Nr. 163 Zweites Blatt
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deutsche Reichs. balni-Gesellschnsi Rcichsbahndirekt. Frankfurt (Main,.
3m kalten Tropenland.
Don Or. Paul Rohrbach.
3tinga, Ende 3uni 1933.
Afrika ist ein merkwürdiges Land. Diese Weisheit klingt nicht sehr weit hergeholt, aber wer die letzten Reisetage mit uns mitgemacht hätte, der hätte am eigenen Leibe erproben können, wie merkwürdig cs ist, durch den Unterschied von einigen Breitengraden und Höhenlagen aus den Tropen, wie man sie gewöhnlich versteht, in gan- andere Tropen verseht zu werden, an die man so leicht nicht in der Rähe des Aequators denkt. Mein letzter Bericht war vom Diktoria-E? e, und ich schrieb, dort sei kein Land für weiße« Siedler wegen der tropischen Temperaturen und gesundheitlichen Gefahren. Der Biktoria-See liegt ungefähr so hoch, wie der Niedergang über die Ostalpen irn B r e n n er p a ß. Wir sind vom See in 3Ostündiger Cisenbahnfahrt über Tabora nach Dodoma an der ostafrilanischen Zentralbahn gelangt und dort auf die Autostraste über- gegangen, die auf das Hochland von U h e h e hinaufführt. Der Abschnitt von Dodoma bis 3 r i n g a , dem Sih der alten deutschen und der jetzigen englischen Verwaltung von Llhehe, ist 270 Kilometer lang. Er bildet ein Stück der von den Engländern gut ausgebauten Kap-Kairo-Route. 3ringa liegt 400 Meter höher und 8 Grad südlicher als der Biktoria-See. Es ist schon merklich kühler und hat namentlich kältere Rächte, als das Seegebiet. Dazu sind wir jetzt im südlichen Winter: bcr: Monat 3uni entspricht dem Dezember der nördlichen Halbkugel. Wie aber wurde uns erst, als wir eine Reise zu den deutschen Farmern westlich von 3ringa unternahmen, dir b i s zu 2000 Meter hoch wohnen. Bon Sonnenuntergang an prasseln die Kloben, die aus dem dichten Wald, unmittelbar hinter dem Hause geholt werden, im Karnin. 3m Bett deckt man sich mit drei' oder vier Wolldecken zu, 6i t man cs endlich warm und behaglich bekommt. Des Morgens ist das Waschwasser kalt wie Eis, und noch um Mittag freut man sich der Sonnenwärme.
Natürlich ist es im Südsommer, Oktober bis April, auch im Hochland von älhehe bedeutend wärmer, aber im ganzen sind die klimatische Bedingungen für die Dauersiedlung von Europäern so günstig, wie sie in Afrika überhaupt sein können. Wir haben eine ganze Reihe von Farmen besucht. Was wir in der englischen Kenya-Kolonie als eine besondere klimatische Merkwürdigkeit empfanden, dast Kaffee und Roggen, ein ganz südliches und ein rein nordisches Gewächs, nebeneinander gedeihen, das haben wir hier in Llhehe wiedergefunden. Die Kaffeebäumchen wachsen langsamer, brauchen in der 3ugend mehr Schuh, namentlich gegen die kalten Morgen- und Abend- winde, und während der kalten Monate steht ihr Wachstum still, im Unterschied von dem Pflanzungsgebiet am Kilimandscharo, aber sie gedeihen und bringen eine ausgezeichnete, hochwertige Bohne hervor.
ilnö was gedeiht nicht noch alles! Auf der Farm 'eines Palästina-Deutschen, der ein groster Sachverständiger für Baum- und Getreidekulturen ist, sahen wir die interessantesten Bersuchssrlder, mit sechs verschiedenen Weizenarten zu verschiedenen Zeiten und auf verschiedenen Böden ausgesät, sahen ausgedehnte Roggenfelder, eine große Baumschule für Apfelsinen- und Zitronenbäume, Mandelbäume, Aepfel, Birnen, Quitten, Pfirsich, alle möglichen Pflaumenarten und Oliven. Dazwischen waren Ananas gepflanzt, wuchsen Bananen, Mohrrüben, Kartoffeln, Bataten, sogenannte Daumtomaten (auch ein Rachtschatten- gewächs), gewöhnliche Tomaten, Erdbeeren und ein unbeschreiblich schön blühender Rosenflor. Bon den in wenigen 3ahren hoch emporgewachsenen Bäumen nenne ich nur verschiedene Zedernarten, Eukalyptus, Gerberakazien, Mimosen. Als einzelnes Exemplar ragte auch eine schlanke Pappel in die Höhe.
Das Rätsel, wie das alles zusammen möglich ist, löst sich, sobald man d i e mittlere 3 ah - rcstemperatur feststellt. Sie beträgt noch in 20)0 Meter Höhe 16 bis 17 Celsiusgrade. 3n den Wintermonaten sinkt das Thermometer zwar jede Rächt auf 6 bis 8 Grad, und ausnahmsweise kommt auch Reifbildung vor, aber eigentliche Fröste sind ।eiten. Die höchste gemessene Tagestemperatur während der Sommermonate beträgt 29 Grad im Schatten, ist also nicht höher, als gelegentlich in warmen Sommern auch im westlichen und südlichen Deutschland.
Roch lästt sich nicht mit Sicherheit sagen, wie ausgedehnt die ostafrikanischen Hochlandsgebiete sind, in denen sich ein ähnlich günstiges Klima mit hinreichend guten Böden vereint. 3ch möchte daher auch feine Zahl in Quadratkilometern nennen, aber so viel ist sicher, vast selbst wenn man ein ziemlich grostes Areal, einige hundert Hektar, für den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieb als Durchschnittsmast annimmt, viele tau» send Familien innerhalb der bisher näher untersuchten Gebiete a n g e s i e d e l t werden könnten. Allerdings darf man nicht glauben, dast afrikanische Böden so ohne weiteres in Kultur genommen werden können, wie es z. D. mit noröamerikani chen möglich war. Es lauern allerlei kleine Suaen, die erst durch den Versuch herausgebracht werden müssen, im hiesigen Boden. Die Verteilung der Rährstoffe ist eigentümlich. Eine Analyse ergibt ost, dast nach europäischen Begriffen alles mögliche, was allgemein als notwendig gilt, fehlt. Die Praxis zeigt aber, dast die Dinge, die nach der Bodenanalyse eigentlich gar nicht wachsen dürften, doch nicht nur wachsen, sondern sogar gut gedeihen. Offenbar spielen Faktoren mit, denen man noch nicht recht auf die Spur gekommen ist. Gerade darum ist das Verdienst der deutschen Pioniere, die sich hier in älhehe niedergelassen haben und die Schwierigkeiten des ersten Durchprobierens auf sich nehmen, so groß. Von ihren Fehlschlägen und Verlusten werden alle später Kommenden lernen. Gestern besahen wir im Farmgebiet ein ganz neues und wagemutiges Llnternehmen, das ein Deutscher aufgebaut hat und das nächstens zu arbeiten anfangen wird: eine moderne Mühle, die mit einer durch Wasserkraft getriebenen Turbine laufen soll.
Bisher wird alles Mehl nach dem Mandatsgebiet von Tanganyika entweder aus der benachbarten Kenya-Kolonie oder von üefcerfee eingeführt. Kaffeebäume, Obstkulturen und derglei
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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
Samstag, 15. Zuiih)33
chen fordern 3ahrc, bis der Farmer davon einen Verdienst hat. Es kommt darauf an, ihm Einnahmen zu schaffen, dir ihm schon in der ersten Zeit einen Ruhen geben. Man kann es jetzt als festgestellt ansehen, dast der G e - treidebau lohnt. Ein Weizen- oder Roggenfeld bringt im selben 3ahr, in dem es angelegt ist, Frucht. Wird das Korn zur Mühle geschickt und ein gutes Mehl daraus gemahlen, so ist der Absatz im Lande sicher. Das Erzeug
nis wird auf jeden Fall billiger werden, als das importierte Mehl. Damit wäre eine groste Schwierigkeit für die Betriebsgründung mit geringem Kapital behoben. Auch Gerste gedeiht. Wir haben zum Mittagessen bei dem Farmer, der die groste Baumschule und die Versuchsfelder angelegt hat, einen schönen, aus Gerstenmalz gebrauten Haustrunk genossen Hnb dies Land ist uns durch Betrug und Wortbruch genommen !
Autostraße und Landwirtschaft.
Oie Zukunft des landwirtschaftlichen Absatzwesens gehört dem Kraftwagen.
wie beispielsweise der vom Reich abgeschnittenen Provinz Ostpreußen, die Hauptschuld an den Absatzstockungen, an der Ueberfüllung einzelner Vieh- und Lebensmittelmärkte und damit der katastrophalen Preisentwicklung trage. Solange das Verkehrsproblem ungelöst war, solange blieb auch die Frage der Marktorganisierung offen. Hunderte von wohlgemeinten Vorträgen und Artikeln untersuchten nach allen Richtungen den Komplex der landwirtschaftlichen Marktorganisation: verschiedene, inzwischen wieder eingegangene, Marktforschungs-Institute wurden amtlicherseits eingesetzt: alle machten dann auch entsprechende Vorschläge, die aber schließlich und letzten Endes versagen mußten, weil sie die nicht vorhandene Verkehrsverbesserung zur Grundlage ihrer Erörterungen machten. Die Vcrkehrs- kapazität besaß eben nur ein Drittel der Dichte, die dem Wirtschaftsoolumen unlerer Nation entspricht.
Die nunmehr getroffene Neuregelung zur Anlage von Auto st raßen ändert dieses Bild mit einem Schlage. Auch hier ein revolutionäres Tempo. Das Zeitalter der Fortentwicklung der Schiene wird einfach übersprungen. Es dauert zu lange. Wir können uns dies nicht leisten. Die Zukunft gehört dem motorisierten Verkehrsmittel. Auf der ganzen Linie werden wir eine völlige Umwälzung erleben, vor allem werden sich die Wirkungen der reichsgesetzlichen Straßenregelung allenthalben bemerkbar machen. Denn Auto- straßenbau bedingt Erhöhung der Kraft- wagenproduktivn, Verkehrsauftrieb und damit Absatzbelebung. Die Frage der Entfernung vom Bauernhof zur Abladestelle in der Großstadt wird in Zukunft in der Kalkulation des landwirtschaftlichen Betriebes nurmehr eine untergeordnete Rolle spielen. Wenn auch die neuen Auto- fernstraßen nicht gerade durch die Dörfer hindurchgehen, so sind sie'doch durch Zufahrtswege mit Autos in kürzester Zeit erreichbar. Die Landgemeinden werden von den Autofernstraßen gewaltig profitieren. Denn daß mit dem Inhalt des Reichsautostraßengesetzes die Straßenfürsorge nicht erschöpft ist, dürfte klar sein. Daß ferner der Lokal- oerkehr, der sich mehr und mehr des Kraftwagens bedienen wird, vom Dorf zur nächsten Kleinstadt, von da wieder zur Kreisstadt usw,. immer beeinflußt durch die Entwicklung der Autobahnstrecken, eine ungeheure Belebung erfahren wird, liegt im Bereich der Wahrscheinlichkeit. Denn wenn man bedenkt, daß nur XA aller Gemeinden in Deutschland unmittelbaren Anschluß an das Eisenbahnnetz hat, aber alle Gemeinden auf der Straße unmittelbar zu erreichen sind — auf 100 Quadratkilometer Landgebiet
Die Landwirtschaft ist mit der Krastverkehrswirt- schast auf das Engste verbunden. Denn die Marktregulierung und die gesamte Organisierung des landwirtschaftlichen Absatzwesens, des Ausgangspunktes für die Rentabilisierung des landwirtschaftlichen Betriebes, ist vorwiegend auch eine Ver - kehrsangelenheit. Es ist ja bekannt, daß beispielsweise in Amerika die Versorgung der Großstädte mit Lebensrnitteln aus den abgelegenen Farmen fast ausschließlich durch Automobile besorgt wird. Man hatte ganz richtig erkannt, daß die Eisenbahnbeförderung von leichtverderblichen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, von Milch, Obst, Gemüse usw. zum Teil infolge des Mangels an entsprechenden Schienenwegen, zum Teil wegen der ungünstigen Verkehrszeiten und wegen der Gebundenheit des landwirtschaftlichen Betriebs an die starren Abfahrtszeiten der Eisenbahn einen schweren Hemmschuh für die Gesundung des landwirtschaftlichen Marktwesens bedeutet. Die dort besonders ausgeprägte Motorisierung der Landwirtschaft hat naturgemäß auch den Transport der landwirtschaftlichen Erzeugnisse erfaßt, so daß diese nunmehr direkt von der Erzeugungsstätte auf schnellstem Wege ohne Rücksicht auf einen Zeitpunkt in die großen Verbrauchszentren gelangen. Amerika, das hinsichtlich des Kraftwagenbestandes an erster Stelle der Welt steht — auf 5 Einwohner entfällt dort 1 Kraftwagen, in Deutschland, genau wie in Finnland (!), auf je 100 Menschen — hat damit das so wichtige Problem des landwirtschaftlichen Marktwesens gelöst. In diesem Lande des technischen Fortschritts hat das Automobil den Landmann vor dem Untergang bewahrt. Denn nur durch den raschen, Tag und Nacht möglichen Abtransport der Farmererzeugnisse, wurde der Umschlag erhöht, konnte die Ueberprobuftion abgesetzt werden: dazu kommt der Vorteil, daß mit dem Kraftfahrzeug eine viel größere Verkehrsdichte und Beweglichkeit erzielt wird, wobei noch zu beachten ist, daß nicht nur der Bahnhof, sondern auch der Ort selbst mit dem Kraftwagen und seinem Ladegut bedient werden kann. Also „vomHofdirektindieKüche!" heißt dort die Losung. Die Frische der Ware bleibt dadurch erhalten. Unkosten durch langes Lagern, durch den Zwischenhandel usw. werden vermieden.
In Deutschland sind im letzten Jahrzehnt die Hauptanstrengungen zur Wiedergewinnung der Rentabilität auf eine vernünftige Manipulierung von Angebot und Nachfrage, kurz auf eine entsprechende Organisierung des Marktwesens gerichtet gewesen. Man war sich darüber klar, daß die Marktferne gewisser unter der Not der Landwirtschaftskrise besonders leidender Gebiete,
kommen 17 Gemeinden mit 9,5 Km. Schienen, 1,7 Vahnhof und 36 Km. Straße — wenn man sich di^s vergegenwärtigt, so erkennen wir ohne weiteres, daß die Zukunft des landwirtschaftlich e^n Transportwesens nicht mehr der schiene, sondern dem Kraftwagen gehört. Dieser überwindet, weil er viel elastischer ist in der Verwendbarkeit als die schienengebundene Lokomotive, Zeit und Entfernung. Das stille beschauliche Pferdefuhrwerk auf dem Bauernhof dürfte gar bald auch der Vergangenheit angehören.
Der Siegeszug der Technik schreitet auch hier un- aufhaltsam vorwärts. Wie der Dreiklang des Dresch, flcgels längst vom Surren der Erntemaschinen ab- gelöst ist, so wird auch auf dem Gebiet des Trans- portwesens der Hafermotor mehr und mehr ersetzt durch den Kraftwagen, um so mehr, als beispiels- weise der Mercedes-Diesel-Lastwagen mit seinem Rohölmotor gegenüber dem bisherigen Explosions- motor eine Betriebskostenersparnis um 75 Prozent bringt. (13 Liter Rohöl ä 13 Pf. beim Dieselmotor gegenüber 21 Liter Benzin ä 40 Pf. beim Vergasermotor). Das ist natürlich ungeheuer viel. Der Ausbruch zu einer ganz neuen Entwicklung, und zwar sowohl was die Technik an sich anbetrifft, wie was die marktmäßige Gestaltung des landwirtschaftlichen Absatzes anbelangt, ist damit eingeleitet. Auch hier beginnt eine neue Zeitenwende, da nunmehr dem Kraftverkehr freie Bahn geschaffen ist.
Die deutschen Landstraßen umfassen eine Strecke von etwa 300 000 Km. Sie können noch eine geraume Verdichtung des Verkehrsnetzes vertragen. Sie müssen sogar im Interesse einer oernunftge» mäßen Regulierung des landwirtschaftlichen Absatz- Marktes mehr befahren werden. Denn was nützen Nachrichtenmittel, wie Radio, Preisberichtsstellen, Ma.ktforschungsinstitute, wenn der Bauer mangels Verkehrsverbindung nicht in der Lage ist, seine Ware rechtzeitig an den Bestimmungsort zu befördern? Es ist sogar erforderlich, daß die vorhandenen Straßen ständig durch Erneuerungsarbeiten gepflegt und neue Wege geschaffen werden. Beides soll nach den Absichten der Reichsregierung in kürzester Zeit durchgeführt werden. Damit dürfte auch für die Landwirtschaft eine neue Epoche einsetzen: Nachdem im vergangenen Jahrzehnt mit Hilfe der wissen- schaftlichcn Untersuchungen des Reichskuratoriums für Technik in der Landwirtschaft und durch die Finanzierung der Landmaschinenbank-Berlin das sogenannte „durch mechanisierte Dorf" ge- schaffen wurde, das heißt also, die Technisierung des Bauernhofes in Angriff genommen wurde, tritt in Zukunft als neuer Typ des Landlebens der „automobilisierte Bauer" hinzu; denn der Auftrieb in der Automobilproduktion durch die Autostraßen bedingt natürlich auch eine erhebliche Verbilligung des Kraftwagens, so daß er nicht mehr als Luxusmittel betrachtet werden wird, sondern als volkstümlicher Bedarfsartikel. Mit der kommenden Aufwärtsentwicklung des Kraftwagens und der Neuschöpfung eines entsprechenden Wegenetzes ist auch ein anderes wichtiges Agrar- problem gelöst: d i e Siedlunasfrage. Alle großen Prospekte der inneren Kolonisation waren bisher zum Scheitern verurteilt, weil u. a. die Verkehrsschwierigkeiten Sorge machten. Mit der Popularisierung des Autos und der Schaffung von Stra- ßen, wird auch die Siedlung, die bisher immer im Vordergrund der Debatten, aber nicht der Verwirklichung stand, endlich mit Tatkraft durchgeführt werden können.
S.Jf.-fport
Das leichteste Segelflugzeug der Welt.
Die durch ihre Neukonstruktionen und Flugerfolge bekannte Akademische Fliegergruppe Darmstadt hat ein neues Segelflugzeug herausgebracht. Das „Windspiel" hat ein Leergewicht von 51 Kilogramm und eine Spannweite von 12 Meter. (Ein normaler Leistungssegler wiegt 160 bis 200 Kilogramm und hat 18 bis 20 Meter Spannweite.) Dabei sind an dem leichten Ding Einrichtungen wie Prosilverstellung, durch das Seitenleitwerk gelenkte Differentialsteuerung der Querruder, gedämpftes Höhenleitwerk, halbgedämpftes Seitenleitwerk (eine völlige Neukonstruktion) — Einrichtungen also, die von den meisten Konstruktionen aus Gewichtsgründen weggelassen werden. Das „Windspiel" hat bei seinen ersten, oft mehrstündigen Segelflügen gezeigt, daß es früheren Modellen überlegen ist. Infolge seiner Kurvenfähigkeit und Leichtheit kann es auch den geringsten Aufwind, wie ein Vogel kreisend, ausnutzen. Das hoffnungsreiche „Windspiel" wird am diesjährigen Rhönwettbewerb teilnehmen.
Oie deutschen Radnieisterschasten in Elberfeld.
27 Steher und 17 Flieger werden am 19. und 23. Juli an den Deutschen Radmeisterschaften für Berufsfahrer in Elberfeld teilnehmen. Unter den nachgemeldeten Fahrern befinden sich zahlreiche Neulinge, die bestimmt in den Titelkämpfen nichts zu suchen haben. Trotzdem sind sie zum Start zugelassen worden. Die Starterliste der Flieger weist folgende Namen auf: Engel, Richter, Steffes, Oszmella, Ehmer, Dasch, Bernhardt, Köther, Aeh lers, Senge, Stüpp, Küster, W. Schorn, Ciesinski, Oestreich, Siehl, Kießlich, Großimlinghaus. Für die Steher Meisterschaft gelten als Starter: Möller, Sawall, Krewer, Wißbröcker, Rausch, De- derichs, Metze, Schäfer, Hille, Schindler, Stock, R. Wolke, Bauer, Facklam, Käb, Rommel, Neumann, Plath, Zaun, Lohmann, Horn, Neustedt, Corpus, Dameroro, Huhn, Schmidt und Müller.
Trotz des starken Feldes werden am 19. Juli nur zwei Vorläufe mit 13 bzw. 14 Fahrern gefahren.
WehlarerRE. bei derGießenerRegatta
Der Wetzlarer Ruderclub, der sich bei der Gießener Ruderregatta sehr lebhaft und mit gutem Erfolg beteiligte, zeigte bei seinem Auftreten in Gießen einige sehr beachtenswerte Leistungen. Leider ist im Bericht am Montag ein Irrtum insofern unterlaufen, als der I u g e n d - G i g - V i e r e r nicht, wie gemeldet, von der GRG., sondern vom Wetzlarer RE. in der Zeit von 3:45,8 Minuten gewonnen wurde. Im Zweiten Achter war der Wetzlarer Ruderclub nicht beteiligt. Nachträglich verdient festgestellt zu werden, daß die Wetzlarer im Ermunterungsvierer ein Rennen lieferten, das ihren Sieg gegen Germania Frankfurt vollauf gerechtfertigt hak
Mainzer Ruderregatta international.
Die Mainzer Ruderegatta, die am 22. und 23. Juli ftattfinbet, hat ein Rekordmeldeergebnis von 52 Vereinen ergeben. Neben der besten deutschen Klasse, die die Rennen als Vorentscheidungen für die Deutschen Meisterschaften betrachten muß, hat England im Vierer und Zweier o. St. durch Pembroke College, der in Henley den Stewards Challenge Cup überlegen gewann, gemeldet. Die USA. entsenden für den Einer den Studenten Rutherfurd, die Schweiz ist im Achter und Jung- mannen-Vierer vertreten und für Oesterreich geht Wiking-Linz im 1. Vierer und Zweier o. St. an den Start. Auch in Frankfurt a. M. wird Pembroke- College am 29. und 30. Juli starten, so daß die deutschen Ruderer hinreichend Gelegenheit haben werden, die Arbeit der Henley-Sieger zu studieren.
Neuaufbau im deutschen Handball.
Nach den Richtlinien des Reichssportkommissars hat nur der anerkannte Spitzenverband das Recht, Meisterschaften, Pokalspiele, Reihenspiele usw. in seinem Sport austragen zu lassen. Allein der Deutschen Sportbehörde untersteht die Organisation des Handballs in der gekennzeichneten Art. Allen anderen Gemeinschaften ist die Aufrechterhaltung eines eigenen Handballbetriebes in diesem Sinne untersagt.
Die Meisterschaftsspiele nehmen mit dem ersten September-Sonntag, in diesem Jahre also am 3. September, ihren Anfang^ Die Meldungen der teilnehmenden Vereine und Mannschaften müssen einheitlich im ganzen Reich bis zum 7. August bei den zuständigen Stellen (Kreise, Bezirke, Gaue) der DSB. abgegeben werden. Nur bei rechtzeitiger Meldung wird eine Einreihung nach den bisherigen Leistungen möglich sein. Bei verspäteter Meldung kann nur eine Einstufung in die u n t e r ft e Spielklasse erfolgen. Der Aufbau des Meisterschaftsspielbetriebes wird einheitlich erfolgen. Für die Durchführung der Spiele sind nur die Spielregeln und Bestimmungen der Deutschen Sportbehörde maßgebend.
Kleine Turnsestnotizen.
Lieber 2 5 0 0 0 Sachsen werden am Turnfest in Stuttgart teilnehmen, für die 21 Sonderzüge, zahlreiche Autobusse und andere Berkehrs- mittel gestellt werden müssen.
TurngauBrandenburg.an Mitglieder- zahl bedeutend kleiner als Sachsen, entsendet dagegen „nur1" 4500 Teilnehmer. Davon wurden als Mehrkämpfer 528 Turner und Turnerinnen zugelassen.
Ein T u r n f e st - D e t e r a n ist ein sudetendeutscher Turner aus Rumburg in Rordböhmen, der bereits das zehnte Turnfest hintereinander micmacht. Bereits im 3ahre 1885 war er Teilnehmer in Dresden.
Drei Millionen Fahrkarten müssen für die verschiedenen Sonderzüge zum Turnfest gedruckt werden.
Bon 2 2 910 5 Turnerinnen in der DT. werden am 15. Turnfest etwa 20 000 tätig teil- nehmen.
Ein japanischer Sportsührer über das neue Deutschland.
Vor dem Mikrophon des Deutschlandsenders äußerte sich dieser Tage der japanische Sportführer Exzellenz Gigoro Kano über das neue Deutschland und sein Sportleben, wie er es auf seinem jetzigen Aufenthalt gesehen hat. Er machte seine Ausführungen in japanischer, englischer und deutscher Sprache. Er betonte anfangs, daß er zum fünften Mal in Berlin weile. Aber bei seinem jetzigen Besuch habe er ein völlig neues Deutschland vorgefunden, das unter der starken Hand seines Vvlkskanzlers Adolf Hitler neben dem Reichspräsidenten v. Hindenburg Schritt für Schritt vorangehe. Hierzu trage insbesondere die deutsche Jugend bei, die sich heute mehr denn je der körperlichen Ertüchtigung und Wehrhaftmachung unter der geschickten Hand des Reichssportkommissars hingebe. Er betrachte mit dem ganzen japanischen Volk die jetzige starke Aktivität in Deutschland mit Sympathie und Hochachtung.
Kurze Sportnotizen.
Helmuth Corning ging nach langer Zeit bei einem Klubkampf zwischen seinem SL. Char- lottenburg und „Allianz" Berlin erstmalig wieder an den Start und gewann die 100 Meter in 10,9 Sekunden.
Die Segelflieger-Hochschule auf dem Homberg bei Stuttgart ist nach einer feierlichen Weihehandlung ihrer Bestimmung übergeben worden.
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„Bumba s" Schmidt, der ehemalige Internationale aus Rümberg-Fürth hat das Training von Schalke 04 übernommen.
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3 nMainzist von Mitgliedern der Radsportvereine unter Leitung des Rennfahrer-Architekten in freiwilliger, kostenloser Arbeit eine neue, modern konstruierte 250 Meter lange Radrennbahn erbaut worden, auf der am letzten 3uli* Sonntag erstmalig Radrennen hattfinden sollen.
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Der deutsche Kraulmeister Raumond Deiters, Köln, führte auf der 100- Meter-Bahn im Kölner Schwimmstadion seinen angekündigten Rekordversuch über 1000 Meter erfolgreich durch. Deiters legte die Strecke unter offizieller Kontrolle in 13:55,4 zurück und verbesserte den seit 1929 bestehenden Rekord von Weitzel, Göppingen, um 9,7 Sekunden.
D i e deutsche Davispokal-Mannschaft fährt in der Aufstellung v. Cramm, Frenz und Roumey nach 3rland. Lund mußte aus gesundheitlichen Gründen absagen.


