nr. 134 KrübauSsabe
185. Jahrgang
Montag, 12. Juni 1953
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Eeneral-Anzeiger für Oberhessen
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Dr. Friede. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Emst Dlumschein undfür denAn- zeigenteil i.D.TH.Kllmmel sämtlich in (Biegen.
Vizekanzler v. pOen über die Ausgaben der deuischen Katholiken.
Eine programmaiische Rede aus dem Katholischen Gesellentag in München.
Die Leitung bc6 Gesellentages hielt eine kurze Pressebesprechung ab, in der jedoch zu den Vorgängen selbst im einzelnen nicht Stellung genommen wurde. Es wurde lediglich erklärt, daß bedauerliche Mißverständnisse Vorlagen und daß eS notwendig fei. sich die Bruderhände zu reichen.
München, 10 Juni. (WTB.) 3n der heutigen Festsitzung des Katholischen Gesellentages hielt Vizekanzler v. P a p e n eine Rede, in der er u. a. ausführte:
CS hat eine symbolische Bedeutung, daß Ihr Verband als erster der katholischen Verbände in großer öffentlicher Kundgebung das Bekenntnis zu unserem neuen deutschen Staatsaufbau ablegt.
Nur in völliger Lösung von überholter Partel- gebundenheit werden wir deuischen Katholiken unsere großen Aufgaben erfüllen können.
iUnmihverständlich muß hier gezeigt werden, welche Aufgaben in der großen geschichtlichen Evolution unserer Tage der deutsche Katholizismus zu erfüllen hat. Als 1918 das alte Reich zusammenbrach, befand sich der deutsche Katholizismus in einer einzigartigen Lage Gegenüber der Sintflut des materiellen Sozialismus, gegenüber dem Ansturm der bolschewistischen Spartaks len schien er die einzig festgefügte Weltanschauung, die nicht nur zu Widerständen bereit, sondern bestimmt war, der Politik der Rach- kr sjahre den entscheidenden geistigen Stempel a; »drücken-
C<ion im Kaiserreich hatten dir deutschen Ka- tl, ;icn eine nur defensive Politik getrieben. 1918, al5 nur der kollektivisierende Sozialismus auf der innenpolitischen Front gegenüberstand, setzte man trotzdem diese Politik der Defensive fort und erschöpfte sich damit, t a k t i sch - p a r l a- mentarische Vorteile zu ergattern und durch eine sogenannte Paritätspolitik die Teilhaberschaft am großen volksbeherrschenden Apparat der Dureaulratie auszubauen. Dabei h..:te man übersehen, daß diese personelle Teil- halerschast nur dann wirksam sein konnte, wenn zue/eich die Führung des Staatsapparates in schöpferischen Händen lag.
L.esc S t a a t e s ü h r u n g — wir müssen das, da deutsche Katholiken maßgeblich daran im Reich und in den Ländern beteiligt waren, rückhaltlos scftstellen — ist nichts weniger als schöpferisch gewesen. Gerade die Gebiete, auf denen der Katholizismus aus seinem alten Gedankengut heraus hätte geistig führend sein müssen — funktioneller Aufbau unseres Verfassungs- lcbens, sozialer Reubau der Gesellschaft als Lösung des Problems von Kapital und Arbeit, Herausstellung hoher nationaler Ziele — versandeten in der Oede des Parteiledens, und selbst der tausendjährige Traum von der Sendung des Deutschen Reiches fiel der Vergessenheit anheim.
Die parlamentarische Schlüsselstellung des poll- tischen Katholizismus wurde in völliger Verkennung der Tatsachen als eine unerschütterliche Machtstellung betrachtet.
Es blieb unbemerkt, daß, während 1919 der politische Katholizismus noch 20 v. h. aller deutschen Wuhlcrftimmen aufbrachte, diese Quote 1932 auf nur 11 u. j). gesunken war. So geriet auf dem Wege der rein parlamentarisch - demokratischen Denkweise der in politischen Parteien gruppierte Katholizismus langsam aber sicher in eine völlig falsche Front, bis durch die Revolution des 5. März der künstliche und petrefatle Apparat der parlamentarischen Demokratie und mit ihr die Schlüsselstellung der katholischen Parteien zu- fammenbrach. In jenen Tagen ist es vielen von uns erst klar geworden, wie kleinmütig wir geworden waren, als wir unser politisches Denken nur auf die Erfolge parlamentarischer schwarz- roter Koalitionen richteten, anstatt zu den übernatürlichen Kräften aufzuschauen, die in der Fülle unseres Glaubensgutes und in dem unerschütterlichen Vertrauen auf die Gestaltungskraft der Prinzipien des Katholizismus enthalten find. Und doch wäre dies der Weg gewesen, den die Natur vorgezeichnet hat. Fußt doch die Lehre der Kirche nicht auf Abstraktionen, sondern steht unbeirrt auf den durch Gott geschaffenen natürlichen Gesetzen. So gilt es cute, uns wieder auf die Rolle zu besinnen, die die geschichtliche Entwicklung uns zumeist.
Hier liegt die Aufgabe, die auch Ihnen in erster Linie bestimmt ist:
Den Gedanken des Kiasfenkampfes zu überwinden durch echt deutschen und echt katholischen Ausbau der deutschen Gemeinschaft. Die Dieder- Herstellung der gesellschaftlichen Ordnung ist, da» fühlen wir, die elementare Voraussetzung für die endgültige Aufrechterhaltung unserer christlichen Kultur schlechthin. Die Wiederherstellung der gesellschaftlichen Ordnung ist deshalb eine so unendlich schwierige Aufgabe, weil wir zwar auf alte, frühere Gedankengänge zurückgreifen können, weil wir aber geistig verlorenes wieder neu Herstellen müssen, weil es sich nicht um eine Fortbildung der entarteten kapitalistischen Wirtschaftsordnung, sondern um ein Zurückfinden zu alten maßgebenden Grundsätzen handelt.
Wer wäre besser in der Lage, als Ihr, meine Gesellen, zu verstehen, wie noiwendig es ist, zu den Grundlagen einer ständischen Ordnung zurückzukehren und die Kampffronten aller im Wirtschaftsprozeß Vereinigten zu einem b e - rufs-ne-äßig g e g l i e d e r-t-e n Wirtschaftsorganismus umzubauen. Gerade hier werden wir deutschen Katholiken gut führend sein können und müssen.
Jede Arbeit muß getragen sein, von dem Gedanken der Mitarbeit des Dienstes am
Ganzen, aus diesem Dienst am Ganzen muß auch die Freiheit vom Unternehmer und Arbeiter fließen, sich gesellen zu gemeinsamer gleichwertiger Arbeit. So fließt aus Freiheit und Gebundenheit die bildende Kraft ständischer Verbundenheit ins Be- reich der Wirtschast vom höchsten Lehrling, vom ungelernten Arbeiter bis zum Leiter des Unternehmens. Im allen deutschen Heer, in SA. und Ss., im Stahlhelm und in der Reichswehr, überall, wo ein großes gemeinsames Ziel de" Dienstes am Volke gesehen wird, gibt es keine Klassen, gilt nur die Verbundenheit im Ziel, die zweckhaste Ordnung und Unterordnung. Ich muß es offen und unumwunden aussprechen:
3e eher der deutsche Katholizismus, so weit er noch in politischen Parteien organisiert ist, die Formen alten liberalistischen Denkens abstreift und auf sie verzichtet, um so eher wird er geistig hineinwachsen in die (Befamtfront deutschen Volkstum», und um so weniger wird er von denen mit Mißtrauen betrachtet werden können, die heute vielleicht noch glauben, dah wir den geistigen Umbruch unserer Tage nicht mit vollem Herzen bejahten, und daß wir unter dem Deckmantel der Kathottzität etwa un» in neuen politischen Gruppierungen abkapseln wollten.
Unser Kanzler hat es unmißverständlich aus- gesprochen, daß die Grundlage des neuen Werdens der Nation nur in den unveränderlichen Grundsätzen unseres chri st li chen Glaubens gefunden werden können. Die christlichen Bekenntnisse werden daher im neuen Deutschland ihre geistigen Kräfte voll und ungehindert entfalten können, ungehinderter denn je zuvor. Und deshalb kann es auch für den deutschen K a - t h o l i z i s m u s heute nicht mehr den Vorwand geben, wir müßten aus Erinnerungen der Kultur- kampfzeit heraus uns eine eigene Ausnahmestellung im neuen Reich bauen, heute ist nur vollstes, uneingeschränktes Vertrauen am Platze. Der Kanzler, ich selbst und alle, die an verantwortlicher Stelle im Reiche und in den Ländern stehen, ryerden Garanten dieses Versprechens sein.
Bismarcks Schaffung des Reiches war ein einmaliger staatsrechtlicher Akt. Hitlers säkulares Ziel, die Wegbahnung zur Volkswer- dung und damit zur Schaffung des neuen Reiches aller Deutschen, ist dagegen eine Aufgabe, die täglich neu in Angriff genommen und nur von uns allen in gläubiger Hingabe eines jeden von uns vollendet werden kann.
Die Ausführungen des Vizekanzlers wurden wie- derholt von stürmischem Beifall unterbrochen und zum Schluß mit lebhaften Beifallskundgebungen ausgenommen.
Vorzeitiger Abbruch desKatholischen GesellentageS
München, 11. Juni. (TU.) In der letzten Nacht ist es wegen des Katholischen Gesellentages in München zu Zwischenfällen gekommen. Eine Rückfrage bei der Leitung der Veranstaltung ergab, daß die für den heutigen Sonntag vorge- sehenen letzten Veranstaltungen abgesagt wurden. Auch der für 10 Uhr vorgesehene @ o 11 es b i c n ft in der großen Halle des Ausstellungsparkes ist von Kardinal Faulhaber abgesagt worden. Die Teilnehmer sind aufge- sordert worben, unverzüglich bie Heimreise anzutreten.
Am Sonntagnachmittag wurde von der b a y e - rischen politischen Polizei ein Bericht herausgegeben, in dem einleitend daraus hingewiesen wird, daß der Katholische Gesellentag mit Verfügung vom 2. Juni 1933 verboten worden sei und in dem noch einmal die Gründe ausführlich wiederholt werden. Der Bericht fährt dann fort:
„Aus Vorstellung der Leitung des Deutschen Katholischen Gesellentages hat die bayerische Regierung die Abhaltung des Tages unter verschiedenen Bedingungen zugelassen, bereu Erfüllung von ber Leitung des Gesellentages auch zugesagt worden ist. Da aber eine große Anzahl der Teilnehmer des Gesellentages ohne Rücksicht auf bie erregte Stimmung in ber Bevölkerung in einer Uniform auftrat, bie. in ihrer Farbe bem Braunhemd ä h n- 1 i ch war, wurde die Erregung dadurch noch mehr gesteigert, zumal in den Kreisen der nationalsozialistischen Bevölkerung diese Uniform als ein Mißbrauch ber Braunhemben angesehen würbe. Auf biesern Grunde kam es in ber ganzen Stabt wieberholt zu erheblichen Ausschreitungen. Um weitere Störungen ber öffentlichen Ruhe unb Drbnung zu oerhinbern, würbe auf Weisung bes Innenministeriums nochmals auf bas bereits be» stehenbe Uniformverbot hingewiesen, zumal auch zu befürchten ftanb, bah sich auch Ausschreitungen gegen bie zahlreich anwesenben geistlichen Führer biefer weltlichen Vereine ereignen würben.
Unter unrichtiger Weitergabe ber seinerzeitigen Derbotsgrünbe brachte bie Leitung bes Gesellentages bie Herren Vizekanzler von Papen unb Wirtschaftsminister Graf Quabt in bie unangenehme Lage, unter biefen schwierigen Umständen als offiziell« Vertreter an dieser Tagung teilzu- nehmen.
In der Rächt auf Sonntag mußten wiederholt die bereitgestellten plebersallkommandos ausrücken, um bei den zahlreichen Zusam
menstößen einzuschreiten, die durch bie trotz des Tl n i f o r m v e r b o t c s in Uniform a u f g e t r e t e n e n Mitglieder der Gesellenvereine hervorgcrufcn wurden. Diese wiederholten Zusammenstöße haben bcwicfen, daß die Mitglieder der Gescllenvereine nicht die Disziplin gewahrt haben, die man zur ungestörten Durchführung dieser Tagung von ihnen erwarten konnte und mußte. Aus diesem Grunde sah sich die Leitung des Gesellentages von sich aus gezwungen, den Gefellentag vorzeitig zu schließen.
Als spontane Antwort auf das undisziplinierte Auftreten einer großen Anzahl der Mitglieder des Gesellentages veranstaltete die Münchener SA. und SS. am Sonntagvormittag einen Aufmarsch durch die Straßen der Stadt, der im Gegensatz zum Gesellentag als mustergültig anzusehen war und keinerlei Einschreiten der Polizei erforderte. Zusammenfassend ergibt sich die Tatsache, daß das ursprüngliche Verbot des Gesellentages nur zu gerechtfertigt war und daß die Verantwortung für diese unliebsamen Vorkommnisse und für die in die Bevölkerung hineingetragenc Anruhe der Leitung des Gesellentages zuzuschreiben ist."
Keine kommissarische Betätigung bei Zeitungen.
Berlin, 10. 3uni. (WIB.) Da» Reich»- Ministerium für Volksaufklärung unb Propaganda macht alle in Frage kommenden Sieden darauf aufmerksam, daß nach amtlicher Anweisung für kommissarische Betätigung bei Zeitungen und für sonstige Aktionen behördlicher Stellen nach der Gleichschaltung de» Reich» verbau de» der Deutschen Presse und de» Verein» Deutscher Zeitungsoerleger grundsätzlich kein Raum mehr ist. Diese amtlichen Anweisungen sind unter allen 11 m - ständen ffrifte innezuhalten. Sollte abweichend von dieser grundsätzlichen Verfügung Im Linzeisalle die Linsehung eine» Kommissars erforderlich fein, so ist dem ersten Vorsitzenden des Reichs- verbande» der Deutschen Presse, Reichspresseches der RSDAP. Dr. Dietrich, jeweils Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben.
ÄiRer Dr. Goebbels spricht vor der Äsend.
Der Tag ber Hitlerjugend in Berlin.
Berlin, 11. Juni. (TU.) Im Rahmen eines großen Jugendsportfestes fand am Sonntag der „Tag der Hitlerjugend" unter ber Schirm- Herrschaft bes Reichsministers Dr. Goebbels im Deutschen Stabion im Grünewald statt. Am Vormittag brachte die Hitlerjugend dem Reichspropa- ganbaminifter vor seiner Wohnung ein Morgen- stänbchen bar. Das große sportliche Programm, bas sich von 13 Uhr an abwickelte, würbe burch einen mehrstünbigen starken Regen beeinträchtigt. Gegen 14 Uhr hatten sich auf ber Heerstraße unb auf ber Rennbahnstraße etwa 50 000 hitlerjungen unb Mäbchen aus Berlin unb Brandenburg gesammelt unb marschierten in geschlossenen Zügen zum Stadion. Neben ben Braunhemden sah man zahlreiche Jugendlich« aus ben Fabriken unb Werkstätten m ihren Arbeitskitteln. Eine Aborbnung ber Bis - marckjugenb unb des Königin- Luise - Bun bes nähmest an bem Tag ber hitlerjugenb teil.
Nach Erlebigung bes sportlichen Teils nahm Reichsmimsier ©r. Gvebvels bas Wort zu einer Ansprache, in ber er u. a. ausführte:
Der Staat, ben wir erobert haben, ist ein Staat ber brutschen Iugenb. Es waren junge Menschen, bie 14 Jahre lang gegen bie Re- publik Wiberstanb leisteten, unb es waren ebenfalls junge Menschen, bie am 30. Januar die Macht,in ihre Hände nahmen.
Der Rationalsozialismus ist ber politisch« Ausdruck dieser deutschen Jugend.
Wohl niemals haben junge Menschen einen so schweren unb steinigen Weg zu beschreiten gehabt, wie bie Generation, bie burch ben Nationalsozialismus am 30. Januar an bie Macht gekommen ist. Ihr |eib heute die Träger des Staates, auf euren jungen Schultern ruht bie Zukunft unseres Lanbes, unb wenn wir bie Macht einmal übergeben müssen, bann nur in eure Hände.
Dr. Goebbels erinnerte baran, baß er vor vierzehn Tagen ben Vorbeimarsch ber italienischen saschistischen Iugenb im Forum Mussolini in Rom abgenommen habe. Was die italienische Ju- genb in zehnjähriger Aufbauarbeit oorgemacht habe, müsse die deutsche Jugend jetzt nachmachen. Das werde in Deutschland viel eher und schneller gelingen, weil Deutschland eine Jugend besitzt, der die
Disziplin und die Ordnung, die Zucht unb bas (Ein- orbnungsoermögen schon von Vätern unb Vorvätern her in Fleisch unb Blut übergegangen (ei.
Ls muh in Zukunft in Deutschland nur ein Reich, ein Führer, eine Idee und eine Partei sein. Alle Deutschen müssen umschlossen werden von einer gemeinsamen Gesinnung, einer gemeinsamen Hingabe und einer gemeinsamen Begeisterung.
Napoleon hat einmal gesagt: „3d) wünsche alte Majore und junge Generäle." Das Wort hat auch für unSBedeutung: jungeMänner müssen dasGeschick desStaates indieHand nehmen, Männer, die noch den Mut Haden, etwas zu sagen, die sich noch freudig ihrer Verantwortung unterordnen. Männer, die nicht ein Leben hinter sich, sondern vor sich haben, JUnb so sage ich euch denn: Jeder von euch trägt den Marschallstab in seinem Tornister! Jedem von euch ist der Weg frei gemacht zu den höchsten Stellen des Staates. Jeder von euch hat die Chance, einmal mit die oberste Spitze dieses jungen Deutschland zu repräsentieren.
Lrwerbt euch den Erfolg durch Fleiß, Zucht, Ordnung und Hingabe.
Seid euch bewußt, daß heute in Deutschland wieder Geschichte gemacht wird, und bringt eure treue Hingabe und Begeisterung für das Reich, das wir mit euch, durch euch und für euch erobert haben, »um Ausdruck, indem ihr ruft. Unsere Idee, unsere Bewegung und unser Führer: Heill"
Aeichsjugendführer Baldur von Schirach gedachte in einer kurzen Ansprache zunächst ber zehnjährigen Gedächtnisfeier Schlagelers. Auch heute wolle bie Jugenb ein Bekenntnis ablegen zum Geist bes Opfers unb ber Hingabe unb ber revolutionären Haltung, für bie Sdjlageter ein Symbol geworben (ei. Er erinnerte weiter an bie schweren Kämpfe ber nationalsozialistischen Be- roegung in Berlin unb gebuchte ber Gefallenen ber hitlerjugenb. Er rief zum Schluß ber Jugenb für ben kommenben Kampf bie Parole zu. „Durch Sozialismus zur Nation!
Die ftunbgebung enbetc mit einem Vorbeimarsch vor ben Führern.
Äeichsmimsier Dk.M dank! dem Holen Kreuz.
Kundgebung im Berliner Lustgarten.
Berlin, 11. Juni. (WTB.) Tlm die Arbeit des Roten Kreuzes durch helfende Tat zu stärken, fanden am heutigen Sonntag unter dem Leitspruch »Die Opfer des Krieges danken dem Roten Kreuz" in allen Teilen des Reiches schlichte Feiern zum Gedenken an die opferbereite Tätigkeit der Frauen und Männer des Roten Kreuzes statt.
In der Reichshauptstadt sammelten sich in den Vormittagsstunden die Sanitätskolonnen des Roten Kreuzes, der SA und SS., der Technischen Rothilfe, des Stahlhelms, der Schutzpolizei sowie zahlreiche Abordnungen der Groß- Berliner Kriegervereine und des Kriegsgefange- nen-Terdarrdes und marschierten unter Vorantritt der Kapelle des WachregimenteS zum Lustgarten. Am Brandenburger Tor schlossen sich u. a. die Schwestern und Helferinnen des Roten Kreuzes und der Vaterländische Frauenverein an. Trotz des schlechten Wetters waren die ßinben und der Lustgarten von vielen Schaulustigen b:setzt. Im Lustgarten nahmen die Teilnehmer Aufstellung.
Ter Vorsitzende des 'Berliner Roten KreuzeS, Generalmajor Bender, richtete herzliche Te-
grüßungsworte an die Ehrengäste und die freiwilligen Sanitätsmannschaften.
Darm sprach
' Reichsminister
des Innern Or. Frick:
„Seitdem jener Schweizer auf dem Sch lacht- selbe von Eolserino vor fast 75 Jahren von heiliger Begeisterung für den Gedanken gepackt wurde, den Verwundeten und Erkrankten des Schlachtfeldes in brüderlicher Liebe zu dienen, er sei Freund oder Feind, ist das Bekenntnis zu diesem echt christlichen und echt ritterlichen Gedanken zum Kulturgut der ganzen Welt geworden. In allen Erdteilen steht das Zeichen des Roten Kreuzes hoch in Ehren. Mit besonderem Swlz aber dürfen wir feststellen, daß
kaum irgendwo der Gedanke des Roten Kreuzes fo tiefe wurzeln geschlagen hat, wie im deutschen
Volke.
So gedenken wir heute voller Dank der 100 OCO Männer, bie im Kriege als 6anität»n:änner ihr


