Ausgabe 
17.3.1933 Erstes Blatt
 
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Oberhessen

4,31 Meter Stabhoch sprang der amerikani­sche Student Keith Brown bei einem Hallensport- fest in Neuyork.

gen Hahn und sein Sohn, sowie der Schwiegerva- "ahns, die von dem Plane ihrer Mitbürger

ter Hahns, die von dem Plane ihrei

erfahren hatten, mit Knüppeln usw. gegen die Herankommenden vor. Don der zurückweichenden

Einbruch in ein Heimatmuseum.

WSD. Biedenkopf. 16. März. Gin- b r e ch e r sind nachts in das im Schloß be­findliche Heimatmuseum eingedrungen. Mit einer vorhandenen Leiter gelangten sie in den Schlohhof und drangen durch Eindrücken eines Fensterflügels in das Innere des Schlosses. Da die Einbrecher nicht wahllos alles mitgenommen haben, was sich zu Geld machen läßt, sondern eine ganz bestimmte Auswahl getroffen haben, vermutet man, daß hinter der Angelegen­heit ein Sammler steht, der sich verschiedene Altertümer, die er sonst nicht hätte bekommen können, auf diese Weise beschaffen lieh. Erst durch genaue Dachprüfung an Hand des Kataloges kann festgestellt werden, was von den Eindring­lingen zum Schaden des Heimatmuseums mit­genommen worden ist. Es sind Dachforfchungen eingeleitet worden, um der Täter habhaft zu werden.

Gerücht- hcrbeizuführen, den Tatbestand einer strafbaren Beleidigung erfüllen. Die« ist auch dann der Fall, wenn an jemanden nur die Frage gerichtet wird, ob er Kenntnis von einem bestimm» ten Gerücht habe. An dem beleidigenden Charak- ter der Frage ändert es auch nichts, wenn der Erzähler sich dahin äußert, er selbst glaube nicht an die Wahrheit des Gerüchts. So ging im Spätjahr 1932 in Gießen da- Gerücht, ein Be­amter des Wohlfahrtsamts habe sich ganz be­deutender übrigens in seinem Geschäftsbereich gar nicht möglichen - Llnterschlagun7,en schuldig gemacht. Eine Revision der Kasse und ein ein* geleitetes Strafverfahren ergaben die völlige Haltlosigkeit des Gerüchts. Der Angeklagte hatte an einen hiesigen Gewerbetreibenden eine Frage in obigem Sinwe gerichtet und diese trug ihm. nachdem die Stadt Strafantrag gestellt hatte, we­gen übler Dachrede eine Geldstrafe von 80 Mark ein. Ein anderer Angeklagter hatte in einer Wirtschaft allgemein Gästen gegenüber mit lauter Stimme die Frage getan, ob sie von. dem b. r ffenden Gerücht chon g.hört hätten. Auch er erhielt wegen übler Dachrede eine G e l d st r a f e von 100 M k. Bei dieser Gelegenheit kam dann allgemein die Rede auf Verfehlungen städtischer Beamten. Ein dritter Angeklagter behauptete, nicht allein der genannte städtische Beamte, son­dern nctch ein anderer habe sich gelegentlich einer städtischen Versteigerung strafbare Handlungen zu­schulden kommen lassen. Dies war unwahr. Es sprach auch von letzterem als von einem Spitz­buben. 3m Gegensatz zu den beiden anderen An­geklagten war der dritte, em hte.lger Arbeiter, schon vielfach vorbestraft. Er wurde zu 14 Ta­gen Gefängnis verurteilt.

&. A.-Gpori.

Waldlauf im Lahn'Oünsberg'Gau.

Der Reigen der Beranstaltungen des Jahres 1933 im Lahn-Dünsberg-Gau wird am kommenden Sonn­tag mit der Austragung des Gau-Waldlaufes er­öffnet. Die Ausrichtung des Laufes wurde dem Turnverein Launsbach übertragen. Der Lauf sieht vier Klassen am Start. Die Klasse A der Aktiven (Jahrgang 1914 und früher) hat eine Strecke von 5 Kilometer zu bewältigen. Die Klasse B der Akti­ven geht für 3 Kilometer an den Start. Die Jugend- oberftufe (Jahrgang 1915 und 1916) legt ebenfalls 3 Kilometer zurück, während die Jugendunterstufe (Jahrgang 1917 und später) 2 Kilometer zu laufen hat. Die Klasse B ist zum erstenmal für Handball- spieler eingelegt worden. Jeder Verein ist verpflich-, tet, eine Mannschaft zu stellen, die aus drei Läufern besteht. Die Meldungen sind in großer Anzahl ein- gegangen, so daß sich der Waldlauf zu einem bedeut­samen Sportlichen Ereignis entwickeln dürste. In den einzelnen Klassen die Sieger im voraus zu nennen ist bei der großen Anzahl der Teilnehmer nicht mög­lich. Der Waldlauf kann sehr wohl große lieber- raschungen bringen.

Ruttershausen - Launsbach kombiniert gegen 2. Kompanie Dnf.-RgL 15 Gießen.

Der Turnverein Launsbach hat es sich angelegen fein lassen, die sportliche Veranstaltung auszubauen. Im Lause des Nachmittags wird ein Handballspiel zwischen einer kombinierten Mann­schaft von Ruttershausen und Launsbach gegen die 1 Mannschaft der zweiten Kompanie des Gießener Bataillons ausgetragen. Die Soldaten stellen eine sehr gute, zähe, einheitliche Mannschaft. Aus den Vereinen Launsbach und Ruttershausen wurden die besten Spieler nominiert, so daß man mit einem spannenden Kampf rechnen kann.

Kurze Sporinotizen.

Drei bekannte finnische Leichtath­leten, und zwar Paavo Karikko, Armas Wahlstedt und Matti Järvinen, hat der Italienische Leicht- athletikverband zur Ausbildung seiner Leichtathleten für die Olympischen Spiele 1933 als Trainer ver­pflichtet.

Lichtbilderapparat zur Verfügung gestellt, schloß der interessante Abend.

Kreis Büdingen.

' * Didda, 16. März. Eine hiesige Beamten­familie bemerkte seit einiger Zeit, daß ihr wer t- volle Wäsche und H a u s h a l t u n g s - gegenstände abhanden kamen, ohne daß sie den Täter ausfindig machen konnten. Am vorigen Sonntag vermißte der Beamte 10 0 W k. bares Geld, das er kurz vorher in seinem Amtszimmer hatte liegen lassen. Da außer dem Dienstmädchen niemand in das Zimmer gekommen war, fiel auf dieses der Verdacht des Diebstahls. Dach Vorhalt wurde der Verdacht bestätigt. 3n dem Zimmer des Mädchens wurden auch von den früher gestohlenen Sachen viele Stücke gesunden. Die Täterin wurde verhaftet und in das hiesiae Amtsnerichtsnefängnis abge­

führt. Eie stammt aus Mainz. Dachdem vor einigen Tagen der Storch als erster Frühlings- bote der Zugvögel hier wieder eingetroffen war, ist nun auch das Weibchen angetommen. Das Paar hat sein alte- Dest auf dem Hause deS Kaufmanns Lehmann am Markt wieder be­zogen.

6 Ranstadt, 17. März. Am morgigen Sams­tag, 18 März, kann Bürgermeister August Bir­ke n st o ck Hierselbst sein 40jähriges Dien ft» jubiläum begehen. Bürgermeister Birken- st o ck, der sich um unsere Gemeinde große Ver­dienste erworben hat und allgemein sehr geschätzt wird, wurde aus Anlaß seines Jubiläums vom Lan- desoerband hessischer Bürgermeister zum Ehren­mitglied ernannt.

Kreis AlSfeld.

Ober-Ohmen, 16. März. In der Dacht zum Sonntag wurde das im Sommer 1931 hier errichtete Denkmal für den verstorbenen Deichspräsidenten Ebert von ortsfremden Leu­ten abgebrochen. An dem Platze des Denk­mals liegen jetzt nur noch die Steine umher.

Kirche und Schule.

Dekanatekonferenz der eva gelifchcn Geistlichen des Dekanats (Bietzen

Die Konferenz tagte am Donnerstag im Markus- saal zu Gießen: sie wurde von Dekan Guh - mann, Kirchberg, mit Schriftlesung und Gebet eröffnet. Sine Deihe dienstlicher Angelegenheiten wurde besprochen. Lieber die für die diesjährigen Dekanatstage empfohlenen Derhandlungsgegen- stände:Die Landeskirche und die politischen Weltanschauungen der Gegenwart"Humani­täre und evangelische Licbestätigkeit"Die vo'.ksmissionarrche Aufgabe der Landeskirche in der Gegenwart" entspann sich eine Aussprache. Die Wahl wurde dem Dekanatsausschuh über­lassen. Pfarrer B ö ch n e r, Treis, berichtete über die letzte Ausschußsihung des Vorstandes der Krankenkasse. Den Hauptvortrag hielt Studien­rat Thierolf, Friedberg, über die Döte der Friedberger Aufbauschule. In der lebhaften Aus­sprache beantwortete der Vortragende noch eine Deihe von Fragen.

Oer Darmstädter Volksbankprozeß.

WEN. Darmstadt, 16. März. Die Ver­handlung im Darmstädter Dolksbanlprozeh wurde heute mit der Vernehmung einiger Bankange­stellter über die Art der Verbuchung von Ter­mingeschäften von Direktions- und Aufsichtsrats­mitgliedern fortgesetzt. Dabei wurde festgestellt, daß durch die Teilnahme der Beamtenschaft der Bank an Spekulationsgeschäften der Direktion Bankgelder in Höhe von 400 000 Mark beansprucht wurden. Am Freitag sollen die Konten des ehemaligen Aufsichtsrats- vorsitzenden D o h l behandelt werden.

Amtsgericht Gießen.

In einem Aufsatz desGießener Anzeiger" vom 15. März, überschriebenAchtet auf Hunde und KatzenI" ist auf die Gefahren hingewiesen worden, die dem Wildstand von jagenden Hunden gerade in der kommenden Zeit drohen, ebenso auf die Folgen, die eine mangelhafte Beaufsichtigung von Hunden in Wald und Feld zum Schaden ihrer Besitzer nach sich ziehen können. Auch sind dort die einschlägigen Gesehesstellen angeführt, welche ein Hundebesiher zur Abwendung dieser Folgen und Gefahren bei Meldung von Strafen und an­deren Dachteilen zu beobachten hat. Gegen diese Gesetzesstellen soll ein an der Peripherie der Stadt wohnender Gärtner in zwei Fällen ver­stoßen haben. In dem einen Falle wurde er we­gen mangelnden Beweises freiaesprochen, in dem anderen aus Grund des § 25 des Hessi­schen Iagdstrafgcsehes verurteilt. Sein Schäfer­hund, der angeblich an der Kette zu liegen Pflegt, streifte am 23. Dezember im nahen Felde auf frem­dem Jagdgebiet, fraglos über 100 Schritte von den erlaubten Verbindungswegen entfernt, ohne Aufsicht herum und jagte einen Hasen. Ob er ihn erreicht hat, konnte nicht festgestellt werden. Der Angeklagte, der zwar noch nicht vorbestraft ist, von dem Feldschützen aber schon verwarnt worden war, erhielt eine namhafte Geldstrafe.

Auch das Weitererzählen von Gerüchten be­leidigenden und unwahren Inhalts kann, falls sie geignet sind, eine Verbreitung und Vertiefung des

Wettervoraussage.

Das kräftige ozeanische Tief hat sich auch über das Festland ausgebreitet und den hohen Druck zu- rückgedrängt. Zunächst wird durch seine Vorderseite noch maritime Warmluft vorgeschoben, die zu mil- dem und vielfach bewölktem Wetter mit Regenfällen führen wird. Durch die später nachfolgende kühlere Lust dürfte sich der Witterunascharakter mehr wech- selhaft gestalten, wobei die Niederschläge in Schauer übergehen und auch die Temperaturen Schwankun­gen erfahren werden.

Aussichten für Samstag: Wechselnd bewölkt, noch mild und zeitweise Degenfälle, süd­westliche, später auf Westen zu drehende Winde.

Aussichten für Sonntag: Weiterhin wechselnd wolkig mit kurzer Aufheiterung, etwas kühler, noch schauerartige Diederschläge.

Lufttemperaturen am 16. März: mittag» 12,2 Grad Celsius, abends 11,6 Grad: am 17. März: morgens 9,3 Grad. Maximum 13,2 Grad, Mini­mum 0,5 Grad. Sonnenscheindauer 51 2 Stunden. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 16. März: abends 7,4 Grad, am 17. März: morgen» 6,2 Grad Celsius.

Oer Wechsel auf dem Aisfelder Kreisdirektorposten.

Alsseld. 16. März. Dach der Zurückoer- ' setzung des Kre.sdirektors Dr. Stammler von Heppenheim nach Alsseld ist der erst vor einigen Tagen mit der Leitung des hiesigen Kreisamts betraute Kreisdirektor Danz zum Kreisdirektor beim 5'~e 'amt Heppenheim ernannt worden.

Ai.läßlich der Wiedereinsetzung des Kreis- diretto^ *>t. Stammler in sein Amt als Kreisdireltor des Kreises AlSseld laden Bürger­meister Dr. Völsing und Oekonomierat Ko­re l l im Auftrage aller nationalen Vereinigun­gen und Verbände des Kreises Alsfeld auf Samstagabend zu einer öffentlichen Kund­gebung für den Kreisdirektor Dr. Stammler ein. Dachdem die nationale hes­sische Regierung das dem Kreisdirektor Dr. Stammler von der früheren hessischen Regie­rung zugcfügte Llnrecht wieder gutgemacht habe, wolle die Bevölkerung des Kreises Alsseld ihrer Freude und Genugtuung über dieses Ereignis auch in der Oessentlichkeit Ausdruck geben. Das soll am Samstagabend durch einen F a ck e l z u g zu Ehren des Kreisdirektors Dr. Stammler geschehen.

Oer Vogelsberg als Manövergelände.

c Schotten, 16. März. Gestern weilte ein Vor- kommando der Reichswehr hier, um Vorberei­tungen für eine in der Zeit vom 4. bis 9. Juli im Vogelsberg stattfindende große Hebung der Nachrichtenabteilung des Grup- penkom m andos Kassel zu treffen. Die Stabt wird eine Einquartierung von 40 Offizieren und über 200 Mannschaften nebst Musik erhalten. Die erste Einquartierung seit dem Kriege wird besonders herzlich begrüßt werden.

Gemeinderai in Schotten.

, Schotten, 16. März. In feiner gestrigen Sitzung genehmigte der Gemeinderat die Stadtrechnung und die Rechnung des Krankenhauses aus dem Jahre 1931. Die Rechnung weist einen guten Heberschuß auf. Die Frage Der <sicherste 1 - lung von aufgenommenen kurzfristi- gen kommunalen Darlehen durch Ver­pfändung von Gemeindegrundstücken, Waldbesitz, wie es von der Girozentrale bzw.derAkzeptbankBer- lin verlangt wird, soll nochmals geprüft werden. Man hofft auf eine baldige reichsrechtliche Regelung dieser für die deutschen Gemeinden so wichtigen Frage.

Gemeinderat in Büdingen.

wg Büdingen. 16. März. Aus der gestri­gen G e m e i n d e r a t s s i h u n g ist u. a. zu be­richten: Auf Antrag des Ratsmitgliedes Dr. Wittekind wurde die Strahenbezeichnung Deuenweg" inA d o l f - H i t l e r - E t r a ß e" umbencnnt Zur Finanzierung der Ausgaben für die Pflasterung der Hammer st raße genehmigte der Gcmeinderat den Verkauf der beiden Häuser in der Hammerstraße, sowie die eine Hälfte des Hauses Hindenburg-Straße 42. Der Bürgermeister wurde ersucht, von der Verwaltungsbehörde ein jachverständiges Gut­achten über die Erhebung von Straßenan- liegerkosten anzufordern. Die Bürger­meisterei wurde ersucht, hinsichtlich der Ar­beiten für die Stadt einen gleichen Ver­trag mit dem Verein zur Förderung des Freiwilligen Arbeitsdienstes abzu- schließcn wie er von der Fürstlichen Rentkammer algeschl ssen wurde. Dieser Vertrag ist dem Gemeind...ac z.r Genehmigung vorzulegen.

Oie Zusammenstöße in Eschenrod.

Eschenrod (Kr. Schotten), 17. März. Die polizeilia-e Llntersucyung uoer den Anlaß zu den Llnruhen in unserem Dorfe in der Dacht zum Mittwoch hat folgendes ergeben:

Vor gut Jahresfrist schwebte ein Gerichtsver­fahren gegen die Rechnerin der Raiffeisen-Genos­senschaft Frau Hahn, die des fingierten Dieb- stayls beschuldigt und nach mehrfachen Gerichts­verhandlungen zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt wurde, die sie aber bis jetzt noch nicht angetreten hat. Bei jenem Genossenschaftsskandal erlitten zahlreiche Ortseinwohner großen Scha­den, übrigens müssen sie nun auf Grund ihrer Haftung trotz der Schwere der Zeit erhebliche Zahlungen leisten, um die durch die unzulässigen Manipulationen verursachten Schäden zu decken. Die Geschäftsbücher der Genossenschaft sind bis auf den heutigen Tag verschwunden: es wird der Frau Hahn vorgeworfen, die Bücher be­seitigt zu haben. Wegen dieser ganzen Vorgänge besteht schon seit Monaten eine erhebliche Erbit­terung der Dorfbewohner gegen die Familie Hahn.

Am Mittwochabend war man unter der Ein­wohnerschaft übcreingekommen, die Frau Hahn wegen des Verbleibs der Geschäftsbücher erneut zu befragen, damit Klarheit in die Sache gebracht werden könne. Als einige Leute sich zu diesem Zwecke dem Hause der Familie Hahn näherten, wurden sie mit Steinen beworfen, außerdem gin-

Menge blieb ein Mann stehen, der von Hahn und einen Begleitern geschlagen wurde. Daraus ging die Menschenmenge gegen Hahn und seine beiden Begleiter vor, und im Verlaufe der Schlägerei wurden Hahn und Sohn und Schwiegervater in ihr Haus zurüctgedrängt. Wahrend bei dem nun folgenden Streit die Fensterscheiben des Hauses eingeworfen wurden, schossen Hahn aus seinem Jagdgewehr und sein Sohn aus einem Karabiner auf die Menge, zum Glück aber ohne zu treffen.

Zur gleichen Zeit kam ein anderer Sohn Hahns aus Wingershausen zurück und geriet in die Wenge hinein, mit der im Handumdrehen ein tätl.cher Streit im Gange war, in dessen Verlauf der junge Hahn aus einer. Revolver schoß. Auf die Hilferufe des Sohnes eilte der Vater mit dem Jagdgewehr herbei und schob ebenfalls auf feine Gegner, im gleichen Augenblick wurde aber auch auf Hahn und feinen Sohn geschossen, wobei der Vater Hahn einen Steckschuß in den rechten Oberschenkel und der Sohn einen Schuß durch die Wade erhielt- Dunmehr fand die tät­liche Auseinanderfehung ihr Ende.

Die beiden Verletzten wurden nach Schotten in das Krankenhaus übergeführt. Eine als Täter verhaftete Person ist mittlerweile wieder frei- gelassen worden. Die Angelegenheit unterliegt noch der weiteren Untersuchung

Landkreis Gictzcn.

$ Alten-Duseck, 16. März. Am Mittwoch­abend hielt der hiesige O b st b a u v e r e i n in der Wirtschaft von Otto Rabenau feine Generalver- fammtung ab. Der Vorsitzende Gruber be- | grüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder uru) berichtete über das abgelaufcne Geschäftsjahr. Anschließend h elt Lbstbauinspektor C n k l e r einen lehrreichen Vortrag überSortenwahl und Schäd­lingsbekämpfung". An Hand zahlreicher Verspiele und statistischer Feststellungen bewies der Red­ner in überzeugender Weise, daß die geringen Kosten für mehrmaliges Bespritzen der Obstbäume sich reichlich bezahlt machen durch ein bedeutend höheres Ergebnes an erstklassigem, leicht verkäuf­lichem Obst. Das lebhafte Interesse und die zu- stemmenden Aeußerungen der Zuhörer lassen Sof­fen, daß die wertvollen Ratschläge des Vortragen­den nicht unbeachtet bleiben werden.

-.- Watzenborn-Steinberg, 16. März. Gelegentlich des 65. Stiftungsfestes des hiesigen GesangvereinsGermania", über das wir bereits berichteten, wurden für 25jährige Sängertätigkeit folgende Dereinsmitglieder vom Lahntal-Sängerbund durch Lieberreichung einer Ehrennadel ausgezeichnet: Karl Andermann, Ludwig Fink, Ludwig Jung I., Ludwig Jung 11., Karl Kolmer, Karl Schmandt, Louis Schmandt, Ludwig Schmitt, Heinr.ch Seibert, Georg Som- mer VI., Karl Weiß. Der Abend wurde ferner durch Vorträge des Heimatdichters Georg Heß, Leihgestern, verschönt.

I Leihgestern, 16.März. Im Mittelpunkt unseres zweiten Männerabends stand ein Vortrag des stud. med. vet. Holz aus Windhuk mit dem Thema:Deutsch-Südwest". Ausgehend von der Zeit des Krieges, in dem 4000 Deutsche 80 000 Buren und Engländern gegenüberstanden, erzählte der Redner von dem Leben der 15 000 Deut­schen, die heute unsre ehemalige Kolonie bewohnen. Als Kaufleute, Handwerker und Beamte in der Stadt, oder als Farmer draußen auf dem Lande, zusammengeschlossen in Turn-, Gesang- und Schüt­zenvereinen, pflegen sie eifrig das Deutschtum und haben nie daran gedacht, die alte Fahne Schwarz­weißrot abzuschaffen. Die Farmer auf ihrem 500 bis 600 Hektar großen Besitztum mit einer Vieh­herde von 600 Stück, leben nur von diesem Er­werbszweig. Landwirtschaft gibt es nicht in unse­rem Sinn, Kartoffeln und Getreide werden einge- führt. Die früher blühende Diamant-Industrie liegt seit drei Jahren still. Dafür wird in Kupfer-, Zinn- und Zinkminen gearbeitet. Daß die Deutschen ihre eignen Schulen haben, ist selbstverständlich. Wie Überall in den ehemals deutschen Gebieten, hat auch in Südwest die Kirche eine große Bedeutung. Seit etwa 1900 in eignen Kirchengemeinden vereinigt, ist heute die südafrikanische Synode unter Leitung von Propst Ewers der preußischen Landeskirche angeschlossen. Eine Reihe guter Lichtbilder, darunter auch die Christuskirche in Windhuk, ließ die Zu­hörer einen Blick tun in das Leben unsrer deutschen Brüder, die im Kampf um ihr Deutschtum, wenn auch jetzt unter englischer Flagge, die Hoffnung auf Zurückgewinnung Der Kolonie nicht aufgeben. Mit Dank an den Redner und an Rektor Lotz, der den

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