Ausgabe 
13.5.1933 Erstes Blatt
 
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Adam Karrillons 80. Geburistag.

Glückwünsche und Ehrungen für den hessischen Heimatdichter. Eine würdige Feier in Mainz.

(Lin Kreis von Freunden des hessischen Heimat­dichters 21bnm Karrillon hatte sich im Kurfürst­lichen Schlosse in Mainz zusammengefunden, um ihn zu seinem 8 0. Geburtstag zu ehren. Unter den Erschienenen waren u. a. der hessische Staatspräsi­dent Professor Dr. Werner, Prooinzialdirektor Dr. Wehner, Prälat D. Dr. Diehl, Oberkirchen­rat Zentgraf, Staatskommissar Jung, Hilfs­kommissar Dr. F a l k, Hilfskommissar Saurmann sowie eine 2lbordnung der Burschenschaft 2llemannia Gießen mit Fahnen. Staatskommissar Jung er­innerte daran, daß der Jubilar den Tag der Grün­dung des Reiches und den Aufschwung des deutschen Volkes erlebt habe. Seine Bücher voll köstlichen Humors sollten uns die starke Verbundenheit mit dem Volk und den Glauben an die Heimat lehren. Dafür habe ih mder Herrgott das schönste Geschenk Dafür habe ihm der Herrgott das schönste Geschenk des deutschen Volkes habe erleben dürfen. Der Staatskommissar teilte unter allgemeinem Beifall mit, die Stadt Mainz wolle das Andenken des Dich­ters verewigen, indem die bisherige Schulstraße den NamenAdam-Karrillon-Straße" erhalten habe.

Staatspräsident Dr. Werner würdigte das Schaffen Adam Karrillons. Er habe das südhessische Volk gesehen mit den Augen der Liebe, aber auch mit den Augen der Gerechtigkeit. Wenn das Schaffen des Dichters noch nicht in. dem Umfang anerkannt fei, wie er es verdiene, so solle dieser Tag auch ein Werbetag für Karrillon bedeuten. Als Ehrengabe überreichte der Staatspräsident Wein aus der hessi­schen Domäne und erklärte das Einverständnis der hessischen Regierung, daß die Schule in Waldmichel­bach, dem Geburtsort des Dichters,Adam-Karril- lon-Schule" und das Gymnasium in MainzAdam- Karrillon-Gymnasium" heißen solle. Schließlich über­gab er dem Jubilar eine Festausgabe seiner Schrift Der Rosenstock".

Reichspräsident v. Hindenburg hatte tele­graphisch herzliche Glückwünsche übermittelt. Staatskommissar Jung teilte ferner mit, daß Glückwunschtelegramme eingetroffen seien dorn

Reichsinnenminister Dr. Frick, vom Reichsstatt­halter Sprenger, vom Reichsrat und vom Staatsminister Dr. Müller. Als Vertreter der Universität und der Medizinischen Fakultät G i e- ßen sprach Professor Dr. Sommer feinsinnig und humorvoll über dieAerzte-Dichter". Llm die Kenntnis der hessischen Heimatdichter zu heben und zu vertiefen, schlug er die Begründung einer Dichterlaube" in Mainz vor, die die Bilder, Handschriften, Lebensbeschreibungen und Werke der Heimatdichter enthalten solle, als deren Grundstock er als alter Mainzer ein Werkchen aus seiner eigenen Feder stiftete. Seine Worte klangen aus in ein begeistert aufgenommenes Hoch auf Adam Karrillon, Mainz und das Hessen­land.

Weitere Glückwünsche überbrachten u. a.: Graf Hardenberg im Ramen des ehemaligen Großherzogs, Dr. Käß als Vorsitzender des Kampfbundes für Deutsche Kultur, der Karrillon zu seinem Ehrenmitglied ernannte, und Vertreter der Burschenschaft Alemannia in Gießen.

Besonders herzlich beglückwünschten das Ge­burtstagskind ein Vertreter der Aerztekammer von Hessen und ein Lehrer des Mainzer Gymna­siums, dessen ältester noch lebender Abitureint Karrillon ist. Zum Schluß sprach ein Ver­treter der Kreisleitung Mainz der RSDAP. und des Rationalsozialistischen Aerzte- bunöes, der den Dichter als Vorkämpfer eines geläuterten Aerztestandes und der nationalsozia­listischen Weltanschauung feierte, und für den engeren Freundeskreis Studienrat Wittig, der bekannt gab, daß einige Rovellen des Dichters als Festgabe gedruckt worden sind. Aus treuem Herzen kam sein Wunsch: Gott erhalte Adam Karrillon!

Der Gefeierte dankte humorvoll für alle Glück­wünsche und Ehrungen. Die Klänge eines Streich­quartetts schlossen stimmungsvoll die schlichte, aber eindrucksvolle Feier.

Der Verein für Lustfahrt Gießen in der neuen Lustfahriorganisation.

Am Donnerstag fand unter dem Vorsitz des Ge­nerals a. D. Fritz die letzte Hauptversammlung des Vereins für Luftfahrt statt. Der Vor­sitzende betonte in einer Rede, daß durch den Neu­aufbau der gesamten deutschen Luftfahrt eine an­dere Organisation notwendig geworden sei, die unter eine straffe und einheitliche Führung zu bringen sei.

Regierungsrat Schmidt gab ein Bild von die­ser Neuorganisation. Der neu gegeründete Deutsche Luftsportverband mit dem Sitz in Berlin gliedere, sich in 15 Landesgruppen. Hessen gehöre zur Süd­westdeutschen Gruppe, und zwar zur Untergruppe Hessen-Darmstadt. Gießen umfasse den Bezirk Ober­hessen. Die Gliederung zerfalle dann weiter in Horste, die bisherigen Vereine und Nester für die kleinen Vereine wie Grünberg, Lich usw. Die kom­missarische Leitung unseres Bezirkes habe Se. Er­laucht Graf zu Solms-Laubach übernom­men. Die Tätigkeit teile sich in Motorflieger, Segel­flieger und den Klub, welch letzterer die nicht akti­ven Mitglieder umfasse und sich mit Werbung neuer Mitglieder, Geldbeschaffung und dgl. zu be­schäftigen habe. Er stellte dann den Antrag: 1. den Verein für Luftfahrt aufzulösen: 2. das Vermögen des alten Vereins auf den neuen Verein zu über­tragen und 3. den Leiter des neuen Vereins zum Liquidator des alten Vereins zu bestellen. Die Anträge fanden einstimmige Annahme.

Der Vorsitzende, General a. D. Fritz, führte dann noch kurz aus, es fei ihm als dem derzeitigen Vereinsoorsitzenden ein Herzensbedürfnis, allen de­nen, die sich um die Förderung der Luftfahrt inner­halb des alten Vereins verdient gemacht hätten, seinen herzlichsten Dank auszusprechen. Er nannte in erster Linie die früheren Vorsitzenden Geheimrat Prof. Dr. König und Bankdirektor Grieß­bauer, dann die Herren, die als Führer, Leiter und Fluglehrer die jungen Flieger in die Praxis des Bauens und Fliegens eingeführt und in der Jugend das Interesse für Luftfahrt geweckt hätten, die jungen Flieger selbst, die sich gern und willig den Anordnungen ihrer Führer unterordneten. Er wies darauf hin, wie viele Stunden ernster Arbeit in Werkstatt und auf dem Flugfeld sie ausgewen- det hätten. Diese Arbeit habe reiche Früchte getra­gen. Er sprach die Hoffnung aus, daß die Jung- flieger auch im neuen Verein ihre ganze Persön­lichkeit und ihre ganze Kraft der Fliegerei widmen

und so dem alten Verein, aus dem sie hervor- gegangen seien, Ehre machen möchten. Jeder Jung­flieger möge danach streben, durch seine Hingabe und seine Energie mitzuhelfen, daß in Deutschland neue Männer erstehen, wie Richthofen und viele andere Größen der Luftfahrt, die ihnen Vorbild sein möchten, wenn das Vaterland sie einmal brauche.

Se. Erlaucht Gras Solms-Laubach be­merkte, daß man nicht von einemAuflösen" des Vereins für Luftfahrt sprechen dürfe, denn der Ver­ein habe nur einen neuen Namen bekommen in einer neuen Organisation, die notwendig geworden sei, um den neuen großen Ausgaben gerecht zu werden, denen die Luftfahrt entgegenqehe. Diese Neuorganisation bringe auch gewisse Härten mit sich, die aber im Interesse des großen Ganzen ge­tragen werden müßten. Die Auflösung sei also nur eine formale. Was hier seit Jahren in Aufopferung geschaffen worden sei, werde von der neuen Orga­nisation hoch und heilig gehalten, weitergeführt und ausgebaut im Sinne derer, die bisher an der Spitze gestanden hätten. Er habe es als feine erste Pflicht gehalten, den Antrag beim Luftsportverband zu stellen, die drei bisherigen Vorsitzenden, Geheimrat Prof. Dr. König, Bankdirektor Grießbauer und General a. D. Fritz zu Ehrenmitgliedern des neuen Verbandes zu ernennen. Die Ehrenurkunde würde den Herren noch zugestellt werden. Er bat alle alten Mitglieder, auch dem neuen Verein die Treue zu bewahren und ihre Kraft in den Dienst der großen Aufgabe zu stellen. Die Zukunft liege zwar dunkel vor uns, was aber die Flieger für Deutschland tun könnten, das würden sie tun als Flieger und als Soldaten.

Geheimrat König dankte in bewegten Worten im Namen seiner Mitarbeiter für die Ehrung, die ihm und den beiden anderen Vorsitzenden zuteil geworden sei, und dankte noch besonders General a. D. Fritz für seine Tätigkeit als letzter Vorsitzen­der des Vereins. Er erinnerte noch an die Tätig­keit, die der Verein in den 23 Jahren feines Be­stehens ausgeübt habe, und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß derselbe Geist auch in der neuen Form weiter wirken werde, wie bisher.

Es war eine kurze, aber eindrucksvolle Stunde, die die Mitglieder und Jungflieger zusammen ver­leben konnten.

Vom Gegelflug auf dem Dörnberg.

Don cand. phil. Karl Schmidt.

ui.

(Schluß.)

Mein erster Dauerflug.

Auf meine Kameraden und mich übte der Bericht unseres Fluglehrers einen eigenartigen Reiz aus. Alle mochten gleiches oder ähnliches erleben. Tags darauf war der Wind wieder sehr stark. Ich sollte als erster starten, doch gab die Flugleitung meinem Wunsche nach, während der Mittagspause fliegen zu dürfen. Damit standen mir über zwei Stunden zur Ver­fügung. Mein Start erfolgt genau 12 Uhr 30. Nach drei Minuten bin ich etwa 100 Meter hoch. Jetzt habe ich Zeit, zu verfolgen, was da unten auf der Erde vorgeht. Zunächst habe ich den Sonnenberg im Auge, von dem aus mein Bruder winken wollte, wenn ich weiter nach außen fliegen müßte. Es ist aber nichts von ihm zu sehen, ylun bin ich fast 200 Meter hoch und bei der nächsten Runde erkenne ich ihn an sei­nem hellgrauen Schaffellmantel. Er winkt nicht, demnach ist alles in Ordnung. Nun ist er verschwun­den. Einige Minuten später sehe ich ihn mit den Kameraden auf dem Weg zum Fliegerlager. Sie gehen zum Mittagessen . . .

Es ist prachtvoller Sonnenschein. Nur stellenweise werfen Wolken ihren Schatten auf die Landschafi. Rechts unter mir liegt die Stadt Zierenberg, die sich mit ihren ziegelroten Dächern von der übrigen Land­schaft scharf abhebt. Immer stärker werden die Son- nenböen, immer unruhiger wird der Flug. Meine ganze Aufmerksamkeit ist jetzt auf die Lage des Flug­

zeugs gerichtet. Genau peile ich meinen Richtungs­punkt am Horizont. Da fliegt ein Sperber auf mich ZU fliegt unter mir her und verschwindet wieder. Plötzlich treten am Flugzeug fast ungestüm zu nen­nende seitliche Schwankungen auf, als ich bemerke, daß eine Bank großer Haufenwolken heranrückt. Nun wundere ich mich gar nicht mehr über die große Böigkeit. Wolken bringen Wind mit, Aufwind, die tragende Straft des Segelflugs! Mit erheblicher Ge­schwindigkeit fühle ich mich emporgezpgen. Ich werfe einen Blick nach unten und stelle dabei fest, daß ich mächtig an Höhe gewonnen habe. Nun fliege ich der Wolke ein Stück entgegen und fühle, daß ich steige und steige, immer höher werde ich emporgetragen. Doch das ist kein Hangaufwind mehr, sondern rein thermischer Aufwind, denn ich bin weit vom Hang weg. Jetzt habe ich eine Höhe von 350 Meter er­reicht. Das Netz der Feldwege ist bedeutend enger geworden, die Landstraßen sind viel schmäler: sie sind keine hellen Bänder mehr, sondern sie erscheinen als dicke, hellgraue Striche. Die Häuser von Zieren­berg werden zum Spielzeug, und dieser Eindruck wird noch verstärkt, wenn ich die sich langsam sich fortbewegenden Autos und Eisenbahnzüge beobachte. Und dabei kein Motorgeräusch, nur das Rauschen des Windes, den hellen Sonnenschein, die Wolken und die bergige Landschaft. Der alte Traum deö Menschen, wie der segelnde Vogel in großer Höhe frei in der Luft zu schweben, ist zwar längst in Er­füllung gegangen, aber ich erlebe ihn von neuem,

in seiner vollen Schönheit und Wirklichkeit. Ich bin erst eine halbe Stunde in der Luft. Außer einer Schulklasse, die am Fuß des Sonnenbergs Rast macht, ist kein Mensch in der Gegend zu sehen Mittagspause. 1 Uhr 10. Der Sonnenberg wird größer: natürlich, das muß so sein. Die Wolkenbank ist oorübergezogen und langsam geht die Höhe, die sie mir gebracht hat, wieder verloren. Gerne wäre ich mit der Wolke weitergeflogen, doch ich hatte die Weisung, bei diesem ersten Dauerflug am Sonnen­berg zu bleiben.

Plötzlich regt es sich im Fliegerlager. Ich sehe wie die Kameraden zwei Flugzeuge zum Sonnen­berg bringen. Bald werden sie starten, sage ich mir, und wenn sie meine Höhe erreicht haben, heißt es aufpassen, um einen Zusammenstoß zu verhüten. Jetzt wird es interessant da unten. Die Startmann­schaft läuft, derFalke" ist frei und segelt, einst­weilen weit unter mir. Max KegelsBlaue" startet wenige Minuten später. Nun fliegen wir zu dreien am Südhang. Langsam hat dieBlaue", ein Vogel von 16 Meter Spannweite, meine Höhe erreicht. Es beginnt ein tolles Spiel, als wir alle drei die gleiche Höbe haben. Jeder fliegt mit 50 Kilometer Durchschnittsgeschwindigkeit und jeder von uns weiß genau, was ein Anrennen des anderen bedeutet. In respektvoller Entfernung weichen wir einander aus. Rechts fliegen, auch rechts überholen heißt die Segelflug-2lusweichregel. lieber: und Unterfliegen des anderen in geringer Höhe ist zu vermeiden. Ganz seltsam kommt es mir vor, als ich zum ersten- mal über einem anderen Flugzeug kurve.

Von neuem kann ich nach zwei Stunden im thermischen Aufwind ziemliche Höhe gewinnen ich bin etwa 200 Meter hoch und fühle mich so sicher, daß ich dem Befehl zuwider einen kleinen Streckenflug wage. Ich fliege, wie mein Bruder am Tag zuvor, zum Hohen Dörnberg hinüber, muß je­doch gestehen, daß mich dieser Versuch einige bange Minuten kostete, da dieser Flug über ein breites Abwindgebiet und Hochwald führt, der in geringer Höhe zu überfliegen ist. Hurra! Ich bin dort. Der gesamte Dörnbergsüdhang, an dem ich jetztHerum­krebse" ist mit Hochwald bestanden, der terrassen­förmig zum Gipfel ansteigt. Um Höhe zu gewinnen, halte ich mich über einer steilen Stufe, muß jedoch zu meinem großen Erstaunen feststellen, daß hier nur wenig Aufwind ist. Die Staubfahne hinter den Autos auf der Landstraße verrät mir, daß der Wind auf Südosten gedreht hat. Er ist auch bedeutend schwächer geworden. Kein Wunder also, daß ich

nicht steige. Ich komme dem Wald schon bedenklich nahe, als es mir gelingt, an die Südostkante zu fliegen und wieder Höhe zu gewinnen. Jetzt schnell heim zum alten Gelände, sonst muß ich womöglich noch hier beim Dorf Dörnberg landen und der Heimtransport des Flugzeugs dauert stundenlang. Werde ich den Sonnenberg wieder finden? Dort drüben ist er ja! Mit großer Geschwindigkeit fliege ich im Rückenwind darauf zu und es gelingt mir, an fein Aufwindgebiet Anschluß zu finden, in dem noch die beiden anderen segeln. Der Wind nimmt dauernd ab. Trotzdem unternimmt es ein Kamerad

Denkt an dieGtistung für Opfer der Arbeit"!

Einzahlungen an Reichskreditgesellschaft Berlin W 8, Behrensstraße 21/22, sowie auf deren Reichs- bankgirokonto und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung:Stiftung für Opfer der Arbeit".

zum Hohen Dörnberg zu fliegen und promptver­sackt" er beim Dorfe Dörnberg. Es ist mir nicht mehr möglich, meine alte Höhe von 350 Metern wiederzugewinnen und ich entschließe mich zur Landung, die nach einem Flug von 2 Stunden 35 Minuten in der Nähe des Fliegerlagers erfolgt.

Ergebnisse.

Die Märzkurse auf dem Dörnberg bedeuteten einen großen Erfolg. Es konnten nicht weniger als 10 A=, 10 B= und 11 E-Prüfungen abgelegt werden. Ferner erfüllten fünf Flieger die Bedingungen der Amtlichen Deutschen Segelfliegerprüfung.

Der Segelflug ist deutschen Ursprungs. Helfen wir alle mit, daß er weiterhin in der Welt in Führung bleibt. Er kennt keine Fesseln von Ver­sailles wie unser deutsches Motorflugwesen, von dem wir alle hoffen, daß es in naher Zukunft von allen Ketten befreit werde. Hier gilt das Wort des Flieger­hauptmanns Köhl:Bremsklötze weg für Beutfd), land!"

Geländesport im Gau Gießen Wehlar des Westdeutschen Spielverbandes e. B.

2luf Beranlassung des Westdeutschen Spielver- Landes hat der Gaujugendobmann für Sonntag Geländesport festgelegt, woran sich alle Jugend­lichen und Aktiven des Gaues GießenWetzlar bis zum vollendeten 25. Lebensjahre zu beteiligen haben. Als Sammelpunkt ist die Wellersburg bei Gießen bestimmt. Die teilnehmenden Vereine 1900 Gießen, DfD. Gießen, OSC. Gießen, Heuchelheim, Großen-Buseck, Lollar, Saubringen, Klein-Linden und Dutenhofen treffen um 9 Llhr mit den an­deren Vereinen an der Wellersburg zusammen, wo anschließend unter militärischer Beaufsichti­gung und Leitung der Geländesport vor sich geht. Diese Einrichtung soU monatlich wiederholt ftnd später ausgebaut werden.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Infolge eines Irrtums kommt das für Sonntag nach Gießen abgeschlossene Gesellschaftsspiel der Ligamannschaft gegenSportfreunde" Frankfurt am Main nicht zum Austrag.

1900s Ligareserve erwartet nachmittags auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe die Ligamannschaft von VfB. Wetter zum Rückspiel. Die Gäste gehören der 2. Bezirksklasse an und besitzen zur Zeit eine Spielstärke, die die Hiesigen zur Entfaltung ihres ganzen Könnens zwingen wird. 1900s II. wird mit

einer Neuaufftellung herauskommen. Die Posten des Mittelstürmers und rechten Läufers find mit Neu­erwerbungen aus Frankfurt und Kassel besetzt. Ge­messen an den Vorspielleistungen erwartet man auch diesmal einen ausgeglichenen, spannenden Kampf. Der Ausgang dieses Treffens ist vollkommen offen.

Die 3. Mannschaft trägt gleichfalls ein Rückspiel gegen die 2. Elf von VfB. Wetter aus. Auch hier gilt es für die Gießener, eine Vorspielschlappe aus­zuwetzen. Wenn auch der eigene Platz den Hiesigen gewisse Vorteile gewähren sollte, so ist die Spiel- stärke der Blauweißen momentan nicht die beste. Erwarten muß man aber, daß her Platzverein voll­zählig antritt und alle Spieler mit Eifer und Sie­geswillen bei der Sache sind.

Die Spiele gegen Wetter finden so rechtzeitig statt, daß sie bis zu Beginn des nationalen Flug­tages beendet sind.

Jugendspiele am Sonntag.

1900 AI Nidda AI. Die Gäste, die über eine körperlich starke und gut eingespielte Elf ver­fügen, werden die Gießener veranlassen, ihr voller Können zu zeigen. Da beide Mannschaften ausge­prägte Kampfmannschaften sind, erwartet man einen interessanten und temperamentvollen Kampf.

Leihgestern Schüler 19 00 Schüler. Die Schüler, die sich in letzter Zeit zu anerkennens­werten Leistungen aufgeschwungen haben, werden auf fremdem Gelände bemühlt (ein, ihre seitherigen Erfolge unter Beweis zu stellen.

Landkreis Gießen.

X Wieseck, 12.Mai. Am 14.Mai begeht einer unserer ältesten Mitbürger, Herr Theodor Speyer, in völliger körperlicher und geistiger Frische seinen 81. Geburtstag.

)( Großen- Linden, 13. Mai. Die Kaspar A l b a ch Eheleute feiern am morgigen Sonntag goldene Hochzeit.

== Daubringen, 9. Mai. Die Reichsbahn­direktion Frankfurt hat nach mehrfachen Eingaben endlich die Ausgabe von Sonntagsrückfahr­karten SaubringenGießen zugelassen. Bisher mußten die Fahrgäste, die Sonntagsrückfahrkarten benutzen wollten, sie in Mainzlar abholen, wodurch sich der Preis um 10 Pfg. erhöhte. Nunmehr ist der umständliche Weg erspart. Mit der Einführung der Rückfahrkarte ist einem dringenden Bedürfnis der hiesigen Gemeinde durch die Reichsbahn Rechnung getragen worden.

* Göbelnrod, 13. Mai. Die Eheleute Her­mann Velten von hier feiern morgen, Sonntag, in körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen HochzeiL

Wettervoraussage.

Während sich die Polenstörung mehr nordöstlich oerlagert, ist ein Teil des Biskayahochs nach Deutschland vorgestoßen. Der hohe Druck dürfte vorübergehend eine Besserung der Wetterlage brin­gen, doch bleibt die Störungstätigkeit nicht ohne jeden Einfluß. Feuchte Meeresluft fließt immer noch zu, die durch das Zurückdrehen der Winde mit dem Herannahen eines neuen Tiefs über Irland aber höhere Temperaturen besitzt. Infolgedessen tritt all­gemeine Erwarmung ein. Dabei ist aber noch mit einzelnen Gewitterstörungen oder gewitterartigen Niederschlägen zu rechnen.

2lu5fid)ten für Sonntag: Wärmer, wech- felnb wolkig mit Aufheiterung, einzelne qewitter- artige Niederschläge.

'^.,u 2 sichten für Montag: Feucht-warmes Wetter, wieder starker bewölkt, zeitweise Nieder­schlage.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 14. Mai. Cantate.

Stadtkirche. 8 Uhr: Psr.Mahr; zugleich Christen- lehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde: 9.30: Pfr. Becker: 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfr. Becker. Iohanneskirche. 8: Psr. Bechtolsheimer; zugleich Cbristenlehre für die

Neukonfirmierten der ßufasgemeinbe; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld: 20: Bibelbesprechung im Johcmnes- saal; Pfr. Ausfeld. Kapelle des Alken Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: zugleich Christenlehre für die Neu­konfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkircha für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. Petruskapelle. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Pe- trusgemeinde; 9.45: Pfarrassistent Sucker. Klein- Linden. 10: Festgottesdienst: Lic. v. d. Au: 13: Marsch zur Festwiese. Heuchelheim. 10: Haupt- gottesdienst: anschließend Beichte und Abendmahl. Wieseck. (Muttertag.) 9.30: Beichte: 10: Predigt­gottesdienst; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls (Kollekte). Großen-Buseck. 10.30: Gottesdienst! Beichte, hl. Abendmahl; 19.30; Kirchenkonzert. Op­penrod. 8.30: Gottesdienst. Steinbach-Albach. 8: Albach: 9: Steinbach; anschließend Feier des HL Abendmahls.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 13. Mai.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 14. Mai. 4. Sonntag nach Ostern.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen u. Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht; 14.30: Jungfrauen-Kongregation.

Öffentlicher Sonntagsdienst.

Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01.

Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tele­fon 02.

Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr.

Stad'tpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr.

Sanitätskolonne: Telefon 2500.

A e r z t e: Dr. Malech, Dr. Ploch. Zahnarzt: Dr. Wertheim. Apotheke: Engelapotheke.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Preisausschreiben! 3149 V

Geflügelhalter seien auf ein interessantes Preis­ausschreiben aufmerksam gemacht: Die Muskator- Zeitung fordert in ihrer letzten Ausgabe zu einem unterhaltsamen Wettbewerb auf und setzt über 250 wertvolle Preise aus. Es handelt sich darum, aus der Muskator-Zeitung 13 bestimmte Worte auszusuchen und daraus einen Vers zu bilden. Einzelheiten ent­halt die erwähnte Muskator-Zeitung Nr. 7, die bei allen Muskator-Händlern kostenlos erhältlich ist.