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8.8.1933 Erstes Blatt
 
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etrcidcbörse.

Mug. Auch an der heuli- elte sich nur sehr kleines änkte sich meist auf die Bedarfs. Das Angebot »erstarkt, für Weizen tarn stände, die der für alte; ' er wurde Sommergerste etterau zum ersten Mal und Wintergerste war en gerietet. Das Mehl- bers Neunwljlabfäliiftt unefjl ging im fßreiit ittel tendierten c Tonne, alle; übrige uuer Ernte 191,50 bis ,te 155,00 bis 158,50, ecke 117,50 bis 180,00, Znef, Hafer alter Ernte ret)l Spez. 0 mit Aus- . ohne Austauschweizen 5 KOprozentige Ausmah- ibb. Spey 0 23,50, Wei- aaenkleie 8,00 bis 8,10, ufchlag 8,20 bis 9,00, do. ine 8,50, Erdnuhkuchen Heu 4/50 bis 4,75, Wei- ihtgepreßt niu 1,60, bo.

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Nr. 183 Erstes Blatt

183. Jahrgang

Dienstag, 8. Huguft 1935

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dnicf und Verlag: vrühl'fche Univerfitükr-Vuch- und Steinörudcret R. Lange in Stehen. Schristleitung und Sefchäftrftelle: Zchulftrahe 7.

Erschein» tügUch, autza Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert» (Biebener Familienblattei Heimat im Bild Die Scholl»

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Mit 4Beilagen WDL 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr . . -.25

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Chefredakteur

Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für denAn» zeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in Bietzen.

Das Echo oes französisch-englischen Schrittes.

Einmütige Ablehnung in Deutschland

Berlin, 8. Aug. (CNB.) Die Berliner Blätter nehmenJaft alle zu dem englisch.französi- fchen Schritt in der österreichischen Angelegen- heit Stellung. Uebereinstimmend weisen die Zei­tungen daraus hin, daß die gestern erfolgten Demar­chen der Botschafter Großbritanniens und Frank­reichs eine erhebliche Einschränkung der ursprünglich in der Presse der beiden Länder a n - gekündigten Aktion gewesen sind und daß weiter die Tatsache der Nichtbeteiligung Italiens be­sondere Beachtung verdient.

DerVölkische Beobachter" nennt die Angelegenheit, die sachlich völlig unhaltbar sei, mit der ablehnenden Antwort Deutschlands er­ledigt und sagt weiter: Die innere Triebkraft zu diesem Vorgehen dürfte wohl in Paris zu suchen sein. Der Grund ist naheliegend: Der ö st e r r e i ch j. schenRegierung sollte eine gewissehilfe- st e l l u n g gewährt werden. Es liegt auf der Hand, daß dabei gewisse französische Interessen ausschlaggebend gewesen sind, da, wie be­kannt, französische Gruppen an dem gegenwärtigen Regime in Oesterreich stark interessiert sind. Tatsäch­lich ist der Viermächtepakt nicht ein Vertrag, durch den Angelegenheiten einer fünften Macht, die nicht zu den vier Großmächten gehört, erledigt werden sollen. Der Vieriüachtepakt schreibt auch weiter vor, daß die Angelegenheiten der vier Möchte in freund­schaftlicher Form zur Sprache gebracht werden sol­len, er ist also nicht dafür gedacht, daß Anklagen gegen eine andere Macht erhoben werden. Alles in ollem genommen: Der gemeinsame Schritt Englands und Frankreichs ist sachlich nicht zu vertei- digcn und wäre am besten unterblieben. Damit dürfte der Fragenkomplex erledigt sein.

DieV o s s i s ch e Zeitung" führt aus, wenn die Ankündigungen der ausländischen Presse da­von sprachen, daß gegen die deutsche Regierung Anklagen wegen der Verletzung irgendwelcher Abmachungen gerichtet werden sollten, so haben .offenbar die zuständigen Stellen in Paris und London inzwischen erkannt, daß solche Ankla - gen nicht möglich sind. Gerade deshalb hat aber auch die Antwort auf den fran­zösischen und auf den anschließenden englischen Schritt so a u s s a l l e n können, wie sie in der amtlichen Mitteilung angegeben ist: mit dem Hinweis darauf, daß der Viermächtepakt für Aktionen solcher Art nicht die geeignete Handhabe bietet.

T>osBerliner Tageblatt" sagt, unsere Politik sei nicht dazu da, internationalen F i n a n z i n t e r e s s e n, auf die im Grunde der sogensnnte Schutz Oesterreichs hinausläuft, V o r - spanndienstc zu leisten, lind ganz gewiß ist dies auch nicht der Sinn des Vierer- Paktes. Mussolini wollte die vier Mächte nicht zu dem Zweck an den Pakttisch drängen, damit die vier Mächte übereinander herfielen, womöglich unter Hinzuziehung eines fünften, gar nicht am Pakt beteiligten Partners.

DieD A Z." schreibt von einer unzulässi­gen Einmischung. 3n den Augen aller Deutschen innerhalb und außerhalb der Rcichs- grcnzen sei die Regierung Dollfuß durch diese französische Hilfsaktion aufs neue fern» promi11iert worden. Warum habe Deutsch­land schließlich die Anwendung des Viermächte­paktes nicht für möglich gehalten? Erstens weil er keine Plattform biete, um die Angelegenhei­ten eines Partners des Paktes mit einer fünf­ten Macht zur Sprache zu bringen, zweitens weil dieser Pakt der Befriedung der Welt dienen und alle Angelegeicheiten unter den Beteiligten in freundschaftlichster Form erledigt werden sollten.

DieBörsenzeitung" meint: Ob die Wiener Regierung selbst den französisch- englischen Schritt angeregt hat, entzieht sich der Kenntnis der Oeffentlichkeit. Derartige Ver­mutungen auszusprechen, ist aber wohl erlaubt. Sicher aber ist, daß die Hauptinitiative zu der Aktion ,v o n Paris ausgeht. Der bemerkens­werte älmschwung in der Haltung der französischen Presse läßt die Annahme berechtigt erscheinen, daß man selbst in Paris keineswegs mehr besondere Lust verspürt, die in so lächer­lichem Mißverhältnis zur Bedeutung des Objekts stehendeDemarche" weiter an die große Glocke zu hängen. Für Deutschland jedenfalls ist die ganze Angelegenheit mit der gestrigen Entgegen­nahme der französischen und englischen Mitteilun­gen und ihrer unmißverständlichen Beantwortung durch die Reichsregierung endgültig er­klärt.

DieKreuzzeitung" betont, daß diese merk­würdige Aktion, deren Vorzeichen schon seit Tagen durch die französische Presse geisterten, ein schnei- lesundwenig rühmliches Ende mit ihrer vollen Zurückweisung durch die Reichsregie- rung gefunden hat. Sie war auch nicht gerade gluck- lief) angelegt, wenn man sie nicht gar als eine aus­gesprochene Donquichotterie bezeichnen will. Es ist schon eine recht eigenwillige Auslegung des Liermächtepaktes, der zur Sicherung des Friedens geschaffen wurde, wenn man ihn bei seiner ersten Anwendung benutzen will, um gegen einen der Ver­tragspartner Vorwürfe zu erheben und gar in einer Sache, die seine Beziehungen zu einem an liefern Vertrage nicht beteiligten fünf­ten Staate betrifft.

Unbehagen in Paris.

Paris, 8. Aug. (WTD. Funkspruch.) Die Morgenpresse, die das WTD.-Communique über

den gestrigen Schritt der Botschafter Frankreichs und Englands in Berlin und den Kommentar des Conti-Büros wiedergibt. spricht von einer we­nig freundschaftlichen Antwort auf eine fr tu ndschaf11iche Demarche. Die meisten Blätter geben sich nicht die Mühe, auf die deutschen Argumente einzugehen und vor allem eine Antwort auf die im Kommentar des Conti- Büros aufgeworfene Frage zu geben, wie es um öic Einmischung in innerdeutsche Angelegenheiten stehe. Daß die Berufung aus den Diererpakt in jeder Beziehung ein M i ß g r i s ff fei, geben verschiedene Blätter un­umwunden zu.

Das Viermächteabkommen hat nichts mit der österreichisch-deutschen Angelegenheit zu tun", schreibt .Drdre",Hitler hak recht, das zu be­tonen. Wir dürfen kein anderes Ergebnis oon einer Demarche erwarten, die so ungeschickt war, aber auch so wenig energisch durchgeführt wurde."

2luchFigaro" schreibt, die französisch-englische Demarche sei sehr ungeschickt getreten. Es handele sich hier weder um den Versailler Ver­trag, noch um den Viermächtepakt, sondern um den Frieden in Mitteleuropa. Deshalb müsse, so meint das Blatt, der Völkerbund mit dem Problem befaßt werden.

Englische Eindrücke.

London, 8. Aug. (WTB. Funkspruch.) lieber die Antwort der deutschen Regierung auf den Schritt der diplomatischen Vertreter Frank­reichs und Großbritanniens gehen die Ansichten über

die Haltung der Reichsregierung auseinander. Einige Blätter glauben von einerHerausfor­derung" sprechen zu sollen, die im Gegensatz zu der vor drei Monaten gehaltenen Rede des Reichs- kanzlers stehe. Andere sind der Meinung, daß der Ton der deutschen Antwort nicht t r a g i s ch ge­nommen zu werden brauche, und sie glauben, daß die deutsche Regierung bereit sei, zu veranlassen, daß kränkende Aeußerungen in den Rundfunkreden nicht weiter gebraucht werden.

Der Berliner Vertreter derTimes" schreibt: Der Ton, der gestern abend ausgegebenen amtlichen Mitteilung zeigt deutlich, daß die deutsche Re­gierung nicht bereit ist, irgend etwas zur Erleichterung der Lage zu tun. Der Wunsch nach einem freundlich gesinnten Großbri­tannien wird schwerlich zu einer ernstlichen Aenderung gegenüber Oesterreich führen.

Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" ist der Meinung, daß die beanstan­deten Propagandamaßnahmen aufhören werden und drückt die Ansicht aus, daß mit einer baldigen Besse­rung der österreichisch-deutschen Beziehungen zu rech­nen sei.

Der diplomatifche Korrespondent derM o r - ning P o st" sagt, die amtliche Antwort zeige kein Entgegenkommen, aber es heiße, daß Berlin angeoeutet habe, es werde in Zukunft sein Bestes tun, um solche Zwischenfälle zu vermeiden. Amtliche Kreise in London seien der An­sicht, daß der Reichskanzler beabsichtige, sein Ver­sprechen vom Mai zu erfüllen, wonach Deutschland nach Die vor innerhalb d e s Rahmens der bestehenden Verträge handeln werde.

Gegen unbefugte Eingriffe in die Wirtschaft.

Eine Verfügung des stellvertretenden ZührerS der NSDAP.

Berlin, 8. Aug. (CNB.) Der Preußische Presse­dienst. der NSDAP, veröffentlicht eine Ver­fügung b e 5 Stellvertretenden Füh­rers der NSDAP., die folgendermaßen lautet:

Gemäß den Anweisungen des Führers hat Pg. Reichsinnenminister Dr. Frick in seinem be­kannten Rundschreiben an die Reichs st atthal- ter ausgeführt:

1. daß unbefugte Eingriffe in die Wirtschaft zu unterlassen sind und daß desgleichen jedes unbefugte und unberech­tigte Vorgehen gegen einzelne Per­sonen unbedingt zu unterbleiben hat;

2. daß keinesfalls Instanzen der Partei bzw. ihre Unterorganisationen sich R e g i e r u n g s b e fu g n i s se anmaßen dürfen.

Ergänzend weise ich darauf hin, daß auch die Parteileitung in Zukunft schärfstens gegen d i e Zuwiderhandlungen vorgehen wird. Jede Dienststelle hat sich unbedingt auf die ihr vom Führer Angewiesenen ord - nungsmäßigen Aufgaben zu beschränken.

Ich habe Anweisung gegeben, in Zukunft genau zu prüfen, ob eingehende Beschwerden begründet sind. Wenn nötig, werde ich sofort Beauftragte an Ort und Stelle entsenden."

In einer weiteren Anordnung verbietet der Stellvertreter Hitlers allen Angehörigen, Dienststellen und Einrichtungen der Partei das Sammeln oon Geldbeträgen bei allen Unternehmungen und Verbänden der Wirtschaft, die sich an derAdolf - Hitler - Spende der deutschen Wirtschaft beteiligen.Alle ört­lichen oder bezirklichen Einzelabmachungen

der Dienststellen und Einrichtungen der Partei mit den für eine Beteiligung an der Spende in Frage kommenden Unternehmungen und Verbänden der Wirtschaft verlieren ihre Gültigkeit. Neue Abmachungen, die die Firmen oder Verbände der Wirtschaft von einer Beteiligung an der Spende ab­halten könnten, sind verboten. Ebenso sind Ein­griffe oder Maßnahmen hinsichtlich der Durchfüh- rung der Spende untersag t."

Oie Zunahme

der Beschäftigtenzahl.

Berlin, 7. Aug. (WTB.) Von den zahl- reichen Veröffentlichungen in der Presse über die Zunahme der B e s ch ä f t i g t e n z a h l im Deutschen Reich wirkt besonders aufschlußreich ein Schaubild, in dem die Zunahme der Beschäftigten von Januar bis Juni 1933 in den einzelnen Lan­desarbeitsamtsbezirken figürlich dargestellt wird. Daraus ergibt sich z. B., daß in Ostpreußen in dieser Zeit 79 000 Arbeitslose wieder Be­schäftigung gesunden haben, in Pommern 70 000, in Westfalen 121 000, in Schlesien 159 000, in Bayern 214 OOO. An der Spitze der in den Wirtschaftsprozeß wieder Eingeglieder­ten marschiert der Bezirk des Landesarbeitsamtes Brandenburg mit 277OOO Wiederbeschäftig­ten. Diese Zahl ist.deswegen besonders bemer­kenswert, weil hier der Arbeitsmarkt der Stadt Berlin einbezogen ist und auf diesem die durch die Landwirtschaft anderwärts erzielte saison­mäßige Abnahme der Arbeitslosigkeit keine Rolle spielt.

Unruhen aus Kuba.

Kuba wird feit einigen Tagen von schweren inneren Unruhen erschüttert. Es läßt sich wegen der scharfen Zensur im einzelnen nicht genau nachprüfen, wie weit die Gerüchte über blutige Zusammen st öße, Militäraufstände und eine Genera! st reikbewegung zutreffen. Immerhin ist wohl soviel richtig, daß der Präsident M a ch a n o vom Kongreß die Ermächtigung erhal­ten hat, den Belagerungszustand zu erklä­ren. Andererseits sollen Parteiführer eine Bespre­chung abgehalten haben, in der sie einmütig den Rücktritt der Regierung Machano for­derten. Nach den neuesten Meldungen hat Präsident Machano die Haupt st a d t Havanna durch Militär besetzen lassen. Die Unruhen, die nicht zum ersten Male diese größte Insel des amerikani­schen Mittelmeeres erschüttern, dürften ihren Grund in der schweren Wirtschaftslage haben, in der sich, wie alle Rohstoff erzeugenden Länder, auch Kuba befindet, dessen wichtigste Produkte Zucker und Ta­bak sind, die unter starkem Preisoerfall auf dem Weltmarkt zu leiden haben. Schon im September 1932 war es zu heftigen parteipolitischen Kämpfen gekommen, wobei der Präsident des Senates Dr. Bello und einige konservative Politiker ermordet wurden. Die weltwirtschaftliche Situation hat sich seitdem nicht gebessert. Als Rückwirkung dieser Tat­sache wurde zu Beginn des Jahres 1933 der G o l d- standard des kubanischen Peso aufge­geben. Am 30. März d. I. wurde die Regierung ermächtigt, ein zweijähriges Moratorium für alle Hypothekenschulden auszusprechen und auch die Tilgung sämtlicher in- und ausländischer An­leihen für diese Zeit auszusetzen. Neben diesen wirt­

schaftspolitischen Gründen gibt es auch national» politische Differenzen, die immer wieder ZU heftigen Auseinandersetzungen führen, bei denen es um die Frage des Einflusses der Nord­amerikaner, insbesondere der großen amerika­nischen Trusts, die wichtige Teile Kubas im Besitz haben, auf die Entwickelung in Kuba geht.

Kämpfe in Havanna.

Reuhork, 8 Aug. (WTD. Funkspruch.) Die Angaben über die Zahl der Personen, die bei dem Vorgehen derTruppenund Poli­zei gegen die aufgeregte Volksmenge in Ha- v a n n a vor dem Palais des Präsidenten ge­tötet^ oder verwundet worden sind, schwanken beträchtlich. Während einige Blätter 2 0 Tote melden, sprechen andere von 9 0 Zoten. 200 Personen sollen Verletzungen erlitten haben. Die Zahl der Verhaftungen geht i n d i e H an­der t e. Rach einem Bericht derChikago Tri­büne" ist die Botschaft der Vereinigten Staaten in ein Krankenhaus verwandelt. Der Kongreß habe den Präsidenten Machano ermächtigt, die verfassungsmäßigen Garantien, ins­besondere das Recht der persönlichen Freiheit aufzuheben. Heber ganz Kuba ist der Be­lagerungszustand verhängt worden.

Dor dem Eingreifen der Truppen war es in­folge des Gerüchtes, der Präsident sei zurück­getreten, zu großen Freudenkundgebungen ge­kommen. Uniformierte und Geheimpolizisten hatten Tausende von Schüssen abge­feuert, um die Straßen von der Menge frei-

zumachcn. Aus ihrem Marsch in die Stadt feuerten die Soldaten wiederholt, worauf die Menschenmassen flüchteten.

Oie Parteien Kubas geschloffen gegen Machano.

Havanna, 7. Aug (WTB.) Reuter. Die p o litischen Führer des kubanischen Staa- t e s haben in den Räumen der amerikanifchen Botschaft eine Besprechung abgehalten, als deren Ergebnis mitgeteilt wurde, sämtliche Par­teien feien sich darüber einig, daß die Regierung Machano zurücktreten müsse.

Roosevelt bietet Kuba seine Dermitt- lung an.

H y d e p a r f bei Neuyork, 7. Aug. (Reuter. Funk- spruch.) Präsident Roosevelt hat die guten Dienste der Vereinigten Staaten ange­boten, um bei den Wirren aufKubazu vermitteln. Amerika will aufKuba Truppen landen.

Washington, 8. Aug. (TU.) Die Vorgänge auf Kuba beschäftigen das Weiße Haus aufs leb­hafteste. Wie aus hohen Regierungstreuen verlautet, hat Roosevelt dem amerikanischen Botschafter in Havanna, Welles, völlig freie Hand gegeben. Es wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß die Ver­einigten Staaten, falls Welles dies für notwendig halten wird, Truppen auf Kuba zur Wie« derherstellung der Ordnung landen werden.

Wie aus Havanna gemeldet wird, soll Präsiden/ Machano sich gegenüber Welles geweigert haben, jurüdjutreten. Die Lage hat hierdurch eine wesentliche Verschärfung erfahren Nach Auf­fassung der Washingtoner Regierung bildet Ma­chano das Haupthindernis der Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung auf Kuba.

Frühere Rundfunkgrößen ins Konzentrationslager.

Berlin, 8. Aug. (WTD. Funkspruch.) Wie das Geheime Etaatspolizeiamt mittcilt, sind der ehemalige Intendant der Berliner Funkstunde Flesch, der ehemalige Rundfunkreporter Alfred Braun, der ehemalige Direktor der Reichs­rundfunkgesellschaft Magnus und der Ministe­rialrat a. D. G i e s e ck e, der ebenfalls bei der Reichsrundfunkgesellschaft tätig war, in Schuh- Ha f t genommen und in das Konzentra­tionslager Oranienburg eingeliefert worden. Der ehemalige Direktor der Berliner Funkstunde K n ö p f k c, der zum gleichen Zwecke in>Oberhof festgenommen wurde, erlitt bei seiner Ankunft in Berlin einen Nervenzusammenbruch und wurde ins Staatskrankenhaus ge­bracht. Die Festnahmen stehen im Zusammenhang mit der Aufdeckung der ungeheuren Verschleude­rung öffentlicher Gelder und der ungerechtfertig­ten Bereicherung auf Kosten der Oeffentlichkeit durch die Festgenommenen.

Staatssekretär a. O. Bredow will auch ins Konzentrationslager. Berlin, 8. Aug. (ERB. Funkspruch.) Der ehemalige Reichskommissar, Staatssekretär a. D. Bredow hat heute an das Reichsministerium für Volksauffklärung und Propaganda ein Tele­gramm gerichtet, in dem er erklärt, daß um den Rundfunkhochverdiente Männer" verhaftet und in ein Konzentrationslager gebracht worden seien. Er fühle sich mit diesen Männern ver­bunden und bitte um die gleiche Behand­lung.

Die Bezeichnunghochverdiente Männer" für die Herren Braun, Flesch, Magnus usw. beruht offenbar auf einem Druckfehler. Cs soll wohl heißen hochverdienende Männer", denn diese Herren haben sich ihreVerdienste" um den Rund­funk mit vielen Hunderttausenden Mark bezahlen lassen.

Rückkehr der deutschen Flotte aus den nord fchen Gewässern.

Kiel, 7. Aug. (TU.) Der K r e u z e rK ö n i g s - berg" ist, wie die Marinestation der Ostsee mit- teilt, oon der Auslandreife (Norwegen) zurück» gekehrt und hat in Kiel-Wyk festgemacht. Die erste Torpedobootflottille wird um Montagabend oon ihrem Besuch in Malmö in Kiel eintreffen, während das L i n i e n s ch i f fS ch l e s> w i g - H o l st e i n", das in Gotenburg einen Besuch machte, im Laufe des Dienstags in Kiel ein­laufen wird.

Kundgebung der Studentenschaft.

Aachen, 7. Aug. (TU.) Der Deutsche Stu­be n t e n t a g hat folgende vorn Führer der Deut­schen Studentenschaft, Krüger, unterzeichneten Telegramme gesandt.

An Reichsinnenminister Dr. Frick: Deutscher Studententag vollzog sich in der strengen schlichten Form eines neuen Stubententums. Die Deutsche Studentenschaft begrüßt ben Vorkämpfer btefer Schlichtheit in unserem Volke."

An ben Stabschef ber SA., Hauptmann a. D. h m: Das Gebilde der SA. formte den Stu­denten neu. Der 16. Deutsche Studententag begrüßt die SA. in ihrem Chef.

An Kultusminister 9t u ft: Deutsche Studenten­schaft begrüßt am Schluß des 16. Deutschen Stuben- tentages ben Verkünder bes nationalsozialistischen Stubentenrechtes und gelobt weiterhin Gefolgschaft bei Neugestaltung der deutschen Kulturpolitik.