Ausgabe 
15.4.1933 Erstes Blatt
 
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Entscheidung, die in jedem Fall späte st ensam 3 0. S"e ptember 1 9 3 3 getroffen sein müsse, die Verantwortung trage.

Die für das deutsche Berufsbeamtentum Wohl wichtigste Vorschrift enthalte die Schluhvorschrift des Gesetzes. Sie erkläre, dah mit dem Ab­lauf der im Gesetz bestimmten Fri­sten, also in der Regel nach dem 30. September 1933, die für das Verufsbeamtentum geltenden Vorschriften wieder voll wirksam wer­den. Damit sei der vorübergehende Charakter des Gesetzes scharf unterstrichen. Das deutsche Veamtenrecht werde vom 1. Oktober 1933 ab in allen f einen Teilen wiederher- g e st e l l t. Die Regierung glaube, mit dem Ge­setz den rechten Weg eingeschlagen zu haben zwischen dem, was einerseits die Staatsraison gebieterisch verlange, und dem, was das Ve­rufsbeamtentum nach seinen vorbildlichen Lei­stungen für das deutsche Volk und den deutschen Staat verlangen könne.

Karl-Benz-Feier in Ladenburg

Eine nach Tausenden zählende Menge hatte sich in dem historischen Reckarstädtchen Ladenburg ver­sammelt, um das Andenken an den Pionier des modernen Kraftfahrwesens, Dr. h. c. Karl Venz zu ehren. Aus dem ganzen Reiche und auch aus dem Auslande waren Kraftwagen gekommen. SA.-Mannschaften hielten die Ordnung aufrecht, so daß der riesige Verkehr sich reibungslos abwickeln konnte. Sn dem Hause Benz versammelten sich die Festgäste zur Ent­hüllung der von der deutschen Automobilin­dustrie gestifteten Gedenktafel. Der Di­rektor der Daimler-Benz AG., Kissel, hielt die Festrede und schilderte die Verdienste des 1929 verstorbenen Pioniers des Automobils als Erfinder und Mensch. Jahrelang sei die deutsche Automobilindustrie der am meisten ge­drückte Industriezweig unseres Wirtschaftslebens gewesen. Der Dann sei gebrochen durch die Rede des Reichskanzlers Adolf Hit­ler bei der letzten Automobilausstellung. Zum ersten Male seit langer Zeit wurden von so hoher Warte aus die Leistungen der deut­schen Automobilindustrie anerkannt und die Ramen Benz und Daimler wieder gewürdigt. Die Gedenkfeier fällt in den Beginn einer neuen Zeit. Möge sie eine glücklichere Zeit werden für das ganze deutsche Volk und möge sie der Be­ginn eines neuen Aufstiegs der deutschen Auto­mobilindustrie werden. Dann fiel die Hülle von der Tafel, die die Inschrift trägt:Der Schöpfer des Benz-Kraftwagens Dr.-Ing. Karl Venz, wohnte in diesem Hause von 1904 bis zu seinem Tode 1929."

Der Vürgermeister verkündete die Verleihung der Ehrenbriefe der Stadt Ladenburg an den Schirmherrn des Benz-Denkmals-Ausschusses den Reichspräsidenten von Hindenburg, an den Reichskanzler Adolf Hitler und die erste Ehrenbürgerin der Stadt Ladenburg, Frau Dr. Benz. Frau Dr. Benz, sichtlich gerührt von den Ehrungen dankte den Schöpfern der Ge­denktafel und der Gemeinde für die Verleihung des Ehrenbürgerrechts. Gemeinsam zogen die Festgäste zum Friedhof. Am Grabe wurden zahl­reiche Kränze niedergelegt.

Unerhörte Provokation der Saar-^egierungskommission.

Saarbrücken, 15. April. (OB. Funkspruch.) Anläßlich des Potsdamer Staatsaktes wurde auf dem Schloßberg in Homburg eine hakevkreuzfahne gehißt. Der Staatsakt selbst wurde durch Lcrutsprecher vom Stadthaus am Marktplatz aus über­tragen. Als die Regierungskommission hiervon Kenntnis erhielt, beauftragte sie den Hom­burger Bürgermeister Ruppersburg, die Flagge zu entfernen und die Uebertragung sofort ein- 3 u ft eilen. Bürgermeister Ruppersburg wei­gerte sich, diesem ungesetzlichen Auftrage nachzu­kommen. Er ist deshalb durch den Präsidenten der Regierungskommission seines Amtes vor­läufig enthoben worden; er muß sich auf An­ordnung des Präsidenten der Regierungskommission disziplinarisch verantworten. Dem Bürgermeister wird zum Vorwurf gemacht, durch Aufstellen eines Lautsprechersaufreizende Reden" verbreitet und dadurch die Bevölkerung beunruhigt zu haben.

Kleine politische Nachrichten.

$ccr®an5igcr Dolkstag nahm einen Aufloi ungsantrag der Regierungspar­teien mit 41 gegen 6 Stimmen bei 19 Enthaltun­gen an.

Reichskabinett hat soeben das Gesetz über dre Durchführung einer Volks-, Verufs- und Betriebszählung verabschiedet. Die vjahlung findet am 16. Juni 1933 im ganzen Reich statt und umfaßt eine Volkszählung, eine Berufs- zahlung, eine landwirtschaftliche und eine gewerb­liche Vetriebszählung. Die näheren Anweisungen an die Gemeinden zur Vorbereitung des Zähl- geschafts gehen den Gemeindevorständen in den nächsten Tagen von den zuständigen statistischen Aemtern zu.

Aus aller Welt.

Der TUalet Professor Eugen Kampf f.

In Düsseldorf starb im Alter von 72 Jahren nach längerem Leiden der Landschaftsmaler Pro- frssor Eugen K a m p f. Mit seinen Altersgenossen Liese gang und Hermanns gehörte er in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zu den wichtigsten Stützen der Düsseldorfer Kunst.

Amorganisalionen im VDA.

Der Hauptvorstond des Vereins für das Deutschtum im Auslande nahm in einer außer­ordentlichen Sitzung eine Entschließung an, in der es heißt: Die nationale Erhebung und Er­neuerung des deutschen Volkes gibt dem VDA. neue Möglichkeiten und neuen Auf­trieb für die Erfüllung seiner Aufgaben und für die Gestaltung des Volksdeutschen Gedankens. Deshalb wird der Hauptvorstand ermächtigt, das Erforderliche in der Organisation, der Gesamtleitung der Landesver­bände und der örtlichen Organisa­tionen zu veranlassen, bestehende Mängel zu beheben und dringende Verbesserungen zu er­möglichen.

Das Echo -er Llnierhausdebaiie.

Oie Hetzreden Chamberlains und Churchills erwecken lebhafte Befriedigung in Paris.

Paris, 14. April. (TU.).) Die Donnerstag­sitzung im englischen Llnterhaus, besonders die Erklärungen Chamberlains und Macdonalds wer­den in der französischen Presse mit größter Genugtuung ausgenommen und aus­führlich kommentiert. DasEcho de Paris" stellt fest, daß man sich über die wahre Lage zwar schon vor der Machtergreifung der Rational- sozialisten hätte klar werden müssen, dah dieser späte Umschwung aber noch immer besser sei als eine dauernde Verblendung.Paris Soir" betont, daß der englische Ministerpräsident zum ersten Male während seiner ganzen Regierungs­tätigkeit anerkannt habe, dah eine Revision der Verträge nur im Rahmen des Völker- bundspaktes möglich sei. Diese sensationelle Erklärung begrabe den Versuch eines Viererpaktes, denn Macdonald nähere sich der These, die Frankreich von jeher verteidigt habe. DerTemps" weist auf den außergewöhn­lichen Widerhall hin, den die Ausführungen Chamberlains, Simons und Macdonalds in ganz Europa haben würden. Die Aussprache im eng­lischen Unterhaus trage den Charakter einer Warnung der Vertreter des englischen Volkes nicht mehr an die Adresse Deutschlands, sondern an alle diejenigen, die sich der gefährlichen Illu­sion hingeben, dah es möglich sei, die Geschäfte der Welt durch das Wunder einiger impro­visierter Formeln zu regeln, die im Verlauf einer kurzen Unterredung zwischen verantwortlichen Ministern aufgestellt seien. Das nationalistische Journal des Debats" weist darauf hin, dah England in den Worten Chamberlains den Ausdruck der großen britischen Ueberlieferung w i e d e r g e f u n d e n habe. Es wäre zu begrüßen, wenn so eindeutig klare Erklärungen von der französischen Regie­rung abgegeben würden, die wieder einmal eine

Gelegenheit versäumt habe, ihren Gefühlen un5 ihrem Willen Ausdruck zu geben.

Volonte" will in der Llnterhausdebatte einen Beweis dafür erblicken, daß in der Einstellung der öffentlichen Meinung der Welt ein Um­schwung zuungunsten Deutschlands eingetreten sei. Im vergangenen Herbst habe all­gemein die Ansicht geherrscht, dah an der Empö­rung Deutschlands über die ihm durch den Frie­densvertrag zugefügte Unbill sehr vieles richtig sei. An den politischen Tatsachen habe sich in­zwischen nicht das geringste geändert, aber es sei eine Aenderung der politischen At­mosphäre zu verzeichnen.Journee Indu­strielle" will feststellen können, dah Rußland seine Politik gegenüber Deutschland völlig umge­stellt habe. Aehnliches behauptet das Blatt von Oesterreich, wo es ein Nachlassen des Wil­lens zum Anschluß beobachten möchte. Aus bei» dem bemüht sich das Blatt, genau so wie die be­reits angeführten Zeitungen, eine Verlagerung der Einstellung der Umwelt zu Deutschland ab­zuleiten.

In derIllustration" schreibt der ehemalige Ministerpräsident Tardieu: Reparationen, Sicherheit und Achtung vor den Verträgen, die die französischen Regierungen seit 1920 als die Grundregeln ihrer Politik aufrechterhalten hät­ten, würden durch den italienischen Vorschlag eines Viererpaktes zum Tode verurteilt. Revi­sion der Verträge, so wie sie der Pakt vorsehe, bedeute den Krieg. Der italienische Plan könne nur den Zweck verfolgen, den Großmächten eine Vormachtstellung zu schaffen, um ihren Wil­len den anderen Staaten aufzudrücken. Gegen diese internationale Diktatur hätten sich die Völ­ker jedoch schon einmal erhoben. Frankreich lebe' leider in einer pazifistischen Aera, in der es glaube, niemals Rein sagen zu können.

Aus -er Provinzialhauptstadt.

Deutsche Oftern.

Von Superintendent Lic. Borrmann.

Wir feiern Ostern, dieses Siegesfest des Lichtes über die Finsternis, in jedem Jahr mit Freude als Fest des neuen Lebens. Aber in diesem Jahre wird in Deutschland Ostern mit besonderer Freude gefeiert. Regt sich doch überall in deut­schen Landen n ues national s L.b.m. Run dürfen wir deutsche Ostern feiern in der Hoffnung, dah jetzt wieder einDeutschland hoch in Ehren" auf» ersteht.

Deutsche Ostern! Wenn sie da sind, dann müssen auch die alten deutschen Tugenden Wahr­heit, Gerechtigkeit, Gottvertrauen, Bruderliebe auferstehen. Wir sehen mit Freuden, daß sie Auf­erstehung halten in unserem Volk, in dem,^etzt mit Ernst gegen Korruption und Verwilderung der Sitten vorgegangen wird, in dem eine ent­schiedene Wendung zu den ewigen Gütern und Werten unseres Glaubens zu spüren ist, in dem jetzt des Dichters Wort Wahrheit wird:Jeder echte deutsche Mann soll Freund und Bruder heißen!" Fürwahr, wenn dieser Geist sich durch­setzt und den Geist der zersetzenden und zerstören­den Zwietracht überwindet, dann dürfen wir hoffen daß Deutschland auferstanden ist zu einem neuen besseren Leben und einer besseren Zuiunft.

Aber hat mit diesem deutschen Ostern jene Tatsache, die vor rund 1900 Jahren Ereignis wurde und für viele ihr ganzes Leben umstür- zendes Erlebnis wurde, die Auferstehung Jesu Christi, etwas zu tun? Gehört sein Ostern, dieses innerlichste, vom Schleier göttlichen Geheimnisses umgebene Geschehen hinein in die Auferstehung eines Volkes mit all der irdischen Gewalt, die ihr nun einmal anhaftet, und all dem äußeren Jubel, der nun einmal nicht z,u trennen ist? Ja, Christi Auferstehung gehört hinein in unser großes Volkserleben! Mehr: Deutsche Ostern kön­nen im tiefsten Sinne erst gefeiert werden, wenn Christus auch in deutschen Landen aufersteht als der Siegesfürst, der uns Deutschen im siegreichen Kampf gegen alles Gemeine und für alles Gute voranzieht als Held und Führer.

So war es immer in den großen Stunden deut­scher Geschichte. Schon als Christus Einzug hielt in die germanischen Wälder und gerade die deut­schen Tugenden der Mannestreue, des Vertrauens, der Nachfolge in den Herzen unserer Vorfahren zu heiliger Glut entfachte als der christliche Herzog, dem seine Mannen als getreue Jünger auf Gedeih und Verderb zu Dienst und Gehorsam sich verpflich­teten. Und welch herrliche Auferstehung hielt dieser Christus in den Tagen der Reformation, als nicht nur eine neue Frühlingszeit im Reich der Gnade begann, sondern auch durch diesen Geistesfrühling ein neuer deutscher Frühling anbrach. Oder, um an neuere Zeit zu denken, Christus hielt Auferstehung in jener großen deutschen Bewegung der Freiheits­kriege, weil diese Bewegung durchtränkt war von echt christlichem Geist selbstloser Hingabe und opfer­bereiten Dienstes. Und da sollte der Auferstandene fehlen in unserer für unser Volk so bedeutsamen Gegenwart? Nimmermehr! Er ist mit uns und un- Jerer lärbeit für Deutschlands Auferstehung, wie er mit den Vätern war. Ihn bitten wir um Die rechte Weisheit um die übermenschliche Kraft zu unserm Werk und vor allem um etwas von seinem Glau- den, daß es auch im Leben unseres Volkes immer roieder durd) Nacht zum Licht, durch Leiden zur Herrlichkeit, über Golgatha zum Ostermorgen geht.

34no doch: Ostern will noch tiefer verstanden werden! Denn Ostern mutz von jedem erlebt ^rden, ganz persönlich - sonst gilt uns das Wort. Ist Christus tausendmal vom Tod er­standen und nicht in dir, bleibst du in Todes» banden! Was die Apostel einst zu Ostern er» fuhren und dann in die Worte kleideten:Gott hat den Fürsten des Lebens von den Toten auf» ?es s'nd wir Zeugen (Apostelgeschichte 3 15) das muß unser Erlebnis werden. Damit a n,c^ chehr und nicht weniger gesagt als daß auch wir den Standpunkt jener ersten

Welt gewinnen, von dem lebten L?5 n l?tCn ?nSeIn bewegten. Sie lebten fett Ostern in und durch Christus. Es war für sie beseligende Tatsache:Er lebt! Darum ist auch uns der Vollsinn des Lebens jetzt erst zuteil geworden denn wir haben nun Gewißheit Jaß auch wir Erben des ewigen Lebens sind Und diese Ewigkeltsgewißheit gab ihnen den bewundernswerten Mut und die einzigartige

Kraft , für dieses Leben und die großen Lebens­aufgaben in dieser Welt. Es war in ihrem Leben die große Wandlung eingetreten, die der Auf- erstandene bei denen durchführt, die sich in seine Gewalt begeben.

Wollen wir nicht auch solche lebendigen Jünger des lebendigen Christus werden? Menschen, die tapfer, stark, weil ewigkeitsgewiß den schweren Alltag meistern und die harte Zeit überwinden und dadurch die beste Aufbauarbeit für unser Volk leisten? Wie nötig haben wir es,des Herrgotts fröhliche Leute" zu werden! Und wie viel fehlt uns noch daran! Aber getrost! Wenn zu Ostern nur. der heiße Wunsch nach solchem wahren Leben in uns brennt, dann naht uns der auferstandene Christus und läßt uns teilhaben an seinem Ostern und segnet dadurch auch das Ostern unseres Volkes.

Kirchliche Fürbitte zum Geburtstag des Reichskanzlers.

Einer Anregung des Deutschen Evangelischen Kkrchenausschusses entsprechend, hat das Evangel. Landeskirchenamt in Darmstadt in einem Aus­schreiben an die evangelischen Dekanate, Pfarr­ämter und Kirchenvorstände bestimmt, daß in den evangelischen Gemeinden im Gottesdienst am zwei­ten Osterfeiertag des Geburtstages des Reichs­kanzlers fürbittend gedacht wird. Weiter ist be­stimmt worden, daß am Geburtstage des Reichs­kanzlers (20. April) auf den kirchlichen Gebäu­den, soweit das möglich ist, die evangelische Kirchenfahne zu hissen ist.

Oer Säerfog der nationalen Arbeit.

Amtlich wird mitgeteilt: Die Ausführungs» beftimmungen zu dem Gesetz über den Feiertag der nationalen Arbeit werden auch die Frage der Lohnzahlung am 1. M a i regeln. Für den 1. Mai wird auch für die Arbeiter, die im Stundenlohn beschäftigt sind, der volle Lohn gezahlt werden.

Der Reichsminister der Finanzen hat die Lan­desregierungen gebeten, die Gemeinden anzu­weisen, Veranstaltungen von der Vergnü­gungssteuer fre: zuste11en, die am 1. Mai 1 933 aus Anlaß und zu Ehren des Ge­burtstages des Reichskanzlers Adolf Hitler unternommen werden. Die Steuerfreiheit soll also davon abhängen, daß es sich um eine Ver­anstaltung am 1. Mai 1933 bzw. 20. April 1933 handelt, die durch den Feiertag der nationalen Arbeit bzw. den Geburtstag des Reichskanzlers besonders veranlaßt ist und zu Ehren dieser Tage stattfindet.

Margarine-Verwendung ist kenntlich zu machen.

WTB. Die Neuordnung der Fettwirtschaft uni) die dadurch bedingte Verknappung von Margarine macht es erforderlich, diese vor allem den Bevöl­kerungsschichten zur Verfügung zu stellen, die gegenwärtig nicht in der Lage lind, die für den Bezug deutscher Fette erforderlichen Mehraufwen­dungen zu machen. Um dies zu erreichen, soll der Verbrauch von Margarine, Kunstspeisefetten usw. vor allem dort eingeschränkt werden, wo diese, ohne zu einer fühlbaren Mehrbelastung der Verbraucher- schäft zu führen, durch deutsche Fette ersetzt werden können. Dieser Aufgabe dient eine in der nächsten Nummer Des Reichsgesetzblatts erscheinende Ver­ordnung des Reichsministers Dr. Hugenberg und des Reichsinnenministers über den Verkehr mit Erzeugnissen der Margarinefabriken und Oelmüh- len

In dieser Verordnung wird bestimmt, daß in Gast­wirtschaften, Schankwirtschaften oder Speisewirtschaf­ten jeder Art durch besonderen Aushang darauf hin- aewiesen werden muß, ob Margarine, Kunstspeise, fette, gehärtete Speiseöle, Pflanzenfette oder ge- härtetsr Tran bei der Herstellung Der Speisen ver- menDet werden. Werden ferner im Kleinhandel von Bäckern, Konditoren oder Verkäufern von frischen Back- und Konditorenwaren Lebensrnittel feilgehal­ten oder verkauft, die unter Verwendung der ge- nannten Dele und Fette hergestellt oder zubereitet

so ist dies ebenfalls durch Aushang kennt- uch zu machen. Gleiche Hinweise sind auf den Speisekarten, Preisschildern oder Preisverzeichnis­sen zu machen.

Weiter bestimmt die Verordnung: Auf den Ge­säßen und äußeren Umhüllungen, in denen Mar- 1

garine, Kunstspeisefette, gehärtete Speiseöle, Pflan­zenfette oder gehärteter Tran in den Verkehr ge­bracht werden, ist der Gehalt an den einzelnen als Rohstoff verwendeten Deien und Fetten in Hun­dertteilen anzugeben.

Gastwirtschaften, die sich auf Grund dieser Ver­ordnung veranlaßt sehen, von dem Verbrauch von Margarine zur Verwendung von Butter überzu­gehen, wird empfohlen, die zur Zeit vorhandenen niedrigen Butterpreise jur Deckung ihres Bedarfs für die nächsten Monate auszunutzen. Im Hinblick auf die durch die Neuordnung per Fettwirtschaft in Zukunft bedingte Preisentwicklung für deutsche Fette dürfte es sogar für Gastwirtschaften zweck­mäßig sein, in größerem Umfang Butterschmalz herzustellen, das auf lange Zeit hinaus haltbar ist.

Mitteilung trerkundlicher Beobachtungen.

Man schreibt uns: Der in der Festzeitschrift Frisch Obi*" anläßlich des 25. Jubiläums des Zwe'.gvereins Gießen des VHC. veröffentlichte Artikel überBeiträge zur Flora und Fauna der Umgebung Gießens und Beobachtungen über die Lurchfauna" von Dr. Karl Rudolf Fischer und Llniversitätsprofessor Dr. B. Henneberg hat größeres Interesse gefunden, als man bei der beschränkten Verbreitung der Zeitschrift er­wartet hatte. Insbesondere haben sich nachträg­lich Stimmen gemeldet, die wertvolle Beobach­tungen zur Ergänzung hätten beitragen können. Um diese wichtigen Mittelungen nicht der Wis­senschaft verloren gehen zu lassen, bitten die Verfasser, alle tierkundlichen Beobachtungen, in­sonderheit die aus früheren Jahren, an Prof. Dr. Henneberg, Anatomisches Institut der Universität Gießen, oder Dr. Karl Rudolf F i - scher, Forstzoologisches Institut der Universität Gießen senden zu wollen. Auch an sich belang­los erscheinende Beobachtungen können wertvoll sein.

(Siebener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 15. April. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 110 Pfennig das Pfund, Landbutter 110, Kochbutter 90, Matte 20 bis 25, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 25, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Unter-Kohlrabi 6 bis 8, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 10, Meer­rettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Rha­barber 20 bis 25, Kartoffeln 3, Aepfel 20 bis 30, Dörrobst 35 bis 40, Obstmus 40 bis 45, junge Hahne 70 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80; Tau­ben 40 bis 60 Pfennig das Stück, Eier, inländische, 8, Käse 5 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 20 bis 25, Salatgurken 50 bis 60, Lauch 5 bis 10; Rettich, neue, 20 bis 25 Pfennig das Bund, Ra­dieschen 10 bis 15; Kartoffeln 2,50 Mark der Zentner. Sellerie 10 bis 30 Pfennig das Stück.

Daten für Samstag, 15. April.

1632: Sieg Gustav Adolfs über Tilly bei Rain am Lech; 1832: der Dichter und Zeichner Wil­helm Dusch in Wiedensahl geboren.

Daten für Sonntag, l6. April.

1786: Der Seefahrer Sir John Franklin in Spilsbh geboren; 1844: der französische Dich­ter Anatole France in Paris geboren; 1871: Ver­kündung der Deutschen Reichsverfassung: 1917: Riesenschlacht an der Aisne. Der feindliche Durch­bruchsversuch gescheitert.

Daten für Montag, 17 April.

1774: Der Erfinder der Buchdruckschnellpresse, Friedrich König, in Eisleben geboren; 1790: der amerikanische Staatsmann und Schriftsteller Benjamin Franllin in Philadelphia gestorben.

Pornotizen.

Tageskalender für Samstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die unsichtbare Front". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Der goldene Gletscher".

Tageskalender f ü r Sonntag (1. Feiertag): Stadttheater. 19 bis 21 Uhr,An­dreas Hollmann". Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Drandplatz, 11 bis 13 Uhr, große Frühjahrsausstellung. Lichtspielhaus, Bahn- hosstraße:Die unsichtbare Front". Astoria- Lichtspiele, Seltersweg:Der goldene-Gletscher".

Tageskalender für Montag (2. Feiertag): Stadttheater, 19 bis 21.30 Uhr, Die vier Musketiere". Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße:Die unsichtbare Front".

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* Schulpersonalie. Stadtschulrat Mau­rer in Offenbach wurde auf sein Rachsuchen in den Ruhestand verseht. Die durch feinen Rück­tritt freigetooröene Stelle soll aus Ersparnis­gründen nicht wieder beseht werden. Stadtschul­rat Maurer wurde 1810 zu Ober-Eschbach im Kreise Friedberg geboren. Im Frühjahr 1890 bestand er die Seminarentlassungsprüfung, zwei Jahre später die Staatsprüfung und im März 1896 die erweiterte Prüfung in Französisch und Englisch Rach einjähriger D r._ cnöung als Schnl- bertoalier an der Volksschule zu Mainz wirkte er von April 1891 bis Juni 1919, also mehr als 28 Jahre, als Lehrer an den Lehrerbildungs­anstalten zu Alzey, Lindenfels und Darmstadt und half während dieser langen Zeit weit über tausend Lehrer und Lehrerinnen ausbilden; da­nach konnte er nahezu 14 Jahre lang als Kreis- und Stadtschulrat in Büdingen, Offenbach- West und Offenbach-Stadt über 603 Lehrer för­dern und beraten. Vom August 1914 bis April 1916 war er zum Heere eingezogen. Das Hessische Kultusministerium und die neue Leitung der Offenbacher Stadtverwaltung haben dem Schei­denden ihre besondere Anerkennung für seine Verdienste um das Schulwesen in Hessen, be­sonders auch in Offenbach, zum Ausdruck gebracht.

** Mandatsniederlegung bei der Gießener Handelskammer. Kaufmann Leopold Mayer, Gießen, hat sein Mandat als Mitglied der Industrie- und Handelskammer Gießen niedergelegt.

** Dftermorgenmuftt vom Turm der Iohanniskirche. Am ersten Dftertage wird der Verein für christliche Musik um 7 Uhr vorn Turm der Iohanniskirche folgende Choräle blasen:Las­set uns den Herren preisen", ,Hesus meine Zuver­sicht".

** Besuchszeiten der Museen. Die Mu­seen und Sammlungen im Alten und Neuen Schloß fin an beiden Feiertagen (Sonntag und Montag) zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet.

** S tra ß e nsperre im Vogelsberg. Wegen Ausführung von Asphaltierungsarbeiten wird die Provinzialstraßs Geder nM erken» f r i tz vom 24. April, Merkenfri tzH irzen - Hain vom l.Mai für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt von Gedern über Wenings, Geln» haar, Usenborn nach Drtenberg und umgekehrt. Der über den Vogelsberg führende Fernverkehr wird