Ausgabe 
15.9.1933 Zweites Blatt
 
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SJt.-'Sport

Kußball und Geländesport.

Die Bezirksklasse im Kreise Gießen sieht für den morgigen Sonntag vier Spiele vor. Es steyen sich gegenüber: WetzlarOckershausen, Nauheim gegen Marburg, Großkarben Butzbach und Steinberg gegen 1900 Gießen.

FC. Teutonia Watzenborn-Steinberg Liga gegen 1900 Gießen Liga.

Die Blauweißen haben also nach Watzenborn- Steinberg zu fahren. Der Ausgang des Spiels ist nicht oorherzusagen. Die 1900er treffen auf eine ehrgeizige Mannschaft, die sehr aus sich heraus- zugehen vermag und auf eigenem Boden schwer zu schlagen ist. Die Watzenborn-Steinberger sind be­sonders bekannt dafür, daß sie beide Halbzeiten glänzend durchstehen und dabei immer auch noch einen gefährlichen Endspurt liefern. Für die Mann­schaft der Spielvereinigung kann also der Kamp des morgigen Sonntags eine Kraftprobe sein, zu­dem die Gastgeber durch ihr vorzügliches Ergebnis in Marburg sehr an Selbstvertrauen gewonnen haben dürften. Auf den Ausgang des Spieles ist man sehr gespannt. Die Liga der Spieloereinigung wird also auf der Hut sein müssen, wenn sie nicht gegen diese leistungsfähige Landmannschast die ersten Punkte verlieren will.

Für die Mannschaften des BfB. ist für den mor­gigen Sonntag Gelände spart angesetzt. Ledig­lich die 1. Jugend und die 1. Schülermannschaft bestreiten Fußballspiele gegen die gleichen Mann­schaften von Großen-Buseck bzw. gegen Lich.

Städtewettkampf der OHV.-Turnergilden.

Der Gepäckmarsch.

Zu dem am.Sonntag und Montag stattfindenden Städtewettkampf der Turnerqilden im DHD.-Be­zirk Main-Weser, sind erfreulicherweise in der Gäste- klasse aus der SA. einige Mannschaften gemeldet worden. Und zwar entsendet der Sturm 14 zwei Mannschaften, der Sturm 11 eine Mannschaft. Außerdem wird die Polizei Butzbach mit zwei Be­reitschaften in dieser Klasse starten.

Die TurnergilLe Gießen stellt in Klasse A vier Mannschaften und zwar:

Mannschaft 1: Schwan, Koch G., Koch F., Peters, Heck.

Mannschaft 2: Herbert L., Rieß, Enders, Arz­bacher, Hau.

Mannschaft 3: Müller K., Schickedanz, Bree, Haus, Kirschbaum.

Mannschaft 4: Bill, Jost E., Brückmann, Thein, Dolpert.

In Klasse B (Jugend) stellt die Turnergilde Gie­ßen eine Mannschaft und zwar: Krug, Rüffer, Jost W., Schmück, Ortwein. Die zuerst genannten Leute sind die Mannschaftsführer.

Leichtathletische Zugerrdmeisterschasten des Kreises Gießen (OSB ).

Von der Spielvereinigung 1900 werden morgen (Sonntag) vormittag auf deren Platz die Jugend- meisterschaften des Kreises Gießen (umfaßt die po­litischen Kreise Gießen, Wetzlar, Alsfeld und Schot­ten) zur Durchführung gebracht. Die Jugend, die in diesem Jahre verhältnismäßig wenig Betäti­gungsmöglichkeit hatte, wird in fast allen leicht­athletischen Disziplinen Gelegenheit haben, ihre Kräfte zu messen. Die männliche Jugend kämpft in drei Klassen. Die A-Klasse umfaßt die Jahrgänge 1915/16, die B-Klasse 1917/18 und in der L-Klasse ist 1919 und jünger vertreten. Bei den Mädchen ist eine Zweiteilung vorgenommcn, nämlich Mädchen, klasse A mit Jahrgang 1916/17 und Mädchenklasse B mit Jahrgang 1918 und jünger. Voraussagen lassen sich schlecht machen. Neben dem Veranstalter dürften vor allem der Wetzlarer Sportverein und auch der OSC. Gießen in Erscheinung treten. Damit zu rech- nen ist auch, daß die Landoereine ebenfalls gute Kräfte entsenden.

1900er Leichtathleten beiEintracht" Frankfurt.

Zum wahrscheinlich letzten auswärtigen Wett­kampf in dieser Saison starten morgen (Sonntag) einige Leichtathleten der Spielvgg. 1900 bei den Nationalen Wettkämpfen der Frankfurter Sport­gemeindeEintracht". In der Leistungsklasse I gehen Eldracher (100 Meter) sowie Gugel und Kilo (Kugelstoßen u. Diskuswerfen) an den Start. Außer­dem sind die 1900er noch in einigen Wettbewerben der Klassen II und III, sowie der Alte-Herren-Klasse vertreten. Bei der starken Konkurenz es ist beste süddeutsche Klasse am Start werden die Spiel­vereinigungsleute schon in Bestform sein müssen, wenn sie Plätze belegen wollen.

Sportverein 1920 Heuchelheim.

Die 1. Mannschaft des Sportvereins Heuchelheim erwartet am kommenden Sonntag die 1. Elf des VfB. Aßlar. Die Gäste stellen eine äußerst schnelle und technisch hochstehende Mannschaft, die nicht zu unterschätzen ist. Es dürfte mit einem spannenden Kampf zu rechnen sein, lieber den Ausgang des Spieles ist nichts vorherzusagen. Das Vorspiel in Aßlar endete 3:3. Vorher spielen die 1. Jugend und die 2. Mannschaft gegen die gleichen von Aßlar. Diese Spiele dürften für die Einheimischen schwer zu gewinnen sein.

Oie Weltmeisterschaften der Tennislehrer.

Die Tennislehrer haben durch ihre großartigen Kämpfe ihrer Veranstaltung den Erfolg auch in diesem Jahre wieder gesichert. Obwohl nach dem plötzlichen Wetterumschlag die Temperaturen am Donnerstag recht niedrig waren, wohnten am Nach- mittag den Spielen auf der schönen Blau-Weiß- Anlage am Roseneck rund 5000 Zuschauer bei. Her- vorragendes Tennis wurde im Doppelspiel geboten. Im Kampf um den Eintritt in die Schlußrunde ge­lang es Nüßlein-Najuch unter großem Jubel der Zuschauer die Titelverteidiger Kozeluh - Burke mit 6:4, 7:5, 11:9 aus dem Rennen zu werfen. Das deutsche Paar spielte in phantastischer Form. Nüßlein, wohl der beste Mann des Quar­tetts, wurde von Najuch hervorragend unterstützt. Die Gegner wehrten sich wohl nach Kräften, aber sie vermochten dennoch den Deutschen nicht einmal einen Sah abzugewinnen. Die beiden ersten Sätze holten sich Nüßlein-Najuch ziemlich schnell. Erbittert tobte dagegen der Kampf im dritten Satz. Nach 4:4 führten die Weltmeister von 5:4 über 6:5. Die Trub schm kamen erst bei 8:7 nach vorn, bei 9 8 miß­langen ihnen sogar die Schlußbälle und erst bei 10:9 wurde Satz- und Spielgewinn erzwungen.

Im Einzelspiel wurde zunächst zwischen Kozeluh

und Ramillon der am Vortage wegen Dunkelheit abgebrochene fünfte Satz nachgeholt, den der Pra­ger gewann und damit seinen Sieg mit 3:6, 6:2, 6:3, 2:6, 6:1 herstellte. Nunmehr begannen in beiden Gruppen die Entscheidungsspiele. In der Meisterschaftsgruppe A schlug der in großer Form befindliche Tilden den noch vom Doppelspiel mit­genommenen deutschen Altmeister Roman Najuch mit 6:1, 6:2, 6:3 sehr sicher. Im ®ampf um den fünften bis achten Platz der Gruppe B traten schon alle vier Bewerber in Tätigkeit. Der Amerikaner Barnes besiegte Hermann Bartelt 8:6, 6.3, 6:4. Bartelt hielt sich im ersten Satz ausgezeichnet, hatte auch bei 6:5-Führung die Möglichkeit, den Satz zu erobern, doch verschlug er den Matchball. Während nun dem jungen Yankee alles glückte, ließ der Deutsche auf dem schwer bespielbaren Platz stark nach. Im letzten Spiel des Tages behielt der Franzose Ramillon über den Frankfurter Messerschmidt mit 6:3, 6:2, 6:4 die Oberhand.

Hans Nüßlein besiegte bei den Weltmeister­schaften der Tennislehrer in Berlin am Freitag den ehemaligen Weltmeister Karel Kozeluh-Prag mit 6:0, 6:3, 7:5. Die Entscheidung im Kampf um den Titel liegt nunmehr zwischen Nüßlein und Tilden.

E ne deutsche Handballmeisterfchast.

Federführend ist die DT.

Zwischen der DSB. und der DT. fanden in Ber­lin Besprechungen, die endlich die Grundlage zu gemeinsamer Arbeit im Handball geschaffen haben. Es wurde vereinbart, daß DSB. und DT. zukünf­tig gemeinsame Meisterschaftsspiele austragen, wo­bei beide Verbände gleichberechtigt sind. Federfüh­rend für Einladungen usw. ist die DT. Die Ver­teilung der Mannschaftsgebühren erfolgt dergestalt, daß die von den DSB.-Vereinen an Die DT. ge­langen, und daß die Gebühren der Deutschen Ju­gendkraft und der ADT.-Vereine zu gleichen Teilen an die DSB. und die DT. gehen. Die Klassenein­teilung soll nach dem Leistungsprinzip erfolgen und ist so schnell wie möglich vorzunehmen, damit am 24. September die Meisterschaftsspiele beginnen können. Alle bisher zu diesem Tage ausgetragenen Meisterschaftsspiele gelten als Privatspiele.

ZugendweiLkämpfeimAmiRechienbach

Die Jugendwettkämpfe des BezirksHüttenberg" fanden auf dem neuen Sportplatz der Gemeinde Klein-Rechtenbach statt. Bei herrlichstem Sonnen­schein wurden die jugendlichen Kräfte im fried­lichen Kampfe gemessen. Da eine recht zahlreiche Siegerzahl zu verzeichnen war, seien nur die vier besten Sieger einer jeden Gruppe genannt.

Oberstufe: 1. Erwin Schmidt, Dornholz­hausen, 83 Punkte; 2. Otto Wenzel, Hörnsheim, 81 Punkte; 3. Fr. Viehmann, Hochelheim, 76 Punkte; 4. Hch. Hahn, Hörnsheim, 75 Punkte.

Unterstufe: 1. Otto Galurn, Ebersgöns, 71 Punkte; 2. Paul Sauber, Dornholzhausen, 70 Punkte; 3. E. Straßheim, Dornholzhausen, 67 ^U1fpe* 4- Fr. Schmidt, Münchholzhausen,

Die beste Stafettenzeit erzielte Münchholzhausen. Die Sieaeroerkündung klang in einer kurzen An- prache des Obmannes, Lehrer Knoche, Klein- Rechtenbach, aus. Nach einem dreifachenSieg- Heil!" auf unfern großen Führer Adolf Hitler wurde die Veranstaltung mit dem Deutschlandlied geschlossen.

Oie 5. Etappe der pairouillenfemfahri

Die Patrouillenfahrer traten auf der fünften Etappe von München nach Nürnberg über 190 Kilometer bereits die Heimreise nach Berlin an. Die Fahrt war diesmal wenig vom Wetter be­günstigt, denn fast auf dem ganzen Wege machte ein starker Landregen den Fahrern große Schwie­rigkeiten. Ein ganz großes Rennen fuhr die Stan­darte 2 Berlin, die noch eine 22 Minuten bessere Fahrzeit als vor zwei Tagen in der Richtung nach München herausfuhr. In 5:40:50,6 fuhr die Stan­darte die schnellste Zeit des Tages, da Grün-Weiß Berlin durch Defekte erhebliche Zeitverluste erlitt. Die Meistermannschaft kam mit sieben Mann in 5:57:22,2 durchs Ziel und führt im Gesamtergebnis vor allen Mannschaften mit fast sechs Minuten Vor- prung vor der Standarte 2 Berlin.

Die sechste Etappe.

Die Patrouillenfahrer setzten am Freitag ihren Weg nach Berlin mit der sechsten Etappe von Nürnberg nach Hof über 137,5 Kilometer fort. Die Strecke stellte keine allzu großen Anforderungen, nur im Frankenwald gab es einige Steigungen zu überwinden. Die Berliner Standarte II fuhr ein­mal mehr ein großes Rennen und kam als Erste in Hof nach einer Fahrzeit von 4:42:14 Stunden ein, gefolgt von der Standarte XI Brcslau (5:11:07) und der Standarte III Berlin. Grün-Weiß Berlin, >ie auf dem ersten Abschnitt ausgezeichnet abge- chnitten hat, fiel diesmal ziemlich auseinander und kam zehn Minuten später als die siegenden SA.- Leute und noch 4'A Minuten hinter Fedia Berlin in Hof ein. In der Gesamtwertung liegt jetzt die Berliner SA.-Standarte II mit großem Vorsprung ebenfalls an der Spitze mit einer Zeit von 31:57:28,6 Stunden.

Dersch!ag"-feriige Dempsey.

Eine nicht alltägliche Begebenheit, daß der Ring­richter im Boxring einen der Kämpfer ko. schlägt, trug sich in dem kleinen kalifornischen Städtchen San Bernardino zu. Im Hauptkampf einer dorti­gen Veranstaltung boxte der Australier Grimes sehr unsauber. Er hielt und klammerte seinen Geg­ner und schlug alle Ermahnungen des Ringrichters Jack Dempsey in den Wind. Als es Grimes noch bunter trieb, verwarnte der frühere W"lt- meister den völlig unbeherrschten Australier, der daraufhin versuchte, einen Geraden gegen Dempsey abzuschießen. Ehe aber Grimes sein Ziel erreichte, war ihm Dempsey schon zuvor gekommen und hatte einen wohlgezielten Kinnhaken gelandet, der Gri­mes in das Land der Träume beförderte. Dempsey hob seinen bewußtlosen Angreifer vom Boden auf und trug ihn aus dem Ring. Nach seiner Rückkehr ^üsirte er den Kampf" für Unentschieden. Es ver­steht sich von selbst, daß Amerikas einstiger Box- heros von den 3000 Zuschauern als Held des Tages stürmisch gefeiert wurde.

Kurze Gportnoiizen.

Deutsche Amateurboxer kämpften mit gutem Erfolge in Kopenhagen. Der Halbschwer­gewichtler Harms (Hannover) schlug den Dänen Larsen in der ersten Runde entscheidend. Der deutsche Mittelgewichtsmeister Bernlöhr (Stuttgart) gewann gegen A. Nielsen überlegen nach Punkten.

Der Deutsche Ruderverband verlegt seine Geschäftsstelle Anfang Oktober nach Berlin. Zum gleichen Termin tritt der verdiente Schrift­führer Geerk in den wohlverdienten Ruhestand. Führerrat und Fachbeirat des Deutschen Wasser­sport-Verbandes sind vom Führer, Kapitänleutnant Jasper, erstmalig zum 20. September nach Berlin einberufen worden.

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BeimDeutschen Sportfeft an der Saa r", das am 19. September in Saarbrücken stattfindet, werden neben der deutschen Ländermann­schaft noch Dr. Peltzer, die Sprinter der Frankfurter Eintracht, sowie weitere namhafte deutsche Leicht­athleten an den Start gehen.

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Die USA. -Hockey-Damen siegten am Frei­tag in Leipzig über die Damen des Leipziger SC., dessen Läuferreihe vollkommen versagte, nach über­legen geführtem Spiel hoch mit 5 : 0 (3 :0).

Bernlähr-Stuttgart, Deutscher Mittel­gewichtsmeister der Amateure, siegte in Kopenhagen über den Dänen A. Nielsen überlegen nach Punkten.

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Die Berufsfahrer-Straßenrennen sollen zur Werbung für den Radsport im nächsten

Jahre durch den neugegründeten Industrie-Verein, einem Mitglied des Deutschen Radfahrer-Verbandes, wieder stark gefördert werden.

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Generaldirektor Toyka-Dortmund ist als Nachfolger von Kommerzienrat Schill-Osthofen zum neuen Kassenwart der DT. bestimmt worden.

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EinNacht - Städtespiel" im Fußball findet am 27. September in der belgischen Haupt­stadt bei künstlicher Beleuchtung zwischen den Fuß­ballmannschaften von Köln und Brüssel statt.

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Italiens Boxstaffel, die am $2. Sep­tember in München einen Länderkampf gegen Bayern austrägt, wird zwei Tage später in Nürn­berg gegen eine verstärkte Mannschaft des dortigen Polizei-Sportvereins antreten.

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® in eW oche der Deutschen Mei st er" soll Ende Oktober in Saarbrücken stattfinden. Da= be f°üen u. a. Hertha-BSC. Berlin, der Handball- meister SV. Waldhof, der Wasserballmeister Hellas Magdeburg, die deutsche National-Boxstaffel, be= deutsche Motorsportler und führende Leicht­athleten in Aktion treten.

HandballgroßkampfbeiderSpielveremigungiyoo

Postsportverein Frankfurt in Gießen zu Gast.

Arn kommenden Sonntag haben die Handball- fpieter das große Wort. Nachdem Spiele erster Fuß­ballmannschaften für den kommenden Sonntag nicht vorgesehen sind, behaupten die Handballspieler das Feld. Die Spielvereinigung 1900 hat als Gegner für ihre erste Handballelf die 1. Mannschaft des Postsportvereins Frankfurt verpflichtet. Vor drei Jahren standen sich die beiden Vereine zum ersten Male gegenüber. Damals bezogen die Blauweißen auf dem Platz des Gegners in Frankfurt eine derbe Niederlage. 12:3 lautete das Ergebnis.

Die Gäste zählen zu einer der besten süddeutschen Mannschaften

und man darf erwarten, ein Spiel zu sehen, wie das gegen die Polizei Darmstadt, das vielen noch in guter Erinnerung sein wird. Schade ist nur, daß diesmal nicht cruch das Bataillon mit in Aktion treten kann, denn es wird auch den Soldaten nicht so sehr häufig Gelegenheit gegeben sein, so spiel­starkem Gegner gegenüberzutreten.

Die Frankfurter verfügen vor allem über einen sehr schnellen und schußfreudigen Sturm. Die Läu­ferreihe assistiert dem Sturm vorzüglich und in der Verteidigung werden die Blauweißen auf ein Boll­werk stoßen, das nur wenige Chancen auf Tor­erfolge offen lassen wird.

Die Spielvereinigung 1900 hat für diese Begeg­nung folgende Mannschaft aufgestellt:

Lott

Volkmann Birkenstock Krämers Hofmann Mann Schüler Steines Th. Betz Krüger Hamann Auch die Spielvereinigung hat in ihrer Verteidi­gung den denkbar besten Mannschaftsteil. Lott im Dor gilt als hervorragend. Den Frankfurtern wird es also nicht so sehr leicht gemacht werden, wenn sie Tore erzielen wollen. Eine verläßliche Läuferreihe wird den Sturm unterstützen, der auf allen Posten gut besetzt ist. Im Sturm stehen durchweg bewährte Kämpfer.

Ob den Blauweißen ein Sieg beschieden sein wird, erscheint ftaglich. Den Frankfurtern ist inner- halb ihres Gebietes doch mehr Gelegenheit ge­geben, gegen spielstarke Gegner anzutreten. Die Elf der Spielvereinigung muß meist gegen gute Mittel­klasse kämpfen, kann sich infolgedessen immer nur aus eigener Kraft in ihrem Können steigern. An einem Sieg der Frankfurter wird kaum zu zweifeln fein. Wenn die 1900er die Oberhand behalten wollen, so wäre das eine recht freudige Ueberraschung.

Der Kampf wird auf dem Platz der Spieloer« einigung 1900 auf dem Trieb ausgetragen und beginnt um 16 Uhr. Die Freunde des Hand­ballsportes dürften als Zuschauer auf ihre Rech­nung kommen.

Die zweite Handballmannschaft spielt in Holzheim gegen die dortige erste Mannschaft.

Segelflieger über Hirzenhain....

Oie ersten Tage.

Schön, zu schön zum Fliegen war das Wetter während der ersten Tage des Hirzenhainer Segel- flugwettbewerbes der Landesgruppe VII Frankfurt. In klaren Linien lagen die Höhenzüge des Wester­waldes und des Rothaargebirges vor den Augen der Fünftausend, die sich am Sonntag, 10. Septem­ber, im Fliegerdorf zur Eröffnung einfanden. Ein farbenprächtiges Bild war es, als sich fast 200 Seaelflugpiloten und Schüler vor ihren Vögeln aufgebaut hatten und den Landesgruppen- und Schwarmführer U l m und dann den Reichsstatt­halter und Schirmherrn des Wettbewerbes, Sprenger, begrüßten. SA., SS., Hitler-Jung­volk und Jugend traten zum Fliegergruß in Reih und Glied an.

Reichsstatthalter und Landesgruppenführer sag­ten dem Fliegerdorf, das schon so manches Opfer an Gut und Blut für den Segelflugsport ge­bracht hat, den alljährlichen Wettbewerb der

Landesgruppe VII zu.

Wiegmeyer, der mit seinem Rhönbussard nach einem gelungenen Flugzeugschlepp über der Fest- Versammlung kreiste, schilderte nachher in begeister­ten Worten den eindrucksvollen recht fliegerischen Eröffnungsakt.

Maier-Gießen konnte den Andrang der Fluggäste, die ihre Heimat von oben sehen wollten, nicht bewältigen. Eine zweite und dritte Motor­maschine mußten eingesetzt werden. Inzwischen wal­tete die Teko (Technische Kommission) unter Lei­tung des Kettenführers S t a m e r von der Wafser- kuppe ihres verantwortungsvollen Amtes. So man­cher Vogel, der im Lastwagen eingetrudelt war, mußte für Stunden gesperrt werden. Wie gut ist es, daß die Gruppen ihre Maschinen selbst gebaut haben, nicht nur ihre eigenen Piloten, sondern auch

ihre eigenen Flugzeugerbauer sind. Um viel Un­annehmlichkeiten und Merger zu vermeiden, wird die Landesgruppe in Zukunft Zeichnungen von nur bewährten Flugzeugtypen vermitteln und mit einem Stab gut gerüsteter Bauprüfer die Bauten gewissenhaft überwachen. Der Rhönbussard des Konstrukteurs Dr. Jakobs stellt ein Meister- und Präzisionswerk des Flugzeugbaues dar.

Ebenso sonnig und schön war der Montag. Ein leichter Ost-Süd-Ost führte die leichteren Schulgleiter und Hangrutscher auf den Osthang am Wasserwerk.

Die Wiesbadener Ortsgruppe hotte sich mit sechs A-ptüfungcn und einigen B-Starts mit 22 Punkten einen beachtlichen Vorsprung.

Bald eiferten die Bonner und Frankfurter Orts­gruppen nach. Mit seinen weiten ruhigen Gleit­flügen versuchte ein Grunau-BabyPrinz von Dranien", das von Prinz August Wilhelm vor nicht allzu langer Zeit In Herborn getauft wurde, seine ersten Jungfernstarts. EineKassel 20", einige Hols-der-Teufel" und eineGrüne Post" bemüh­ten sich in sportlicher Konkurrenz, den ausgesetzten Tagespreis zu erringen. Es galt einen Segclflug von mindestens fünf Minuten Dauer auszuführen. Für die Wetterlage konnten aber Piloten und Ma­schinen nichts. Auch am Dienstag blieb der Preis noch in Händen der Wettbewerbsleitung, trotzdem Wiegmeyer mit feinem Rhönbussard, die Thermik des Dietzhölztales über dem Dorf Biershausen aus­nutzend, fast heran kam. Um fo eifriger schulten die Bonner, die Wiesbadener, die Frankfurter und die Rüsselsheimer an der B-Kuppe des Westhanges. Am Nachmittag rückte Utech mit derDarmstadt II" und einer bewährten Gruppe ein, neue Konkurrenz bildend.

Am morgigen Sonntag sollen große Sachen ge­boten werden.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 17. September.

6.15 Uhr: Von Bremen: Hafenkonzert. 8.30: Von Trier: Katholische Morgenfeier. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 11: Der Goethepreisträger Hermann Stehr spricht! 11.30: Von Leipzig: Reichssendung: Bach-Kantate. 12: Von Hamburg: Mittagskonzert. 14.40: Stunde des Landes. 15.30: Stunde der Ju­gend. 16.30: Kurhaus Wiesbaden: Nachmittagskon­zert. 18: Vortrag. 18.30: Fröhliches Zwischenspiel. 19.15: Kolonial-Deutschland. Afrikanische Schicksals­fahrt. 20: Großes Opern-Konzert. 22.45 bis 24: Nachtmusik.

Montag, 18. September.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Deutscher Almanach. 18.10: 3X5 Minuten. 18.25:Seltsame Testamente." Vortrag von Albert Schweitzer. 18.45: Kurzbericht vom Tag. 19: Von Breslau: Reichssendung: Stunde der Nation. Arbeiter hört zu! Arbeiterfrauen im Kampf des Alltags. 20: Kurzsendungen. 22: Zeit­dienst. 22.45 bis 24: Nachtmusik.

Dienstag, 19. September.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 10.45: Praktische Rat- schlüge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Der Hausfrau zur Erholung. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Die Schlacht bei Bertrix" II Unterhaltung zwischen A. von Reckow und Studienrat Kaiser. 18.45: Kurz­bericht vom Tage. 19: Reichssendung: Stunde der

Nation. Horridoh die Jagd fängt an. 20: Staats- theater Kassel: Friedemann Bach. Oper in 3 Akten von Paul Graener. 22.45 bis 24: Nachtmusik.

Mittwoch, 20. September.

7.15 Uhr: Kassel: Frühkonzert. 9: Vom Deutsch­landsender: Schulfunk.Schill". Ein Hörspiel von Jochen Günther. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder l)ört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30 Nach­mittagskonzert. 18:Abenteurer unter uns". Vor­trag von Wilhelm Gottlieb. 18.25: Zeitfunk. 18.45: Kurzbericht vom Tage. 19: Reichssendung: Stunde der Nation. Zeppelin. 20: Weitz Ferdi und seine Dachauer. 21: Eine deutsche Automobilfabrik bringt einen neuen Wagen heraus. Querschnitt durch ein großes Werk. 21.50: Neue Schumann-Funde. 23 bis 24: Tanzmusik.

Donnerstag, 21. September.

7.15 Uhr: Frühkonzert. 10.45: Praktische Rat­schläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 13.30: Mittagskonzert. 14.20 Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Freie Konkurrenz, .ihre Grundsätze und Ziele", Vortrag von Dr. rer. pol. Wilhelm Hilbig, Frank­furt a. M. 18.25: Zeitfragen. 19: Neichssendung: Stunde der Nation. Das deutsche Vaterunser. Für Soli, gemischten Chor, Knabenchor, großes Orche­ster und Orgel. 20: Unbekannte Loewe-Balluden. 21: Glanz von gestern. Glanz von morgen. Baden- Baden einst und jetzt. Hörfolge von Hans Kuhn.