Ausgabe 
13.10.1933 Frühausgabe
 
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Prozeß bedrohte Einwohnerschaft von Äafifomien empört sich gegen Sutter, gegen den Richter Thompson, der das aufrichtige Urteil gefällt hat, steckt den Justizpalast in Brand, tötet die Söhne Sutters, brennt seine Farmen nieder, raubt sein Geld, verwandelt seinen ganzen Besitz m eine Wüstenei. Sutter entgeht nur mit Mühe der auf­gebrachten Dolksmenge, wird ein Bettler um sein Recht, denn er muß sich,das Recht auf den Besitz seines Landes von neuem erzwingen.

Er irrt in Washington umher, spricht täglich im Iustizpalast vor, um seine Millionen, sein Land, sein Neu-Helvetien zurückzufordern. Es finden sich Leute, die den alten Mann im schmutzigen lieber- rock zu neuen Prozessen anspornen, ihm Geld leihen, in der Hoffnung, das Geld einmal tausendfach wieder zu bekommen. Sutter verficht feine An­sprüche mit beispielloser Standhaftigkeit, obwohl seine Erbitterung von Tag ^u Tag wachst.

Ueberall wird er abgewielen. So aet)t es 20 Jahre lang, von 1860 bis 1880. Inzwischen wachst aus seinem Grund die Riesenstadt San Franzisko, das Neuyork am Stillen Ozean. Schließlich holt der Greis zu einem letzten Schlage aus: Er wendet sich an den Kongreß, die oberste Volksvertretung. Man lacht ihn aus.

Millionen Menschen leben auf feinem Grund und Boden; keiner denkt daran, dem alten wartenden Mann em Heim zu geben, m dem er setnen Lebens- abend verbringen könnte nach seinem funfzigjahn- acn Tagwerk bitterster Arbeit. Cm Dokument m btt Tasche, das ihm ein Besitztum verbrieft, irrt er armseliger, gehetzter, gebemutigter als Öerarmfte Straßenbettler von Washington durch die Straßen. Unerbittlich findet er sich täglich vor dem Kongreß- palask ein, setzt sich auf die Stufen der marmornen Terrassen und zeigt jedem das Urteil, das ihn zum reichsten Mann der Welt macht...

Auf den marmornen Stufen des Kongresses traf ihn am 16. Juli 1880 der H e rz s ch l a g. Er wurde auf öffentliche Kosten begraben. Ein Bettler. Der reich st e Bettler der Welt. Mit einem gültigen Rechtstitel, der ihm ein unermeßliches Ver­mögen sicherte, ein Land, größer als Deutschland, eine Stadt mit Wolkenkratzern, einem fabelhaften Reichtum an Obst und Früchten, doch ohne Nach­kommenschaft, die fein Recht weiter verfechten konnte. So ist diese Riesenerbschaft bisher noch nicht angefordert worden. Die Streitschrift Johann August Sutters liegt friedlich in den Archiven, ein lächer­liches Nichts...

Wirtschaft.

4'/,proz. Rumänische Rente von 1913. Die ständige Kommission zur Wahrung der 3ntentien deutscher Besitzer ausländischer Wert­papiere, Berlin, teilt mit: Die rumänische 'Regie­rung, mit Der es bisher zu Verhandlungen über die Bedienung Der äußeren rumänischen Anleihen nicht gekommen ist, bietet für die in der zweiten Hälfte des Budgetjahres 1933/34, d. h. bis 31. 3. 34, fälli­gen Soupons 20 v. H. in freien Devisen und 80 v. 5)- in Schatzbonds, die auf Lei lauten, ab 1. 4. 34 zu 4 v. H. verzinslich und im Budgetjahr 1936/37 rück­zahlbar sind. Sie hat demgemäß den deutschen Zahl- stellen für die am 1. 10. fälligen Koupons der 4,5 pro,3. Rente von 1913 20 o. H. in Reichsmark zur Verfügung gestellt. Diese Rente ist nach dem Abkommen vorn 10. 11. 28 zur Zeit mit 36 v. H. des alten Zinssatzes von 4,5 v. H. zu verzinsen, d. h. der Halbjahrskoupon ist nach diesem Abkom­men mit 0,81 o. H. (statt normal mit 2,25 v. H.) ein­zulösen. Die jetzt von der rumänischen Regierung angebotenen 20 o. H. bedeuten also nur eine Ein­lösung von 0,16 v. H. Die Annahme dieses Ange­bots Der rumänischen Regierung kann Den deutschen Besitzern nicht empfohlen werden. Gegen die Nicht­erfüllung des Abkommens vom 10. 11. 28 wurde protestiert.

Frankfurter Börse.

THittagsbörfe: fest.

Frankfurt a. M 12. Okt. Die Mittagsbörse eröffnete in fester Tendenz, wobei der Aktien­markt mehr in Den Vordergrund rückte, aber auch der Rentenmarkt in sich seine feste Hal­tung behielt. Von der Kundschaft waren in Nach­wirkung der letzten günstigen Wirtschaftsberichte zahlreiche Kauforders eingetroffen, denen sich die Kulisse mit URcinungsMufen anschloß, zumal die Genfer Verhandlungen zuversichtlicher beurteilt werden.

Bei lebhaftem Geschäft ergaben sich durchschnitt­liche Kurssteigerungen von 1 bis 2 o. H. Darüber hinaus lagen besonders am Elektromarkt Tarif­werte sehr fest. So gewannen Licht & Kraft 4 o. H., Bekula 2,75 v. H., Elekir. Lieferungsgefellfchaft er­schienen mit Plus-Zeichen und wurden etwa 5 o. H. hoher tariert, außerdem gewannen Rhein. Elektro 3 o. H., Lckhmeyer 4 v. H und Accumulatoren 3,75 v H. sowie Schuckcrt 2,50 v. H., Siemens lagen ruhig un'o nur + 0,50 v. H. Montanwerte, für Die bereits gestern abend auf die Ziffern des Stahl­vereins - Quartalsausroeifes merkliche Erhöhungen eingetreten waren, blieben ebenfalls fest und zogen meist von 1 bis 2 v. H. an, nur Harpener setzten 0,50 v H. niedriger ein. Im übrigen eröffneten über das Durchschnittsmaß Zellftoss Waldhof (+2,75 v. H.), Bemberg (+ 1,75 v. H.), Reichsbank (+ 1,50 v. H), AG. für Verkehr (+ 1,75 v. H.) und Bank für Brauindustrie (+ 2,50 v. H.). Bemerkens­wert erholt waren Schiffahrtswerte, Hapag + 0,75 o. Sy, Nordd. Lloyd + 1,25 o. H. IG. Farben lagen ruhig, jedoch 0,40 d. Sy höher (118).

Am Rentenmarkt eröffneten die Großwerte zunächst nur knapp gehalten, doch trat wieder Nach­frage auf. Altbesitz 78,75 bis 79, späte Reichsschuld­buchforderungen 87,40 bis 87.75, dagegen Neubesitz 11,65 bis 11,55 und 6 v. H. Staliloerein 63.65 (1,25 v. H.) An den festverzinslichen Märkten war bas Geschäft klein geworden und Die Kurs- gcftaltuug meist etwas schwächer, doch hielten sich Die Rückgänge meist im Ausmaße von 0,25 bis 0,75 v. H Teilweise traten weitere Erhöhungen von 0 50 ble 1,50 o. Sy ein. Bon Stabtanfcihen Innen Mainzer 1,25 v. Sy niedriger. Bon Industrie-Obli­

gationen verloren Farben-Bonds 1,25 v. H. Am Auslandsrentenmarkt lagen schweizerische Bundes­bahn-Anleihen bis zu 3 d. Sy schwächer.

Im Verlaufe war die Kursgestaltung u n - einheitlich, wobei anfangs stärker gestiegene Werte etwas nachgaben, besonders gedrückt waren IG. Farben (1,25 v. H ), im übrigen betrugen die Veränderungen nach beiden Seiten von 0,25 bis 0,75 v Sy Lechwerke Augsburg lagen fest und 4 v. H. höher. Am Kassamarkt blieben Hypotheken- bankaktien gesucht und fester. Bon den variablen Renten blieben späte Reichsschuldbuchsorderungen mit 87,75 v. Sy unverändert, dagegen büßten Alt- besttz auf Realisationen 1 v. H. und Neudesih 15 Pfennig ein. lagesgelb war zu 3,25 v. H. un­verändert.

Abendbörse: ziemlich still.

Die Abendbörse eröffnete nach dem bewegten Mittagsverkehr wieder in ziemlich stiller Haltung, Da neue nennenswerte Kundenorders nicht einge­troffen waren. Die Stimmung als solche war nicht unfreundlich, die Umsätze bewegten sich aber auch in Spezialwerten in engsten Grenzen. Gegen­über dem Berliner Schluß war die Knrsgestaltung uneinheitlich, wobei aber meist kleine Besserungen von zirka 0,25 bis 0,50 v. H. überwogen, besonders bei Den Montanaktien. Niedriger lagen IG.-Farben, die auf kleines Angebot 0,65 v. H. verloren. Im Verlaufe erfuhr das Geschäft teilweise eine leichte Belebung, doch wies Die Knrsgestaltuna auch weiter- hin keine Einheitlichkeit auf. Fest lagen Reichs- banfanteile, die 1,50 v. Sy gewannen.

Am Rentenmarkt war das Geschäft eben­falls nur klein. Späte Reichsschuldbuchforderunzen lagen mit 87,65 bis 87,75 und Neubesitz mit 11.45 v. Sy behauptet. Altbesitzanleihe konnten sich gegen­über dem schwachen Berliner Schlußkurs um 0,90 v. H. erhöhen. Dollarbonds waren im freien M§rkt weiter gesucht. An den Pfandbriefmärkten war ebenfalls nur kleines Geschäft zu verzeichnen, doch zeigten die Kurse nur unwesentliche Veränderungen. U. a. notierten: Neubesitzanleihe 11,45 bis 11,50, Altbesitzanleihe 77,90, öprozentige Reichsanleihe von 1927 89, Schutzgebietsanleihe alle 7,85, 6prozentige Frankfurter Hyp.-Bank Gold R 1 bis 15 88, 5'/-- prozentige do. Liquidation 88.25, 6prozentige Hessen von 1928 85, Bank für Brauindustrie 81,25, Reichs- bank 145 bis 146, Buderus 66,50 bis 66,75, Gelsen­kirchen 48,50, Harpener 82,25, Mannesmann 52.75, Phönix 33,50 bis 33,65, Rheinstahl 74,50, Stahl­verein 33, Ahl 29,90, Bekula 119,75, Daimler 27, Licht und Kraft 91,50, IG -Farben 116,13 bis 116,50, Lahmeyer 117, Zellstoff Waldhof 32,90, Hapag 11, Lloyd 12,13.

Wetterauer Obstmarkt in Butzbach.

Butzbach, 12. Okt. Der heutige Markt war gut beschickt. Nachfrage geringer als Angebot. Es wur­den bezahlt pro Zentner für Tafelobst: Aepfel 10 bis 17, Birnen 5 bis 7, Zwetschen 9 Mark; Wirt- schaftsobst: Aepfel 5 bis 11, Birnen 3 bis 7 Mark. Tendenz: mäßig.

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Frankfurt a. M., 12. Okt. Auftrieb: Rinder 149 (gegen 59 am letzten Donnerstagmarkt), 6Q4 Kälber (855), Schafe 406 (315), Schweine 781 (716). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Reichsmark: Kälber a) 36 bis 40, b) 30 bis 35, c) 25 bis 29, d) 20 bis 24. Schafe e) 25 bis 27, f) 21 bis 24, g) 17 bis 20. Schweine b) 48 bis 52, c) 48 bis 51, d) 44 bis 48. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstag gaben Kälber und Schweine 1 bis 2

Mark nach, Schafe blieben unverändert. Marktver- lauf: Kälber ruhig, Schafe rege, ausverkaust. Schweine schleppend, geringer Ueberstand. Fleisch- großmarkt. Beichickung: 800 Viertel Rindfleisch, 140 ganze Kälber, 44 ganze Schafe und 377 Schweine­hälften. Preis für ein Zentner frisches Fleisch in Reichsmark: Ochsen- und Rindfleisch I 52 bis 55, II 46 bis 52. Bullenfleisch 46 bis 52. Kuhfleijch II 36 bis 42, III 25 bis 32. Kalbfleisch II 62 bis 70. Ham- melfleiid) 60 bis 65. Schaffleisch nicht notiert Schweinefleisch I 65 bis 70. Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: lebhaft.

Mannheimer Hlein-ViehmarU.

Mannheim, 12.Okt. Auftrieb: 21 Kälber, 21 Schafe, 106 Schweine, 603 Ferkel, 180 Läufer. Cs notierten: Ferkel, bis vier Wochen alt, 5 bis 8 Mk, über vier Wochen alt 9 bis 14 Mk., Läufer 13 vis 19 Mark. Marktverlauf: Ferkel und Läufer ruhig; Kälber, Schafe und Schweine nicht notiert

Mannheimer Getreidebörse

Mannheim, 12. Okt. Weizen (inländischer, 76 77 kg) 19,75 bis 19,90 Mark frei Mannheim, Festpreis per Oktober Bezirk 9 18,80, Bezirk 10 19, Bezirk 11 19,30; Roggen (süddeutscher) 16,30 bis 16,60 frei Mannheim, Festpreis per Oktober Be­zirk 9 15,80, Bezirk 8 15,50; Hafer (inländischer) 14,25; Sommergerste 19 bis 19,50; Gerste (Pfälzer) 19 bis 19,75; Futtergerste 16,50; Mais (gelber, mit Sack) 18,50; Sojaschrot (Mannh. Fabr., prompt) 14,75; Biertreber (mit Sack) 15; Trockenschnitzel (ab Fabrik) 8,75; Erdnußkuchen (prompt) 16; Wiesen- Heu (loses) 5,80 bis' 6; Rotklceheu 6; Luzernkleeheu 7,50 bis 8; Stroh: Preßstroh Roggen-Weizen 2, Hafer-Gerste 1,80 bis 2; geb. Stroh: Roggen-Weizen 1,40 bis 1,70, Hafer-Gerste 1,20 bis 1,40; Weizen- mehl (Spezial 0, mit Austauschweizen) per Oktober 29,25, per November 29,40, per Dezember 29,55; Weizenmehl (mit Inlandweizen, alte Ernte) per Oktober 27,75, per November 27,90, per Dezember 28,05; Roggenmehl (70 bis 60 d. Sy Ausmahlung, je nach Fabrikat, norddeutsches) 22,50 bis 23,50; Roggenmehl (Pfälzer und süddeutsches) 22,75 bis 23,75; Weizenkleie (feine) 9, (grobe 9,50); Roggen- tleie 8,50 bis 9,50; Weizenfuttermehl 10,40; Roggen-

futtermehl 9,50 bis 11,50; Deizennachmehl 14 bis 15,50; Rapskuchen 12; Palmkuchen 14; Leinkuchen 16,75, Sejamkuchen 16 Mark. Tendenz: ruhig. Das Geschäft in Getreide gestaltete sich heute sehr ruhig, da Die Mühlen infolge ungenügenden Mehl» abrufes kein Material aufnehmen. Futtermittel stetig-

Builenauliion in Lauterbach.

A Lauterbach, 12.Oft Ein überaus erfreu- liches Ergebnis hatte die gestern von der Hessischen Bauernkammer Tierzuchtamt Gießen ver­anstaltete Bullenoersteigerung. Sämtliche aufgetriebene Tiere konnten verkauft werden. Die Auktion nahm hinsichtlich des Verkaufs, der Güte Der Tiere und der erziehen Preise einen sehr gün­stigen Verlaus. Durchschnittlich wurden 525 Mark pro Tier gelöst. Die Versteigerung hat aber auch bewiesen, auf welch hoher züchterischer Leistungs­fähigkeit unsere heimische Landwirtschaft steht. Den höchsten Preis mit 830 Mark erbrachte ein Bulle der Arbeiter-Kolonie Neu - Ulrichstein. Sämtliche Tiere fanden zu sehr guten Preisen Absatz. Die Nachfrage war diesmal viel größer als das Ange­bot. Vor der Auktion sand wieder eine Preisbewcr- tung statt.

Die Ergebnisse der Prämiierung.

Bullen bis 12 Monate: 1. Preis: Fried­rich Weifenbach (Kestrich), Arbeitskolonie Neu- Ulrichstein, Ihs. Rodemer IV. (Angersbach); 2. Preis: And. Do^ert IV. (Stockhausen), Karl Reibling (Ober- Breidenbach), August Oppertshäuser (Arnsheim). 3. Preis: Hrch. Möller (Eulersdorf), Hrch. Döring (Angersbad)).

Bullen bis 14 Monate alt: 2. Preis: Louis Schlößer Ww. (Kestrich), Herrn. Hedtrich (Eichenrod), Herrn. Schönheit (Altenburg); 3. Preis: Hrch. Rodemer IV. (Angersbad)), Joys. Fölsing (Maar).

Bullen über 14 Monate: 1. Preis: Jung- Viehweide Wernings; 2. Preis: Jungviehweide j Warthos, Hrch. Günther (Weid-Moos); 3. Preis: Jungviehweide Tiergarten, Iungviehweide Lauter- | bad).

Wir gehen in die Betriebe!

Weitere Besichtigungen durch die Bezirksleitung der Deutschen Arbeitsfront.

Frankfurt a. M., 10. Okt. Der sechste Tag des Propaganda-Feldzuges Der Deutschen Arbeitsfront führte Den Bezirksleiter der Deutschen Arbeitsfront, Gaubetriebszellenleiter Pg. Willi Becker, MdL., zu den Opelwerken in Rüsselsheim. In über Mündigem Rundgang wurden alle Teile die­ser riesigen Werksanlagen von Pg. Becker, seinem Stab und den Verbands-Bezirksleitern der ver­schiedenen Verbände in Augenschein Genommen. Es wurde festgestellt, daß hier höchste Anforderungen an deutsche Wertarbeit gestellt werden. Am Schluffe der Besichtigung versammelte sich die ganze Beleg­schaft. In einer Ansprache versicherte Das Vor­standsmitglied Dr. Fleischer, daß die Leitung der Opelwerke alle Kräfte in den Dienst Des Kamp­fes gegen Hunger und Kälte stellen und so dazu beitragen werde, die wirkliche Volksgemeinschaft in ihren Betrieben zu verwirklichen. Sodann ergriff Gaubetriebszellenleiter Pg. Becker das Wort zu grundlegenden Ausführungen über unsere Stellung zum deutschen Arbeiter. Er gab seiner ganz beson- deren Freude Darüber Ausdruck, daß er bei der Werksleitung für die Fragen der Arbeit so viel verständnisvolle Bereitwilligkeit gefunden habe. Der Betriebsratsoorsitzende, Kreisbetriebszellenleiter von Groß-Gerau, Pg. A. Krauß dankte in einem kurzen Schlußwort dem Gaubetriebszellenleiter. Er bezeichnete die Worte PZ. Beckers als eine Pre­digt für den deutschen Sozialismus.

Bei dem Besuch Der Firma Ernst Kratz GmbH., Frankfurter medizinische und chirurgische Nadelfabrik durch die Kreis- bettiebszellenleitung und die Deutsche Arbeitsfront wurden alle Zweige des Betriebes eingehend be­sichtigt. In dem Unternehmen werden chirurgische Wunonadeln und Injektionsnadeln, sowie nahtlose Röhren hergestellt. Etwa die Hälste der Fabrikate geht nach dem Auslande, trotzdem werden aus­schließlich deutsche Rohstoffe verarbeitet. Die Be- legschast umfaßt 170 Arbeiter und Angestellte. Diese Zahl ist selbst in wirtschaftlich schlechten Zeiten be- schästigt worden. Der Besichtigung folgte eine An­sprache des Herrn Müllenbach an die gesamte Belegschaft, in welcher eindringlich Darauf hinge- wiesen wurde, daß nur durch verständnisvolles Zu­sammenarbeiten aller Glieder eines Betriebes wert­volle Arbeit zum Wohle des ganzen Volkes geleistet werden könne.

Einer der ältesten Industriebetriebe der Stadt Frankfurt a. M. und des Rhein-Mainischen Wirt­schaftsgebietes überhaupt, ist der von der Arbeits­front bzw. den Vertretern der NSBO. besichtigte

Betrieb der Firma I. S. Fries Sohn. Das Fabrikationsprogramm der Firma erstreckt sich in der Hauptsache auf Drücken-, Stahlhoch' und Be­hälterbau, Kran- und Aufzugsbau, sowie Bau von Transportanlagen, allgemeiner Maschinen- und Apparatebau usw. Die Beschäftigungsmöalichkeiten der Firma erstrecken sich auf 800 bis 900 Kopfe. Zur Zeit werden etwa 200 Angestellte und Ar­beiter beschäftigt. Die Firma, die früher erhebliche Auslandsaufträge verzeichnen konnte, ist infolge des Ausfuhrrückganges in letzter Zeit wieder In stärkerem Maße auf den Inlandsmarkt angewiesen. Leider haben die bisherigen Arbeitsbeschaffungen noch nicht ausgereicht, die Stammbelegschaft zu halten, es ist aber zu erwarten, daß aus den für Die Autobahn benötigten Brückenbauarbeiten soviel Beschäftigung anfällt, daß sogar über die Stamm- belegschaft hinaus Arbeitskräfte eingestellt werden können. In diesem Sinne äußerte sich zum Schluß der Inhaber der Firma mit Der gleichzeitigen Bitte, seine Dahinzielenden Absichten bei Den Arbeitete- schafftmgsstellen Des Rhein-Mainischen Gebietes nach Kräften zu unterstützen. Der Sirenenruf sammelte zum Schluß Die ganze Belegschaft au einer Ansprache von Pg. Wagner. An Diese Rede schloß sich noch die Besichtigung der sozialen Räume.

Im Verlause des Nachmittags fand auch die Be­sichtigung der Nationalen Telephon - und Telegraphenwerke O. m. b. Sy und Der Elektrozeit A®. (FulDkonzern), Frankfurt am Main, Durch Kreisbetriebszellenleiter Pg. Wag- n e r statt. Nach Der Besichtigung richtete Pg. Wagner eine kurze Ansprache an Die gesamte Belegschaft beiDer Firmen. Mit überzeugenDen Worten legte er Dar, Daß Die schwierige Aufgabe, vor Die bas Deutsche Volk gestellt sei, nur gelöst werden könne, wenn jeder an seinem Platze die Arbeit nicht nur qm des Verdienstes willen leiste; denn nur dann erhalte die Arbeit den Abel, den ihr der Volkskanzler und Führer Adolf Hitler im neuen Reiche gewährleisten werde. Er ermahnte alle Volksgenossen, dem überall verwirklichten Füh- rcrprinziv folgend, in treuer Gefolgschaft hinter der Leitung Des Unternehmens zu stehen, nachdem auf Der anDeren Seite Die Leitung kraft ihrer Führer­stellung die erste Pflicht habe, für diese Gefolgschaft zu sorgen und einzustehen, womit Die Schicksalsver- bunDenheit in der Volksgemeinschaft den würdigsten Ausdruck finde. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Den Führer, in das alle Versammelten begeistert ein- stimmten, fand die Besichtigung ihr Ende.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe Der zuletzt beldjloflenen DividenDe an. Reichsbankdiskont 4 o Sy. Lombardzinsfuß 5 o. H.

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