Ausgabe 
7.4.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Die Ausgabe des Arztes im nationalen Staat

Oer Reichskanzler empfängt Vertreter der

Berlin, 6. April. (VdZ.) Reichskanzler Adolf Eitler berief den Kommissar der ärztlichen Spit- zenoerbändc Dr. Wagner zur Berichterstattung über die Gleichschaltung der Acrzte schäft. Danach empfing er Vertreter der Vorstände der Aerzteschaft unter Führung von Geheimrat Dr. S t a u d e r - Nürnberg. Nachdem Dr. Stander dem Reichskanzler für den Empfang gedankt und die Bereitschaft der gleichgeschalteten Aerzteorganisation zur Mitarbeit unterstrichen hatte, machte Reichs­kanzler Hitler ausführliche Darlegungen über seine Absi'chten zur Reinigung des Volkes, namentlich der intellektuellen Schicht von fremd st ä m m i g e m Einfluß und rassenfremder Durchsetzung. Er betonte, daß man durch Ausmerzung der Ueberzahl jüdischer Intellektueller aus dem Kultur- uni) Geistesleben Deutschlands dem natürlichen Anrecht Deutschlands auf arteigene geistige Führung gerecht werden müsse. Die größten Leistungen des geistigen Lebens seien niemals von Rassefremden, sondern von arischen deutschen Geisteskräften vollbracht worden. Bej der Begrenztheit des Lebensraumes der deutschen Geistesarbeit und ihrer Träger hätten die eigenen Volksgenossen ein natürliches moralisches Anrecht auf Bevorzugung. Die Zulassung eines im Verhältnis zum Volksgan­zen zu großen Anteiles fremdstämmiger Elemente

ärztlichen Standesorgamsationen.

würde als Anerkennung der geistigen Ueberlegen- heit anderer Rassen gedeutet werden müssen, die mit aller Entschiedenheit abzulehnen sei. Amerika, das vor anderen Ländern zum Träger einer starken Iudenbewegung geworden sei, habe aus der Ver­schiedenwertigkeit der Rassen praktische poli­tische Folgerungen gezogen und durch seine Einwanderungsbestimmungen den unerwünschten Zugang solcher Rasseangehöriger ferngehalten. Amerika sei auch keineswegs bereit gewesen, jetzt die Türe etwa aus Deutschlandflüchtenden" Ju­den zu öffnen, denen in Wirklichkeit in Deutschland kein Haar gekrümmt worden sei. Der Reichskanzler erkannte die Not an, die im ärztlichen Stande und insbesondere unter der ärztlichen Jugend vielfach herrsche. Gerade dieser deutschen Jugend müsse Lebensraum und A r b e i t s m ö g l i ch k e i t durch eine tatkräftige Zurückdrängung fremdrassiger Elemente geschaffen werden. Die Förderung der geistigen Berufe hänge ab von deren Mitarbeit am Aufbau des autoritären, gereinigten, starken deut­schen Staatswesens. Die rassenhygienische Reinigungsarbeit solle ein festes Funda­ment für die künftige völkische Entwickelung schaf­fen. Die deutsche Aerzteschaft sei dazu berufen, an diesem Werk durch wissenschaftliche Aufklärung praktisch zu wirken und mitzuarbeiten.

biete des Heeres, der Verwaltung, der Wirtschaft, der Wissenschaft usw. entwickelt sich eine ebenso or­ganische Führung des politischen Kampfes. Sie kennt wieder das Gesetz der Verantwortung nach oben uird der Autorität nach unten. Sie sieht aber als letzte und höchste Instanz, der sie verantwort­lich ist, das Volk, und es ist daher kein Zu­fall, daß es die hinter uns liegende Zeit am we­nigsten verstanden hat, das Volk in eine wirklich innere, lebendige Beziehung zu seiner Regierung M bringen und daß wir. meine Herren, die wir Antidemokraten sind, uns umgekehrt bemühen, diese Verbindung zwischen uns und dem Volke zu finden.

wir erkennen gerade aus diesem Grunde d i e Bedeutung der presse vielleicht besser als unsere Vorgänger, wöge die Presse aber auch erkennen die Bedeutung eines Regiments, das in Deutschland durch die Ordnung der all­gemeinen Verhältnisse jenen moralischen, politischen und damit auch wirt­schaftlichen Lmpor st ieg bringt. Ich möchte Sie daher, meine Herren, als Vertreter der auswärtigen deutschen presse, auch meiner­seits begrüßen und möchte Ihnen danken für alles, was sie an guter Erziehung an unserem Volke bisher geleistet haben und Sie herzlichst einlaöen zur Teilnahme an einem Werk, das so oder so einmal in der deutschen Geschichte ehren­voll bestehen wird. Wenn auch in unserem Volke Zeiten der Gröhe immer wieder wechseln mit Zeiten des Verfalls, so wird doch dos mensch­liche handeln in der Geschichte abschließend be­urteilt in einem Geiste, der der Cebensbe- hauptung dient und nicht der Vernichtung, und bann wird sich zeigen, dah uns nur ein einziger Gedanke beherrscht: Deutsch­land. (Lebhafter Beifall.)

Oer 1. Mai als Tag der deutschen Arbeit.

Große Kundgebungen im ganzen Reich. Ein Manifest des Reichkanzlers.

Berlin. 6. April. (CAB.) (Eigene Meldung.) Statt der bisherigen Maifeier wird der l.Mai von der ASDAP. als ein .Tag der deutschen Arbeit" organisiert werden. Er soll, im Gegen­satz zu den bisherigen Maifeiern ein Feier­tag aller schaffenden Deutschen sein, frei von dem Gedanken des Klassenhasses. 3 n der Reichshauptstadt wird am Tage der deutschen Arbeit auf einem riesigen freien Platz, wahrscheinlich auf dem Tempelhofer Feld oder im Stadion eine große Massenkundge­bung stattfinden, für die man mit einer Teil­nehmerzahl von mehr als einer halben Million schaffender Deutscher rechnet. Während dieser Kundgebung wird voraussichtlich der Reichs­kanzler Adolf Hitler ein Manifest verlesen, das von allen deutschen Sendern im Reich übertragen wird. Der Reichskanzler wird wahrscheinlich in diesem Manifest den 1. Mai als Nationalfeiertag ver­künden. Der Anmarsch der Teilnehmer zu dieser großen Massenkundgebung soll in drei großen Heeressäulen erfolgen. Den ganzen Tag über wird die Reichshauptstadt im Zeichen des Tages der deutschen Arbeit stehen. Auch im Reich sind große Kundgebungen ähnlich denen in Berlin vorgesehen.

Dazu sagt derVölkische Beobachter":Am 1. Mai wird zum erstenmal ein wahrhaft und allein dem deutschen Arbeiter gewidmeter Feiertag im Deutschen Reich abgehalten werden. Zum Llntersch'.ed von all den anderen Jahren, wo marxistische Gewerkschafts­bonzen mit ihrem oft recht kleinen Anhang durch die Straßen zogen, wird diesmal die gesamte deutsche Arbeiterschaft diesen Tag feier­lich begehen. Cs soll den Arbeiter in diesen Stunden das Bewußtsein erfüllen, daß ereines der wichtig st en Glieder innerhalb einer großen Gemeinschaft ist. Er soll sich an diesem Tage seiner bedeutenden und wich­tigen Sendung klar werden und soll während der

Erinnerungen an Hans Thoma.

Don Emil Vaader.

Seitdem ein Band der Freundschaft die Kinder unserer kleinen Dorfschule mit Hans Thom a. dem großen Meister deutscher Kunst, verknüpfte, seitdem der Maler als Weihnachtsmann in un­sere Schulstube gekommen ist, mit herrlichen Bil­dern die Wände zu schmücken, seitdem ein Brief des Meisters ein kostbares Vermächtnis nicht nur an die Kinder unseres Dorfes, sondern an die ganze deutsche Jugend den Herrgottswinkel unserer Schule ziert, seitdem kam ich Sommer um Sommer, auf dem Weg in meine Schwarzwaldhei­mat, in das Haus des Meisters zu Karlsruhe. Zum letztenmal geschah dies am 30. Oktober 1924: acht Tage vor dem Tod des Meisters. Wie freute sich Thoma immer, wenn ich ihm Grüße brachte von Bauernkindern. Wie strahlten seine Augen, wenn er hörte, daß sein Werk Wurzel geschlagen und Heimat gefunden im entlegensten Dorf, ins­besondere im Kindervolk. Da ward er selbst jung und selbst Kind. Er ward nie müde zu fragen und kam gar bald selbst ins Erzählen. In trau­lichem Dernauer Tonfall berichtete er von eige­ner Kindheit und Schulzeit, von Schulkameraden und Lehrern, von Mutter, Großmutter und Ge­schwistern, von den ersten Anfängen seiner Kunst. Die ferne Bernauer Heimat stand wie ein Traum vor seinen Augen. Lauschend und voll Ehrfurcht sah ich dem Greis gegenüber, ich schaute die wel­ken Hände des Meisters und alles stieg vor mir auf, was diese Hände geschaffen; strahlende Som­mertage, brotwarme Kornfelder, Berge, Täler, schimmernde Höhen mit ziehenden Wolken, der Rheinstrom, der Bergsee, der Schwarzwaldbach und das weite Meer, Bäume rauschen im Wind, Fabelländer und Fabeltiere, Dauern, Dlumen, verglühende Tage, Dämmerung und geheimnis­volle blaue Rächt. Tlnvergeßliche Feierstunden waren diese Besuche. Richt nur Thoma, den gro­ßen Künstler, auch Thoma, den gütigen Men­schen, den großen Kinderfreund lernte ich da ken­nen.

Mein letzter Besuch bei Hans Thoma war ernst und still. Lange saß ich wartend im Vorzimmer, versunken in Walter C r a n e s erschütterndes BildSchnitter Tod". Rot sinkt der goldene Svnnenball hinter den Bergen, indes der Tod, mähend lund weit aushol«rd, über die Wiese

Feier vergessen lernen, was man ihm vier­zehn 3ähre lang planmäßig einzuhämmern ver­suchte: daß er die schlechteste und verachtetste Klasse von allen sei. So wird der 1. Mai den Zweck haben, vor aller Welt kundzutun. daß Deutschland ein für allemal vom Wahn des Klässenkampfes geheilt ist.

Gonderkommandos gegen Spitzel und Provokateure.

Eine Anordnung des Staatskommissars Dr. Best.

D a r m ff a b t, 6. April, (wsn.) Die Pressestelle ber hessischen Slaatsregierung teilt mit: Der Slaatskommissar für bas Polizei­wesen in Hessen erläßt folgenbe Mitteilung: Um ber am 6. April gemeinsam mit ber SSL-Unter­gruppe Hessen-Darmstabt unb ber 33. SS.-Stanbarte veröffentlichten Warnung vor Spitzeln unb Provokateuren in unseren eigenen Reihen ben erforberlidjen Rachdruck zu verleihen, hat ber Staatskommissar für bas Polizeiwesen in Hessen bie Bildung von Sonbertom- manbos gegen Spitzel unb Provokateure ange- orbnet. Diese Kommandos bestehen ausschließlich aus SS.- unb SA.-Männern unb aus Polizei- beamken, bie ber ASDAP. angehören. Sie haben ben Auftrag, gegen jebe Gesetzesverlet­zung durch Angehörige der nationalen verbände rücksichtslos einzuschrei- t e tu Der entgegen dem ausdrücklichen Befehl des Führers die bestehenden Gesetze nicht achtel, wird ohne Rücksicht auf seinen Rang in der Bewegung als Spitzel und Provokateur, der die Staatsautorität zugunsten der Sfaatsfeinbe unter­gräbt, festgenommenundderBeftrafung zugeführt. Das Eingreifen der Sonder­kommandos ist bei den Polizeiämtern Darmstadt, Offenbach. Mainz, Worms und Gie­ßen anzufordern.

Oer Berliner Besuch des hessischen Staatspräsidenten.

WSR. Darmstadt, 6. April. Am Mittwoch besuchte Staatspräsident Dr. Werner den Reichspräsidenten vonHindenburg, den Reichskanzler Adolf Hitler, den Reichs­innenminister Dr. Frick, den Finanzminister Graf SchwerinvonKrosigk. Ministerial-

schreitet. Blumen und kleine Mcnschenwesen fal­len unter den Streichen der Sense.

Agathe Thoma, des greifen Meisters greise Schwester, tritt ein. Sie berichtet, daß es nicht gut um den Bruder steht:3eden Tag und jede Stunde ist er bereit, den Leinen Schritt in die Ewigkeit zu tun, mit der er wie lange schon! auf du und du steht. Tapfer trägt er alle Be­schwernis. Immer noch läßt er sich gern vorlesen. Immer blättert er gern in Büchern, insbeson­dere in Büchern mit eigenen Bildern. Rührend ist seine Liebe für die Verse unb Bilder des Bil­derbuches, das er in den letzten Iahren für das deutsche Kindervolk geschaffen." Ihre Stimme zit­tert. Sie ahnt: des Bruders Tage sind gezählt.

Rach wenigen Tagen mußten wir in unserer Dorfschule stille Totenfeier halten für unseren großen Freund. Buben zogen mit Körben in den Wald, Tannenzweige zu holen. Mädchen brachen in Bauerngärten die letzten Weißen Astern. Kränze wanden wir um das Bildnis des toten Meisters. Die Landkarten nahmen wir von den Wänden. Alle Wände der Schule wurden mit Bildern von Hans Thoma geschmückt. Die Schul" stube ward zur Hans-Thoma-Dilderstube gewan­delt. Wie eine große deutsche Landschaft stand das Werk des toten Meisters vor uns. Lind ich muhte zu den Kindern noch einmal von Hans Thoma sprechen. Mutzte ihnen Sinn unb Wesen seines Schaffens deuten unb geruhsam den Gang dieses reichen Lebens erzählen. Da ging der Schar auf. wie schwer und mühsam dieses Leben bisweilen war; wie spät die Menschen Thoma verstanden. Lind ihnen ward klar, daß Thoma als erster Tau­senden ton Menschen das Auge für die große Schönheit der deutschen Heimat geöffnet. Linker seinen Händen ist deutsche Landschaft wahrhaft heilig geworden, weil fein Geist ganz erfüllt ist von Ehrfurcht vor Gottes Schöpfung. Lind wir lasen zur Totenfeier, nach einem Vermächtnis des Meisters, den Brief, den er vor vier Jahren an unsere Schule schrieb:Meine lieben Kinder! Cs hat mich so sehr gefreut, dah Ihr mich so freund­lich eingelaben habt. Euch in Dretzingen zu be­suchen. den Malkasten mitzubringen und Euch et­was zu malen aus Eurer lieben Heimat und in aller Gemütlichkeit ohne Sorgen bei Euerm Herrn Lehrer zu wohnen. Das denke ich mir, wie auch Ihr es Euch denkt, gar schön. Ihr könnt auch mir dann zusehen, wie das Malen vor sich geht, so wie in früheren Iahren Kinder im Schwarzwald und im Taunus so oft zugesehen haben, wenn ich

direktor D a m m a n n und den Vizekanzler von P a p e n. Auherdem hatte der Staatspräsident eine Unterhaltung mit dem Vertreter Hessens beim Reich, Dr. Edward, über die zukünftige Arbeit ber hessischen GefandschafL

Gegen die Konkurrenz der Warenhäuser

Die Staatsregierung beantragt reichs­gesetzliche Regelung

Darmstadt, 6. Avril. (WSN.) In den letzten Tagen macht sich wieder eine wachsende Er­regung gegen die Warenhäuser in der Bevölkerung bemerkbar. Die Staatsregie­rung hat bereits mehrfach betont, daß sie allen irgendwie ungesetzlichen Maßnahmen mit Entschiedenheit entgegentreten wird. Die Staatsregierung wird auch getreu den nationalsozialistischen Grundsätzen in Zukunft dafür sorgen, daß der M i 11 e l st a n d als eine der Grundlagen des Staatswesens überhaupt g e - schützt wird. Aus diesem Grunde hat die Regie­rung einen Antrag wieder aufgegriffen, den die nationalsozialistische Fraktion bereits am 26. Januar 1932 in dem damaligen Landtag eingebracht hatte. Die bedeutendsten Paragraphen dieses Antrages haben folgenden Wortlaut:

§ 1. Der Warenhaus ft euer unterliegen ge­werbliche Unternehmen, die den Kleinhandel mit Waren verschiedener Gattungen nach Art ber Wa­renhäuser, Großbazare, Abzahlungs-, Versteige- rungs- und Versandgeschäfte betreiben.

§ 2. Die Bemessung ber Steuer erfolgt nach dem Umsatz unb Dem Gewerbekapital.

§ 5. 1. Der Steuersatz nach dem Umsatz beträgt 6 o. H., wenn ber Jahresumsatz 750 000 RM. nicht übersteigt, 7 v. H., wenn ber Jahres­umsatz 5 000 000 RM. nicht übersteigt, 8 v. H., wenn der Jahresumsatz 5 000 000 RM. übersteigt. 2. Der Umsatz ist für die Steuerberechnung auf volle Tau­send Reichsmark abzurunden.

§ 9. Der Steuersatz nach dem Gewerbe- kapital beträgt: 1 o. Sy, wenn das Gewerbe- kapital 100 000 RM. nicht übersteigt, 2 v. Sy, wenn das Gewerbekapital 1 500 000 RM. nicht übersteigt, 3 d. Sy, wenn das Gewerbekapital 1500 000 RM. übersteigt.

Die Erhebung dieser Steuern würde unbe­dingt genügen, die erdrückende Konkurrenz der Warenhäuser auf ein erträgliches Maß zurückzuführen, um dem Mittelstand wieder die ihm notwendige Bewegungsfreiheit und Lebensmöglichkeit zu geben. Da diese Frage aber nicht in den Ländern einzeln geregelt

draußen unter Gottes freiem Himmel drauf los malte. Aber jetzt bin ich achtzig und ein halb Jahr alt und da ist es mir nicht mehr möglich, von zu Haufe wegzugehen die Beine sind schwach geworden, und auch mit dem Malen will es nicht mehr so recht gehen. Mit 80 Iahren ist die Erdenzeit des menschlichen Lebens abge­laufen und die unsterbliche Seele j)arf wieder heimkehren zu Gott, von dem sie uns gegeben ist zur Wanderschaft auf der Erde.

Mir hat der liebe Gott gute Augen zum Bildersehen mitgegeben, so daß ich meine Freude an all dem Schönen, was ich schauen konnte, auch manchen anderen, die mitschauen wollten, zeigen konnte. Ich habe in der mir gegebenen langen Lebenszeit viele Bilder malen können, an denen sich wohl noch lange, wenn ich schon im Grabe ruhe, groß und klein wird freuen können, denn in Bildern lebt die Spur der un­sterblichen Seele fort. Lind wenn mit der Zeit diese Bilder auch vergehen, es werden aus der Iugend immer wieder neue Talente hervor- wachsen, die mit ihrem Können Zeugnis ablegen von der ewigen Seele. So könnt auch ihr, liebe Kinder, teilnehmen an der Gemeinschaft, welche alle guten Geister der Menschen verbindet, damit sie sich an den Schönheiten der Welt von Herzen freuen können, wenn sie dieselben einander zeigen können. Ihr sollt jederzeit bestrebt sein, als brave Menschen in die Zukunft hineinzuwachsen, daß wir nach Gottes Willen ein treues, frommes Brudervolk werden, das sich in Liebe hilft, alles Böse, das wie Linkraut auswachsen will, zwischen uns zu überwinden.

Wenn nun auch mein alter, schwacher Körper es unmöglich macht, daß ich zu Euch komme mit dem Malkasten, so kann ich doch immer bei Euch fein jedesmal, wenn Ihr Euch an meinen Bildern erfreuen könnt, von denen Ihr ja mit der Zeit noch recht viele werdet sehen können. Dann bin ich im Geiste bei Euch und bin selber ein frohes Kind, wenn ich Euch zeigen kann, wie schön die Welt ist in Dretzingen und überall, wo sich der Himmel über gute, zufriedene Men­schen wölbt.

So lebt denn wohl! Ich grüße Euch und wünsche Euch Gottes Segen in Eure Zukunft hin­ein. Euer alter Dildermann Hans Thom a.

Rie vielleicht war den Kindern, wie in dieser Stunde, klar geworden, was das bedeutet: un­sterbliche Seele. Sie wissen: heute lenkt man

werden kann, so hat die hessische nationalsozialisti­sche Staatsregierung diesen Antrag der Landtags­fraktion als Gesetzentwurf der Reichsregie­rung mit der Anregung vorgelegt, diesen Ent­wurf als Reichsgesetz einzuführen.

Ein Kommissar für Arbeits­fragen in Hessen.

Darmstadt, 6. April. (WSR.) Die Presse­stelle der Staatsregierung teilt mit:Der Staats­kommissar für Arbeitsfragen ist ernannt, die Ver­fügung hat folgenden Wortlaut:

Artikel 1. Cs wird ein Staatskommiffar für Arbeitsfragen in Hessen eingesetzt.

Artikel 2. Der Kommissar ist dem M i n i st e r des Innern unmittelbar unterstellt; die Tätig­keit ist ehrenamtlich.

Artikel 3. Zum Kommissar für Arbeitsfragen wird mit sofortiger Wirkung der Reichstags­abgeordnete Fritz Kern ernannt.

Darmstadt, den 5. April 1933.

Hessisches Gesamtministerium.

gez.: Dr. Werner. gez.. Dr. Müller.

Ohne Zweifel wird die Errichtung dieses Kom­missariats sehr begrüßt, besonders, da der Reichs­tagsabgeordnete Fritz Kern das Vertrauen weitester Kreise der hessischenHand- arbeiterschaft genießt. Cs wird die Auf­gabe des Kommissars für Arbeitsfragen sein, alle Fragen zu klären bzw. der Staatsregierung vor­zutragen, die eng mit den Lebensinter­essen der Arbeiterschaft verknüpft sind, wie die Fragen der Gewerkschaften, ihre Entpolitisierung, der Tarife, der Sozial­versicherungen, der Arbeitszeiten, des Arbeiterschutzes, der Betriebs­räte usw. Der tiefere Sinn dieser neuen Ein­richtung aber wird fein, aus dem sog. Proletarier wieder den deutschen Arbeiter zu formen und dem Arbeiterstand die seinem Wert ent­sprechende ständische Vertretung im neuen Reiche zu schaffen."

Am Samstag eine Rede des Reichs­kanzlers im Rundfunk.

Berlin, 6. April. (ERB. Funkspruch.) Der Deutschlandsender überträgt über alle deutschen Rundfunksender am Samstag, 8. April, von 18.45 bis 20 Llhr, aus dem Sportpalast Berlin einen SA. -Appell mit einer Rede des Reichskanzlers Hitler und am Sonntag, 9. April, von 12.20 bis 13.30 Llhr, aus dem Sportpalast Berlin eine Kundg^e - bung der Berliner Betriebszellen- Organisation mit einer Rede des Reichs­ministers G o e r i n g. Es ist ein Befehl a n die gesamte E A. im Reich und in Oesterreich ergangen, für Samstag einen Appell anzusetzen und die Rede des Reichs­kanzlers durch Lautsprecher übermit­teln zu lassen. Wie wir hören, wird der Reichs­kanzler in dieser Ansprache der SA. seine besondere Anerkennung für die disziplinierte Durchführung des Boykotts aussprechen.

Neuregelung der Flaggenstage.

Berlin, 6. April. (CNB-) In den nächsten Ta­gen dürfte eine teilweise Neuregelung der Flaggen- frage zu erwarten sein. Man wird sich zunächst wahrscheinlich nicht mit einer Neureglung der Reichsfarben beschäftigen, sondern es vorläufig bei der vor einiger Zeit getroffenen Regelung belassen, daß die schwarz­weißrote und die Hakenkreuzfahne nebeneinander als Reichsflagden gel­ten. Dagegen wird die neue Reichspräsiden­ten st a nd a r t e eingeführt werden, die in den neuen Reichssarben gehalten ist. Ferner wird in einigen Tagen die schwarzweißrote Fahne ohne Gösch zur Handelsflagge erklärt werden. Inzwischen hat die hamburgische Regierung bereits die Hamburger Reedereien ermächtigt, ihre Schiffe mit der schwarzweißroten Fahne ohne Gösch I auslaufen zu lassen. Die Regierungen der fremden , Staaten werden durch die deutschen diplomatischen I Vertretungen von der bevorstehenden Neuregelung I der Handelsflagge in Kenntnis gesetzt werden.

Hans Thomas Leib ins Grab. Sein Werk, seine Seele aber ist lebendiger denn je.

Wir klagen nicht. Wir singen voll Hingebung und Andacht die innigsten und schönsten Lieder der Heimat. Wir schauen wieder und wieder des Meisters Werk. Wir schreiben Briefe an die einsame Schwester, die ihr künden sollen von der Liebe, die ihres Bruders Werk im kleinsten Dorf gefunden.

Das Endergebnis der Totenfeier ist ein reli­giöses. In Hans Thoma lernten wir den Künst­ler von Gottes Gnaden in des Wortes tiefstem und schönstem Sinn kennen. Ehrfurcht vor Go t s Schöpfung ist die Grundkraft von Thomas Schaffen. Lind Ehrfurcht vor Blume und Tier, vor Berg und Tal, vor Wolke und Wind weckt die Versenkung in sein Werk. Wir erkennen in Thoma den großen, religiösen Menschen unserer Zeit.

Zeitschriften.

Im Freiwilligen Arbeitsdienst vollzog zum erstenmal eine kleine, aber ent­schlossene Schicht die endgültige Abkehr von über­kommenen Vorstellungen. Werner B e u m e I * bürg behandelt im neuesten Sonderheft der Süddeutschen Monatshefte. München. Durch Arbeit zur Ration" dieses vordringliche Problem. Der FAD. ist ein Kind der bündischen Organisationen. Den ersten Anstoß gab der Iung- deutsche Orden, nicht lange nach dem Kriege. Stahlhelm und akademische Verbände trieben den Gedanken weiter. Der Rationalsozialismus ent­schloß sich frühzeitig zu einer positiven Ein­stellung und schuf ein auf festen Füßen auf- gebautes universales Programm, das folgerichtig in dem Projekt der allgemeinen Dienstpflicht endete. Der Staat griff erst ein, als die Bewe­gung sich schon zu einer solchen Breite und Tiefe entwickelt hatte, daß er es geraten hielt, sich rechtzeitig einzuschalten. Beumelburg entwirft ein Bild der Organisation des heutigen Arbeits­dienstes, untersucht die Arbeit selbst, betont die entscheidend wichtige Führerfrage, behandelt das Problem der Mannschaft und wirft schließlich die Frage auf, ob freiwilliger Arbeitsdienst oder Dienstpflicht. Beumelburg ist für einen stufen­weisen Weiterbau auf der Grundlage des bis­her Erreichten und hält vor allem die einheitliche. Regelung der Arbeitsplanung für das Rvt- wendigste.