Ausgabe 
13.5.1933 Erstes Blatt
 
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Samstag, 15. Mai 1955

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. m Zweites Blatt

Wandern und weisen Bäder und Sommerfrischen.

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Blüten wieder auf. de.' darf oben den

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Frühling am Rhein

Don Otto Brües, Köln.

schimmern oben auf den Höhen Eisei und des Westerwaldes die Wer das liebliche Tal verläßt,

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Frühling noch einmal erleben.

Man braucht sich nur einmal . ,

rheinischen Landschaft anzuschauen, wie ihn die Geo­logen aufzeichnen. Glaubt nicht, er sei ein dürres und scheinbar abstraktes Gebilde, das auf den ersten Blick von der blühenden Natur nicht mehr aufweise,

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nisches Gefühl.

Plötzliche Entfaltung ist das Merkmal des Alpen- frühlings. Langsame Entfaltung das Merkmal des Frühlings über der Ebene. Und das Merkmal des rheinischen Frühlings? Da er ein Frühling des Mit­telgebirges und das rheinische Land bis in die Köl­ner Bucht gebirgig ist, so kommt der Frühling lang­sam, kommt er plötzlich, beides: je nach dem Wüchse des Bodens, und diese Vielfalt macht seinen besonderen Reiz aus. Welch köstliches Bewußtsein in denselben Tagen, in denen der Wind die letzten Baumblüten vom Userrand in den Strom weht, des Hundsrück, der

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Gießen wihmarbachtal Waidhaus Sauroafcn Schwel, Ironhaufen.

Wir gehen von der Unterführung in der Eder- straße aus der Landstraße nach Wißmar, durch- schreiten dieses, wobei wir uns in der Mitte des Orts rechts halten und gelangen alsbald in das liebliche Wißmarbachtol (schwarze striche), wohl das schönste Tal unserer näheren Umgebung, bas namentlich zur Zeit der Schlehenblute einen reiz­vollen Anblick gewährt. 3n stetem Ausstieg gelan­gen wir zum Forsthaus Waldhaiis, wo wir bei einfacher, aber guter Verpflegung rasten können. Der weitere Weg (gelber Punkt) führt durch schone Waldung zu einem prächtigen Ausblick nach dem Verstal und den Gladenbacher Bergen. Durch den Sauwasen, einen tief eingeschnittenen Wiesengrund, in hem die Gemeinde Kirchners ein idyllisch gelege­nes Schwimmbad errichtet hat, geht es hieraus in mäßiger Steigung über einen Höhenrücken, dessen Kamm wiederum recht hübsche Blicke nach den Lahnberqen bietet, nach der im «alzbodetal an­mutig gelegenen Schmelz (gute Einkehr), sodann schwärzen Punkten nach nochmals über eine Hohe nach unserem Endziel Fronhausen. Dauer der Wanderung 5 Stunden.

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10 Rpf.) abgerundet. Die Mindestteilnehmerzahlen bleiben mit 1. Klasse 133 Personen, 2. Scaffe 200 und 3. Klosse 300 Personen bestehen. Der Mindestbetrag wird von 200 aus 150 RM. herabgesetzt.

Die Ermäßigung erhöht sich auf 60 v. S)., wenn ein Sonderzug für Hin- und Rückfahrt bestellt und die Hin- und Rückfahrt innerhalb eines Kalender­tages ausgeführt wird, oder für einen Zug die dop­pelte Mindestzahl von Fahrkarten gelöst und die dop­pelte Mindesteinnahme erreicht wird. Die Ermäßi­gung von 60 v. S). wird auch gewährt, wenn ein Be­steller für einen Tag oder mehrere unmittelbar auf­einanderfolgende Tage gleichzeitig mindestens fünf Gesellschaftssonderziige bestellt und wenn für alle Züge im Durchschnitt die doppelte Mindestzahl von Fahrkarten gelöst und die doppelte Mindesteinnahme erreicht wird.

Bei Gestellung bestellter V-Zugwagen wird nur noch der ermäßigte Schnellzugszuschlag (50 bzw. 60 v. H.) berechnet.

Für die Anfahrt bis zu dem Bahnhof, von dem ab der Sonderzug benutzt wird, werden die Ermäßigun­gen von 50 und 60 v. S). auch für die in fahrplan­mäßigen Anschlußzügen zurückgelegte Strecke ge­währt. Diese Strecke darf indes nicht langer als die im Sonderzug zurückgelegte Strecke fein und Höch- | stens 100 Tarifkilometer betragen. Die gleiche Ver­günstigung gilt auch für die Rückfahrt. Schnell- und Eilzugszuschläge müssen für die Anschlußstrecken voll bezahlt werden.

Freikarten werden wie bisher abgegeben: Auf je 100 bezahlte Karten für Erwachsene, auch wenn die Zahl nicht voll erreicht wird, werden zwei Teilnehmer unentgeltlich befördert. Bei Beteiligung von mehr als 500 Erwachsenen erhöht sich diese Zahl aus 3 für je 100 weitere Personen, auch wenn diese Zahl nicht voll erreicht wird.

Abfertigung von Fahrrädern, Schneeschuhen, Rodel­schlitten und Faltbooten auf Fahrradkarte.

Die auf 250 Km. Entfernung beschränkte verein fachte Abfertigung wird bis 900 Km. erweitert. Die Fahrradkarten kosten auf Entfernungen von 251 bis 450 Km.: 1,70 RM. und auf Entfernungen von 451 bis 900 Km.: 2,40 RM.

Bei einer größeren Anzahl von Orten werden die bestehenden Gebühren für die Ueberfüh- rung von Gepäck- und Expreßgut zum Teil ermäßigt oder auch aufgehoben.

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Mit Wirkung vom 15. Mai 1933 führt die Reichs­bahn und die deutschen Pnvateisenbahnen eine Reihe wichtiger Fahrpreiserleichterungen im Personenverkehr durch. Die bisherigen Ver­günstigungen für Schulfahrten, Jugendpflegefahrten, Gesellschaftsfahrten und Gesellschaftssonderzuge wer­den weiter verbessert und Erleichterungen in der Ab­fertigung von Fahrrädern, Schneeschuhen, Rodel­schlitten und Faltbooten sowie in der Ueberführung von Gepäck und Expreßgut vorgenommen. Im ein­zelnen treten folgende Verbesserungen in Kraft:

Schulfahrten:

Die Fahrpreisermäßigung (halber Fahrpreis) wird künftig bereits bei Beteiligung von fünf Studieren­den oder Schülern und einem Lehrer gewährt (bis­her 9 + 1). Für je weitere fünf Studierende oder Schüler, auch wenn diese Zahl nicht voll erreicht ist, wird noch ein Lehrer oder eine andere Person zur Begleitung zugelassen. Eine größere Zahl von Leh­rern oder anderen Begleitpersonen bis zur Zahl der teilnehmenden Studierenden oder Schüler kann der Abgangsbahnhof auf schriftlichen Antrag zulassen.

Iugendpslegefahrten (50 v. fj. Ermäßigung).

Das Lebensalter der zur Inanspruchnahme der Ermäßigung berechtigten Jugendlichen wird vom 20. auf das 22. Lebensjahr heraufgesetzt. Die Mlndest- teilnehmerzahl beträgt wie bisher fünf Jugendliche und ein Führer. Bei größerer Beteiligung und für die Mitfahrt anderer Begleitpersonen gelten die glei­chen Bestimmungen wie für Schulfahrten.

Gesellschaflssahrten:

Die Mindestteilnehmerzahl wird von 15 aus 12 herabgesetzt und die Fahrpreisermäßigung gleichzeitig wie folgt erhöht: 33Xi v. ff). bei einer Teilnehmer­zahl bis zu 50 Erwachsenen (bisher 25 v. H), 40 v. H. bei Bezahlung für mindestens 51 Er­wachsene (bisher 3314 v. H).

Bei vorstehenden Tarifermäßigungen werden außerdem noch folgende Vergütungen gewährt: Bei Bezahlung für 20 bis 39 Erwachsene wird ein Teilnehmer, bei Bezahlung für 40 bis 99 Erwachsene ein zweiter Teilnehmer und bei Bezahlung für je weitere 50 Erwachsene, auch wenn diese Zahl nicht voll erreicht ist, noch ein weiterer Teilnehmer un­entgeltlich befördert.

Gesellfchaflssonderzüge:

Die Ermäßigung wird von 40 auf 50 v. S). erhöht Die Fahrpreise werden künftig aus 5 Rpf. (bisher

ist durch eine Stadt betont. Und es handelt sich um Dörfer und Städte, deren Antlitz durch Denkmäler der Baukunst und durch moderne Bauten scharf pro­filiert ist. Neben diesen unbeweglichen Dingen, die von der Arbeit des Menschen an dieser Landicha'l zeugen, spielen die beweglichen keine geringe Rolle: Dahnen, Kraftwa - -

Wanderfahrten.

Rodheim Himberg Dicke Eiche Bubenrod Altenberg Königsberg Bieber.

Wir fahren mit Sonnta^karte Bieber nad) Rod­heim. Kurz hinter der Bechtholdschen Wirtschaft zweigt nach links eine schmale Gasse ab, der wir hinabgehen, um jenseits Der Bahn, blauen 1 reiedcn folgend, wieder in die höhe zu steigen und aus den bewaldeten Himberg gelangen. Bald hinter dem von der Sage umwehten Frauenstein treffen nur rote Punkte, die uns an den Schwedenschanzen vor­bei über die höchste Erhebung, den Könitzstuhl, eine alle Kultstätte, hinab in das anmutige schwalben- bachtal (schwarze Dreiecke) führen. Mitten im Tal (ein Schild bezeichnet die Stelle) folgen wir einem weißen Strich auswärts Zu dem altehrwürdigen Naturdenkmal, derDicken Eiche", bei der uns meh­rere Bänke zur Raft einladen. Von hier wenden wir uns rechts gelben «trichen nach durch schonen Waldbestand und kommen alsbald zum Hofgut Bu­benrod, wo wir Erfrischungen haben können, hin­ter dem Anwesen gehen wir einen Feldweg am- wärts zum Wald, an dessen Rand sich uns ein hübscher Rückblick bietet, hier stoßen wir aus rote Striche, denen wir nunmehr nachgehen. Wir über­schreiten den bewaldeten Bleidenberg, kommen aus einen uralten Rennweg, den wir bald wieder ver­lassen, um auf den Altenberg zu gelangen, von dessen neu hergerichtetem Turm wir einen ent­zückenden Rundblick genießen. Die roten striche führen uns hinab zur Landstraße, aus der wir, vom Wegweiser ohne Zeichen, über Königsberg unser Endziel Bieber erreichen. Dauer der hübschen Wan­derung etwa 4$ Stunden.

Diese etwa die Jdyllik der Masse, ihre Form durch ein, ja zwei Jahrtausende menschlicher Arbeit: der rhythmische Ausbau: die gedämpften Konturen: d>e Fülle der Siedlungen und die ewige Fahrt der Schiffe diese etwa sind die Hauptzüge der rheini­schen Landschaft außer dem einen, der zu erläu tern bleibt. Eine historische Landschaft, wie die rhei­nische, ist nicht diesseitig nur, auch jenseitig ins Ver­gangene hinein. Sie hat zwei bestimmende Maße, das gegenwärtige und gewesene. Eins ist Im andern verschlungen. Ebenso ist eine Landschaft mit soviel atmosphärischem Wechsel nicht nur diesseitig, sondern auch jenseitig von der Realität ins Irreale hinein. Die Rheinlandschaft ist beides: diesseitig und jen­seitig, und das ist eben eine höhere, letzte Stufe, für die noch das Wort fehlt, solange Expression und Magie abgebrauchte Begriffe sind.

Aus allen diesen Gründen, dem Bau des Bodens, dem Einsluß des Seeklimas und der Verteilung des Luftdruckgebietes ergibt sich, daß der Frühling am Rhein nicht als ein Ganzes, unteilbar und auf einen Blick überschaubar, über uns kommt, nein, er wächst und wird langsam oielstufig, vielzonig. Wer es wollte, der könnte ihm folgen, wie er vom tiefen windgeschützten Tal aus langsam auf die höhen und Hochflächen schreitet, und könnte, wenn er wollte, sich auch den Genuß dieser schönsten Jahreszeit, d,e Freude an dem ersten seligen Erwachen verlängern und über Zeit und Raum einen gewissen, wenn auch kleinen Triumph davontragen.

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D^r die Gegensätzlichkeit dieser Elemente mildert, ist der Strom, ohne den ja diese Landschaft tot er­scheinen würde. Schon im oberrheinischen Gebiet wird er so stark, daß man ihn nicht mehr einen Fluß nennen kann: es gibt Partien im Rheingau und im Neuwieder Becken, in denen er als ein See erscheint.

Der Strom mildert nicht nur den Wechsel land­schaftlicher Gegensätze, er bringt sie zur Einheit. Die schwärmenden leichten Schleier, die von ihm aus- steigen, geben der Landschaft selten etwas Drucken­des, sie machen sie meistens pfingstlich. Es ist ein fast schon südlicher Tumult von Licht über ihr, der durch die im engen Tal spät ansteigende und früh hinter Bergkämmen herabsinkende Sonne einen besonderen Reiz bekommt: was schnell vergeht, empfängt dop­pelte Liebe. .

Wenn einer Landschaft, dann find der rheinischen die Städte und Menschen zggeordnet. Jede zweite Flußkrümmung hat in dem Durchbruchsgebiet ihr Dorf, jeder große Abschnitt der einzelnen Gebiete

Jetzt blüht der Frühling am Rhein!

Dielfalt ist sein Merkmal: in h o n n e f etwa, dem geschütztesten Ort des Mittelrheins, einem vorgescho­benen Posten des Südens, wenn man fo sagen darf, und in den Städten und Städtchen des Rheingaues sprießen die Blätter und Blüten zuerst. Das Helle Grün, das lichte Weiß schimmert acht läge, ja zwei Wochen früher über diesen Büschen, als über denen in den rheinischen Großstädten in der Nahe, und die Blüte steht schon entfaltet, wenn oben auf den Hochflächen die grünen Spitzchen sprießen. Wer nur unten durchs Tal geht und fährt (freilich ist auch das genußreich), wird es kaum beachten, doch liegt gerade in diesem feinem stufenweisen Werden der Reiz des rheinischen Frühlings.

Gewiß, im Tal ist er am prächtigsten. Man muß einmal im Frühling von Mainz hinabgefahren (ein, um das zu erkennen. Da springen die Kastanien auf im Garten des Schlosses von Biebrich so gut wie an der Bastei von Orsoy. Die Weiden hängen ihre schlanken Ruten ins Wasser unterm Hammer- ftein so gut wie in Kaiserswerth. Die Schwalben, heimgekehrt von ihrem Wanderzug, tauchen ihre schmalen Flügel in den Strom vor der Erpeler Ley jo gut wie an der Hängebrücke von Köln, und in jedem, der das betrachtet, wächst ein schönes, hym-

drohenden Klang norwegischen Stelllandes, die dürre, gelbe Eintönigkeit spanischer Hügel, die Mo­notonie ostdeutscher Landstriche? Nichts von alledem.

Entweder treten die Berge dicht an den Strom, das gibt dann ein wechselooÜes Spiel sich überschnei, dender Kurven, ober sie treten zurück und eröffnen damit immer neue Räume. Es sind engere ober weitere Räume, bie ben Strom begleiten, bie ihm ein Minbestmaß gönnen ober bie ihn nur von fern be­gleiten. So gibt es benn auch zwei ©runbformen menschlicher Sieblung, bie wechselnd mit ihm wan­dern: bie Dörfer unb bie Stäbte, bie auf ben engen Raum ber Uferstraße gepreßt finb, Parallelen zum Strom, unb bie anbern, bie am Munb ber Seiten­täler ober vor bem Hinterlanb ber Wannen ben

als bas Skelett von einem blühenden Körper: ein Durchschnitt etwa durch das rheinische Schieferae- birge zwischen ber Eifel unb bem Westerwald. Da hebt sich vom Westen her eine Linie, es ist ber Anstieg ber Eifel: man bemerkt einige Zonen bichter Schraffierung, bas finb bie ins Gestein eingefpreng» ten Verwerfungen: bie Linie erhebt sich zur höchsten Höhe unb erreicht ben basaltnen Kern ber Hocheifel, die wie bie Achse bieser Landschaft aufschießt. Sie sinkt in mehreren Stufen abwärts, bas finb schon die Rheinterrassen, sie fällt bann ins Schottervett des Stroms hinunter, aber bamii ist bie Vielfalt bes Querschnittes eben erst zur Hälfte angebeutet Die Linie hebt sich gegen Osten wieber, ein Gegen- unb Spregelbilb des linken Ufers. Sie steigt über die Terrasse zu der weiten, ehrwürdigen Hochfläche, von der der Märchenspruch so geheimnisvoll raunt: Ich bin so alt wie der Westerwald und sinkt dann langsam ab.

Doch entscheidet nicht allein der Bau des Bodens über das Wesen des rheinischen Frühlings und Som­mers. Die klimatischen Bedingungen wachsen auch aus den größeren Zusammenhängen. Die Wirkung desselben Golfstromes, ber etwa aus ber süblichen Hälfte von Norwegen noch fruchtbares Lanb macht, erstreckt sich erst recht auf eine Lanbschaft gemäßigter I Zone: bas Seeklima bestimmt bas rheinische Klima. | Der Winter erreicht bie Strenge nicht, bie er über bem östlichen Binnenlanb hat: es kann leichter Früh­ling und Sommer werden. Doch macht es bas Wesen der bem Winb offenen Hochfläche in Eifel unb We- ftcrroalb unb Hunsrück, baß bas Klima auf den Höhen härter unb herber ist, als in bem heitern unb milben Rheintal selbst.

Was macht also ben Reiz ber rheinischen Land- 1 schäft aus ? Ihre M a n n i f a l t i g k e i t. Der Hoch- rhein, sein zerklüftetes, alpines Gebiet bis zum Bobenfee unb nach Bafel, ber Ober- unb ber Mittel rhein behaupten ihre Sonberart. Der Strom fällt von Straßburg bis Köln, auf fast vierhundert Kilo­meter, ganze hundert Meter: ein Gefälle also, bas außer in schlimmsten Hochwasserzeiten milb zu nen­nen ist : unb jene Hügel im Hunsrück ober T a u - n u s liegen weit zurück. Wie bie deutsche Lanbschaft überhaupt zu übermiegenben Teilen Mittelgebirgs- lanbschaften mittlerer Verhältnisse unb Kontraste ist, so ist cs auch bie rheinische. Hat sie etwa ben büster

Lich im Blütenschmuck.

-/- Lich 12. Mai. Die Werbezeit bes hiesigen Verkehrs- und Verschöncrungsver- eins die unter bem ZeichenL i ch i m B l ü t en- schmuck" steht, wurde mit einem Konzert im Schloßgarten eröffnet. Erfreulicherweise hatten sich nicht nur von hier, sondern auch von auswärts lehr viele Besucher eingefunben, um den anusstalisch wert­vollen Darbietungen ber Feuerwehrkapelle unter Leitung ihres bewährten Dirigenten, Postassistent Freitag (Lich), zu lauschen. Ein Konzert be,on- berer Art wirb fast jeben Abenb den Besuchern des Schloßparks geboten. Zwei N a ch 11 g a 11 e n - paare haben sich hier wieder angesiedelt. Es ist eine Herzensfreude, dem wundervollen Lied der ge­fiederten Sänger zuzuhören. Die Kastanien sind auf - qedlüht und erfreuen zusammen mit den anderen Blütenbäumen jeden Naturfreund. Um bie Linde am Posiarnisgebaude hat der rührige Verkehrs- und Vor. schönerungsoerein eine schöne Rundbank geschaffen, von der man einen herrlichen Blick auf den Schlotz- part hat. Der B l u rn e n s ch m u ck w c t t b e w e r b der in diesem Jahre wieder durchgefuhrt wird, soll dafür sorgen, daß auch die Häuser und Vorgarten sich bald im schönsten Kleid zeigen. Auf dem Hohler soll sobald wie möglich ein A u s s i ch t s t u r m an einer Stelle errichtet werden, von der man eine einzigartige Aussicht auf ben Taunus und den Vogelsberg genießt. ___________

Sprechstunden der Redaktion.

1130 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.