogar sehr stark von Käufern besucht wurden. Nach den heim- getragenen Paketen zu urteilen, darf man das gestrige Verkaufsgeschäft als gut bezeichnen, ein Er­gebnis, das unserer Geschäftswelt nur zu gönnen ist.

Daten für Momag, 18.Dezember.

1736: Der Geigenbauer Antonio Stradivari in Cremona gest. (geb. 1644); 1786: Karl Maria v. Weber in Eutin geb. (gest. 1826); 1803: Der Dichter Johann Gottfried v. Herder in Weimar gest. (geb. 1744); 1844: Der Volkswirt Lujo Bren­tano in Aschaffenburg geb. (gest. 1932); 1863: Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand von Oester- reich-Este in Graz geb. (gest. 1914).

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Turm» haus am Brand, 16 bis 18,30 Uhr, Kunstaus­stellung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Em Kuh in der Sommernacht".

*

** Silberne Hochzeit. Der Bahnschreiner Heinrich Bögler und Frau, Kaiserallee 21, kön­nen am morgigen Dienstag das Fest der silberne» Hochzeit feiern.

** Schulkind und Winterhilfe. Dem Artikel über das ThemaSchulkind und Winter­hilfe" vom Freitag, 15. Dezember, ist berichtigend nachzutragen, daß die darin erwähnten Schülerin­nen Marianne Pfaff, Alice Seitz und Helga Z ö l l nicht der Schillerschule, sondern der Pest» lozzischule angehören.

** Keine Steuer- und Sozialabga­benpflicht von Weihnachtsgratifi« k a t i o n e n. In einer Verlautbarung aus amtlichen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß Weihnachts­gratifikationen nicht nur steuerfrei, sondern auch von allen sozialen Abgaben, wie Angestelltenver­sicherung, Arbeitslosenhilfe usw. befreit sind.

** Verhängnisvoller Sturz non b e r Treppe. Im Laufe des gestrigen Tages stürzte im Hause Frantfurter Straße 76 ein junger Student von der Treppe und fiel so unglücklich, daß er einen Unterschenkelbruch erlitt und durch die Freiwillige Sanitätskolonne in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte.

Schöffengericht Gießen.

Der Fr. B r ä I e r aus Nieder-Gemünden wurde wegen Vergehens gegen den § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze der Reichsregierung zudreiMonatenGefängnis verurteilt, wo­gegen er Berufung einlegte Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme am Freitag kam das Gericht zu der Ansicht, daß eine direkte Beleidigung der Reichs­regierung nicht vorlag und sprach den Ange- klagten frei. Der Vertreter der Anklage hatte Zurückweisung der Berufung beantragt.

Wegen schweren Diebstahls wurde der in Hanau wohnhafte Wilhelm Gerhardt zu fünf Mo­naten Gefängnis verurteilt. In der Beru­fungsoerhandlung am Freitag ergab sich, daß der Angeklagte in Uetzhausen in einln Schuppen ein- brach und dort ein Motorrad stahl. Auf einem Korn- acker entfernte er die Maschine und ließ den Rah­men zurück. Entsprechend dem Antrag des Staats­anwalts wies das Gericht die Berufung kosten­pflichtig zurück.

SinterWtoert des deutschen Voiles 1933/34.

Aufruf der Kreisführung Gießen an alle Volksgenossen mit festem Einkommen.

Weihnachten sieht vor der Tür. wenn Sie am heiligen Abend Ihren Kindern bescheren, so denken Sie auch an die Kinder der Familien, deren Er­nährer schon seit Jahren ohne Arbeit und verdienst und nicht in der Lage sind, ihnen eine weihnachts- sreude zu machen.

Es ergeht daher die Bitte, sich dem Ausruf der Hess. Regierung anzuschließen und am heiligen Abend einem armen Kinde durch per­sönliche Uebergabe eines kleinen Bäumchensundeinesweihnachtspack- chens eine Freude zu bereiten.

Die Kinder werden von der Kreisführung des WHW. nachgewiefen, um zu vermeiden, daß von mehreren Seiten einer Familie Zuwendungen gemacht werden.

wer noch größere Opfer bringen kann und will, wird gebeten, die Patenschaft eines Kindes wahrend der Dauer des Winterhilfswerks zu über­nehmen. Anmeldungen unter Angabe besonderer wünsche erbittet die Kreisführung des WHW.

Gerade an Weihnachten, dem Fest der Liebe, gilt

es zu beweifen, daß das deiNfche volk eine große Gemeinschaft bildet!

ÄZeihnachispakele für die bedürftigen Volksgenoffen

werden auf dem Standartenbureau, Gießen, Land- graf-Philipp-Platz, Neues Schloß, bis zum Donners- tagnachmittag angenommen. Anderen Organisationen außer den örtlichen Stellen der NS.-Volkswohlfahrt ist die Annahme solcher Pakete untersagt.

An alle Kraftsahrzeugbesitzer in der Stadt Gießen.

In den Tagen vom Donnerstag, 21. Dezember, bis Samstag, 23. Dezember, werden einige Wagen für dringende Fahrten innerhalb und auch vereinzelt außerhalb des Stadtgebiets benötigt. Die Kraftfahr­zeugbesitzer werden gebeten, der Kreisführung sofort mitzuteilen, an welchen Tagen sie ihren Wagen zur Verfügung stellen können.

Heil Hitler!

gez. Kloß, Kreisführer des WHW.

f. d. R. M o h a u p t, Kreisgeschäftsführer d. WHW«

Weihnachtsfeier derGießenerGA.

Weihnachten 1932 Weihnachten 1933. Welcher grundstürzende Wandel der Verhältnisse tritt bei die­ser Gegenüberstellung zutage! Vor einem Jahre eine Zeit, in der unter der Oberfläche scheinbarer Ord­nung und Ruhe die zerstörenden Kräfte der Feinde des deutschen Volkstums am Werke waren, Zucht- und Gottlosigkeit immer mehr sich ausbreiteten, Bürgerkrieg drohte, Mord und UeberfaU zu den gewohten Tagesbegebenheiten der Politik ge­hörten; steigendes Elend und wachsende Erbitterung in immer breiteren Schichten des deutschen Volkes; schlimmste Befürchtungen um die Entwicklung in un­serem Vaterland; von echter Advents- und Weih­nachtsstimmung wenig oder nichts zu verspüren; Kampf aller gegen alle. Jetzt: Friede im Volk; feste staatliche Ordnung, wahre deutsche Volksgemein­schaft, hoffnungsfrohe Stimmung aus der lieber- zeugung heraus, daß es wieder aufwärts geht; tat­kräftigster Kampf gegen Not und Elend im Volke, nicht wie früher mit schönen, aber leeren Gesten und Phrasen, sondern mit kraftvollen Taten, vorbildlicher Opferbereitschaft, wahrer christlicher Nächstenliebe; Gottesfurcht, deutsche Sitte und Anstand, Disziplin, Ehrung und Wertschätzung der hohen ideellen und kulturellen Güter des deutschen Volkes. Vor einem Jahre: undenkbar ein Weihnachtsfest der SA. in absolut gewährleisteter Sicherheit heute: SA.-Weihnachtsfeier ein Erlebnis der echten deut­schen Volksgemeinschaft, Feierstunden, bei denen nicht wie einst die Sorge um Leben und Gesund­heit den seelischen Gewinn der Stunde trübte, son­dern die die Teilnehmer ungeschmälert innerlich bereicherten und froher machten für das Ringen des Alltags. Der Dank für diesen beglückenden Wandel der Dinge gebührt dem Führer, dem Retter des deutschen Volkes aus schwerster Gefahr!

Diese Vergleiche und Gedanken drängten sich uns am Samstagabend bei der Weihnachtsfeier der Gießener SA. in der vollbesetzten Volkshalle auf, und sicherlich wird namentlich auch mancher von den alten Kämpfern im braunen Ehrenkleid gleiche Gedanken gehabt haben. Diese erste deutsche Weihnachtsfeier der SA. der NSDAP, des Standorts Gießen im Dritten Reich wurde für die Männer im Braunhemd und für die Frauen zu einem Adoentserlebnis, das die tiefen Werte des deutschen Gemüts voll zur Geltung kommen ließ. Etliche tausend deutsche Männer und Frauen, die diesen Abend erlebten, werden noch lange gerne an die schonen Stunden des gemein­

samen vorweihnachtlichen Erlebens in der Gießener SA. zurückdenken.

Gegen 20 Uhr war die Volkshalle bereits voll­besetzt. Kurz vor Beginn der Feier erschien Brigade­führer Schmidt, von Standartenführer Lutter am Eingang zur Volkshalle empfangen und zu feinem Platz geleitet, von der Menge mit dem deutschen Gruß geehrt. Dann folgte zu den Klän­gen des Badenweiler Marsches der Einmarsch der SA., an dem die vor dem 1. Januar 1933 in die SA. eingetretenen SA.-Männer teilnahmen. Nach einem von Obertruppführer Grünewald ge­sprochenen GedichtDie alte Garde" hielt Stan­dartenführer Lutter eine kurze Ansprache, in der er zunächst einen knappen Rückblick auf die früheren Jahre warf, dabei u. a. auch an den von den da- maligen Regierungen erst durch besondere Gesetze geschaffenenWeihnachtsfrieden" erinnerte, dem­gegenüber bann auf die geschlossene Einheit aller deutschen Volksgenossen hinter unserem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler und das große Glück des geeinten deutschen Volkes hinwies. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die große Dankes­schuld gegenüber den Kameraden, die für das Dritte Reich ihr Leben einsetzten und Hingaben. Stehend gedachte die große Versammlung der gefallenen Freiheitskämpfer mit dem Hitler-Gruß, während die Musik die Melodie vom guten Kameraden spielte. Standartenführer Lutter erinnerte in seinen weiteren Worten andie Stille vor dem Sturm" vor dem vorjährigen Weihnachtsfest und an den historischen Tag, an dem der ehrwürdige Reichspräsident v. Hindenburg den Führer zum aKnzler berief, womit der Durchbruch zum Dritten Reich, zum Vorwärts erfolgte. Rückschauend konnte der Redner feststellen, daß der Führer das gehalten hat, was er versprochen hatte. Er gab wei­ter der Hoffnung Ausdruck, daß die SA. dem Füh­rer zur Vollendung und Krönung feines Werkes immer behilflich fein könne, damit ein einiges deutsches Volk auf freier deutscher Scholle für alle Zeiten lebe. Das Gelöbnis der unwandelbaren Treue der SA. für ihren obersten Führer faßte der Redner zusammen in die von der Menge begeistert aufgenommenen dreimaligen Sieg-Heil-Rufe auf den Führer und Volkskanzler Adolf Hitler! An­schließend wurde gemeinsam der erste Vers dc» Horst-Wessel-Liedes gesungen.

Die Vortragsfolge brachte bann eine Anzahl reiz, voller und graziös oorgeführter Volkstänze des