Ausgabe 
10.5.1933 Erstes Blatt
 
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dauer des wechselhaften Wetters.

baut müsse dehnt

Dos

sei, daß kunft genannt

werden.

hessische Gaslskättengewerbe. das sich als

werde.

(Semeinberof in Wieseck.

Die Eröffnungssitzung.

einziger Landesverband schon vor dem Umsturz zur nationalen Erneuerung bekannt habe, werde sich für die neue Regierung einsehen, damit es in Zukunft besser werde.

Ernennungen zum Ehrenbürger.

WER. Friedberg, 9. Mai. Die Stadt 2l s s e n h e i m und die Gemeinde Rendel er­nannten Reichspräsident v. Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler, sowie Staats­präsident Professor Dr. Werner zu Ehren­bürgern. Die gleiche Ehrung wurde Reichs­arbeitsminister Franz S e l d t c durch die letzt­genannte Gemeinde zuteil.

WER. Heppenheim a. d. D., 9. Mai. Zu Ehrenbürgern der mehr als tausendjährigen Kreisstadt Heppenheim a. d. B. wurden einstimmig ernannt: Reichskanzler Adolf Hitler, Reichs­präsident v. Hindenburg und Staatspräsident Prosessor Dr. Werner. Schon vor einigen Wochen wurden solgende Straßen umbe­nannt: Friedrich-Ebert-Strahe in Adolf-Hitler- Strahe, Poststraße in Hindenburg-Straße, Lor- scher Straße in Ferdinand-Werner-Straße, Er­bacher Straße in Horst-Wessel-Straße.

AdolfHitler-polytechnikum in Kriedberg

X Wieseck, 7. Mai. Die erste Sitzung des neuen Gemeinderats am Samstag wird wohl für immer den Teilnehmern unver­geßlich bleiben, war sie doch beherrscht von einer Einmütigkeit und Entschlossenheit, wie sie nie zu- vor in unserem Gemeindeparlamcnt auch nur an­nähernd erreicht wurde. Der dichtbesehte Ratsaal zeigte ein Bild Hitlers und war mit der Ha- kenkrcuzfahne, Girlanden und Blumen festlich ge­schmückt. Sämtliche 12 Gemeinderatsmitglieder, der Bürgermeister und der Beigeordnete waren im Braunhemd erschienen. Bürgermeister S ch o m- b e r eröffnete die Sitzung, die rein konstituieren­den Charakter trug, mit dem Dank an den schei­denden Beigeordneten Schäfer, der 33 Jahre treu und selbstlos der Gemeinde gedient und der einzig und allein aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niedcrgclegt har. Rach einem Rückblick auf die innerdeutsche Entwicklung seit dem 30. Januar bis zur jetzt erfolgenden Gleichschaltung kam der Bürgermeister auf die Bedeutung zu sprechen, die dieses Gesetz für unsere Gemeinde­vertretung hat. Durch Formfehler ufto. bei der Einreichung muhte der Wahlvorschlag der SPD. zurückgcwiesen werden, so dah sich der Ge­meinderat rein nationalsozialistisch zusammenseht. Der Bürgermeister schloß seine richtunggebende Ansprache mit den Worten Hit­lers:Wir sind Millionen verpflichtet, ein neues Deutschland zu bauen", und ergänzte es mit:Wir

Gleichschaltung im GaslsMengewerbe.

50. Landesverbandstag des Mein-Main-Gastwirieverbandes in Friedberg.

Lufttemperaturen am 9. Mein Taschen- 14,8 Grad Celsius, abend: 9 Graroochentog aus- morgens. 10 Grad. Maximum "ach Ablauf der nimum 6.5 Grad. Ri«derschlä--s Werksemesters in ---------------------:------7dr Iugendertüchtigung

,0'"12 lote,

Versammlung mit dem begeistert gesungenen Deutschlandlied.

Nationalsozialistischer Zunglandbundtag in Nidda.

Der Hessische Iunglandbund veran­staltet am 27. und 28. Mai auf dem Zestplatz in R i d d a einen Iunglandbund- und Landvolktag. Die Veranstaltung soll dem oberhcssischen Dauer und Landvolk gehören und dazu beitragen, den Reuaufbau des Iungland- bundes im Geiste unserer nationalen Regierung zu fördern Die Festfolgc der beiden Tage ist sehr vielseitig und verspricht einen interessanten Verlaus. Besondere Beachtung wird ein histori­scher Festzug finden, der, bildlich dargestellt.

WER. Friedberg, 6. Mai. Die Reichs- kanzlei antwortete auf ein Ersuchen der hiesigen Stadtverwaltung, das Friedberger Polytechnikum nach dem Ramen des Reichskanzlers benennen zu dürfen, dah der Reichskanzler für die ihm erwiesene Ehrung danke und damit einverstanden 'das Friedberger Polytechnikum in Zu- Ad olf-Hitler-Polytechnikum

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3° Lhr, Grün- W Sichen. - Versammlung.

»Teilnehmer

IMlüläum

'm Unge. We.ß Ferdi, en und begibt sich 'IJ gelungen, den Leuten zu einem er su gewinnen. 13. Mai, in be; erkopelle, Thiem- Duette, luftige i« Männer- und i OriginabHoittQ. unlcrtjalten. Lar- 5> bei CHollier und

die Konzessionierungssperre auch auf die alkoholfreien Betriebe ausgedehnt, die G e - tränke st euer beseitigt und die B i e r - st euer ermäßigt und schließlich ganz abge- werde. Der j Vollstreckungsschuh auch auf das Gaststättengewerbe ausge-

bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker, 1932: 17200 Badegäste

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brhörde den Laden und untersagte der Firma die Er­öffnung des Filialaeschäftes.

* Einbruch. Der Polizeibericht meldet: In der Nacht zum Dienstag wurde in dem Feinkost- und .Kolonialwarengeschäft von f) a a s , Frankfurter Straße 113, ein Einbruch verübt. Es wurden grö­ßere Mengen Rauchwaren. Kaffee und sonstige Le­bensmittel gestohlen. Die Täter ließen im Vorgar­ten ein Körbchen mit Apfelsinen zurück. Zur Fort- schaffung der Diebesbeute benutzten die Einbrecher einen großen Austragkorb, den sie ebenfalls aus dem Geschäft Mitnahmen. Sachdienliche Beobach­tungen wolle man der Kriminalpolizei mitteilen.

' Wandervogel Höhenflug Gießen. Man bittet uns um den Abdruck des folgenden Berichts: In einer am 27. April 1933 stattge­fundenen Versammlung desWandervogel Höhen­flug Gießen" wurde einstimmig festgestellt, daß der Verein, schon immer auf nationaler Grund­lage stehend, sich treu zur Regierung und Staat bekenne. Im nationalen Sinne will er auch fer­ner auf seinen Wanderungen durch deutsche Gaue, deutschen Geist und das deutsche Lied pflegen und praktische Iugendertüchtigung betreiben.

m Ä .portlehrgänge ein- B Reise zum Dienstort sind VH 8 V*nen selbst zu tragen; jedoch

*" * ^oahn auf Grund des Einbe- E für die Hin- und Rückreise eine ySBITgung von 50. d. j). der Kosten der N^ersonenzug.

das offizielle Werkhalbjahr der Abiturien- Daneben scheint sich inoffiziell eine andere zu entwickeln, die den Nachdruck nicht so sehr * die für den FAD. vorgeschriebene Arbeitslei- tng, wie vielmehr auf die «ch u l u n g der jungen Mädchen in Hauswirtschaft, Gartenbau, Kinderpflege usw. legt.

Die Kosten aller dieser Lehrgänge fallen mit Aus» nähme der zwanzig Wochen Arbeitsdienst im Zu» gendheim den jungen Mädchen bzw. ihren Eltern zur Last. Es ist daher das Bedenken laut geworden, es könne durch derartige Deranstaltungen eine Ab­sonderung der wirtschaftlich Bessergestellten eintreten, während das Werksemester die akademische weibliche Jugend gerade mit jungen Mädchen aus allen Be­völkerungskreisen in nahe Berührung bringen wolle. Einstweilen bleibt abzuwarten, wie die verschiedenen Beriuche die offiziellen innerhalb des FAD. und die privaten innerhalb von Unkerrichtsanstalten sich in der Praxis auswirken; denn es gilt, zunächst in Beispielen die Durchführungsmöglichkeiten des Werksemesters, vielleicht eines künftigen Werkjahres zu erproben.

den Kampf des nationalen Deutschland gegei den Marxismus zeigt- Einzelne Ortschaften habe! anerkennenswerterweise bereits die Zusammen-

** Besuch des Staatspräsidenten im Gießener Flughafen. Herr Staatspräsident Dr. Werner besuchte am Montagnachmiltag vor Beginn der Universitätsfeier in der Volkshalle den Gießener Flughafen, wo er mit seiner Familie im Flughafen-Restaurant den Kaffee einnahm.

* Superintendentur.konferenz für Oberhessen. Am Montag, 15. Mai, 10.30 Uhr, findet hier im Johannessaal unter Leitung des Superintendenten für Oberhessen, Oberkirchenrats D. Wagner, Gießen, die diesjährige Superinten- denturkonferenz der evangelischen Geistlichen Ober­hessens statt. 3m Mittelpunkt der Verhandlungen wird ein Vortrag von Pfarrer Schäfer, Bad- Nauheim, überDie Nol unserer Verkündigung in der Zeit geistigen Umbruchs" stehen.

Schulpersonalien. Ernannt wurden der Studienrat an dem Realgymnasium in Darm­stadt Dr. Otto Maser zum Oberstudiendirektor an der Ludwigs-Oberrcalschule in Darmstadt, der Studienrat an dem Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt Robert M o n j e zum Oberstudnmdirek- tor an der Liebigs-Oberrealschule in Darmstadt, der überplanmäßige Studienrar an der Oberreal- schulc in Michelstadt Dr. Ernst Saal zum Ober­studiendirektor an dieser Schule, sämtliche mit Wirkung vom 1. Mai 1933 an. In den Ruhe­stand verseht wurde der Rektor an der Volks­schule zu Offenbach a. 1, Jakob Remy, auf fein Rachsuchen, vom 16. Mai 1933 an. Unter be­sonderer Würdigung des im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns treten mit Wirkung vom 16. Mai 1933 an auf ihr Rachsuchen in den Ruhe­stand: der Rektor an der Volksschule zu Offenbach, Johannes Schmitt ; der Lehrer an der Berufs­schule zu Büdingen Karl Hofmann.

** DieLiftederSchöffenundGeschwo- renen, die nach den Vorschriften des Reichsgesetzes vom 7. April neu auszufertigen ist, damit mit Wir­kung vom 1. Juli ab neue Schöffen und Geschworene ausgewählt werden können, liegt vom 11. bis 18. Mai im Stadchaus Bergstraße 20, Zimmer 14, zur Einsichtnahme offen. Man beachte die heutige Bekanntmachung.

** Polizeilicher Schutz für den g e - werblichen Mittelstand. Eine größere Me- taüroarcnfabrif in Württemberg, deren Erzeugnis in zahlreichen hiesigen Geschäften bereits seit Jah­ren zu haben sind, wollte am Samstag in den Ge­schäftsräumen der früheren Firma Gregory, Kreu^ platz 14, ein eigenes Filialgeschäft eröffnen. Roch während der Dekoration der Schaufenster, bevor oas Publikum Zutritt zu dem Laden hatte, kam es zu einer größeren Menschenansammlung vor dem Ge­schäft, die energischen Protest gegen diese Fabrir- siliale erhob und im Interesse des ortsansässigen, wirtschafllich ohnehin schwer ringenden E in z el- Handels forderte, daß dem Fllialbetrieb die Er Öffnung nicht gestattet werde. Da die Tlenfd)enmeng immer mehr anwuchs und die Stimmung fr Fabrikgeschäft immer erregter wurde so dah 7 u schreitungen zu befürchten waren, schlo^lePottzei^

onale Tai.

ns unbBilbungS' Leiter bet höheren ichlsanstalten unb Iflenbes mitgeteilt: ebenen Lehrerven , g ber nichlverwen- Der (frfola blieb trat vielmehr eip; r zu Zahr. Erhöh- erie bie Hoffnung i Hessen bei lieber- baf) meijr als

iger Manner »ährend bemgegen- )ie Forderung auf bgß der Staat in n Abhilfe zu fchaf- n eine augcnblid« (grenjc zieht. Die u d oii ber Lehrer- i. Jeder Leh­en an bereit räumen und ei zu machen, s heranwach- Da sich die Jung- [ Weise in Anpas- id) mit Zweidrillei. Zahl ber burdj (rei­ben Stellen um bie -eilig bie fralfeften iligt werden. Wenn

;b plötzlich vor hem orte anllagenb ju- verruchter Mörder- iberer Konrad von dieser Stelle hotte r eines Löters ge- bü6 Kreuz, unb es oUte ihn, der noch tat lange nicht \o te in Schmerz n ,r unter der Erde unb lieben wurde

öen ein V<x* Altern bebten. Chaussee auf, <>n Dersunlenr M ys»" Ds" elah-?r am Äreuje n h'^.Zg badjte

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hin kühl, wechselnd wolkig mit Aufheiterung, v-h' einzelte Schauer. che

Aussichten für Freitag: Rock- Dafür ..... .ergebrocht in Taschen-

WSR. Friedberg, 8. Mai. Der Rhein - Main-Gastwirteverband hielt dieser Tage hier seinen 5 0. Landesverbands- t a g ab. zu dem mehr als 300 Delegierte. Ver­treter der Behörden, der Handels» und Hand­werkskammern usw. erschienen waren. Der bis­herige Landesverbandsvorsitzende Döring war nicht anwesend, da er an Stelle des bisherigen ReichsverbandSpräsidenten Köster nach Berlin berufen wurde. An Stelle des Vorsitzenden be­grüßte Gastwirt Mund. Darmstadt, die Ver­sammlung, der erklärte, die bisherigen Eingaben an den ReichsvcrbQnd seien leider nicht an die zuständigen Stellen wcitergegcben worden, so daß von 50 nur zwei Beachtung sanden. Das ganze Gewerbe sei bisher nur wenig beachtet worden, man kannte es nur, wenn es galt, neue Steuern zu schassen. Es werde gefordert, daß die Grund- und Gebäudesondersteucrn verschwinden,

stellung der Wagcngruppcn übernommen. Als Redner des Tages sprechen: Landessührer Ro­bert Schmidt, Staatspräsident Dr. Werner, Staatskommissar Dr. Wagner und der Vor­sitzende der Reichsgemeinschaft deutscher Bauern Walter Darre. Berlin. Die derzeitigen Ver­handlungen führen hoffentlich dahin, daß auch der preußische Ministerpräsident Hermann Gö­ring sein Erscheinen zusagt. Die Vorbereitun­gen sind in vollem Gange. Die Leitung der Ver­anstaltung liegt in den Händen des LandeS- führers Schmidt, Steinheim. Zur Organisation steht diesem Propagandalciter T h o m a s, Ridda, zur Seite. Finanz-, Wirtschasts- und Quartier- auSschüsse sind in voller Tätigkeit.

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 5. Mai. Ein Maurer war we­gen gefährlicher Körperverletzung und ruhestörcn- den Lärms durch das Amtsgericht Lauterbach zu mehrwöchentlichcn Freiheitsstrafen verurteilt wor­den. Die gegen dieses Urteil verfolgte Berufung hatte der Angeklagte auf das Strafmaß beschränkt. Zusammen mit anderen Arbeitskollegen hatte er von mittags bis in die Dunkelheit in einer Wirt­schaft gezecht, gröhlend und lärmend zogen sie dann abends durch die Stadt. Da an diesem Tage in einer Rächbargemeinde die Beisetzung eines bei dem Riobeunglück umgekommencn Sohnes der Gemeinde stattgcfunden hatte, hatten mehrere Ein­wohner an dem unziemlichen Verhalten des Ange­klagten Anstoß genommen. Als ihn deshalb ein älterer Mann wegen seines ungehörigen Benehmens zur Rede stellte, kam es zwischen den Beiden zu einem Wortwechsel, in dessen Fortsetzung der An­geklagte mit einem Rucksack, in dem sich ein- geschirr befand, wiederholt auf den älteren Mann einschlug, der unbedeutend verletzt wurde. Da der Angeklagte noch nicht vorbestraft ist, wurde das erst­instanzliche Urteil insofern abgeänöert, als der An­geklagte wegen Körperverletzung an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe vyn einer Woche zu einer Geldstrafe von 60 R M. und wegen Ruhestörung zu einer G e l d st r a f e von 2 0 R M. evtl, fünf Tage Haft verurteilt worden ist.

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 9. Mai. Dor der Großen Straf­kammer begann heute ein Prozeß gegen Frau Berta Schm., Kaufmann Bruno R., Kaufmann Otto R. und Kaufmann Karl G. von Gießen, Opernsänger Wilhelm H. und Frau Klara D. von Frankfurt a.Ä. wegen Betrugs. Die Anklage behauptet, daß die Genannten in den Jahren 1927 und 1931 eine große Anzahl von Geldgebern dadurch um insgesamt etwa 70 000 Mark geschädigt hätten, daß sie ihnen bewußt unwahrerweise vorgetäuscht hätten, Frau Berta Schm, erhalte in kürzerer Zeit ihren Erbanteil aus einer Londoner Millionenerbschaft. Alle Angeklagten bestritten, sich schuldig gemach, zu haben. Alle wollen sie davon überzeugt gewesen sein, daß die Erbschaft tatsächlich bestehe. Ihre Vernehmung ergab, daß mit dem Geld der Geschädigten sieben Reisen nach Lon­don und nach Holland gemacht worden waren, ohne daß es überhaupt gelungen war, festzustellen, wann und wo die aus Braunfels stammende, angeblich in den 70er Jahren nach London verzogekie Erblasserin verstorben, unb ob bzw. mit wem sie verheiratet gewesen war, d. h. ob überhaupt eine Erbschaft bestand.

lieber das Ergebnis der weiteren Verhandlung, die noch mehrere Tage in Anspruch nehmen wird, werden wir berichten.

Wettervoraussage.

Die Störungstätigkeit ist noch nicht beendet. Ein Tiefdruckwirbel über der Rordsee und Dänemark befördert kühle Ozeanluft nach Deutschland, so daß das Wetter seinen unbeständigen Charakter bei- behält. Aufheiterung und wechselhafte Bewölkung lösen sich ab, wobei es vereinzelt auch zu Regen­schauern kommen wird.'Die Temperaturwerte blei­ben ziemlich niedrig und dürften in der Rächt in Bodennähe bis um den Gefrierpunkt zurück­gehen.

Aussichten für Donnerstag: Weitere

aber sind verpflichtet, eine neue Gemeinde zu bauen." Hierauf wies Beigeordneter Euler in eindringlichen Worten auf die Bedeutung der Zu­sammensetzung des Gemeinderats für die Ge­meinde hin und forderte auf zu tätiger Mitarbeit. Einstimmig wurde der Antrag angenommen, die ^Friedrich-Ebert-Strahe" in .H o r st - Wessel- Straße" umzubenennen. Das Horst-Wessel-Lied beendete die denkwürdige Sitzung, in der eine Ab­teilung SA. die Ehrenwache hielt. Anschließend fand im Saal von Braun eine stark besuchte Ge- netalüerfammlung der RSDAP. statt.

Die erste Arbeitssihung.

£ Wieseck, 10. Mni. Gestern abend fand eine öffentliche Sitzung des Gemeinderats statt, die sehr stark besucht war. Bürgermeister Schomber eröffnete die Sitzung. Gemeinderat Seibert beantragte, als weiteren Punkt der TagesordnungDie Weiterführung der Straßenbahn auf den Karusfellpla tz", dem allgemein zugestimmt wurde. Die verschiedenen Kommissionen wurden auf Vorschlag wie folgt ge­bildet: Finanzkommisfion: Adolf Sommeriad, Karl Daupert, Karl Wetter, August Strack. Baukommis­sion: Karl Seibert, Heinrich Rodenhausen, Heinrich Hetterich, Adolf Sommerlab. Lanbwirtschaftliche Kommission: Heinrich Werner, Heinrich Robenhau- (en, Michael Becker, Abolf Sommerlab. Wohlsahrts- kommifsion: Karl Schneiber, Friedrich Mietzner, Wilhelm Robenhausen, Abolf Sommerlab. Als Außenstehenber ber NSBO. Ortsgruppenleiter Ernst Jung. Wasserkommifsion: Heinrich Robenhausen, Heinrich Werner, Karl Seibert, Friebrich Mietzner. Schulvorstanb: vom Gemeinderat: Karl Daupert, Michael Becker, August Strack, von ber Gemeinde: Otto Möser, Abolf Ihm, Frau Anna Mietzner, von den Lehrern: Stott, Heil, Schneiber. In sämtlichen Kommissionen führt Bürgermeister Schomber den Vorsitz. Als Kontrolleur würbe öemeinberat Karl Weller bestimmt. Auf Grunb bes Gereke- planes hatte ber alte Öemeinberat verschiedene Ar­beiten im Wasserleitungs-, Kanal- unb Straßenbau vorgesehen unb bafür bie Bausumme auf dem Wege des öffentlichen Kredites beantragt. Das Kulturbau amt hatte die Pläne ausgearbeitet und die Arbeiten ausgeschrieben. Es lagen für die Arbeiten, die in drei Lose geteilt waren, die Angebote vor. Um nach Möglichkeit nur solche Arbeiten auszuführen, die den zahlreichen einheimischen Erwerbslosen Ber- dienstmöglichkeit schaffen, anstatt hohe Material­kosten aufzuwenden, sott der gesamte Plan über­prüft und bis zur nächsten Sitzung zurückgesteltt werden. Die Schaffung einer halben Lehrerstette konnte abgesetzt werden, da sich die Lehrerschaft zwecks Ersparnis der Kosten (1200 Mr.) freund­licherweise bereit erklärt hatte, den Stundenplan so zu regeln, daß die Besetzung nicht notwendig ist. Die Vergebung von Wohnungen wurde Bürgermeister Schomber nach den gegebenen Richtlinien über­tragen. lieber die Weiterführung ber Straßenbahn vom Linbenplatz burch bie Schul- straße nach ber Gießener Straße (Karussellplatz) sott auf Wunsch vieler Einwohner mit der Gießener otabtoerroaltung oerhanbelt werben. Im Anschluß an die öffentliche Sitzung fand eine nichtöffentliche Beratung statt.

Landkreis Gictzcn.

X Wieseck, 7. Mai. Die R S D O. hatte am Freitag im vollbesetzten Saal von Gastwirt Hor- mann zu einer Versammlung einberufen, wie sie wohl in Wieseck vor wenigen Wochen noch für unmöglich gehalten wurde. Gewerkschaftskommis- far Bartholomäus. Gießen, sprach Über die Gcwerklchastssrage im neuen Reich. Die Zahlen der Mißwirtschaft der vergangenen Jahre gaben den Zuhörern ein erschütterndes Bild von der Irreführung, die manchem bis vor kurzem noch nicht bewußt war. Die Ausführungen des Redners waren oft von starkem Beifall unter­brochen, der zeigte, daß grade die Arbeiter, die noch vor kurzem im gegnerischen Lager standen, (-.ch der Erkenntnis der Wahrheit der Sendung Hitlers nicht mehr verschließen konnten. Weiter sprach Gewerkschastssekretär Benner, der seiner Freude Ausdruck gab über die harmonisch und einig verlaufene Versammlung, und der wünschte, daß es der neuen Regierung gelinge, hze Win­dau der Gewerkschaften im Interesse

I beite» zu »Ermg-n.

ich mich bei Pensionierunasempsehlungen nur an solche Lehre wende, bie nicht mehr burch wirtschaft­liche Verpflichtungen ihren Kinbern gegenüber be­lastet sind, so wollen wir boch anerkennen, baß sie durch ihr Pensionierungsgesuch eine Tat vollbringen, bie im nationalen Interesse sehr z u b e g r ü ßen ist. Ich bin barum bereit, folgendes zu erklären unb zu bestimmen:

Alle Lehrpersonen, bie meiner Aufforderung zur Einreichung ihres Pensionierungsgesuches nachkom­men, begehen in dieser Notzeit eine nationale Tat. Ihre Namen werden unter dem Titel:P e n s i o - nierung als nationale Tat" in der Presse veröffentlicht unb bei ihrem Abschied von ber ihnen hebgeroorbenen Stätte ihrer Lebensarbeit, an ber sie in aewissenhaster Pflichtausfassung unb ihrer treuen Erfüllung bem Volke bienten, wirb ihrer aller durch eine den Verhältnissen entsprechende würdige Feier in ehrender Weise gedacht

Die Direktoren, Leiter und Schulräte bestimmen der neuen Zeit entsprechend Rahmen und Inhalt der Abschiedsfeiern unb tragen die Verantwortung für die gewünschte Durchführung.

Hessischer Heimatbund für Naturschutz.

Der Hess. Minister für Kultus unb Bildungs­wesen gibt bekannt:

DaS Hessische Ministerium für Kultus und Bildungswesen wird alle Vereinigungen, die sich mit der Erforschung und dem Schuh und der Pflege der heimischen Ratur, ihrer Tier- und Pflanzenwelt befassen, sowie alle Einrichtungen, die sich hieraus beziehen (Zeitschriften, Biblio­theken, Museen, Dildsammlungen usw.), zu einem umfassenden Heimatbunde zusammen­schließen.

Der Hessische Heimatbund soll den tief im deutschen Wesen begründeten Gedanken der Ehr­furcht vor der Ratur und der Liebe zur Heimat in die Tat umsehen.

Ich ersuche alle obengenannten Vereinigungen, sowie die Leiter der erwähnten Einrichtungen, mir baldigst ihre Anschriften und Statuten zu melden, sowie Räheres über den Umfang und die Art ihrer seitherigen heimatlichen Betätigung mitzuteilen.

Mit der Leitung der Vorarbeiten zur Bildung des Hessischen Heimatbundes für Raturschuh habe ich Herrn Dr. S p i l g e r in Darmstadt, Rhein- strahe 41, beauftragt.

Oie Burgersteuer

der Lohn- und Gehaltsempfänger.

Die Bürgermeisterei Gießen weist im Anschluß an ihre Bekanntmachung in unserem gestrigen Blatte noch einmal darauf hin, daß der Arbeit­geber für die Einbehaltung und 2ll>führung der Bürgersteuer seiner Arbeitnehmer hastet, und im Falle er seiner Verpflichtung nicht nachkommt, die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid an- gesordert und nötigenfalls im Derwaltungs- zwangsversahren beigetrieben wird

Taten für Mittwoch, 1V. Mai.

1871: Friede zu Frankfurt a. M. Elsaß-Loth- ringen fällt an Deutschland zurück; 1904: der Afrikareisende Henry Morton Stanley in London gestorben.

Es folgte ein Referat über die Gründung des Reichseinheitsoerbanbes für das beutsche Gaststätten- fiemcrbe, bie mit bem Äampfbunb burch bie kommis- arische Berufung bes 1. Borsitzenben erfolgt fei. Da der bisherige Präsident sich nicht hinter bie Regie­rung stellte, würben er und der Vorstand abgefetzt. Zum ersten Präsidenten wurde G o e r k e . Berlin, zum zweiten Präsidenten Doering, Darmstadt, gewählt. Der Einhettsver'mnd gliedert sich in 17 Gaue. Hessen zählt mit Hessen-Nassau und Waldeck zum Gau 19, mit dem Sitz in Darmstadt und unter der Führung von Doering. Gastwirt Mund, Darmstadt, wurde zu seinem Stellvertreter und Wolf, Kassel, zum 3. Vorstandsmitglied bestimmt. Zum Vorstand gehören sechs Mitglieder aus Mainz, nrantfurt, Wiesbaden, Kassel, Gießen und Worms. Dazu kommen Vertreter der Fachschaften des Schankgewerbes, des Hotel- und Bahnhofsgaft- aewerbes unb bes Verkehrs- unb Konzertgewerbes. Die Unterteilung ber Gaue erfolgt in Bezirke nach ben brei hessischen Provinzen. Der Einheitsverbanb bringt als ersten Erfolg bie Anerkennung des deut­schen Gaststättengewerbes. Damit ist dieser als sechs­ter Berufsstand beim Aufbau der deutschen Wirt­schaft eingegliedert und somit in den Kammern, dem Reichsrat unb bem Reichswirtschaftsrat vertreten. Neue Mitglieber biirfen vorerst nicht ausgenommen werben; später wirb bie Zwangsmitgliebschast zum Gau eingeführt. Bis zur Ucberleitung bes Hessischen ßanbesoerbanbes in ben Gau 10 würbe ber Vorstanb wiebergewählt unb für Doering Gastwirt Mund als erster unb Benebikt, Darmftabt, als zweiter Verbanbsvorsitzenber bestimmt.

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