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Aus der Provinzialhauptstadt
10.10
Oas HilfSwerk unserer Garnison.
an klingen läßt.
Buntes Allerlei
Schafft Lebensmut und neue Hoffnung durch die Winiernothilfe.
die das
er des der
Sprechstunden der Nevaktion.
11.30 bi» 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samslag nachmittag geschloffen.
Rundfunkprogramm
des Frankfurter EenderS.
(Qlud der „'Xabio-ilmTdxxu*'.)
Mittwoch, 18. Januar.
stellungsart ist anscheinend Buchdruck. Für die Aufdeckung der Falschmünzerwerkstatt und dahinführende Angaben hat die Reichsbank eine Belohnung bis zu 3000 Mark ausgesetzt.
allmählich trat der komische Dichtertl)pus immer mehr zurück. Zu Anfang unseres Jahrhunderts, als man anfing, die Zeit vor hundert Jahren in einem verklärten Lichte zu fehen, wird aus dem schwäbischen Dorsschulmeisler ein allgemein deutscher Der treter der geruhsam-bescheidenen Zeit, die nach den Erschütterungen der Revolutionsepoche eine in sich geschlossene, echt bürgerliche Kultur schuf. Der Begriff des Biedermeierstils findet zunächst für das Kunstgewerbe der Epoche um 1830 Anwendung und wird in der Malerei durch die Deutsche Jahrhundertausstellung von 1906 geklärt, in der die füllen Meister dieses liebevoll-innigen Realismus besonders eindrucksvoll hervortraten. Der Roma» läßt Bilder aus dieser Periode entstehen, und der erfolgreichste Verkünder der alten Biedermeier Stimmung, Georg
Unregelmäßigkeiten beim Sreitvi lrgen Arbeitsdienst.
WSR. Limburg, 14. San. Das hiesige Arbeitsamt stellte bei Prüfung des Arbeitsdienstes in Löhnberg (Oberlahnkce.s) fest, das; durch den dortigen Führer Ar bei ts- dienstwillige nicht nur stundenweise, sondern ganz: Tage von der Teilnahme an der Arbeit befreit wurden, um P r i v a t g e s ch ä f t e z u erledigen. Er führte diese Leute in seinem Schichtbuch weiter, so daß dir vom Arbeitsamt g.wä^r.e Vergütung o) c Ab ug zur Auäzac^ung g lanzte. Die Arbeit wurde sofort ein« gestellt. Gegen den Führer des Arbeitsdienstes wurde Bet rugsanzeige erstattet.
Revision im Prozeß Stubenrauch.
Frankfurt a. M., 16. Jan. (MSN.) Gegen das vom Schwurgericht gefällte Urteil im Prozeß Stubenrauch und Genossen hat die Staatsanwaltschaft in vollem Umfange Berufung eingelegt, also sowohl hinsichtlich der Verurteilung Stubenrauchs wegen Totschlags als auch hinsichtlich der Freisprechung von Arzt und Eich.
blick über die Probleme des „literarischen Biedermeier", in dem er auch die Entstehung dieses Namens eingehend behandelt. Der Vater des Biedermeier ist der satirisch-humoristische Dichter Ludwig Eichrodt, der in seinem Briefwechsel mit dem bekannten Arzt Adolf Kußmaul zuerst am 2. Juni 1853 bei der Besprechung eines gemeinsamen Bandes Gedichte von „Biedermaier" spricht. In seinem 1853 veröffentlichten Literatursatiren „Gedichte in allerlei Humoren" erscheint Herr „Biedermeier" in der deutschen Literatur, aber in weitere Kreise drang die Gestalt erst 1855, als die von Eichrodt und Kußmaul zusammengestellten Biedermeierlieder in den „Fliegenden Blättern" erschienen. Der Dame ist eine bewußte Abwandlung des von Th. F i s ch e r geprägten Scherz- und Decknamen „Sdjartenmaper", der mit dem Begriff des Biedermannes verknüpft ist. Die Zahl der Figuren, deren Namen irgendwie mit „Meier" zusammenhingen, war in den „Fliegenden Blättern" sehr groß, und so ist der Biedermeier nur einer von vielen, der aber als einziger sich dauernd Geltung verschaffte. Der Typus des „Biedermaier" wurde dann von Eichbrodt 1869 in feinem „Buch Biedermaier" an der Gestalt des schwäbischen Dorfschulmeisters Samuel Friedrich Sauter erläutert, des Lehrers und Poeten von Flehingen und Zaisenhausen, der „bei einer kärglichen Besoldung in dem tiefen Schacht seines einfachen, redlichen und heiteren Schwabengemütes die köstliche Quelle findet, die ihm die Sorgen des Familienlebens, die Lasten des Berufes und die Eintönigkeit feiner dörflichen Umgebung tragen und verschönern hilft und ihn ohne Krankheit und ohne Groll gegen Gott und König 80 Jahre alt werden l" Die gemütliche Biederkeit eines kindhaft-zufrieden- befdjräntten Gemütes steht hier neben der ungewollten Komik eines naiven Versefchmiedes, aber
reitstehenden großen Topf und wiederholte während der nächsten Viertelstunde das gleiche Manöver auch an der Goetheschule in per Westanlage, so daß gegen 12.30 ülhr über 120 Kinder mit dem vorzüglich zubereiteten Essen versorgt waren.
Zur ersten Cssenverteilung fanden sich die Leiter der einzelnen Schulen ein. Der Schularzt, Prof. Dr. Brüning, Bürgermeister Dr. Seid und Schulrat Fischer waren ebenfalls anwesend. Für das Bataillon erschien Oberzahimeister B o d, der das Hilfswerk in erster Lmie organisieren half, für das Wohlfahrtsamt Amtmann K e i tz e r, sowie Vertreter der Presse.
Allgemein sprach man sich mit großer Freude darüber aus, daß dieses hilsswerk unserer Garnison auch in diesem Jahre wieder zu- siandegekommen ist. von der Notwendigkeit dieser Hilfsmaßnahme konnte man sich augenfällig genug überzeugen.
Es ist notwendig, zu betonen, daß an dieser Kinderspeisung nur diejenigen Kinder teilnehmen | können, deren Bedürftigkeit aus der Familie heraus, wie auch von ihrem Ernährungszustand her- gcleitet, feststeht. Sn der Zusammenarbeit von Schularzt, Schulleitung und Wohlfahrtsamt wurde sorgfältige Auswahl getroffen, damit unter allen Llmständen jene Kinder in den Genuß des Mittagsessens kommen, die dessen unbedingt bedürfen. Die Güte der verabreichten Speisen ist hervorragend. Man ist mit großem Verantwortungsbewußtsein an der Arbeit. Allen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften unseres 'Bataillons gebührt für dieses Liebeswerk herzlichster Dank.
Der Speisezettel für diese Woche.
Für diese Woche gilt folgender Speisezettel:
Dienstag (heute): Rindfleisch und Schweinefleisch mit Schnittbohnen und Kartoffeln: Mittwoch: Rindfleisch mit Reis: Donnerstag: Milchreisbrei mit Mirabellen; Freitag: Schweinefleisch mit Linsen und Kartoffeln; Samstag: Milchgriesbrei mit eingemachten Kirschen.
Herr Biedermeier als Zorschungsobjekt.
Neue Untersuchungen über einen geistigen Typus des 49. Jahrhunderts.
Herrn Biedermeier hat man _ Restaurationsepoche bezeichnet, in dem ja alle fortschrittlichen Strömungen besonders stark unterdrückt wurden und den Dichtern ein gemeinsamer Zug der Resignation eigen ist. Als Klassiker dieses öfterrei« chifchen Biedermeier sind Grillparzer und Stifter zu nennen. Aber auch im übrigen Deutschland mündete die Romantik in eine stille Beschaulichkeit, in der Dichter und Künstler sich ganz in ihre Träume und Liebhabereien einsponnen, bevor die revolutionären Trompetenstöße des „Jungen Deutschland" den Dichter auf die Barrikade riefen. Als einen charakteristischen Zug dieser Epoche hot man die Freude am „Sammeln und Hegen" bezeich net, die Neigung zu einer milden anspruchslosen Weltbetrachtung, in der Resignation und strenge Sittlichkeit, Lehrhaftigkeit und Demut, Ehrfurcht und Zurückhaltung in Fragen der Politik und Reli gion vorwalten. Ihren Höhepunkt erreicht diese Enl Wicklung in dem Jahrzehnt von 1830 bis 1840, in dem die wichtigsten Werke des literarischen Biedermeier erschienen. Aber wenn man das Biedermeier als Zeitbegriff auffaßt, dürfen die tragisch-pessimistischen Züge nicht verkannt werden, die hinter der erzwungenen Entsagung dunkel und unheimlich ausleuchten. Besonders die Gestalt Georg Büchners umfaßt alle Elemente dieses Biedermeierstils, der auch verzweifelten Weltschmerz und bittere Ironie
Menbahnbaulen als Arbeitsbeschaffung
Umbau des Bahnhofs Gießen vorgeschlagen.
Die Feldküchen unseres Bataillons sind in dcn Straßen der Stadt eine seltene Erscheinung. Sn den nächsten Wochen und Monaten wird man diesem Fahrzeug öfters in der Stadt begegnen, und zwar um die Mittagszeit, wenn sich eine feine Spur von Dampf aus dem Kassel in die kalte W'.nterlust windet und schmackhaften Sn» halt vermuten läßt. Es ist für die Kinder! Für unterernährte Kinder, deren es leider auch m unserer Stadt viele gibt.
Bevor die bedürftigen Sinder das Schulhaus verlaßen, fallen sie eine kräftige Mahlzeit erhalten,
so daß jenen Müttern, die täglich mit der Sorge um den Mittagstisch belastet sind, nicht hungrige Kinder nach Hause kommen, sondern Kinder, die (wie in einem bekannten Märchen) ihren Müttern erzählen können: „Sch bin so satt, ich mag fern Blatt, mäh, mähi"
'So soll es sein und s o dachten es sich sicherlich auch die Soldaten unseres Bataillons, als in diesem Sahre wieder die Aufforderung an sie erging, einen kleinen Beitrag zu stiften, um •
120 Kindern drei Monate lang ein warmes, kräftiges Mittagesten geben zu können.
Da schlost sich niemand, ob Offizier, Unteroffizier oder Grenadier, aus. So konnte das Hilfswerk auch jetzt wieder in Angriff genommen werden, und cs läßt sich, so weit man bisher übersehen kann, auch im gedachten Umfange durchführen.
Gestern mittag wurden die ersten Portionen ausgegeben. Zuerst fuhr die Feldküche mit ihrem lieblich duftenden Snhalt — es gab Erbsensuppe mit einer anständigen Portion Schweinefleisch an der Schillerschule vor. Ein großer 2,opf wurde gefüllt, in den Speiseraum der Schule gebracht, und als die Glocke 12 ilfjr schlug, Hub ein großes Schmausen an. Es schmeckte all den Mädchen der Schillerschule, die am Mittagessen teilzunehmen ausersehen waren, ausgezeichnet, und bei einem großen Teil der kleinen hungrigen Gäste mußte die Schüssel nachgefüllt werden. Die Feldküche fuhr indessen weiter, machte an der Pestalo^zischule Halt, füllte dort den be-
D a r m ft a b t, 16. Jan. (WSN.) Der hessische F i n a n z m i n i st e r hat an den Reichskanzler und die zuständigen Reichsministerien, sowie an den Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung ein Schreiben gerichtet, in dem auf die Bedeutung von Eisenbahnbauten im Rahmen des S o - fortprogram ms für Arbeitsbeschaffung nachdrücklich hingewiesen wird. Das Programm der hessischen Regierung enthalt keine neuen Eisenbahnli. ien, weil hierfür zwar eine Reihe von Wünschen und auch dringendes Bedürfnis festgestellt werden konnte, die Er- tragssähigkeit solcher Neubauten aber zur Zeit leider nicht gegeben ist. Es sind deshalb
lediglich Umbauten, Erweiterungen und sonstige Verbesserungen bestehender Anlagen
in das Programm ausgenommen worben, von denen angenommen wird, daß sie vom Standpunkt des Verkehrs und des Betriebs heute zum minbeften bringenb erwünscht, wahrscheinlich aber in naher Zukunst unbedingt erforderlich sein werden. Die Verwirklichung der Vorschläge der hessischen Regierung wird von der Reichsbahnverwaltung keine Betriebszuschüsse erfordern, sondern im Gegenteil durch Verbesserung des Betriebs entweder unmittelbar ober mittelbar Ersparnisse an Betriebskosten ermöglichen. Die volkswirtschaftliche Produktivität der Vorschläge ist hiernach durchaus vorhanden.
Neues Leben
im alten Shakespeare-Theater.
Seit jenem unseligen Märztage des Jahres 1926, da das alte Shakespeare-Theater in Stratfort-on- Avon in Flammen aufging, ragten die dachlofen Ruinen am Ufer des Flusses empor. Nunmehr sollen sie in die Errichtung einer neuen Versammlungshalle mit einbezogen werden; die Entwürfe dazu stammen von den Architekten Scott, Chesterton und Shepherd, die auch das neue Shakespeare- Theater erbaut haben. Alle Shakespeare-Freunde werden diese Nachricht mit Befriedigung vernehmen, wenngleich man oft genug den Rokoko-Bau bes alten Theaters unb seinen Ueberfluß an schlecht gewählten und schlecht ausarnmenpassenden Schmuckteilen verspottet hat. Erinnerung an viele Kunstgenüsse sind mit dem ersten Shakespeare-Theater verknüpft. Es mürbe auf dem Platze des ehemaligen hölzernen Rui. baus errichtet, der beim Garrick- Jubiläum im Jahre 1769 benützt wurde. In der Eröffnungsvorstellung im Jahre 1879 traten chier Helen Faucit und Barry Sullivan auf. Sieben Jahre später begann hier der junge Schauspieler Frank Benson mit seinen Festspielen in Stratford, die später so berühmt wurden. In den Jahren zwischen 1886 und 1916 fehlten die „Bensonians" nur viermal bei den Festspielen. Fast alle Dramen Shakespeares wurden hier bargeftellt und die meisten berühmten Schauspieler des Landes haben in dem kleinen Theater gespielt. 2lber auch ausländische Künstler von Ruf sah es in seinen Mauern. So spielte hier Sarah Bernhardt im Jahre 1899 ihren
I berühmten „Hamlet". Der Krieg unterbrach die Reihe der Festspiele. Erst 1919 konnten sie wieder ausgenommen werden unb gelangten zu ihrer früheren Berühmtheit. Der Brand des Theaters im Jahre 1926 machte ihnen vorübergehend ein Ende, bis sie im neuerrichteten Shakespeare-Theater wieder ausgenommen werden konnten. Durch den Umbau in eine Versammlungshalle soll ein großer Saal, der etwa 400 Personen fassen kann, gewonnen werden; ferner wird ein gleichgroßer in dem ersten Stockwerk geplant. Andere Raume sollen sur Ausstellungen dienen, die sich mit den Werken Shakespeares und andern theatergeschichtlichen Ge-
I genständen befassen.
Oie verschwundene Oemoisette.
Die französische Akademie hat in Wahrnehmung ihrer Pflichten als Hüterin der französischen I Sprache soeben beschlossen, daß das Wort „De- moisclle“ aus dem Sprachschatz verschwrnden soll. Die Ursache dafür ist, daß das Wort heute Nicht mehr seine alte Bedeutung besitzt. Es war früher nicht nur ein Ehrentitel, sondern es diente zur Beschreibung solcher jungen Damen, die in einer anderen Zeitepoche ganz Anstand und Schüchternheit waren. Die „Unsterblichen" sind sich darin einig, daß es heute keine jungen Leute gibt, die dieser Bezeichnung entsprechen. Die „Demoiselle“ besah in einem hohen Grade die Fähigkeit, zu erröten. Sie trank nur Limonade, Milch, und in Ausnahmefällen See. Die junge Dame unserer 1 Tage trinkt Cocktails, raucht und nimmt für sich
Donnerstag, 19. Januar.
7.25 Uhr: Friihkonzert erwerbsloser Berufsmusi- fer Kassel. 12: Mittagskonzert I des Rundfunk- Qrchestcrs. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30 bis 16.30; Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert. 18 25: Zeitfragen. 18.50: Vortrag von Oberschulrat Has singer. 19.20: „Neues aus aller Welt", Vortrag von Prof. Dr. Walter Behrmann. 19.30: Unterhattui gs konzert. 20.35: Cello-Konzert. 21: P illau. Em Städtebild von der Ostsee. 22.15 bis 23: I. Brahms (1833—1897) Lieder und Klavierstücke.
Das hessische Programm umfaßt zunächst eine ; Reihe von kleinen Erweiterungen, Bauten und Verbesserungen bestehender Anlagen
im Gesamtbetrag von rund 7 Millionen RM.
Hierin ist insbesondere enthalten das Projekt der kreuzungsfreien Einführung der Perfonenzug-Glene von Wiesbaden in den Hauptbahnhof Mainz, die Verbesserung der Gleisentwicklung bei dem Zusammenschluß der Strecken Mainz—Worms und Mainz—Darmstadt am Bahnhof Mainz-Süd, die Beseitigung von Gleiskreuzungen bei der Betriebs- stelle Kostheim und ferner der Umbau des Bahnhofs Darmstadt-Ost. Außerdem wird angeregt einen Kostenbeitrag von rund zwei Millionen RM. auf- zuwenden zur Beseitigung schienengleicher Ueber- roege, um die hier seit langem bestehenden Mißstände zu beseitigen.
Vorgesehen ist weiter eine Reihe größerer Bahnhofsumbauten, namentlich des Bahnhofs Gießen und des Bahnhofs Kästet
Auch die Elektrifizierung der Strecke Frankfurt- Bafel wird nachdrücklich gefordert.
Alle Projekte sollen nach dem Wunsch der hessischen Regierung möglich st bald in Angriff genommen und im Interesse bes Verkehrs, wie auch ber Arbeitsbeschaffung auf schne11stem Wege burchgeführt werden.
all jene Freiheiten in Anspruch, die ihren Brüdern gewährt werden. Von jetzt ab gibt es also keine „Dcmoiselles“ mehr in Frankreich, sondern nur noch „jeunes filles“ (junge Mädchen).
Aus der Suche
nach einer verlorenen Kultur.
Eine Expedition, die von der Britischen Schule für Archäologie im Irak ausgerüstet wird, bricht soeben auf, um in Arpachijah, 6' _> Kilometer östlich von dem biblischen Rinive, am oberen Tigris Grabungen vorzunehmen. Sie beabsichtigt, die einzige bekannte vorhistorische Ansiedlung im nördlichen Mesopotamien blohzulegen, bie Heberte ft e aus dem 5. Jahrtausend v. Ehr. auf einem weiten Gebiet besitzt. Man hofft, eine verschollene Kultur hier ans Tageslicht zu bringen, die älteste in dieser Gegend, durch die man neue Ausblicke auf die Geschichte Rinives gewinnen teilt Es handelt sich um eine Zeitperiode, d e wenigstens so früh ist wie die archaischen Funostätten in Ur, Kisch und Erech; die sogenannten vorsintflutlichen Töpfereien und die auf der Erdoberfläche in Arpachijah gemachten Funde sind jenen ähnlich, die in der Tiefe einer Grube in Rinive selbst gemacht wurden, sehr tief unter jenen Schichten, welche die ersten Einführungen ähnlicher Keramiken, wie sie in ilr gefunden wurden, zeigen. Die Expedition wird unter der Leitung von M. E. L. Mallowan stehen, der während sechs Ausgrabungs-Perioden bei den Forschungen Wooleys in Mr geholfen hat.
Eva und die Schlange.
In London gibt es ein Kaufhaus, das vom Keller bis zum Dach mit den Häuten von 500 000 Schlangen gefüllt ist, die alle um Evas Eitelkeit willen ihr Leben haben lassen mußten. Einen Besuch in diesem seltsamen Handelshause schildert Montague Smith in einem Londoner Blatte. Ein langer Derkaufskatalog, die sog. „Reptilien- Liste", gibt Auskunft über die exotischen Gäste dieses Hauses. Etwa 20 Arbeiter sind unermüdlich damit beschäftigt, die Häute der toten Pythons, der Kobras, der Klapperschlangen zu zählen und zu sortieren. Ein einziges Schiff wird demnächst 13 000 Pythons unb 51 000 Eidechsenhäute in einer Ladung in den Londoner Hafen bringen. Im Vorjahre betrug die Einfuhr von Reptilienhäuten aus Südamerika 4 Millionen, aus Afrika 2 Millionen und aus Indien 1 250 000. Die aus Afrika eingeführten Python-Häute allein bedecken eine Strecke von über 300 Kilometer. So lebhaft die Rachfrage auch ist, vermögen ihr doch die steigenden Lieferungen Genüge zu tun. Die Einge- oorenen in allen Teilen der Welt werden von Jahr zu Jahr geschickter im Fangen der wilden Reptilien, so daß noch kein Bedarf nach den in Schlangenfarmen gezogenen Tieren ist. Man hat zwar in einem Wikinger grabe, aus der Zeit um 1000 n. Ehr. einen Deutel aus Eidechsenhaut gefunden; doch stammt der eigentliche Riefenhan- del mit Reptilienhäuten erst aus der jüngsten Zeit.
Hermann, vertieft neben anbern bie tulturgc ichichtliche Erkenntnis bes „Biebermeier". Welche Bedeutung aber biefer Begriff auch für Literatur der Jahre von 1815 bis 1848 besitzt, hat erst in neuester Zeit bie Erforschung zu grünben begonnen. Als bas klastische Land ' bas Oesterreich
echten Noten. Es besteht aus zwei zusammenae- fügten Blättchen. Die Pflanzenfasern fehlen. Auf ber Dorberfeite ist bas weibliche Bildnis auffallend schwärzlich verwischt, die Ueberschriftung ist mehr schwarz als braun und dicker gedruckt. Im Worte „August" sind die „u" Buchstaben oben geschlossen, d. h. wie „»"-Buchstaben wiedergegeben. Die Her-
Das Biedermeier ist uns heute als kulturgeschichtlicher Begriff für eine bestimmte Epoche geläufig, etwa für die Zeit der Restauration von 1815 bis zum „tollen Jahr", 1848, in der sich die „Stillen im Lande" tatenscheu in die Enge eines idyllischen Lebens zurückzogen. Die wissenschaftliche Erforschung dieses Begriffes, die erst vor kurzem eingesetzt hat, zeigt aber, daß Herr Biedermeier ein Doppelgeficht besaß, daß er nicht nur der friedliche Spießbürger war, sondern auch tragische Züge aufweist, die bisher über seiner glatten Behäbigkeit zu. wenig beachtet wurde. In der „Germanisch-Romanischen Monatsschrift" gibt einer der eifrigsten Erforscher des Biedermeiers, Dr. Rudolf M a j u t, einen lieber»
Provinzia'ausfchuß-Sihung.
Der Provinzialausschub der Provinz Oberhessen erkannte in seiner ösfentlichen Sitzung am vergangenen Samstag zu Recht, unbegründet kostenpflichtig z u r ü ck z u w e i s e n .
DiL Beschwerde der Anna Bindewald in Dorheim gegen, den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 26. Mai 1932 wegen Versagung £r Erlaubnis zum Handel von Milch; Streitwert: 200 Mk.;
die Berufung der Schneiderin Margarete Schuchmann geb. Hahn in Groh-Eichen gegen den Bescheid des Kreisausschusses des Kreises Cießen vom 9. August 1932, durch den die Genannte für bürgersteuerpflichtig erklärt wurde; Streitwert 4,50 Mk.;
b'.c Klage des Bezirks>urso.geverbandes München gegen den Tezirkssünorgeoerband des Kreises Friedberg wegen Erstattung von Fürsorgekosten für Wilhelm Eckstein aus Beerfelden.
In der Klage der Hessischen Handwerkskammer in Darmstadt gegen den Bescheid des Kreisamts Lauterbach vom 8. August 1932, durch den die Firma Heiliger, Lauterbach nach § 104 o Abs.2GO. als nicht eintragungspflichtig (in die Handwerksrolle) erklärt wurde und demgemäß von der Zahlung der Handwerkskammerbeiträge befreit ist kam vor dem Provinzialausschuß ein Vergleich auf folgender Grundlage zustande: „Sie Firma Heiliger in Lauterbach erkennt ihre Verpflichtung zur Zahlung der Handwerkskammerbeitrage für die Jahre 1930 und 1931 an. Die Handwerkskammer verzichtet für 1932 auf Eintragung in die Handwerksrolle. Sie wird die Frage der Eintragung erneut prüfen, wenn sich die Verhältnisse derart ändern, daß nach ihrer Auffassung der Betrieb als handwerksmäßiger Betrieb anzusehen ist. Beide Parteien übernehmen die Gerichtskosten je zur Hälfte. Die persönlichen Kosten werden aufgehoben."
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*♦ Falsche Zwanzig - Reichsbanknoten in Umlauf. Kürzlich ist wieder eine neue Nachahmung ber Reichsbanknoten über 20 Mark der Ausgabe vom 11. Oktober 1924 ungehalten worben. Die Kennzeichen biefer Scheine sind fol- genbe: Das Papier ist gering dicker als bei ben
7.25 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten.
bis 10.41): Schulfunk: Drei Städte. Hörbilb Leitung: Paul Laven. 12: Mittagskonzert auf Schall- platten. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten. 15.15 bis 16.15: Stunde ber Jugenb: 17: Nachmit- tagskonzert bes Rundfunk Orchesters. 18.25: Vortrag. 18.50: Zeitfunk. 19.30: Erlebte Zeit. Adolf I Stoltze. 20: Von Berlin: Reichsgründungsfeier. 21: Festliches Konzert zur Reichsgründungsfeier.


