Ausgabe 
18.8.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Aus der Provinziathaupistadl

Geschichten aus aller Welt

Industrie- und Handelskammer Gießen

berg am Dienstag ihre erste Vollversammlung ab. Der Vorsitzende der Hammer,

HerrKaufmannFriedrichvon der Emde, begrüßte die vorn Ministerium neuernannten Mit­glieder und führte sie in ihr Amt ein. In feinen Ausführungen hob der Vorsitzende hervor, daß es mit Hauptaufgabe der Hammer fei, nicht Einzelinter- essen zu verfolgen, sondern der volkswirtschaftlichen Gesundheit zunächst im heimatlichen Umkreis, dar­über hinaus dem ganzen Reich als der Grundlage der politischen, kulturellen und sozialen Organisation der Nation, zu dienen. Dem guten kaufmän­nischen (Seift, den wir von der Wirtschaft ver­langen, werde in der Hammer selbst restlos Geltung verschafft, und somit auch hier an dem Grundsatz Gemeinnutz geht vor Eigennutz" festgehalten werden.

Anschließend an seine Ausführungen nahm der

Vollversammlung der Muflrie- und Handelskammer Friedberg.

In ihrem mit den Fahnen der nationalen Er­hebung und mit von frischem Grün umkränzten Bildern unserer führenden Männer geschmückten Sitzungssaal hielt die neukonstituierte In- dustrie- und Handelskammer 5rieb-

^bbels hoi beti kulim- desMkjschen Cbcob-

hlösser zum Reichs- Deichsministerium für copaganda ernannt.

berg hat angeorbnet, daß und alle freien Organija» Bereinigungen der Land­wirtschaft, der (Bar­le: und Weinbaues, irgendwelche organifalori- mnziellen Maßnahmen, die an des der deutschen -ühren oder berühren fön- nachdem sie die ausdrüst- s Reichsobmannes vorder iche gilt für jebe Leteili- nen.

ie in dem Kurort Ifdjepino lqarischen Minisleipräsiden- o f f, ein Bombenan- euer Straße schleuderle em [off zwei Eierhandgranaten, verletzten. Zankoss stobst )er Attentäter enttarn. Man Mmunisten die Hand im

5aatbt\k<lea "tooWe daS LeyiMckergchaU be- aS^ahierr, um ihnen die r Saarkundgebung enkmal zu ermöglichen, [ion hat dies aber Der-

Die Ausstellung sieht in streng systematischer Glie­derung die folgenden Gruppen vor: Hauswirtschaft, Ernährung, Handwerk, Landwirtschaft, das Eigen­heim, das Kind, Musik, Kunst, Verkehr, Sonder- schauen des Arbeitsamts, des Jugendamts, der Be- rufsschulen und der Frauenvereine. Der Zweck der Ausstellung ist, der Bevölkerung von Stadt und Land dieLeiftungsfähigkeitdesgewerb- lichcn Mittelstandes zu zeigen und nicht zu­letzt der Hausfrau vor Augen zu führen, daß sie ihre Einkäufe nicht in Warenhäusern und Einheits­preisgeschäften zu tätigen braucht. Es darf erwartet werden, daß die Kaufmannschaft sich in ....... ' v ut-

tischen Umgestaltung ist nun an die Kammern des Rhein-Maingebiets das Verlangen herangetragen worden, daß sie sich zu einem Zweckoerband unter dem NamenRhein-Mainischer Indu­ft rie- und Handelstag" fest zufammenschlie- ßen. Die Vollversammlung nimmt Kenntnis von dem für diesen Zweck ausgearbeiteten Satzungsentwurf, über dessen endgültige Fassung die beteiligten Re­gierungen im Einvernehmen mit dem Herrn Reichs­wirtschaftsminister entscheiden werden.

Der Nationalsozialismus hat es sich zur vornehm- ften und dringendsten Aufgabe gesetzt, das Mil­lionenheer der Arbeitslosen so schnell wiemöglichindenProduktionsprozeß einaugliebern. Er hat die Parole ausgegeben Arbeit und Brot für jeden arbeitsfähigen und ar­beitswilligen Menschen".

3n einem besonderen Rundschreiben wird die Geschäftsführung der Kammer an die kaufmän­nischen Organisationen das dringliche Ersuchen richten, in den Kreisen ihrer Mitglieder immer und immer wieder daraus hinzuweisen, daß es vaterländische Pflicht eines jeden Einzelnen ist, sich an dem großen und schweren Werke zu be­teiligen, indem er in seinem Betriebe Arbeits­lose einstellt, Aufträge erteilt, Ersah für Ma­schinen ueb Geräte schafft, Lagerbestände auf- füllt oder sich fortlaufend an der Spende für nationale Arbeit beteiligt.

Die Vollversammlung spricht sich grundsätzlich für die Einführung von Handlungsgehilfen­prüfungen aus, deren Zweck es sein soll, den jungen Kaufleuten Gelegenheit zu geben, den Nach­weis dafür zu erbringen, daß sie während ihrer Lehrzeit praktisch die erforderliche Fertigkeit in der Behandlung allgemeiner und ihrer Branche ent­sprechender besonderer kaufmännischer Fragen sich angeeignet haben.

Zum Beisitzer in der Beschwerbekammer beim Landgericht der Provinz Oberhessen, die über Streit­sachen im landwirtschaftlichen Entschuldungsverfah- ren zu entscheiden bat, werden Herr Josef Sauer und als fein Stellvertreter Herr.Friedrich Jacob H e y d bestimmt.

Unter Mitwirkung des Instituts für Deutsche Wirtschaftspropaganda in Berlin veranstaltet die Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und Ge­werbe-Organisation Gießen (früher Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes)

in der Zeit vom 30. September bis 8. Oktober in der Volkshalle zu Gießen eineBraune Meße".

Ueber die Sitzung der Industvie- und Handels- kammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach, die am 14. August im Handelskammer­gebäude zu Gießen stattfand, wird uns folgender Bericht übermittelt:

Anwesend sind die Herren: Kommerzienrat Schir­mer als Ehrenvorsitzender, Dr. Pauly als Vor­sitzender, Karl Horst und Heinrich C h r i st als stell­vertretende Vorsitzende, Fritz S ch u ch a r d als Vor- (tanbsmitglieb und Rechner, Josef Sauer als Vor­standsmitglied, Friedrich Jacob H e y d , Jakob M a t e r n u 6 , Dr. Adolf Noll, Karl Noll, Earl Röhr iun., Wilhelm Sengenberger, Hans Will- Leihgestern, Hans I h r i n g Lich, Friedrich Hofmann- Grünberg, Martin Kimm- Alsfeld, Jakob D i e h m ° Lauterbach, Wirtschaftsprüfer Her­mann Will und Syndikus Dr. Zeidler.

Entschuldigt fehlen die Herren: Hermann flipp- Hardt-Alsfeld, Georg Baumgärtner - Schlitz und Max F i ck e i s Lauterbach.

Herr Or. pau.y

eröffnet die Sitzung mit folgender Ansprache:Durch das Gesetz zur Aenderung des Gesetzes über die Industrie- und Handelskammern vom 30. Juni 1933 ist den in Ausübung der politischen Umgestaltung er­folgten Aenderungen in der Besetzung der Kammern und ihrer Vorstände Rechtswirksamkeit verliehen worben. Gleichzeitig wurde in diesem Gesetz dem Staatsminister oder seinem Beauftragten das Recht eingeräumt, bis zum 1. August 1933 weitere Umbe­setzungen vorzunehmen, sosern sich solche noch als notwendig erweifen sollten. Don diesem Recht hat nun das Staatsministerium durch Verfügung vom 29. Juli 1933 Gebrauch gemacht, in welcher angeord­net wird, daß vom 1. August 1933 ab an Stelle der Herren Ludwig Rinn, Ludwig Grießbauer, Kommerzienrat R a m s p e ck , Wilhelm Poppe und Wilhelm Wenzel die Herren Dr. Adolf N o 11 - Gießen, Wilhelm Sengenberger - Gießen, Hans Will- Leihgestern, Erich Ära use - Alsfeld, und Max F i ck e i s - Lauterbach als Mitglieder in die Kammer eintreten.

Ich glaube in Ihrem Sinne zu handeln, wenn ich den ausgeschiedenen Mitgliedern für ihre treue, meist langjährige Tätigkeit im Dienste von Handel und Industrie des Kammerbezirks von dieser Stelle aus den aufrichtigen Dank der Kammer ausfpreche.

Ich begrüße den Ehrenpräsidenten der Kammer, Herrn Kommerzienrat Schirmer, und den lang­jährigen Steuerberater, Herrn Hermann Will. Schließlich heiße ich die neuernannten Mitglieder der Kammer herzlich willkommen und gebe der Hoff­nung Ausdruck, daß uns ein gedeihliches Zusammen­arbeiten die Möglichkeit gibt, am Aufbau des neuen Reiches tätioen Anteil zu nehmen.

Sie wissen alle, daß unfer ganzes Handeln und Wirken durch das Ziel der Arbeitsbeschaffung be­stimmt ist. Für diese hohe Ausgabe, die uns der Führer gestellt hat, muß jeder einzelne, und sei es auch nur in Kleinarbeit, seine volle Krast einjetzen. Wir hoffen auch in Hessen zu Ende dieses Monats einige Kreise von Arbeitslosen frei zu machen. Zur Mitarbeit bei der Arbeitsbeschaffung ist auch unsere Kammer aufgerufen. Unsere ganze heutige Tages- o önung zeigt mehr oder minder einen Zusammen­hang mit diesem Leitmotiv.

Möge der Führer sein hohes Ziel, jedem sein Brot durch Arbeit zu geben, recht bald erreichen zum weiteren Aufstieg unseres Vaterlandes und so zu unser aller Wohl.

Ich bitte Sie, sich zu erheben. Dem Führer, feinem Watten und unserem geliebten Deutschland ein drei­faches Sieg-Heil!"

Aus dem Bestreben heraus, in gemeinsamer Tätig­keit die Wirtschaft des Rhein-Maingebietes zu för­dern, hatten sich im Jahre 1927 die hessen-nassau- ischen und die hessischen Industrie- und Handels­kammern freiwillig zu einer engeren Arbeitsgemein, fchyft zusammengefunden. In Auswirkung der poli-

na" "ÄÄSCg "Ä n!lN<buioQUrnSa

"chuthe-A ng über *9^ ' ?ie «ÄÄ»

ff L-rSr

»«gründet Lti,1 iut r «üff' ""chdeni her 8t* un ffl?,ranliu" btn ° wartenarchi.

Aus, QU?f,arenb die * onbezooen

,3U r deutsche SS lDTPOi undWissenschALi

Schass Lum -chutze und Wr nnr °clmQt:- 2t°dt- und Canb.

Je Nachrichten.

^Uer hat an den ita- .fKnz Dalbo nach. - chlet.3ur erfolgreichen bnen Transozeansluges eherzllchenSIüct. D beglückwünsche ich Innung zum Marschall W Adolf Eitler1'

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

Frau Lermois Koffer.

8t. P a r i S.

Wie in allen anderen volkreichen Städten, so wird auch in Paris sehr oft eingebrochen, und nur die Hälfte dieser Missetaten findet vor den Gerich­ten ihre Sühne. In der Rue dc Rivoli wohnt seit vielen Jahren, man kann schon sagen, seit mehreren Menschenaltern, Frau Lernwis und ihr Hund Tutu. Tutu ist ein zottliger Pinscher, der immer Mühe hat, sich nicht auf fein zottliges Fell zu treten. Zwischen Frau Lerrnois und ihrem Tutu hat sich im Laufe der Jahre eine fröhliche Ähnlichkeit her- ausgebildet, wie es meistens der Fall ist, wenn zwischen Hund und Herr ein ausgezeichnetes Freundschaftsverhältnis herrscht. Reben Frau 2er- mois, sie bewohnt die linke Hälfte der zweiten Etage, wurde vor nun ungefähr einem halben Jahre er­folgreich eingebrochen. Die Diebe entwendeten außer barem Gelbe Schmuckfachen und Silbergeschirr und konnten unerkannt entkommen. Man hat sie nie gefaßt. Aus Frau Lerrnois hat dieses Vorkommnis tiefen Eindruck gemacht. Und sie geriet angesichts der ergebnislosen Nachforschung der Polizei in eine zunehmende Erregung, die der alten Dame sehr schadete und sich auf Tutu übertrug. Unter allen Gütern des Lebens schätzte aber Frau Lerrnois die beschauliche Ruhe ihres Herzens am höchsten.

Jeden Nachmittag pflegt Frau Lerrnois im 23ou- logner Wald ein vis zwei Stunden spazieren zu gehen. Mit einigen älteren Damen und ihrem Tutu verplaudert sie in den herrlichen Anlagen die schön- ften Stunden ihres Tages. Seit dem Einbruch aber ist Frau Lerrnois in diesen sonst so erfrischenden Stunden des Hinpromenierens durch den Boulogner Wald immer sehr unruhig, mit sich selbst im Wider­spruch, und auch Tutu hat nicht mehr die sorglose Freude wie bisher. Kürzlich nun, es sind jetzt acht Tage her, kommt Frau Lerrnois mit einem statt- liehen Koffer in der Hand zu ihrem täglichen Spa­ziergang. Der Koffer ist schwer. Sie kommt in Schweiß und muß das Gepäck alle zwanzig Schritte mindestens einmal absetzen, aber sie ist fröhlich wie einst, und Tutu springt durch die Anlagen wie in seinen besten Tagen. Sechs Tage lang sehen sich die Freundinnen von Frau Lerrnois diesen Koffer schweigend an, am siebenten fragen sie voll schlecht verhehlter Neugier nach feinem Inhalt. Nach an­fänglichem Zögern gesteht Frau Lerrnois lächelnd, daß ihr von dem Einbruch bei ihren Nachbarn ein solcher Schreck in die Glieder gefahren sei, daß sie immer befürchte, Diebe könnten eines Tages auch ihre Silbersachen ausräumen. Um diese Angst zu überwinden, habe sie sich entschlossen, ihr Silber im­mer mit sich zu tragen, es fei zwar sehr umständlich, aber die Ruhe ihres Herzens sei ihr wichtiger.

Jeden Tag können die Pariser nachmittags eine alte Dame im Bois be Boulogne spazieren gehen sehen, bie einen schweren Koffer mit sich schleppt, mit Schweißperlen auf ber Stirn, aber sich mit ihren Freunbinnen unterhält, indessen ein zottliger Pin- scher trotz seiner alten Tage noch jugendlich um sie herumspringt.

Lachpille aus dem Lüdoslen.

(ht.) B u k a r e ft.

In irgend einer,Stadt Rumäniens hatte kürzlich ber rührige Herr Soundso eine Buchhanblung er­öffnet. Eines Tages klingelt die Labentür, herein schwanken 14 Lastträger und laben keuchend einen 8 Meter langen eisernen T' -Träger ab.

Der Ehef mit dem ganzen Personal stürzt herbei und verlangt eine Erklärung. Sie wird verweigert, einer der Träger gibt lediglich einen Brief ab, wo­rauf sich die ganze Horde wortlos entfernt. Als Ab­sender war dieEisengroßhandlung Sowieso" an­gegeben, bie bem Buchhändler Soundso sehr er­gebend folgendes mitteilte: ,,... Sie haben die Lie­benswürdigkeit gehabt, uns in ber letzten Zeit wie- berholt Bücher zur Ansicht zu schicken, bie wir nicht bestellt haben, gestern überfanbten Sie uns sogar eine Zahlungsaufforderung. Infolgedessen haben auch wir uns entschlossen, Ihre glückliche Idee ber Kundenwerbung aufzugreifen und werden Ihnen künftighin ebenfalls laufend aus unserem Lager ge­eignete Artikel senden. Ein T»Iräger folgt anbei, Muster unserer Kanqlrohren erhalten Sie morgen."

Schon zwei Minuten später sah man einen Stift im Tempo 180 allgemeine Richtung Eisengroßhand­lung Sowieso entwetzen, aber erst am späten Abend wurde ber Muster-Träger wieder abgeholt, weil er bis auf die Straße herausreichte und Herr Soundso sonst seinen Laden nicht hätte zusperren können. Dafür stellte der Stift ein Dutzend Bücher wieder in bie Regale und ber Friede zwischen den Häusern Sounbso und Sowieso war wieder hergestellt.

Aprikosen.

(c. r.) Athen.

Unter den vielen Obsthändlern in Athen gibt es auchfliegende Obsthändler", die manchmal, wenn sie eines Polizisten aus der Ferne ansichtig werden, mit Blitzesschnelle verschwunden sind. Sie scheinen über eine Art von Tarnkappe zu verfügen, denn im Handumdrehen sind sie buchstäblich unsichtbar. Sie haben aber auch sonst noch andere Talente aufzu- weisen. Kauft man beispielsweise bei einem solchen fliegenden Obsthändler Früchte, bie so schön finb, daß einem das Wasser im Munde zusammenläuft, und die man, da man dem Geschäftsmann gegenüber immer etwas mißtrauisch ist, ber Sicherheit halber höchst eigenhändig untersucht und vorsichtig auch selbst in die Tüte verfrachtet, so kann man sicher sein, faules Obst nach Hause zu bringen. Der ge­wiegte Bursche vertauscht eben im letzten Augenblick, ohne daß man es merkt, unsere Tüte ganz einfach mit einer anderen. Die Höchstleistung aber voll­brachte in diesen Tagen ein solch junger Obstver­käufer. Eine Dame nähert sich seinem Korbe. Sie kann den Reizen der frischen und lockenden Apri­kosen unmöglich widerstehen; sie kaust ein, legt die

Ser$elögoffe0öienfTher(5fanöarfell6

Unserem gestrigen Bericht über den Aufmarsch der SA.-Standarte 116 am kommenden Sonntag ist nach neueren Entscheidungen noch nachzutragen, daß für ältere Teilnehmer an dem Feld- gottesbienft um 9.15 Uhr vor der Dolkshalle Stühle vorgesehen sind, die es den Frauen und älteren Männern möglich machen werden, ohne körperliche Anstrengung bem Gottesdienst beiwoh- neu zu können. Die Stühle werden vor der DolkshalleinRichtungnachdemTrieb zu in der Nähe des Altars aufgeftellt. Auf diese fürsorgliche Anordnung der Standartenführung sei besonders hingewiesen.

Der M a r s ch w e g für den Umzug am Sonn- tagnachmittag hat insofern eine Aenderung erfah­ren, als ber Marsch der Standarte vom Seltersweg aus nicht durch die Mäusburg über den Markt- platz, sondern über den Kreuzplatz durch die Sonnen st raße nach dem Lanbgraf-Phi- lipp.Platz gehen wird.

Gine Richtigstellung zum Schulden» und Zinsproblem.

Das Reichswirtfchaflsmlnisterium keilt mit: 3n mehreren Tageszeitungen ist eine Notiz über das Schulden - und Zinsproblem er­schienen. in der es heißt, daß seitens der Reichs­regierung gefehtiche Maßnahmen über einen all­gemeinen Schuldenerlaß oder einen Nachlaß von Zinsen nicht zu erwarten seien. Es besteht Veranlassung, daraus hinzuweisen, daß diese Verlautbarung einen besonders ge­lagerten Fall betrifft und sich nur auf bereits fällig gewordene Zins- und kapitaloerpfüchtungen beziehen sollte. Freiwillige Vereinbarun- gen, die zwischen Schuldnern und Gläubigern stattgefunden haben oder beabsichtigt sind, werden von der Notiz in keiner weise berührt. Es ist weiterhin seftzustellen, daß sich die Reichs­regierung der überragenden Bedeutung des Zins- unö Schuldenproblems bewußt ist und auch Be­ratungen darüber pflegt, um in Bälde eine all­seitig besriedigende Losung zu bringen.

HoruoNzen

Tageskalender für Freitag. Licht­spielhaus (Bahnhofstraße):Die Tänzerin von Sans­souci".

Früchte eigenhändig vorsichtig in das Säckchen, be­obachtet genau das Abwägen und geht befriedigt und sicher, diesmal nicht gekeimt zu sein, nach Hause. Aber schon nach wenigen Schritten bewegt sich plötzlich ihre Tüte, die Aprikosen werden zu ihrem nicht geringen Schrecken lebendig! Die entsetzte Dame öffnet das Päckchen und ein ganz kleines Kätzchen guckt miauend in die Wett! Nun hat man in Grie­chenland die allerdings wenig tierfreundliche Me- thode, kleine Katzen einfach auf die Straßen zu wer- fen, damit sie dort krepieren. So ein Kätzchen lan­dete unfreiwillig beim Obstverkäufer, der sie einfach als Aprikosen weiter veräußerte. Die Dame eilt zu­rück, aber der junge Gauner ist schon auf und davon. Und statt herrlicher Aprikosen kam ein im Sack ge­kauftes miauendes Kätzchen nach Hause! Das ist kein Scherz, sondern die Wahrheit, wie man sie in Athener Straßen erleben kann!

Der Wilddieb.

(h. k.) Prag.

In einem Dorfe in der Nähe von Gablonz trug sich vor kurzem folgender dramatischer Vorfall zu: Allgemein war bekannt, daß Stani flarma, ein junger Bauer, ein leidenschaftlicher Wilddieb war, und die Forstbeamten wußten, wenn cs in den ?roßen Wäldern am westlichen Isergebirgskamm nallte, daß Stani Larwa wieder unterwegs war. Alle Mühen aber, ihn zu überführen, scheiterten an der Geschicklichkeit des Wilddiebs und an der Zähig­keit, mit der die Frau des Wilderers ihn verteidigte. Nienutts war sie um eine glaubhafte Entschuldi­gung für die Abwesenheit ihres Mannes den nach- forschenden Beamten gegenüber verlegen.

Als Stani Larwa nun vor wenigen Tagen wie­der einmal im späten Nachmittag in die Wälder hinausgegangen war, sprachen die Beamten bei sei­ner Frau vor und erzählten triumphierend, daß nun bald alles Ableugnen nichts mehr nützen würde, da man Larwas Versteck endlich ausfindig gemacht habe. Kaum Hatten die Beamten das Haus verlas­sen, so jagte die Frau des Wilderers wie gehetzt in die Wälder hinaus, um ihren Mann rechtzeitig zu warnen. Dorsichtigt schlich sie sich, als sie in die Nähe des Anstandes kam, auf Umwegen heran, um ja ganz sicher zu gehen, daß sie nicht verfolgt würde. Sie huschte gebückt durch eine junge Fichtenschonung hin. Plötzlich krachte ein Schutz. Mit einem gellen« den Aufschrei brach die Frau des Wilderers in den Kopf getroffen tot zusammen. Larwa selbst hatte in der Meinung, daß ein Reh flüchtig durch die Scho­nung gehe, geschossen. Forstbeamte fanden noch an dem selben Tage die Tote und trugen sie in das Dorf zurück. Von Larwa war nichts zu sehen und zu hören. Nach zwei Tagen stellte er sich freiwillig den Behörden, Er war nach der entsetzlichen Tat im Walde umhergeirrt. Selbst die Beamten hatten Mitleid mit dem Wilderer, als er, vor ihnen völlig zusammenbrechend, seine Tat eingestand.

Tie Klabautermänner.

(k) Neuyork.

In stiller, meist nächtlicher Arbeit wuchsen und gediehen die Vermögen der Einwohner der beiden kleinen Inseln französischer Nationalität, St. Pierre und Miquelon, an der Küste Neufundlands zu er­staunlicher Blüte. Das ging so bis vor einigen Mo- naten. Und die Blüte und der Niedergang hängen unmittelbar zusammen mit der Prohibition in den USA. Die grauen, mit so starken Motoren ausge­rüsteten Schisse haben, eins nach dem anderen, die Häfen von Miquelon und St. Pierre verlassen. Kein Geschäft mehr weder für dieKlabautermänner", wie man die unheimlichen Schiffe nannte, noch für die Einwohner der Inseln.

Vormals war es so: immer zur rechten Saison trafen viele tausend Flaschen besten Weins ober auch trübsten Saftes, aber in schönen Flaschen in St. Pierre und Miquelon ein. Man war ja auf französischem Boden, konnte tun und lassen was man wollte, konnte sogar, ein paar Kilometer von dem trocknen Amerika entfernt, Wein trinken und verkaufen, soviel man wollte.

Wenn es auch den meisten zu weit war, sich von Boston eigens mit dem Zweck, sich unter Wein zu setzen, nach den Inseln einzuschiffen, so zogen es die Schmugglerschiffe doch vor, hier ihre Vorräte an Wein zu beziehen erstens aus französischer Quelle, zweitens nach der amerikanischen Küste, drittens auf fremdem, sicherem Boden ...

Man kann sich denken, daß das Geschäft blühte und in ein Nichts zusammensank, als die Pro- hidition zusammenbrach ... Früher waren die Ein­wohner von St. Pierre und Miquelon Fischer ge­wesen, für Kabeljau bzw. Stockfisch. Aber in den letzten zehn Jahren waren sie kaum einmal drau­ßen gewesen. Sie glaubten, sie hätten es auf Leb­zeiten nicht mehr nötig.

Ein paar Jahre lang kamen die Schiffe der ver­arbeitenden Fabriken und wollten die Fische ab-' holen. Aber in St. Pierre und Miquelon sing man inzwischen durstige Seelen ein ... Da schickte man dann gut ausgerüstete Fangschiffe in die Fang- zonen und ließ die Kabeljau gleich an Ort und Stelle verarbeiten. An Bord reinigte man sie, wusch sie, fahte sie ein und zog dann wieder heim, ohne die Fifcher von St. Pierre nötig gehabt zu haben.

Heute mochten die Fischer von St. Pierre gern wieder einen reellen Berus haben, da der Wein und der Sprit nichts mehr einbringen. Sie haben die französische Regierung schon gebeten, die Großsir- men zu veranlassen, wieder von ihnen die Fische zu beziehen: sie seien gewiltt, billig, gut und schnell zu liefern. Die Firmen wollen einen Deriuch machen. Man wird sehen, ob die Kabeljaufischer von St. Pierre und Miquelon ihr Handwerk verlernten in den zehn Jahren, die sie ein anderes und zeitweise einträglicheres Geschäft betrieben. DieKlabauter­männer" sind abgerückt und haben ihren Reichtum mitgenommen. Zwei reiche Inseln wurden wieder arm...

von 6an»iouri.'

Zufall, daß dieser Film am sönias bei uns zuerst «

ir(4?lb früher als Wjw sff-sst Ä

n No!oko-3M öe5

|lio|tro trittJjJrn hin­zu den Oester $ atz und zu " werden die sKr» moberne . einen et® S's'S ps

«SS »ÄS? lluiX Ü'WS rSÄ SSrSäTS

- Lale P.rauIeCholin Änn'ViS übriS'^

1(4

' Ernennungen in der (NSDAP. Gauleiter Sprenger hat ernannt: zum ®au- walter der Nationalen Dolkswohlfahrt Hessen» Tlassau den Bürgermeister Haug (Darmstadt) uttd zum stellvertretenden Gauwalter und Ge­schäftsführer der (Nationalen Dolkswohlfahrt den Pg. Willi Gras (Frankfurt a. 1). Die Ge­schäftsstelle der Volkswohlfahrt befindet sich Gut- leutstratze 8/10, Frankfurt a. M.

8 9. Geburtstag eines Kriegsteil­nehmers von 1 864, 1 866 und 1 870/7 1. Am heutigen Freitag, 18. August, kann Herr Leut- nanl a. D. Knobel, Kleine Mühlgasse 10 wohn­haft, in erfreulicher Frische seinen 89. Geburtstag begehen. Der alte Herr gehörte zusammen mit un­serem Reichspräsidenten, Generalseldmarschall von Hindenburg, zu den Soldaten, die im Jahre 1871 bei der Kaiserproklamation in Versailles zu- Segen waren. Der allezeit für die deutsche Wehr tgeifterte Soldat, ein aller Leibhusar, mußte im Jahre 1919 seinen Wobnsitz in Elsaß Lothringen aufgeben, da die Franzosen den ehrwürdigen Greis trotz seines Alters nicht mit ihrem Haß verschonten und ihn zum Verlassen des Landes zwangen. In unserer Stabt fand der alte Herr, der Ehrenmitglied des Kavallerievereins ist, eine neue Heimat, in der ihm von vielen ehemaligen Soldaten treue Karne- radschaft und herzliche Verehrung entgegengebracht wird, insbesondere von den Mitgliedern des Kaoal- lerieoereins.

* Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 1. bis 15. August verstorben in Gießen: 3. Paul Seisfart, Kaufmann, 53 Jahre alt, Neuenweg 17, Konrad Iendt, Gelderheber, 59 Jahre alt, Hitler- Wall 27; 5. Maria Habicht, geb. Heidt, 48 Jahre alt, Bruchstraße 30. 7. Johanna Iakobine Luise Anna Flett geb. Schmidt, 54 Jahre alt, Hillebrand- st roße 6; 9. Louis Kattrein, Rentner, 93 Jahre alt, Loberstraße 18, August Klemmrath, 54 Jahre alt. Neuen Bäue 4, Anna Dinges, 6 Jahre alt, Kaiser­allee 34 12. Luise Leh, geb. Reuter, 27 Jahre alt, Rittergasse 10, Katharine Johanna Dönges, ohne Beruf, 64 Jahre alt, Senrfenbergftrafje 7; 15. Luise Interthal, geb. Bamberger, Wwe., 62 Jahre alt, Kaiserallee 93, Geh. Medizinalrat Professor Dr. Peter Poppert, Direktor der Chirurgischen llniversi- tätßfünit, 73 Jahre alt, Wilhelmstraße 15.

* Eine Kraftpost-Gesellschaftsfahrt wird vom Postamt Gießen am kommenden Sonn­tag veranstaltet. Die Fahrt geht ins sogenannte Hinterland, mit Aufenthalt in Laasphe, Biedenkopf, und von dort nach Marburg. Interessenten mögen die heutige Anzeige beachten.

reg st er Weise aktiv an di, [amen Veranstaltung beteiligt. Anmel­dungen sind bei dem Bureau der Braunen Mess» in Gießen, Seltersweg 89, zu bewirken, das über alle Einzelheiten genaue Auskunft erteilt.

Vorsitzende die Wohl der Ausschüsse vor. Der Syndikus,

Herr Or. Göbel,

erstattete ein ausführliches Referat über die Auf­gaben der Industrie- und Handelskammern im na­tionalen Staat, die er in Staatsauftrags, und in Selbftoerwattungsangelegenheiten gliederte und ein­gehend erläuterte.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde dos Ar- beitsbeschasfungsprogramni der Reichsregierung von der Kammer nachhaltigst unterstützt und ein Aufruf beschlossen, der bereits veröffentlicht ist. Für die Spende zur Färber ungder nationalen Arbeit würben von ber Hammer 1000 Mark über- wiesen.

Weiter beschäftigte sich die Kammer noch mit Fra­gen ber Einheitsbewertung, Steueramnestie unb der Kreditbeschaffung für kleinere und mittlere Betriebe.