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8.7.1933 Erstes Blatt
 
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9JL-tfport

Was bieiei eine Ruderregatta dem Laien?

Es gibt tatsächlich immer noch Menschen, die da sagen:Was soll ich auf einer Ruderregatta? Daß ein Boot schneller fährt als das andere, weiß ich sowieso, und wer zuerst ankommt, der ist eben Sie­ger." Wer diesen Standpunkt teilt, der bleibe lie­ber zu Hause. Wer aber Freude am sportlichen Wettkampf hat, wer sich mitreißen läßt van der Spannung eines Endkampfes zwischen Achtern, dem wird eine Ruder-Regatta mehr bieten, als manche andere Sportart. Denn Ruderregatten sind Mannschaftskämpfe erster Ordnung. Hier entschei­det nicht die Glanzleistung eines einzelnen, sondern hier kämpfen Vierer- und Achtermannschaften, durch monatelanges, hartes Training zusammen­geschweißt, 2000 Meter lang gegeneinander.

Nach was für Regeln werden nun solche Wett- ruderkämpfe ausgetragen? Grundsätzlich werden alle Mannschaften in drei Klassen geteilt: Jung­mannen, Junioren und Senioren. Jungmann ist jeder Ruderer, der bis Jahresende vor der Re­gatta noch kein Rennen gewonnen hat. Hat er e i n Rennen bis zu diesem Termin gewannen, dann ist er Junior. Mit drei Siegen im Vorjahr wird er Senior. Mit dieser Einteilung will man erreichen, daß immer möglichst gleichwertige Gegner in einem Rennen aufeinandertreffen. Erschwerend ist aber die Bestimmung, daß eine Mannschaft schon dann zu Junioren" oderSenioren" zählt, wenn nur ein einziger Mann der Besatzung zu diesen Klassen ge­hört.

Die vorgenannten Mannschaftsklassen gelten für alle Boots-Typen. Deren Verschiedenheit ist es, die den Verlauf einer Regatta auch für den Laien inter­essant gestaltet.

Wie verläuft nun die Regatta? Wenn der große Tag gekommen ist, wehen die Flaggen aller Ver­eine am Regatta-Platz. Die Meldungen sind zehn Tage vorher abgegeben. Die Rennboote sind recht­zeitig eingetroffen und liegen sorgfältig verstaut auf ihren Plätzen. Buntes Gewimmel von Rude­

rern, Zuschauern, Obmännern, Bootsleuten und Stegspuckern", die alles besser wissen. Plötzlich er­tönt die Glocke: ein Achterrennen wird abaeläutet. Die daran beteiligten Mannschaften heben ihr Boot (20 Meter lang und nur 60 Zentimeter breit) über die Köpfe vorsichtig ins Wasser. Noch einmal wird jedes Ruder, jeder Fußriemen und jede Steuer­leine geprüft. Dann geht's in langsamen Ruder­schlage, um nicht vorher zu ermüden, hinauf zum Start. Hier sind vier bis sechs Schifferkähne neben­einander verankert, von denen aus je ein Mann ein Rennboot am Heck fefthält, bis die Gegner alle schön ausgerichtet ruhig nebeneinander liegen.

Plötzlich ein wildes Toben: vierzig ober mehr Ruder peitschen zugleich das Messer: die Boote sind gestartet! Und nun entwickelt sich auf der 2000» Meter-Strecke ein spannender Kampf. Ein herr­licher Anblick, wenn das Feld geschlossen heranrast. An den großen Nummern, die in jedem Boot der erste Ruderer auf dem Rücken hat, kann man er­kennen, welcher Verein oder Klub am besten vor- ankommt.

Wenige hundert Meter vor dem Ziel, gerade vor den Plätzen der Zuschauer, beginnt derEndspurt". Noch einmal reißen sich die Mannschaften zusam­men, kein Schlag darf verschenkt, feinKrebs" ge­fangen werden. Es geht um die Fünftelsekunde. Plötzlich wieder ein Glockenzeichen: Mit kaum sicht­barem Vorsprung hat der Sieger das Ziel passiert. Die Lautsprecher geben die genauen Zeiten des Rennens bekannt. Die Spannung, die über allen gelegen hat, läßt nach. Musik ertönt. Das nächste Rennen beginnt.

Nur der Erste erhält im Rudersport einen Preis! Und zwar nicht die Mannschaften, sondern der Verein.

Die Mannschaft ist im Rudersport alles, der ein­zelne nichts. Darum gelten für keinen Sport bes­ser als für das Rennrudern die Worte Jean Pauls:

Mag auch, wer's Ganze sieht. Dich nicht darin bemerken, Tritt doch in Reih' und Glied Das Ganze zu verstärken!" W. S.

Rundfunkprogramm.

Sonntag, 9. 3ull

6.35: Don Bremen: Hafenkonzert. 8.30: Katho- lische Morgenfeier. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 10.30 bis 10.45: Deutsches Bekenntnis. Dichtung für einen Sprechchor von E. G. Kolbenheyer. 11.30: Reichssendung: Kantate von I. S. Bach. 12: Glotter­bad: Mittagskvnzert. 14.30: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden:Der nassauische Bauerntag in Wetzlar vom 15. bis 17. Juli 1933". 14.40: Stunde des Landes: Ein Dorf wandert aus, Schilderung aus dem 19. Jahrhundert von Lehrer Karl Heusohn, Büdingen. 1530: Stunde der Ju­gend. 16.30: Aus dem Festsaal des Schlosses Augu­stusburg in Brühl: Musik aus Sanssouci im Brüh­ler Schloß. 18.15: Fröhliches Zwischenspiel: Kasperle haut wieder rein! 18.45: Vom Deutschlandsender: Großer Preis von Deutschland für Motorräder auf der Avus. Hörbericht. 19.30: Ein Volk will leben! Gespräche aus dem Alltag von Scholle und Pflug. 20.15: Operettenkonzert des Rundfunk-Orchesters. 23 bis 24: Nachtmusik.

TUontag, 10. 3uli.

7.15: Frühkonzert. 12: Baden-Baden: Mittags­konzert des Städtischen Kurorchesters. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musikalischer Zeitvertreib. 16.30: Nachmittagskonzert. 18: Deutscher Almanach 18.15: Schnellkursus in italienischer Sprache. 19: Von Breslau: Reichssenduna: Stunde der Nation. Ar­beiter hört zu! SA.-Kamerad Tonne. Hörspiel.

20: Konzert. 20.40: Hier gilt der Mann! Werkdich­tungen aus unserer Zeit. 21.10: Unterhaltunaskon- zert des Rundfunk-Orchesters. 22.50 bis 24: Nacht­musik.

Dienstag, 11. 3uli.

7.15: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Der Hausfrau zur Erholung. 16.30: Karlsruhe: Unterhaltungskonzert des Neuen Philharmonischen Orchesters. 18: Von der Funk­stunde Berlin: Weltflieger Hans Bertram spricht überAustralien und der Zufall". 18.15: Ein Sach­sendorf in Siebenbürgen. Vortrag von Pfarrer Sie- nert. 18.40: Von Trier: Konjunktur! Dreimal Po- litik in scharfen Versen. Von Wilhelm Krug, Trier. 19: Von Königsberg: Reichssendung: Stunde der Nation. Die Burg im Osten. 20: Von Hamburg: Dat du mien Leewsten bueft". Ein plattdeutscher Abend, von Heinrich Andresen. 21: Dreimal fünf Minuten. 21.15: Konzert des Rundfunk-Orchesters.

Mittwoch, 12. 3uli.

7.15: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Nürnberg: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Unterhaltungs­konzert. 18: Grundfragen völkischer Erziehungsar­beit. Gespräch zwischen Dr. Rudolf Kühl und Dr. Sven Schacht. 18.25: Zeitfunk. 19: Vom Deutsch­landfender: Reichssendung: Stunde der Nation. Or-

chesterkonzerk. 20: Aufruf für die Spende zur For- derung-der nationalen Arbeit. 20.10: Bunter Abend. 22.50 bis 24: Nachtkonzert. 1.15 bis 2.15 (Kurzwel­lensender): Konzert des Rundfunk-Orchesters.

Donnerstag, 13. 3uli.

7.15: Frühkonzert. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 12: Mittagskonzert. 14.20: Jeder hört zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.39: Baden­weiler: Nachmittagskonzert des Kurorchesters. 18: Die neue große ZweimonatsschriftVolk im Wer­den", herausgegeben von Professor Ernst Krieck, Frankfurt a. M. 18.25: Interessantes aus der Ge­schichte des Kegelspiels. Don August Kruhm. 19: Von Leipzig: Stunde der Nation.Verjagtes Volk". Don Hermann Anders-Krüger. 20: Von Breslau: Rudolf Watzke singt. 21: Don Breslau: Quantz-Kam- mermusik. 22:Marmelade", Komödie von Hanns Johst.

Freitag, 14. 3uli.

7.15: Frühkonzert. 12. Mittaaskonzert: des Rund­funk-Orchesters. 14.20: Jeder hört zu! 15.20: Musi­kalischer Zeitvertreib. 16.30: Wildbad: Nachmit- tagskonzert des Staat!. Kurorchefters. 18: lieber die Gegenseiligkeitshilfe der Arbeitslosen. Von Jng. Erlenbach. 18.25: Zeitfragen. Ehestandshilfe. 19: Von der Funkstunde Berlin: Reichssendung: Stunde der Nation.Weg übers Feld". 20: Erzähle, Ka- merad! 20.15: Heiteres Konzert des Rundfunk-Or­chesters. 21.30: Innviertel. Eine Wanderung durch die Heimat des Führers. Manuskript von Max Peinkofer. 22.45 bis 24: Nachtkonzert.

Samstag, 15. 3uli.

7.15: Frühkvnzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk. 12: Mittagskvnzert. 14.30: Jeder hort zu! 15.30: Stunde der Jugend. 16.30: Nachmittagskonzert. 17.55: Sprache der Heimat. Zwiegespräch über das hessen­nassauische Wörterbuch. 18.15: Rundfunkstörer im eigenen Haus. 19: Reichssendung: Stunde der Na­tion.Die Opernprobe". Komische Oper in einem Aufzug. Don Albert Lortzing. 20: Dreimal fünf Minuten. 20.15: Großes Funkbrettl.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichkeit der Schriftleitung.)

£. S. Es steht Ihnen nach Vollendung Ihres 60. Lebensjahres der Anspruch auf Auszahlung des von der Lebensversicherungsgesellschaft geschuldeten Aufwertungsbetrags zu. Wenden Sie sich an Ihre Gesellschaft, die Ihnen nach Lage des Falles die Auszahlung eines Vorschusses auf die demnächst fällige Versicherungssumme in Form eines Dar­lehens gewiß nicht verweigern wird.

h. h. in G. Wenden Sie sich zunächst schriftlich unter eingehender Darlegung der Verhältnisse an die Bürgermeisterei der Gemarkung, in der das für Siedlungszwecke in Aussicht genommene Gelände liegt.

2H. in G. Für Sie gilt auch die Antwort unter H. H. in G.

Wettervoraussage.

Durch kräftigen Druckanstieg von Südwesten her hat sich eine Hochdruckbrücke gebildet, die sich von der Biskaya in nordöstlicher Richtung über Frank­reich und Deutschland bis nach Finnland erstreckt. In ihrem Bereich wird das sommerliche Wetter fortbauern, wenn auch durch etwas wechselnde Winde vorübergehend Neigung zu Gewitterstörung aufkommt.

AussichtenfürSonntag: Weiterhin sehr warm und vielfach aufheiternd, vorübergehend Neigung zu Gewitterstörungen.

Aussichten für Montag: Fortdauer der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 7. Juli: mittags 23,8 Grad Celsius, abends 17,6 Grad; am 8. Juli: morgens 17,3 Grad. Maximum 26,0 Grad, Minimum 11,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Juli: abends 27,7 Grad: am 8. Juli: morgens 19,5 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 13% Stunden.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, den 9. Juli. 4. Sonntag nach Trinitatis.

Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrassistent Dörfam; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinbe; 9.30: Pfr. Mahr, Beichte unb hl. Abend- mahl für Matthäus- unb Markusgemeinbe: 11: Kin- berkirche für bic Matthäusgemeinbc: Pfr. Mahr. 3ohanneskirche 8: Kanbibat Heinemann, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johan- nesgemeinde: 9.30: Pfr. Bcchtolshcimer; 11: Kinder- kirche für die Lukasgcmeinde; Pfr. Bechtolshcimer: 20: Bioeibesprechung im Johannessaal; Pfr. Lenz. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: zu­gleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luther- gemeinde: Pfr. Lenz. Petruskapelle. 8.15: Chri­stenlehre für die Neukonfirmierten der Pctrus- gemeinöe; 9.45: Pfarrassistent Surfer. Saal der Neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- gemeinbe, Kanbibat Heinemann. UJieferf. 9.30: Hauptgottesdienst; 10.45: Kinberkirche. Annerod. 9.30; Christenlehre. Dödgen. 10. Allen-vuserf. 10: Gottesdienst: 13: Christenlehre. Großen- Vuseck. 20: Gottesdienst. Oppenrod. 8.30: Gottes­dienst. Albach. 8.30. Skeinbach. 10: Gottes- dienst unb Christenlehre. Klein-Linden 9: Got­tesdienst: 10. Kindergottesdienst. Heuchel­heim. 10: Hauptaottcsdienst; 11: Katechismuslehre. Kirchberg. 10:; 11: Christenlehre für die kon­firmierte männliche Jugend. Hausen-Garbenkeich. 10: Hausen; 13: Garbenteich. Watzenborn-Stein­berg. 10.15: Hauptgottesbienst; 11.15: Kinberkirche. Grüningen. 9: Hauptgottesbienst. Cid). 9.30: Pfr. Krärfer, Purkersborf bei Wien; Gustav-Adolf- Festgottesbienst; Kirchen- unb Posaunenchor; Fest­kollekte.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 8. Juli.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 9. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten.

Gießen. 6.15 Uhr: Messe; 6.30: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen unb Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Prebigt; 11: Messe mit Prebigt; 14: Anbacht; 15: Versammlung ber Jungfrauen-Kongregation. Grünberg. 9.45: Hoch­amt mit Prebigt unb Christenlehre. Hungen. 9.30: Messe, Hochamt mit Prebigt. Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre unb Anbacht.- Collar. 8.45: Messe mit Prebigt. Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt.

Montag, den 10. Juli.

£auba(f). 7.30 Uhr: Messe.

Mittwoch, den 12. Juli.

Hungen. 6.30 Uhr: Messe.

Oeffentlicher Sonntagsdienst.

Oesfentlicher Sonntagsdienst.

Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01.

Feuerwache: Telefon 2244/45, Notruf Tele­fon 02.

Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr.

Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr.

Sanitätskolonne: Telefon 2500. Aerzt-e: Dr. Wolf, Dr. Hofmann. Zahnarzt: Dr.med.dent. Metz. Apotheke: Pelikanapotheke.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Dkw., der bekannte TypSonderklasse" 1001, hat vor kurzem einen ganz großen Erfolg in der Drei-Tage-Fahrt errungen. Alle vier gestarteten Wagen dieses Modells waren in dieser schweren drei­tägigen Zerreißprobe strafpunktfrei geblieben. Alle vier Fahrer hatten große goldene Medaillen und den ADAC.-Harzbecher erhalten, außerdem blieb die DKW.-Sonderklasse-Mannschaft die einzige straf­punktfreie Mannschaft aller Wagen bis 1200 ccm.

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Freitag, den 14. Juli 1933:

Für die Orte des Buserfertals

in Reiskirchen, vormittags 9 Uhr.

Für Gießen und Umgegend:

in Gießen (am Rhein, -vof), 12*A Uhr mittags.

Für Schinenberg und Umgegend:

in Garbenteich, nachmittags 2 Uhr. Tie Pferde sind ausgesvannt und ohne Geschirr vorzuführen. Die nicht vorge­führten Tiere werdeu auf Kosten der Be­sitzer besichtigt.

Grünberg (Hessen), den 8. Juli 1933.

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