Ausgabe 
9.3.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Aus -er provinzialhauptsta-i.

7000 bis 8000 Mark nicht überschätzt fein!

so daß sie unfähig roaren. lebende« Will) zu schlagen. Das Männchen wurde das 2ahr darauf, zum Skelett abgemagert, weit verflogen aufgefun- oen, vom Weibchen hat man überhaupt keine Spur mehr zu sehen bekommen. Ein letztes Paar ward endlich 1910 bei Lammershaagen frei- gelassen. Es schritt sofort zum Horsten und nahm das Rest auch im nächsten Jahre zur Anzucht seiner Brut wieder an, da wurden die Jungen von Bauern wieder ausgenommen und verkauft. Die Alten verschwanden.

So war leider in keinem Falle jemand ein Dauererfolg beschieden, da trotz anfänglichem Ge­lingen die Tiere immer wieder durch die Dumm­heit der Menschen vernichtet wurden.

Erst 1926 gelang ein großzügiger ÄNederansied- lungSplan auf der Schwöb. Alb. Hier haben sich die eingesührten Tiere inzwischen vermehrt und find samt ihren Düngen bis zum heutigen Tage in den Felswänden der Alb verblieben, heute kann der Uhu in Württemberg als wieder­eingebürgert gelten.

Aach den Ergebnissen des dortigen Dcrsuches, de« richtunggebend für alle übrigen deutschen Trans­plantationen geworden ist, wird auch der B o - gelsbergplan durchgeführt, und nach aller is jetzt möglichen Voraussicht wird er gelingen.

Die Hauptsache ist, daß die Oeffentlichkeit ihm mit Wohlwollen gegenübersteht und Fehl­schläge der vorgenannten Art erspart bleiben!

Oer WestentaschenVeniilator und das sinnreiche Bügeleisen.

Oie neuen Schlager der Leipziger Frühjahrsmesse.

Schwere Folgen der Schwarzarbeit.

Dom ßanbeäDerbanb des Dachdeckerhandwerks Südwest-Deutschland wird uns geschrieben:

Ein Hausbesitzer lieh von einem Dachdecker, der mangels wirtschaftlicher Selbständigkeit der Baugewerksberufsgenossenschaft nicht als Mit­glied angehört, die Dachung seine« Miethauses erneuern. Dabei stürzte, weil die vorgeschrie­bene Schuhrüstung nicht angebracht worden war, in Gehilfe tödlich ab. Der Verunglückte hinter- liest' mit der Frau ein achtjähriges Kind.

Wegen der festgestellten groben Zuwiderhand­lungen gegen die Unfallverhütungsvorschriften verhängte Der Vorstand der Derufsaenossenschaft gegen den Hausbesitzer als Eigenbauunterneh­mer eine Strafe von 200 Mark. Die gegen den Strafbescheid erhobene Beschwerde hat das Ober- ver'.cherungsamt als sachlich unbegründet zurüll- gewiesen, jedoch die Strafe von 200 Mark auf 50 Mark herabgesetzt mit der Begründung, daß bei dem geringen Grade der subjektiven Schuld die vom Vorstand verhängte Strafe übermäßig hoch sei. Gegen diesen Beschluß des Oberver­sicherungsamtes legte der Vorstand der Berufs­genossenschaft weitere Beschwerde zum Landes- versicherungscmct ein mit dem Anträge, seinen Strafbescheid in vollem Umfange wieder herzu­stellen. Das Landesverlicherungsamt hat die wei­tere Beschwerde als begründet anerkannt, den Beschluß des ODA. aufgehoben und den Straf-

Das Bekanntwerden des Planes von der W i e b e r ei n b ü r g er u n g des Uhus in hessischen Waldrevieren hat in der Oeffentlichkeit die Frage aufgeworfen, welche Gründe für diesen Heimatbereicherungsverfuch maßgebend gewesen sind. Denn dah sie rein ibealcr Aatur wären, etwa nur vorgenommen, um unserer verödeten Aatur eine der repräsen­tativsten Großvogelgestalten wieder zu schenken, ohne dabei einen volkswirtschaftlichen Gewinn zu erzielen, kann man sich offenbar angesichts des Aufwandes an Kosten und Mühe nicht gut beu­len. Insonderheit hat man im Zusammenhang mit den Wiedereinbüraerungsversuchen Betrachtungen angestellt, ob es bie Iagdschädlichkeit des Uhus als eines ausgesprochenen Aachtraub- vogels von respektabler Gröste (feine Flügel- spannweite beträgt etwa 1,80 Meter) rechtfertige, einen derartigen Zuw achs in unsere Wäl­der hineinzubringen.

Es sei dabei von vornherein festgestellt, daß in den 80er Jahren, als der Uhu bei uns noch häufiger war, die Waldreviere des Dogeisberges und Die Randgebiete der Wetterau noch einen bedeutend besseren Bestand an Hasen, Aehen und Füchsen, sowie einen ausgezeichneten Besah an Hühnern, Wachteln und Tauben gehabt haben als heutzutage, wo Rabenvögel und anderes Ge­lichter sich bei uns allzubreit gemacht haben auf Kosten jener Kulturflüchter des Singvogelreiches, dessen Abnahme wir aufrichtig beklagen. Deshalb muß hinsichtlich der jagdwirtschaftlichen Eingriffe des Uhns festgestellt werden, dah man bislang einen nennenswerten Schaden noch nicht fest gestellt hat. Mag er auch gele­gentlich zur Aachtzeit einen jungen Hasen oder ein krankes Kitz geschlagen, oder dort, wo es viele Enten gibt, den Bestand dieser Breitschnäbel ge° zehntel haben, wirklich fühlbar ist fein Schaden nie geworden.

Der Dagdzoologe Uttenbörfer hat sestgeslellt, daß unter 800 Uhumahlzeiten sich nur ein Anteil von 3,4 v. h. jagdlich wichtiger Tiere vorfand, wäh­rend der Großteil von über 90 v. h. aller ver- zehrlen Beuletiere sich aus gleichgültigen oder gar ausgesprochen wirtschaftsschädlichen und ver­mehrungsstarken Tieren zusammensehle.

Tragen doch a. B. der Krähenbestand, sowie Eichelhäher. Eichhörnchen und das Kontingent der Ratten und Mäuse bei weitem den Löwenanteil an der Verköstigung des Königs der Rächt, Tiere also, die seit dem Fehlen ihrer natürlichen Feinde, zu denen auch der Daum- oder Edelmarder gehört, im deutschen Walde zu einer katastrophalen Ver m e h - r u n g gekommen sind und wegen ihrer seit jener Zeit fühlbar gewordenen Schädigung des land­wirtschaftlichen Produktionsgutes einen rücksichts­losen Vernichtungskampf mit allen Mitteln zu einer Kronpflicht des menschlichen Selbstschutzes gemacht haben. Bei Einschaltung aller zur Ver­fügung stehenden Möglichkeiten in diesem Ab­wehrkampf gegen schädliche Tiere ist der Mensch zwangsläufig dazu verleitet worden, zu Mitteln zu greifen, die sich nicht mit Öen modernen Ge­sichtspunkten des Tier- und Aaturschuhes verein­baren lassen und die ihre Rechtfertigung bislang nur in Gründen der menschlichen A o t - wehr gefunden haben, so z. B. die Verwendung von Gift im Dienste der Krähenbekämpfung. Unb dennoch waren diese Maßnahmen blut» notwendig, und sowohl vom Standpunkt des Jagers als auch des Landwirtes aus betrachtet verzeihlich, wenn man bedenkt, eine wie große Schädigung allwinterlich in den letzten Jahren die Millionenheere der ostischen Krähenschwärme an Saatgut und Riederwilb verursacht haben. Unter diesem Gesichtspunkt war es also ein Gebot der Stunde.

der Ralur die ihr einst vom Menschen ent- wundene Selbstregulation ihres biologisch ab­gewogenen Haushaltes wiederzugeben. Die 7vie- dereinführung des Aachttönigs Uhu in unsere Wälder ist somit weiter nichts als eine wieder- herslellungsfrage des natürlichen Gleichgewicht» mit natürlichen Mitteln.

Wie wenig sich von dieser Maßnahme kommende Jagdschädigungen dürften erwarten lassen, kann nicht besser gezeigt und überzeugungsgerecht ver­treten werden, als an dem Beispiel, das ein Forst­meister aus Schwaben bekanntgegeben hat, wel­cher feit Jahren in seinem Revier mehrere Uhu» pärchen als Brutvogel beherbergte und dennoch Jahr für Jahr in unmittelbarer Aähe der Horste alle Rehkitze hochgebracht hat, von denen nie eines aus dem Gefolge der säugenden Geiß verschwunden ist. Dazu kommt noch, dah der Uhu nachts ein Revier von über 20 bis 30 Kilometer bejagt, so­daß der nun noch verbleibende Jagdschaden an

be'cheid der Derufsgenofsenschaft wieder her- gestellt. '

Damit ist aber die Sache für den Hausbesitzer noch keineswegs abgetan! Selbstverständlich muß von ihm auch der Unfallversicherungsbeitrag in Form von Eigenbauprämien entrichtet werden. Außerdem hat der Hausbesitzer auch noch zu er­warten. daß er wegen des fahrlässig verschuldeter. Unfalles für alle Aufwendungen der Deruss- genossenschaft nach § 903 der Reichsversiche­rungsordnung haftbar gemacht wird. Die Höhe dieser Aufwendungen läßt sich ziffernmäßig *^r

Bornotizcn.

Tageskalender für Donnerstag: Alice-Schule, Turmhaus am Brandplatz, 10 bis 13, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung des Handarbeits-Semi­nars. Verein Creditreform, 17 Uhr, in den Ge­schäftsräumen des Vereins, Generalversammlung. Realgymnasium, 16 Uhr, Schulfeier.

**IndenRuhestandversetzt. Der Staats, anroalt Iustizrat Philipo Weidemann von hier wurde auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. August 1933 in den Ruhestand versetzt.

Eine Gedenkfeier z u Ehren der Gefallenen wird, wie man uns schreibt, am nächsten Samstag In der Synagoge der israelitischen Religionsgemeinde (Südanlage) statt­finden.

sich schon gar nicht mehr auf kleinstem Raume fühlbar zu werden vermag.

(Eine Irreführung ober Beunruhigung der jagd­lich interessierten Oeffentlichkeit ist daher voll­kommen ungerechtfertigt.

Ferner ist die Frage angeschnitten worden, ob einem derart teueren ^Unternehmen nach men­schenmöglicher Vorberechnung begründete Aus­sicht auf Erfolg verliehen sei. Diese Frage kann nur beantwortet werden, wenn man die Gründe untersucht hat, welche s. Zt. zur Ausrottung des Uhus in Hessen führen muhten. Wie überall in deutschen Landstrichen, in denen der Uhu früher zu Gast gewesen ist, ist auch in Hessen die Ver­folgung durch MensHpnhand in allen Stadien sei­ner Entwicklung einzig und allein als Ursache für fein schnelles, nur wenig Jahre währendes Aus­sterben anzusehen. Allein schon die Eierfamm- lerei, die sonst in Süddeutschland weniger be­liebt ist. forderte ihre Opfer und führte zwangs­läufig um so schneller zum Verschwinden dieser Groheule aus unseren Wäldern, als das jährliche Uhugelege nur 2 Eier umfaßt und, genau wie beim Adler, die Jungen erst im dritten, vielleicht aber auch erst im fünften Jahre zur Fortpflan­zung schreiten. Es kommt weiter hinzu, daß der Uhu nicht jedes Jahr brütet, dah er weiterhin im Jahr nur eine Brut macht, und sofort auf die Beendigung des Brutgeschäftes verzichtet, wenn er dabei irgendwie gestört wird.

Solange früher aus Norddeutfchland Anfragen über Astfragen nach denSchuhu-Eiern" kamen, hatte der herrliche Aachtraubvogel keine gute Stunde bei uns, und aus Süddeutschland ist ein geflügeltes Wort bekannt geworden, dah man dort in die Uhu-Eier gegangen ist. Vereinzelt hat sich wohl auch ergeben, daß Bauern alljährlich aus leicht zugänglichen Horsten die Eier holten, um sie zu sieden und zu verspeisen. Ein schwung­hafter Handel aber hatte sich mit den jungen, aus dem Rest genommenen Uhus im Laufe der Zeit in ganz Süddeutschland und auch in Hessen ent­wickelt. Und in dem Grundgedanken, Geld aus dieser Groheule und ihrer Brut zu machen, ist ausschließlich die Ursache der allgemeinen Uhu­verfolgung zu erblicken. Das ist wichtig, da man seither nur dieSchädlichkeit" dieses Aachtraub- vogels als Ursache anzunehmen geneigt war. Je­denfalls sind noch heute Fälle festzustellen, daß die Alttiere und noch mehr ihre Jungen um 20 dis 30 Mk. an Tierhändler verkauft wurden, welche sie zur Hüttenjagd an das Ausland Weiter­gaben. Der Handel war gesetzlich zulässig und wohlorganisiert, und so kam es, dah weitaus die Mehrzahl der bei uns erbrüteten Uhus jenseits der schwarzweihroten Grenzpfähle verpflanzt wurde.

3n Hefsen sind in früherer Zeit wenig Uhus zur Hüttenjagd verwendet worden.

Oft genug ist es auch vorgekommen, dah sich, nachdem die Jungen von Menschenhänden aus- gehorstet waren, die Alten im Psahleilen. dem gefährlichsten Mordinstrument für alles Raub­flugwild, gefangetx haben. Besonders der Uhu ist mehr als jeder andere Vogel der Gefahr des Schlageisens ausgesetzt, einmal, weil er wenig intelligent ist und immer wieder auf die Schlag­bügel geht, zum andern aber, weil es seiner Lebensgewohnheit entspricht, sich nachts auf er­höhte Punkte zu sehen und von dort aus Umschau in der nächllichen Aatur zu halten, oder Ver­dauungssiesta einzulegen. In der dunkelen Aacht­zeit dösen alle Eulen, ihre eigentliche Iagdstun'oe. dieUhlenflucht", ist die Zeit nach Sonnenunter­gang und die Vordämmerung des frühen Mor­gens.

Einbürgerungsversuche mit Uhus sind in Deutschland schon in früheren Iahren angestellt worden. Sie waren je nach der Sachkenntnis des Unternehmers von anfänglichem Erfolg oder zu sofortigem Scheitern verurteilt. So wurde 1907 in einem böhmischen Felsengebiet ein junges Paar ausgesetzt, nachdem es zuvor mehrere Mo­nate lang in der Aähe eines ehemaligen Horstes einen Grohkäfig bezogen hatte. Aach der Frei­lassung bezog es den alten Horst und blieb. 3m Winter wurde d:s eine Tier von einem Bauern abgeschossen, das andere wurde bis 1912 gehört, ist dann abgewandert. Ein Versuch wurde 1910 in Der Göhrde bei Hannover unternommen, welche regelmäßig Uhus bis zum Iahre 1885 beherbergt hat. Von den ausgesetzten Tieren wurden in Kürze drei von Bauern abgcschossen, zwei in Pfahleisen gefangen und dem Unternehmer wie­der zum Kaufe angeboten, ein einziges Paar kam zur Brut, feine Iungen wurden jedoch von Wandervögeln erschlagen, während die Alten entflohen. Ein anderer Versuch mißglückte in der Schorfheide am Kalenberg, und zwar deshalb, weil man die verwandten Tiere als Iungvögel aus dem Rest genommen und großgezogen hatte, Zeit noch nicht angeben; sie dürfte aber mit

Die große Frühjahrsmeffe in Leip- zig hat einen den Umständen nach befriedigenden Verlauf genommen. Der Besuch war stärker als im Vorjahr, auch aus dem Ausland. Allein aus England sind schätzungsweise 35 Prozent mehr Einkäufer nach Leipzig gekommen als im ver­gangenen Iahre. Aller Voraussicht nach werden auch die Umsatzzahlen hinter den vorjäh­rigen nicht zurückbleiben. Die Leipziger Messe behauptet ihren Platz selbst in der schwersten Krise.

Wenn man von der Leipziger Messe spricht, so kommt die Frage bald darauf, welche neuen Schlager dort zu sehen waren. In Leipzig kommen immer die neuen Sachen zuerst auf den Markt, Erfindungen und Konstruktionen nützlicher oder spaßhafter Art, die von hier aus den Weg in die Welt machen. In diesem Iahr sind viele Steuerungen in Leipzig zu sehen. Die große Hitze­welle im vergangenen Sommer hat einen Er­finder auf die Idee gebracht, einen elektrischen West entaschen» Ventilator zu kon­struieren. Ein Westentaschen-Motor, der von einer Taschenlampenbatterie betrieben wird, kann zum Antrieb eines Kleinventilators benutzt wer­den, dessen Ausmaße nicht größer sind als die einer Stabtaschenlampe. Damit kann man sich an heißen Tagen frische Luft zufächeln, und die Damen können ihn auf Bällen als Fächer be­nutzen. Herren schließen an den Westentaschen- Motor morgens zum Rasieren einen Rasier­apparat an. Dieser Apparat arbeitet ähnlich wie eine Mähmaschine, das Rasieren damit soll direkt ein Vergnügen fein, denn je dichter das Gras, je leichter das Mähen. Aatürlich gehört zum elektrischen Rasierapparat ein elektrischer Rgsier- spiegel mit Soffittenbeleuchtung.

Rundfunkhörer, die keinen Teil des Programms auslassen wollen, früh beim ersten Musiktakt er­wachen, utn erst nach dem letzten Takt am Abend schlafen zu gehen, werden auch mit einer Aeuheit versorgt. Sie brauchen keine Angst mehr zu haben, morgens den Beginn der Rundfunkdarbietungen zu verschlafen. Für 2,40 Mark gibt es einen Apparat, der den Wecker mit Dem Rund­funk verbindet, und zwar so, daß beim Ab­lauf der Weckerfeder der Rundfunk automatisch eingeschaltet wird. Ist das Klingeln des Wellers vorbei, der Schläfer erwacht, Dann geht Die Musik auch schon los. Und vom Rundfunk zum Film. Jeder kann filmen, Trillaufnahmen sind eine Kleinigkeit geworden, Zeitlupen- und Zeitraffer­aufnahmen können schon mit den billigsten Ka­meras gemacht werden. Die Sonntagsjäger, die

3<n Faltboot auf dem Euphrat.

Ein junger deutscher Faltboot-Fahrer, Herbert Ri11linaer, ist in seinem Abenteurer-Drange bis nach Kurdistan gegangen, um als erster mit seinem Faltboot die Stromschnellen des unteren Euphrat zu besiegen. Seine romantqd)en Erlebnisse schildert er inReclams Universum". In den schwer und manchmal gar nicht zugänglichen Gebirgen von Kurdistan, in denen eine stets unruhige Bevölke­rung haust, befinden sich die Ursprünge der beiden Riesenströme Euphrat und Tigris. DerKara-Su", der westliche obere Euphrat, beginnt verhältnis­mäßig nahe an der Südastküste des Schwarzen Meeres und frißt sich vor dem Eintritt in die Wüste Hunderte von Kilometer durch die Wälle des mächtigen Taurus hindurch. Obgleich das alte Ar­menien und Kurdistan eineverbotene Zone" ist, in die nur selten ein Europäer einbringt, gelang es dem jungen Deutschen, bis nach der uralten Lehm­stadt Ercingjan oorzukommen, von der aus er den Kampf mit dem obersten Euphrat ausnahm. Stromschnellen sind für zünftige Jallboolfahrer das garantiert höchste der Gefühle", plaudert er. Hunderte von Wildsluß-Fahrten in Europa, da­runter die Erstbesahrung eines Flusses der wenig bekannten Ost-Karpathen, der keineswegs von Pappe war, konnten mir noch nicht die blasseste Ahnung von dem geben, was in den wilden, öden, vollkom­men vegetationslosen und geradezu phantastisch-un­wirklichen Schluchten des kurdischen Euphrat los war. Wenn man in Europa etwa einen Alpenfluß befährt, weiß man, dah man 20, 50, selten mehr Kilometer Wildfluß-Strelle vor sich hat. 'Tiber der Euphrat ist bei seinen Durchbrüchen durch die ge- roattigen vorderasiatischen Gebirge 1000 Kilometer lang nur Wildfluß. Die Schluchten beginnen bald hinter Ercingjan. Zuversichtlich, mit einem Solo« freubengefjeul rase ich zwischen die Felsbrocken der ersten Schnelle. Es ist aber nicht zu vermeiden, daß das Freudengeheul bereits nach der zweiten Schnelle kläglich an den Wänden erstirbt. Verzweifelt klebe ich in der Folge hoch oben im Fels und studiere die Fahrtmöglichkeiten ... Schluchten und Berge dräuen unentwegt und beherrschen das Außen- und Innen­leben eines in dieser grandiosen Landschaft winzig kleinen Paddlers. So kann es nicht ausbleiben, daß auch Tage kommen, Abende, da ich in Schluchten Hause, in die sonst kein Mensch einbringen kann .. ." Der Verkehr mit ben Bewohnern gestaltete sich für ben Wagemutigen überraschend angenehm. Die pri­mitiv lebenben anatolischen Bauern waren überaus gastfreunblich unb bie alsRäuber unb Mürber" verschrieenen Kurben nicht minber. Da er schon von weitem als Nichttürke erkenntlich war unb in so selt­samem Aufzug herankam, empfingen ihn bie Berg­bewohner mit Staunen und nahmen ihn als Gast auf.

es ja immer noch geben soll, werden ihren Sport in Zukunft erfolgreicher ausüben können, Denn sie finden eine Gelegenheit, sich Daheim im Schießsport au üben, ohne Gattin, Vasen, Spiegel usw. Durch verirrte Kugeln zu gefährden Sie schießen einfach mit Licht. Durch einen mit Der Flinte verbunDenen Kleinprojektor wird eine Scheibe an Die Wand geworfen, nach Deren Zen­trum gezielt wird. Beim Abschuß markiert sich auf Der Scheibe Der Treffpunkt als Deutlich sicht­barer Sied. Auch Dieser Punkt wird als Licht­bild projiziert, so daß also in Wirklichkeit gor kein Geschoß Den Lauf verläßt. Alles wird nur durch Projektion gemacht.

Für Die Frauen gibt es einen neuen Fin­gerhut, Der gewissermaßen auf Den Finger geschraubt wird, so Daß er niemals vom Finger abgleitcn kann. Fester als ein Fingerhut muß allerdings eine Wäscheklammer sitzen, von Denen es bisher auch noch keine Sturmsicherungen gab. Die Wäscheklammern waren eine ständige Quelle des Aergers für Die reinliche Hausfrau. War Die blütenweiß gewaschene Wäsche auf Der Leine unD festgeklammert. Dann kam ein Sturm. unD Die Klammer gab Die Wäsche preis. Jetzt gibt es Klammern, Die wie Soldaten auf ihrem Poften stehen, und ein Taifun wäre nicht im» ftanDe ihnen die ihrer Obhut anvertraute Wäsche zu entreißen.

Das Waschen besorgt jetzt ein neuer Kraft- Wascher, eine mit Strom, Gas oder jeDcm anderen Brennstoff zu beheizende Trommelwasch­maschine, Die Wäsche in zehn Minuten Durch fünf­malige Hin» unD Herbewegungen vollkommen rei­nigen sott. Die Wäsche wirb dann auch gleich von durchfließendem Wasser gespült unD kann gleich auf Die Leine, wo sie hie oben beschriebene Jdealklammer ungefährdet zum Trocknen bringt, Ist Die Wäsche trocken, Dann muß sie bekannt­lich gebügelt werden. Das Bügeln Der glatten VorDer» und Rückfläche D68 Wäschestücks ist ja leicht unD erforDert keine Geschicklichkeit. Aber Dort, wo Die Knöpfe sitzen, keine Falten biryu- bügeln, ist für die gewöhnliche Büglerin ein lleines Kunststück. Wir machen das jetzt aber auch zu einer Spielerei mit Hilfe einer Vor­richtung am Bügeleisen. Das neue Bügel­eisen ist mit einem Hemdenknopf nut versehen, Der es ermöglicht, Kleidungs- und Wäschestücke be­quem auch unter den Knöpfen zu bügeln. Das sind die neuen Schlager Der Leipziger Messe. Wie viele davon werden sich als wirkliche Schlager erweisen?

Wie Morgans Kunstschähe bewacht werden.

Die einzigartige Sammlung von Gemälden, Go­belins. Büchern und Handschriften, Die Der ver­storbene Finanzmann Pierpont Morgan zu­sammengebracht hat und die jetzt seinem Sohn gehört, gilt für Die größte Privatsammlung dieser Art in Der Welt: man schätzt ihren Wert auf mehr als 20 Millionen Mark. Eine Kostbarkeit dieser Kollektion wurde vor einigen Monaten gestohlen, und noch jetzt jagen Die Detektive Dem Dieb nach. Aber Der Diebstahl erfolgte nicht ettoa in Den Häusern, in Denen die Sammlung aufbewahrt wird, sondern geschah auf einer Aus­stellung Der Bibliothek der Columbia-Universität. für Die Der gestohlene GegenstanD, die Handschrift von Walter Scotts RomanGuy Mannering", geliehen worden war. In Dem Museum auf Der Madison Avenue in Aeuhork, Das Morgan für feine Schätze errichtete, ist noch niemals ein Diebstahl vorgekommen, denn Die Bewachung und Sicherung ist hier vorzüglich. Das Morgan- Palais unD Die angrenzende Bibliothek sind so gebaut, daß Feuer und Einbruch ihnen nichts anhaben können. Tag und Rächt gehen Schutz­leute mit Revolvern vor Den "Gebäuden auf und ab unb hatten jeden an, der in die Aähe kommt. Im Innern wird jede Bewegung der wenigen. Denen Der Zutritt gestattet ist. von einem Dutzend aufmerksamer männlicher unD weiblicher Wächter beobachtet. Diese sinD alle mit Feuerwaffen aus­gerüstet. Zwar ist Die Bibliothek theoretischDer Oeffentlichkeit zugänglich", aber tatsächlich muß man durch ein wahres Fegefeuer von Vorsichts­maßregeln gehen, bevor man die Eintrittserlaub­nis erhält. Zunächst muß ein schriftlicher Antrag, in dem Die wissenschaftlichen Zwecke nachgewiefen werden, eingereicht werden, und nach genauesten Rachsorschungen erfolgt etwa eine Woche spater für Den, Der toürDig befunDen wird, eine schrift­liche Einladung. Wenn Der Besucher Die schweren Eisentore passiert, hat, muß er an einer langen Reihe von Wächtern vorbei und kann Dann Die 20 ober 30 Kostbarkeiten besichtigen, Die gerabe ausgestellt sind- Die größten Seltenheiten Der Morgan-Sammlung, eine bebrütende Anzahl von Handschriften, wirb in einem Gewölbe bewahrt, bas in einer Elle des Leseraums angelegt ist. in Dem Der alte Morgan sich von seinen Finanz­geschäften in einsamer Muße des Studiums er­holte. Die Bücher sind nicht mit Glas bedeckt, denn man hält den Zutritt frischer Luft für not­wendig zur Erhaltung der wertvollen Einbände aber prachtvolle Gitter verhindern jede Be­rührung.

Was soll der sthu im deutschen Wald?

Von Or. Karl Rudolf Fischer, Gießen.

Buntes Allerlei.