Die Ausgabe des Arztes im nationalen Staat
Oer Reichskanzler empfängt Vertreter der
Berlin, 6. April. (VdZ.) Reichskanzler Adolf Eitler berief den Kommissar der ärztlichen Spit- zenoerbändc Dr. Wagner zur Berichterstattung über die Gleichschaltung der Acrzte schäft. Danach empfing er Vertreter der Vorstände der Aerzteschaft unter Führung von Geheimrat Dr. S t a u d e r - Nürnberg. Nachdem Dr. Stander dem Reichskanzler für den Empfang gedankt und die Bereitschaft der gleichgeschalteten Aerzteorganisation zur Mitarbeit unterstrichen hatte, machte Reichskanzler Hitler ausführliche Darlegungen über seine Absi'chten zur Reinigung des Volkes, namentlich der intellektuellen Schicht von fremd st ä m m i g e m Einfluß und rassenfremder Durchsetzung. Er betonte, daß man durch Ausmerzung der Ueberzahl jüdischer Intellektueller aus dem Kultur- uni) Geistesleben Deutschlands dem natürlichen Anrecht Deutschlands auf arteigene geistige Führung gerecht werden müsse. Die größten Leistungen des geistigen Lebens seien niemals von Rassefremden, sondern von arischen deutschen Geisteskräften vollbracht worden. Bej der Begrenztheit des Lebensraumes der deutschen Geistesarbeit und ihrer Träger hätten die eigenen Volksgenossen ein natürliches moralisches Anrecht auf Bevorzugung. Die Zulassung eines im Verhältnis zum Volksganzen zu großen Anteiles fremdstämmiger Elemente
ärztlichen Standesorgamsationen.
würde als Anerkennung der geistigen Ueberlegen- heit anderer Rassen gedeutet werden müssen, die mit aller Entschiedenheit abzulehnen sei. Amerika, das vor anderen Ländern zum Träger einer starken Iudenbewegung geworden sei, habe aus der Verschiedenwertigkeit der Rassen praktische politische Folgerungen gezogen und durch seine Einwanderungsbestimmungen den unerwünschten Zugang solcher Rasseangehöriger ferngehalten. Amerika sei auch keineswegs bereit gewesen, jetzt die Türe etwa aus Deutschland „flüchtenden" Juden zu öffnen, denen in Wirklichkeit in Deutschland kein Haar gekrümmt worden sei. Der Reichskanzler erkannte die Not an, die im ärztlichen Stande und insbesondere unter der ärztlichen Jugend vielfach herrsche. Gerade dieser deutschen Jugend müsse Lebensraum und A r b e i t s m ö g l i ch k e i t durch eine tatkräftige Zurückdrängung fremdrassiger Elemente geschaffen werden. Die Förderung der geistigen Berufe hänge ab von deren Mitarbeit am Aufbau des autoritären, gereinigten, starken deutschen Staatswesens. Die rassenhygienische Reinigungsarbeit solle ein festes Fundament für die künftige völkische Entwickelung schaffen. Die deutsche Aerzteschaft sei dazu berufen, an diesem Werk durch wissenschaftliche Aufklärung praktisch zu wirken und mitzuarbeiten.
biete des Heeres, der Verwaltung, der Wirtschaft, der Wissenschaft usw. entwickelt sich eine ebenso organische Führung des politischen Kampfes. Sie kennt wieder das Gesetz der Verantwortung nach oben uird der Autorität nach unten. Sie sieht aber als letzte und höchste Instanz, der sie verantwortlich ist, das Volk, und es ist daher kein Zufall, daß es die hinter uns liegende Zeit am wenigsten verstanden hat, das Volk in eine wirklich innere, lebendige Beziehung zu seiner Regierung M bringen und daß wir. meine Herren, die wir Antidemokraten sind, uns umgekehrt bemühen, diese Verbindung zwischen uns und dem Volke zu finden.
wir erkennen gerade aus diesem Grunde d i e Bedeutung der presse vielleicht besser als unsere Vorgänger, wöge die Presse aber auch erkennen die Bedeutung eines Regiments, das in Deutschland durch die Ordnung der allgemeinen Verhältnisse jenen moralischen, politischen und damit auch wirtschaftlichen Lmpor st ieg bringt. Ich möchte Sie daher, meine Herren, als Vertreter der auswärtigen deutschen presse, auch meinerseits begrüßen und möchte Ihnen danken für alles, was sie an guter Erziehung an unserem Volke bisher geleistet haben und Sie herzlichst einlaöen zur Teilnahme an einem Werk, das so oder so einmal in der deutschen Geschichte ehrenvoll bestehen wird. Wenn auch in unserem Volke Zeiten der Gröhe immer wieder wechseln mit Zeiten des Verfalls, so wird doch dos menschliche handeln in der Geschichte abschließend beurteilt in einem Geiste, der der Cebensbe- hauptung dient und nicht der Vernichtung, und bann wird sich zeigen, dah uns nur ein einziger Gedanke beherrscht: Deutschland. (Lebhafter Beifall.)
Oer 1. Mai als Tag der deutschen Arbeit.
Große Kundgebungen im ganzen Reich. Ein Manifest des Reichkanzlers.
Berlin. 6. April. (CAB.) (Eigene Meldung.) Statt der bisherigen Maifeier wird der l.Mai von der ASDAP. als ein .Tag der deutschen Arbeit" organisiert werden. Er soll, im Gegensatz zu den bisherigen Maifeiern ein Feiertag aller schaffenden Deutschen sein, frei von dem Gedanken des Klassenhasses. 3 n der Reichshauptstadt wird am Tage der deutschen Arbeit auf einem riesigen freien Platz, wahrscheinlich auf dem Tempelhofer Feld oder im Stadion eine große Massenkundgebung stattfinden, für die man mit einer Teilnehmerzahl von mehr als einer halben Million schaffender Deutscher rechnet. Während dieser Kundgebung wird voraussichtlich der Reichskanzler Adolf Hitler ein Manifest verlesen, das von allen deutschen Sendern im Reich übertragen wird. Der Reichskanzler wird wahrscheinlich in diesem Manifest den 1. Mai als Nationalfeiertag verkünden. Der Anmarsch der Teilnehmer zu dieser großen Massenkundgebung soll in drei großen Heeressäulen erfolgen. Den ganzen Tag über wird die Reichshauptstadt im Zeichen des Tages der deutschen Arbeit stehen. Auch im Reich sind große Kundgebungen ähnlich denen in Berlin vorgesehen.
Dazu sagt der „Völkische Beobachter": „Am 1. Mai wird zum erstenmal ein wahrhaft und allein dem deutschen Arbeiter gewidmeter Feiertag im Deutschen Reich abgehalten werden. Zum Llntersch'.ed von all den anderen Jahren, wo marxistische Gewerkschaftsbonzen mit ihrem oft recht kleinen Anhang durch die Straßen zogen, wird diesmal die gesamte deutsche Arbeiterschaft diesen Tag feierlich begehen. Cs soll den Arbeiter in diesen Stunden das Bewußtsein erfüllen, daß ereines der wichtig st en Glieder innerhalb einer großen Gemeinschaft ist. Er soll sich an diesem Tage seiner bedeutenden und wichtigen Sendung klar werden und soll während der
Erinnerungen an Hans Thoma.
Don Emil Vaader.
Seitdem ein Band der Freundschaft die Kinder unserer kleinen Dorfschule mit Hans Thom a. dem großen Meister deutscher Kunst, verknüpfte, seitdem der Maler als Weihnachtsmann in unsere Schulstube gekommen ist, mit herrlichen Bildern die Wände zu schmücken, seitdem ein Brief des Meisters — ein kostbares Vermächtnis nicht nur an die Kinder unseres Dorfes, sondern an die ganze deutsche Jugend — den Herrgottswinkel unserer Schule ziert, seitdem kam ich Sommer um Sommer, auf dem Weg in meine Schwarzwaldheimat, in das Haus des Meisters zu Karlsruhe. Zum letztenmal geschah dies am 30. Oktober 1924: acht Tage vor dem Tod des Meisters. Wie freute sich Thoma immer, wenn ich ihm Grüße brachte von Bauernkindern. Wie strahlten seine Augen, wenn er hörte, daß sein Werk Wurzel geschlagen und Heimat gefunden im entlegensten Dorf, insbesondere im Kindervolk. Da ward er selbst jung und selbst Kind. Er ward nie müde zu fragen und kam gar bald selbst ins Erzählen. In traulichem Dernauer Tonfall berichtete er von eigener Kindheit und Schulzeit, von Schulkameraden und Lehrern, von Mutter, Großmutter und Geschwistern, von den ersten Anfängen seiner Kunst. Die ferne Bernauer Heimat stand wie ein Traum vor seinen Augen. Lauschend und voll Ehrfurcht sah ich dem Greis gegenüber, ich schaute die welken Hände des Meisters und alles stieg vor mir auf, was diese Hände geschaffen; strahlende Sommertage, brotwarme Kornfelder, Berge, Täler, schimmernde Höhen mit ziehenden Wolken, der Rheinstrom, der Bergsee, der Schwarzwaldbach und das weite Meer, Bäume rauschen im Wind, Fabelländer und Fabeltiere, Dauern, Dlumen, verglühende Tage, Dämmerung und geheimnisvolle blaue Rächt. Tlnvergeßliche Feierstunden waren diese Besuche. Richt nur Thoma, den großen Künstler, auch Thoma, den gütigen Menschen, den großen Kinderfreund lernte ich da kennen.
Mein letzter Besuch bei Hans Thoma war ernst und still. Lange saß ich wartend im Vorzimmer, versunken in Walter C r a n e s erschütterndes Bild „Schnitter Tod". Rot sinkt der goldene Svnnenball hinter den Bergen, indes der Tod, mähend lund weit aushol«rd, über die Wiese
Feier vergessen lernen, was man ihm vierzehn 3ähre lang planmäßig einzuhämmern versuchte: daß er die schlechteste und verachtetste Klasse von allen sei. So wird der 1. Mai den Zweck haben, vor aller Welt kundzutun. daß Deutschland ein für allemal vom Wahn des Klässenkampfes geheilt ist.
Gonderkommandos gegen Spitzel und Provokateure.
Eine Anordnung des Staatskommissars Dr. Best.
D a r m ff a b t, 6. April, (wsn.) Die Pressestelle ber hessischen Slaatsregierung teilt mit: Der Slaatskommissar für bas Polizeiwesen in Hessen erläßt folgenbe Mitteilung: Um ber am 6. April gemeinsam mit ber SSL-Untergruppe Hessen-Darmstabt unb ber 33. SS.-Stanbarte veröffentlichten Warnung vor Spitzeln unb Provokateuren in unseren eigenen Reihen ben erforberlidjen Rachdruck zu verleihen, hat ber Staatskommissar für bas Polizeiwesen in Hessen bie Bildung von Sonbertom- manbos gegen Spitzel unb Provokateure ange- orbnet. Diese Kommandos bestehen ausschließlich aus SS.- unb SA.-Männern unb aus Polizei- beamken, bie ber ASDAP. angehören. Sie haben ben Auftrag, gegen jebe Gesetzesverletzung durch Angehörige der nationalen verbände rücksichtslos einzuschrei- t e tu Der entgegen dem ausdrücklichen Befehl des Führers die bestehenden Gesetze nicht achtel, wird ohne Rücksicht auf seinen Rang in der Bewegung als Spitzel und Provokateur, der die Staatsautorität zugunsten der Sfaatsfeinbe untergräbt, festgenommenundderBeftrafung zugeführt. Das Eingreifen der Sonderkommandos ist bei den Polizeiämtern Darmstadt, Offenbach. Mainz, Worms und Gießen anzufordern.
Oer Berliner Besuch des hessischen Staatspräsidenten.
WSR. Darmstadt, 6. April. Am Mittwoch besuchte Staatspräsident Dr. Werner den Reichspräsidenten vonHindenburg, den Reichskanzler Adolf Hitler, den Reichsinnenminister Dr. Frick, den Finanzminister Graf SchwerinvonKrosigk. Ministerial-
schreitet. Blumen und kleine Mcnschenwesen fallen unter den Streichen der Sense.
Agathe Thoma, des greifen Meisters greise Schwester, tritt ein. Sie berichtet, daß es nicht gut um den Bruder steht: „3eden Tag und jede Stunde ist er bereit, den Leinen Schritt in die Ewigkeit zu tun, mit der er — wie lange schon! auf du und du steht. Tapfer trägt er alle Beschwernis. Immer noch läßt er sich gern vorlesen. Immer blättert er gern in Büchern, insbesondere in Büchern mit eigenen Bildern. Rührend ist seine Liebe für die Verse unb Bilder des Bilderbuches, das er in den letzten Iahren für das deutsche Kindervolk geschaffen." Ihre Stimme zittert. Sie ahnt: des Bruders Tage sind gezählt.
Rach wenigen Tagen mußten wir in unserer Dorfschule stille Totenfeier halten für unseren großen Freund. Buben zogen mit Körben in den Wald, Tannenzweige zu holen. Mädchen brachen in Bauerngärten die letzten Weißen Astern. Kränze wanden wir um das Bildnis des toten Meisters. Die Landkarten nahmen wir von den Wänden. Alle Wände der Schule wurden mit Bildern von Hans Thoma geschmückt. Die Schul" stube ward zur Hans-Thoma-Dilderstube gewandelt. Wie eine große deutsche Landschaft stand das Werk des toten Meisters vor uns. Lind ich muhte zu den Kindern noch einmal von Hans Thoma sprechen. Mutzte ihnen Sinn unb Wesen seines Schaffens deuten unb geruhsam den Gang dieses reichen Lebens erzählen. Da ging der Schar auf. wie schwer und mühsam dieses Leben bisweilen war; wie spät die Menschen Thoma verstanden. Lind ihnen ward klar, daß Thoma als erster Tausenden ton Menschen das Auge für die große Schönheit der deutschen Heimat geöffnet. Linker seinen Händen ist deutsche Landschaft wahrhaft heilig geworden, weil fein Geist ganz erfüllt ist von Ehrfurcht vor Gottes Schöpfung. Lind wir lasen zur Totenfeier, nach einem Vermächtnis des Meisters, den Brief, den er vor vier Jahren an unsere Schule schrieb: „Meine lieben Kinder! Cs hat mich so sehr gefreut, dah Ihr mich so freundlich eingelaben habt. Euch in Dretzingen zu besuchen. den Malkasten mitzubringen und Euch etwas zu malen aus Eurer lieben Heimat und in aller Gemütlichkeit ohne Sorgen bei Euerm Herrn Lehrer zu wohnen. Das denke ich mir, wie auch Ihr es Euch denkt, gar schön. Ihr könnt auch mir dann zusehen, wie das Malen vor sich geht, so wie in früheren Iahren Kinder im Schwarzwald und im Taunus so oft zugesehen haben, wenn ich
direktor D a m m a n n und den Vizekanzler von P a p e n. Auherdem hatte der Staatspräsident eine Unterhaltung mit dem Vertreter Hessens beim Reich, Dr. Edward, über die zukünftige Arbeit ber hessischen GefandschafL
Gegen die Konkurrenz der Warenhäuser
Die Staatsregierung beantragt reichsgesetzliche Regelung
Darmstadt, 6. Avril. (WSN.) In den letzten Tagen macht sich wieder eine wachsende Erregung gegen die Warenhäuser in der Bevölkerung bemerkbar. Die Staatsregierung hat bereits mehrfach betont, daß sie allen irgendwie ungesetzlichen Maßnahmen mit Entschiedenheit entgegentreten wird. Die Staatsregierung wird auch getreu den nationalsozialistischen Grundsätzen in Zukunft dafür sorgen, daß der M i 11 e l st a n d als eine der Grundlagen des Staatswesens überhaupt g e - schützt wird. Aus diesem Grunde hat die Regierung einen Antrag wieder aufgegriffen, den die nationalsozialistische Fraktion bereits am 26. Januar 1932 in dem damaligen Landtag eingebracht hatte. Die bedeutendsten Paragraphen dieses Antrages haben folgenden Wortlaut:
§ 1. Der Warenhaus ft euer unterliegen gewerbliche Unternehmen, die den Kleinhandel mit Waren verschiedener Gattungen nach Art ber Warenhäuser, Großbazare, Abzahlungs-, Versteige- rungs- und Versandgeschäfte betreiben.
§ 2. Die Bemessung ber Steuer erfolgt nach dem Umsatz unb Dem Gewerbekapital.
§ 5. 1. Der Steuersatz nach dem Umsatz beträgt 6 o. H., wenn ber Jahresumsatz 750 000 RM. nicht übersteigt, 7 v. H., wenn ber Jahresumsatz 5 000 000 RM. nicht übersteigt, 8 v. H., wenn der Jahresumsatz 5 000 000 RM. übersteigt. 2. Der Umsatz ist für die Steuerberechnung auf volle Tausend Reichsmark abzurunden.
§ 9. Der Steuersatz nach dem Gewerbe- kapital beträgt: 1 o. Sy, wenn das Gewerbe- kapital 100 000 RM. nicht übersteigt, 2 v. Sy, wenn das Gewerbekapital 1 500 000 RM. nicht übersteigt, 3 d. Sy, wenn das Gewerbekapital 1500 000 RM. übersteigt.
Die Erhebung dieser Steuern würde unbedingt genügen, die erdrückende Konkurrenz der Warenhäuser auf ein erträgliches Maß zurückzuführen, um dem Mittelstand wieder die ihm notwendige Bewegungsfreiheit und Lebensmöglichkeit zu geben. Da diese Frage aber nicht in den Ländern einzeln geregelt
draußen unter Gottes freiem Himmel drauf los malte. Aber jetzt bin ich achtzig und ein halb Jahr alt und da ist es mir nicht mehr möglich, von zu Haufe wegzugehen — die Beine sind schwach geworden —, und auch mit dem Malen will es nicht mehr so recht gehen. Mit 80 Iahren ist die Erdenzeit des menschlichen Lebens abgelaufen und die unsterbliche Seele j)arf wieder heimkehren zu Gott, von dem sie uns gegeben ist — zur Wanderschaft auf der Erde.
Mir hat der liebe Gott gute Augen zum Bildersehen mitgegeben, so daß ich meine Freude an all dem Schönen, was ich schauen konnte, auch manchen anderen, die mitschauen wollten, zeigen konnte. Ich habe in der mir gegebenen langen Lebenszeit viele Bilder malen können, an denen sich wohl noch lange, wenn ich schon im Grabe ruhe, groß und klein wird freuen können, denn in Bildern lebt die Spur der unsterblichen Seele fort. Lind wenn mit der Zeit diese Bilder auch vergehen, es werden aus der Iugend immer wieder neue Talente hervor- wachsen, die mit ihrem Können Zeugnis ablegen von der ewigen Seele. So könnt auch ihr, liebe Kinder, teilnehmen an der Gemeinschaft, welche alle guten Geister der Menschen verbindet, damit sie sich an den Schönheiten der Welt von Herzen freuen können, wenn sie dieselben einander zeigen können. Ihr sollt jederzeit bestrebt sein, als brave Menschen in die Zukunft hineinzuwachsen, daß wir nach Gottes Willen ein treues, frommes Brudervolk werden, das sich in Liebe hilft, alles Böse, das wie Linkraut auswachsen will, zwischen uns zu überwinden.
Wenn nun auch mein alter, schwacher Körper es unmöglich macht, daß ich zu Euch komme mit dem Malkasten, so kann ich doch immer bei Euch fein jedesmal, wenn Ihr Euch an meinen Bildern erfreuen könnt, von denen Ihr ja mit der Zeit noch recht viele werdet sehen können. Dann bin ich im Geiste bei Euch und bin selber ein frohes Kind, wenn ich Euch zeigen kann, wie schön die Welt ist in Dretzingen und überall, wo sich der Himmel über gute, zufriedene Menschen wölbt.
So lebt denn wohl! Ich grüße Euch und wünsche Euch Gottes Segen in Eure Zukunft hinein. Euer alter Dildermann Hans Thom a.“
Rie vielleicht war den Kindern, wie in dieser Stunde, klar geworden, was das bedeutet: unsterbliche Seele. Sie wissen: heute lenkt man
werden kann, so hat die hessische nationalsozialistische Staatsregierung diesen Antrag der Landtagsfraktion als Gesetzentwurf der Reichsregierung mit der Anregung vorgelegt, diesen Entwurf als Reichsgesetz einzuführen.
Ein Kommissar für Arbeitsfragen in Hessen.
Darmstadt, 6. April. (WSR.) Die Pressestelle der Staatsregierung teilt mit: „Der Staatskommissar für Arbeitsfragen ist ernannt, die Verfügung hat folgenden Wortlaut:
Artikel 1. Cs wird ein Staatskommiffar für Arbeitsfragen in Hessen eingesetzt.
Artikel 2. Der Kommissar ist dem M i n i st e r des Innern unmittelbar unterstellt; die Tätigkeit ist ehrenamtlich.
Artikel 3. Zum Kommissar für Arbeitsfragen wird mit sofortiger Wirkung der Reichstagsabgeordnete Fritz Kern ernannt.
Darmstadt, den 5. April 1933.
Hessisches Gesamtministerium.
gez.: Dr. Werner. gez.. Dr. Müller.
Ohne Zweifel wird die Errichtung dieses Kommissariats sehr begrüßt, besonders, da der Reichstagsabgeordnete Fritz Kern das Vertrauen weitester Kreise der hessischenHand- arbeiterschaft genießt. Cs wird die Aufgabe des Kommissars für Arbeitsfragen sein, alle Fragen zu klären bzw. der Staatsregierung vorzutragen, die eng mit den Lebensinteressen der Arbeiterschaft verknüpft sind, wie die Fragen der Gewerkschaften, ihre Entpolitisierung, der Tarife, der Sozialversicherungen, der Arbeitszeiten, des Arbeiterschutzes, der Betriebsräte usw. Der tiefere Sinn dieser neuen Einrichtung aber wird fein, aus dem sog. Proletarier wieder den deutschen Arbeiter zu formen und dem Arbeiterstand die seinem Wert entsprechende ständische Vertretung im neuen Reiche zu schaffen."
Am Samstag eine Rede des Reichskanzlers im Rundfunk.
Berlin, 6. April. (ERB. Funkspruch.) Der Deutschlandsender überträgt über alle deutschen Rundfunksender am Samstag, 8. April, von 18.45 bis 20 Llhr, aus dem Sportpalast Berlin einen SA. -Appell mit einer Rede des Reichskanzlers Hitler und am Sonntag, 9. April, von 12.20 bis 13.30 Llhr, aus dem Sportpalast Berlin eine Kundg^e - bung der Berliner Betriebszellen- Organisation mit einer Rede des Reichsministers G o e r i n g. Es ist ein Befehl a n die gesamte E A. im Reich und in Oesterreich ergangen, für Samstag einen Appell anzusetzen und die Rede des Reichskanzlers durch Lautsprecher übermitteln zu lassen. Wie wir hören, wird der Reichskanzler in dieser Ansprache der SA. seine besondere Anerkennung für die disziplinierte Durchführung des Boykotts aussprechen.
Neuregelung der Flaggenstage.
Berlin, 6. April. (CNB-) In den nächsten Tagen dürfte eine teilweise Neuregelung der Flaggen- frage zu erwarten sein. Man wird sich zunächst wahrscheinlich nicht mit einer Neureglung der Reichsfarben beschäftigen, sondern es vorläufig bei der vor einiger Zeit getroffenen Regelung belassen, daß die schwarzweißrote und die Hakenkreuzfahne nebeneinander als Reichsflagden gelten. Dagegen wird die neue Reichspräsidenten st a nd a r t e eingeführt werden, die in den neuen Reichssarben gehalten ist. Ferner wird in einigen Tagen die schwarzweißrote Fahne ohne Gösch zur Handelsflagge erklärt werden. Inzwischen hat die hamburgische Regierung bereits die Hamburger Reedereien ermächtigt, ihre ■ Schiffe mit der schwarzweißroten Fahne ohne Gösch I auslaufen zu lassen. Die Regierungen der fremden , Staaten werden durch die deutschen diplomatischen I Vertretungen von der bevorstehenden Neuregelung I der Handelsflagge in Kenntnis gesetzt werden.
Hans Thomas Leib ins Grab. Sein Werk, seine Seele aber ist lebendiger denn je.
Wir klagen nicht. Wir singen voll Hingebung und Andacht die innigsten und schönsten Lieder der Heimat. Wir schauen wieder und wieder des Meisters Werk. Wir schreiben Briefe an die einsame Schwester, die ihr künden sollen von der Liebe, die ihres Bruders Werk im kleinsten Dorf gefunden.
Das Endergebnis der Totenfeier ist ein religiöses. In Hans Thoma lernten wir den Künstler von Gottes Gnaden — in des Wortes tiefstem und schönstem Sinn — kennen. Ehrfurcht vor Go t s Schöpfung ist die Grundkraft von Thomas Schaffen. Lind Ehrfurcht vor Blume und Tier, vor Berg und Tal, vor Wolke und Wind weckt die Versenkung in sein Werk. Wir erkennen in Thoma den großen, religiösen Menschen unserer Zeit.
Zeitschriften.
— Im Freiwilligen Arbeitsdienst vollzog zum erstenmal eine kleine, aber entschlossene Schicht die endgültige Abkehr von überkommenen Vorstellungen. Werner B e u m e I * bürg behandelt im neuesten Sonderheft der Süddeutschen Monatshefte. München. „Durch Arbeit zur Ration" dieses vordringliche Problem. Der FAD. ist ein Kind der bündischen Organisationen. Den ersten Anstoß gab der Iung- deutsche Orden, nicht lange nach dem Kriege. Stahlhelm und akademische Verbände trieben den Gedanken weiter. Der Rationalsozialismus entschloß sich frühzeitig zu einer positiven Einstellung und schuf ein auf festen Füßen auf- gebautes universales Programm, das folgerichtig in dem Projekt der allgemeinen Dienstpflicht endete. Der Staat griff erst ein, als die Bewegung sich schon zu einer solchen Breite und Tiefe entwickelt hatte, daß er es geraten hielt, sich rechtzeitig einzuschalten. Beumelburg entwirft ein Bild der Organisation des heutigen Arbeitsdienstes, untersucht die Arbeit selbst, betont die entscheidend wichtige Führerfrage, behandelt das Problem der Mannschaft und wirft schließlich die Frage auf, ob freiwilliger Arbeitsdienst oder Dienstpflicht. Beumelburg ist für einen stufenweisen Weiterbau auf der Grundlage des bisher Erreichten und hält vor allem die einheitliche. Regelung der Arbeitsplanung für das Rvt- wendigste.


