Ausgabe 
8.9.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 210 Erstes Blaff

185. Jahrgang

Zreitag, 8. September 1955

vnick und Verlag: vrühl'fche Universtläls-Vllch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Zchnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7.

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Berlin, 8. Sept. (OB. Funkspruch.) wie zur Antwort auf die eindrucksvolle Kundgebung der deutschen Saarbcoölferung am Nieberwalddenkmal sind im Saargebiet verwaltungsmaßnahmen ge­troffen worden, die darauf schließen lassen, dah der internationale Charakter" des Saargebietes mit allen jetzt noch verfügbaren Mitteln aufrecht erhal­ten werden soll. Schon Anfang August war in einer französischen Zeitung die Nachricht erschienen, dah die Regierungskommission des Saargebietes, um den ungestörten Verlauf der Volksabstimmung zu gewährleisten, an die Heranziehung aus­ländischer Truppen denke. Ls war in die­sem Zusammenhang von Holland gesprochen worden. Dieser Fühler stieß in der Oeffentlichkeit. vor allem im Saargebiet selbst, auf fo ent­schiedene Ablehnung, dah der Gedanke von offizieller Seite offenbar nicht weiter ver­folgt wurde.

Nunmehr wird bekannt, dah die saarlän­dische Polizei mit ausländischen Ele­menten durchsetzt werden soll, was im End­effekt der Besetzung durch fremde Truppen ungefähr gleichkommen und aus alle Fälle einen eben­solchen Bruch des Saarslalules bedeuten würde. Das Landjägerkorps im Saargebiet hat nur die Aufgabe, d i e innere Ordnung aufrecht zu erhalten und ist dieser Aufgabe bisher durch-

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Berlin, 8. Sept. (LNB. - Funkspruch.) 3m Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ist, rote die Reichs­anstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosen­versicherung berichtet, ein weiterer erhebli­cher Fortschritt erzielt. Die Zahl der auf den Arbeitsämtern eingetragenen Arbeitslosen ging i n der zweiten Augu st Hälfte um weitere 2 0 7 0 0 0 (minus 4,8 v. h.) zurück. Nachdem bereits feit längerer Zeit der diesjährige Arbeits­losenbestand unter dem des Vorjahres lag, wird mit rund 4 128 000 Arbeitslosen auch der für den glei­chen Zeitpunkt des Jahres 1931 ermittelte Bestand erstmalig unterfdjriffen.

Nach den landwirtschaftlichen Bezirken haben auch einige industrielle und dichtbe­siedelte Gebiete sowohl in absoluten Zahlen

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wie anteilmäßig eine überdurchschnittliche A b - nähme auszuweisen, so Westfalen (minus 21 000 oder 6,2 o. h.), Mitteldeutschland (minus 22 000 oder 6,6 v. h.), Niedersachsen (minus 18 000 oder 7,7 v. h.).

Am 31. August entfielen auf die Arbeits­losenversicherung rund 360 000, auf die firifenfürforge rund 1 170 000 hauptunter- stühungsempfänger. Die Zahl der anerkannten arbeitslosen Wohlfahrtserwerbslosen be­trug rund 1 604 000. 3m Arbeitsdienst wur­den nach der Zählung der Reichsleitung des Ar­beitsdienstes rund 257 000 junge Deutsche beschäftigt. Durch die Vermittlung der Reichsanstait werden 200 000 junge Landhelfer in der Landwirtschaft untergebracht fein.

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Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20° a mehr.

Chefredakteur

Dr. Friede. Will). Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür denAn- zeigenteil i.B.TH.Kürnmel sämtlich in (Biegen.

mMmitWiiebung wurden Eewim übet 400 M. gezogen

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aus gewachsen gewesen. Ruhe und Ordnung im Saargebiel ist bisher nirgends ernstlich gestört worden. Sogar französische Zeitungen haben lobend anerkannt, daß im Saargebiet eine Ruhe herrsche, die man sonst in anderen Abstimmungsgebieten nicht gewohnt sei. Das Landjägerkorps ist freilich nicht dazu da, der politischen Willensäußerung der Saarbevölkerung Schranken zu ziehen oder die Ge­sinnung der Bevölkerung zu überwachen. Der jetzige Kurs der Regierungskommission, die die hemmungs- loseste deutschfeindliche Propaganda landfremder Agitatoren und Spekulanten und ebenso die fortbauernbe Schikanierung bet deutschgesinnten Arbeiter und Angestellten durch die französische Verwaltung deckt, dagegen jede Be­tätigung im deutschen Sinne aufs äußerte erschwert, würde durch die Heran­ziehung von ausländischen Polizeibeamten eine weithin sichtbare Hervorhebung und Verschär­fung erfahren. Die lugemburgifdje Re­gierung, an die sich die Saarregierung wegen Ucberlaffung von einem Kommissar und fünf Bri­gadiers gewandt haben soll, die im Saargebiet als Kriminalbeamte eingestellt werden sollen, hat sich bisher gegenüber Deutschland so korrekt verhalten, daß von ihr ein Eingehen auf dieses bedenkliche Ansinnen nicht zu erwarten ist.

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Menn jetzt insbesondere der Tardieusche plan einer Rüstungskontrolle von der französischen presse in den Vordergrund gestellt wird, so geschieht das in der offenkundigen Absicht, die Augen der Welt von dem eigentlichen Zweck der Abrüstungskonferenz, nämlich der Herabminde­rung der Rüstungen, abzuziehen. Deutschland Hal, wie von unterrichteter Seite erklärt wird, es niemals abgelehnt, eine Kontrolle anzunehmen. Aber es wird sie nur unter der Voraussetzung annehmen, dah sie sich gleichmäßig gegen alle auswirkt. Eine solche Gleichmäßigkeit besteht aber nicht, f o - lange nicht auf der Gegenseite effek­tiv abgerüstet worden ist. Eine Kontrolle, die den gegenwärtigen Rüstungsstand zum Gegenstand hat, ist völlig sinnlos. Eine Kon­trolle, die auf der einen Seite nur die hochgerüste­ten Staaten mit allen Rechten sieht, und ans der anderen Seife die abgerüsteten Staaten nur mit Verpflichtungen, würde ein hohn auf das Ziel der Abrüstungskonferenz fein.

Kurswechsel in der französischen Kolonialpolitik.

Mißerfolge ht Kamerun und Togo.

Paris, 7. Sept. (TU.) Der französische Außen­minister hat den Generalresidenren von Marokko, P o n s o t, den Oberkommissar von Syrien, b e Märtel, und den Referenten für Kleinasien im

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Frankreich will Kontrolle ohne Abrüstung.

Taktische Vorbereitungen der pariser Konferenz.-Wie werden sich Amerika und England stellen?

Weiter günstige Gestaltung der Arbeitsmarkttage

Wieder über 200 OOO Arbeitslose weniger.

Lin neuer Schlag gegen das deussche Saargebiel

Oie Saarkommission wirbt luxemburgische Polizei an.

Außenministerium empfangen und mit ihnen eine eingehende Aussprache gehabt. Es hat den An­schein, als ob Paul-Boncour nach der Neubesetzung sämtlicher führender Posten in den französischen Mandatsgebieten eine vollkommen neue KoIo­nia l p o li t i k einführen will und seinen Beauf­tragten nunmehr neue Richtlinien gegeben hat.

Es ist seit langem offenes Geheimnis, daß die französische Kolonialpolitik überall zu Unzu­friedenheit Anlaß gibt. Es handelt sich

hierbei nicht nur um die Mandatsgebiete in Nord- afrika, sondern auch in den ehemaligen deutschen Kolonien Togo und Kamerun macht sich eine wachsende Unzufriedenheit bemerkbar. In Dahomey und in Togo soll es nach Berichten französischer Blätter sogar kürzlich zu Aufständen der Eingeborenenbevölkerung gekommen sein, die man französischerseits natürlich auf bas Konto deutscher Propaganda zu schieben versucht.

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für (Vberhefsen

Gesandten in Mexiko; den Botschafter in Moskau, von Dirksen, zum Botschafter in Tokio; den Botschafter in Ankara, N a d o l n y , zum Botschafter in Moskau.

Der Herr Reichspräsident hat zur Disposi­tion gestellt: den Gesandten in Budapest, von Schön, den Gesandten in Kabul, Schwörbel, den Generalkonsul in Neuyork, K i e p, den General­konsul in Chikago, Simon. Infolge Erreichung der Altersgrenze ist der Gesandte in Belgrad, Frei­herr Dufour von Feronce, in den dauern­den Ruhestand getreten. Wie wir ferner hören, ist für den Gefandtenposten in B u d a p e st der Bot­schaftsrat an der Botschaft in Madrid, v. Macken­sen, und für den Gesandtenposten in Kabul Konsul Zimke in Beirut ausersehen. Konsul Borchers in Cleveland wird mit der Verwaltung des General- konsulats in Neuyork beauftragt werden.

Or. Goebbels spricht im Rundfunk.

Berlin, 8. Sept. (OB. Funkspruch.) Die Reichsrundfunkgesellfchaft teilt mit: Reichsminister Dr. Goebbels hält Mittwoch, 13. Septem­ber, zwischen 20 Uhr und 20.30 Uhr einen Runb- funkoortrag über bas ThemaSozialismus be r lat im Kampf gegen bie N o t b e» tommenben winters".

Internationale Hilfsaktion für die Hungernden in Rußland.

Berlin, 7. Sept. (TU.) Die in Kopenhagen zu einer internationalen Konferenz versammelte europäische Zentralstelle für kirch­liche Hilfsaktion beschloß unter Leitung bes bekannten schweizerischen Kirchenführers Professor Dr. Keller-Genf eine ökumenische und inter­nationale Hilfsaktion für bie hungern- ben Christen aller Konfessionen in Sowjetrußland in die Wege zu leiten. Unter Führung von Prof. Keller sind in der europäischen Zentralstelle alle großen evangelischen Kirchen Westeuropas, der nordischen Länder, Englands und der Vereinigten Staaten zusammen- geschlossen. Ihr gehören auch die griechisch- orthodoxen Kirchen Süd- und Osteuropa an. Professor Keller will unverzüglich an die praktische Arbeit der Hilfsorganisation 'herantreten und vor allen Dingen die Kirchen der beiden großen angel-

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Die Wirren auf Kuba.

Eine Prestigefrage ür die Bereinigten Staaten.

London, 7. Sept. (WTB.) Zur Lage aus Kuba gibt der Korrespondent derTimes" in Washington folgende Erläuterungen: Es ist Befehl gegeben worden, bie meisten amerikanischen Kriegsschiffe der atlantischen Flott« in den Gewässern um Kuba herum zu versammeln. Es liegt auf der Hand, daß Washington einer Verschlimmerung der Lage gegenüber nicht gleichgültig bleiben könnte, da b a s Leben von 7 000 Amerikanern und mehr als eine Milliarde auf Kuba angelegten amerikanischen Kapitals auf dem Spiele stehen würden. Die amtlichen Stellen in Washington haben noch immer keine rechte Klarheit über die Ursachen und die Ziele dieser neuen Re­volution. Die Lage der amerikanischen Regierung ist sehr peinlich. Die gefallene d e - C e s p e - des-Regierung war, wenn nicht theoretisch, so doch praktisch von dem amerikanischen Botschafter und somit in den Augen des gan­zen lateinisch sprechenden Amerika von der Regie­rung der Vereinigten Staaten begünftigt wor­den. Ihr Sturz ist daher ein schwerer Schlag für das amerikanische Ansehen, der besonders schmerzlich ist im Hinblick auf die kommende pan­amerikanische Konferenz, die im Dezem­ber in Montevideo zusammentreten soll.

Die Ursache der Revolution in Kuba wird in eng­lischen Zeitungsberichten auf russisch-bolsche­wistische Einflüsse zurückgeführt. Obwohl die Mitglieder der neuen Junta in Kuba erklären, daß sie keine kommunistischen, sondern nur radikale Ar­beiterziele verfolgten, scheine doch festzustehen, daß russische Agenten während der letzten Wochen fieberhaft daran gearbeitet haben, in Kuba der bolschewistischen Revolution zum Siege zu verhelfen. Große Teile der kommuni­stischen Jugend hätten sich jetzt in den Be­sitz von Waffen gesetzt. Viele Nahrungsmittel­läden seien von hungernden Einwohnern g e plündert worden. Die Regierung habe erklärt, daß sie in der ganzen Republik Feldküchen auf- stellen werde, um die hungernden zu verpflegen. Ferner würden drastische Sparmaßnahmen geplant. Die Soldaten sollen Befehl erhalten Haden, schon bei der geringsten Ruhestörung von derSchuß- waffe Gebrauch zu machen. Der franzö­sische Konsul in Santiago, hat, da man ihm angedroht hat, seinen Besitz zu zerstören, militä- rischen Schutz erhalten. Die Militärbehörden von Santiago Haden angekündigt, daß jede kom­munistische Kundgebung mit Maschi­nengewehrfeuer unterdrückt werden würde. Die Streiks dauern fort. Ein Einkauf von Lebensmitteln ist unter den gegenwärtigen Ver­hältnissen nicht möglich.

Personalveränderungen im auswärtigen Dienst.

Berlin, 7. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der Herr Reichspräsident hat ernannt: den Vortragen­den Legationsrat von Heeren zum Gesandten in Belgrad; den Gesandten in Oslo, Freiherrn von Weizsäcker, zum Gesandten in 'Bern;

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Paris, 7. Sept. (TU.) Ministerpräsident D a lädier empfing am Donnerstag den englischen Geschäftsträger in Paris, Campbell. Die Aus­sprache galt der Vorbereitung der am 18. Septem­ber ftaltfinbenben Pariser Konferenz, an der englischerseits der ständige Vertreter im Ab­rüstungsausschuß, Eden, und wahrscheinlich auch der Vorsitzende der Abrüstungskonferenz, Hen­derson, teilnehmen. Die Teilnahme von Nor­man D a d i s scheint ebenfalls festzustehen, doch dürfte er sich erst dann einschalten, wenn zwischen England und Frankreich eine grundsätzliche Einigung in der Kontrollfrage erfolgt ist. Französischerseits behauptet man ferner, daß die Kontrolle der deutschen Rüstungen und die deutsch-österreichische Frage ebenfalls aus dem Arbeitsprogramm der Pariser Konferenz ständen und sogar einen der Hauptoer- Handlungspunkte darstellten.

Obgleich über die gestrige Unterredung zwischen Norman Davis und Sir John Simon nur sehr wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, zeigt man sich in der Pariser Presse auf Grund der Sondermeldungen ihrer Londoner Berichter­statter ziemlich enttäuscht, da sich bereits Die er ft en grundsätzlichen Meinungs­verschiedenheiten zwischen der französischen und der amerikanischen These in der Kontroll- und Sicherheitsfrage bemerkbar machen. Auf französi­scher Seite hatte man mit besonderem Nachdruck daraus hingewiesen, daß Norman Davis von Roose­velt den Auftrag erhalten habe, den von Frank­reich geforderten Kontrollmaßnahmen zuzustimmen. Man hatte dabei an eine Versuchsperiode

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Neustadt a. d. Haardt, 7. Sept. (TU.) Das bereits angekündigte volkssozialistische Ehrengesetz, das die Grundlage der volkssozialisti- s ch e n Selbsthilfe in der Pfalz bildet, wird nunmehr der Oeffentlichkeit übergeben. Sein Arti- kel 1 besagt: Das pfälzische Volk hat sich dieses Ehrengesetz selbst gegeben. In Artikel 2 heißt es: wer sich vergeht an Wesen und Inhalt der sozialisti­schen Volksgemeinschaft, über den sprechen die durch ihren Sozialismus verbundenen Volksgenossen in iyrer Gesamtheit die Strafe aus. Ein solches Urteil spricht dem anderen das Recht ab, sichVolks­genosse" zu nennen und entbindet die Gesamtheit, ihn als Volksgenossen zu betrachten. Nach Artikel 3 vergeht sich gegen das Ehrengesetz, wer bewußt und ohne Begründung Sabotage treibt gegen die volkssozialistische Aktion. Wer als Mitglied des Kuratoriums der Volkssozialistischen Selbsthilfe, als Mitglied der Aktionsausschüsse, als anerkanntes Or­gan des Ueberwachungsausfchusses oder als Ver­trauensmann feine ihm übertragene Tätigkeit ver­nachlässigt. Wer als Mitglied der oben ge­nannten Einrichtungen irgendwelche Rücksicht­nahme persönlicher Art übt, anstatt in sol­chen Fällen seine Befangenheit zu erklären. Wer innerhalb der korporativen Mitgliedschaft der Volks- sozialistischen Ehrenlegion pflichtwidrig han­delt, fei es als Arbeitgeber, ober als Arbeit­nehmer. Wer auch nur einen Pfennig der Volks- sozialiftischen Selbsthilfe veruntreut ober gewissenlos verwirtschaftet. Die S t r a- fen, die verhängt werden können, sind: Einfacher

Verweis. Strenger Verweis. Einen auf bestimmte Zeit beschränkten Entzug bes Ehrenzeichens ber Volkssozialistischen Ehrenlegion. Verhängung der Volksacht. Die Volksacht bedeutet den dauernden Entzug des Ehrenzeichens, das Verbot weiter an der Selbsthilfe teilzunehmen und Verbot des Besuches von öffentlichen Veranstaltungen der Volksfozialistischen Selbsthilfe und der NSDAP. Diese Äolksacht wird in jedem Falle der Verun­treuung verhängt.

Die Strafen verhängt das Kreis-Ehren­gericht der VS. Im Berufungsfalle das Gau- Ehrengericht der VS. Das Urteil des Gau-Ehren­gerichts ist endgültig. Das Urteil wird ö f f e r. t - l i ch verkündet durch Bekanntgabe in Zeitun­gen, durch Plakatanschlag und auf Gemeindetafeln.

Mitglieder ber Ehrenlegion finb Betriebe, Aem- ter, Geschäfte usw., bie jebes einzelne ©lieb orga­nisatorisch zu einer Zelle zusammenfassen unb s i ch Zu einem festen täglichen Beitrag ver­pflichten, ber vom Betriebsinhaber, Amlsvor- ftanb, Geschäftsinhaber usw. im ganzen zeitlich fest­gelegt unb abgeführt wirb. Diese Betriebe, Aemler unb Geschäfte usw. führen am Geschäftsbriefbogen, am Schaufenster, am Fabrikgebäude usw. e i n Ehrenzeichen. Die korporativen Mitglieder der Ehrenlegion werden veröffentlicht unter Angabe der täglichen Abgabe. Jeder gibt nach seinem Ge­winn, seinem Einkommen, seinem Gehalt unb sei­nem Lohn. Keiner mehr als er kann, keiner weniger als ihm ber Volksgenosse wirt ist."

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Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte . 180 Zustellgebühr . -25 Auch bet Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, fiernfpredjanf (bluffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten Snzelger Siehe», poftscheckkonto:

firanffurt am Dlain 11686.

gehen sollte. Heute wirft man in der Pariser Presse Norman Davis vor, Verwirrung zwischen bie Grunbsätze ber Kontrolle und der Sicherheit zu tragen. Aus seinen Besprechungen mit Sir John Simon scheine hervorzugehen, daß Amerika dem französischen Kontrolloorschlag nur bedingt zu­stimme und als Gegenleistung sofortige ins Einzelne gehende Zugeständnisse auf dem Gebiete der Abrüstung fordere. Amerika vertrete mit anderen Worten die Ansicht, daß die Durchführung der Kontrolle ohne weiteres die Sicherheit dar st eile. Wenn man sich jedoch die Schwierigkeiten vorstrUe, unter denen der interalliierte Kontrollausschuß seinerzeit in Deutsch­land zu arbeiten gehabt habe, so könne man den Standpunkt Frankreichs verstehen, wonach die Kontrolle zunächst einmal ihre nutzbrin­gende Anwendung erweisen müsse, ehe man die Sicherheit als gegeben betrachten und Zugeständnisse auf dem Wege der Abrüstung ma­chen könne.

Matin" schreibt u. a.: Vor seiner Einschiffung nach Europa und sogar nach seiner Ankunft in Plymouth hat der Vertrauensmann Roosevelts Norman Davis von der Notwendigkeit einer Rüstungskontrolle gesprochen. Das war, wie man uns versichert, auch die Ansicht der engli­schen Minister, die übereingekommen sein sollen, eineeffektive, ständige und wie wir hinzufügen müssen:sofortige" Kontrolle zu fordern. Das ist eine Vorbedingung, ohne die man unmöglich wissen kann, wohin man steuert. Nicht etwa nach dem Abschluß eines Abrüstungsabkom­mens darf man eine Kontrolle Herstellen, sondern jetzt muß das geschehen, um die Verhandlungen auf eine feste Grundlage zu stellen. Um die euro­päischen Rüstungen vertraglich festzustellen, muß man zunächst wissen, über welche Kräfte der eventuelle Gegner verfügen kann. Aber darüber weiß man nichts. Denn es wäre heute wirklich sehr naiv, noch zu glauben, daß diese Kräfte die vom Versailler Vertrag festgesetzten bleiben würden.

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