Ausgabe 
11.7.1933 Erstes Blatt
 
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Ueberzeugung aus, daß der Idealismus der braunen Bataillone und die Pflichterfüllung der Reichswehr zusammengehören. Der Abschluß der Kundgebung war eine Kranzniederlegung am Denkmal für ge­fallene Kameraden des Weltkrieges, an der über tausend ehemalige aktive Berufssoldaten teilnahmen, und die mit einem ergreifenden Bekenntnis zur Ka­meradentreue bis in den Tod schloß. Es wurden dann folgende Beschlüsse gefaßt:

Vertreter von 135 000 ehemaligen Unterführern der deutschen Wehrmacht und ehemaligen Polizei­beamten, in der Nachkriegszeit vielfach geschmäht und verlästert, begrüßen von ihrer 36. Bundestagung in Gleiwitz mit tiefer Genugtuung den Sieg der na­tionalsozialistischen Revolution. Ihr Soldatentum, ihre freiwillige, zum letzten Einsatz bereite Eingabe an den Staat, ihr nationalstes Wollen also, bewahrt sie vor dem Verdacht, als ob ihr Bekenntnis zweck­betont erst aus der nationalsozialistischen Revolution entstanden sei.

Das Einstehen füreinander in treuer Soldaten- kameradschaft und für das ganze Volk, das selbst­lose Wirken der imReichsbund der Zivildienst-' berechtigten" zusammengeschlossenen Kameraden auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst gibt ihnen das Recht, ehrliche soziale Aufgeschlossenheit für sich in Anspruch zu nehmen. Die bald 40jährige Geschichte, der stets aufwärts - führende Weg des Kameradenbundcs, seine ein­zigartige innere Geschlossenheit, frei vonRich­tungskämpfen" jeder Art, beweisen, daß die alten Soldatentugenden auch nach dem Ausscheiden wirksam geblieben sind. So geloben denn die ehemaligen militärischen Unterführer ihrem obersten militärischen Führer, dem allverehrten Herrn Reichspräsidenten Generalfeldmarschall v. Hindenburg, dem Dolkskanzler des Deut­schen Reiches, dem Retter Deutschlands aus Schmach und Erniedrigung, ihrem kampferprob­ten Frontkameraden Adolf Hitler und der Regierung der nationalen Erhebung unwan­delbare Treue, wohin immer sie auch gestellt werden mögen. Ihre Hoffnung und Gewißheit ist, daß im neuen Deutschland der Soldat und der ehemalige Soldat wieder so gewertet werden, wie es ihrer freiwilligen letzten Einsatzbereitschaft gebührt.

Aus aller Welt.

vollständige Einigung der deutschen Stenographenschaft.

Die Reichstagung für deutsche Kurz - schrift in Elberfeld nahm einen im Interesse der Einigung aller deutschen Steno- g r a p y e n glücklichen Verlauf. Auf der Tagung, die mit einer reichhaltigen Ausstellung verknüpft war, hielt Ministerialdirektor Dr. Achten (Berlin) einen VortragVolkskurzschrift ist eine nationale Auf­gabe". Die Verhandlungen über die organisatorische Gleichschaltung des Reichsbundes für deutsche Kurz­schrift im Sinne des NSLB. führten zu folgendem Ergebnis: Der Reichsbund für deutsche Kurzschrift (Nationalstenographie) tritt, um eine einheitliche deutsche stenographische Gemeinschaft zu ermöglichen, dem Deutschen Stenographenbund bei. Die bis» herigen Vereine für deutsche Kurzschrift treiben innerhalb der Ortsgruppen des Deutschen Steno- oraphenbundes für die Mitglieder geschlossener Uebungsgruppen unter ihren alten Unterrichtsleitern die Pflege ihres Systems weiter. Neue Kurse in der deutschen Kurzschrift dürfen mit Erlaubnis des NSLB. als wissenschaftliche Schulungs- und Ver­suchskurse abgehalten werden. Die Anhänger des Volkskurzschristgedankens bilden eine eigene wissen- schaftliche Arbeitsgemeinschaft mit eigenem Organ. Der Bundesführer für deutsche Kurzschrift tritt in den neu zu bildenden Systemausschuß ein, der die zukünftige Einheitskurzschrift dem NSLB. oder der Reichsführung vorschlagen soll. Ob dem Wunsche der Anhänger der Volkskurzschrift nach Eintritt ihres Führers in die Führung des Deutschen Steno- graphenbundes stattgegeben werden kann, soll bald entschieden werden. Damit ist organisatorisch die völ­lige Gleichschaltung aller deutschen Stenographen­oerbände zu einer einzigen deutschen Stenographie- gemeinschaft vollzogen.

Rationale Spenden des Edeka-verbandes.

Der Edeka-Verband deutscher kauf­männischer Genossenschaften, die füh- rende Wirtschaftsorganisation des selbständigen K o - l o n i a l w a r e n k l e i n h a n d e l s, hat für sich und die Edekazentralgenossenschaften sowie für die ihm angeschlossenen örtlichen Organisationen den Betrag von 30 000 Mark an dieAdolf- Hitler»Spende der deutschen Wirt­schaft" und aus seinem Wohlfahrtsfonds den Betragvon5000MarkandieStiftung für d i e Opfer der Arbeit" abgeführt. Damit hat der selbständige Kolonialwarenkleinhandel trotz seiner überaus schwierigen wirtschaftlichen Lage wie­derum seiner Bereitwilligkeit zur Mit­arbeit am Wiederaufbau des Deutschen Reiches und der deutschen Wirtschaft im Sinne Adolf Hitlers Ausdruck gegeben.

Marga von Etzdorfs Beisetzung.

3n Berlin wurden die sterblichen Tleberreste der Der in Aleppo ums Leben gekommenen Fliegerin Marga von Etzdorf beigeseht. Zahlreiche Ver­wandte und Freunde, Vertreter der Fliegerei, der Behörden und der Presse, darunter Ministerial­direktor Christiansen als Vertreter des Reichsluftfahrtministeriums, hatten sich in der In­validenhauskirche zusammengefunden, um der toten Fliegerin das letzte Geleit zu geben. Vor dem mit Blumen und Kränzen bedeckten Sarg hielt Flie­gerpfarrer Loerzer die Trauerrede, wobei er in ergreifender Weife den Lebensweg der Flie­gerin schilderte, ihre hervorragenden Charakter­eigenschaften und ihre große Liebe zum deutschen Vaterland hervorhob. Marga von Etzdorf, die schon in der Zeit der tiefsten Erniedrigung dem deutschen Ramen im Auslande Ehre gemacht habe, werde der deutschen Fliegerjugend stets ein Vor­bild treuester Pflichterfüllung und echten Flieger­geistes sein. Rach der Trauerfeicr in der Kirche bewegte sich der Trauerzug auf den Invaliden­friedhof, wo am offenen Grabe der Vorsitzende des Aeroklubs von Deutschland, Major von K e h- ler der toten Fliegerin einige Abschiedsworte zurief. Während der Trauerfeierlichkeiten kreisten

Flugzeuge der Sportfliegerschule über dem Friedhof, um ihrer toten Kameradin die letzte Ehre zu geben.

Autobusunglück in Lüttich.

Nach einer Meldung aus Lüttich stürzte dort ein vollbesetzter Autobus infolge Verjagens der Brem­sen einen Abhang hinunter und überschlug sich mehere Male. Aus den Trümmern wurden vier Tote und zahlreiche Verletzte geborgen.

Aus der provinzialhaupistadi.

Oer Sinn des weisens.

Wer viel von feinem Leben haben will, muß reifen. Was ist ein Jahr, in dem es keine Reise gegeben hat? Ein doppeltes an Arbeit, ein halbes an Freude. Auf die Frage, warum die meisten Tiere so ernst, die Vögel dagegen so lustig seien, antwortete einst ein Kluger:Die Vögel können gär nicht traurig sein, weil sie immer Reisepläne im Kopfe haben. Machen auch wir etwas mehr Platz in unserem Denken für solche beglückenden Projekte, vor denen die Sorgen Reißaus nehmen!

Man braucht nicht an fremde Länder zu denken, wenn man zum Kursbuch greift.

Das Wunderland der Heimat ist groß und man­nigfaltig, daß es eine Sünde wäre, es hinter das Ausland zurückzustellen. Hat nicht Deutschland herr­liche Wälder, malerische Städte, verträumte Winkel und romantische Schlösser und Burgen in Fülle? Wo gibt es so viele Dome und Museen, Galerien und Pflegestätten, urwüchsige Volks- und Heimat­kunst, um die uns andere Völker beneiden?

Denkt an unsere Erholung spendende Meeres­küste an Ost» und Nordsee mit dem blendend weißen Strand und der unendlichen Weite, mit dem silber­nen Flimmern rauschender Wogen! Und überall tummeln sich frohe Menschen, die den Alltag da­heim ließen und sich verjüngen. Denn wie der All- tag altern läßt, so macht das Reisen jung. Ein mo­derner Jungbrunnen ist die Eisenbahn.

Es gab einmal eine Ueberraschung an der Ta­felrunde, als ein Flieger erzählte:Am liebsten reise ich immer noch im O-Zug; das kostet keine Nerven, es beruhigt." Eisenbahnfahrgast zu sein beruhigt. Die rollenden Räder sehen in uns nur den Fahrgast; sie wollen unsere Reisefreude meh­ren. Nach einem alten Wort liegt das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde. Heute sind die Bahnhöfe unserer Eisenbahn die Tore zum Glück weit geöffnet warten sie auf uns.

Taufende und Abertausende kommen von weit her, sogar über den Ozean, um Deutschland ken­nenzulernen. Dieses Deutschland ist unser Vater­land. Sollten wir es nicht besser kennen als die Fremden? Hast nicht so mancher der Heimat eine Reiseschuld abzutragen?

Und dann noch eins: Das deutsche Land ist ein gastfreies Land. Gastfreundlich im Sinne der alt­aermanischen Tugend. Jede Landschaft, die wir auf- suchen, gibt uns von ihrem Wesen etwas; denn es ist ihr Beruf au geben. Darum ist es so wahr ge­sprochen: Der Mensch wird Mensch durch Erziehung und Reisen. Und wenn wir mehr als je den deut­schen Menschen erstreben, bann wollen wir ihn mit immer größerer Freude erziehen zum Reisen in Deutschland!

Neue kommissarische Bürgermeister und Beigeordnete.

Die Staatspresfestelle teilt mit: Die nachstehenden Bürgermeister und Beigeordneten wurden kommissarisch in ihr Amt eingesetzt:

Wehrschaft durch die Uebernahme der Schirmherr­schaft erwiesen habe, müsse Antrieb dafür fein, mitzuhelfen, daß das Dritte Reich endgültig Wirk­lichkeit werde. Der Wehrschafter müsse dabei in vor­derster Front stehen.

Im Anschluß daran wurde von verschiedenen Gästen im Auftrag ihrer Organisationen Begrü- ßungs- und Glückwunschansprachen gehalten, die mit herzlichem Dank und Beifall ausgenommen wur­den. Gemeinsam gesungene Lieder verschönten den Abend.

Hauptversammlung der Gustav-Adolf- Stiftung in Hessen.

In der alten Reichsstadt Friedberg ist der Hessische Hauptoerein der Gustav-Ädolf-Stiftung zu seiner 90. Jahreshauptversammlung in den Tagen vom 9. bis 12. Juli 1933 eingekehrt. In altgewohn­ter Weise wurde der erste Festtag durch feierliche Gottesdienste in Friedberg und der weiteren Umgebung eingeleitet. Der Haupt-Tagungs- gottesbienft fanb in ber altehrwürbigen Stabt- kirche in Friebberg statt, wobei Konsistorialrat D. Dr. Schubert aus Berlin, ber frühere Botschafts- prebiger in Rom, prebigte. Seine Ausführungen gipfelten in bem Gedanken:Nicht Gelb ober Tech­nik, nicht Kultur ober Zivilisation, sonbern bie beutsche Bibel unb bas beutsche Gesangbuch haben bas Deutchtum im Auslanb erhalten bis auf ben heutigen Tag".

Der Prälat ber Hessischen Lanbeskirche, D. Dr. Dr. Diehl, begrüßte bie große Festversammluna, inbem er barauf hinwies, baß ber Guftav-Abols- Verein Hüter einer großen Trabition sei, bie heute von Neuem in ber Kirche lebenbig werben müsse.

Die große Volksversammlung vereinigte am Nachmittag mehrere tausenb Evangelische aus Stabt unb Lanb zu einer machtvollen Kunbgebung. Von ber Stabtkirche aus bewegte sich ein stattlicher Festzug burch bie reich geschmückten Straßen zur Festhalle auf ber Bergkaserne. Künstlerisch voll- enbete Darbietungen ber Kirchen- unb Bläserchöre von Friebberg unb Umgebung umrahmten bie hoch- bebeutfamen Reben bes Nachmittags. Der Vor- fifienbe bes Hessischen Hauptvereins ber Gustav- Abols-Stiftung, D. Dr. Freiherr Hey 1 zu Herrnsheim, betonte in feiner einleitenben Ansprache, baß in ber Not ber Gegenwart bie Ar­beit bes Gustao-Abolf-Vereins von ganz befonberer Bebeutung sei. Es gilt, baß alle Kreise unseres Vol­kes unb ber evangelischen Kirche in ber Art, wie bie Leitung bes Reiches es wünscht, zusammenstehen zu gemeinsamer helfender Tat. Zum Schluß brachte Der Rebner ein Begrüßungsschreiben bes Minister- präfibenten Herrn Prof. Dr. Werner zur Ver­lesung, in bem er ben Gustav-Abolf-Verein aufs wärmste begrüßte unb ihm wünschte, baß ber Ver­ein auch weiterhin entschlossen unb treu feine große Aufgabe erfülle. Ein breifachesSieg Heil!" auf ben Herrn Ministerpräsibenten, ben Herrn Reichs­kanzler unb ben Herrn Reichspräsibenten, in bas

bie Menge begeistert einstimmte, durchbrauste bcif Saal. Konsistorialrat Dr. Schubert schilberte in heiterer unb ernster Weise bas Werben ber beut- schen Evangelischen Gemeinbe in Rom. Einen Gruß aus bem beutschen Oesterreich unb seinen evange­lischen Gemeinden überbrachte Pfarrer Troecker aus Wien-Purkersdorf, der auf das rasche Wachsen der evangelischen Gemeinden hinwies. Pfarrer May aus Cilli (Südslawien) sprach als Dritter. Seine Worte lösten eine starke Bewegung aus. Der Redner schloß mit den Worten:Mutter Kirche sei ruhig, wir halten die Fahne".

Die Feier klang aus in einem Treuegelöb» n i s für Kirche und Volk. Vor dem Krieger- ehrenmal sprach Oberkirchenrat D. Wagner (Gie- gegeben sei, auch dürften die mit einer Zwangs* Verwaltung verbundenen Kosten nicht ungebühr­lich erhöht werden.

5. wurde angeregt, daß bei dem Einzug der Steuern und bei der Behandlung von Stundungs­und Steuernachlaß und ähnlichen Anträgen in jeöem Falle die individuellen Verhältnisse des Pflichtigen zu prüfen seien und eine Gefährdung öc^ Betriebes durch Steuerbeitragung zu tm- meiden sei. Es wurde darauf hingewiesen, daß bei Steuerstundungen und Steuerermäßigungen die Gemeinden, sofern die Stundung aus Billig- keitsgrunden erfolgt, sich der durch die Länder ausgesprochenen Stundung nicht anzuschließen brauchen. Es wäre zweckmäßig, wenn die Ge­meinden auch hier weitgehendstes Verständnis aufbringen könnten. Des weiteren wurde eine Anregung gegeben, daß auf die örtlichen Kredit­institute Einfluß dahin genommen würde, die Zinshöhe herabzusehen, ebenso wie dies bei kurz­fristigen Darlehen der Fall sein solle.

Ein Hauptgrund der Verödung des gewerbs­mäßigen Deherbergungsbetriebes wird in oer allzuhohen Grenze der Pflicht zur Angestellten-Versicherung erblickt. Ben). Das Deutschlandlied unb bas LutherliebEin feste Burg ist unser Gott" bildeten den wuchtigen Ausklang ber Feier.

3utn Schutze des hessischen Fremdenverkehrs.

Vom Hessischen Verkehrs-Verband erhalten wir folgende Zuschrift:

Der Sonderkommissar für den Hes­sischen Fremdenverkehr hat an die Hessische Regierung eine Eingabe gerichtet, beten einzelne Punkte hiermit der Oeffentlichkeit be­kanntgegeben werden sollen:

1. Das Zimmervcrmieten durch Private ist ein* Äubämmen, um den Fremdenheimen und Pen­sionen, sowie den Hotels wiederum Gäste zuzu­führen, auf die diese gewerblichen Unternehmen in erster Linie Anspruch haben. Hierzu sind eine Reihe von Vorschlägen gemacht, jedoch ist schon jetzt zu sagen, daß ein vollkommenes Verbot des Zimmervermietens nicht in Frage kommen kann.

2. Es wird eine Verfügung angestrebt, nach der dem Unwesen des Anreißens ein Ende bereitet werden wird. Iedermann hat schon die unange­nehme Erfahrung gemacht, daß ihm auf dem

Vaitenhain : Heinrich Köttner an Stelle des Bürgermeisters Hoffmann;

Londorf: Georg Decker an Stelle des zurück­getretenen Bürgermeisters Aumann;

11 e & e r a u : Gemeinderatsmitglied Peter Seip an Stelle des Beigeordneten Adam Düdinger;

Iügesheim: Kaufmann Arthur Hofmann an Stelle des Bürgermeisters Sahm unb Dr. Emst Knöll an Stelle des Beigeordneten Wilhelm.

Kommers der Gießener Wehrschast Oie Lützower".

Die Gießener Wehrschaft,Die Lützower", veran­staltete am Samstag in ihrem Heim am Wartweg einen Kommersabend. Die Kommilitonen hatten sich fast vollzählig eingefunben, auch zahlreiche Gäste konnten begrüßt werben. Die Universität war burch einige Dozenten vertreten. Verschiebens auswär­tige Wehrschaften nahmen ebenfalls teil. Musik lei­tete ben Adenb ein.

Nach bem Einzug ber Chargen unb nach ber Be­grüßung burch ben Erst-Chargierten hierher Grün- ber bes Bunbes, Dr. G l a tz e r - Kassel, eine kurze Ansprache, in ber er an bie Orünbung bes Bunbes Die Lützower" erinnerte, bie aus bem Freikorps­geist heraus, nach ben Kämpfen in Oberschlefien er­folgt sei. Wenn es bamals einen Bunb zu grünben Gegolten habe, so habe es nur ber BundDie Lützower" sein können in ber Erinnerung an bie Lützower von 1813, beren Wesen unb Art übernom­men werben solle. Der Bunb sei dabei nie als Selbst­zweck, sonbern immer in größerem Sinne verstau­ben worben. Für bie Lützower sei es auch» keine Frage gewesen, welcher Bewegung in unserem Vaterlands sie sich anschließen sollten. Sie konnten sich nur bem Nationalsozialismus anschließen, ber bie Gesamtheit bes beutschen Volkes wolle. Es sei für jebes Mitglieb bes Bunbes Pflicht, ber SA. ober ber SS. anzuaehören. Man werbe auf bem bisher beschrittenen Weg weiterschreiten. Mit heißem Her- zeu erkenne man bie Verpflichtung ber Gesamtheit gegenüber. Wenn bie Wehrschaft nicht schon be­täube, so müßte sie gegrünbet werben. In ber Wehr- chast fei kein Lützower, ber nicht freubig ben Weg )er Ahnen gehe, beim immer roieber entzünde sich ber Gebaute opferbereiter Kamerabschaft in ber Jugeub. Auch in ben tommenben Jahren solle ge­zeigt werben, baß man bie Zeichen ber Zeit ver­stauben habe, unb man werbe sich ber Ehrenschirm- Herrschaft über bie Deutsche Wehrschaft, bie ber Volkskanzler als einzige übernommen habe, roürbig erweisen.

Nachdem ber Erstchargierte stuck, med. Koch eine kurze Ansprache gehalten hatte, währenb ber auch eine stille Minute bem Gebeukeu ber Gefallenen bes Weltkrieges geroibmet war, sprach Wehr|chafts-Gau- leiter Meyerhofer (Frankfurt a. M.). Arn Tage ber Orünbung ber Wehr schäft sei es Pflicht, sich ber Jahre bes Weltkrieges unb bes Tages von Versail­les zu erinnern. Der ßebensraum sei uns beschnit­ten, wichtige Teile bes Vaterlanbes seien abgetrennt worben, bie Arbeitslosigkeit sei eine Folge bes Schanbvertrages von Versailles. Der Vertrag von Versailles habe einen Zustaub ber Entrechtung unb der Entehrung für unser Volk geschaffen. Aber bie- ser Vertrag fei auf Untreue gegrünbet, er sei auf bie Lüge von Deutschlaubs Schuld am Kriege aufge­baut. Deshalb auch fei er zum Fluche für Europa geworben, ein Fluch, ber erst bann weichen werbe, wenn ber Vertrag von Versailles vernichtet fei. Nicht bie ganze Welt habe Deutfchlanb in bie Knie zwin­gen können, vielmehr habe bas deutsche Volk in ber entscheidenden Stunde versagt unb sei einem Betrug zum Opfer gefallen. Die beutsche Wehrschaft sei auf völkischer Gruublage gegrünbet worben. Auf ber Gruublage ber Wehrschaft entstaub auch ber Geist, ber ben Geist ber vergangenen Jahre nach bem Kriege überwinden geholfen habe. Die Ehre, bie ber Volkskanzler Abolf Hitler ber beutschen

Der Neubau im Ständestaat.

Eine Versammlung des Kampfbundes des gewerblichen Mittelstandes.

Die Ortsgruppe Gießen des Kampf- bundes für den gewerblichen Mit­telstand vereinigte gestern abend im Cafe Leib eine große Anzahl von Mitgliedern zur Monats- versarnrnlung. Der Kreiskampfbundleiter S ch i m - m e l eröffnete die Monatsversammlung und teilte mit, daß der Kampfbund in dem letzten Monat starken Zuwachs erhalten habe. Besonders be­grüßte er den Redner des Abends, den stellver- tretenben Oaufampfbunbleiter unb Präsidenten ber Haubwerkskammer Darmstadt Fritz Müller.

Zunächst sprach der

Kampfbundsührer Soldan.

Der Parteienstaat sei überwunden. Es gebe nur noch ein nationalsozialistisches Deutschland. Run gelte es zu arbeiten; man dürfe nicht nur Mit­glied der Form nach sein. Der Aufbau des neuen Reiches im Sinne Adolf Hitlers fordere die rest­lose Durchführung des nationalsoz alistischen Pro­gramms. Eine Boraussetuig für eine wirtschaft­liche Gesundung in Deutschland sei die Brechung der Zinsknechtschaft. Der Einfluß internationaler Kreise müsse in Deutschland au?geschaltet werden. Ieder müsse zum Führer halten und versuchen, den Nationalsozialismus ganz zu verstehen. Haß und Zwietracht unter den Volksgenossen müßten verschwinden.

Sodann sprach

Herr Heyd als Vertreter des Handels.

Er führte u. a. aus, daß man immer frage, was denn ber Hanbel eigentlich geschafft habe. Mau sei im Begriffe, auch im Handel bie Gleichschaltung vorzuuehmen, so wie es im Hanbwerk geschehen sei. Mau werbe Fachschaften errichten, bie in gemein­samer Arbeit Zusammenwirken sollen. Bisher habe man sich mit Preisregulierung unb mit ber Beseitigung bes Rabatts beschäftigt unb beide Maßnahmen mustergültig burch- g e f ü h rt. In ben Fachschaften sollten bie einzelnen Interessen vertreten werben, aber so, baß nicht Ar­beit gegeneinanber, sonbern miteinanber geleistet werbe.

Kreiskampfbunbleiter S ch i mm e l betonte, baß man mit ber Abschaffung bes Rabatts bie Waren nicht verteuern, sonbern bem Geschäftsmann nur ben gerechten Entgelt für seine Ware sichern wolle.

Als Hauptrebuer sprach ber

stellvertretende Gaukampfbundleiter Fritz Müller,

über bie notwenbige gegenwärtige Neuorbnuug ber Wirtschaftsjtänbe. Wirtschaftliche Neuorbnuug' unb Arbeitsbeschaffung seien bie edelsten Ziele der Re­gierung. Die Wirtschaft bestimme zwar nicht die Ge­schichte, aber das wirtschaftliche Leben müsse in Ord­nung sein. Es dürfe nicht jeder willkürlich handeln. Das alte Gute müsse erhalten bleiben, die Neuord­nung müsse organisch vor sich gehen. Der Tüchtige habe freie Bahn. Dem Faulenzer werde keine Ge­legenheit gegeben fein, sich billig zu bereichern.

Adolf Hitler habe fremden Geist aus dem Staate ausgeschaltet. Der Mittelstäudler müsse sein Teil tun, um auch auf seinem Gebiete fremden Geist auszu- schalteu. Was in Deutschland geschehe, müsse für Jahrtausende sein. Hauptfrage sei die soziale Ord­nung im Stqate. Eine lockere Gemeinschaft, kein Zwang müsse sich anbahneu. Der innere unb äußere Aufbau, bie Orbnung im Privateigentum,

eine beständige Eigentumsordnung allein ermög­liche ben Ständestaat.

Das Privateigentum sei aber verpflichtet, der Gesamtheit zu dienen. Es könne aber niemals! gleich verteilt fein. Entsprechend der geistigen. Leistung werde jeder sich seinen Hinterhalt ver­schaffen müssen. Die ständische Gliederung und das Ausmaß eines Standes werde sich immer dem Bedarf anpassen müssen. Ieder müsse mit seinen Werten richtig wirtschaften, wenn nicht ber Staat einzugreifen genötigt sein solle. Geld sei nichts anderes, als Mittel zum Zweck, Waren tauschen zu können. Das Geld habe deshalb der Wirtschaft und nicht den Banken zu dienen. Ein wahrer Staat habe die Pflicht, Privateigen­tum gemeinnützig zu verwalten, habe die Pflicht, zu verhindern, daß das Geld mißbraucht werde. Das Geld dürfe nur in den Dienst des wahrhaft Wertvollen gestellt werden, indem die Herstellung minderwertiger Dinge verhindert wird.

Es gelte Sozialisierung des Lebensraumes durchzuführen, denn jeder habe das Recht zum Leben.

Cebensnofroenbige Artikel dürften nicht unnötig besteuert werden. Luxusartikel dagegen seien hoch zu belasten.

Steuer dürfe aber nicht _mehr von der Substanz verlangt werden, denn das be­deute Raubbau. Privateigentum sei eine äußere Form, Privateigentum als Sache betrachtet, be­deute Gerne wrigentum aus einer elementaren Wechselbeziehung heraus. Einer allein sei nichts ohne sein Volk.

Alle Arbeit in diesem Sinne werde zukünftigen Geschlechtern zugute kommen. Vielleicht werde es noch mancher Maßnahme bedürfen, die der Ein­zelne ablehne, die die Gesamtheit aber bejahen müsse. Wenn es der Gesamtheit gut gehe, werde es auch dem Einzelnen gut gehen. Die Tötung des Privateigentums würde den Tod der Ar­beitsleistung bedeuten. Arbeit müsse immer auf den Arbeitenden nutzbringend zurückwirken. Ieder Privatbesih müsse als ein Lehen von der All­gemeinheit betrachtet werden, das nach beste:» Kräften zu verwalten sei. Der königliche Kauf­mann, der ehrliche Kaufmann sei für diese Re­formen Voraussetzung. Der Schacherer unb Schie­ber habe keinen Platz im neuen Staat. Alle Ar­beit biene ber Bebarfswirtschaft, dürfe nicht der Profitwirtschaft hörig sein.

Es*werde noch manche Gegensätzlichkeit geben, bis ber neue Ständestaat Wirklichkeit werde, aus Kampf entspringe aber immer neues Leben. Für die Führung im neuen Staat entscheide immer die Leistung, bie Arbeit, die ben Titel gebe. Richt jeder könne Führer sein, aber ber würdigste müsse es sein. Wer die Fähigkeiten habe, müsse sie zur Verfügung stellen. Nichts sei uns gegeben, was wir nicht wieder zu geben hätten. Man müsse versuchen, das Beste für bie Gesamtheit zu tun. Rach ber Leistungsmöglichkeit müsse jeder geben, denn das allein sei wahrer Sozialismus, nur so trete ber Gemeinnutz vor ben Eigennutz. Mit einem Heil Hitler!" beschloß ber Rechner seine sehr bei­fällig aufgenommene Ansprache.

Nachdem noch verschiedene Fragen aus dem Kreis der Zuhörer beantwortet waren, wurde die Versammlung mit einem dreifachenSieg-Heil!" aus Adolf Hitler und mit dem Horst-Wessel- Lied geschlossen.