Ausgabe 
12.6.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

nr. 134 KrübauSsabe

185. Jahrgang

Montag, 12. Juni 1953

Erschein» töqltd). anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustriert« Gießener Familienblätler Heimat im Bild - Die Scholle monatsBejngsprels:

Mit 4 Beilagen RM.1 95 Ohne Illustrierte e 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.

Zernsprechanschllisse unter Sammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Lieben.

Postscheckkonto: gtonffurt am Main 11686.

MtzemrAnzeiger

Eeneral-Anzeiger für Oberhessen

Vrvck und Verlag: Brüt)IW UniversilSlz-vuch« und Stehtörutferei H. tauge in Gießen. Schrifllettung und SeschSstrstelle: Schusskraße 7.

Annahme von Anzeigen für die Izigesnummer "bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe

Sr Anzeigen von 27 mm reite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig,- für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20',. mehr.

Chesredabteur:

Dr. Friede. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Emst Dlumschein undfür denAn- zeigenteil i.D.TH.Kllmmel sämtlich in (Biegen.

Vizekanzler v. pOen über die Ausgaben der deuischen Katholiken.

Eine programmaiische Rede aus dem Katholischen Gesellentag in München.

Die Leitung bc6 Gesellentages hielt eine kurze Pressebesprechung ab, in der jedoch zu den Vor­gängen selbst im einzelnen nicht Stellung genom­men wurde. Es wurde lediglich erklärt, daß be­dauerliche Mißverständnisse Vorlagen und daß eS notwendig fei. sich die Bruderhände zu reichen.

München, 10 Juni. (WTB.) 3n der heutigen Festsitzung des Katholischen Gesellen­tages hielt Vizekanzler v. P a p e n eine Rede, in der er u. a. ausführte:

CS hat eine symbolische Bedeutung, daß Ihr Verband als erster der katholischen Verbände in großer öffentlicher Kundgebung das Be­kenntnis zu unserem neuen deutschen Staatsaufbau ablegt.

Nur in völliger Lösung von überholter Partel- gebundenheit werden wir deuischen Katholiken unsere großen Aufgaben erfüllen können.

iUnmihverständlich muß hier gezeigt werden, welche Aufgaben in der großen geschichtlichen Evolution unserer Tage der deutsche Katholizis­mus zu erfüllen hat. Als 1918 das alte Reich zusammenbrach, befand sich der deutsche Katholi­zismus in einer einzigartigen Lage Gegenüber der Sintflut des materiellen Sozialismus, gegen­über dem Ansturm der bolschewistischen Sparta­ks len schien er die einzig festgefügte Welt­anschauung, die nicht nur zu Widerständen be­reit, sondern bestimmt war, der Politik der Rach- kr sjahre den entscheidenden geistigen Stempel a; »drücken-

C<ion im Kaiserreich hatten dir deutschen Ka- tl, ;icn eine nur defensive Politik getrieben. 1918, al5 nur der kollektivisierende Sozialismus auf der innenpolitischen Front gegenüberstand, setzte man trotzdem diese Politik der Defensive fort und er­schöpfte sich damit, t a k t i sch - p a r l a- mentarische Vorteile zu ergattern und durch eine sogenannte Paritätspolitik die Teilhaberschaft am großen volksbeherrschenden Apparat der Dureaulratie auszubauen. Dabei h..:te man übersehen, daß diese personelle Teil- halerschast nur dann wirksam sein konnte, wenn zue/eich die Führung des Staatsapparates in schöpfe­rischen Händen lag.

L.esc S t a a t e s ü h r u n g wir müssen das, da deutsche Katholiken maßgeblich daran im Reich und in den Ländern beteiligt waren, rückhaltlos scftstellen ist nichts weniger als schöp­ferisch gewesen. Gerade die Gebiete, auf denen der Katholizismus aus seinem alten Ge­dankengut heraus hätte geistig führend sein müs­sen funktioneller Aufbau unseres Verfassungs- lcbens, sozialer Reubau der Gesellschaft als Lö­sung des Problems von Kapital und Arbeit, Herausstellung hoher nationaler Ziele versan­deten in der Oede des Parteiledens, und selbst der tausendjährige Traum von der Sendung des Deutschen Reiches fiel der Vergessenheit anheim.

Die parlamentarische Schlüsselstellung des poll- tischen Katholizismus wurde in völliger Ver­kennung der Tatsachen als eine unerschütterliche Machtstellung betrachtet.

Es blieb unbemerkt, daß, während 1919 der poli­tische Katholizismus noch 20 v. h. aller deutschen Wuhlcrftimmen aufbrachte, diese Quote 1932 auf nur 11 u. j). gesunken war. So geriet auf dem Wege der rein parlamentarisch - demokrati­schen Denkweise der in politischen Parteien gruppierte Katholizismus langsam aber sicher in eine völlig falsche Front, bis durch die Revolu­tion des 5. März der künstliche und petrefatle Appa­rat der parlamentarischen Demokratie und mit ihr die Schlüsselstellung der katholischen Parteien zu- fammenbrach. In jenen Tagen ist es vielen von uns erst klar geworden, wie kleinmütig wir geworden waren, als wir unser politisches Denken nur auf die Erfolge parlamentarischer schwarz- roter Koalitionen richteten, anstatt zu den übernatürlichen Kräften aufzuschauen, die in der Fülle unseres Glaubensgutes und in dem un­erschütterlichen Vertrauen auf die Gestaltungskraft der Prinzipien des Katholizismus enthalten find. Und doch wäre dies der Weg gewesen, den die Na­tur vorgezeichnet hat. Fußt doch die Lehre der Kirche nicht auf Abstraktionen, sondern steht unbeirrt auf den durch Gott geschaffenen natürlichen Gesetzen. So gilt es cute, uns wieder auf die Rolle zu be­sinnen, die die geschichtliche Entwicklung uns zumeist.

Hier liegt die Aufgabe, die auch Ihnen in erster Linie bestimmt ist:

Den Gedanken des Kiasfenkampfes zu über­winden durch echt deutschen und echt katholischen Ausbau der deutschen Gemeinschaft. Die Dieder- Herstellung der gesellschaftlichen Ordnung ist, da» fühlen wir, die elementare Voraussetzung für die endgültige Aufrechterhaltung unserer christlichen Kultur schlechthin. Die Wiederherstellung der gesellschaftlichen Ordnung ist deshalb eine so unendlich schwierige Aufgabe, weil wir zwar auf alte, frühere Gedankengänge zurückgreifen kön­nen, weil wir aber geistig verlorenes wieder neu Herstellen müssen, weil es sich nicht um eine Fortbildung der entarteten kapitalistischen Wirt­schaftsordnung, sondern um ein Zurückfinden zu alten maßgebenden Grundsätzen handelt.

Wer wäre besser in der Lage, als Ihr, meine Ge­sellen, zu verstehen, wie noiwendig es ist, zu den Grundlagen einer ständischen Ord­nung zurückzukehren und die Kampffronten aller im Wirtschaftsprozeß Vereinigten zu einem b e - rufs-ne-äßig g e g l i e d e r-t-e n Wirtschafts­organismus umzubauen. Gerade hier werden wir deutschen Katholiken gut führend sein können und müssen.

Jede Arbeit muß getragen sein, von dem Ge­danken der Mitarbeit des Dienstes am

Ganzen, aus diesem Dienst am Ganzen muß auch die Freiheit vom Unternehmer und Arbeiter fließen, sich gesellen zu gemeinsamer gleichwertiger Arbeit. So fließt aus Freiheit und Gebundenheit die bildende Kraft ständischer Verbundenheit ins Be- reich der Wirtschast vom höchsten Lehrling, vom ungelernten Arbeiter bis zum Leiter des Unter­nehmens. Im allen deutschen Heer, in SA. und Ss., im Stahlhelm und in der Reichswehr, über­all, wo ein großes gemeinsames Ziel de" Dienstes am Volke gesehen wird, gibt es keine Klassen, gilt nur die Verbun­denheit im Ziel, die zweckhaste Ordnung und Unterordnung. Ich muß es offen und unumwunden aussprechen:

3e eher der deutsche Katholizismus, so weit er noch in politischen Parteien organisiert ist, die Formen alten liberalistischen Denkens abstreift und auf sie verzichtet, um so eher wird er geistig hineinwachsen in die (Befamtfront deutschen Volkstum», und um so weniger wird er von denen mit Mißtrauen betrachtet werden können, die heute vielleicht noch glauben, dah wir den geistigen Umbruch unserer Tage nicht mit vollem Herzen bejahten, und daß wir unter dem Deck­mantel der Kathottzität etwa un» in neuen poli­tischen Gruppierungen abkapseln wollten.

Unser Kanzler hat es unmißverständlich aus- gesprochen, daß die Grundlage des neuen Werdens der Nation nur in den unveränderlichen Grundsätzen unseres chri st li chen Glau­bens gefunden werden können. Die christlichen Be­kenntnisse werden daher im neuen Deutschland ihre geistigen Kräfte voll und ungehindert ent­falten können, ungehinderter denn je zuvor. Und deshalb kann es auch für den deutschen K a - t h o l i z i s m u s heute nicht mehr den Vorwand geben, wir müßten aus Erinnerungen der Kultur- kampfzeit heraus uns eine eigene Ausnahme­stellung im neuen Reich bauen, heute ist nur vollstes, uneingeschränktes Ver­trauen am Platze. Der Kanzler, ich selbst und alle, die an verantwortlicher Stelle im Reiche und in den Ländern stehen, ryerden Garanten die­ses Versprechens sein.

Bismarcks Schaffung des Reiches war ein ein­maliger staatsrechtlicher Akt. Hitlers säkulares Ziel, die Wegbahnung zur Volkswer- dung und damit zur Schaffung des neuen Reiches aller Deutschen, ist dagegen eine Aufgabe, die täglich neu in Angriff genommen und nur von uns allen in gläubiger Hingabe eines jeden von uns vollendet werden kann.

Die Ausführungen des Vizekanzlers wurden wie- derholt von stürmischem Beifall unterbrochen und zum Schluß mit lebhaften Beifallskundgebungen ausgenommen.

Vorzeitiger Abbruch desKatholischen GesellentageS

München, 11. Juni. (TU.) In der letzten Nacht ist es wegen des Katholischen Gesellentages in München zu Zwischenfällen gekommen. Eine Rückfrage bei der Leitung der Veranstaltung ergab, daß die für den heutigen Sonntag vorge- sehenen letzten Veranstaltungen abge­sagt wurden. Auch der für 10 Uhr vorgesehene @ o 11 es b i c n ft in der großen Halle des Aus­stellungsparkes ist von Kardinal Faulhaber abgesagt worden. Die Teilnehmer sind aufge- sordert worben, unverzüglich bie Heim­reise anzutreten.

Am Sonntagnachmittag wurde von der b a y e - rischen politischen Polizei ein Bericht herausgegeben, in dem einleitend daraus hingewiesen wird, daß der Katholische Gesellentag mit Verfügung vom 2. Juni 1933 verboten worden sei und in dem noch einmal die Gründe ausführlich wiederholt wer­den. Der Bericht fährt dann fort:

Aus Vorstellung der Leitung des Deutschen Katho­lischen Gesellentages hat die bayerische Regierung die Abhaltung des Tages unter verschiedenen Bedingungen zugelassen, bereu Erfüllung von ber Leitung des Gesellentages auch zugesagt worden ist. Da aber eine große Anzahl der Teilnehmer des Gesellentages ohne Rücksicht auf bie erregte Stim­mung in ber Bevölkerung in einer Uniform auf­trat, bie. in ihrer Farbe bem Braunhemd ä h n- 1 i ch war, wurde die Erregung dadurch noch mehr gesteigert, zumal in den Kreisen der nationalsozia­listischen Bevölkerung diese Uniform als ein Miß­brauch ber Braunhemben angesehen würbe. Auf biesern Grunde kam es in ber ganzen Stabt wieberholt zu erheblichen Ausschreitun­gen. Um weitere Störungen ber öffentlichen Ruhe unb Drbnung zu oerhinbern, würbe auf Weisung bes Innenministeriums nochmals auf bas bereits be» stehenbe Uniformverbot hingewiesen, zumal auch zu befürchten ftanb, bah sich auch Ausschrei­tungen gegen bie zahlreich anwesenben geist­lichen Führer biefer weltlichen Vereine ereignen würben.

Unter unrichtiger Weitergabe ber seinerzeitigen Derbotsgrünbe brachte bie Leitung bes Gesellen­tages bie Herren Vizekanzler von Papen unb Wirtschaftsminister Graf Quabt in bie unange­nehme Lage, unter biefen schwierigen Umständen als offiziell« Vertreter an dieser Tagung teilzu- nehmen.

In der Rächt auf Sonntag mußten wiederholt die bereitgestellten plebersallkommandos ausrücken, um bei den zahlreichen Zusam­

menstößen einzuschreiten, die durch bie trotz des Tl n i f o r m v e r b o t c s in Uniform a u f g e t r e t e n e n Mitglieder der Ge­sellenvereine hervorgcrufcn wurden. Diese wiederholten Zusammenstöße haben bcwicfen, daß die Mitglieder der Gescllenvereine nicht die Dis­ziplin gewahrt haben, die man zur ungestörten Durchführung dieser Tagung von ihnen erwarten konnte und mußte. Aus diesem Grunde sah sich die Leitung des Gesellentages von sich aus gezwungen, den Gefellentag vorzei­tig zu schließen.

Als spontane Antwort auf das undisziplinierte Auftreten einer großen Anzahl der Mitglie­der des Gesellentages veranstaltete die Mün­chener SA. und SS. am Sonntagvormittag einen Aufmarsch durch die Straßen der Stadt, der im Gegensatz zum Gesellentag als muster­gültig anzusehen war und keinerlei Ein­schreiten der Polizei erforderte. Zusam­menfassend ergibt sich die Tatsache, daß das ur­sprüngliche Verbot des Gesellentages nur zu ge­rechtfertigt war und daß die Verantwortung für diese unliebsamen Vorkommnisse und für die in die Bevölkerung hineingetragenc Anruhe der Lei­tung des Gesellentages zuzuschreiben ist."

Keine kommissarische Betätigung bei Zeitungen.

Berlin, 10. 3uni. (WIB.) Da» Reich»- Ministerium für Volksaufklärung unb Propaganda macht alle in Frage kommenden Sieden darauf aufmerksam, daß nach amtlicher An­weisung für kommissarische Betätigung bei Zeitungen und für sonstige Aktio­nen behördlicher Stellen nach der Gleich­schaltung de» Reich» verbau de» der Deutschen Presse und de» Verein» Deutscher Zeitungsoerleger grundsätzlich kein Raum mehr ist. Diese amtlichen Anweisungen sind unter allen 11 m - ständen ffrifte innezuhalten. Sollte ab­weichend von dieser grundsätzlichen Verfügung Im Linzeisalle die Linsehung eine» Kommissars erfor­derlich fein, so ist dem ersten Vorsitzenden des Reichs- verbande» der Deutschen Presse, Reichspresseches der RSDAP. Dr. Dietrich, jeweils Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.

ÄiRer Dr. Goebbels spricht vor der Äsend.

Der Tag ber Hitlerjugend in Berlin.

Berlin, 11. Juni. (TU.) Im Rahmen eines großen Jugendsportfestes fand am Sonntag der Tag der Hitlerjugend" unter ber Schirm- Herrschaft bes Reichsministers Dr. Goebbels im Deutschen Stabion im Grünewald statt. Am Vor­mittag brachte die Hitlerjugend dem Reichspropa- ganbaminifter vor seiner Wohnung ein Morgen- stänbchen bar. Das große sportliche Programm, bas sich von 13 Uhr an abwickelte, würbe burch einen mehrstünbigen starken Regen beeinträchtigt. Gegen 14 Uhr hatten sich auf ber Heerstraße unb auf ber Rennbahnstraße etwa 50 000 hitlerjungen unb Mäbchen aus Berlin unb Brandenburg gesammelt unb marschierten in geschlossenen Zügen zum Sta­dion. Neben ben Braunhemden sah man zahlreiche Jugendlich« aus ben Fabriken unb Werkstätten m ihren Arbeitskitteln. Eine Aborbnung ber Bis - marckjugenb unb des Königin- Luise - Bun bes nähmest an bem Tag ber hitlerjugenb teil.

Nach Erlebigung bes sportlichen Teils nahm Reichsmimsier ©r. Gvebvels bas Wort zu einer Ansprache, in ber er u. a. aus­führte:

Der Staat, ben wir erobert haben, ist ein Staat ber brutschen Iugenb. Es waren junge Menschen, bie 14 Jahre lang gegen bie Re- publik Wiberstanb leisteten, unb es waren ebenfalls junge Menschen, bie am 30. Januar die Macht,in ihre Hände nahmen.

Der Rationalsozialismus ist ber politisch« Ausdruck dieser deutschen Jugend.

Wohl niemals haben junge Menschen einen so schwe­ren unb steinigen Weg zu beschreiten gehabt, wie bie Generation, bie burch ben Nationalsozialismus am 30. Januar an bie Macht gekommen ist. Ihr |eib heute die Träger des Staates, auf euren jungen Schultern ruht bie Zukunft unseres Lanbes, unb wenn wir bie Macht einmal übergeben müssen, bann nur in eure Hände.

Dr. Goebbels erinnerte baran, baß er vor vier­zehn Tagen ben Vorbeimarsch ber italienischen saschistischen Iugenb im Forum Mussolini in Rom abgenommen habe. Was die italienische Ju- genb in zehnjähriger Aufbauarbeit oorgemacht habe, müsse die deutsche Jugend jetzt nachmachen. Das werde in Deutschland viel eher und schneller gelin­gen, weil Deutschland eine Jugend besitzt, der die

Disziplin und die Ordnung, die Zucht unb bas (Ein- orbnungsoermögen schon von Vätern unb Vor­vätern her in Fleisch unb Blut übergegangen (ei.

Ls muh in Zukunft in Deutschland nur ein Reich, ein Führer, eine Idee und eine Partei sein. Alle Deutschen müssen umschlossen werden von einer gemeinsamen Gesinnung, einer ge­meinsamen Hingabe und einer gemeinsamen Begeisterung.

Napoleon hat einmal gesagt:3d) wünsche alte Majore und junge Generäle." Das Wort hat auch für unSBedeutung: jungeMänner müssen dasGeschick desStaates indieHand nehmen, Männer, die noch den Mut Haden, etwas zu sagen, die sich noch freudig ihrer Ver­antwortung unterordnen. Männer, die nicht ein Leben hinter sich, sondern vor sich haben, JUnb so sage ich euch denn: Jeder von euch trägt den Marschallstab in seinem Tornister! Jedem von euch ist der Weg frei gemacht zu den höchsten Stellen des Staates. Jeder von euch hat die Chance, einmal mit die oberste Spitze dieses jun­gen Deutschland zu repräsentieren.

Lrwerbt euch den Erfolg durch Fleiß, Zucht, Ordnung und Hingabe.

Seid euch bewußt, daß heute in Deutschland wieder Geschichte gemacht wird, und bringt eure treue Hingabe und Begeisterung für das Reich, das wir mit euch, durch euch und für euch erobert haben, »um Ausdruck, indem ihr ruft. Unsere Idee, un­sere Bewegung und unser Führer: Heill"

Aeichsjugendführer Baldur von Schirach gedachte in einer kurzen Ansprache zunächst ber zehn­jährigen Gedächtnisfeier Schlagelers. Auch heute wolle bie Jugenb ein Bekenntnis ablegen zum Geist bes Opfers unb ber Hingabe unb ber revolutionären Haltung, für bie Sdjlageter ein Symbol geworben (ei. Er erinnerte weiter an bie schweren Kämpfe ber nationalsozialistischen Be- roegung in Berlin unb gebuchte ber Gefallenen ber hitlerjugenb. Er rief zum Schluß ber Jugenb für ben kommenben Kampf bie Parole zu.Durch Sozialismus zur Nation!

Die ftunbgebung enbetc mit einem Vorbeimarsch vor ben Führern.

Äeichsmimsier Dk.M dank! dem Holen Kreuz.

Kundgebung im Berliner Lustgarten.

Berlin, 11. Juni. (WTB.) Tlm die Arbeit des Roten Kreuzes durch helfende Tat zu stärken, fanden am heutigen Sonntag unter dem Leitspruch »Die Opfer des Krieges danken dem Roten Kreuz" in allen Teilen des Reiches schlichte Feiern zum Gedenken an die opferbereite Tätig­keit der Frauen und Männer des Roten Kreuzes statt.

In der Reichshauptstadt sammelten sich in den Vormittagsstunden die Sanitätskolonnen des Roten Kreuzes, der SA und SS., der Technischen Rothilfe, des Stahlhelms, der Schutz­polizei sowie zahlreiche Abordnungen der Groß- Berliner Kriegervereine und des Kriegsgefange- nen-Terdarrdes und marschierten unter Vorantritt der Kapelle des WachregimenteS zum Lust­garten. Am Brandenburger Tor schlossen sich u. a. die Schwestern und Helferinnen des Roten Kreuzes und der Vaterländische Frauenverein an. Trotz des schlechten Wetters waren die ßinben und der Lustgarten von vielen Schaulustigen b:setzt. Im Lustgarten nahmen die Teilnehmer Aufstel­lung.

Ter Vorsitzende des 'Berliner Roten KreuzeS, Generalmajor Bender, richtete herzliche Te-

grüßungsworte an die Ehrengäste und die frei­willigen Sanitätsmannschaften.

Darm sprach

' Reichsminister

des Innern Or. Frick:

Seitdem jener Schweizer auf dem Sch lacht- selbe von Eolserino vor fast 75 Jahren von heiliger Begeisterung für den Gedanken gepackt wurde, den Verwundeten und Erkrankten des Schlachtfeldes in brüderlicher Liebe zu dienen, er sei Freund oder Feind, ist das Bekenntnis zu diesem echt christlichen und echt ritterlichen Gedanken zum Kulturgut der ganzen Welt geworden. In allen Erdteilen steht das Zeichen des Roten Kreuzes hoch in Ehren. Mit besonderem Swlz aber dürfen wir fest­stellen, daß

kaum irgendwo der Gedanke des Roten Kreuzes fo tiefe wurzeln geschlagen hat, wie im deutschen

Volke.

So gedenken wir heute voller Dank der 100 OCO Männer, bie im Kriege als 6anität»n:änner ihr