möglichst bald in die Erscheinung freie und einen Reichsbischof wählen werde. Lr sei gezwungen gewesen, einzugreifen, weil er einen Holst and vorgefunden habe. Lr hoffe, daß die Schwierigkeiten jetzt überwunden werden könnten und daß die neue, von den Klrchenfuh - rem ausgearbeitete Verfassung zu einer Vereinheitlichung der Kirche führen werde. Bei Verhandlungen mit der Römisch- Katholischen Kirche habe er es mit einer einzigen Institution zu tun, er wolle bei der Evangelischen Kirche in derselben Lage sein. Oie Kirchen dürften sichnichtindie Politik einmischen, in religiösen Dingen würden sie vollkommene Freiheit haben.
WeriflWehrkreispsarrerMller?
Auf die häufige Frage: „Wer ist Wehrkreispfarrer Müller?" erhalten wir aus kirchlichen Kreisen folgende Darstellung: Wehrkreispfarrer Ludwig Müller, der Bevollmächtigte des Reichskanzlers für die Angelegenheiten der evangelischen Kirche, der im Einvernehmen mit dem Staatskommissar an die Spitze des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes getreten ist, ist 1883 in Gütersloh geboren. Er hat dort das evangelische Gymnasium besucht, eine der wenigen höheren Lehranstalten Deutschlands von ausgesprochen evangelisch-kirchlichem Charakter. Er studierte Theologie in Halle und Bonn. Besonderen Einfluß gewann auf den jungen Studenten der Vertreter der praktischen Theologie, Professor Sachse in Bonn. Nach abgeschlossenem Studium und Examen in M ü n st e r unter Generalsuperintendent 3 o e 11 n e r, kam er ins Pfarramt nach Rödinghausen bei Bünde, eine Gemeinde, des Minden-Ravensberger Erweckungsgebietes. Fünf Jahre lang hat er in feiner Gemeinde wirken dürfen, und bekennt es gern, daß die fromme Gemeinde cs fei, welche den Pfarrer zum Pfarrer gemacht habe.
Im Jahre 1914 wurde er dann zum Marinepfarrer berufen und hat als solcher im Weltkrieg beim 1. Geschwader, beim Ma- rinekorps in Flandern und bei der Mittelmeerdivision in Konstantinopel gedient. Nach dem Krieg blieb er Marinepfarrer, zunächst in Cuxhaven, dann in Wilhelmshaven. Seit 1926 ist er Wehrkreispfarrer in Königsberg. Bor einem Jahre übernahm Pfarrer Müller die Führung der Glaubensbewegung „D e u t s ch e Christen" in Ostpreußen. Der Reichskanzler Adolf Hitler hatte Pfarrer Müller bei seinem ersten Besuch in Ostpreußen vor etwa sieben Jahren kennengelernt. Adolf Hitler war damals Gast in seinem Hause. Die Amstände brachten es mit sich, daß Pfarrer Müller öfters der deutschen Freiheitsbewegung und ihrem Führer besondere Dienste hat leisten können.
Einmütigkeit zwischen Hessischem Staat und Evangelischer Landeskirche.
WSR. Darmstadt. 7. Juli. Im Anschluß an die gestrige Tagung des Landeskirchenlages fand eine Besprechung zwischen den Herren Ministerialrat Ringshausen. Prälat D. Dr. Dr. Diehl und Vizepräsident Dr. Dahlem statt, in der alle Fragen der neuen hessischen Kirchenverfassung in völliger Einmütigkeit besprochen wurden.
Oie evangelische Jugend unterstellt sich Wehrkreispfarrer Müller.
Berlin, 7. Juli. (TA.) Die gesamte evangelische Jugend hat sich unter die Schirmherrschaft des Bevollmächtigten des Reichskanzlers Adolf Hitler, Wehrkreispfarrer Müller, gestellt. In einer Sitzung im Zentralausschuß für Innere Mission, an den die evangelische Jugend angeschlossen ist, wurde unter Leitung des staatskommissarischen Bevollmächtigten Pfarrer T h e m e l Lage und Aufgabe der evangelischen
Orchester-Verein Gießen.
Beethoven: Neunte Symphonie.
Daß der Orchesterverein Gießen zur Feier seines 2öjährigen Bestehens statt rauschender Feste sich Beethovens Neunte Symphonie zur Aufführung erwählte, stellt dieser Bereinigung, die Orchestermujik nur aus Idealismus pflegt und dabei um des Zieles willen selbst vor größten pekuniären Opfern nicht zurückschreckt, das denkbar günstigste Urteil über ihre Aufgaben und ihr Wirken aus. Dieses Festgedenken wurde in weite Kreise hineingetragen dadurch, daß man fast alle songesbeflissenen Verbände der Stadt zur Mitwirkung heranzog und so im wahrsten Sinne Hes Textes im letzten Satz der Symphonie alle Sonderinteressen überbrückte und sie dem einem großen Ziele zuiührte, im Sich-Finden in idealer Kulturgemeinschaft.
Die hier gestellte Aufgabe erforderte in solchem Rahmen eine Vorarbeit in Orchester und Chor von gehörigem Ausmaße. Im Vergleich zu früheren An- lässen ist bei der Durchbildung des Orchesters ein auffallender Fortschritt zu verzeichnen. Was von den ersten Takten der Symphonie an auffiel und sich im Berlauf des ganzen Werkes bewährte: die straffe Disziplinierung der Streicher, zumal der Geiger. In Nachgiebigkeit, bei Einheitlichkeit in Ansatz und Tongabe, unter sorgfältigster Beachtung der organischen Phrasierung strebten sie einem geschlossenen Klanglichen zu. Die Bläser haben in der Behandlung der weichen Nuancen durchweg gewonnen: nicht nur im Holz, sondern auch in den Blechinstrumenten. Besondere Anerkennung ist den Hörnern zu zollen, nicht zuletzt wegen der für das Instrument nicyt sehr günstig liegenden Solostellen im Adagio.
Angesichts der im Werk ruhenden und im Hinblick auf die zur Verfügung stehenden Mittel sich ergebenden Schwierigkeiten gewährleistete Professor Dr. Stefan Temesoary ein einheitliches Werden und Ausreifen durch vollen Einsatz seiner ganzen Musikerpersönlichkeit. Mit seiner tiefschürfenden Auffassung, die sich gegen früher noch an Innerlichkeit, an organisch formaler Fundierung bereichert hat, erschloß er den ersten Satz in feiner inneren Gliederung unter nackender Herausarbei- tung der tragischen Höhepunkte zu Beginn der Reprise und in der Coda. Mit scharfer rhythmischer Akzentuierung (Pauke!) und großen dynamischen Steigerungen gab sich das Scherzo. In inbrünstiger Weihe entfaltete sich das Adagio, erfüllt mit dem breiten Atemstrom des Lebens, mit Klarheit der thematischen Entwicklung und Ausbreitung dieser großartigen Variation bei feingezogenen
Tonfilm: „Was wisten denn Männert
Es ist eine alte Geschichte, eine einfache, alltäa- liche, wie sie hundert und tausendmal in Deutschland und in aller Welt sich zuträgt. Die wenigsten davon werden über den kleinen Kreis derer hinaus bekannt, die daran beteiligt sind, und die es angeht — so oder so. Am Ende steht vielleicht eine winzige Notiz von drei Zeilen in der Zeitung. Eine Liebesgeschichte, ein kleines Gretchenschicksal in einer deutschen Provinzstadt: es braucht nicht einmal immer und unweigerlich -eine Tragödie daraus zu werden. Es kann auch einmal gut ausgehen ... wie hier. Und das Hlückliche Ende wird keiner als ein peinliches Zugeständnis ans Publikum betrachten,
Ein Pionier der Oampfschiffahrt.
„3u Ehren der Männer, durch deren Mut, Kühnheit und Geschicklichkeit der „Royal William" das erste Fahrzeug, das den Atlantischen Ozean mit Dampfkraft überquerte, in Kanada erbaut und 1833 nach England gesteuert wurde. Er war der Pionier jener mächtigen Flotten von Ozeandampfern, durch die heute Passagiere und Waren aller Völker auf allen Meeren der Welt befördert werden." Diese Erinnerungstafel, die am Kanadischen Unterhaus angebracht ist, erinnert an das 100jährige Jubiläum einer bahnbrechenden Tat der Seeschiffahrt. Zwar war schon 1819 die in Reuhork erbaute „Savannah" nach Liverpool gelangt und hatte damit den Ozean überwunden, aber für den „Royal William" wird der Ruhm in Anspruch genommen, die ganze Fahrt über den Atlantischen Ozean nur mit Hilfe der Dampfkraft zurückgelegt zu haben. Das Schiff, ein hölzerner Rad-Dampfer, wurde in Quebec erbaut, lief im April 1831 von Stapel und war ursprünglich dazu bestimmt, zwilchen Montreal und Quebec und Reuschottland zu verkehren. „Royal William" hatte zwei Maschinen mit 200 PS; der Bau hatte 300000 Mark gekostet. Aach drei Reisen nach Halifax im Jahre 1831, die nur mäßigen Erfolg hatten, wurde das Schiff im Winter wieder aufgelegt und machte 1832 wegen der Cholera- Epidemie nur eine Reise. Die Eigentümer gerieten
Berlin, 7. Juli. <WTD.) Roch Ausschluß der SPD.-Abgeordneten als Vertreter einer staats- und volksfeindlichen Partei aus den Volksvertretungen und kommunalen Sclbstvcrwaltungskörpern war noch übet beten Sitze Bestimmung zu treffen. Dies ist geschehen in einer Verordnugnzur Sicherung der S t a o t s f ü h r u n g. die der Reichsminister des Innern heute auf Grund der Ermächtigung im Gleichschaltungsgesetz erlassen hat.
Die Zuteilung von Sitzen auf Wahlvorschläge der SPD. für den Reichstag und die Landtage auf Grund des Wahlergebnisses vom 5. März 1933 oder des Ergebnisses des Gleichschaltungsverfahrens ist unwirksam. Eine Ersatzzuteilung findet nicht statt. Von dieser Einziehung werden alle Sitze betroffen, die auf ö r t - lichc oder zentrale Wahlvorschläge der SPD. zugeteilt worden sind. Dabei macht cs keinen Unterschied, ob ein Bewerber Mitglied der SPD. war oder nicht. Für den Reichstag fallen also 120 Sitze derSPD. uni) fünf Sitze der Staatspartei weg. Diese Sitze werden nicht wieder beseht.
Desgleichen wird die Zuteilung von Sitzen avf Wahlvorschläge der SPD. für die Selbst- verwaltungskörper, also die Kreistag?, die Bezirkstage, Bezirksräte, Stadträte, Stadtverordnetenversammlungen, Gemeinderäte usw- für unwirksam erklärt. Bei diesen gemeindlichen Selbstverwaltungskörpern kennen zur
Aufrechterhaltung der gemeindlichen Selbstverwaltung die Sitze neu besetzt werden. Die Besetzung geschieht in der Weise, daß die Ersatzmänner von der Staatsaufsichtsbehörde entsprechend dem Bolkswillen nach Ueberwindung des Parteienstaates berufen werden. Das Verfahren der Berufung durch die Staatsaufsichtsbehörde kann ferner in anderen Fällen Platz greifen, wo ein Bedürfnis besteht, die gemeindlichen Selbstverwaltungskörper entweder vollkommen neu zu bilden oder einzelne Ersatzmänner eintreten zu lassen. Eine vollkommene Reubildung kann vor allem bei Umgemeindungen in Frage kommen.
Schließlich sind zahlreiche staatliche und gemeindliche Ehrenämter bei Berwal- tungsgerichten, Beschlußbehörden und Ausschüssen auf Grund von Wahlvorschlä- gen der Parteien beseht worden. In allen diesen Fällen ist die Zuteilung von Ehrenämtern an SPD -Vertreter unwirksam. Eine Ersahberufung findet dann statt, wenn zur Aufrechterhaltung der Staatsverwaltung oder der gemeindlichen Selbstverwaltung ein Bedürfnis besteht, die Ausschüsse und Beschlußbehörden zu ergänzen. Auch in diesen Fällen werden die Ersatzmänner von der Staatsaufsichtsbehörde entsprechend dem Bolkswillen nach Ueberwindung des Parteienstaates durch Berufung neu besetzt.
Oie Ausschaltung der SpO. aus den Volksvertretungen.
Eine Verordnung des Reichsinnenministers zur Sicherung der Staatsführung.
Linien der Holzbläser und durchsichtiger Phrasierung und Ausgeglichenheit der Streicher.
Mit schärfster Realistik des Klanglichen, im Banne höchster Leidenschaft, war die große Auseinandersetzung zu Beginn des Finale geprägt. Die energiegeladenen Rezitative, von Unerbittlichkeit und Un- oeugfamkeit zeugend, beleuchteten charakteristisch die Wiederkehr der einzelnen Themen. Das Freudenlied wuchs bei seinem ersten Anklingen wie aus dem Ahnen in den tiefen Streichern heraus zu groß angelegtem Krefcendo. Geballte Spannung füllte den Moment des Eintritts der menschlichen Stimme.
Das Soloquartett: Ria Ginster, Frankfurt a. M. (Sopran), Toni Schuch, Frankfurt a. M. (Alt), Anton Knoll. Frankfurt a. M. (Tenor), Theo Herrmann vom Landestheater Darmstadt (Bariton), erschien im Hinblick auf das letzte große Solo („Wo dein sanfter Flügel weilt"), das in seiner reichen Thematik und in Bezug auf den Stimmumfang Höchstes fordert, recht geschlossen. An den voraufgehenden Solostellen wäre dem Alt mehr charakteristische Farbe und schärfere melodische Profilierung zu wünschen gewesen. Das Eingangsrezitativ gestaltete Theo Herrmann mit vornehmer Ausgeprägtheit.
Obwohl sich d e r C h o r aus Sängern von vielfältigster Schulung zusammensehte, folgte er dem Dirigenten in klanglicher Abrundung. Unter seiner Führung schien er in der Durchdringung bei korrespondierenden Stellen dem Soloquartett über zu sein. („Und wer's nie gekonnt, der stehle.. /') Trotz zahlenmäßiger Ueberlegenheit der Stimmmittel war dem Chor in jenen Augenblicken des Erschauerns ein ausgeglichenes Piano durchaus möglich. Wo er sich zu voller Wucht des Klanges erheben konnte, wirkte er überwältigend. In höchster Ekstase mündete das Finale in dionysischen Taumel der Beglückung; ein nachhallender Eindruck für die in die Tausende gehende Hörer^ahl.
Jugend im neuen Deutschland mit dem Reichswart Dr. Stange und den Führern der evangelischen Jugendver^nde eingehend durchgesprochen. Ein- -mütig wurde der innere Reubau der evangelischen Jugend gefordert und in seinen Grundlinien festgelegt. Vereinfachung der Organisationsform und Verjüngung der Führerschaft werden durch- gcführt. Ein vorbehaltloses Ja zum nationalsozialistischen Staat wurde von der staatstreuen evangelischen Jugend ausgesprochen.
Das bäuerliche Erbhofrecht in Preußen.
Berlin, 6. Juli. (TU.) Nachdem vor zwei Monaten durch das neue bäuerliche Erbhof- recht ein bäuerlicher Besitz in Preußen im Rahmen der reichsgesetzlichen Vorbehalte geschaffen worden ist, der von Hypothekenschulden in Zukunft unbelastet und schuldenfrei sein wird, sind demnächst Ergänzungs- und Durchführungsbe- fhmmungen dieses Gesetzes zu erwarten. Ministerialrat Wagemann vom preußischen Justizministerium äußerte sich hierzu vor Vertretern der Presse. Nach seinen Ausführungen beziehen sich die Ergänzungsbestimmungen des Erbhofrechtes namentlich auf die Einführung eines E r b h o f b u - ch e s und einer Erbhofrolle, die aus wirtschaftlichen und agrarpolitischen und teils auch aus rechtlichen Gesichtspunkten erfolgt. Im Erbhofbuch soll beurkundet werden, was zu einem Erbhofe gehört. Die Erbhoffolge wird durch das Anerbengericht entschieden, das am 1. September seine Tätigkeit aufnehmen wird. Auch gartenbauliche Betriebe von Gemüse- und Weinbergsbauern sollen auf Wunsch in die Erbhofrolle eingetragen werden. Die Veräußerung eines Erbhofes darf nur mit Genehmigung des Anerbengerichts erfolgen.
Landwirtschaftsminister Darr 6 hob noch hervor, daß er das Erbhofrecht nicht nur intellektuell bejahe, sondern sich aus grundsätzlicher weltanschaulicher Auffassung zu diesem Gesetz bekenne. Der Minister legte dann ausführlich dar, wie schon in der
wenn das alles so unromantisch, natürlich und menschlich zugeht, wie dieser Film es darstellt. ^Manuskript: Hertha von Walther; Hanns H. Fischer.) Vielleicht darf man bemerken: diese Geschichte hätte nicht unbedingt ein Film zu werden brauchen, man merkt sogar, wie das ursprünglich Erzählte ins Bild Übersetzt wurde. Aber die Regie (Gerhard Lamprecht) hat sehr geschickt, volks- stückmäßig und mit feinem Blick für Charaktere und Umwelt gearbeitet. (Das Luftballon-Motiv ist ein Beispiel dafür, wie der Film, aus eigenen Mitteln schöpferisch, über die epische Vorlage hinausreicht.) Im Mittelpunkt der Handlung steht die schöne, schlichte Leistung der Tony v a n E y ck ; sie läßt das Schicksal eines jungen Geschöpfs, mädchenhaft und mütterlich, aus einem starken Gefühl mit bewegender Eindringlichkeit nacherleben. Ihr gegenüber: Brausewetter, jugendlicher Liebhaber noch immer, sympathisch und frisch, tzanz geschaffen für diese Rolle. Auch die übrigen Figuren sind ausgezeichnet besetzt; wir nennen Erwin Kaiser, Ode- mar, Ilse Korseck, Elsa Wagner und Hedwig Schlichter, die dem Gießener Publikum wohl noch vom Gastspiel des Koblenzer Stadttheaters her in Erinnerung ist. — Der Film läuft feit gestern im Lichtspielhaus. —r—
germanischen Frühgeschichte, aber auch in der späteren nordgermanischen Geschichte und in der englischen Praxis noch der jüngeren Zeit das Erbhofwesen eine hervorragende Bedeutung gehabt habe. Es gebe keine deutsche Zukunft, wenn es unserem Geschlecht nicht gelinge, die Nomadisierung unseres Grund und Bodens, die der Liberalismus des 19. Jahrhunderts einleitete, zuüber - winden, und wenn mir nicht verhindern könnten, daß der Boden weiterhin Ware bleibe. Vielmehr müßten wir gesetzlich den Boden wieder stabilisieren und mit dem Blut verbinden.
Oie landwirtschaftliche Entschuldung.
Berlin, 6. Juli. (WTB.) Bei Uebernahme des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat Reichsminister Darr 6 das Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse oorgefunden. Die Einstellung des Mini- ft e r 5 zu diesem Gesetz ist bekannt. Eine sofortige Umgeftaltung des Gesetzes ist nicht möglich. Der Minister hat aber angeordnet, beschleunigt zu prüfen, inwiefern auf der Grundlage des Gesetzes Aenderungen und Verbesserungen getroffen werden können, die dem von ihm im Interesse der Gesundung des Bauernstandes verfolgten Ziele entsprechen.
Oie Rettungsaktion für Ostpreußen.
Königsberg i. Pr., 6. Juli. (CNB.) Die Preußische Zeitung ist in der Lage, aus der Chefbesprechung in der Reichskanzlei über die Rettungsaktion für Ostpreußen Näheres mitzuteilen. Danach stehen im einzelnen folgende Maßnahmen bevor:
Die Provinz Ostpreußen soll weitgehend industrialisiert werden, und zwar durch Schaffung von Filialbetrieben der im Reiche bereits bestehenden Industrien und durch Verlegung von Betrieben der weiterverarbeite n- denJndustrieindiea u s f ch l i e ß l i ch ländlichen ost preußischen Bezirke. In Frage kommen vor allem die Metallindustrie und die Textilindustrie. Vielleicht will man den Beleg-
Seit unserer letzir die politische Zusa wesentlich verändert die national soz vorherrschend oder war, so ist sie jetzt i ßanbenc.
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schäften, d. h. den Arbeitern und Angestellten etwas Land zuteilen, um einen bodenständigen Stand zu schaffen, etwa nach der wirtschaftlichen Struktur Württembergs. Ebenso ist an die Auswertung der gegebenen Ausfuhr Möglichkeiten gedacht, und die Neuanlage bzw. der Ausbau von Wasserstraßen geplant. Man will der Jndu- trie einen ausreichenden Auftragsbeta n d für eine Reihe von Jahren zu- ichern. Zu diesem Zweck wird der Anteil Ostpreu- zens bei der Vergebung von öffentlichen Arbeiten über den Bevölkerungscmteil hinaus erhöht werden.
Zu diesen industriellen Maßnahmen kommt ein besonderer Gedanke des Reichskanzlers: Ostpreußen auch zu einer kulturellen Kraftquelle zu machen. Es ist daran gedacht, die Königsberger Universität zu einer National universi- tät auszubauen und vielleicht auch ein großes Nationaltheater in Ostpreußen zu schaffen.
Kührertagung der Hitlerjugend in München.
München, 4. Juli. (TU.) Reichsjugendführer Baldur vonSchirach eröffnete am Montagabend im Alten Rathaus die Führertagung der Hitlerjugend. Der Führertagung wohnen sämtliche Mitglieder der Reichsjugendführung, Gebiets- und Bannführer der Hitlerjugend, Gebietsjungvolk- und Jungbannführer, die Gauführerinnen und Antergauführerinnen des Bundes Deutscher Mädchen, die Gauführer der Jugendbetriebszellen und die Kreisfü^rer des Studentenbundes bei. Zum erstenmal nahm an der Tagung auch der Bundesführer des „S charnhor ft“ teil. Der Reichsjugendführer von Schirach gab die zukünftigen Arbeitsziele der Hitlerjugend bekannt und umriß die Ausgaben der unter der Führung der Hitlerjugend stehenden gesamten organisierten Jugend Deutschlands.
„Graf Zeppelin" auf der Rückfahrt.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin", das am Donnerstagnachmittag, wie bereits gemeldet, in seinem Zielhafen Rio de Janeiro landete, ist, wie die Hamburg-Amerika-Linie mitteilt, unmittelbar darauf zur Rückfahrt nach Pernambuco aufgestiegen. Don dort wird es die Heimreise antreten. Das Luftschiff ist bis auf den letzten Platz beseht. — Wie ein Funkspruch aus Pernambuco meldet, ist das Luftschiff gestern (Freitag) um 20.10 Ahr dort gelandet.
in Zahlungsschwierigkeiten, und im Frühling 1833 bildete sich eine neue Gesellschaft, die das Fahrzeug erstand und zunächst nur für kleinere Fahrten benutzte. Dann machte der Dampfer im Juni eine Reise nach Boston, wo er als das erste Dampfschiff mit der englischen Flagge, das in einem Hasen der Vereinigten Staaten erschien, begeistert begrüßt wurde. Rach der Rückkehr nach Quebec beschlossen die Eigentümer, „Royal William" yach England zu schicken, um das Schiff dort zu verkaufen. Diese Reise hat den Ramon des Dampfers in der Geschichte der See-Schiffahrt berühmt gemacht, denn die Möglichkeit der Dampfschiffahrt über die Ozeane hin wurde dadurch bewiesen, obwohl bei der Abfahrt n^ch viele Leute sagten, man könne ebensogut verlangen, das Schiff solle von Quebec nach dem Monde fahren. Anfang August fuhr „Royal William" von Quebec ab und blieb einige Tage im Hafen von Pictou in der Rorthumberland Straße, wo es Kohlen aufnahm, seine Maschinen ausbesserte und feine Passagiere erwartete, die alle sieben Engländer waren Am 17. Rugust verließ „Royal William" den Hasen Pictou, um mit seinen schwachen Maschinen den Kampf mit den Wogen des Ozeans aufzunehmen. Schon nach wenigen Tagen hatte das Schiff einen furchtbaren Sturm zu bestehen, während dessen die eine Maschine versagte u..d ein Leck entstand. Der Maschinenmeister meldete dem Kapitän, daß das Schiff sinke, aber dieser, John McDougall, befahl alle Mann an die Pumpen und hielt weiter den Kurs. Die Gefahr wurde überwunden; eine Woche lang fuhr der Dampfer nur mit einer Maschine, dann war die zweite wieder ausgebessert, aber verschiedentlich waren noch große Schwierigkeiten wegen des Andichtwerdens der Kessel zu überwinden. Rach 25 Tagen großer Mühe und Rot erreichten sie Gravesend. 10 Tage später wurde das Schiff für 200000 Mark an die portugiesische Regierung verkault, die es als Truppentransportschiff benutzen wollte. Kapitän McDougall fuhr nach Lissa- bon, und 1834 ging das Schiff in den Besitz der Spanier über, die es unter den Ramen „Isabel Segunda" als Kriegsschiff in ihre Marine einstellten. Am 5. Mai 1836 feuerte „Royal William" in der Bai von San Sebastian als erster Kriegs- dampfer einen Schuß gegen ein feindliches Schiff. 1840 war er zur Ausbesserung in Bordeaux, doch dort zeigte sich, daß das Holz vollkommen verfault war, und der Schiffsrumpf blieb im Hafen, während die Maschinen in ein neues Schiff desselben Romens eingebaut wurden, das 1860 an der algerischen Küste bei einem Sturm sank. So endete „Royal William" seine wechselvolle Laufbahn: der Rumpf verfaulte im Hafen von Bordeaux und die Maschinen ruhen auf dem Boden des Mittelländischen Meeres.
Intendant Hanns König.
Der neue Leiter des Gießener Stadttheaters, Intendant Hanns König, über dessen Ernennung wir gestern bereits ausführlich berichtet haben.


