Ausgabe 
15.12.1933 Drittes Blatt
 
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Reichsstatthalier Sprenger beim Gießener OsfijlertorpS.

Gestern hatte dos Offizierskorps des 1. (Hess.) Grenaülerbcuaitlons 15. Jns.-Rgts. die hohe Ehre, den Herrn Reichsstatthalter Lprenaer als Gast zu begrüben. Der Herr Reichsstatthaller, in dessen Begleitung sich Staatsminister Jung, der Perso- nalreferent Direktor Löewer, der Lanbessuhier der Polizei. Oberstleutnant Jacobsen und die Adjutanten Dreher und Stöhr befanden, über­reichte dem Ofsizierkorp, der einzigen hessischen Garnison zum Ausdruck der engen Verbundenheit des Führers und Kanzlers mit der Armee ein Bild de» Führers.

Uni,o»men und Abzeichen für Amts­walter der politischen Oroanisalion. Gauleiter Sprenger hat an alle Stellen, die sich mit der Herstellung von Uniformen für Amts­walter der Politischen Organisation und mit dem Berkaus von Abzeichen der P. O. beschäftigen, fol­gende Verfügung herausgegeben:

Die Stosse für die neue Amtswalter-Uniform (hellbraun) und Amtswalter-Mäntel (braune Färb- tonung) werden geliefert. Reue Abzeichen sind zu erwarten. Ich mache darauf aufmerksam, daß die in Vorstehendem bezeichneten Uniformteile, ebenso wie die bisher für Amtswalter geltenden, nur an Amtswalter der Politischen Organisation gegen Vor­zeigung eines Amtswalter-Ausweises der Gau- bzw Reichsleitung (mit Stempel und Unterschrift) Der- kaust werden dürfen. Dabei dürfen nur die Rang, abzeichen geliefert werden, die dem auf der Rück, feite des Ausweises angegebenen Rang entsprechen.

Da die Ausstellung der Ausweise noch eine ge­wisse Zeit in Anspruch nimmt, wird bis auf wei- teres zugelassen, daß Uniformteil« und Abzeichen der Politischen Organisation an Amtswalter gegen Vorzeigung einer oorläusigen Bescheinigung der Sustandigen Ortsgruppe bzw. Stützpunkt, des Krei- es oder des Gaupersonalamtes geliefert werden Offen.

Bei Zuwiderhandlungen, ganz gleich ob durch den Inhaber oder einen feiner Angestellten, wird der betreffenden Verkaufsstelle bzw. Schneiderei die Verkaufsaenehmigung sofort entzogen und noch oor- handene Langerbestände werden beschlagnahmt."

Rraft durch Freute "

Ein Ausruf de» Bezirksieiler» der Deutschen Arbeits­front. Gaubetriebszellenleiter Pg. Milli Becker.

Frankfurt a. 7N.

An alle Parteigenossen und Angehörige der RSBO., an alle deutschen Volksgenossen in Hessen und Hessen Nassau, die auf dem Gebiet der Kultur, der Schönheit und bildenden Künste, des Sports und des Wanderns, der Volksgesundheit und der Jugendoflege bereit find, in der nationalsozialisti­schen GemeinschaftKraft durch Freude" mitzu­wirken, ergeht die Bitte, sich schriftlich bei mir zu melden. Den Bewerbungen ist ein kurzer Lebens­lauf mit Photo beizufügen, Partei- bzw. NSBO.- Nummer (bzw. Nachweis der Mitgliedschaft in der Deutschen Arbeitsfront) ist anzugeben.

Frankfurt a. M., 14. Dezember 1933.

gez. Willi Becker M. d. R.

Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront Hesien und Hessen-Nassau

Gaubetriebszellenleiter

Vas neue Aoreßbuch.

Die Brühl'sche Unioersitäts-Buch- und Stetn- druckeret R. Lange in Gießen hat jetzt das Adr- buch der Stadt und des Kreises Gießen " 1 9 3 3 herausgebracht. Von der Bevölkerung in Sattd und Land, insbesondere von der Geschäfts­welt, erwartet und immer dringlicher gefragt, kommt das neue Adreßbuchwerk gerade noch zur Zeit, um dem Geschäftsmann, aber auch vielen anderen Hausvätern auf den Weihnachtstisch gelegt zu werden.

Der Verlag hatte bei der Herausgabe des neuen Adreßbuches infolge der Umgestaltungen im öffent­lichen Leben sowohl auf personellem, wie auch auf sachlich-organisatorischem Gebiet mit vielfachen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dieser Umstand hat die Fertigstellung zwar verzögern, es ab^r in sei­nem Wert für die Allgemeinheit nicht beeinträchtigen können.

Das Buch bietet die Einwohner- und Firmenver­zeichnisse von 7 Städten und 74 Landgemeinden des Kreises Gießen mit etwa 100 000 Einwohnern. Der Stadlplan von Gießen ist bis auf die letzten Stra- henanlagen ergänzt. Aus dem Inhalt des neuen Adreßbuches ist folgende» hervorzuheben: Es ent­hält im Anschluß an die Inhaltsübersicht eine Ge­brauchsanweisung, ferner ein Verzeichnis der in der Gcschästsftelle des Adreßbuchoerlags zur kostenlosen Einsichtnahme für jedermann ausliegenden Adreß­bücher, anschließend Jubiläumtaseln Gießener Unter­nehmungen mit den seit 100, 75, 50 und 25 Jahren bestehenden Firmen. Im Abschnitt I finden wir verzeichnet die Behörden, Universität, Schulen, Kir­chen, Neligionsgemeinden, sonstige Anstalten. Ein­richtungen und dergl., die UnfaUmelbefteUen, Not- ruf, Aerzteverzeichni» Konsulate, Sachverständige, Bücherrevisoren, da» Adressenmaterial der NSDAP, der Deutschen Arbeitsfront, der Verbände, Innun­gen. Vereine und Kassen. Im Abschnitt II ist das alphabetische Firmen- und Einwohnerverzeichnis der Stadt Gießen enthalten. Abschnitt 111 bringt das Verzeichnis der Straßen und Häuser von Gießen. Abschnitt IV enthält da» Handels und Gewerde- verzeichni» der Stadt Gießen. Im Abschnitt V sind die Orte des Landkreises Gießen mit genauer Be­hörden- und Einwohnerangabe enthalten Als An- läge zu dem Adreßbuch erhält der Bezieher den ©ieftener Stadtplan und den Staöttheaterplan

3;i'on aut biefer Ueberficht über den Inhalt des neuen Adreßbuches ist ersichtlich, daß man es hier wieder mit einem in großzügiger Weife ausgestalte, ten Verlagswerk ju tun hat, das den vielseitigsten und weitgehendsten Ansprüche in vollem Ausmaß genügen wird Nimmt man noch hinzu, daß der Verlag, den Zeitverhältnissen entsprechend, den Preis für da» neue Adreßbuch bei Vorausbeftellung um 2 Mark gegenüber dem Preis der lebten Ausgabe gesenkt hat, dennoch aber seine Leistungen bietet, so empfiehlt sich da» Buch in doppelter Hinsicht: einmal durch seinen Wert, zum anderen durch den Prei».

Es wird ein unentbehrliches Hilfsmittel de» Ge- fchäftsmanne» und ein wertvoller Berater aller Haushaltungen fein.

NS'Dolkswohlsahfi Sießen-Süd.

Am Montag 18. d M, findet keine Sprech- stunde statt.

Heil Hitler! Friedel, Drtsgnippernrmiter

Arbeit schafft Doh'stand*

Die schön klingt dieser Satz' Und wie gern (eben wir nach lein#r W<;«».-o* » ho nibf m unter

uns immer noch Boltsflenoiien. bene» bte Erfüllung diese» Ausspruches versagt ist, Wohlstand zu er­leben, da ihnen ja die Voraussetzung dazu. Ar- beit, fehlt. m ,, ,

Wenn aber im Dolksganzen einzelne lewen, so leidet auch das Ganze. Und um dem abzuhelfen. um zur Gesundung Deutschland», zu Arbeitsmog- lichketten für alle Deutschen, zum Wohlstand unseres Vaterlandes beizutragen. wurde die große national- sozialistische Arbeitsbeschaffungslotterie gegründet. Die macht es einem jeden Deutschen fastspiele- risch" leicht, mit geringer Geldausgabe denn das Los kostet nur eine Mark zu neuer Arbeite- Möglichkeit beizutragen. Deutschland von Lrbeits- losigkeit zu befreien.

Eine große Aufgabe wird somit gelost, denn das Geldlotteriespiel lockt doch sicher manchen, besonders da so hohe Gewinne wie 100 000 und 200 000 Mark auf ein Doppellos in Aussicht stehen! 1,5 Millionen Mark werden ausgelost, das find über 280 000 Ge­winne. Warum sollte da nicht auch auf Dein Los ein Gewinn fallen? Am 29. und 30. Dezember ist Ziehung, also bestehen noch in der Weihnachtswoche besonders glückliche Aussichten.

Bom Wesen der Kunst.

In einem Vortragsabend des DHV. im Heim an der Lonyftraße sprach gestern abend Schriftleiter Dr. Röder (Gießen) über das Wesen der Kunst. Sei­nen Ausführungen fei das Wesentlichste entnom­men: Kunst sei einzige Möglichkeit eines Volkes, sich seelisch zu offenbaren, fei Brücke zu einer inneren Gemeinschaft. Mit dieser Einstellung breche man die Schranken der Kunst als einer ästhetischen, wissen­schaftlichen und ständischen Angelegenheit, fühle sie vielmehr als das. was sie fei: Gabe, die Geheim­

fchönen Wieuenliede Marias aus. Da» Krippenspiel, das durch Sebärbe durch Lied und bas gereimte Wort recht lebendig, außerdem durch die sehr feine und verständnisvolle Kostümierung überzeugend wirkte, wurde von den Kindern mit großer Auf­merksamkeit verfolgt. Nachdem dann ein Weihnacht»- lied gemeinsam gelungen war, kam der erwartete Nikolaus, der gleich in zweifacher Person erd-ien und außerdem noch einige Zwerge als Gehilfen mitgebracht hatte Lin großer Wagen wurde von ihnen in den Saal gefahren, Körbe wurde nuchae- tragen, und bald begann das große Austeilen, für das sich viele Hände zur Verfügung stellten muhten, denn der Nikolaus hätte es allein gar nicht schaffen können. Jedes der Kinder erhielt einen stattlichen Beutel aus Buntpapier mit allerlei Deihnachlsback- werk angefüllt. Hoch befriedigt von dem Erlebten und erfreut über das Geschenk machten sich die Kin­der dann auf den Heimweg.

Nachdem die erste Bescherung von 14 bis 16 Uhr abgehalten worden war, fand am Mittwoch gegen Abe ich eine zweite und am Donner stagnachrnittaa die dritte Bescherung statt. Insgesamt nahmen 2200 Kinder daran teil; alle konnten mit Backwerk be­dacht werden.

Ein Luchs einwandfrei festaestellt.

Im Gießener Anzeiger Nr. 281 vom 30. Novem­ber veröffentlichte Herr General a. D. Rudolf Mohr in Gießen unter der UeberschriftEin Luchs in Oberhessen?" einen Artikel, in dem er sich mit einer Untersuchung der großen Verluste an Rehwild in den Waldungen unserer engeren Heimat durch ein bis dahin nicht genau feftgeftelltes Raubtier wäh­rend der letzten Monate beschäftigte und der Ver­mutung Ausdruck gab, daß man es bei diesem

Der Gternenbaum"von Friedrich Schnack

so heißt unser neuer Vornan, der die Ledensgeschichte eines am Weihnachtstag im tief verschneiten Äayerischen Wald ge­borenen Kindes schildeit - die innige, vom Zauber des Christ« festes umwobene Erzählung eines bedeutenden deutschen Dichters

heute in den Gießener Kamilienblätietn

niste unseres Werdens zu schauen und schöpferisch Seftalten zu dürfen. Kunst fei fo verbunden mit dem rftrom des fiel.ns, fei religiöse Angelegenheit.

Wie aus der Hand des Schöpfers Völker mit oer- schiedensten Anlagen geworden feien, so sei dieser Funke der göttlichen Majestät in der Seele des Menschen schlummernd bewahrt. Alles was um uns sei, könne diesen Funken auslösen und Verbindung von Leben zu Leben schassen. Das Kind, das zum ersten Male am Waldrand auf besonntem Stein einen farbigen Schmetterling Die Flügel breiten sehe, trage einen Abglanz aller Wunder des Son­nentages in feinen eigenen Augen. Der Mensch früherer Tage, dessen Auge und Seele noch nicht stumpf gewesen seien, erschauerte vor dem Geheim­nis des Tieres, eines Pferdes vielleicht, das ihm den Kopf zuwende. Befreie sich die menschliche Seele so gewaltig von der Selbstsucht, bringe sie so tief In das Alleben ein, daß tue Wunder dieses gemeinsamen Lebens sich auftun, fo zwinge diese Fülle des Jn-sich-Erlebens zu einer Tat: der Mensch ge st alte das ihn innerlich Er- füllende. Er verkünde die Kräfte, die ihn mit dem All verbinden in der Schöpfung seines Wer­kes. Er schaffe dann das Kunstwerk. Die liefe, mit der diese Kräfte ergriffen würden, hingen ab von der Fähigkeit der Hingabe und der Möglichkeit der Selbstentäußerung. Damit sei das Maß seiner inne­ren Wahrheit und Größe Gradmester und Zeugnis der sittlichen Kraft eines Volkes.

In feinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner nach dieser grundsätzlichen Auszeigung de» Wesens der Kunst überhaupt, mit den schöpfe­rischen Kräften deutscher Kunst und ihren vollende­ten Ausdrucksformen. An Hand von vielen Licht­bildern von der Katharinenkirche zu Oppenheim (an der zwei Jahrhunderte deutschen Erlebens ihren Ausdruck sanden) gab der Redner einen Ueberblicf über deutsches Kunstschaffen im Mittelalter. In Bildern von Einzelheiten des Baues ließ er die feinen Maße, die klaren Verhältnisse, den reinen Ausdruck gerade in dem erwähnten Bauwerk lebendig werden und brachte so auch den Geist, aus dem heraus dieses Kunstwerk geschaffen wurde, sei­nen Zuhörern nahe. Der Vortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit und dankbarem Beifall aufgenom­men.

Kinderbescherung der AS ^rauenschast

Der Saal im CafL Leib war am Mittwoch und am gestrigen Donnelvlugnuchmittug von der viel- stimmigen Unruhe vieler Kinder erfüllt. Die vier Ortsgruppen der Ns.-Frauenschaft in Gießen hat­ten durch die Schulen die Kinder der vier unteren Klassen in dankenswerter Weise emlaben lasten.

Am Mittwoch gegen 14 Uhr hatten sich die ersten Kinder eingefunden und harrten gespannt der Dinge, die da kommen sollten. Zunächst ging der Vorhang der Bühne auf, und oor den Kleinen wurde ein prächtiges Weihnachtssviel aufge'ührt, das in vie­len Bildern die Geschichte der Geburt Jesu darstellt. Da sah man Maria und Joses auf dem Dog nach Bethlehem, sah sie oor dem römischen Wächter stehen, der ihnen in d>e Stadt erst Einlaß gewährte, nachdem sie ihn zu überzeugen vermochten, daß sie in Bethlehem beheimatet seien, man sah die Hirten sich vor den Toren lagern und hörte fie ihre schönen Lieder singen. Während Maria und rlosei nach lan­gem suchen und Bitten in einem Stalle Quartier gefunden hatt-n und Jesus geboren wurde, kamen euch die drei Könige au» dem Morgenlande, um dem K.nde tu huldigen. Da; große, schone Schluß- bild zeigte dann noch die Anbetung der Könige, sowie der Hirten, und da» Spiel klang in einem

vierbeinigen Mörder des Wilde» mit einem Luchs zu tun habe. Diese Vermutung ist Herrn General Mohr nunmehr al» zutreffend b e ft ä t i g t wor­den. Wie er uns heute mitteilt, hat er soeben die Nachricht erhalten, daß der Luchs in einem Waide bei Paderborn von zwei Jägern gesehen wurde und einwandfrei auf 100 Meter Entfernung mit dem Glase alle Kennzeichen feftge- stellt worden sind. Leider haben die beobachten­den Herren in ihrer Verblüffung zu lange be­obachtet und nicht geschossen, so daß das Tier im letzten Augenblick mit einer Flucht in der Dickung verschwinden konnte.

Oie Viehbestände in Gießen

Bei der Viehzählung am 5. Dezember wurden in der Stadt Gießen nach den jetzt abgeschlossenen Zusammenstellungen folgende Viehbestände ermit­telt: 243 Pferde, 1 Maultier, 290 Stück Rindvieh, 23 Schafe, 556 Schweine, 160 Ziegen, 10 136 Stück Federvieh, 230 Bienenstöcke mit beweglichen Waben und 29 Bienenstöcke mit unbeweglichen Waben.

Billige Weihnachtsreisen auf der Eisenbahn.

Wer in der Zeit von Freitag, 22. Dezember, bi» einschl. Dienstag, 2. Januar, mit der Eisenbahn reift und sich als Fahrtausweis eine Fefttagsrück- fahrkarte löst, erspart ein Drittel des sonst nötigen Fahrgelde». Die Festtagsrückfahrkarten kön­nen in der angegebenen Zeit an jedem Tag zur Hin- und Rückfahrt also auch z u eintägi­gen Reifen benutzt werden. Am 2. Januar muh aber um 24 Uhr Die Rückfahrt beendet sein. Diese verbilligten Rückfahrkarten können jetzt schon bei allen Fahrkartenausgaben der Reichsbahn und allen Stellen des Mitteleuropäischen Reisebüros bestellt werden. Das Vorausbestellen ist besonder» bei größeren Reisen zu empfehlen, da für diese meist die Fahrtausweise erst ausgeschrieben werden müssen. Dies nimmt immer Zeit in Anspruch. Durch bas Vorausbestellen erspart man sich und anderen am Reisetag das Warten am Fahrkartenschalter und damit Merger und Verdruß.

Eine Eisenbahnretse als Weihnächte« gesckenk

Reisegutscheine werden stet» al» ein willkomme­nes Weihnachtsgeschenk begrüßt. J5ie ermöglichen Reisen an Bekannte und gute Freunde zu ver­schenken, ohne die Beschenkten auf ein Reiseziel fest- zulegen und ihnen so zum Weihnachtsfeft die Vor­freude auf eine Winter- ober Sommerreise nach eigner Wahl zu bereiten. Die Reisegutscheine sind bei allen Reisebüro» und Übertretungen de» Mitteleuro­päischen Reisebüro» bis zum Hochstbetrag von 500 Mark zu haben. Auch die Fahrkartenausgaben der Reichsbahn geben an Orten, an denen das Mittel- europäische Reisebüro vertreten ist. solche Gutscheine aus. Innerhalb eine» Jahre» können die Gut- scheine gegen Fahrkarten, Fahrscheinhefte, Platz- karten, Bettkarten, Hotelgutscheine oder versiche- rungepolicen eingetauscht werden.

L»ornott;cn.

Tageskalender für Freitag. Stadt­theater, 20 bis 22.30 Uhr, ..Der ström". Turm­haus am Brand, 16 dis ls 30 Uhr. Kunstausstel­lung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Die schönen Tage in Aranjuez". Astona-Lichtipiele, Selter»- weg:Lumpenkavaliere"

Au» dem Stadttheaterbureau wird un» geschrieben: Heute, 20 Uhr, al» 11 Vorstellung im Freitag-Abonnement das Drama:Der ström*

Hitler schafft Arbeit!

weitere bewilligte Maßnahmen Im Arbeft». beschaffungsprogramm

Tagewerke auf der

Maßnahme. Baufteflr:

Neubau eines städtischen Krankenhauses in Bad-Rauheim 21000

Instandsetzung»- und Ergänzungsarbeitcn an öffentlichen Gebäuden und wohn- gebäuden im Besitz der Stabt Darm­stadt 6730

Verlängerung und Ausbau der Kanalisa­tion der Gemeinde Vberkausvn- gen 8000

leilortsentwässerung in der Gemeinde

Klein-Auheim 5000

Erweiterung bzw. Erneuerung von Kana­lisation»- und Wasserversorgungs-An­lagen im Krei» Gießen 5100

Wasserleitungs-Erweiterungsbauten im Krei» Oberwesterwald 3200

von Max Halbe. Spielleitung: Anion Neuhaus. Gewöhnliche Preise. Ende 22.30 Uhr. Samstag, 16. Dezember, Deutsche Bühne, Reihe 2: Gerade Mit- aliedsnummern und freier Berkaus (Tagespreise) die OperetteWiener Blut" von Johann Strauß. Lei­tung: Wrede (E u j < B ä u l k e. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr Sonntag, 17. Dezember, außer Abonnement und zu ermäßigten Operetten- Preisen die OperetteDie luftige Witwe" von Franz Lehär. Spielleitung Paul Wrede: musikalische Lei­tung Kapellmeister Fritz C u j Bewegung»- und Tanz-Regie Hannah Spohr. Die Rolle de» Eamille de Rosillon singt der Tenor Adolf Jäger (Frank­furt a. M ). Spieldauer von 19 bi» 22 Uhr.

Der BundHau» und Schule veraoftal- tet Sonntag, 17. Dezember, 20 Uhr, im Johannessaal eine Adoentsfeier, bei welcher Pfarrer Trapp die Ansprache halten wird. (Siehe heutige Anzeige.)

Eine Tagung der Funkwarte de» Kreises Gießen findet am morgigen Sams­tag, 19 Uhr, im Hotel Viktoria statt. Pg. Werner vom Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer wird sprechen.

Die NS. - Frauenschaft Gießen- Mitte veranstaltet am kommenden Montag. 20 Uhr, im EafL Leib eine Adoentsfeier, bei der auf allgemeinen Wunsch bas Krippenfpiel wiederholt wird.

Gießener Polizeipersonalie. Poli­zeimeister Hans Diesel zu Gießen wurde mit Wirkung vorn 1. Januar 1934 ab zum Polizeihaupt. Wachtmeister ernannt.

Vom Hessischen Fechtoerein ,.W a i - senschutz", Zweigverein Gießen, wird uns zu dem am Dienstag oerössentlichten Bericht über die Versammlung des Verein» am vorigen Freitag ergänzend mitgeteilt, daß auch Herr Schriftleiter Dr. Röder dem Vorstand des hie- figen Zweigoereins angehört.

*W lener Blut" im Stadttheater. Die Intendanz teilt mit, daß zu der Abonnements- Vorstellung der Deutschen BühneWiener Blut", Operette von Johann Strauß, am Samstag, 16. De­zember, auch Karten zum Preise von 0,50 bis 2,50 Mark an Nichtmitglieder der Deutschen Bühne ausgegeben werden. Der Verkauf dieser Karten er­folgt ab Samstag morgen, 10 Uhr, während der Kassenstunden.

* Berkehrsunfall. Gestern gegen 17.15 Uhr ereignete sich auf der Landstraße zwischen Großen- Linden und Klein-Linden ein Verkehrsunfall. Der Steuerfefretär Franz Spuck aus Glashütten (lau- mis), der in der Richtung nach Gießen fuhr, iah plötzlich im Lichte der Scheinwerfer feines Auto» zwei unbeleuchtete Fuhrwerke vor sich. Die Fuhr­leute gingen neben den Fahrzeugen. Um keinen der beiden Fuhrleute umzufahren, bog er nach der Seite aus, geriet aber dabei in den Straßengraben, wo­bei der Wagen sich überschlug Der Lenker erlitt verschiedene, anscheinend aber nicht schwere Ver­letzungen. Er wurde von einem anderen Kraft­fahrer in die Wohnung feiner Eltern nach Gießen gebracht.

Fahrpreisermäßigung für Schwer- kriegsbeschädigte schon ab 2 0. D^jem- b e r. Die vom Generaldirektor der Deutschen Reichsbahngesellschaft in einem Schreiben an die NS -Kriegsopferversorgung vor einiger Zeit an­gekündigte Preisermäßigung für Schwertriegsbe- schädigte sollte ursprünglich erst mit dem 1. Januar 1934 in Kraft treten. Wie da» DdZ «Büro meldet, ist e» nun möglich geworden, diese Fahrpreis- ermäßigung schon vom 20. Dezember an wirksam werden zu lassen. Don diesem Termin an können also Schwerkriegsbeschädigte, die 50 Prozent und mehr beschädigt sind, auf der Reichsbahn die 2. Wagenklaffe mit Fahrtausweis 3 Klaffe benutzen. Voraussetzung ist lediglich, daß der Arzt des jür- forgeamts bescheinigt, daß ihr körperlicher Zustand bie Benutzung der 2. Wagenklasse rechtfertigt.

Prof. Or. Hauch'G eßen spricht in A Sfeld.

-7- Alsfeld, 14. Dez. Die hiesige Dürer- Gesellschaft eröffnete ihre diesjährige Vor­tragsreihe mit einem Vortrag von Unioer- fitäts-Professor Dr. Rauch (Gießen) überDie deutsche Kunst". Der Vortragende ging davon aus, daß die neue Staatsführung eine Pllege der künstlerischen Kräfte erstrebt, die Kunsterziehunß soll wieder vom handwerklichen Können ausgehen. Die Kunstakademien sollen in erster Linie auch Werkschulen sein. Die seitherige Massenausbildung von Künftlerakademikem habe ein ÄünfUerprole- tariat ohne feste künstlerische Grundlage und hand­werkliche» Können geschaffen. Die Kunst müsse mit Raste, Blut und Boden verbunden sein. Der Bor- tragende gab dann einen Ueberblitf über die Ent­wicklung der Kunst von der Vergangenheit bis zur Gegenwart, wobei er die verschiedenen Gebiete der Kunst in ihren charakteristischen Grundzügen er­läuterte. Insbesondere befaßte er sich mit der deut­schen Bauweise und dem Fachwerkbau und mit bet Plastik. Die Ausführungen des Dorttagenden wur­den von einer Reihe ausgezeichneter und überaus deutlicher Lichtbilder umrahmt. Ein fo hervorragen­der Dorttag, wie er den Bewohnern der Kreisstadt Alsfeld hier geboten wurde, hätte einen besseren Besuch verdient.

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