Ausgabe 
12.7.1933 Erstes Blatt
 
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Belebung festzustellen; z.B. eei, wieSer Sonfeftionär" ret Monaten über 1500 Neu- W. In der Triiotagen- und r die Lage nicht einheitlich, war der Auftragseingang jt- emb junge Anlernkräfte ge-

I öes TSittelftanbei 3n einer feutc in Berlin hing von Privatbankiers tourten die QM^oten ter icn Mch bemäntelt. Als tourte utere'Mmmend die Mcmdes, dem diePrivat- hvren, betrachtet. Es wurde dtoirtfchaftsminifierium Dör­en, wie diefes Problem in igesaht werden kann.

AbenSbörse still.

11. Juli. Jn NochwirkWg isinnenminifters vor Aörun- ielt sich auch an der Abend- hfrage, doch kam es infolge Publikumsbeteiligung zu kn- ift Das Kursniveau war auf berliner Schlußstandgut be­llten vorbörslich 131%

311 v. 5j. unverändert, lärtten herrschte Eefchafts- .fverein-Bonbs fanden noch r war einige Nachträge nach Weihen und anderen aus- , Vierten: 5 Wjj m** ®Ä

-tablverem 51,2a, Jteiaj. ISAWichahlwo, N arben 131 bis W, W ch 15K____

D.: h. L Neuner.

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58,43

61,33

13,89

16,39 169,01

22- 69,86

16,95 12,54

3,047 169,43 70,03 62,24 71,88 13.93 0,928 2,947 53,59 22,30 16,43 81,3 35,n Sh« 0,874 0,229 5,195 12,67

6,195 17,05 12,56

3,053 169,77 70,17 62,36 72.02 1ZL 0,932 2,953 58,71 22,34 16,47 81,53 35,19 81,98 0,876 0,231

5,25 12,69

47,05 12,55

3,053 170,17

70,42 62,61 72,32 14.03 0,932 2,928 S8.§ 22,38 16,50 81

35,29 82Z 0,876 i-L 5,2?5 12,75

Ur. 160 Erstes Blatt

183. Jahrgang

Mittwoch, 12. Zull 1933

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Walther Darre.

Oer neue Aeichsminifter für Ernährung und Landwirtschaft.

Die Berufung Walther Darris als Reichsernäh- lungsminifter ist Beweis für den unbedingten Ernst Les Willens der Schaffung eines gesunden, lebens- wnD entwicklungsfähigen Bauern ft andes. Schon feit dem Jahre 1930, wo Darrs zum Leiter iderAbteilung Landwirtschaft" in der Reichsleitung Der NSDAP, ernannt wurde, war die Einstellung Les Nationalsozialismus und seines Führers zum Lauerntum festgelegt.

Die Grundgedanken und Ziele, die Walther Darre «rstrebt, hatte er bereits vor seinem Zusammen­treffen mit Adolf Hitler in seinem Erstlingswerk wiedergelegt. Im Jahre 1929 hatte I. F. Lehmanns

^Verlag in München den Mut aufgebracht, ein streng wissenschaftliches und scheinbar jenseits der Zeit- . Interessen liegendes Buch im Umfang von 500 Sei­ten herauszubringen:Das Bauerntum als Lebensquell der nordischen Rasse". Mit diesem Werk setzte sich Darrs in Gegensatz zu einer weitverbreiteten wissenschaftlichen Auffassung, die die nordischen Menschen als eineHerrenrasse" mit nomadischem Charakter nicht als zum Bauern geeignet ansieht. Darre bringt an Hand eines um­fassenden Tatsachenmaterials den Nachweis, daß Leben und Entwicklung der nordischen Rasse von der Grundlage des Bauerntums geradezu abhängig ist. Gr setzt darum einer gesunden deutschen Volkspolitik das Ziel, die Grundlage des Bauerntums zu er« halten, zu erneuern und zu sichern. Bei diesem Wil- Len zur Erneuerung kommt es ihm nicht allein auf die Schaffung einer gesunden wirtschaftlichen Nasis, nicht allein aufs Materielle an. Das volks- politische Streben muß nach ihm darauf gerichtet fein, das Bauerntum seelisch und rassisch zu heben, damit die Durchdringung des Volkes mit bäuerlichem Geist die Nation immer wieder Der« jungt.

Man muß die Grundgedanken dieses Erstlings« ivcrkes mit dem Leben und mit der praktischen Ar­beit Darrss im Zusammenhang betrachten, um die Nedeutung dieses Mannes im bisherigen Verlauf Ser nationalsozialistischen Revolution und ihrer limftigen Fortführung zu erkennen. Walther Darrs bat heute das vierte Lebensjahrzehnt noch nicht Vollendet. Er wurde im Jahre 1895 in Argentinien geboren und entstammt einer Emigrantenfamilie, Sie während der großen französischen Revolution nad) Preußen gekommen war. Sein Vater hatte ihn als Nachfolger in der Leitung seines Ueberfee« Handelshauses ausersehen. Der Ausbruch des Krie­ges lenkte sein Leben wie das von Millionen junger Menschen zunächst in eine andere Bahn. Der 18- jährige Abiturient zog als Kriegsfreiwilliger hin­aus und wurde bald Offizier. Die Regimentsge- jchichte des Feldartillerieregiments oon Scharnhorst Sir. 10 weiß viel von der Tapferkeit des jungen Dffiziers in dreizehn Großkämpfen an der West­front zu berichten. Die soldatische Grundnatur des deutschen Bauernführers hat er in vier Kriegsjahren unter vollgültigen Beweis gestellt.

5*1 seinem Soldatentum trat nach dem Ausgang des Krieges die heiße Liebe zu Volk und Boden, deren Erfüllung ihm der kaufmännische Beruf nach den Wunsch seines Vaters nicht zu bieten schien. Er wählte das Studium der Land- und Kolonial­wirtschaft. Sein besonderes Interesse wandte er züchterischen Fragen und der Vererbungslehre zu. In diesem Studium legte er den Grund zu seiner rassisch bestimmten politischen Weltanschauung. Nachdem er das Studium mit den Graden eines Diplom - Kolonialwirts und Diplom - Landwirts abgeschlossen hatte, wandte er sich in der praktischer Tätigkeit auf Landwirtschaften in den verschieden­sten Teilen Deutschlands zu. Seine besondere Nei­gung für vererbungswissenschastliche Fragen führte ihn dann zum ostpreußischen Stutbuch für Warm­blut - Trakehner - Abstammung. Mit seinen ersten schriftstellerischen Arbeiten über rassekundliche Fra­gen stellte er sich schon in die Reihe derer, die den neuen völkischen Auffassungen wissenschaftlich den Loden ebneten.

Im Reichsernährungsministerium erkannte man früh die großen Fähigkeiten des jungen Mannes, und er wurde in amtlichem Auftrag zum otubium ber .finnischen Tierzucht entsandt und später als landwirtschaftlicher Sachverständiger der Gesandt­schaft in Riga zugeteilt. Seine rassisch gerichtete politische Weltanschauung, die er nicht verleugnen Wollte, brachte ihn aber bald in Gegensatz zu seinen Vorgesetzten Behörden, die einen Grund fanden, ihn cus seiner Dienststellung zu entfernen. Ein groß­zügiges Angebot seines Freundes S ch u I tz e - Naumburg bewahrte ihn davor, daß er auf Der Straße bleiben mußte. In Den Zeiten, wo er Die

Oer Fortgang der Weliwirischastskonferenz.

Beratung ber internationalen Verschiebung. Nach 14 Tagen vermutlich Vertagung.

London, 11.3uli. (SU.) Das CÖurcau der Weltwirtschaftskonserenz nahm den Bericht des Redaktionsausschusses Der Währungslommission an, der folgende Empfehlungen enthält:

Der erste Währungsausschuh für sofortige Maßnahmen soll in erster Linie zur Beratung der internationalen Berschuldung chreiten. Damit hat sich der Standpunkt der Gold- länder durchgesetzt, die bekanntlich in der ver­gangenen Woche die internationale Berschuldung allein zur Erörterung vorschlugen. Der 2. Ans­chuß für ständige Maßnahmen soll die vom Un­terausschuß bereits angenommenen Entschließun­gen über die Zusammenarbeit und die Schaffung von Zentralbanken in den Ländern, wo solche noch nicht bestehen, aufnehmen. Er solle ferner durch seine Unterausschüsse Die Prüfung der Silberfrage und anderer auf der Tagesordnung stehender Probleme aufnehmen, deren Erörterung mit allgemeiner Zustimmung fortgesetzt werden soll.

Nach einer allgemeinen Auffassung dürfte die Kon- erenz noch etwa 14 Tage zusammen- bleiben. Wahrscheinlich wird sie sich Dann pro­visorisch bis Dezember oder Oktober ver­tagen. Man hofft, daß die internationale Devisen­lage Dann eine Erörterung in weiterem Rahmen er­möglichen wird. Die Ruhe nach dem Sturm gibt englischen Delegationskreisen wieder einmal Ge­legenheit, ihren fast sprichwörtlich gewordenen Opti­mismus zur Schau zu tragen, was aus folgender Aeußerung eines englischen Delegierten hervorgeht: Die Krise war lediglich ein recht unangenehmer Sturm und nicht, wie man zuerst befürchtete, ein Orkan. Der Sturm hat sich gelegt. Das Konferenz- chifs wird bald wieder vorwärtsfahren. Kein Teil der Ladung ist über Bord geworfen worden. Alle Segel und Masten sind intakt."

In den Blättern wird zum Ausdruck gebracht, daß die dringendste Aufgabe des Augenblickes fei, zu erfahren, was Präsident Roosevelt mit seinem Dollar zu tun gedenkt. Es wird aber festgestellt, daß der Präsident darüber offenbar selbst noch keinenSeschluß gefaßt hat. Die Ent­scheidung des Konferenzbureaus wird als Erfolg des Goldblockes und besonders Frankreichs bezeichnet.Financial News" schreibt, die Weltkon­ferenz hat sich gestern Damit abgefunden, einen langsamen aber schmerzlosen Tod z u sterben. Finanzminister Bonnet hat mit Hartnäckig­keit und Geschicklichkeit die Sache der Goldländer verfochten. Wenn die Konferenz auch wenig zustande gebracht hat, so wird sie sich doch wenigstens i n einer herzlichen Atmosphäre ver­tagen. Sie wird mit besseren Aussichten zu einem Zeitpunkt zusammenkommen, wo der Dollar a u f g e h ö r t hat, den G o l d b l o ck a u f 3 u = regen und die internationale Eintracht zu stören.

Was tut Roosevelt?

London, 11. Juli. (CNB.) Zum erstenmal, seitdem der Dollar ins Gleiten kam, stockte heute sein Fallen. Er erholte sich allmählich erst auf 4,80 und später auf 4,73. Es besteht der Eindruck, daß die maßgebenden amerikanischen Stellen durch Die Reaktion auf Den Effekten- und Warenmärkten in den letzten Tagen beunruhigt worden waren und zu der Ansicht gekommen sind, daß der Fall der amerikanischen Währung etwas zu stark gewesen ist. Man wollte heute am hiesigen Markt gewisse Dollarkäufe für amerikanische Rechnung feststellen. Mit Interesse sieht man dem Einsetzen des Herbstbedarfs für Dollar

entgegen, beim, bei der gegenwärtigen Enge des Marktes reagiert der Kurs sofort in starkem Maße auf jede Transaktion.

In Washington trat Das auf Veranlassung Der Präsidenten Roosevelt eingerichteteUeberfabi-- nett", dem sämtliche Minister und Sachverständigen angehören, unter dem Vorsitz Roosevelts zu einer konstituierenden Sitzung zusammen, um über ein Sofortprogramm zu beraten. Dieses Pro­gramm sieht vor allem die Einführung einer be­schränkten Arbeitswoche und einer Neuregelung der Lohntarife in verschiedenen Industrien vor. Das Uebertabinett wird sich außerdem schnellstens mit einem großen öffentlichen Arbeitsbe - fchaffungsprogramm zur Unterbringung der Erwerbslosen befassen.

Oie Kurve

der Weliarbeüslosigkeii.

Die spürbare Rückentwicklung inDeutschland

Berlin, 11. Juli. (CNB.) Zu den Feststellungen des Internationalen Arbeitsamts über die Vermin­derung der Arbeitslosigkeit in Deutschland erfahren wir von unterrichteter Seite noch folgendes:

Das Internationale Arbeitsamt in Genf führt bereits feit einer ganzen Reihe von Jahren Stati­stiken über den Beschäftigungsgrad in den verschie­denen Ländern. Diese Statistiken besagen nichts

über die absolute Höhe der Arbeitslosigkeit in den einzelnen Ländern, sie geben aber d i e Be­wegung en an, in denen sich zu verschiedenen Zeitpunkten die Arbeitslosigkeit im einzelnen gezeigt hat. Nun konnte zum ersten Mal festgestellt werden, daß tatsächlich eine 21 u f tp ä r t s b e m e g u n g eingetreten ist. Gewiß ist damit die Depression noch nicht überwunden, aber eine Verbesserung ber allgemeinen Lage insbesondere mit dem 21 n ft eigen der Rohstoffpreise und anderen Anzeichen läßt sich erkennen. Der Be­schäftigungsindex ist in einer Anzahl von Ländern besonders in Deutschland und Groß- b r i t a n n i e n gestiegen, in Deutschland um 10,6 Prozent, in Großbritannien allerdings nur um 2,6 Prozent. Auch die Statistik der Arbeits- l 0 s i g k e i t zeigt dementsprechend für Deutsch­land einen Rückgang um 7,7 Prozent. Die Ziffern, die das Arbeitsamt errechnet, stützen sich in Deutschland auf die Statistiken der 2lrbeits» losenversicherung, in anderen Ländern auf Die frei­willige Arbeitslosenversicherung bzw. auf die Ge­werkschaftsstatistiken. Obwohl diese Zahlen unter­einander nicht vergleichbar sind, läßt sich jedenfalls in Deutschland eine st a r k e Auf­wärtsbewegung feststellen. übrigens sind andere Länder nicht in der günstigen Lage, denn im Lauf der vergangenen 12 Monate hat die Arbeits­losigkeit z. B. in der Tschechoslowakei, in den nor- bischen Staaten und in den Vereinigten Staaten von Nordamerika weiter zugenommen.

Sie hessische presse im Dienst am neuen Staat.

Tagung des Zeitungsverlegervereins von Heffen-Aaffau and Hessen.

WSR. Frankfurt a. M., 11. Juli. QIm Dienstag fanD imKölner Hof" zu Frankfurt a.M. eine MitglieDerversammlung Des Zeitungs -- Verlegervereins von Hessen-Rassau u n D Hessen statt, Die außerordentlich stark be­sucht war. BerlagsDirektor Traupel teilte mit, Daß der seitherige DorstanD Die BorstanDsgeschäfte zur Verfügung gestellt hat. Der geschästs- führende Ausschuß schlage vor, folgenDe Herren in Den BorstanD zu wählen: BerlagsDirektor Traupel, Frankfurt a.M. (Bolksblatt") als Vorsitzenden, Verleger Cnyrim (Wormser Zei­tung") als stellvertretenden Vorsitzenden, ferner als Beisitzer Verlagsdirektor Will (Mainzer Anzeiger"), Verleger K i ch 1 e r, Darmstadt (»Hessische Landeszeitung") und Rudolf Jäger, Frankfurt (Volksblatt"), letzteren als geschäfts­führendes Vorstandsmitglied, Schriftführer und Kassenwart. Diesem Vorschlag wurde von der Versammlung einmütig z u g e st i m m t. Der bisherige erste Vorsitzende Cnyrim sprach Dem neuen VorsihenDen Das volle Vertrauen Der Ver­sammlung aus, der schon während seines bis­herigen kurzen Wirkens gezeigt habe, Daß er dieses Vertrauen voll und ganz verdiene.

Oer neue Vorsitzende, Verlagsdirektor Traupel, dankte zunächst für Die Wahl unD erklärte Dann u. a.: Es wirD Aufgabe unseres Kreisver- I eins sein, Daß ein gesunDer Wettbe­werbskampf Der Zeitungen als Verlag, aber auch als politisches Instrument so ge­führt wirD, Daß alle MitglieDer sich gegebenen­

falls zur Besprechung ihrer hohen Aufgaben und großen Richtlinien gemeinsam an einen Tisch sehen können. Dieses Zusammenfühlen, -arbeiten unD --finDen ist um so wichtiger, als der Verein Deutscher Zeitungsverleger Die ein­zige anerkannte S t a n D e s 0 r g a n i s a- t i 0 n ist, Der alle Zeitungsverleger anzugehören haben. Wenn ich Deshalb von Dieser Stelle aus heute noch außen st ehenDeVerleger auf­fordere, sofort ihren Beitritt zu vollzie­hen, so tue ich es in dem Wissen, daß es Ver­lage außerhalb unserer Reihen gibt, Die in un­seren Verein unD Damit zum ReichsstanD Der Deutschen Presse gehören. Ich spreche aber auch ebenso Deutlich aus, Daß in Dem Verein Verlage die Mitgliedschaft besitzen, für die d e r E h r e n- nähmedeutsch" niemals Anwen­dung finden kann unter einer Regierung und einem Volkskanzler, Die Diesen Begriff in seiner ganzen Reinheit gezeigt haben und nun­mehr herzustellen und auf allen Gebieten Durch­zuführen bestrebt sinD. Die Zugehörigkeit zu un­serer Organisation erforDert allerDings Das Be­kenntnis, rückhaltlos hinter Dem neuen Staat unD seiner Regierung zu stehen.

Der nationalsozialistische deutsche Staat verlangt von seiner Presse als Mittlerin zwischen Regierung und Volk, daß sein Wollen, das stets dein Besten des Volkes dient, unverzerrt mit der ganzen Glut der Liebe, von der es getragen ist, dem Volke übermittelt wird. Dieses Wollen in die Wirklichkeit der Tat urnzusetzen, hängt davon ab, daß die Presse vollständig von dem Gei st e beseelt und belebt wird, der aus der neuen Weltanschauung Adolf Hitlers

Gastfreundschaft des Freundes genoß, entstand das eingangs erwähnte grundlegende wissenschaftliche Werk. Im Hause von Schultze-Naumburg traf er auch im Frühjahr 1930 mit Adolf Hitler zusam­men, der damals noch im Kampf gegen fast die ganze Welt stand. Nach einer Unterhaltung von vielen Stunden hatte der Führer erkannt, daß er in Walther Darre den Mann finden würde, der das Ringen um die Seele des deutschen Bauern­tums erfolgreich aufnehmen könnte. Walther Darrs wurde der Leiter des Amtes für Agrar­politik in der Münchner Reichsleitung der NSDAP.

Bis dahin hatte sich Die nationalsozialistische Pro­paganda vor allem an die Bewohner der Städte, an die Bürger und Arbeiter, gerichtet. Auf dem flachen Lande war so gut wie nichts geschehen. Der Arbeit Darrss ift es zu verdanken, wenn Adolf Hitler kürzlich vor dem Deutschen Landwirtschafts rat feststellen konnte, daß in manchen Gebieten des flachen Landes die Bauern bis zu 95 vom Hundert für die nationale Bewegung eintraten und daß die nationalsozialistische Erhebung nicht möglich ge­wesen wäre, wenn sie nicht auf dem Lande so starke Ausgangsstellungen gehabt hätte Diese Ausgangs­stellungen hat Walther Dorrs geschaffen. Er hat mit feinemagrarpolitischen Apparat" der Bewegung ein hervorragend ausgebildetes Führerkorps ge­geben, das sich dank einer besonderen Schulung in den Versammlungen und am Verhandlungstisch sehr bald gegenüber den bestehenden Bünden durch­zusetzen wußte. Die Einigung der deutschen Bauern hat Walther Darrs in derReichsführergemem- schäft des deutschen Bauernstandes" als Krönung seines zähen Ringens verwirklicht. Das neue Erb­hofrecht, das ganz auf dem Gedanken feiner Welt­anschauung fußt, hat ihn auch sachlich feinem Ziele

näher geführt, durch die seelische und rassische Er­neuerung des Bauerntums der ganzen Nation die gesunde Grundlage bäuerlichen Geistes zu geben.

Hendersons Rundreise.

Ergebnisloser Besuch in Paris.

Berlin, 12.Juli. (CNB. Funkspruch.) Als sich die Abrüstungskonferenz in Genf am 29. Juni auf den 16. Oktober vertagte, wurde in Aussicht genom­men, daß Henderson als Präsident der Konfe­renz in der Zwischenzeit durch Verhandlungen in den maßgebenden Hauptstädten ein Abkommen oorbereiten solle. Henderson wollte seine Rund­reise alsbald in Paris beginnen, mußte aber länger als eine Woche auf die Gelegenheit zu einer Aussprache mit Daladier und Paul-Boncour warten, so daß ihm schließlich vor seiner Weiterreise nach Rom nur ein einziger Tag für Paris zur Verfügung stand. Er hat in Paris gestern vormittag und gestern abend verhandelt, aber offenbar keinerlei Z u - geständnisse von französischer Seite erlangt. Daladier konnte jedenfalls einem Pressever­treter erklären, Henderson habe bewiesen, daß er die französische These sehr gut ver- stehe. Diese französische These ist bekanntlich der alte Sicherheitskomplex, der neuerdings durch die Forderung nach einer scharfen internatio­nalen Rüstungskontrolle vor jeder Abrüstungsmaß. nähme eine neue Gestalt angenommen hat.

Die Autorität Hendersons hat schon während der Konferenz nicht ausgereicht, um die dort versammel­ten Bevollmächtigten und Sachverständigen der ein­zelnen Länder zu einer ersprießlichen Aussprache zu bringen. Nichts begründet die Hoffnung, daß er jetzt durch Einzeloerhandlungen mehr

erreichen wird. Dazu kommt, daß aerobe für Frankreich Henderson niepersona grata7' war und daß die französische Regierung es lieber gesehen hätte, wenn er Die jetzigen Verhandlungen nicht selbständig, sondern in Begleitung von Mitgliedern des Bureaus, also praktisch oon Benesch und P 0 l i t i s unternommen hätte. Da dieser Plan, der jede Gewähr für die Sabotage der Verhandlungen geboten hätte, oon Henderson selbst ab gelehnt worden ist, scheint es Frankreich jetzt für notwendig zu halten, umso entschiedener jedem positiven Er- gebnis entgegenzuarbeiten, wobei das un­aufrichtige SchlagwortKeine Aufrüstung Deutschlands" wieder im Vordergründe stehe.

Italienische Studenten im Braunen Haus.

München, 11. Juli. (CNB. Eigene Meldung.) Wie die Reichspressestelle der NSDAP, mitteiit, stattete der Reichsaußenminister Frhr. 0. Neu­rath dem Braunen Haus einen Besuch ob. Auch eine Studiengesellschaft italienischer Studenten der Universität Perugia unter Füh­rung des Prof. Caper, die den Führer begrüßen wollte, wurde von ihm empfangen. Prof. Caper brachte die freundschaftlichen Gefühle der faschisti­schen Jugend für den Nationalsozialismus und dessen Führer zum Ausdruck. Der Kanzler gab den italie­nischen Besuchern den Wunsch mit auf ihre weitere Reise, daß sie im neuen Deutschland das sehen und finden möchten, was sie in ihrem eige­nen Vaterland s 0 sehr schätzten. Er sei überzeugt, daß wie das faschistische Italien auch das nationalsozialistische Deutschland sich durch seine Leistung die Achtung der Welt erringen werde.