Ausgabe 
7.4.1933 Frühausgabe
 
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Ur. 85 Krühausgabe

183. Jahrgang

8reitag,7.AprilO33

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Gießen.

Die Aufgabe der presse im nationalen Staat.

Reichskanzler Adolf Hitler und Propagandaminister Or. Goebbels fordern die deutsche provinzpreste zur Mitarbeit am Neubau des Reiches auf.

Berlin, 6. April. (TU.) Sn den Räumen des Ministeriums für Volksaufklä- rung und Propaganda am Wilhelmsplah fand am Donnerstag ein Empfangsabend für den Berliner Verband der aus­wärtigen Presse statt. Es hatten sich zu dieser gesellschaftlichen Veranstaltung, die dies­mal einen schlichteren Rahmen trug als früher, Reichskanzler Adolf Hitler und die übrigen Mitglieder des Reichskabinetts, die aus­wärtigen Botschafter und Gesandten, unter Füh­rung des päpstlichen Runtius, zahlreiche Ver­treter des öffentlichen Lebens, insbesondere der Wirtschaft, sowie in großer Zahl die Vertreter der deutschen Presse eingefunden. Als erster sprach

der Vorsitzende des Berliner Verban­des der auswärtigen presse, Dr Thum, der in seiner Begrüßungsrede ein besonderes Wort des Dankes an den Herrn Reichskanzler und an den Herrn Reichsminister Dr. Goeb­bels richtete, der dem Verband diese Räume seines neuen Heimes in freundlichster Weise zur Verfügung gestellt hat.

Wir wissen, so fuhr Dr. Thum fort, daß die Zusammenarbeit zwischen Regierung, Verlegern und Redakteuren neu aufgebaut werden muh. Allerdings ist diese Umstellung in unseren Berufskreisen mit manchen schweren Sorgen ver­bunden und deshalb bitten wir die Reichsregie- rung, für eine ger ech te Lösung Sorge zu tragen. Daß wir uns heute unbeschadet unserer weltanschaulichen Stellung und Entwicklung zur Mitarbeit an derReugestaltung des Reiches einmütig bekennen, steht in keinerlei Widerspruch zu unserer politischen Ver­gangenheit. Untere Stellungnahme für die aktive Unterstützung der Politik der nationalen Konzen­tration wird uns wesentlich dadurch erleichtert, daß die Reichsregierung von den politischen Sour» nalisten keineswegs verlangt, daß sie ihre Arbeit nach parteimäßigen Richtlinien orientieren. Man will und wird im Gegenteil den geradlinigen Cha­rakter derjenigen Presse, die sich jetzt mit der na­tionalsozialistischen zusammenfindet, höher ein» schätzen, als manches allzu-rasches Anpassungs- talcnt. Die Bejahung der nationalen Politik entspricht in ganz besonderem Maße dem Charakter des Teiles der deutschen Presse, der durch unseren Verband hier vertreten ist.

Rach dem willen des Reichsminislers Dr. Goeb­bels soll sich das Eigenleben der deut- f ch e n p r e s s e in den richtigen Bahnen wei­ter entwickeln können, und wenn sich die deutsche Presse mit Erfolg in den Dienst der Propaganda der Reichsregierung stellen, soll, fo muß sie in der Tat von innerem Eigenleben erfüllt fein. Ls wäre für den beabsichtigten Propagandazweck abträglich, wenn sich außerhalb der Presse eine öffentliche Meinung bilden würde. Verliert das Publikum das Vertrauen zur Presse, so kann auch die ge­schickteste Regierung auf diesem Instrument nicht mehr spielen, dagegen kann die Regierung mit Zeitungen, die das vertrauen der Leserschaft besitzen, viele propagandistische Schlachten schla­gen und viele Siege erfechten. Wir hoffen, daß sich die Reichsregierung der deutschen Presse im rechten Sinne bedienen wird.

Namens der Verleger der in Berlin ver­tretenen Zeitungen aus dem Reiche hielt dann der Vorsitzende des Vereins Deutscher Zeitungs­verleger, Kommerzienrat Dr. Krumb ha ar, Liegnitz, eine Begrüßungsansprache, in der er u a erklärte: Deutschland, von altersher terri­torial zersplittert, einer politischen und konfes­sionellen Geschlossenheit entbehrend hat erst spat seine politische Einheit gewonnen. Snfolge dieser Entwicklung weist unser Vaterland e ine große Anzahl selbständiger Kultur zen- tr en auf und besitzt deshalb auch eine boden­ständige und weitverbreitete He i- matp resse, die bis in die letzten Dörfer des deutschen Vaterlandes dringt. Erst durch diese weitverzweigte Presse, die volles Verständnis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nut der Reichsregierung besitzt, wird baS L>hr der deutschen Volksgesamtheit erreicht. Richt item ver- gänzlichen Tage, sondern dem Vaterlande dem Volksganzen dienen die Zeitungen. Begriffe, die es allerdings zu Goethes Zeiten noch nicht gav. Setzt muß sich die Hoffnung erfüllen, die ich vor einigen Tagen dem Herrn Reichsmimster Dr. Goebbels gegenüber aussprach, daß in den großen Lebensfragen unseres Volkes die Gesamtheit der deutschen Zeitungen d e m A u s l a n d e g e g e n - über das Bild vollster Geschlossen­heit zeigen als den Ausdruck nationaler Disziplin. Wenn Friedrich Theodor Äscher das Wort geprägt hat »Das Moralische ver­steht sich von selbst", so muß auf die deutschen Zeitungen das Wort zutreffen »Das Nativ- nale versteht sich von selb st . (Lebhafter Beifall.)

Reichsminister Dr. Goebbels:

Mein Führer, meine Herren! Es bereitet mir eine besondere Freude, die Vertreter der aus­wärtigen Presse im Namen der Reichsregierung in den Räumen meines Ministeriums sozusagen als Hausherr begrüßen zu dürfen. Man sagt von der Presse, daß sie d i e f i e b e n t e Großmacht sei, und das ist zweifellos auch heute noch, im Zeitalter des Films und des Rundfunks, in weitestem Maße der Fall. Mehr als jedes andere Organ der öffentlichen Mei­nung ist die Presse dazu berufen, an ihrer Bil­dung in erster Linie mitzuwirken. Die Regierung ist sich dieser Bedeutung der Presse bewußt.

Wer an der Bildung der öffentlichen Meinung mikwirkt, übernimmt damit vor der Nation und vor dem ganzen Volke eine ungeheuer große Ver­antwortung. Nur im Rahmen dieser Ver­antwortung kann man den Begriff der Pressefrei­heit richtig verstehen. Soweit man darunter die Erlaubnis versteht, auf Kosten des Volkswohles und der nationalen Ehre gegen die Sntereffen des Landes zu handeln, sich an ihnen zu versündigen oder etwa die Presse zum Tummelplatz geistiger Akrobatenstücke zu machen, hat diese Art von Pressefreiheit allerdings in dem Regime, das die Regierung der nationalen Revolution führt, kei­nen Platz.

Gewiß fleht es der Presse zu, zu kritisieren, Ratschläge zu erteilen, vor übereilten Ent­schlüssen zu warnen oder falsche Entschlüsse in ihren verhängnisvollen Folgen votauszu- fagen. Niemand wird es einfallen, diese freie Betätigung der öffentlichen Kritik irgendwie zu behindern. Allerdings muh dabei betont werden, daß das im Rahmen einer allgemein gültigen nationalen Disziplin vor sich zu gehen hat, und daß

diese nationale Disziplin um so verpflichtender ist, je aufwühlender und gespannter die Zeit­läufte sind, in denen sie vonnöten erscheint. In England und Frankreich ist es selbstver­ständlich, daß bei allen parteipolitischen Gegensätzen in großen national bedingten Fragen die öffentliche Meinung einheitlich geführt und einheitlich gestaltet wird.

Es liegt mir daran, zu betonen, daß die neue Regierung das WortTendenz" keineswegs scheut, noch davor zurückschreckt. Die Tendenz, die uns beseelt, ist die Reform der deutschen Nation an Haupt und an Gliedern. Diese Aufgabe ist keineswegs an di« en­gen Grenzen einer Partei gebunden. Sie geht das ganze Volk an. Man muß sich vor ihr mit einem klaren Sa oder mit einem klaren Nein bekennen und dieses Sa oder Nein duldet kein Wenn und Aber. Die geistigen Kräfte des deutschen Sournalismus, die sich zu diesem Sa verpflichten, können der wärmsten i be­eil e n und materiellen TInterstüh u n g der Regierung gewiß sein. Sene Kräfte aber, die sich aus Bosheit und Unverstand zu dieser Ausgabe verneinend verhalten, die glau­ben, zu hemmen oder sabotieren zu können, sic müssen es sich am Cnd^ auch gefallen lassen, daß sie an der Bildung der öffentlichen Mei­nung des deutschen Volkes mitzuwirken als un­würdig erachtet werden.

Mit dem 30. Sanuar ist eine neue Zeit der inneren Bindungen und Verpflichtungen für Deutschland hereingebrochen. Sn schweren revo­lutionären Erschütterungen hat sie sich überall im öffentlichen Leben durchgeseht. Wir leben in einem geschichtlichen Umsturz, dessen Ausmaße im Augenblick noch ganz unvorstellbar sind. Niemand weiß besser als wir, welch eine große Verant­wortung wir mit diesem Umfotmungsptvzeh auf uns genommen haben.

Gegen -en patriotischen Kitsch.

Ls fei mir erlaubt, in diesem Zusammenhang auf eine Erscheinung hinzuweisen, die sich heute vielfach an den Rändern der nationalen Bewegung bemerkbar macht und die keines­wegs die Billigung der Regierung finden kann. Die nationale Erneuerung unseres Volkes ist ein fo großer geschichtlicher Vor­gang, daß er der ganzen Nation heilig fein sollte. Nur wenigen Berufenen ist, wie immer, die Umformung dieser Bewegung in künstlerische Werte vorbehalten. Eine geschmacklose Verarbeitung ihrer Symbole oder gar ihre g e - f chäf tliche Ausnützung fügen dem deutschen Ansehen Schaden zu. Im Interesse einer gesunden völkischen Wiedergeburt darf unter keinen Umständen die na­tionale Revolution mit patrio­tischem Kitsch überwuchert werden. Das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda erwartet, daß jeder Berufs­stand mit größtem Ernst an dem kulturel­len Aufbau unserer Nation mitarbeitet, das Volk dagegen insgesamt üble G e - schäfts- und Konjunkturerschei­nungen auf diesem Gebiete abIehnt und bekämpft. Die Regierung sieht es als ihre Pflicht an, gegen jedes kulturschäd- liche Dirken, wozu auch die Verkitschung unserer Geschichte und unserer nationalen Symbole gehört, mit den entsprechenden Mitteln vorzugehen.

Lassen Sie mich dabei ein paar Worte über die hohe und sittliche Verantwortung Shres Beru­fes sprechen. Sie, meine Herren, sitzen am Web­stuhl der Zeit. Sie bilden Tag für Tag und Stunde für Stunde Ansichten, Meinungen, Vor­behalte und kritische Bedenken, die im Volke und von Mund zu Mund weitergetragen werden. Se eher und je umfassender sich die Presse dieser hohen Berufung zu tief bewußt wird, um so schnel­ler wird cs möglich sein, sie auch berufs- und standesmäßig entsprechend der großen sittlichen Verantwortung, die sie trägt, emporzuheben. Als notwendig erscheint mir in diesem Zusammen­hang ein in Kürze zu erlassendes neu e s Pressegesetz, das die Verhältnisse der Presse zu den staatspolitischen Kräften, die den Staat tragen, aufs neue regeln, das die berufsständi­schen Belange des Sournalisten in eindeutiger und klarer Weise festlegt, das einerseits der Presse gibt, was der Presse ist, andererseits aber der Regierung nicht verwehrt, worauf sie füglich An­spruch erheben darf.

Ich glaube nicht, daß das die Gefahr einer Uniformierung der öffentlichen Meinung in sich birgt. So uniform wir fein wollen

in den Grundsätzen, fo polysorrn wollen wir in den Nuancen fein.

Die nationale Revolution hat alle Unwerte ge­stürzt und durch neue Werte ersetzt. Wie alle Re­volutionen, so hat auch diese unabänderliche Tat­sachen geschaffen, die in sich schon wieder d i e Norm eines neuen Rechtszustandes umschließt. Wir haben das Glück, mit unserer Ge­neration wieder Historie zu formen. Wer an ihr Mitarbeiten will, ist uns herz­lich willkommen. Wir halten ihm unsere Hand entgegen und erwarten, daß er offen u nd Vorbehaltes in diese Hand einschlägt. Ver­trauen ist notwendig auf beiden Seiten. Als freie Männer wollen wir uns ans Werk machen. Große Aufgaben hat die Geschichte uns anvertraut. Haben wir den Mut, uns selbst zum gemeinsamen Besten und einer höheren nationa­len Verpflichtung, die uns alle verbindet, unter­zuordnen, dann werden wir den Ausgaben dieser Zeit gerecht, dann verstehen wir die Freiheit,ineinem größeren und umfassenderen Sinne als das libe­rale Zeitalter, dann werden wir den Zwang der freiwilligen und pflichtgemäßen Bindung an die Nation und an das gemeinsame Volkstum in einer Weise verstehen lernen, daß wir trotz allem Un­glück und trotz aller Not, die über Deutschland hereingebrochen ist, doch noch den Mut haben, um mit dem Dichter zu bekennen:D, Sahrhun- dert, o, Wissenschaften, es ist eine Lust zu leben." (Stürmischer Beifall.)

Reichskanzler Hitler, lebhaft durch Händeklatschen begrüßt, erklärte sodann u. a.: Seit dem 30. Sanuar hat sich in Deutschland eine Umwälzung vollzogen, die in unserer Geschichte einst mit Recht als natio­nale Revolution bezeichnet werden wird. Daß ein solcher geschichtlicher Vorgang auch von bedauerlichen Erscheinungen begleitet ist, liegt_ auf der Hand. Zu beurteilen sind solche Vorgänge nicht von einem ruhigen, über den Ereignissen liegenden Standpunkt, sondern nur aus der Atmosphäre der dynamischen Auseinandersetzun­gen heraus. Sn diesem Augenblick, da die Revo­lution die erste Phase ihres Kampfes erfolgreich beendet hat, findet eine allgemeine Neu­ordnung der Beziehungen der deutschen Men­schen und ihrer Organisationen zueinander statt. Die berechtigten SntereffendesSndividuums müssen in Tiebereinstimmung gebracht werden mit den Sntereffen der Gesamtheit. Die Sn» teressen der einzelnen Stände unseres Berufs­lebens müssen untereinander abgehoben und zu einem höheren gemeinsamen Snteresse zusammen­gefügt werden. Das bedeutet nicht einen Ver­zicht auf die Herstellung von Beziehungen zwi­schen den Sntereffen unseres Volkes und denen anderer Völker. Allein es bedeutet, daß in Zu­kunft solche Beziehungen nur vom Gesamt- volk zu anderen Völkern und nicht mehr

wie früher von einzelnen Klassen, Ständen oder Parteien hergestellt werden sollen. (Lebhafter Beifall.) Das Gesamtvolksinteresse allein ist ent­scheidend. Cs ist weiter klar, daß es in einem solchen Kampf um die Neuordnung unseres in­neren Lebens tatsächlich keine Sieger und Besiegten geben kann. Wohl aber wird das neue Regiment seine Arbeit zur Rettung der Nation mit all den Mitteln durchführen, die den Erfolg garantieren. Es wird ein Segen sein für alle, wenn Vernunft und Einsicht der Ver­ständigung die Wege bereiten. Es ist aber die Pflicht eines Regiments, erkannte Volks- und Staatsnotwendigkeiten auch dann durchzuschen, wenn an die Stelle der Vernunft Unvernunft: und an die Stelle der bereitwilligen Zurverfü­gungstellung die vorgefaßte Ablehnung, ja der Haß tritt.

Wenn wir heule der Wiederher sfellung einer einheitlichen Gei st es- und Willensbildung der Nation zuftrebcu, dann kann die Presse keinen anderen Zweck ver­folgen, als diesen. Ihre Berichterstaltung, Ihre Aufklärung, Belehrungen sowohl als Ihre be­wußte Beeinflussung, Sie alle werden nur dann von wirklichem Nutzen sein, wenn Sie mil- helsen, das dem gesamten Lebenskampf vor- schwcbende Ziel zu erreichen.

Das Recht zur Kritik muß eine Pflicht zur Wahrheit sein, und die Wahrheit wird nur gefunden werden können, im Rahmen der Ausgabe der Lebenserhaltung eines Volkes. Niemals darf Kritik Selbstzweck sein. Wer die Kritik von der sittlichen Pflicht entbindet, sich in den Dienst einer allgemeinen anerkannten und verfolgten Lebensaufgabe zu stellen, be­schreitet den Weg, der in Nihilismus und in der Anarchie endet. Vollends unmöglich ist es, daß unter dem Deckmantel der Kritik Bestrebungen Vorschub geleistet wird, die man nur als Verrat an den eigenen Lebcnsinteresscn eines Volles bezeichnen kann.

keine Regierung kann eine Presse vernichten, wenn diese Presse der Wahrheit und damit den Lebensinteressen des Volkes dient. Keine Presse kann auf die Dauer erfolgreich den Kamps gegen die Wahrheit führen, weil, selbst wenn der Sieg ihres Kampfes gegeben wäre, sie doch letzten Endes selbstvernichtend wirkt, wir sind in eine Zeit gesetzt, die uns eine un­geheure Aufgabe gestellt hat: Rettung des Volkes vor seinem völligen ver­fall. Dieser Ausgabe dienen wir bis juta letz­ten Atemzug. Das Volk selbst h a I uns gerufen und damit anerkannt, daß es un­sere Auffassung über das Wesen und den In­halt dieser Ausgabe billigt, wir laben j e - den Deutschen und jede deutsche Organi­sation und damit auch die deutsche Presse ein, sich der Losung dieser Ausgabe anzuschließen.

Wir wissen aber, bah diese Aufgabe erfolgreich nur bann gelöst werben kann, wenn bas Volk ber Regierung jene Kraft zukommen läßt, die in der Einmütigkeit bes Willens und des Vertrauens liegt. Sn einer Zeit wie der heutigen kann baher auch nicht Kritik die höchste Pflicht sein, sondern bieSchaffung von Geistes» und Willenseinheit; benn nicht einen wohlgeorbneten Staat haben wir zu verwalten, sonbern aus einem Chaos einen wohlgeorbneten Staat zu errichten. (Bravo.) Möge besonbers bie beutsche Presse bie Größe biefer historischen Ausgabe erkennen und in sich ausnehmen. Sie wirb bann, überwältigt von bet Bedeutung bieses Geschehens, helfen, bas deutsche Volk zu einem festen Hort unserer Lebensbehaup­tung auszubauen, nicht nur zu unserem eigenen Glück, sondern auch zum Segen der anderen Welt.

Die Größe bet uns heute gestellten Aufgabe er» forbert M u t u n b Ausbauer zugleich. So sehr man von einer Regierung verlangen barf, baß sie biese beiben Eigenschaften besitzt, so sehr barf aber auch bie Regierung erwarten, baß alle Faktoren ber Bilbung ber öffentlichen Meinung sich bemühen, auch im Volke bie gleichen Tugenben zu erziehen. Das Volk soll bas Derstänbnis für bie Notwenbigkeit, große Ent« schlösse zu treffen, behalten. Es muß bie ner­vöse Hysterie übertounben werben, bie zu ewig wcchselnben Maßnahmen führt, bia bann Die Regierungen selbst dem Wechsel erliegen. Volk unb Regierung müssen sich gegenseitig ver­stehen. Die Maßnahmen ber einen Seite müssen von ber anberen begriffen werden. Beharr­lichkeit unb Gebulb, beibes muß gleich­mäßig beherzigt werden-

Der Nutzen, den eine von ihrer inneren hohen Mission erfüllte Presse einem Volke zu er» weisen vermag, ist gar nicht abzuschätzen. Wenn sie sich als unentwegte beharrliche Mahnerin und Führerindes Volkes erweist. Meine Herren, das Zeitalter ber parlamentarisch-demo- katischen Auslösung ist im Vergehen begriffen. Neben ber organischen Führung auf dem ®e*