Ausgabe 
15.7.1933 Erstes Blatt
 
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Raffenhygienischer Schulungskursus

Rassische Zusammensetzung des deutschen Volkes"

owie der vielfältige Reiz des Klimawechsels. -Rass

Einweihung des Gefallenen-Oenkmals |

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warz- lag-

Lin« Ueberraschung von der Putzfrau in der Dose.

Dor kurzer Zeit erhielten die Hausfrauen Besuch von dem höflichen Vim-Mädchen, das ihnen ein Vor­zugsangebot für Vim überreichte. Sicherlich will keine Hausfrau sich diese einmalige günstige Gelegen­heit entgehen lassen, so billig zu der Hilfe von Putz­frau Vim zu kommen, zumal das Dorzugsangebot nur kurze Zeit Geltung fyat_____________4543V

** Ein Fünfundfiebzigjähriger. Mehgerrneister Gustav Sack, Seltersweg 7, der einer altbekannten Siebener Mehgerfamilie an­gehört, kann heute in geistiger und körperlicher Frische seinen 75. Geburtstag feiern. Der Iubllar übt noch heute sein Handwerk aus.

* Iustizpersonalie. Der Reichsstatthalter in Hessen hat auf Vorschlag der Hessischen Regierung den geschästsleitenden Justizinspektor beim Amtsge­richt Homberg, Friedrich Schmalz, zum geschafts- leitenden Oberjustizinspektor beim Amtsgericht Butz­bach mit Wirkung vom 15. Juli 1933 ab ernannt.

*» Hessische Personalien. Die technische Anwärterin Anna Elisabeth Sessel aus Alzey wurde zur technischen Lehrerin an der Mädchen- Berufsschule zu Bieber (Kreis Offenbach a.M.)

CLUB-Raucher sind Tabak-Kenner,

denn sie wählen von zahllosen Zigarettenmarken die weitaus beste

Das Postamt

zur Oberwellen-Aundfunkstörung.

Das Po st amt Gießen schreibt uns: Die seit einigen Tagen beobachteten Rundfunkslorungen sind euf Oberwellen zurückzuführen, deren Beseitigung Ich die Südwestdeutsche Rundfunkgesellschaft ange- I:gcn fein läßt. Es ist zu hoffen, daß der störungs- freie Empfang bald wieder hergestellt ist. Die Rund- fsunkhörer werden um etwas Geduld und Nachsicht «beten.

Äie Hausfrau kurbelt die Wirtschaft an f

Freude an der Natur und deutscher Arbeit ver- »inden die Frau als Hüterin und Bewahrerin allen Lebens mit dem deutschen Gartenbau. Das sah man wieder so recht bei der einzigartigen deutschen Gar- Üfnbauausfteüung Berlin 1933, in der 150 000 blühende Blumen und herrliches Frühgemüse vor Len Augen der Besucherscharen ausgebreitet waren. Aber diese herzlichen Beziehungen müssen auch einen gedanklichen Unterbau bekommen, nämlich die Erkenntnis der großen Bedeutung des deutschen Gartenbaues für Haus, Familie und Dolkswirt- fchaft. Die Hausfrau wird ausländischen Erzeug­nissen keinen Pfennig mehr opfern, wenn sie hört, wie stark die Kaufkraft des deutschen Gartenbaues ^nrückgehen muß, sobald die Einfuhr aus anderen Ländern immer schärfer wird. Der Wert des deut- 'chen Gartenbaues, der, in Zahlen ausgedrückt, für 1,5 Milliarden Reichsmark Erzeugnisse auf den Markt bringt, wird oft so wenig von der Hausfrau gewürdigt, daß man gelegentlich hört:Ja, haben Dir denn ebenso früh Gemüse wie das Ausland?" mb bann gehen etwa 200 Millionen Mark in bie ilusfuhrlänber für Gemüse, wo günstigere klima- ische unb wirtschaftliche Verhältnisse bestehen.

Das ist nicht mehr nötig, liebe Hausfrau! Der deutsche Gemüsezüchter hat ben Wettbewerb mit dem Auslanb aufgenommen unb der Frühgemüse- dau hat bei uns schon einen erheblichen Umfang angenommen. Von den großen Anbaugebieten seien iinmal die rund um Berlin gelegenen genannt: das iDberbrud), bie Umgebung von Guben unb Frank- ürt a. b. Ober, wo schon, bevor ber Kalender den Frühling ansagt, die köstlichsten Gurken, Tomaten, Salat und Blumenkohl, Radieschen und Rettiche kultiviert werden und in frischestem Zustand auf chnellstem Wege in unsere Küche gelangen.

Sehr oft gehen Hausfrauen an den Ständen mit Frühgemüse vorbei, weil sie sich gar nicht vorstellen

im Londgraf-Ludwigs-Gymnasium.

9m Freitag um 15 Uhr fand in der Aula des Zymnasiurns eine Feier zu Ehren der im Weltkrieg gefallenen Lehrer und Schüler und die Einweihung )er Gedenktafel statt, die aus Spenden von Ange­hörigen der Gefallenen, ehemaliger Schüler und der Llternschaft der Schülerjahrgänge 1927 bis 1933 er­lichtet werden konnte. Zu der Feier hatten sich außer lern Lehrkörper und den Schülern und die früheren Lehrer des Gymnasiums, darunter auch Oberschul- rat Dr. Blank eingesunden.

In Vertretung des erkrankten Direktors gedachte Studienrat Dr. W o l k e w i tz in tief empfundenen Dorten der Toten, zu deren Gedächtnis sich die Versammlung in feierlichem Schweigen erhob. Ehor- tieber, Deklamationen und ein Vortrag des Schüler- -rchesters waren in wirkungsvoller Weife der ernsten Stunde angepaßt. Dann versammelten sich die An- vesenden vor der Gedenktafel, die im ersten Stock )es Gymnasiums angebracht ist. Hier hielt Prof. Freiherr von Gall die Weiherede-, sodann trugen oier Primaner ein von Oberstudiendirektor Alten- ;i o r f verfaßtes Gelöbnis zum Gedächtnis der Toten cor. Zum Schluß übernahm Herr Dr. W o l ke w i tz - mit einer kurzen Ansprache das Denkmal in die !l)bhut der Anstalt. Es wurde entworfen und ausge- ' fführt von Kunstbildhauer Ködding. Es stellt ein .(in gelbem Kunststein hergestelltes über drei Meter 1 Hohes Portal dar, das im oberen Teil das in star- Hem Relief herausgearbeitete Brustbild eines Front- flalbaten im Stahlhelm zeigt. Der Künstler hat es rin meisterhafter Weise verstauben, den ernsten ent« fchlossenen Zügen dieses Bildes einen ergreifenden nmb zugleich mitreißenden Ausdruck zu verleihen, 8er noch besonders erhöht wird durch die zahlreichen 6ra kreuze, von denen es umgeben ist. Unter ihm ffmd die Namen der gefallenen Lehrer und Schüler angebracht. Der Sinnspruch der Ilias:Nur eine Dorbedeutung gibt es, die wirklich gut ist, den Ab­wehrkampf für das Vaterland" schließt das künst­lerisch und ästhetisch autzerordentlich wirkungsvolle Denkmal ab.

Unbefugte Führung der Reichslriegsflagge.

Es ist in letzter Zeit wiederholt beobachtet worden, Saß Privatpersonen, sowie angeblich auch Militär- und sonstige Vereine, die durch Verordnung -Ses Herrn Reichspräsidenten vom 14. März 1933 be­stimmte jetzige Reichskriegsflagge (sch rveißrot mit dem eisernen Kreuz) z u r B e s pung ihrer Wohnungen usw., ferner als glagge auf Booten, als Wimpel an Kraft- nagen und Fahrrädern benutzen. Nach dem Gesetz zur Abänderung strafrechtlicher Vorschriften" Dom 26. Mai 1933 lautet §360 Ziff. 7 des Reichs- sleafgesetzduches:M i t 150 Mark Geldstrafe bz w. Hast wird bestraft: 7. wer ohne aus­drückliche Ermächtigung ber zuständigen Behörde die Flaggen des Reiches oder eines Landes ober den Reichsadler ober ben entsprechenben Teil eines fianbesroappens führt ober gebraucht ober teer unbefugt eine Dien st flagge des Rei­mes ober eines Lanbes gebraucht. Den Wappen, Wappenteilen unb Flaggen stehen solche gleid), bie ihnen zum Verwechseln ähnlich

Der Rebner führte u. a. aus: Man müsse Rassen- unb Volksgrenzen unterscheiben. DasVolk" als solches sei ein geschichtlicher und sittentümlicher Be­griff. Die Rasse sei ein naturwissenschaftlicher Begriff. Man könne eine Sprache erlernen, eine Staatsange­hörigkeit erwerben, zu einer Religion übertreten, in eine Rasse aber könne man nur hineingeboren wer­den. Man könne sie nur von den Vorfahren erben, sie sei gewissermaßen Gnade oder Verhängnis, beides aber sei unabhängig von unserem eigenen Willen. In seinen weiteren Ausführungen sprach der Redner über die Entstehung der Rassen, insbesondere aber der nordischen Nasse, wobei er kurz auch die Bcbeu- tung ber Bölferroanberungen erwähnte. Er betonte, daß schon seit Jahrtausenben eineAuslese" vor sich gegangen sei: beftimmenb für bie törpbrlithen unb bie geistigen Eigenschaften eines Volkes sei aber immer bas rassische Mischungsverhältnis. Die Men- schenkunde (Anthropologie) sei ein Mittel, körper-

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schen Rassenanlagen als die anerkannt schöpferischsten und befruchtendsten Elemente der Kultur des Abend­landes (ein für das deutsche Volk Unersetzliches und Wertvolles) zu schützen unb zu fördern. Zum Schluß seines ersten Vortrages betonte der Redner, daß es zwischen dinarijchen unb nordischen Menschen kultu­rell durchaus günstige Verbindungen gebe, die wir bei aller Förderung des nordischen Menschen nicht ausrotten sollten, daß wir aber andererseits alle artfremden außereuropäischen Einflüsse unb Rasse- bcftanbteile unseres Volkes ausschließen müßten.

Der zweite Vortrag, der ebenfalls von Dr. Kranz gehalten wurde, behandelte als Thema

Die Linführung in bie Vererbungslehre".

Die Vererbungslehre sei, so führte er u. a. auS. die wissenschaftliche Grundlage für die Rassen­hygiene, die ihren Ausbau und Ausbau insbe­sondere durch L a m a r d , durch Darwin, ©alten, Ploetz und Schallmayer erfah­ren habe. Die Erblichkeitslehre sei in den ver­gangenen Jahrzehnten allmählich aus einer Fülle von bloßen Annahmen unb Vermutungen heraus zur exakten Wissenschaft geworden- 3n seinen weiteren Ausführungen ging der Vor­tragende näher auf das Mendelsche Derer- bungsgeseh ein, sprach in rein fachlicher Weise über überdeckende (dominante) und über über­deckbare (rezessive) Vererbung und kam dabei auch auf die mannigfachen Gefahren der Ver- wanbtenehen zu sprechen.

Mit besonderem Interesse wurden die Ausführun- gen über die Zell-Lehre, ferner über geschlechtgebun- dene Vererbung (Bluterkrankheit, Rot-Grün-Blind- heit usw.) aufgenommen. Er wies auf die Schwierig­keiten ber Erbforschung bei ben Menschen hin, bie hauptsächlich entgegen ber Erbforschung bei Pflan­zen unb Tieren bei ber Materialbeschaffung lägen. Eine Stütze habe bie Wissenschaft allerdings barln, daß bie Vererbungsgesetze für Tiere unb Pflanzen prinzipiell auch auf ben Menschen bezogen werben könnten. Nach kurzen Ausführungen über bie Bebeutung ber Zwillingspathologie wies Dr. Kranz noch auf die Unterschiede zwischen dem Erbbild unb bem Nebenbilb hin. Er betonte, baß man unterscheiben müsse zwischen Umweltseinflüssen, bie auf bas Merkmalsbilb unb solchen, bie auf bas Erbbilb einwirken. Nicht bas Merkmal, sonbern nur bie Anlage zum Merkmal könne vererbt werben. Für bie Zukunft unseres Volkes sei die Beschaffenheit der erbdildlichen Anlagen entscheidend.

Die mit großer Aufmerksamkeit aufgenommenen Borträge wurden durch eine große Anzahl sehr in­struktiver Lichtbilder unterstützt und gaben so den Hörern im Rahmen ber zur Verfügung stehenden kurzen Zeit einen Ueberblicf über die behandelten Probleme.

können, daß Deutschlands Gartenbau es so vollendet versteht, der eigentlichen Saison zuvorzukommen. Darum haben die Gurken einenGürtel" um, auf dem die Herkunft vom deutschen Boden gewähr- leistet wird. Und schaut man sich die Tomatenkisten an, so ist auch darauf verzeichnet, daß sie einer deutschen Frühgemüsetreiberei entstammen. Die Hausfrau ist der Motor des Wirtschaftsmarktes, und wenn sie nicht nur gefühlsmäßig, sondern auch an bewußt nationaler Einstellung dem deutschen Gartenbau gut Freund ist, so wird dieser starke Mitkämpfer für Deutschlands Selbstversorgung und Unabhängigkeit vom Ausland von ihr in jeder Weise unterstützt werden. Obst unb Gemüse ja!

Aber von deutschem Boden muß es sein!

Die deutsche Hausfrau ist heute keine gedanken­lose Einkäuferin mehr! Sie überleat, wie sie zu ihrem Teil zur Ankurbelung ber Wirtschaft und damit zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit beitra­gen kann. Das beginnt schon beim Einkauf eines Salatkopfes. rt.

Gießener Wochenmarktpreise.

* © i e 6 c n, 15. Juli. Es kosteten auf dem heu« tigen Wochenmarkt: Landbutter 120, Kochbutter 103, Matte 25 Pf. das Pfund, Käse 4 bis 10, Eier, inländische, 81/. Pf. das Stück, Wirsing, grün, 10 bis 12, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15, Gelbe Rüben 15 bis 20, Rote Rüben 10, Spi­nat 15, Römischkohl 10, Bohnen, grün, 25, gelb 30, Erbsen 12 bis 15, Mischgemüse 10, Tomaten 25 bis 35, Zwiebeln 12, Rhabarber 5 bis 8, Pilze 30, Kartoffeln, neue, 5, Pfirsiche 35, Himbeeren 30 bis 35, Birnen 20, Kirschen 15 bis 35, Heidel­beeren 25 bis 30, Stachelbeeren 15 bis 25, Jo­hannisbeeren 15 bis 20, Erdbeeren 30 bis 40, Honig 35, Junge Hähne 80 bis 100, Suppen-" Hühner 70 bis 80 Pf. das Pfund, Tauben 50 bis CO, Blumenkohl 10 bis 50, Salat 3 bis 5, Salat­gurken 20 bis 35, Einmachgurken 6, Endivien 10. Ober-Koh rabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 10 Pf. das Stück, Radieschen 5 bis 10 Pf. das Bund, Kar­toffeln. neue. 4 Mk- per Zentner. Walderdbee­ren 50 Pfennig das Pfund.

Voruonzen.

Tageskalender für 6 a m 8 tag: DHC., 20.15 Uhr, von der Üniversitäts-Diblio- thek: Abendgang nach dem Forstgarten. Ver­ein 224er, 20.30 Ubr: Zusammenkunft imAn- dres". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »So ein Mädel vergißt man nicht".

Tageskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »So ein Mädel vergißt man nicht".

vinzichauWa-t r schlecht Een... 3- Reifer, Serlin.

^Q9en< derentwegen flinta »erben, iHMeZnfi.

:,Lme Eßunlusl ist bann als fc((enn Jle nur >" der ' Wilern ober fctlten

Nachweisen, Schuch aufgenommenen Mai- uiD unb qualitativ bur^au- itwilklungsstanbe entspreche? Mit nicht zufrieben. 3n niqi W immer noch bie Sitte unb namentlid) ben Mm f) Speifen anjubieten. Wenn n die Ueberfwung mein, Mäßigkeit gewöhnten 6r- Überstand dr; hfc. & bimtzÄMchitzr E'Mch. scheindnr rßunlchige Sin) x yam'üie, unluft auch bann zu bezeich- läßigteit ber Mahlzeiten nich: ntlichen Vertehrsniitleln ober in zu jeder Tageszeit fiinbtr sehen, das ihnen zur StiDur.a :s gereicht worben ist. Sei: Kinder hernach zur rechle? tit aufbringen können! Auü uhezeit. Es sollte daher strenz i, daß die Kinder nur zu den en Speisen erhalten.

s Naschens gedacht werden, lindern der Eenuß von Scho-, jnterjagl werben; allein S^o- 'N verlegen den Appetit, vir als vor den Mahlzeiten, stets lahlzeiien und nur in mäßiger n Besonders bei Darbietung Ä't, wm atorrhe auf unb bebarf bann bestimmte Kinder sind aber Grund schlechte Ester, er verweigert nur das Früh. ngt man sie zur Fruhstu rbrechen. hier handelt es sich Kinder welche durch die E - suches' derart 'n S.PQnS , bas Frühste »feme >

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liche rassische Unterschiebe festzustellen.

Das beutsche Volk setze sich aus verschiebenen Rassen zusammen. Vorwieaenb (mit etwa 55 bis 60 v. H.) sei ber norbische Mensch ; man unterscheibe außerbem innerhalb unseres Volkes ben fälischen, ostischen, ben weltijchen, ben binarischen unb ben ostbaltischen Menschen. Der Rebner schilberte kurz bie körperlichen unb geistig-seelischen Unterschiebe ber einzelnen Rassen. Der Wert einer Rasse sei rela­tiv für jebes Volk unb nur für bas betreffende Volk, um besten Beurteilung es sich hanbelt, von absoluter Bedeutung. Man müsse festhalten, baß irgenbeine Eigenschaft in einem Volke tulturförbernb wirken könne, während die gleiche Eigenschaft bei einem russisch anders zusammengesetzten Volke zersetzend wirke. Bei der Wertung einer Rasse sei es nicht nöig, in Rassenkampf und Rassenhaß zu verfallen. Rastewert werde gemessen an ber Gesittung, an ber Kultur eines Volkes unb an den Aufgaben, die die­ser Kultur gestellt sind. So, wie z. B. der völkisch- zionistische Jude durchaus im Rechte sei, wenn er bennichtjüdischen" Geist in seinen Reihen aus- schalte, so habe das deutsche Volk nicht nur das Recht, sondern unter allen Umständen die Pflicht, sich gegen jeden nach Vorherrschaft strebenden art- unb wesensfremden Einfluß zu wehren, ihn unter Umständen rücksichtslos auszumerzen und die nordi-

Unter starker Beteiligung der Aerzte, der Stuben- ten unb auch der Lehrer in unserer Stadt und deren Umgebung, veranstaltet gegenwärtig bie NS.- Aerzteschaft Oberhcfsen-Norb unter ber Leitung von Dr. Kranz- Gießen einen Rassenhygienischen Schulungskursus im Hygienischen Institut, der in seinen Vorträgen den Hörern die Grundlagen ber Rassenhygiene vermittelt. Den ersten Vortrag hielt Dr. Kranz, der in umfassender Weise über die

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, ben 16. Juli. 5. Sonntag nach Trinitatis.

Slabttirche. 8 Uhr: Pfr. Mahr; zugleich Christen­lehre für bie Neukonfirmierten ber Matthäus- gemeinbe; 9.30: Pfr. Becker. Dohanneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für bie Neukonfirmierten ber Lukasgemeinbe; 9.30: Psarr- assistent Dörsam; 20: Bibelbesprechung im Johannes- (aal; Pfarrassistent Dörfern. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Missionar Walther; zugleich Chri- stenlehre für bie Neukonfirmierten der Luther- gemeinbe; 11: Kinberkirche für die Luthergemeinbe; Missionar Walther. Petruskapelle. 9.45: Pfarr- affiftent Surfer. Reue Aula ber canbesuniversität. 11.15: Universitäts-Gottesdienst; Predigt Professor V. Bornkamm. wieseck. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Christenlehre, 14: Bibelftunbe; Missionar Walther, Gießen; Kollekte. Atten vuserf. 10: Got­tesdienst. Trohe. 13: Gottesdienst. Großen- Vufeck. 10.30: Gottesdienst. Oppenrod. 8.30: Got­tesdienst. Albach. 8.30. Steinbach. 10: Gottes­dienst und Christenlehre. Klein-Linden. 9: Haupt- gottesbienft; 10: Kinbergottesbienst. Heuchelheim. 13.45: Hauptgottesbienst; Pfr. Surfer, Gießen. Kirchberg. 10: Kirchberg, 11: Christenlehre für bie konfirmierte weibliche Jugenb; 13.30: Lollar. hausen-Garbenteich. 10: Garbenteich, anschließenb Christenlehre; 13: Hausen. IBatjenborn-Steinbcrg. 10.15: Hauptgottesbienst; 11.15: Kinberkirche. Grüningen 9: Hauptgottesdienst. Cid). 8: Früh- gottesbienft; 10: Stiftspfarrer Draubt; 12.45- Kin- bergottesbienft.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 15. Juli.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 16. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Kinder; 8: Kommunion; 9 Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. Echzell. 11; Hochamt mit Predigt. Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. Caubad). 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Vortrag unb Andacht. Cid). 10: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Schotten. 10.30: Messe, Hochamt mit Predigt.

Oeffentticher Sonntagsdienst.

Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01.

Feuerwache: Telefon 2244'45, Notruf Tele­fon 02.

Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr.

Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr.

Sanitätskolonne: Telefon 2500.

Aerzte: Sanitätsrat Dr. Schliephake und Dr. Malech.

Zahnarzt: Dr. med. dent. Schüttler.

Apotheke: Hirschapotheke.

Neben der selbstverständlichen Pflege des Wehr­sports und einer Erweiterung ber Staatsbürgertunbe hat die Ingenieurschule Ilmenau besondere Erfolge dadurch erzielt, daß fie nach einer Ausbildung in ben allgemeinen wissenschaftlich-technischen Grund­lagen in ben höheren Semestern eine Vertiefung in Spezialrichtungen anstrebt, wobei ber Stubierenbe in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrer zu jener Selbftänbigteit geführt wirb, die die Vorstufe der Charakterbildung ist. 586V

schmalgebaute, zarte Kinder, deren Blutkreislauf rielfache Störungen erkennen läßt; ihr Nerven- Aftern zeigt bie Erscheinungen reizbarer Schwäche. Die Behebung ihrer Eßunlust erforbert Gebuld, »eil bie Ursache in ber Gesamt-Reizschwäche oer- ankert ist. Solche Kinder benötigen Speisen, welche -stärkere Geschmacksreize enthalten unb nur wenig umfangreid) sind, um ben Mage nicht zu stark zu füllen. Milch muh gegenüber konzentrierter, doch Hwechslungsreicher Kost zurürftreten. Bei derartigen Hindern laßt sich durch Verschickung oft ein sehr juter Erfolg erzielen, wobei sich natürlich nicht nur Üas Beispiel ber anberen Kinder heilsam auswirkt, -andern auch bie völlig geänberte Kost unb Pflege,

mit Wirkung vom 1. Juli ernannt. Mit sofor­tiger Wirkung wurde der Lehrer Wilhelm Acker­mann zu Unter-Hambach (Kreis Heppenheim) beurlaubt. Der Obergärtner bei der Lehr­anstalt für Obstbau und Landwirtschaft zu Friedberg Alexander H i l d wurde auf sein Rachsuchen mit Wirkung vom 1. Oktober 1933 in den Ruhestand verseht. Der Handelsstudienrat Dr. Friedrich Müller wurde von der Wahr­nehmung der Dienstgeschäfte des Hand.'lsstudien- direktors der kaufmännischen Abteilung der Be­rufsschule zu Osfenbach a. M. entbunden.

** Schulferien. Mit dem heutigen Tage haben an ben Gießener Schulen bie Schulferien begonnen. Für über brei Wochen haben bie Schul­häuser ihre Pforten geschlossen unb bie Jugenb er­freut sich einer uneingeschränkten Freiheit. Hoffent­lich bringen die nächsten Wochen auch noch etwas von dem längsterwarteten schonen Wetter, damit die Jugend über die Straßen unserer Stabt hinaus kann, um auf Wanderungen in bas schone Hessen- lanb roieber neue Kräfte zu sammeln. Der Unter­richt beginnt erst wieder am 10. August. Die Schul­ferien sind diesmal um 3 Tage verkürzt, da in die­sem Jahre die Osterferien um eine Woche verlängert worden waren.

** Sonntags - Rückfahrkarten nach L i ch. Zu der am Mittwoch, 19. Juli, in Lich statt- finbenben Kreistierschau, zur Bauernversammlung unb zu dem gleichzeitig vorgesehenen Flugtag wer- den von allen Bahnhöfen in 50 Kilometer Umkreis um Lich Sonntagsrückfahrkarten ausgegeben. Die Karten gelten am 19. Juli von 0 bis 24 Uhr. Bis 24 Uhr muß bie Rückfahrt angetreten fein.

** M i t bem Sonderzug zur Edertal- sperre. Am vergangenen Sonntag verkehrten auf Anordnung der Reichsbahndirektion Frankfurt am Main von Gießen und von Lauterback aus je ein Sonderzug nach der Edertalsperre. An dieser Fahrt, für die eine Fahrpreisermäßigung von 60 v. H. genehmigt war, nahmen viele Einwohner unserer Stadt, ebenso viele aus Lauterbach teil. Nach ber Ankunft des Sonberzuges im Bahnhof Walbeck bewegte sich eine ansehnliche Menschenmenge zunächst nach bem in nächster Nähe gelegenen Schloß Walbeck, das auf einem steilen Felskegel liegt und einen prächtigen Ausblick auf die herrliche Waldlandschaft, auf ben See und auf die Berge des Waldecker Lan­des gestattet. Nach einer kurzen Frühstückspause be­gab man sich in einzelnen Gruppen an ben See zu ben Motorboten, um zum gegenüberlieaenben Ufer überzusetzen. Man besichtigte die riesige Sperr­mauer der imposanten Talsperre und hörte dabei von den technischen Einzelheiten dieser Großtat ber Technik. Gegen 16 Uhr würbe von Bahnhof Walbeck aus bie Rückfahrt roieber angetreten, die jedoch noch durch einen zweistündigen Aufenthalt in Bad Wil- bungen unterbrochen wurde. Die Teilnehmer ber Sonberfahrt besichtigten die Stabt unb bas Kurbad und gewannen vielerlei Eindrücke. Die Sonderfahrt, die viel deutsche landschaftliche Schönheit kennen­lernen ließ, wird sicherlich allen Teilnehmern lange in angenehmer Erinnerung bleiben.

** Der Verein für koloniale Wieder­gewinnung hielt dieser Tage seine Monatsver­sammlung ab. Der Führer des Vereins Karl Tetz, n e r leitete die Versammlung und hielt einen länge­ren Vortrag überDie Ziele der kolonialen Ver­einigung und die Stellung der nationalen Regie­rung zur Kolonialfrage." Nachdem es dem Führer gelungen sei, das Volk zu einigen, müsse man nun

auch wieder den Blick auf die Kolonien richten, die für die wirtschaftliche Existenz unseres Volkes von großer Wichtigkeit seien. Man müsse sich erneut des­sen erinnern, was uns der Versailler Vertrag durch ben Raub ber Kolonien, durch bie Abtrennung beut- scher Gebiete vom Stammlanbe an Unrecht zugefügt habe. Der Kämpfer im Sinne bcs kolonialen Ge- bankens setze sich fernerhin ein für bie koloniale Jbee unb für bie Wiebergewinnung ber deutschen Kolonien. Die Regierung sei durch die notwendige innenpolitische Umgestaltung in unserem Laterlanbe noch nicht in der Lage gewesen, sich der Frage ber deutschen Kolonien mehr zuzuwenden. Eine Wieder­belebung der Kolonialpolitik sei aber eine Lebens­frage des deutschen Volkes. Deshalb gelte es für den Verein, dem kolonialen Gedanken in unserem Volte wieder mehr Raum zu verschaffen, denn Kolonial- besitz bedeute wirtschaftliche Entfaltungsmöglichkeit, Arbeitsbeschaffung und Siedlungsmöglichkeit. Unter bem WahlfpruchGemeinnutz geht vor Eigennutz" werbe auch die Bereinigung für koloniale Wieder- geroinnung ihre Arbeit am Vaterland leisten. Mit einer Aufforderung an alle Anwesenden, in der Mitarbeit nicht zu erlahmen, schloß der Redner seinen Vortrag.

Wettervoraussage.

Nach dem ziemlich schnellen Dorüberzug des nörd- lichen Wirbels, dessen Kern sich schon über Finnland befindet, scheint die Wetterlage einer Beruhigung entgegen zu gehen. Die Luftdruckgegensätze haben sich mehr ausgeglichen, doch fließt immer noch vor- wiegend ozeanische Luft zu, und über den britischen Inseln bewegen sich weitere Niederschlagsfelder. Es ist also zunächst auch bei uns noch mit dem Auftre­ten wechselnder Bewölkung sowie auch mit einzel­nen gewittrigen Niederschlägen zu rechnen.

Aussichten für Sonntag: wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen schwankend, noch Nei­gung zu gewittrigen Regenschauern.

Aussichten für Montag: weitere Beruhi­gung ber Wetterlage wahrscheinlich.

Lufttemperaturen. Am 14. Juli: mittags 21,6 Grad, abends 17,8 Grad; am 15. Juli: morgens 16 Grad; Maximum 22,2 Grad, Minimum 11,5 Grad Celsius. Niederschläge 0,8 mm. Sonnenscheindauer 2X Stun­den. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 14. Juli: abends 20,3 Grad; am 15. Juli: morgens 16,8 Grad Celsius.