Ausgabe 
11.7.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 159 Erstes Blaff

185. Zahrgang

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mit allen Mitteln z u verhindern, daß

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Oer ungarische Besuch in Wien

Oie Verhandlungen über ein österreich-ungarisches Mrtschastsbündnis

Mail" und ihre Konzernorgane häufig richtung­gebend für die englische öffentliche Meinung ge­wesen sind, was wir Deutschen bei früheren An­lässen leider allzuhäufig am eigenen Leibe schmerz­lich erfahren muhten, so ergibt sich daraus die grundsätzliche Bedeutung dieses Aufsatzes.

Der Lord wendete sich gegen die Verlogenheit in der englischen Berichterstattung, gegen die alten Weiber beiderlei Geschlechts, die in England im­mer noch das große Wort führen. Er stellt die englische Öffentlichkeit kurz u id bündig vor die Frage, ob sie es mit der deutschen Fugend verderben wolle, die heute in Deutschland regiere und erinnert an die Dummheiten, die man sich gegenüber dem faschistischen Italien habe zu­schulden kommen lassen und zwingt damit dank der Machtstellung seiner Zeitungen auch die übri­gen englischen Blätter zu einer Stellungnahme. Lord Rothermere ist zwar als ein Mann von plötz­lichen und sensationellen Aktionen bekannt, man weiß aber auch, daß er ein Mann ist, hinter dem auch sehr ernste politische Kräfte stehen. Es ist also zu hoffen, daß eine öffentliche Erörterung der inneren deutschen Zustande entsteht, die von vornherein auf einer anderen Grundlage erfolgt, als bisher.

Wir sind auf dem besten Wege, der Welt ein Beispiel zu sehen. Das ist es, was auch Roth- ermere begriffen hat, der als Zeitungsuntemeh- mer im besten Sinne des Wortes aktuell zu denken gewöhnt ist. Lord Rothermere hat eine neue Kraft entdeckt, eine werdende Macht, und wir wollen uns freuen, daß w i r diese Macht sind, und toenn

Der englische Zeitungsmagnat, Lord Rother - mere, der Bruder des aus dem Weltkrieg als Leiter der Hebpropaganda gegen uns berüchtigten Lord Rorthcliffe, hat in der ..Daily Mail" einen Aufsatz über das neue Deutschland geschrieben, dessen grundsätzliche Bedeutung vielleicht noch größer ist als seine mutmaßliche zeitungstechnische Wirkung. Man wird zwar sagen können, daß eine Schwalbe noch keinen Sommer macht, aber immer­hin bringt die erste Schwalbe die anderen mit, und gerade in diesem Sinne schlägt der Artikel eine Dresche.

Der Rothe rmere-Konzcrn ist neben dem Beaver- brook-Konzem das mächtigste englische Zeitungs­unternehmen. dessen Leserschaft nach vielen Mil­lionen zählt. Es stellt daher schon rein technisch ein Propagandawerkzeug von weittragender Be­deutung dar. Wenn man hinzufügt, daß dieDaily

sie einen Widerhall jenseits des Kanals auslöst, so wird das niemand mehr begrüßen als wir, wir hoffen auf den Sommer, den diese Schwalbe ankündigt.

Der ungarische Ministerpräsident Gömbös ist, wie auch sein vor einigen Wochen in Berlin erfolgter Besuch beweist, eifrig bemüht, die wirtschaftliche Lage des ausgesprochenen Agrarlandes Un­garn durch Vereinbarungen mit denjenigen Län­dern, die als Abnehmer in Frage kommen ton­nen, zu verbessern. Seit Jahren wartet Ungarn ver­geblich auf wirkfame Hilfe derjenigen Staaten, die für die Grenzziehung van Trianon und damit für die besonders schwierige Lage des Landes verant­wortlich find. Bor drei Jahren hatte Deutsch­land durch seine Bereitschaft zu Präferenzvertragen mit den südosteuropäischen Staaten, insbesondere mit Ungarn und Rumänien, eine Initiative er­griffen, die eine praktische Hilfeleistung für alle diese Staaten mit immer mehr schwindender wirtschaftlicher und finanzieller Leistungsfähigkeit bedeutet hätte. Politifche und wirtschaftspolitische Rivalitäten von den verfchiedensten Seiten haben verhindert, daß dieser Gedanke sich so aus­wirkte, wie es notwendig gewesen wäre: als aus­gesprochene Vorzugsbehandlung einiger be­sonders gefährdeter Länder. Die Konferenz o o n S t r e f a hat im vorigen Jahre versucht, diesen Prä­ferenzgedanken mit dem politischen Mißtrauen Frankreichs gegenüber dem deutschen Einfluß im Donauraum auf eine Formel zu bringen, wodurch lediglich einige totgeborene Resolutionen zustande- famen.

Run ist in diesem Jahre - wie es heißt unter aktiver Förderung durch Italien der Ge­danke eines engeren Zusammenschlusses zwischen Oesterreich und Ungarn ver­treten worden. Schon vor Wochen, als diäter Ge­danke in der tendenziösen Form einer Habsburger Restauration auf tauchte, wurde ein wirtschaft­licher Zusammenschluß zwischen Oesterreich und Ungarn vor allem in England als eine natür­liche Lösung des so lange verschleppten Donau­problems befürwortet. Auch jetzt scheint eine Wirt­schaftsunion der beiden Länder das Ziel der Berhandlungen zwischen Oesterreich und Ungarn zu sein, wobei man sich aber zweifellos darüber klar ist, daß diese Art von Zusammen­schluß noch nicht die wirkliche Lösung wäre. Es braucht nur daran erinnert zu werden, daß das Gutachten des Haager Gerichtshofes vom Sep­tember 1931 eine Zollunion Oesterreichs mit einem anderen Staat als B e r ä u ß e r u n g der wirt­schaftlichen Selbständigkeit des Landes und damit als unvereinbar mit dem neuer­dings bestätigten Anleiheprotokoll von 1922 er­klärt hat. Auf alle Fälle mühten, wie dies Göm- bös schon gestern angedeutet hat, die Dezie-

Annahme von 8n$eigeit für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorfchrist 20 , mehr.

Chefredakteur.

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für denAn- zeigentell i. D. Th.Kümmel iämtlich in Gießen.

und unter Einsatz aller staatlichen Machtmittel entgegenzutreten.

Ich bitte ferner dafür zu sorgen, daß aus diesen Gründen künftig auch von der bisher g c übten E in s e tz u n g von ft o m m i f f a r en und Beauftragten 21 b ft a n b genommen wird, da der unter ausschließlicher nationaler Leitung stehende Staatsapparat in der Lage ist, die in Frage kommenden Ausgaben allein durchzusührcn. Ich bitte daher in eine beschleunigte Prüfung darüber einzutreten, wie die zur Zeit noch bestehenden Kommissariate usw. auf dem schnellsten Wege abgebaut und soweit unentbehrlich, in den or­dentlichen Staatsapparat eingeord- n e t werden, da jede Art von Nebenregie- rung mit der Autorität des totalen Staates u n - vereinbar ist. Spätestens bis zum 1. Oktober dieses Jahres bitte ich mir mitzuteilen, auf welchen Gebieten ausnahmsweise die Beibehaltung von Kommissaren im Staatsinteresse unbedingt erfor­derlich erscheint.

tionalsozialisten besetzt sind.

Damit ist die siegreiche deutsche Revolution i n das Stadium der Evolution, d. h. normaler gesetzmäßiger Aufbau­arbeit getreten. Wichtigste Ausgabe der Reichsregierung ist es nunmehr, die in ihr ver- einigie totale Macht geistig und wirt­schaftlich zu untermauern. Diese Aus­gabe wird jedoch auf das schwer st e ge­fährdet, wenn weiterhin noch von einer Fortsetzung der Revolution oder von einer zwei­ten Revolution geredet wird. Wer jetzt davon redet, muß sich darüber klar sein, daß er sich da­mit gegen den Führer selbst empört und dementsprechend behandelt wird. Solche Aeuherungen stellen eine glatte Sabo­tage der nationalen Revolution dar, und sind insbesondere geeignet, d i e deutsche Wirtschaft, die damit von der Reichsregierung zur Lösung des Arbeitslosenproblems getroffenen Maßnahmen im erfreulichen Wiederaufbau begriffen ist, neuenBeunruhigungen auszusetzen und damit das deutsche Bolk in seiner Ge­samtheit zu schädigen. Das der Reichsregie­rung als Trägerin der nationalen Revolution in steigendem Maße entgegengebrachte Vertrauen, das gerade in der Belebung der Wirtschaft und in dem st a r k e n 21 b f inten d e r Arbeits­losenziffern seinen sichtbaren Ausdruck findet, darf unter keinen Umständen enttäuscht werden.

Jeder versuch einer Sabotage der deutschen Re­volution wird, namentlich bei unbefug­ten Eingriffen in die Wirtschaft und in Mißachtung von Anordnungen der Träger der Staatsautorität zu erblicken ist, muß daher auf Grund der Verord­nung zum Schuhe von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 mitdenschärfstenMaß- nahmen (mindestens Schuhhast) geahndet werden. Soweit (Eingriffe berechtigt sind, dürfen sie von nun an nur von den Trägern der Staatsautorität und auf deren ausdrückliche Anordnung und unter ihrer alleinigen Verantwortung erfolgen.

Aufgabe der Herren Reichsstatthalter und der Landesregierungen, insbesondere der zuständigen Minister des Innern ist es, wie der Herr Reichs­kanzler am 6. Juli d. I. ausdrücklich betont hat,

Deutsche Arbeiter-

Oie ehemaligen militärischen Unter­führer unterstellen sich Adolf Hitler.

Die Vertreter von 135 000 Unterführern der alten deutschen Armee, der neuen deutschen Wehrmacht (Unteroffiziere und Mannschaften) und ehemaligen Polizeibeamten waren in Gleiwitz zu ihrer 36. Jah­restagung versammelt, um die bisher unpolitische kameradschaftliche Vereinigung der ehemaligen Be­rufssoldaten, denRe i ch s b u n d der Zivil- t) i e n ft b e r e d) 11 g t en ", durch die Bildung eines Präsidiums aktiver langjähriger Kämpfer der NSDAP, an das politische Zentralgeschehen Deutsch­lands heranzubringen. 2In die Spitze dieses Präsi­diums wurde oom Reichskanzler Adolf Hitler der ftoburger Oberbürgermeister Schwede berufen. Auf einer öffentlichen Kundgebung im Stadttheater sprach Major a. D. Dr. Kurt Hesse, Potsdam, über das Thema:Vom Soldaten als dem natür­lichen Mittelpunkt des Staates".

Die Entwicklung, die das Soldatentum in den letzten 20 Jahren erfuhr, wurde ebenso deutlich wie die neue geistige Einstellung gegenüber dem Men- schen von heute und den im Gange befindlichen poli­tischen Kräften. Wurde auf der einen Seite ein un­bedingtes Festhalten an der eisernen Disziplin ge­fordert, so klang andererseits der Vortrag in öe<

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iTbSTSS**1* J A.: H. L> Neuner.

Berlin, 11. Juli. (WTB. Funkspruch.) Der Reichsminister des Innern, Dr. Frick, hat a n sämtliche Reichs st atthalter und sämt­liche Landesregierungen* für Preußen an den Ministerpräsidenten und an den Minister des Innern folgendes Rundschreiben ge-

furjer Frist in weiße Eisfeld» f ben umliegenben Hedern ur! großer Schaden angeridjtet wo: i Wad/mittag waten auf bei

Satten Neste von Hagelocr In der Nahe des Domes %\v

irgendwelche Organisation en Parteiste11en sich künftig noch

Allein die Reichsgewati bestimmt.

0er Reichsinnenminister fordert die Reichsstatthalter auf, die Gtaatsautorität auf allen Gebieten und unter allen ttmständen durchzusetzen. Schärfste Strafandrohungen für un­befugte Eingriffe in die Wirtschaft. - Beschleunigter Abbau der Kommissare.

13,99 0,928 2,91? 58,77 i2,3i 16,« 81,57 35,21 II» 0,874 0,H 5,195 12,73

6,196 41,05 12,56

3,053 170,17 70,« 62,61 72,32

14,03 0,932 2,928 8,89 22,38 16,50 II.-2 35,29 82,03 0,876 0,231 5,205 12.75

richtet:

In seinen letzten Ansprachen an die SA.-Führer und an die Reichsstatthalter hat der Herr Reichs­kanzler eindeutig festgestellt, daß die deutsche Revolution abgeschlossen ist. Soweit neben der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter­partei noch politische Parteien bestanden, haben sie sich selbst aufgelöst. Ihre Wiederkehr oder Neubil­dung ist für alle Zeiten ausgeschlossen. Die Nativ- n a l s o z i a l i st i s ch e partei ist damit der alleinige Träger des Staates geworden. Alle Macht des Staa- t c s liegt in Händen der von dem Herrn Reichs­kanzler allein geführten R e i ch s r e g i e r u n g, in der alle entscheidenden Aemter mit zuverlässigen Na-

(Er)d)etni tägltd), außer Sonntags und feiertags. Betlagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monat$=Be$ugsprets:

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schwierig seien. Es ist daher meine Ueberzeugung, daß man eventuell eine europäische oder vielleicht noch besser eine mittel europäische Son« ferenz einberufen müsse, um jene Fragen in groß­zügiger Weise, frei von einseitiger politischer Ein­stellung zu besprechen. Zwischen Wien und Buda- p e ft Freundschaft zu schließen, ist natürlich leicht. Geographisch, wirtschaftspolitisch, aber auch histo- risch sind wir aufeinander angewiesen. In der Donaupolitik kann man ohne uns keine Poli­tik machen.

Auf eine Frage, ob auf Grund, dieser Richtlinien mit der Kleinen Entente Verhandlungen ein­geleitet wurden, erklärte Gömbös: Wir haben mit der Kleinen Entente wirtschaftliche Bespre­chungen auf der Grundlage von Kom­pensationen eingeleitet. Selbstverständlich sind diese Fragen noch nicht endgültig geregelt.

Wie es in Tirol aussieht.

Die durch die reichsfeindliche Stellungnahme der Regierung Dollfuß veranlaßte Grenzsperre gegen Oesterreich wirkt sich im Lande Tirol, das zum großen Teil von dem reichsdeutschen Fremdenverkehr leben muß, geradezu ver­nichtend aus. Wir entnehmen aus einm Privatbrief aus einem der besuchtesten Hochgebirgstäler folgen- den Kiageschrei: Es ist fast herzzerreißend, daß wir vergeblich auf die Gäste warten. Man möchte Ströme von Tränen vergießen. Es ist alles still und öde. Nicht ein einziger Fremder ist da. In den drei großen Hotels, in den Pensionen und Pri- vathäusern ist alles leer. Durch den stockenden Fremdenverkehr gibt es auch sehr viel Arbeitslose. Im Herbst wird es bei uns traurig aussehen, da doch viele Familien von dem Verdienst in der Sai­son (eben müssen. Auch wir leiden darunter, wie­wohl wir Haus und Feld besitzen. Es stockt alles, da kein Vieh ins Ausland darf: die Lebensrnittel, die wir kaufen müssen, Mehl, Kaffee, Zucker steigen beständig. Die Auto-Unternehmer find gezwungen, ihre Wagen zu verkaufen oder abzumelden, da gar kein Geschäft geht.--So läßt eine irregeleitete

Regierung ihr eigenes Volk dem Untergang ent- gegengefjenl

Randnoten.

Roch vor wenigen Tagen wußte der Straß" 6urger Sender triumphierend zu berichten, ter Batikan lehne jeden Vertrag mit dem neuen Reiche Adolf Hitlers ab, et sehe im National­sozialismus nur eine Abart des Bolschewismus mit nationalem Borzeichen. Diese ungeheuer­liche Meldung wurde hinaugefunkt, als das Konkordat zwischen dem Deutschen Reiche und dem Heiligen Stuhl bereits so gut wie abgeschlossen war. Rur wenige Mo­nate hat die Regierung gebraucht, um auch for­mell mit dem Batikan zu einemVertrage zu kommen, der von den beiden vertragschließenden Mächten als ein voller Erfolg gewertet wird. Jetzt erweist es sich, wie segensreich es wat, daß Herr v. Pap en, der ja auch das Amt eines päpstlichen Geheimkämmerers bekleidet, als Vizn- kanzlet dem Kabinett angehört. Der Dank des Kanzlers an Herrn v. Papen bestätigt denn auch das große Verdienst, das sich der Vizekanzler beim Abschluß des Reichskonkordats erworben hat. Das deutschfeindliche Ausland, das sich bereits auf einen neuen Kulturkampf gefreut hatte, ist um eine Hoffnung ärmer.

DieGermania", bas offizielle Blatt des Vize­kanzlers, berichtet, daß das Reichskonkordat die Be­kenntnisschule, den Religionsunterricht unter der Leitung her Kirche, sowie das Recht der Kirche auf Erhaltung der freien Betätigung kirchlicher und kul­tureller Verbände sichere. Darüber hinaus werden die Konkordate mit Bayern, Preußen und Baden aufrechterhalten, und die wesentlichsten Bestimmun­gen des badischen Konkordats werden künftig a u f Württemberg, Hessen und Sachsen aus­gedehnt werden.

In Zukunft wird zwischen dem deutschen Staat und der katholischen Kirche Frieden herrschen. lieber diesen Frieden hinaus aber gilt cs, die weiter reichenden Folgen des Reichskonkordates einmal auf das künftige Verhältnis von Kirche und Politik zu untersuchen. Der Staat ist eine menschliche Ein­richtung, die dem Wohle der Volksgenossen und der Verteidigung der Grenzen zu dienen hat. Die Kirche dagegen ist die notwendig gewordene Organisations­form der religiösen Betreuung der Seelen. Nur in einem übergeordneten Begriffe finden sich Staat und Kirche seit Anbeginn der deutschen Geschichte in einer unauflöslichen Einheit, nämlich im Begriffe des Reiches. Die Grundlage dieses Reiches ist das C h r i ft e n t um , die Staatsgesinnung ist die Treue gegenüber der gottgegebenen Obrigkeit, es gibt in Zukunft keine kirchliche Gemeinschaft mehr, die Politik auf eigene Faust oder gar Politik gegen den Staat treiben dürste.

Damit hat auch das Zentrum, das sich als Organisation bereits aufgelöst hatte, auch weltan­schaulich sein Ende gesunden. Nach dem Abschluß des Reichskonkordats braucht der Heilige Stuhl in Deutschland keine Partei mehr zur Vertretung seiner Interessen. Der Staat selbst nimmt diese In­teressen wahr und sichert das religiöse Bekenntnis. Der Priester kann sich in Zukunft auf feine Aufgabe, wahrhafter ©eelforger zu fein, beschränken.

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rungsbefugnijfe anmaßen. Andernfalls besteht die Gefahr, daß die Gegner des National­sozialismus, insbesondere Kommunisten und Mar­xisten versuchen werden, sich in die NSBO. oder,die Deutsche Arbeitsfront ober sonstige Organisationen einzuschleichen, um unter ihrem Schutze bie beutsche Wirtschaft fortgesetzt zu beunruhigen unb ber Re­gierung ber nationalen Revolution Schwierigkeiten bereiten.

3n besonderem Auftrage des Herrn Reichskanz­lers ersuche ich die Herren Reichsstatthalter und die Landesregierungen, die Autorität des Staatesaufallen Gebieten und un­ter allen Umständen sicherzu st eilen und jeden versuch, diese Autorität zu erschüttern oder auch nur anzuzweifeln, woher er auch kommen mag, rücksichtslos

Wien, 10. Juli. (WTB.) Der ungarische Mi­nisterpräsident Gömbös stattete dem Bundes­kanzler Dr. Dollfuß einen Besuch im Bundes­kanzleramt ab, an den sich eine längere Bespre­chung anschloß. Der Bundeskanzler erwiderte den Besuch am der ungarischen Gesandtschaft, wobei Ministerpräsident Gömbös einer Einladung des Bundeskanzlers zu einem gemeinsamen Abend­essen Folge leistete, an dem alle in Wien anwe­senden Kabinettsmikglieder, die Mitglieder der ungarischen Gesandtschaft sowie eine Reihe öster­reichischer Funktionäre teilnahmen. Die Bespre­chungen zwischen dem Bundeskanzler und dem un­garischen Ministerpräsidenten wurden nach dem Abendessen fortgesetzt. Gegenstand der Verhand­lungen bildeten alle die beiden Länder interessie­renden politischen und wirtschaftlichen Fragen. Auf handelspolitischem Geb.et wurden die Erfah­rungen erörtert, die beide Teile bisher mit dem seit Beginn dieses Jahres in Kraft stehenden Han­delsvertrag gemacht haben.

Ministerpräsibent Gömbös ist bann nach Bubapsst zurückgereist. Vor seiner Abreise machte Gömbös Pressevertretern gegenüber Mitteilungen über seine Wiener Besprechungen. Sein Besuch sei bereits seit längerer Zeit vorbereitet gewesen. Das Schwerge­wicht ber Besprechungen habe bei den wirtschaftlichen Beziehungen gelegen. Diese zu. vertiefen, etwa auf- taudjenbe Hinoernisse burch persönliche Fühlung­nahme beiseite zu schaffen, ba beibe Cänber aufein- anber angewiesen seien unb in fast allen Fragen in engster Freunbschaft Zusammengehen könnten. Göm­bös fuhr fort, wir alle wünschen ben Frieben, unb deshalb müssen wir aufrichtig miteinander sprechen. Ich persönlich bin ber Ansicht, baß wir auch auf frieblichem Wege an die Revision ber Friebensverträge Herangehen müsse. In Genf würbe im vorigen Jahre bie Gleichberechti­gung ausgesprochen. Das ist bas Grundprinzip, bas auch mir wünschen: benn es ist unmöglich, baß es unter ben Völkern Europas Herren unb Sklaven gibt. Der Vierer-Pakt wirb ein Schritt zur Genesung ber politischen Lage fein. Wir haben auch bie Weltwirtschaftskonferenz in London begrüßt, trotzdem ich ber Ansicht war, baß bie der Lonboner Konferenz gestellten Probleme zu

fjun-gen zur Kleinen Entente einer um­fassenden Regelung unterzogen werden, wobei man auch wieder nicht vergessen dürfte, daß eine Art Wiederherstellung des wirtschaftlichen Bestandes ber Dopvelmonarchie heute, nachbem im Gebiete der Rachfolgestaaten so erhebliche wirtschaftliche Veränderungen eingetreten sind, nur eine Zer­nierung von Schwierigkeiten und für manche Teil­nehmer ein ruinöses Experiment wäre. Es wird alles Halbheit bleiben, wenn der natürliche Ab­nehmer bestimmter Erzeugnisse der Donauländer aus den Kreis der Berechnungen herausge- lassen wird. Das ist Deutschland.

Skalier feiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vriick mid öerlog: vrvhl'sche Universtläls-Vuch- und Stdnöniderei R. Lange in Gießen. 8chriftieitnng und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7.

erger tztadtrat.

ierg, 9. Juli. Das Stablrat i seiner jüngsten Sitzung bc ranschlag für 1933, ber r Sitzungen bes Finanzausschüs­sen worben war. «charse Mai/ |U erheblichen Einspa rblieb noch ein Fehlbetrag w !. Einen wesentlichen Anteil ar mben Steuerrüagänge unb M hmen sowie bas starke Anschau lasten. Die Stabt Friebberg Mi sohlsahrtslaften alle" n WM Mark auszubrmgeo )ie Finanzverhältniste ber SB lenstanb i|t nerbannrsma&ig gt , ber -tabt bekamen sich

bas Eesamtvermogen wirt LAhätzt.N°chd°"°K be ber Voranschlag für 1933 w

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9-Fuli. steute morgen zwilckn Xer unserer Liabt unb iib, ®65 Unwetter mit ftar .9 me er. Anscheinenb war - d'° m kurzer Zeit mit gewalkt sunze etabtoierlel überschwemm - ben höher gelegenen Stabile '»ermassen, nachbem bie ftonal wren, wie wilbe Gebirgsbach ifabiteilen. in benen in wenige: straften überschwemmt unb ur, >en schlimmsten Schaben richm Ischlag an, ber etwa eine Dien.! jelömer, wie Taubeneier gras i Massen aus bie Erbe unb. v

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