Ausgabe 
9.9.1933 Erstes Blatt
 
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in Pongau, Dr. T i l l e r s b e r g e r, zu Arrest und 1500 Schilling Geldstrafe verurteilt. In Enns in Oberösterreich wurde ein Gasthofbesitzer, weil sich bei ihm Nationalsozialisten zur Uebertra- gung einer deutschen Rundfunksen­dung versammelt hatten, zu 14 Tagen Ar­rest verurteilt. Einen unerhörten Uebergriff er­laubte sich der Heimatschutz in K i tz b ü h l. 3m Ge­bäude des Steueramts führte ein Malermeister ihm übertragene Malerarbeiten aus. Da er als Natio­nalsozialist gilt, besetzten Heimatschutzleute die Räume des Steueramts und hinderten ihn an der Weiterarbeit. Die vorgesetzte Fi­nanzbehörde gab dem Terror nach und beauftragte einenvaterländischen" Handwerker mit der Fort­führung der Arbeit.

Llnierstützi den Kampf der österreichischen Brüder!

Ein Aufruf der Reichspropagandaleitung der NSDAP.

Berlin, 8. Sept. (CNB.) Die Reichspropa­gandaleitung der NSDAP, erläßt einen Aufruf, in dem es heißt:

Unsere deutschen Brüder in Oesterreich stehen mitten in ihrem Befreiungskampf. Die separatistische Regierung Dollfuß wehrt sich verzweifelt durch Terror und Verfas­sungsbruch. Der NSDAP. Oesterreichs aber ist jede politische Tätigkeit verboten! Jede Pro­paganda im deutschen Sinne wird brutal un­terdrückt! Jeder Deutsche hat unter diesen Ver­hältnissen die nationale Pflicht, unsere Brüder in Oesterreich in ihrem Kampfe zu unterstützen. Jeder, der Verwandte, Freunde ober Bekannte in Oesterreich hat, muß ihnen schreiben und sie darüber aufklären, was Adolf Hitler bisher für das deutsche Volk geleistet hat, und w i e e s in Deutschland wirklich aussieht! Ebenso soll er Ausschnitte aus Zeitungen, die den wirtschaftlichen und politischen Aufstieg Deutsch­lands behandeln, fortlaufend nach Oesterreich sen­den. Wenn jeder Deutsche jetzt seine Pflicht tut und die geschilderte propagandistische Arbeit auf sich nimmt, kann die Knebelung der nationalsozialisti­schen Presse in Oesterreich zehnfach wettge­macht werden. Volksgenossen, auf ans Werk! Es geht umdieErhaltungdes Deutschtums in Oesterreich! Stärkt unsere Brüder in ihrem Abwehrkampf! Treue um Treue bis zum Sieg!

Zwei Offiziere verlaffen den Dienst des Dollfuß-Systems.

München, 8. Sept. (013.) Die Landespresse­stelle der NSDAP. Oesterreichs meldet: 3n der Lan­desleitung erschienen heute abend zwei Offi­ziere des österreichischen Bundes­heer e s in voller Uniform und mit umgeschnalltem Säbel, Oberleutnant Bruno Fuschelberger vom Alpenjägerbataillon Nr. 3 in Salzburg und Oberleut­nant Theodor Schwarzäugel von der Dragoner- schwadron Nr. 6 in Salzburg. Die beiden Offiziere sind heute morgen bei Salzburg über die Grenze gegangen, weil sie, wie sie erklärten, nicht mehr in den Diensten des franzosenfreundlichen Systems Dollfuß stehen wollten.

Der schwedischeGewerkschasts- boykott mißglückt.

Stockholm, 8. Sept. (TU.) Der von den sozialdemokratischen schwedischen Gewerkschaften mit großem Apparat aufgezogene Boykott deutscher Waren ist vollkommen mißglückt. Alle ein­sichtigen und ausschlaggebenden schwedischen Wirt- schastskreise nehmen geschlossen von dem Boykott Abstand. Die angesehene Stockholmer Zeitung Afton-Bladet" hat sich mit den führenden kauf­männischen Großhandelskreisen in Verbindung ge­setzt und überall die gleiche ablehnende Haltung festgestellt.Aftonbladet" macht im Be­sonderen darauf aufmerksam, daß ein effektiver Boykott deutscher Waren überhaupt undurchführ­bar sei.Allehanda" bringt eine lange Reihe von Eingesandt" die die Redaktion unter der lieber« schriftDie wahnsinniae Boykotterklärung gegen Deutschland" zusammenfaßt. In jedem der Aufsatze wird entrüstet gefragt, ob etwa die sozialdemokra­tischen Gewerkschaften den Kurs der schwedischen Außenpolitik und Handelspolitik bestimmten. Die Zeitung stellt außerdem fest, daß der volkswirt­schaftlich außerordentlich wichtige Eisenexport nach Deutschland jetzt in Frage gestellt sei. Aus der ganzen bürgerlichen Presse einschließlich der liberalen Organe geht klar hervor, daß die sozialdemokratische Boykottparole keinerlei Widerhall findet und eine leere politische Kund­gebung geblieben ist.

Verlagsdirektor Traupel zum Landes­hauptmann in Nassau gewählt.

Wiesbaden, 8. Sept. (WSN.) Der Landes­ausschuß wählte den bisherigen Frankfurter Stadt­rat Wilhelm Traupel zum Landeshaupt­mann in Nassau zu Wiesbaden. Der neue Landeshauptmann wurde 1891 in Mainz als Sohn einer Handwerksfamilie geboren. Er besuchte die Oberrealschule und die Höhere Handelsschule, um nach einer über dreijährigen kaufmännischen Lehre als Einjährigfreiwilliger ins Feldartillerie-Regi­ment 63 einzutreten. Nach einem Studium des amerikanischen Wirtschaftslebens in Nordamerika kam er 1912 in die Saarindustrie, von wo ihm sein Weg kurz vor dem Kriegsausbruch zu Krupp nad) Essen führte. Den Weltkrieg machte Trau­pel m den Reihen des Fußartillerie-Regiments 18 mit. Mit dem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse, so­wie andern Ehrenzeichen kehrte er aus dem Felde beim und übernahm bei Krupp die kaufmännische Organisation der Fabrik landwirtschaftlicher Ma­schinen. Als Direktor führte er die Kruppsche Erntemaschinenfabrik zum maßgebenden Unternehmen des Kontinents mit einer über ganz Europa verzweigten Vertriebsorganisativn. 1931 übernahm er die Verlagsdirektion d e r Frankfurter Volksblatt-GmbH.

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In der gleichen Sitzung des Landesausschuffes wurde Wilhelm A v ie n y zum Generaldirek­tor der Nassauischen Landesbank ge­wählt. Er steht im 35. Lebensjahr und hat bereits seit einigen Monaten die Geschäfte des General­direktors wahrgenommen. Avieny studierte Volks­wirtschaft, war im Bankwesen und in leitender Position in einem großen Jndustriekonzern tätig. In der NSDAP, betätigte er sich als Wirtschafts­referent der Gauleitung Hessen-Nassau. Den Krieg

machte er als Freiwilliger mit und schied als Leut­nant d. R. aus der Armee aus.

Zum Landesrat wählte der Landesausschuß Herrn Dr. Ludewig- Wiesbaden. Dr Ludewig war eine Zeitlang Kreisleiter der NSDAP. Wies­baden und wirtschaftlicher Fachberater der Gau­leitung Hessen-Nassau-Süd, im bürgerlichen Beruf Fabrikdirektor. Als Stadtrat gehörte er dem Ma­gistrat der Stadt Wiesbaden an.

Nachprüfung überhöhter Arzthonorare.

Berlin, 9. Sept. (VdZ. Funkspruch.) Der Kom­missar der ärztlichen Spitzenoerbände führt in einer Bekanntmachung aus, daß in der Öffentlichkeit den Aerzten immer wieder der Vorwurf zu hoher Privatliquidationen und unbe­rechtigter Berücksichtigung der Tarife der privaten Krankenversicherung bei ihrer Rechnungstellung ge­macht werde. Er weise daher nachdrücklichst darauf hin, daß es Pflicht des Arztes ist, die Höhe feiner Gebühren innerhalb der festgesetzten Gebüh­renordnungsgrenzen nach der Beschaffenheit und Schwierigkeit der Leistung, der Vermögenslage des Zahlungspflichtigen und den örtlichen Verhältnissen zu bemessen. Nur diese Gesichtspunkte, nicht die Tarife irgendeiner, dem Privatpatienten Ersatz leistenden Versicherung seien demnach maßgebend. Bei dem Tief st and der Wirtschafts­lage vieler Patienten würden auch in der Privatpraxis öfter d i e Mindest­sätze anzuwenden sein. Um diese Klagen, mögen sie berechtigt oder unberechtigt fein, zu be­seitigen, ordnet der Kommissar an, daß die von ihm bestellten Amtsleiter der Landes- oder Vro- vinzialstellen örtliche Rechnungen Der Privatpraxis, die ihnen aus seine Anordnung durch den Hartmann-Bund übermittelt werden, a u f ihre Angemessenheit begutachten las­sen. Der Kommissar behält sich an Hand der Gut­achten vor, in jedem Falle die ihm angemessen er­scheinenden Maßnahmen zu ergreifen.

Wegen Verweigerung des deutschen Grußes in Schutzhaff genommen.

Stuttgart, 9.Sept. (CNB. Funkspruch.) Aus Rottweil wird gemeldet: Landgerichtsrat Fischer wurde gestern in Schutzhaft genommen, weil er s i ch geweigert hat, den angeordneten deutschen Gruß im Dien st abzugeben und zu erwidern. Er hat auf Vorhaltungen geantwortet, daß er sich der Anordnung des Staatsministeriums nicht fügen würde. Landgerichtsrat Fischer wurde bereits in das Konzentrationslager gebracht.

Aus aller Well.

U-Boof-fiapifän König gestorben.

Kapitän König, der im Weltkriege mit dem U-BootDeutschland" die erste in der ganzen Welt aufsehenerregende Kriegs-U-Bootfahrt von Deutsch- land nach Amerika machte, ist in Gnadau (Provinz Sachsen), im Alter von 66 Jahren gestorben. Kapi­tän König war schon seit einiger Zeit leidend und konnte an der großen Ehrung, die ihm kürzlich zum 17. Jahrestag seiner Rückkehr von Amerika zuteil wurde, nicht mehr persönlich teilnehmen.

Reichsminister Darrs am Eiderdeich.

Im Rahmen eines Festaktes wird am 14. Sep­tember Reichsminister Darr 6 den ersten Spaten­stich zur Durchführung des großen Landeskul­turwerkes an der Eider vornehmen. Durch ein System von neuen Dämmen, Damm- erhohungen und Entwässerungseinrichtungen soll die Eider dem unmittelbaren Einfluß von Ebbe und Flut entzogen werden: gleichzeitig soll verhindert werden, daß Sturmfluten in die Niederung ein­dringen können. Die Schiffbarkeit der Eider bleibt erhalten. Ein Gebiet von 140 000 Morgen Große, das zum größten Teil fruchtbare Marschböden und überschlickte Niederungsmoore umfaßt, wird vor der unter den jetzigen Verhältnissen drohenden Ver­sumpfung bewahrt bleiben. Das Werk soll im Jahre 1935, spätestens 1936, vollendet sein. Die Mittel werden durch das Arbeitsbeschasfunaspro- aramm der Reichsregierung und den preußischen Staat zur Verfügung gestellt, soweit sie nicht durch Zuschüsse aus der wertschaffenden Arbeitslosenfür­sorge und durch einen niedrig gehaltenen Beitrag der zu einem Deichverband zusammengeschlossenen Beteiligten gedeckt werden.

Aufregendes Abenteuer südslawischer Flieger.

Die BelgraderPolitika" berichtet aus Mostar über einen ungewöhnlichen Vorfall,, der sich dort anläßlich des Flugwettbewerbes um den Pokal des Königs Alexander ereignete, lieber Mostar erschien nämlich ein Flugzeug, das entgegen den Bestim­mungen Des Wettbewerbes geradezu halsbrecherische Kunststücke ausführte. Dann landete das Flugzeug. Dabei stellte es sich heraus, daß der Pilot fehlte. Aus dem Flugzeug wurde nur der Beob­achter, ßeutnanf Panitfch, halbohnmächtig ge­borgen. Als er sich erholt hatte, erklärte er, daß Der Pilot aus D em Apparat geschleudert worden sei Obwohl Panitsch noch nie ein Flug­zeug gesteuert hatte, kletterte er zum Pilotensitz. Durch seine unsicheren Lenkversuche taumelte Der Apparat Durch Die Luft, so Daß Der EinDruck wahn­sinniger Kunststücke entstehen konnte. Schließlich ge­lang ihm Die Landung durch einen glücklichen Zu­fall. Uebrigens ist auch der Pilot mit dem Leben baoongetommen, da sich sein Fallschirm während Des Sturzes geöffnet hatte.

Plötzliche Erblindung auf der Straße.

Beim Spaziergang erblindete in Siegen ganz plötzlich ein Artist aus Essen. Passanten brachten Den Bedauernswerten zur Polizeiwache, von wo man ihn ins Krankenhaus einlieferte. Die Ursache Der plötzlich eingetretenen Erblindung ist noch nicht festgestellt. Der Erblindete soll im Kriege ein schwe­res Augenleiden gehabt haben, auf das er fein Unglück zurückführt.

Amerikanische Polizeitruppe von Eingeborenen überfallen.

Wie aus Manila berichtet wird, hat ein wegen seiner Fremdenfeindlichkeit berüchtigter Stamm der Moro-Eingeborenen eine Abteilung amerikanischer Gendarmen auf der Iolo-Jnsel (Philippinen) in einen Hinterhalt gelockt und überfallen. Ein amerikanischer Leutnant und sechs Gendarmen wur­den von den Eingeborenen erschlagen. In dem sich entwickelnden erbitterten Kampfe, bei dem es auf beiden Seiten zahlreiche Verwundete gab, wurde schließlich der Führer der Moro, Mahamud, und elf feiner Krieger getötet.

Aus Der provinzialhaupistadi

es

aber nur draußen in Wald und Feld.

Wie ferne Tritte horst du's schallen, doch weit umher ist nichts zu sehn, als wie die Blätter träumend fallen und rauschend mit Dem Wind verwehn. Es bringt hervor wie leise Klagen, bie immer neuem Schmerz entstehn, wie Wehruf aus entschwunbnen Tagen, wie stetes Kommen unb Vergehn...

Prof. Dr. Ebel f.

Sie haben ihre Arbeit vollendet, sie gehen ein zur Ruhe. Auf Sträuchern und Bäumen locken noch reife Früchte. Was der Sommer vorbereitete, ern­tet nun der Herbst. Die Blumen leuchten noch ein­mal auf, erinnern uns an vergangene Sommer­tage, bis bann eine kalte Nacht kommt unb auch diese Sonnenkinder zu sich nimmt.

Ein Ton vom Meiden und Scheiden geht durch die Welt. Wir fühlen es alle, erleben können wir

Sommers Abschied.

Wenn wir mit gleichgesinnten Freunden und Bekannten längere Zeit zusammen waren, wenn wir wanderten unb heitere Stunben verleben konn­ten, bann wirb es beim Abschieb immer etwas weh­mütig zugehen.

Ich bin einmal viele Wochen mit zwei Bekann­ten Durch Deutschlanbs Gaue geroanbert. Wir lan- beten in ben bayerischen Alpen unb blieben nun noch einige Tage in einem kleinen Dorfe. In einer Sägemühle, bei ganz einfachen Leuten, fanben wir eine sehr schöne Unterkunft. Gleich hinter bem Hause stieg ber Weg steil auf in bie herrlichen Berge. Wie oft sinb wir ba in ber Morgenfrühe emporgeroanbert! Unb einmal entberften wir ab­seits von unserem Pfabe, burch ein sanftes Rau­schen angelockt, einen kleinen, wunberschönen Was­serfall. Er zog uns wie ein Magnet an, unb beim Ausmarsch, wie auch bei ber Heimkehr, mußten wir noch einmal schnell bort einige Minuten sitzen unb bem Wasserrauschen zuhören. An bem letzten Tage, ben wir gemeinsam verleben wollten, be­schlossen wir, nicht $u roanbern, fonbern biefe Stunben bort am kleinen Wasserfall zu aenießen.

Unb wenn ich heute zurückbenke an biefen Tag, ber tatsächlich trotz ber Abschiebsftimmung! bas ganze Jahr erleuchtet unb überragt, so steht auf einmal bie Lanbfchaft im Geist vor mir, ich höre bas Rauschen bes Wassers, sehe ben weißen Schaum tief unten in ber Schlucht, ber Winb spielt in ben Kronen ber Bäume unb weit, weit bahinter glänzen bie Gipfel ber Schneeberge im Sonnenlicht.

Wir haben bamals wohl nicht viel gesprochen, aber gerabe unser Schweigen machte bie Stunben so schon. So bann unb wann fragte einmal einer: Weißt bu noch, bamals in ber Heibe?" ober: Denkst bu noch an bie alte Wirtin im Wesertal, bie uns immer roieber einlub, sie ja nicht im näch­sten Jahre zu vergessen?" Ja, Da zog manches Er­lebnis an unferm Äuge vorbei ...

Am Abenb, bie Sonne war untergegangen, gaben wir uns bie Hänbe unb gingen auseinanber. Wir hatten uns beim Wasserfall alles gesagt, was zu sagen war.

Jst's mit bem Abschieb bes Sommers nicht eben­so? Er geht still unb bescheiben von uns. Manche Menschen merken es kaum. Auf einmal nur sehen sie, baß bie Bäume ihr Laub verloren haben. Wir aber, bie wir unfern Walb, bie Wiesen und bie Felber mit ganzem Herzen lieben, wir wissen, baß ber Sommer schon geschieben ist. Sein Bruber Herbst zog ein.

Noch herrscht bie Sonne am Tage, noch siegt sie über Die Nebel, bie am Morgen unb Abenb bie Täler füllen. In unenblicher Klarheit liegt bie herbstliche Lanbfchaft vor uns. Hier unb ba leuchten schon einige bunte Blätter in bem Laub unserer Walbbäume. Die Wiesen sinb noch bunfelgrün. Eben erst verloren sie ihr zweites Kleib. Aber sie schmücken sich noch einmal; bie Herbstzeitlosen er­scheinen.

Die Zugvögel traten ihre große Wanberung an. Es ist stiller geworben. In ber Luft ziehen wie zarte Schleier bie Marienfäben. Sie umspinnen bie niebrigen Tannenbäumchen, werben vom Winbe zerrissen unb segeln burch bie Lüfte, bleiben überall hängen unb zeigen uns benfltegenben Sommer".

Leist unb fast unbemerkt fallen einzelne Blätter.

Wie heute mittag in Gießen bekannt würbe, ist der Direktor Der Gießener Universitätsbibliothek Professor Dr. Ebel in Bad-Nauheim, wo er seinen Urlaub verbrachte, in der Nacht zum Freitag plötzlich ver- starben. Der Entschlafene hätte am 24. September sein 65. Lebensjahr vollenden können. Direktor Prof. Dr. Ebel entstammt einer alten Gießener Familie. Er hat sich in vielfältigster Weife allezeit für seine Vaterstadt eingesetzt und sich um unser Gemeinwesen, aber auch um die Wissenschaft große Verdienste er­worben. Die Persönlichkeit Des Heimgegangenen unb fein Wirken werben in einem Aufsatz aus berufener Feber, Den wir am Montag zum AbDruck bringen, eingehenb gewürbigt.

NSDAP Kreis Gießen.

Kreisbauernführer D ö r r f ch u ck forbert alle LOS. unb LVL. auf, am morgigen Sonntag, 10. September, vormittags 10 Uhr im Hotel chop- felb in Gießen zu erscheinen unb alle rüdftänbtgen Formulare ausgefüllt mitzubringen.

Am Montag, 11. September, 18.45 Uhr Schu­lungskurs für bie Amtswalter unb alle Par­teigenossen im Gewerkschaftshaus in Gießen. Er­scheinen ist Pflicht. Der Schulungskurs wirb jetzt roieber vom ©aupropaganbaleiter Pg. Trefz ab­gehalten.

In ber Ortsgruppe Gießen-Ost finben in ber nächsten Woche folgenbe Versammlungen statt: Dienstag, 12. Sept.: Zelle 6, Block 34 (Nah- rungsberg 19 Enbe Hessenstraße, Gartenstraße 22 Enbe, Keplerstrahe, Siephanstraße 114) 20.30 Uhr imAugustiner", Lubroigsplatz. Mitt­woch, 13. Sept.: Zelle 7, Block 1 unb 2 (Stephan- straße 15 Ende, Bruchstraße) 20.30 Uhr im Graf Zeppelin", Wilhelmstraße 49. Donners­tag, 14. Sept: Zelle 7, Block 3 und 4 (Gnauth. strahe, Lessingstraße) 20.30 Uhr inStadt Wetz, lar", Ludwigstraße 55.

Die Ortsgruppe Gießen-Süd veranstaltet am Montag, 11. September, 20.15 Uhr, im Physio­logischen Institut, Friedrichstraße, den ersten Luft- schutzabend für die Zellen Bahnhöfe (5) und Schis- fenberger Tal (6.). Allen Parteigenossen wird das Erscheinen zur Pflicht gemacht. Entschuldigungen müssen bei den Blockwarten vorgebracht werden. Zu dem Abend sind auch alle in diesen Stadtteilen wohnenden Volksgenossen eingeladen.

Die NS. -Frauenschaft Gießen wird am Sonntag, 17. September, eine Kundgebung der Na­tionalsozialistischen Frauenschaft in der Volkshalle veranstalten, bei der die Reichsleiterin ber NS.- Frauenschaft Pg. Lybia Gotschewsky sprechen wird.

Fahnen heraus!

Am morgigen Sonntag findet hier das große Treffen des Junavolks von Oberhes- s e n statt, bas sich im Anschluß an bie Staffelläufe aus ben verschiebensten Oegenben ber Provinz zu einbrutfsDolIen Äunbgebungen vereinigen wirb. Nach ber gestrigen Aufforberung ber Stabtverwal- tung, ber Jugenb ben herzlichen Willkommensgruß unserer Stabt burch reiches Beflaggen ber Häuser barzubieten, sei heute noch einmal aufgeforbert, bie Fahnen ber nationalen Erhebung als Zeichen ber nationalen Verbunbenheit mit ber beutschen Jugenb anben Häusern zu hissen. SS.-AMmarsch und NSKK.-Zielsahri

in Bad »Nauheim verschoben.

Der Aufmarsch bes Sturmbann 4 ber SS.=Stan- barte 33 unb bie Zielfahrt bes NSKK. 116 muß mit Rücksicht auf bie große Kunbgebung am Nieber- roalbbenfmal, bie bekanntlich gleichfalls am 24. Sep­tember ftattfinbet, verschoben werben. Ein neuer Termin für biefe Veranstaltung wirb noch bekannt- gegeben.

Schwerhörige und Theaterbesuch?

Aus bem Stabttheaterbüro wirb uns ge­trieben: Wir haben vor einiger Zeit bie Theater- reunbe, bie infolge Schwerhörigkeit ober eines onftigen Hörfehlers bas Theater nur ungern bzw. überhaupt nicht besuchen, gebeten, sich zu melden, sofern sie Interesse an sogenanntenSchwer- borigenplätzen" haben. Die Intendanz beab­sichtigt in der kommenden Spielzeit die Schaffung von solchen Plätzen, um allen den Theaterbesuch zu einer Quelle ungetrübten Genusses zu machen. Die technischen Vorbereitungen find jedoch mit er­heblichen Unkosten verknüpft, unb eine solche An­lage kann nur in Frage kommen, wenn sich eine bestimmte Anzahl schwerhöriger Theaterbesucher Snbet unb zum Abonnement melbet. (Siehe heutige nzeige.)

Aktuelle Zagdsraeen im Hubertus, Gießen.

DerHubertus, Verein weid gerech­ter Jäger, Sitz Gießen" hielt dieser Taae, wie man uns berichtet, seine gut besuchte Monats- Versammlung ab.

Zu Beginn rotes Studienrat Hölze 1 auf die Pressenachricht hin, nach Der nun auch Der Schrot- schuß auf weibliches Rehwild in Hessen verboten ist. Diese Nachricht konnte nirgends größere Be­friedigung auslösen als gerade imHubertus Gie­ßen", der feit Jahren um dieses Verbot kämpfte. Entstanden in Abwehr der geroaltigen Schäden, die in Den Nachkriegsjahren sog. Jäger in viel höherem Maße Dem Willie zufügten, als Das Wildersrtum Der Damaligen Zeit, erzog Der Verein feine Mit- glieber Dazu, in ben TreibjagDen auf Rehwild eine unweibmännifche Handlung zu erblicken. Eine grö­ßere Anzahl Mitglieder schloß sich zu Hegeringen zusammen, die in Der Praxis Der ForderungDem Schalenwild gebührt bie Kugel" gerecht würben unb Deren uneigennütziger Tätigkeit einzig unb allein ber rasche Wiederaufbau unserer einheimischen Rehbe- tänbe zu verdanken ist. So konnte Der Verein chliehlich vor mehreren Jahren als einziger hes- ischer Jagbverein Dazu übergehen, seinen Mitglie- bern bei Meibung bes Ausschlusses ben rauhen Schuß auf alles Schalenwild zu verbieten. Durch dieses Beispiel, wie auch durch stetige Aufklärungs- und Kampftätigkeit in ber Tages- unb Jagbpresst unb auch in ben Zeitschriften Des Natur- unb Tier­schutzes hat er für Die unbebingte Anerkennung jenes Grundsatzes gekämpft, weil er in seiner Ver­neinung Den Krebsschaden der hessischen Jagd sah. Er hat es in Kauf genommen, Daß Dieser Kampf ihn in manchen Jägerkreisen sehrunpopulär" machte, unD sich auch nicht Dadurch irre machen lassen, daß große Jägeryrganisationen ihm bis vor kurzem die Unterstützung versagten. Um so dank­barer gedenkt er ber Bunbesgenossenschaft bes Vor­standes bes Lanbesvereins Hessen bes ADJV. unb bes Hessischen DberförfteroerbanDes. Wenn nun bank bes Eingreifens bes hessischen Staatsministe­riums bie Entscheidung gefallen ist, dann empfindet es der Verein als besondere Freude und Genug­tuung, daß er unbeirrt an seinem Ziel festhielt und immer wieder Der Rufer im Streit war, wenn Kampf aussichtslos zu sein schien. Der geschäfts- führende Vorstand hat diesen Empfindungen des Dankes und Der Freude Dem Staatsministerium gegenüber Ausdruck verliehen.

Am 29. und 30. September veranstaltet der Ver­ein bei Gießen seine 10. Verbandsgebrauchssuche, zu der bekannte Richter und Führer ihr Erscheinen zugesagt haben. Arn Sonntag, 10 September, fin­det wie üblich als Abschluß ber Schieß­periode das Hauptjagbschießen statt.

Die Zusammenfassung unb Neuorganisation bes gesamten beutschen Hunbewestns betrifft auch ben Hubertus", ber nunmehr Mitglieb besReichs- verbanbes für bas beutfdje Hunbewestn" ist.

lieber bas Wiederauffinden zweier beringter Fa- fanenhennen, bie sich beibe als durchaus bodenstän­dig erwiesen hatten, berichtete ber Schriftfüyrer. Im Anschluß baran würbe festgestellt, baß bie jähre- langen Bemühungen bes Vereins, Den Fasan in gesteigertem Maße einzubürgern, offensichtlich von Erfolg^ begleitet seien. Denn überall kämen jetzt bet ber Hühnerjagb Fasanengesperre zur Beobachtung. Dabei wurde festgestellt, Daß es als Durchaus un- weibmännische Hanblung zu betrachten sei, wenn in irgend einem Revier in dieser Zeit der Ein­bürgerung ober bes Aufbaues Fafanenhennen zum Abschuß frei gegeben seien.

Schließlich berichtete ber Schriftführer noch über Fragen Des Schießwesens, ber Jägerorganisation, Der Hunbehaltung u. a. A., Die von DejonDerem Interesse für die Mitglieder erschienen.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 9. Sept. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Landbutter, bas Pfunb 1,30 bis 1,35 Mark, Matte 20 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier (inlänbische)ll, Wirsing (gelb), bas Pfunb 8, (grün) 8 bis 10, Weißkraut 8, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 20 bis 25, (gelb) 25, Tomaten 15, Zwiebeln 10, Schwarzwurzeln 40, Kür­bis 6 bis 8, Kartoffeln 3 Pf., ber Zentner 2,30 bis 2,50 Mark, Frühäpfel, bas Pfunb 15 bis 20, Fall­äpfel 8, Pfirsiche 35, Brombeeren 30 bis 35, Preihel- beeren 30, Aevfel 15 bis 20, Birnen 10 bis 12, Pflaumen 10, Zwetschen 8 bis 10, Mirabellen 10 bis 15, Reineklauden 12 bis 15, junge Hähne 70 bis 75, Suppenhühner 70, Tauben, bas Stück 50 bis 55, Blumenkohl 25 bis 50, Salat 10, Salatgurten 10 dis