Oberheffen
Aushebung des LokomotivbahnhofS Laubach ?
□ Laubach, 10. Jan. Dem vor kurzem von der hiesigen Stadtverwaltung gegen die Aufhebung des Lokomotivbahnhofs Lau- bach erhobenen Protest hat die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. nicht stattgegeben. Sie weist in der Begründung ihrer ablehnenden Antwort u. a. besonders darauf hin, daß bei der Durchführung der beabsichtigten Sparmaßnahmen auf die Bedürfnisse und Wünsche der einzelnen Gemeinden nur insoweit Rücksicht genommen würde, wie dies ohne Nachteil für die Deutsche Reichsbahngesellschaft vertreten werden könnte. Eine Verletzung des hier beheimateten Zugbegleitpersonals sei vorerst nicht beabsichtigt. Mit diesem Bescheid wird sich die Gemeindevertretung wohl nicht zufrieden geben
Landkreis Gießen.
X Wieseck, 10. San. Die beiden ersten Lichtbild stunden des neuen Jahres brachten für die Schuljugend eine den ISert dieses Tages ans Herz legende Reihe „S>er liebe Sonntag" ; die zweite ihr gebotene zeigte in Scherenschnitten „Des Kirchenjahres Segensgang durch den Alltag des Lebens". Den Abend des Sonntags beschloß neben der Serie vom Sonntag eine über die Evangelische Kirche, deren Eigenart, im Kampf mit feindlichen Mächten erprobt, der Ortsgeistliche der mit Liedern sich beteiligenden Gemeinde erläuterte.
:/: Beuern, 9. 3an. D.e Basler Million zeigte hier einen Film ans dem Arbeitsfeld der Mission auf der Insel Borneo. Die Cr- läuterungen gab Missionar Lauck. Die Vorführung erfreut« sich eines guten Besuches.
ck. Heuchelheim, 10. Ian. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr hielt am Samstag im Saale der Wirtschaft „Zum Schwanen" ihre Generalversammlung ab. Dor Eintritt in die Tagesordnung konnten verschiedenen verdienten Mitgliedern Ehrungen übermittelt werden. Dem Ehrenkommandanten Ph. D. G o r r wurden für 50jährige Zugehörigkeit zur Wehr ein Glückwunschschreiben des Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg und ein Diplom überreicht. Der Schriftführer Ph. D e ch e r t, der dieses Amt 25 Jahre bekleidet, wurde aus diesem Anlaß zum Ehrenschriftführer ernannt. Der erste Kommandant Heinrich Schmidt V. und Jakob Rinn XXIV. erhielten für 40jährige Zugehörigkeit zur Wehr das von der hessischen Regierung gestiftete Feuerwehr-Ehrenzeichen. Im weiteren Verlauf der Tagesordnung gedachte der zweite Kommandant mit ehrenden Worten des verstorbenen Kreisfeuerwehr Inspektors Dickore ((Sie- ßenj. Bei der Dorstandswahl wurde der seitherige Vorstand einstimmig wiedergewählt. Aus dem Jahresbericht wurde besonders hervorgehoben. daß die Wehr bei dem Brande am 31. August 1932 ibei dem zum ersten Male die Wasserleitung zur Lösung benutzt worden war) in mustergültiger Weise ihrer Aufgabe gerecht wurde. Rach Erledigung der Tagesordnung hielt der Lehrer Dr. R ei d einen Vortrag über das Heuchelheimer Mühlchen. Die Zuhörer folgten mit großer Aufmerksamkeit. - Aus dem Standesamts- r e g i st e r unserer Gemeinde für das Jahr 1932 geht hervor, daß 45 Geburten, 22 Sterbefälle und 24 Eheschließungen eingetragen wurden.
* Leihgestern, 10. Ian. Der Zimmermann und Landwirt Johannes E i f f von hier konnte heute in großer geistiger und körperlicher Frische seinen 8 0. Geburtstag feiern. Rüstig, wie er ist, geht er noch heute täglich ins Feld und zeigt außerdem viel Interesse an allem was in der Webt vorgeht.
' Holtheim, 10. Ian. Am Freitag, 13. Januar, kann Kolonialwarenhändler Heinrich R e u h l IX. in großer geistiger und körperlicher Frische seinen 8 5. Geburtstag feiern.
4r Rieder-Bessingen. 10. Ian. Dieser Tage wurde, vom hiesigen Kriegerverein veranstaltet, im Saale von W. L o tz ein Lichtbildervortrag abgehalten. Major Freiherr von Wangenheim sprach über seine Erlebnisse bei den Kämpfen um Verdun. Der Redner verstand es ausgezeichnet, den Zuhörern ein Bild von dem Vormarsch, den Kämpfen um Verdun, Douaumont und Vaux zu geben. Er zeigte auch Bilder von einem Besuch der Schlachtfelder und Friedhöfe. Mit dem Gedenken an alle tapferen Kämpfer des Weltkrieges und einem Treuschwur für das deutsche Vaterland beendete er seine Ausführungen. Ter 1. Vorsitzende des Kriegervereins W. L o tz dankte dem Redner für seine vortrefflichen Schilderungen. Tas Deutschlandlied beschloß den Abend.
Kreis Schotten
□ Laubach, 10. Jan. Bei der ersten diesjährigen Drennholzverfteigerung in den stä_t schcn Disti.irten „Seeges", „Duchwald", „Höll" und „Zwillingsseife" waren die Preise wesentlich niedriger, als die vorjährigen. Cs kostete je 1 Raummeter Buchenscheitholz 5 bis 6 Mark, Duchenknüppel 4 bis 4,50 Mk., Buchenstöcke 4 Mk., und Duchenreisig (in Schichthaufen gelegt) durchschnittlich 1,30 Mk.
X Ruppertsburg, 10. Jan. Unser Schäfer Johannes Parr, der alte „Schäferhannes". wie er hier und in der Umgegend genannt wird, hat am 1. Januar feinen Dienst aufgegeben. Er steht im 80. Lebensjahr und erfreut sich noch guter Gesundheit. 46 Jahre lang ist er bei Wind und Wetter Tag und Nacht ein treuer Hirte der Schafherde unserer Gemeinde gewesen.
Kreis Alsfeld.
»-»Alsfeld. 9.9an. Am Freitagabend sprach im Physiksaale der Oberrealschule Dr. Karl Rudolf F i s che r (Gießen) auf Einladung der hiesigen D ü r e r g e s e l l sch a f t über die Rätsel des Vogelzugs. Der Redner erläuterte die hauvt- sächlichsten Theorien, die den Grund für die alljährlichen großen Vogelwanderungen zu erklären versuchen. Lichtbilder nach Aufnahmen des bekannten schwedischen Forschers Bengt Berg ergänzten den Vortrag. Die sehr zahlreich erschienenen Zuhörer verfolgten die Darlegungen des Redners mit großem Interesse. Die Vortragsabende der A l s f e l - der Dürergesellschaft, die vorwiegend von Gießener Gelehrten bestritten werden, sind zu einem wichtigen Faktor in der Reihe der hiesigen Veranstaltungen geworden und erfreuen sich in weiten Kreisen großer Beliebtheit. — Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, veranstaltete am Samstagabend im „Deutschen Haus" einen Werbeabend mit einem Konzert der SA.-Kapelle. Am Sonntag fand eine Kundgebung auf dem Marktplatz statt. Die Veranstaltungen verliefen ohne Störungen.
88. Grebenau, 10. Ian. Im Staatswald der Försterei Schwarz (Forstamt Grebenau) ereignete sich gestern ein schwerer Unfall. Der 34jährige Maurer und Holzhauer Wilhelm
Oie Preisträger unserer Weihnachtspreisaufgabe 1632.
1. Karl Böcher, Lindenstruth: „Wildfährte".
2. Luitgard Haberkorn, Gießen, Asterweg 67/11: „Grimms Märchen".
3. Ernst Hörr, Gießen, Nordanlage 47: „Kamerad-Bibliothek".
4. Hertha Walther, Wieseck, Gießener Str. 56: „Waldweben".
5. Gretel König, Heuchelheim, Ernststraße 20: „Katzenkalender".
6. Hans Weber, Gießen, Weserstraße 31: „Kamerad-Bibliothek"
7. Margot Reinhard, Gießen, Südanlage 23- II: Radierung „3m grünen Meer"
8. Charlotte Mattern. Gießen, Gutenberg, straße 4: Radierung von Klipstein.
9. Karl und Walter Freitag, Hausen, Anne- röder Straße 3: „Robinson Crusoe"
10. Günter Stallrnann, Attendors (Lumda), Londorfer Straße 30: „Robinson Crusoe"
11. Hilde 3a n z, Gießen, Wilhelmstraße 54/1: „Waldweben"
12. Hans Schuchardt, Gießen, Stephanstr. 11: „Robinson Crusoe".
13. Mariechen Geiger, Großen-Linden, Falltor- straße 24: „Stoffel fliegt über's Meer".
14. Helga Praß, Großen-Linden, Obergasse 5: „Tausend und eine Nacht".
15. Ernst und 3oachim H ö l z e l, Gießen, Ostanlage 29/11: Radierung von Klipstein.
16. Hildegard Kreuter, Gießen, Friedensstr. 47: „Tausend und eine Nacht".
17. Werner Emmel, Staufenberg, Vorstadt 12: „Robinson Crusoe"
18. Adalbert Bender. Rodheim (Bieber), Gießener Straße 42: „Robinson Crusoe".
19. Pia Monika Müller, Gießen, Steinstraße 66 II: Radierung „Eichhörnchen.
20. Ernst Michel. Gießen, Weserstraße 4: „Mit
20 PS...".
21. Reinhard 3 eß, Gießen, Alicenstraße 43: „Tausend und eine Nacht".
22. Elli Bink, Lang-Göns, Obergasse 11: „Waldweben"
23. Eva Oestreich, Gießen, Senckenbergstr. 13: „Fürcht mich nit".
24. Ludwig Heß, Watzenborn, Bahnhofstraße 78: „Kamerad-Bibliothek"
25. Richard Schmitt, Saasen, Müllerecke 1: „Wildfährte"
26. Irmgard Euler, Gießen, Ludwigsplatz 3: „Waldweben"
27. Gerda Hofmann, Heuchelheim, Gießener Straße 56: „Tausend und eine Nacht".
28. Friedrich Wilhelm Schaaf, Gießen, Großer Steinweg 23 I: „Wildfährte"
29. Wolfram 3rnfrieb Häuser, Gießen, Weicker- straße 8 1: „Grimms Märchen".
30. Hildegard Reuter, Wieseck, Alicenstraße 13: „Kränzchen-Bibliothek".
31. 3nge Schnorr. Wißmar: „Tausend und eine Nacht"
32. Liselotte H e l m u l h , Gießen, Friedensstraße
29: „Frauenkalender"
33. Wilhelm Dapper, Wieseck, Philosophen- straße 7: „Wildfahrte".
34. Marianne Lenz, Gießen, Riegelpfad 32: „Grimms Märchen"
35. Tita Nordmann, Lollar, Hauptstraße 125: „Grimms Märchen"
36 Hans Günter C u I m a n n , Gießen, Frank- furter Straße 76. „Tausend und eine Nacht".
37. Otto Gärtner, Gießen, Ludwigstraße 59: „Wildfährte"
38. Hedwig Schäfer, Beltershain, Post Grün- berg, Grünberger Straße 170: „Die kleine Mamsell Pfefferkraut"
39. Liesel Hermann. Dottenhorn, Perfstr. 162: „Naturkalender"
40. Emilie 3 ä g e r , Gelnhaar: „Kränzchen-Bibliothek"
41. Werner Sern, Gießen, Frankfurter Straße 90: „Wildfährte"
42. Walter Müller, Gießen, Krofdorfer Straße
17: „Kamerad-Bibliothek"
43. 3lse Sommerlad. Großen-Buseck (Gasthaus „Zur Krone"), „Waldweben".
44. Margret Steinmüller, Gießen, Liebig- straße 83. „Waldweben".
45. Helga 3811, Gießen, Schifsenberger Weg 37/1: „Atlantis-Kalender"
46. Friedrich Schoa s. Kesselbach: „Wildfährte".
47 Rudi 3 u n k e r , Großen-Linden, Bismarck- straßell: „Bei roten und meinen Abenteurern".
48. Hans Pfaff, Launsbach. „Bremsklötze weg".
49. Hildegard Fuhr, Gießen, Wolfstraße 16: „Grimms Märchen"
50. Hermann Heißler, Gießen, Dammstraße 26: „Die silbernen Berge"
51. Hans Koch, Gießen, Wetzsteinstraße 4: „Das Geheimnis des Bram Vingerling".
52. Elfriede Freitag, Lich, Oberstadt 41: „Wanderkalender"
53. Elsbeth K a r n b a ch , Gießen, Am Kugelberg
23: „Grimms Märchen"
54. Wilhelm Sabel, Ettingshausen b. Grünberg, Brauhausgasse 5: „3n tausend Gefahren".
55. Willi Schultheiß, Daubringen, Hauptstraße 48: „3m Eise des Nordens".
56. Herta Bree, Gießen, Neustadt 10: „Andersens Märchen",
57. Hedwig Haas, Dorf-Güll: „Kränzchen-Bibliothek".
58. Elfriede Kraushaar, Saubringen, Hauptstraße 35: „Kränzchen-Bibliothek".
59. Hugo Volpe rt, Gießen, Liebigstraße 70/1: „3m Eise des Nordens"
60. Hildegard Reitz, Lauterbach, Bahnhofstr. 105: Federzeichnung: „Schlitz".
61. Ernst Ludwig Schürmann, Gießen, Wel- ckerstraße 12: „Wildfährte".
62. Renate Görg, Stangenrod: „Waldweben".
63. Karla A m p t, Gießen, Schanzenstraße 6: „Hunde- und Katzenkalender".
6/. Erich und Adolf Müller, 3lsdorf, Post ) Mücke: „St. Georg-Kalender".
65. Otto Bausch, Langsdorf, Weidegasse 16: „3m Eise des Nordens".
66. Hermine Buß, Gießen, Bleichstraße 34: „Waldweben"
67. Else Nagel, Beuern, Fünfhausen Nr. 2: „Kränzchen-Bibliothek".
68. Hans Velde, Gießen, Auf der Weißerde 6/111: „Blodigs Alpenkalender".
69. Franz Vogt, Gießen, Goethestraße 32: „Die silbernen Berge".
70. Luise Volk, Hörnsheim 85: „Hans Eichhorn, der Lausbub"
71. Emmi Weiß, Gießen, Asterweg 16: „Lite- ratur-Kalender".
72. Ludwig Strauch, Steinbach, Hauptstraße 18: „3n tausend Gefahren".
73. Günther Meuer, Alten-Buseck, Anger 2: „Drei 3ungen auf dem Kriegspfad".
74. Anneliese Zoll, Gießen, Wetzlarer Weg 63/11: „Athenaion-Kalender".
75. Hilde De sch, Röthges bei Lich: „Drei aus Oberheudors".
76. Willi Brühl, Gießen, Neustadt 19: „Die silbernen Berge".
77. Hilde Schienbein, Hausen, Gießener
Straße 18: .Waldweben".
78. Ruth Noll. Gießen, Lindenplatz: „Wald- roeben"
79. Dieter Schönhals, Hungen, Gießener Straße: „Robinson Crusoe".
80. August E m e l i u s, Laubach, Obere Lang- gaffe 11: „Wildfährte".
81. Helga Schepp, Gießen, Ebelstraße 9: „Deutsche Heimat".
82. Marie Arnold, Leihgestern, Rathausstraße 77: „Werden und Wachsen 1933".
83. Kurt Pfeffer, Gießen, Crednerstraße 12: „Die tausend 3nseln".
84. Günther S u n d h e i m, Gießen, Hofmann- straße 3: „Birmanische Tage und Nächte".
85. Lilly Keßler, Lang-Göns, Breite Gasse 9: „Kränzchen-Bibliothek .
86. Karl Stork, Krofdorf, Schulstraße 69: ,Lep- pelin-Kalender"
87. Helmut Harnisch. Watzenborn, Bahnhofstraße 79: „Kamerad-Bibliothek".
88. Hermann ll h r h a n, Gießen, 3heringstraße 9: „Waldweben .
89. Heini Lotz, Gießen, Neue Säue 4/11: „Stanley: Afrika"
90. Else Wagenbach, Lollar, Hauptstraße 118: „Waldweben".
91. Hildegard Siebert, Gießen, Frankfurter Straße 19: „Waldweben".
92. Annemarie Sand, Gießen, Wetzsteinstrahe 8: „Photo-Kalender".
93. Erich Sommer, Rodheim (Bieber), Burgstraße 20: „Wildfährte".
94. Otto Balser, Annerod, Kirchstraße 34: „Kamerad-Bibliothek".
95. Mariechen Beate, Gießen, 3heringstraße 7: „Elly.Beinhorn"
96 Günter Eckel, Gießen, Marburger Straße 109 p.: „3n tausend Gefahren".
97. Albert Horst, Stumpertenrod: „Wildfährte".
98. Gerda Reitz, Gießen, Asterweg 44: „Den Bergen verfallen".
99 Bernhard Steinreich, Gießen, Ludwigsplatz 1: „Speemanns Alpenkalender".
100. Walter Schröder, Leihgestern, Rathaus- straße 47: „3m Jndianerdschungel"
Diejenigen Preisträger, die auf dem Lande wohnen, erhalten ihre Preise mit der Post zugeschickt-, die Buben und Mädels aus der Stadt aber können ihren Gewinn auf der Redaktion in der Schulstraße Nr. 7, im ersten Stock, abholen und zwar vom Montag, 16. 3anuar, bis zum Freitag, 20.3anuar, täglich in der Zeit von 3—5 Uhr (15—17 Uhr) nachmittags. Wer keinen Preis^ bekommen hat, soll sich am Preisausschreiben zu kn nächsten Weih- nachtsfest beteiligen und die Hoffnung wachhalten, daß er seinen Namen auch einmal in der Liste der Preisträger finden wird.
11 r ft a b t wurde von einer fallenden Kiefer gegen eine Fichte gebrückt und erlitt schwere innere Verletzungen. Der sosovt herbei- gerufene Arzt konnte nurnoch benTod des Verunglückten fest st elfen. Der bebau- «rnswevte Mann hinterläßt Frau unb ein Kind.
Kirche und Schule.
t). Lollar, 9. Jan. In biesen Tagen wirb in einer stattlichen Reihe von oberhessischen Ge- meinben ein Film der Dafler Mission gezeigt, so aestern in ber Kirche zu Kirchberg in zwei Vorführungen vor jung unb alt. Hunberte folgten mit innerer Spannung ben lebenden Bildern und ber anschaulichen Erklärung von Missionar Lauck. Der zweite Vorneosilm führt tief ins Innere ber „grünen Insel" und macht vertraut mit ben eigenartigen Sitten unb Lebens- gewohnheiten ber Dajakstämme, die im Utto alb noch wenig von Europas Zivilisation berührt sinb. Der letzte Teil des Films führt in die Mittelpunkte ber Arbeit ber Basler Mission, nach Banbjermafin (Hauptstabt von 40 000 Seelen) unb Kuala Kapuas. Die Bildet geben freilich nur in Kürze einen Eindruck von dem, was getan wirb zur Verkündigung der Botschaft von Christus, die allein von bet Geistersurcht befreit, unb von der Tat der barmherzigen Liebe (ärztliche Mission) an den vielen Kranken des schönen Dajakvolkes. Der Besuch dieses christlichen Kulturfilmes kann den Gemeinden dringend empfohlen werben,
3 Hausen, 9. Jan. Am Samstag zeigte Missionar Lauck (Frankfurt) im Auftrag der B a s l e r Mission in den Gemeinden Garbenteich und Hausen den zweiten Teil des Borneofilmes. War der erste Teil des Filmes, der vor einigen Jahren gezeigt wurde, schon von größtem Interesse, so führte der zweite Teil noch intensieoer in die Wunderwelt von Borneo ein. Die Schlußbilder des Films zeigten die segensreiche Arbeit der Mission. Die Begleitworte von Missionar Lauck förderten das Verständnis in hohem Maße.
21. Hessische Landes-Geflügelschau.
WSR. Zwingenberg a. d. D., 8. Ian. Am Samstag unb Sonntag fand hier in der Markthalle bie 21. Hessische Landes - Geflügelschau statt. Bei ber Eröffnungsfeier am Samstag begrüßte der Vorsitzende des Landesverbandes hessischer Geflügelzüchter, Georg Ackermann (Sprendlingen), die Vertreter der Dehör- den unb wies darauf hin, daß trotz der wirtschaftlichen Rot die Geflügelzüchter nicht nachlaffen würden, die Geflügelzucht zu heben. Cs handle sich dabei nicht nur um Sportliebhaberei, sondern um das hohe Ziel, die Rassenzucht mit der Ruhzucht zu vereinigen. Ministerialdirektor Professor Dr. Rößler (Darmstadt) sprach seine Genugtuung darüber aus, daß die Ausstellung trotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten so rnch und mit so prächtigem Material beschickt worden sei. Die Grüße der Hessischen Land-
Elisabeth Bergner Hai geheiratet.
Dor bem Londoner Standesamt in Princes Row fand nach einer Meldung Berliner Blätter aus London die Trauung der bekannten Berliner Schauspielerin Elisabeth Bergner mit dem deutschen Regisseur Dr. Paul (Spinner statt. Elisabeth Bergner ist vor drei Tagen in London eingetroffen, um in Elstree zwei Filme zu drehen.
wirtschastskammer überbrachte Generaldirektor Dr. Hamann, der aus die guten Beziehungen zwischen der Landwirtschastskammer und den Organisationen der Geflügelzüchter hinwies unb der Hoffnung Ausdruck gab, daß diese Zusammenarbeit der Geflügelzucht zugute kommen werde. Dr. Lang vom Universitäts-Tierzuchtinstitut in Gießen wies ebenfalls auf das Zusammenwirken der Behörden unb der Interessenvertretungen hin. dem es gelingen müsse, auch der deutschen Geflü- gelzucht über die schwierigen Zeitverhältnisse bin* we^uhelsen. Weitere Grüße überbrachte Bürgermeister Gerhard für die Gemeinde Zwingenberg und der Provinzialverbandsvorsihende Lehr für den Provinzialverband Rheinhessen hessischer Geflügelzüchter.
Die Ausstellung zeigte in neun Abteilungen und 330 Klassen rund 1000 Tiere besten Zuchtmaterials. Gleichzeitig war eine Ausstellung von Futterartikeln und Bedarfsgegenständen seitens der Fachindustrie aufgezogen. Bei der Prämiierung gelangten zahlreiche Preise und Ehrenpreise zur Verteilung.
Zwei Jahre Zuchthaus für einen Zahrradmarder.
WSN. Mainz, 10. Jan. Im Laufe des vorigen Jahres wurden in Worms, Frankenthal, Ludwigshafen und Mannheim häufig Fahrrad- bieb stähle verübt, ohne daß es damals gelungen wäre, bie Tätet zu fassen. Erst als es im September 1932 gelang, einen Fahrrabdieb auf frischer Tat zu erwischen, konnte man seine Helfershelfer ermitteln. Die Erste Große Strafkammer, die sich gestern mit dieser Angelegenheit befaßte, fällte folgendes Urteil: Wegen Diebstahls und fortgesetzter Hehlerei wird der Angeklagte Bittmann aus Worms zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Angeklagten Alter und Diehm, eben- falls aus Worms, erhalten zehn bzw. sieden Monate Gefängnis. Die übrigen unter der Beschuldigung der Hehlerei stehenden Angeklagten mußten mangels Beweises freigesprochen werden.
Oie Unterschlagungen des Oberrent- meiflers Zwanzig erneut vor Gericht.
WSN. Li m b u r g, 10. Jan. Arn Dienstagvor- mittag begann vor der Großen Strafkammer in Limburg der Berufungsprozeß gegen den Oberrentmeister Zwanzig von der Staatlichen Kreis - und Forst kaffe Sillenburg, dem Unterschlagungen in Höhe von über 200 000 Mark zur Last gelegt werden. Mitangeklagt sind zwei Angestellte der Kasse. Schon bei der Vernehmung des Angeklagten Zwanzig [teilte es sich heraus, daß man die endgültige Höhe ber Unterschlagungen nicht mehr wird feststellen können. Das Gericht ist sogar der Ueberzeugung, daß Zwanzig vor der Stabilisierung im Jahre 1923 Unterschlagungen begangen hat, die sich aber nicht nachweisen lassen. Einen Teil der unterschlagenen Gelder hat er in das Sägewerk seines Sohnes, der zu dieser Zeit erst 15 Jahre alt war, in Frohnhausen gesteckt. Auch ein Wohnhaus ließ er für den Sohn bauen. Den Kaufpreis von 25 000 Mark nahm er von den Geldern der Kreis- und Forstkasfe. Außerdem gab er einer Kölner Oelfirma eine Summe von rund 15000 Mark, bie er nicht zurückbekam. Die Maschinen für das Sägewerk bezahlte er ebenfalls aus der Staatskasse. Grotesk wirkt es, daß Zwanzig als Mitglied des Aufsichtsrats der Dillenburger Bank hier die Kaffenrevisio- nen durchführte. Schließlich brannte 1930 das Sägewerk ab. Der Aufbau des Sägewerks kostete wiederum 55 000 Mark, die die Staatskasse „zur Verfügung stellen mußte". Fest steht jedenfalls schon heute, daß man nicht in Erfahrung bringen kann, wohin bie Riesensumme von 200 000 Mark gekommen ist. Wo ist das Geld? Das ist die Frage, bie bas Gericht beschäftigt.
Ein Bestechungsskandal vor der Großen Strafkammer.
Frankfurt a. M., 10. Jan. (WSR.) Vor der Großen Strafkammer nahm Tienstag ber vor einiger Zeit vertagte Bestechungsprozeß gegen sechs Zollbeamte, einen Eisenbahnbeamten, zwei Kaufleute unb einen Expedienten seinen Anfang. Die umfangreiche Anklage berichtet über einen komplizierten Tatbestand unb über Zollhinterziehungen, bie weit über bie Hun- berttaufenb gehen. Als Delikte sinb aktive unb passive Bestechungen, schwere Urkundenfälschung und Betrug genannt. Die Angeklagten haben nur teilweise ein Geständnis abgelegt unb führen die aufgebedten Unregelmäßigkeiten nicht auf verbrecherischen Willen, sondern auf Rach- lässigkeit zurück. Die Destechungsfälle sollen sich bei der Einfuhr von Kraftwagen aus Frankreich, von Baumwollgarnen aus Oesterreich und von Kaffee aus dem überseeischen Ausland ereignet haben. Die gröbsten Fälle betreffen bie Einfuhr von Kraftwagen. Es soll da bei 64 Wagen nicht weniger wie 62 000 Mark Zoll hinterzogen worden sein. Die Verhandlung dürfte mehrere Tage bauern. Der Vertreter der Anklage beantragte bei Verhandlungsbeginn den Ausschluß der Oefsentlichkeit wegen Gefährdung ber Staatssicherheit. Das Gericht gab diesem Antrag statt.


