Ausgabe 
8.9.1933 Erstes Blatt
 
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sächsischen Nationen England und USA. für dieses große Werk der christlichen Liebe und Menschlichkeit mobilisieren.

Der Oberpräsident der Provinz Sachsen, M ei­ch e r, hat um seine Beurlaubung gebeten. Minister­präsident Göring hat dem Gesuch unter gleichzeiti­ger Ernennung zum Preußischen Staatsrat entsprochen. Mit der vertretungsweisen Verwaltung der Stelle des Oberpräsidenten der Provinz Sach­sen ist der Preußische Staatsrat v. Ulrich beauf­tragt worden. Oberstleutnant a. D. Curt v. Ulrich ist Obergruppenführer und Generalinspekteur der. Er ist 1867 zu Fulda geboren und hat seinen Wohnsitz in Kassel.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, wurden auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstel­lung des Berufsbeamtentums entlassen oder i n den Ruhe st and versetzt: Regierungspräsi­dent i. R. von Harnack, früher in Merseburg, Polizeipräsident i. e. R. Richter in Berlin, Land- rat i.e.R. Dr. Janssen in Koblenz, Landrat i.e.R. Brandt, früher in Peine, Landrat i. e. R. G l a h n in Köslin und Landrat i. e. R. Dr. Weber in Er- furt.

Wie die Deutsche Seewarte in Hamburg mitteilt, irft das LuftschiffGras Zeppelin" am Don­

Dr. Helmuth Stellrecht, der Organisations­leiter bei der Reichsleitung des Deutschen Arbeits- dienftes, spricht Freitag, von 17 bis 17.25 Uhr, über alle deutschen Sender über das ThemaD e r Arbeitsdienst und seine volkserziehe­rische Aufgabe".

12 Millionen für Not- und Behelfs­wohnungen.

Berlin, 7. Sept. (VDZ.-Funkspruch.) Für die Errichtung von Not- und Behelfswohnungen wird ein Betrag von 12 Millionen Mk. in Arbeitsfchatz- anweifungen bereitgestellt werden. Die Darlehen werden zinsfrei gewährt und in zehn Jahren zu tilgen (ein. Sie werden nur Gemeinden gegeben, in denen bei Wohnungsknappheit die Errichtung von Not- und Behelfswohnungen unbedingt er­forderlich ist, um eine voraussichtlich nur vorüber­gehende Obdachlosigkeit zu verhüten. Es muß sich ferner um Gemeinden handeln, die nicht in der Lage sind, aus eigenen Mitteln für die Unter­bringung dieser Personen zu sorgen. Die Darlehen dürfen nur für Bauten bewilligt werden, die unter Vermeidung jedes irgend ent­behrlichen Aufwandes errichtet werden. Die Bauten müssen jedoch aus dauerhaftem Mate­rial erstellt werden und den gesundheitlichen An­forderungen entsprechen. Demgemäß dürfen k a - lernenmäßige Baracken und ähnliche Unterkünfte nicht gefördert werden. In den Vordergrund zu rücken ist der B a u e i n f a ch- fter Flachbauten mit Gartenzulage, etwa nach der Art verbesserter Wohnlauben.

Gegen private Geldschöpfungsversuche.

Berlin, 7. Sept. (TU.) Der Beauftragte des Führers für Wirtschaftsfragen, Wilhelm Kepp­ler, wendet sich gegen Pläne einer unkontrol­lierten Geld- und Kreditschöpfung, so gegen das sogenannte Schwundgeldsy- st e m, die vielleicht hier und da gewisse Anfangs- erfolge aufweisen könnten, auf die Dauer mit dem Neubau des Geld- und Bankwesens sowie mit der Kreditpolitik der Reichsbank unvereinbar seien. Im neuen Staat bedürfe es solcher wilden Geld­schöpfungsversuche nicht mehr. Im Einvernehmen mit der Reichsregierung weist der Beauftragte des Führers nochmals darauf hin, daß Förderung und Unterstützung derartiger Versuche, sowie Mitarbeit an ihnen keiner Parteistelle und keinem Mitglied der NSDAP, gestattet ist.

Auftakt zum Deutschen Katholikentag in Wien.

Wien, 7. Sept. (TU.) Donnerstagabend wur­den die ersten Feierlichkeiten des Allgemeinen Deut­schen Katholikentages in Wien mit einem einstündi- §en Glockengeläute aller Wiener Kirchen eingeleitet, edoch schon im Laufe des Tages wurde der Künstlermarkt auf dem Stefansplatz von Kardinal Dr. I n ni tz e r eröffnet. Die Markt­stände, die sich an der ganzen Front der Stefans- kirche hinziehen, sind nach den Ideen des Rektors der Akademie der bildenden Künste, Dr. Holz- meister, durchgeführt worden.

In den Abendstunden fand im Dom von St. Stephan eine Hl. Geist-Andacht statt, die von Kar­dinal Jnnitzer felbft gehalten wurde. Dabei hielt der Kardinal mit Mitra und Stab vom Hochaltar aus die Predigt. Der Katholikentag, fo sagte er, will nicht nur ein religiöses Fest sein, er möge eine religiöse Erneuerung, eine religiöse Erhebung un­seres kacholischen deutschen Volkes bedeuten und einleiten. Es geht um den christlichen Wiederaufbau des Abendlandes, um die seelische und geistige Ge­sundung und Wiedererstarkung unseres Volkes. Wir müssen erkennen, daß wir im Geiste und in der Fülle des christlichen Glaubens unsere Kraft ein­setzen müssen, damit wieder der Friede Christi ins Abendland einkehre, wieder eine christliche Ord­nung der gesellschaftlichen Beziehungen in Europa aufgerichtet werde.

Nach der Aussetzung des Allerheiligsten Jtimmte der Domchor dasTantum Ergo" an und in feierlichem Zuge verließ der Kardinal den Dom. Vier Kardnäle, fünf Erzbischöfe und 20 Bischöfe nehmen an den Feiern teil, 3500 auswärtige Prie­ster werden täglich an den Altären der Wiener Kirchen die Messe lesen. Rund 100 Sonderzüge bringen die etwa 40 000 bisher angemeldeten Aus­länder, unter denen am stärksten die Tschechoslo­wakei mit 18 000 vertreten ist, und die rund 50 000 Teilnehmer, die sich aus den Bundesländern in Wien angekündigt haben. Neben den rein kirch­lichen Feiern und der festlichen Umrahmung der Tagung findet eine große Zahl berufsftändifcher Tagungen statt, die zum Teil rein österreichischen, zu einem großen Teil aber allgemeiner Natur sind, wie der christliche Weltbauerntag.

Kleine politische Nachrichten.

Wie dieVossische Zeitung" berichtet, sind vom thüringischen Innenministerium im Lande Thürin­gen alle Jmpfgegnervereine, sowie der Impfgegner-Aerztebund aufge­löst und verboten worden. Das Vermögen dieser Organisationen wurde beschlagnahmt. Zu­widerhandlungen gegen diese Veroote sollen b e - straft werden, wobei gleichzeitig darauf hinge­wiesen wird, daß jede öffentliche impf­gegnerische Betätigung strafbar ist.

Aus der Provinzialhauptstadt

nerstag 10.40 Uhr MEZ. in Rio de Janeiro zum Rückflug aufgestiegen und befand sich 17.30 Uhr MEZ. 480 Kilometer von Rio entfernt. Bei leich­tem Rückenwind erreichte es eine Stundengeschwin­digkeit von etwa 120 Kilometern.

Vizeadmiral Richard Byrd hat im Weißen Hause in Washington bekanntgegeben, daß er am 25. September von Boston aus eine neue For­schungsreise zum Südpol antreten werde. Byrd hat seine Pläne mit dem Präsidenten Roose­velt besprochen.

Die Leipziger Messe, eine Schau deutscher Spitzenleistungen Oie Wendung zum Binnenmarkt. Verbrauch deutscher Ware mindert die Arbeitslosigkeit.

Von unserem Sonderberichterstatter Or. Hermann Krause.

Zusammenschluß der Konchmvmme zu einer Reichsverbraucherschast.

Ein plan des Führers der Deutschen Arbeitsfront.

Hessische Personalien.

Das hessische Personalamt gibt folgende Perso­nalveränderungen bekannt:

Ernannt wurden: der Gendarmeriehaupt­wachtmeister auf Probe August Martin zu Lau­terbach zum Gendarmeriehauptwachtmeister und der Gendarmeriehauptwachtmeister auf Probe Heinrich Erb zu Friedberg zum Gendarmeriehauptwacht- meister, beide mit Wirkung vom 1. Juni 1933; der Rechnungsrat bei der Hauptstaatskasse Wilhelm R o h l e zu Darmstadt zum Hauptstaatskassier mit Wirkung vom 1. Juli 1933.

In den Ruhe st and versetzt wurden: der Ver­messungsrat Reinhold Geiß zu Wörrstadt mit Wirkung vom 1. Oktober 1933; Rektor an der Volks- schule zu Bieber, Kreis Offenbach, Johannes W e n - z e I mit Wirkung vom 16 August 1933 an, beide auf ihr Nachsuchen.

Auf Grund des Reichsgesetzes zur Wiederherstel­lung des Berufsbeamtentums wurde in den Ruhe- stand versetzt: der außerordentliche Professor für Zeichnen und Malen an der Technischen Hochschule in Darmstadt und persönliche Ordinarius Dr. Josef P l e n k mit Wirkung vom 1. Dezember 1933 an.

In den endgültigen Ruhe st and versetzt wurde der Vermessungsrat i. e. R. Heinrich Volz zu Reinheim i. Odw. auf Grund von § 6 des Ge- fetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamten­tums mit Wirkung vom 1. Dezember 1933.

Auf Grund des § 4 des Gesetzes zur Wiederher- stellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurde aus dem hessischen Staatsdienst entlas­sen: am 29. August 1933 der Studienrat, Ober­studiendirektor Dr. Otto Keller an dem Ludwig- Georg-Gymnasium in Darmstadt mit Wirkung vom 1. Oktober 1933.

Otto Jung,

1. Vorsitzender der AOK. Gießen.

Parteigenosse Otto Jung ist am 10. Januar 1903 zu Steinberg (Kreis Gießen) geboren. Er be­suchte dort die Volksschule und später die Oberreal­schule zu Gießen. Schon während seiner Schulzeit gehörte er der völkischen Bewegung an und wurde Ende 1922 Mitglied der Hitlerbewegung. Er hat in den Jahren vor dem denkwürdigen Tage von München verschiedentlich noch als Junge seine Zu­gehörigkeit zu dem großen Führer unter Beweis stellen müssen. Nach seiner Schützest war er im

verbänden eine völlige Einigung erzielt worden.

Dr. Ley führte bann weiter aus: So habe ich den folgenden Plan gefaßt, die 1200 Einzel-Kon- sumvereme zu einerReichsverbraucher- Genossenschaft" zusammenzufassen, in der die bisherigen Rechte und Ansprüche der Mitglieder der Einzelkonsumvereine vollkommen erhalten bleiben. Die Anteile der Einzelkonsumvereine gehen auf die Reichsoerbraucher-Genossenschast über und dafür er­hält das Einzelmitglied genau die­selben Rechte, die es heute an den Einzel- konsumoereinen hat. Diese Reichsverbraucher-Ge? nossenschaft verpachtet ihre Läden an den Mittelstand, mit der Maßgabe, von der Zentralgenossensch a f t einzukau- f e n und sich der Revision und Kontrolle der Reichsgenossenschaft zu unterwerfen. Jeder, der von nun ab in unverantwortlicher Art Eingriffe gegen die Konsumvereine unternehme, werde rücksichtslos entfernt werden und gegen ihn der Ausschluß aus der Partei beantragt werden.

V. A. Die Leipziger Herbstmesse hat ihre Tore geschlossen. Ein verheißungsvoller Auftakt neuer deutscher Wirtschaftsentwick­lung hat mit dem Ausbau der Messe zum Weg­bereiter gesunder Nationalwirtschaft begonnen. Die nationalsozialistische Erhebung hatte auf die dies­jährige Leipziger Messe einen weitgehenden Ein­fluß ausgeübt. Während bis vor kurzer Zeit durch­weg die Auffassung herrschte, die Leipziger Messe sei hauptsächlich oder gar ausschließlich für d i e Ausfuhr da, ist man jetzt dazu übergegangen, sie mehr als bisher für den Binnenmarkt nutzbar zu machen. Der schaffende Mittelstand, das Handwerk und das Klein- und Mittelgewerbe sollten die Möglichkeit haben, auf der Messe auszustellen und sich über technische Fortschritte und Neuheiten zu unterrichten. Auch die Landwirtschaft sollte Ge­legenheit haben, ihre Erzeugnisse selbst oder durch die Derarbeitungsgewerbe anzubieten. Daneben aber galt es, den Gedanken zum Ausdruck zu bringen, daß der Bezug und die Verwendung von deut­scher Ware der endlichen Beseitigung der Ar- beitslosigkest in größtem Umfange dienen.

Bei dieser Zielsetzung war die Eingliederung des neuen Arbeitsplanes in die allgemeine Organisation der Messe nicht ratsam und der Reichsausschuß für Ausstellungs- und Messewesen entschloß sich zum Aufbau der ersten Braunen Groß- messe. In erstaunlich kurzer Zeit waren die organisatorischen Vorarbeiten geleistet und wer nach der Eröffnung der Großmesse durch den sächsischen Wirtschaftsminister Lenk die fünf großen Äus- stellungshallen durchschritt, der stand schon am ersten Messetag unter dem Eindruck der planvollen und zielbewußten Arbeit, die hier geleistet worden ist.

Bei den Jndustrieerzeugnissen war eineSachsen- schau" ebenso Gegenstand besonderer Aufmerksam­

keit, wie die Kollektivausstellungen Thüringens und der bayerischen Ostmark. Die Abteilungen Beklei­dung, Hausrat, Geschenkartikel, Fahrzeuge und In­dustriebedarf zeigten deutlich, wie allen Wünschen der Käufer und Verbraucher Rechnung getragen wird. Die Aussteller wissen auch, daß eine mög­lichst günstige Preisgestaltung den Um­satz am besten zu heben vermag. Wenn man da­neben die zahlreichen Kollektivausstellungen des Handwerks betrachtet, die die Schaffensfreude des Meisters verkörpern, fo kann man das Urteil am besten mit den Worten wiedergeben, die über einem Stand angebracht sind: Wir siegen in der Arbeitsschlacht! Eine besondere Abteilung, die Messe für deutsche Nahrungsmittel und land­wirtschaftliche Güteerzeugung, zeigt deutlich einen landwirtschaftlichen Einschlag, der vermutlich in den nächsten Jahren noch stärker hervortreten wird. Der Gedanke der Selbstversorgung aus eigener Scholle wird dort in einer großen Sonderausstellung unter dem LeitwortDer Kampf um die Nahrungsfreiheit" in eindrucksvoller Form dem Meffebefucher nahegebracht.

So soll es sein! In Zukunft wird die Leipziger Messe die große Schau aller Hochlei­st ungen sein, die deutsche Hirne erdacht und deutsche fiänbe erarbeitet haben. Im lebendigen Verkeyr zwischen Erzeuger, Handel und Verbraucher wird sie ihre hohe Mission erfüllen, der Wirtschaft immer wieder neuen Auftrieb, neue nachhaltige Belebung zu vermitteln. Deutschlands Leistungsfähigkeit und ungebrochener Lebenswille find erneut unter Beweis gestellt worden. Möge die diesjährige Herbstmesse, vor allein die Braune Großmesse einen Markstein deutscher Wirtschafts­geschichte bilden.

Hoffen und Harren ...

Mancher Mensch wird sich verdrießlich von diesem Sprichwort abwenden, heute, in einer Zeit, wo vie­len überhaupt nichts mehr geblieben zu sein scheint als die Hoffnung auf bessere Zeiten. Wenn die Hoffnung wirklich nur ein Traumgebilde sein sollte, die uns narrt...

Nicht die begründete und von der Tat unterstützte Hoffnung ist ein leerer Wahn. Aber es gibt viele Menschen, ein Massenheer von Menschen, die nur von der Hoffnung, vonPläne voll sein" leben. Ällan hofft auf eineleitende" Stellung und über­sieht dabei die Ansprüche des Augenblicks, der den ganzen Mann, die Einsetzung aller Kräfte erfor­dert und--man kommt nicht einmal vorwärts,

geschweige denn auf den Thronstuhl des Chefs.

Man hofft auf einegute Partie", erlebt sich im Hoffnungstaumel alsgnädige Frau" und weist lebensverträumt und wirklichkeitsfremd eine schwie­lige Hand zurück. Und alssitzengeblieben" trauert man der Vergangenheit nach, will sie herholen wie vordem die Zukunft.

Man spielt in Lotterien und erwartet allerhand Glücksfälle, beweihräuchert sich schon vorzeitig in Hinsicht auf den kommenden, erhofften Namen von Ehre und Ansehen, den ein glückliches Schicksal sicher für uns bereithält. Für teueres Geld hat uns dieses Geheimnis ein Schwindler aus den Sternen gelesen. Man verschlingt Romane und lullt sich in die Rolle der Helden ein. Man hört von Filmstars und wartet und wartet, bis die Glücksstunde auch uns als Talent und Schönheit entdeckt. Man wiegt sich in allen möglichen und unmöglichen Zukunfts­bildern bei Tag und bei Nacht und der innerlich unruhige, aufgepeitschte Mensch hat nie Ruhe noch Rast vor seinen ungestüm quälenden Plänen. Er geht mißmutig an sein Tageswerk, zersplittert seine Kraft zwischenmüssen" undhoffen". Er möchte die Gegenwart wegschicken, sie beflügeln und weil das nicht geht, stellt man sich ihr feindlich gegen­über und damit ist das Leben dieses harrenden Narren in seinen Grundfesten erschüttert, da sich jedes Leben nur durch die Gegenwart fruchtbringend gestalten läßt.

Die glückliche Zukunft liegt nicht in unseren Hän­den durch Hoffen, sondern durch restlose, freudige Ausnützung des Augenblicks, der Gegenwart.

Berlin, 8. Sept. (CNB.) Staatsrat Dr. Ley beschäftigt sich imVölkischen Beobachter" mit den Konsumvereinen im neuen Staat. Noch heute sei ein großer Teil der besten deutschen Arbeiterschaft in den Konsumvereinen organisiert. Hätten wir sie rücksichtslos zerschlagen, so hätten wir nicht nur einen großen Teil der deutschen Arbeiterschaft ver­ärgert, verbittert und uns zu unerbittlichen Fein­den gemacht, sondern wir hätten auch große Werte vernichtet und Hunderttau­sende arbeitslos gemacht.

Seine Aufgabe fei es gewesen, dem wilden Kampf gegen die Konsumverein aus den Kreisen des Mittel­standes entgegenzutreten und eine neue Form für die Konsumvereine zu finden, um einmal dem Arbeiter seine Anteile zu erhalten und zum andern, um eine Verbindung mit dem Handwerk und dem Mittelstand zu finden, die es ermögliche, auch diesen Kreisen ge­recht zu werden. In der letzten Sitzung des Kle i n e n Arbeitskonvents sei mit den Vertretern der nationalsozialistischen Hago und GHG. sowie mit den I Vertretern der Arbeiterverbände und den Konsum-

Maschinenbau praktisch tätig und absolvierte ver- schiedene technische Lehranstalten mit der erfolgtet« chen Prüfung als Maschinenbau-Ingenieur. Das Examen als Maschinenbauingenieur legte er an der Anstalt zu Lage-Lippe in Lippe ab. Als bekannter Redner und Sozial- und Arbeitsrechtsoertreter der gesamten Provinz Oberhessen hatte er gerade in Arbeiterkreisen Erfolge, die seinen Namen weit über die Grenzen seines Bezirks bekannt machten. Es verdient ferner noch festgehalten zu werden, daß Pg. Jung als Mitglied in den Kreistag und in verschiedene weitere Ehrenämter berufen wurde. Im Jahre 1932 wurde Pg. Jung von dem Kreis- leiter Dr. H a r t h als Funktionär in die Kreisleitung berufen und ihm die Leitung der Abteilung VI/2 und später die gesamte Geschäftsführung übertragen. An­fang 1933 ernannte Pg. Kreisleiter Dr. Harth Pg. Jung zu feinem persönlichen Adjutanten.

Gedenkfeier des Türkenjahres 1683 in den Schulen.

Die Ministerialabteilung für Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, gibt in einer Bekannt­machung an die Direktionen und Leiter der höheren Schulen und der gewerblichen Lehranstalten und an die Kreis- und Stadtschulämter folgende Anord­nung:

Am 11. September ist in allen Schulen des Lan­des eine Gedenkfeier des Türkenjahres 1683 in der letzten Sormittagsftunbe- abzuhalten. Dorn vierten Schuljahr aufwärts werden sämtliche Klassen in einem geeigneten Raum versammelt, wobei ein Ge­schichtslehrer die Bedeutung des großen historischen Jahres in einer Ansprache würdigt. Es ist dafür Sorge zu tragen, daß durch die Behandlung des geschichtlichen Vorgangs von 1683 die freundschaft­lichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei nicht beeinträchtigt werden. Äls Grundlage für die Gedächtnisfeier hat eine Abhandlung aus der Monatszeitschrift des Volksbundes für das Deutsch­tum im Ausland, welche allen Schulen zugeleitet worden ist, zu dienen. Die Feier ist mit Gesang von vaterländischen Liedern zu beenden.

NSDAP. Kreis Gießen.

Der stellvertretende Kreisleiter gibt bekannt, daß alle Ortsgruppenleiter verpflichtet find, für die um­gehende Erledigung aller an sie gerichteten Anfra­gen über die politische Betätigung von Personen zu sorgen. Spätester Termin ist Sonntag, 10. Sep­tember.

Die Ortsgruppe Gießen der NS.-Kriegsopferver- forgung hält am morgigen Samstag, 9. Septem­ber, 20.30 Uhr, im Cas6 Leid eine Mitgliederoer. fammlung ab, zu der für alle Mitglieder das Er­scheinen Pflicht ist. Zu der Versammlung sind auch alle noch nicht organisierten Kriegsopfer kamerad­schaftlich eingeladen.

Vortrag im Kampfbund deutscher Architekten und Ingenieure.

Am Dienstag, 12. September, findet um 20.30 Uhr im Saale des Cafe Ebel, Burgaraben, eine Mitgliederversammlung des Bezirks Gie­ßen und Oberhessen des Kampfbundes der deutschen Architekten und Ingenieure tatt, bei der Pg. Bürgermeister Dr.-Jng. Ernst Hamm sprechen wird überBauordung, Beleihungs- und Hypothekenwesen, ihr Einfluß auf den Städteba u". So­dann wird der Bezirksführer einen Bericht über den Reichsparteitag in Nürnberg mit besonderer Berücksichtigung der den KDAJ. betreffenden fra­gen geben.

Die Mitglieder des KDAJ., sowie technisch inter- essierte Gäste werden freundlichst aufgefordert, an der Versammlung teilzunehmen. Als Unkostenbei­trag werden 50 Pf. erhoben. Für Erwerbslose ist der Eintritt frei.

Vom Deutschen Offizierbund.

Man schreibt uns: Zur Offizierversörgung ge­hören alle die Versorgung und amtliche Fürsorge betreffenden Angelegenheiten sämtlicher ehe­maliger aktiver Offiziere und ehemaliger Offiziere des Beurlaubtenstandes (also auch der Nicht­krieg s b e s ch ä d i g t e n),. sowie der Hinterblie­benen beider Offizierarten. Leiter der Abteilung Offizierversörgung ist Oberst v. Rauch der Reichs­leitung der NSKOV. in Berlin W. 35, welche vor­aussichtlich in einigen Monaten eine Körperschaft des öffentlichen Rechts werden und auch einen Teil der Kriegsbeschädigtenfürsorge übernehmen wird.

Alle Offiziere der alten Armee werden aufge­fordert, der NSKOV. beizutreten. Von den Lan­desverbänden und Ortsgruppen-Offizierversorgungs- abteilungen werden nur die DOB-Mitglieder be­treut. Für NSKOV. läßt man sich einfdjreibcn (Dienstag und Freitag, 15 bis 18 Uhr, in Darm­stadt, Elifabetenstraße 291) als Mitglied. Für Orts­gruppe Gießen Anmeldung bei Herrn Professor Dr. Schmoll. Monatsbeitrag 90 Pf. wird einkassiert. Die Zeitung wird frei geliefert. DOB.-Mitglie­der brauchen 1 Mark Eintritt nicht zu bezahlen. Im Todesfall, nach dem Eintritt nach drei Mo­naten, 100 Mark Sterbegeld.

provinzial-Sängertag in Gießen.

Am Sonntag, 17. September, findet in Gießen im Gewerkschaftshaus der oberheffischePro- vinzial - Sängertag statt. Nach den Anord­nungen des Prooinzführers für Oberhessen des Hes­sischen Sängerbundes, L. Wendler (Bad-Nau- heim), wird am Vormittag zunächst eine Bauführer- sitzung abgehalten. Die Prooinzialtagung nimmt um 14 Uhr ihren Anfang. Bei dieser Tagung wird der Bundeschormeister des Hessischen Sängerbundes, Universitätsmusikdirektor Professor Dr. T e m e s - oari), Gießen, einen Vortrag über das Thema Kultur und Politik" halten. Der B a u e r s ch e Gesangverein in Gießen wird die Tagung mit dem vaterländischen ChorO Deutschland" von Prof. Dr. Temesvary unter persönlicher Lei­tung des Komponisten einleiten. Es wird mit zahl­reichem Besuch der Tagung gerechnet.

Landes -Zugendwettkämpfe in Gießen.

Bei prächtigem Morgensonnenschein wurden heute früh die Landesjugendwettkämpfe der Gießener Schulen auf dem Trieb ausgetragen. Daran waren sämtliche Gießener Schulen beteiligt. Die Austragung der Wettkämpfe geschah in vier Gruppen, die sich aus je zwei Jahrgängen rekrutieren. Den Kämpfen des heutigen Tages gingen bereits Ausscheidungs­kämpfe in den einzelnen Schulen und unter den Klassen voraus, so daß sich nunmehr nur die Be­sten der Schulen in einem gemeinsamen Wettkampf fanden. Nachdem zu Beginn der Woche bereits Schwimmwettkämpfe ausgetragen wurden und dis einzelnen Klassen Märsche unternommen hatten, die die Teilnehmer über Strecken von 3, 5 und 7,5 Kilometer führten, traf man sich heute morgen zu den Wettkämpfen in vier weiteren Disziplinen. Die Jugend trat zu einem Hindernislauf an, zum Ziel­wurf, ferner zum Klettern und Steigen (an einem

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