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12.6.1933 Erstes Blatt
 
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an

gilbe des mehrfach öffnete

der Versammlungsleiter Kaufmann Schwarz

erringen. Jeder muffe jetzt selbst erkennen, was er in dem neuen Staate zu tun habe Richt nur fordern müsse man, sondern man muffe sich auch zum M,t- belfen verpflichtet fühlen und dabei in Einigkeit zu- samrnenstehen, um frühere Versäumnisse wieder gut- zumachen. Durch diese gemeinsame f)elfedd)aft, durch Einigkeit und durch die Beachtung der Standesehre werde ein neues besseres Deutschland geschossen, von dem jeder sagen müsse: Deutschland über alles, nichts für mich, alles für mein Vaterland!

Der Aufforderung de» Redner», als Gelöbnis in diesem Sinne den ersten Vers des Deutschlandliedes zu fingen, folgte die Versammlung mit Begeisterung. Hierauf brachte Herr Bartholomäus drei­malige Sieg-Heil-Rufe auf den Schöpfer des neuen Deutschland, den Volkskanzler Adolf Hitler au», in die die Versammlung freudig einftimmle. Damit hatte die eindrucksvolle Kundgebung ihren Abschluß gefunden.

Die Kausmannsgehilfen im nationalsozialistischen Staat

Sie verstehen sicher gut zu kochen. Gleichwohl will es Ihnen nicht immer gelingen, den Speisen den vollendeten Wohlgeschmack zu geben. Irgend etwas fehlt trotz Salz und allerlei Gewürzen. Das find die Fälle, wo Maggi's Würze verwendet werden folL Denn diese vermag mit wenigen Tropfen schwache Suppen, Sofien, Gemüse und Salate auf die volle Höhe de» Wohlgeschmacks zu bringen. 3901A

Gießener Flieger begrüßen den Ministerpräsidenten Göring

die Kundgebung mit Begrüßungsworten Ehrengäste und die Versammlung. Er wies dann darauf hin, daß die Formierung der Angestelltenfäule in der Deutschen Arbeitsfront dem Deutschen Hand- lungsgehilsen-Verband die stolze Aufgabe brachte, in Zukunft der Berufsverband der deutschen Stauf- mannsgehilfen zu fein. Eine Fülle vermehrter Auf­gaben stehe damit dem DHV. bevor, er fei aber be­reit, tatkräftig und treu an dem Aufbau unseres ständisch gegliederten Staates mitzuhelfen. Rur durch restlosen und selbstlosen Einsatz jedes einzelnen könne die Kraft erstehen, die neben der Gestaltung der per­sönlichen und beruflichen Geschicke fähig sei, das Schicksal der deutschen Ration mitzugestalten zum Besten des ganzen deutschen Balkes. (Lebhafter

Im vollbesetzten Saale des (Taf6 Leib veranstaltete am Samstagabend die Ortsgruppe Gießen des Deut- schen Handlungsgehilsen-Verbandes (DHV.) eine öffentliche Kundgebung mit dem Thema:Die Kauf­mannsgehilfen im nationalsozialistischen Staat". Reben der außerordentlich großen Zahl der Kauf- mannsgehilfen nahmen auch geladene Ehrengäste an der Kundgebung teil.

Rach instrumentalen Darbietungen der Musiker- DHV-, die im Verlaufe des Abends noch in hervorragender Weise musizierte, "

der Lahn bei Steindorf. Die beiden anderen Maschinen folgen in kurzen Abständen Drüben auf einem Acker bei Aßlar fetzt, fast zu gleicher Zeit, unsere vierte Maschine auf. Leute kommen gelaufen, fragen und staunen- Sehr bald wissen wir, daß mit dem Eintreffen des Reichsministers erst gegen 19.45 Uhr gerechnet werden kann. Wir haben Zeit, ruhen und beobachten arg­wöhnisch den Wind, da wir ihn später aus guter Richtung brauchen, um aus dem kleinen, umzäunten Platz herauszukommen.

19.45 Hbr starten wir wieder. Die Sonne steht rot hinter dem Dunst am Horizont. Unter uns noch immer dasselbe Bild. Wieder haben wir Richtung Herborn. Da, auf halbem Wege, braust uns eine lange Reihe von Kraftwagen entgegen, endlos, ®Öring! Tief stoßen wir auf die Straße hinunter, grüßen mit dem brausenden Orgeln un­serer Motoren und reihen unsere Maschinen wie­der hoch hinaus. So begleiten wir ihn durch die Ortschaften bis Wetzlar. 3n jeder Ortschaft, in jeder Menschenreihe dasselbe Bild. Wir sehen es an den Bewegungen und meinen, eS fast zu und heraus zu hören, das Rufen, wie eS voraus­züngelt, aufflammt und brausend hinterherebbt. Wir sehen, wie die Reihen der Menschen hinter dem letzten Wagen zusammenschlagen und nach­drängen, als konnten sie im Staub der Wagen­kolonne mithalten auf der brausenden Fahrt durch das sonnige Land. Bis über das festliche Wetzlar begleiten wir den Zug, dann ziehen wir unsere letzten Runden.

3n einen roten Abend hinein fliegen wir heim­wärts.

Donnerstag, 8. Juni, 16.45 Hf>r! Wir melden unsere Maschinen klar zum Start. Bauer -Wetz­lar auf Klemm-Mercedes gibt GaS, er fliegt allein, außerhalb des VeschwaderverbandeS. Wir anderen drei folgen kurz hinterher in Äeilform. Es ist klarer Sommertag, große Sonnenböen wie­gen uns, wir tanzen hintereinander. Dorn, die rote Maschine fliegt Chefpilot, Fluglehrer Maier, wir folgen dicht auf. Links Flugzeug­führer Diedrichs mit GrafzuSolms, dem Führer der Ortsgruppe Gießen des Deutschen LustsportverbandeS, rechts Fluglehrer Schuster mit Standartenadjutant Münker.

Wetzlar liegt unter uns, Fahnen und Girlan­den, Reihen wartender Menschen in den Straßen. Roch ist Reichsminister Göring nicht eingetroffen. Wir wissen, daß sich seine Ankunft hinauszögem kann. Lieber Aßlar, Werdors, Ehringshausen, der Straße im Tal entlang, fliegen wir ihm bis Herborn entgegen.

Der böige Wind von den Hängen schaukelt unS härter, wir halten größere Abstände. Roch ist nichts zu sehen, als Reihen Menschen in den Straßen, aufmarschierende Gruppen, Winken und wieder Winken. Die Straße entlang zurück fliegen wir wieder nach Wetzlar, beargliften jedes Auto auf feine Insassen und sehen unten nur wartende Menschenmengen.

Don ter Führermaschine kommt das Zeichen, einen Rotlanoeplatz zu suchen. Ein Blick auf die Benzinuhr läßt es ratsam erscheinen, nicht über unbestimmt lange Zeit in der Luft zu bleiben, Alm 18 Alhr setzt sich die Führer- maschine auf eine frisch gemähte Wiese neben

Wirtschaft.

Frankfurter Lchlachtviehrnarkt.

Frankfurt a. M., 12. Juni. Auftrieb: 1439 Rinder (395 Ochsen, 113 Bullen, 467 Kühe, 375 Färsen), 604 Kälber, 47 Schafe, 4020 Schweine Es notierten: Rinder: Ochsen: oollsleifchige, ausge- mästete höchsten Schlachtwerts, jüngere 30 bis 33 Mark, ältere 26 bis 29, sonstige vollfleischige jüngere 22 bis 25; Bullen: jüngere, oollsleifchige höchsten Schlachtwerts 26 bis 30, sonstige ovllfleischige oder ausgemäftete 21 bis 25; Kühe: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 25 bis 28, sonstige voll- fleischige oder ausgemaftcte 21 bis 24, sleischige 17 bis 20, gering genährte 12 bis 16; Färsen (Stal- binnen, Iungrinder): oollsleifchige, ausgcmäftcte höch­sten Schlachtwerts 30 bis 33, vollfleifchige 27 bis 29, fleischige 22 bis 26. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 37 bis 40, mittlere Mast- und Saug­kälber 33 bis 36, geringe Kälber^ bis 32. Schweine: oollsleifchige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 36 bis 39, von etwa 200 bis 240 Pfund 37 bis 40, von etwa 160 bis 200 Pfund 35 bis 39, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 33 bis 38 Mark. Morktverlaus: Rinder ruhig, geringer Ucberftanb, Kälber und Schafe ruhig, geräumt, Schweine ruhig, nahezu ausverkauft.

Wettervoraussage.

Durch den tiefen Druck über Deutschland behält die Wetterlage zunächst noch ihren unfreundlichen Charakter bei. Kühle Ozeanluft fließt weiterhin zu, die beim Zusammentreffen mit der im Osten lagern- den Warmluft noch Bewölkung und auch Nieder­schläge verursachen wird. Der anhaltende Regen wird jedoch nachlassen, so daß nur zeitweise Schauer auftreten. Dabei bleibt es vorerst noch ziemlich kühl.

Aussichten für Dienstag : Unbeständig, wechselnd wolkig und noch regnerisch, mäßig warm.

der Derwaltungsarbeit zu erzielen und alle Ge- werkschasten zu einem einheitlichen geschloffenen Block zufammenzufafsen, der in der großen deut­schen Arbeitsfront den ihm gebührenden Platz finde.

Notwendig fei aber auch eine geistige Umschaltung aller Volksgenossen. Man müsse sich frei machen von dem alten Standesdünkel und dem klafsenhaß. Mährend die früheren Machthaber dem deutschen Arbeiter einredeten, er fei ja nur ein Prolet, der in der Internationale fein Heil suchen müsse, und ihn aus der Gemeinschaft feines deutschen Volkes her- ausriffen, wolle der nationalsozialistische Staat dem deutschen Arbeitnehmer seine Standesehre und seine Berufsfreudigkeit wiedergeben und ihm zum Be­wußtsein bringen, daß er genau so wichtig und un­entbehrlich für den deutschen Dolkskörper sei wie der deutsche Unternehmer. Alle Deutschen, gleich ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, gehörten zusam- men, denn sie seien eine unlösliche Schicksals- und Volksgemeinschaft. Jus dem Kampsfelde des Klassen­hasses und des Standesdünkels seien Tausende von vernichteten selbständigen Existenzen und Millionen von Arbeitslosen geblieben. Alle müssen sich nun zusammenfinden im Nationalsozialismus. Der Na­tionalsozialismus fei etwas Unteilbares.Wir sind Nationalsozialisten, weil wir für die Gesamtheit un­seres Volkes und damit auch für jeden Einzelnen sind, unser Sozialismus ist Dienst am Volke; beide sind eins: höchster Dienst an der Volksgemeinschaft. Die NSBO. fei die politifche Kampforganisation der deutschen Arbeitnehmer im Rahmen der großen NSDAP. Die wirtschaftlichen und beruflichen In­teressen würden die Gewerkschaften wahrnehmen. Jeder Arbeitnehmer müsse Mitglied seiner Gewerk- schäft fein, denn es gehe nicht an, daß der eine Opfer bringe, der andere nichts zu diesem Opfer beitrage, aber an den Früchten dieses Opfers teil- nehme. (Beifall.) Jeder müsse mitkämpfen und mit­opfern, wenn er an den Früchten teilhaben wolle. Die NSBO. werde in den Gewerkschaften für den einheitlichen politischen Willen Sorge tragen, und dieser Wille sei der Nationalsozialismus. Jeder ein­zelne müsse die nationalsozialistische Idee in sich auf- nehmen, dadurch zum Nationalsozialisten werden und zu einem Baustein am Reich der nationalen Freiheit, der sozialen Gerechtigkeit, am Volksbau unseres Dritten Reiches! (Starker Beifall.)

Gauvorsteher des OHV. piske, Frankfurt a. M.,

betonte zu Beginn seiner Rede, daß die NSDAP, nach dem gewonnenen Kampfe die Macht in rechter Weise anwenden werde. Heute schon sei <ju sagen, daß von dem Vierjahresplan Hitlers bereits vieles in die Tat umgesetzt worden sei. Der Redner wies u. a. auf die erfreuliche starke Abnahme der Ar­beitslosigkeit in den letzten Monaten hin und er­klärte, daß cs bei der Anwendung der national- sozialistischen Richtlinien keiner vier Jahre bedürfe, um die Not der Arbeitslosigkeit in Deutschland zu beseitigen. Im Gegensatz zu den Versprechungen, die von den früheren Parteien immer vor den Wahlkämpfen gemacht und dann nicht gehalten wurden, wovon ja auch die Kaufmannsgehilfen ein Lied singen könnten, sehe das deutsche Volk jetzt,

Preufeen.

Großes Schadenfeuer in Ahbach.

Atzbach, 12. Juni. Heute gegen 2.45 Uhr brach in unserem Orte auf bisher noch nicht geklärte Weise ein großes Schadenfeuer aus, dem dreiengane(nandergebauteScheun"n und einige Nebengebäude der Landwirte Ludwig Meiling, Wilhelm Vogel und Heinrich B e ck e r z u m O p s e r f i e l e n. Das Feuer fand in den aufgestapelten Heu- und Strohvorräten reichlich Nahrung. Die Ortsfeuerwehr roor sofort zur Stelle und griff den Brand energisch an. Bald daraus tra­fen auch die Feuerwehren von Dutenhofen und von Wetzlar ein. Auch die Motorspritze der Stadt Wetz­lar beteiligte sich an der Bekämpfung des Brandes, fo daß er bald auf feinen Herd beschränkt werden konnte. Die Feuerwehren mußten ihre Hauptarbeit allerdings auf den Schutz der gefährdeten Neben­gebäude konzentrieren. Die Freiwillige Feuerwehr von Gießen, die ebenfalls an der Brandstelle er­schien, brauchte nicht mehr einzugreifen. Gegen 6 Uhr war die Hauptgefahr beseitigt und die Feuerwehren konnten unter Zurücklassung einer Brandwache wie­der abrücken. Der Schaden ist beträchtlich, jedoch durch Versicherung gedeckt.

Todessprung vom fahrenden Postauto.

WER. Rennerod (Westerwald). 10. Juni. Am Donnerstagabend wollte in Westernohe die 20jährige Tochter Paula deS Kaufmann- Thomas am Postauto Frachtgut abholen. Da das Auto an ihrer Wohnung vorbeifuhr und das Frachtgut nicht gekommen war, stellte sie sich auf das Trittbrett des Autos, um ein Stück mitzu­fahren, ohne dah der Führer es bemerkte. Rach kurzer Fahrt sprang das Mädchen plötz­lich ab und kam so unglücklich zu Fall, daß cs besinnungslos liegen blieb. Nach einer Diertel stunde starb da- Mädchen, offenbar an innerer Verblutung.

^Nach^dem feierlichen Einbringen der DHD.-Wim- pcl und einem exakt durchgesührten Sprechchor der DHD.-Iugend sprach

der Kreisleiter der NSBO. Wagner.

Er erinnerte zunächst an die erlogenen Behauptun­gen marxistischer Kreise, bei der Uebernahme der Macht durch die NSDAP, werde der Bürgerkrieg ausbrechen, die sozialen und gewerkschaftlichen Ein­richtungen würden zerschlagen werden usw. Dem­gegenüber verwies er auf den wirklichen Verlauf de? Dinge und stellte mit besonderem Nachdruck fest, daß in Deutschland feit November 1918 noch nie eine derart ruhige äe>t geherrscht Abe, wie nach der Erlanguna der Macht durch die NsDAP und daß auch von den sozialen Einrichtungen nichts zerschlagen worden fei. Weiter betonte er, daß m nationalsozialistischen Staat alles . Gdchehen im Sehen des Volkes unter nationalsozialistischer Huh rung zu vollbringen fei und Kräfte sich nicht mehr auswirken könnten, die dem Nationalfozialismus feindlich gegenüberftehen. Der Redner mies dann auf die von diesem Gesichtspunkt °us durchgefuhrte Gleichschaltung der Gewerkschaften hin bei-denen grauenhafte Zustände in den Gewerkschaften fest- gestellt wurden, mit rühmlicher

^HV., der sich niemals vor den politischen Starren einer Partei haben spannen lasten und eine Welt­anschauung vertrat, die durchaus dem National- sozialismus entsprach. Jetzt müsse vor allem eine vollkommene Umorganifation der Gewerkschaften stattfinden, die erforderlich fei, um die einzelnen Gewerkschaften zu einer geschloffenen Kampfgruppe zu machen, Ersparnisse an der Organisation^und

daß die vom Nationalsozialismus gewiesenen Wege < bester zum Ziele führten. Unter dem früher Herr- i schenden Geist des Materialismus und des Marxis i mus, die beide nicht auf deutschem Boden gewachsen I seien, habe sich der Kausmannsgehilse im Durch- | schnitt nicht bester gestanden als der Durchschnitt des Handarbeiters. Wenn der Stand der Kauf- i mannsgehilfen trotzdem nicht auf die Stufe der marxistisch geführten Politik herabgesunken sei, dann verdanke man es nur den Männern, die im alten DHV. die Aufgabe erfüllten, die Kaufmanns- gehilfen dem Staate und dem Volke zu erhalten. Für das Gelingen dieser Aufgabe fei entscheidend gewesen, dah der alte DHL, der keine 3uben aus­genommen habe, in sich allein die schöpferischen deutschen Persönlichkeiten wirken liefe. Auf dieser Grundlage müste auch beim Neuaufbau des Be- rufsstandes der Kaufmannsgehilfen im ständisch ge­gliederten Staat weitergearbeitet werden. Jeder I müsse sich dabei bewufet fein, bafe nicht nur die (Er- bingung wirtschaftlicher Vorteile im Vordergründe stehe, sondern entscheidend auch die weltanschauliche Austastung und der daraus entstandene Einfluß aus die Entscheidung fei. Aus dem Gedankengut des Führers Adolf Hitler fei die neue große Idee entstanden, auf deren Grund nunmehr die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenarbeiten könnten. Daß diese IdeeGemeinnutz geht vor Eigennutz"' heute schon von vielen Unternehmern, die dabei doch nur Opfer zu bringen hätten, als richtig anerkannt werde, fei einer der größten (Er­folge der NSDAP, und ihres Führers. Nunmehr könnten in der Wirtfchaft die schöpferischen Persön- lichkeiten der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer sich gemeinsam und harmonisch in der Neugestal­tung betätigen. Es sei aber wichtig, daß dabei von den Führerpersönlichkeiten neben ihrer Intelligenz auch Charakter bekundet werde. Wenn auf dieser Grundlage die deutsche Wirtschaft neugeftaltet werde, wolle der Berufsstand der Kaufmannsge­hilfen gerne den Führern Gefolgschaft leisten, denn die Kaufmannsgehilfen wollten in der Wirtschaft wieder charaktervolle Führung und Verantwortung sehen, die man unter dem früheren System leider vermissen mußte. Bei dem Neuaufbau in Wirtschaft und Staat müsse auch beachtet werden, daß neben den materiellen Interessen des Arbeiters auch seine Seele stehe, an deren Bedürfnissen nicht achtlos vorübergegangen werden dürfe. Bei dem Neuauf­bau komme es nicht daraus an, eine Menge Ge­setze zu machen, sondern die fundamentalsten Grund­lagen in einigen Gesetzen zu bestimmen und darauf dann in schöpferischer Weise aufzubauen. Die Der- antroortungsfreubigfeit müsse mehr als bisher ge­steigert und dabei die Bcrufsehre wieder mehr als früher zur Geltung gebracht werden. Die Menschen müßten zu Gemeinsinn und zur strengsten Beach­tung der Berufsehre bei ihrer Arbeit erzogen wer­den. Wenn dieser Gesichtspunkt auch im kaufmän­nischen Leben wieder Geltung finde, dann werde bas Wort vom königlichen Kaufmann zu neuem Glanze ersteheck. In Zukunft komme es darauf an, daß nicht mehr das WortIch" großgeschrieben werde, sondern an dessen Stelle das WortWir stehe und die Einzelpersönlichkeit hinter _ dem Schicksal des ganzen deutschen Volkes zurückzu­stehen habe. Wenn das geschehe, werde es auch wieder möglich sein, für unser Volk die volle Frei­heit zu erringen. Jeder müsse seine Pflicht erfüllen auf dem Platze, auf den das Schicksal ihn gestellt habe. Zu der nationalen Aufbauarbeit gehöre auch die Erziehung aller Volksgenossen zum National­sozialismus. In dem neuen Berufsoerband der Kaufmannsgehilfen werde es keine Zellenbildung geben, sondern der ganze Verband werde nur e i n e nationalsozialistische Zelle sein hn nationalsozialisti­schen Staat mit der Aufgabe, dem Staate und dem Volke zu dienen. Mit einem Treugelöbnis für den Führer Adolf Hitler und für seinen Kampf um die Freiheit des deutschen Volkes schloß der Redner feine mit langanhaltendem, lebhaften Beifall auf­genommene Ansprache.

Gewerkschastskommissar Bartholomäus sprach hierauf ein eindrucksvolles Schlußwort. Er gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß er als Vertreter der Arbeiterschaft vor den Kaufmanns- gehilfen sprechen und dabei die engste Verbundenheit zwischen den Arbeitern und den Kaufmannsgehilfen feststellen könne. Mit Freude könne man wahrneh­men, daß nunmehr die unter dem früheren System aufgeriffene Kluft zwischen den Arbeitern und An- gestellten durch die große deutsche Arbeitsfront ge- schlossen worden sei und beide zusammenstünden in dem Kampfe um das hohe Ziel: Das deutsche Vater­land zu erkämpfen, in dem wir alle leben! Sodann lyies er darauf hin, daß die Forderung der Arbeiter­schaft nach materiellen Dingen durchaus nicht immer an erster Stelle stehe, sondern daß der deutsche Ar­beiter seinen Kampf vor allen Dingen auch um seine Anerkennung als Mensch und um die Beachtung seiner Menschenrechte führe. Die Arbeiterschaft lei stolz darauf, daß die Führung der Deutschen Ar­beitsfront in erster Linie die gesamte Arbeiterschaft ersaßt habe und mit ihr als gleichberechtigt mit der Arbeitnehmerseite verhandeln wolle. Dabei ryerde man die Forderung der Standesehre klar zur Geltung bringen, daneben aber auch die materiellen Inter- I essen der Arbeiterschaft in keiner Weife vernachlässi­gen. Erfreulicherweise sei schon von der Leitung der Arbeitsfront bestimmt worden, daß die Tarife ein- zuhalten seien. Gemeinsam wolle man dahin streben, aus dem Arbeiter wieder den deutschen Menschen zu machen und die Achtung für jeden Arbeitsstand zu

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