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7.3.1933 Erstes Blatt
 
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Dienstag, 7. März 1933

183. Jahrgang

Nr. 56 Erstes Blatt

Rüstungsindustrie und Abrüstungskonferenz

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1. Festzustellen, ob bei Mussolini Neigung besteht, persönlich nach Gens zu kommen.

2. auf die italienische Politik im Sinne eines Cntgegenkonimens gegenüber Frankreich einzuwirken und

3. das Feld darüber zu sondieren, inwieweit die italienische Politik zu einer Art QJ e r m i u » lerrolleDeutschlandgegenüberinder

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20' , mehr.

Chefredakteur

Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin und für den An­zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich m Biegen.

2ess>rrchlui. V'Wkikt "bereitendes

die evtl, noch leinez- 200 000 To. Minen und ^serzeugnisle. eitertest. r Abendbörse , wenn auch ort Don der träge eingti >sse zu neuen n ganzen r dem Der- kchen Befse« irzugt blieben im Verlaufe «Zialpapieren '.50 o.j). ein. ns von ent- >de. Das Pa- i verbindliche tag stiegen sie

Reichsschuld- nd 0,75 v.h. llerdings bei pp behauplct .3 d. h. höher, und Stadt- bis 9,60 bis Schutzgebiets-

Hypotheken- >ant 152, Bu­ll, Katt Sch- ihönix 37,40, in 31,65 bis . 98,50, A- 124, Schultert senburg 26,25, ivorzugsaktien

Darmstadt und Offenbach statt. Der Sonderkommissar Dr. B e st verpflichtete die Hilfspolizei in Mainz, Worms und Bensheim. Die Verpflichtungen in Oberhessen (Gießen, Butzbach und Fried- b e ra) erfolgen am Mittwoch durch Polizeikommissar Dr. Müller persönlich. Der Geschäftsbetrieb lauft jetzt normal.

Sn Offenbach fand auf dem Wilhelmsplatz ein Ausmars ch der Polizei, c

SS. und SA. statt. Die Polizei im Stahl­helm und mit Karabinern trug Hakenkreuz­binden. Die Polizei und die national­sozialistischen Formationen marschierten durch UT-* fenbach, um auf sämtlichen staatlichen Gebäuden die Ha lenk re uz sahne zu hissen, so aut dem Rathaus. Finanzamt. Kreisamt usw. Sn Mainz wurde die sozialdemokratische /Bolts- leitung in den späten Abendstunden des Montag von SA. - Leuten beseht und die dort sta­tionierten Reichsbannerleute entfernt. Sn den Vororten von Mainz wurden auf den öffentlichen Gebäuden die H a k en k r e uz f a h n e n ange­brach t. - Sn W o r m s kam es in der Kaiser- Wilhelm-Straße zu erregten Szenen SS.-Leute hatten an der katholischen ZeitungWormser E ch o" eine Nummer desVölkischen Ve- obachters" angebracht. Zwei Tleberfallwagen der Polizei räumten die Straßen, die sich nut Men­schen gefüllt hatten. DerVölkische Beobachter wurde dann wieder von dem Anzeigenbrett ent­fernt. Aus dem Wormser Polizeiamt wehen die schwarz-weiß-rote Flagge und die Hakenkreuz- flagge. Gegen Mitternacht war ein Sturmmann im Auto erschienen und hatte den Außendienst­leiter formell gebeten, die Flaggen auf dem Ge­bäude anbringen zu dürfen. Dem Ersuchen wurde stattgegeben.

Weniger Krauen im neuen Reichstag.

Berlin, 6. März. (TU.) Im neuen Reichstag werden nurnochetwa30Fraue nutzen, wäh­rend dem vorigen Reichstag noch 35 grauen an­gehörten. Die Zahl der Frauen im Reichsparlament, die in der Nationalversammlung noch etwa 50 be­trug, ist seitdem ständig zurückgegangen.

Oer neue Kurs in Hessen

Die Llebernahme der polizeigeschäste durch Dr. Müller.

und ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Deutsch­land, das tatsächlich weit mehr gefährdet und gegen die Luftwaffe weit empfindlicher ist als jedes andere Land, hat alle Ursache, derartige Aeuhe- rungen ausländischer Blätter mit großer Aufmerk- samkeit zu verfolgen.

Wird Mussolini nach Genf kommen?

Italien soll vcrmitleln.

London. 7. März. (TU.) Das Ergebnis der deutschen Wahlen hat in englischen Negierungs­kreisen offensichtlich von dem Gesichtspunkte aus befriedigt, daß nunmehr in Deutschland d i c Voraussetzungen für eine llarc, st e - ti ge Entwicklung geschaffen sind, und daß die Lage durch die Wahlen eindeutig ge­klärt wurde. Gleichzeitig aber bestehen gewisse Besorgnisse darüber, ob der Ausgang der deut­schen Wahlen einen ungünstigen Einfluß auf die Abrüstungsverhandlungen haben könnte. Beson­deres Snteresse erweckt die Neise des ita­lienischen Botschafters in London G r a n d i nach Nom, der voraussichtlich schon in diesen Tagen wieder nach London zurückkehrcn wird. Man glaubt, daß Sir Sohn Simon ihm drei Wünsche mit auf den Weg gegeben hat:

*6Ä56 48,55 12-485

3,053 170,42 74,67 84,£ 77,28

0,837 4,184 59,1

21,56 16,64

81 ,Ö 34,« 82,63 0,871 0,?4l 5-5* 13-26

Ruhe in Hessen.

Der hessische Staatspräsident an den Neichs'nncnminister.

Darmstadt. 7. März. (WSN.) Die Ueber- nayme der Geschäfte durch den mit der Aus­übung der Polizeigewalt beauftragten Polizei- Kommissar des Reiches Dr. Müller ist völlig ruhig und ohne Zwischenfall verlaufen. Heute vormittag sammelten sich erneut zahlreiche M e n s ch e n vor dem Regierungsblock an. Staats­präsident Dr. Adelung hat an den Reichs­innenminister Dr. Frick folgendes Telegramm gerichtet:Habe die. vom Reichsinnenminlster Dr. Frick gemäß § 2 der Verordnung zum Schuh von Staat und Volk verfügte älebergabo der Polizeigeschäfte an Dr. Muller vollzogen. Erhebe ausdrücklich Einspruch, da Voraussetzungen nicht vorliegen."

Entgegen anders lautenden Behauptungen muß festgestellt werden, daß Staatspräsident Dr. A d e- l u n g nicht verhaftet worden ist, vielmehr seine Dienstgeschäfte versieht. Als der sozial­demokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Mie­re n d o r s, der Preslereferenk des bisherigen Sn- nenministers, heute in das Ministerium gehen wollte, wurde ihm der Zutritt verwehrt.

Das Verlagsgebäude desD olksfreund wurde heute um 7 Uhr g e r ä u m t. Staatspräsident Adelung war heute morgen telephonisch noch nicht erreichbar. Es war nicht bekannt, wohin er sich begeben hatte. VordemJnnenministerium steht ein Doppelposten SA. mit Stahl­helm und Karabinern. Auf dem Bahnhof ist ein starkes Kommen und Gehen von SA.-Leuten.

Mehrere Beamte im politischen und Verwaltungs­dienst sind bereits beurlaubt worden; m der Polizei u. a. der bisherige Polizeioberst Frey er, fünf Hauptleute und zehn Oberleutnants. Aus der inneren politischen Verwaltung Regierungsrat van B a ß h u y s e n und Oberregierungsrat S t u r m e r. Um 12 Uhr verpflichtete Polizeikommissar Dr. Muller die erste Gruppe der SS. als H i l f s p o l l z ei, | nachmittags fanden weitere Verpflichtungen :n

»örse.

heutigen Oe- und bei kici- t unverändert, iinge in USA. reise für Mehl Hart ermäßigt in. Bvn Brot- iso von Futter- ide je Tonne, W.: Weizen -erste 180 bis mehl (Meut- 11,25, Roggen- ), Noggenkleie i Palmkuchcn is 12, Treber ltgepreßt "der 0 bis 4,50.

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schätzt sich besonders glücklich, daß Deutschland m diesem Komitee vertreten ist. Frankreich sieht die Dinge nicht nur von augenblicklichen Gesich tspunk ten an, denn eine solche Be­trachtungsweise könnte manchmal dazu führen, keine glücklichen und genügenden Maßnahmen zu treffen. Die französische Delegation faßt vielmehr in Zukunst ins Auge, too es möglich sein wird, daß gewisse europäische Nationen, die heute keine Kolonien besitzen, sich dem Werk der Kolo­nialmächte an schließen könnten ;ur Aus­wertung der immensen Kontinente, wie z. B. Afrika, die noch der gemeinsamen Bearbeitung aller europäischen Staaten harren.

Diktaiurregierung in Griechenland.

Athen. 6. März. (TU.) Die Parlamentswahlen am Sonntag haben den Rechtsparteien eine uner­wartete Mehrheit verschafft. Rach den bisherigen Feststellungen werden die Tsaldaristen mit 128, die Venizelisten mit 108 und die Unabhängigen mit 12 Abgeordneten im neuen Parlament ver­treten fein. General Plastiras, der schon 1922 bei der Errichtung der Diktatur des Generals Pangalos mitgewirkt hatte, lieh am Montag­morgen dieMilitärdiktaturausrufen. worauf die Regierung Denizelos zurücktrat Dar­auf drohte der Staatspräsident Zaimis mit dem Rücktritt. Sn einer Besprechung -wischen Zaimis. Venizelos und Tsaldaris wurde die B11- dung einer diktatorischen Re g i e ru n g unter General Othoneos ohne Beteili­gung der Dolkspartei beschlossen.

schrist ist -ch-- E- nützt nichw mehr, nach G-ns zu gehen, jetzt heißt es dem «chicksal »ns Gesicht schauen. Mussolini tut es. Die Dinge stehen ernster, als sich mancher noch träumen laßt.

Nicht, als ob man in Rom das brutale Ultimatum bereits mit einer ersten Niederlage gleichsetzen würde, im Gegenteil. Gibt Oesterreich nichl nach> - und es kann bei einer Weigerung der stlllschweigen den Unterstützung Italiens sicher fern fo erleibet umgekehrt der Cäsarenwahnsinn der französischen Kanonenherrscher eine dose schlappe.

roirb nicht aufqefressen werden! ruft das Giornale d'Italia aus, dem wir die Aufdeckung der Machen­schaften der Kleinen Entente «st.^ster Lmw ver­danken. An dem Tage, andern Oesterreich nachgeben würde, stellt derTeuere sachlich und deutlich fest, wären mehrere Völker gezwungen, sich ge­gen i h r e V e r n i ch t u n g zu wehren.

3 Das ist es: Deutschland. Oesterreich und An­garn sollen zusammengetreten werden, bevor: sie sich wieder erheben können, damit Frankreich Rückenfreiheit hat, und dann geht es mit zwei Fronten gegen den unbequemen^Rwa en im Mittelmeer. So war es schon in Versailles gedacht. Stalien merkte es nur nicht in seinem plötzlichen Siegesrausch. Schon kurz nachher ging freilich das Wort um: Guerra vinta pace per- duta1 Krieg gewonnen, Friede verloren. Die italienische Friedensdelegation verließ sogar zum Zeichen des Protestes die Konferenz - kehrte aber reumütig zurück und lieh sich unter dem ironischen Lächeln der Tischgciellschast mit dem abspeijen, was Frankreich sKr genug erachtete.

Men zwischen zwei Feuern. I

Don unserem römischen ^.-Korrespondenten.

Run geht sie langsam auf, die Drachensaat von Versailles. Genau so, wie die weit- fchauende Säerin Frankreich es wollte und er­träumte: bei Durchführung dieses Vertrages mußte Frankreich stärker werden als alle anderen, so stark, daß es die nächstgroße Macht auf dem Kontinent zwischen zwei Feuern zermalmen konnte: Italien. Was hinderte dann noch die endliche Durchführung der napoleonischen Idee, die nach dem Zwischenfall von Waterloo nur zurückgestellt, niemals aufgegeben worden war?

Nie hat Macchiavelli einen aelehngeren «chuler gehabt, mit seinen Augen gesehen, kann die fran­zösische Politik des Schwertes mit der trefflichen pazifistischen Verkleidung nicht genug bewundert werden. Den Frieden auf den Lippen, während die Hände Granaten drehen; Bündnisse geschmiedet und Hilsstruppen gedrillt, während vor der Genfer Aka­demie echt gallische, vollendet rhetorische Leistungen die Harmlosen blenden; in aller Stille das Gold der Erde zusammengerafft, nach außen die verwüsteten Provinzen zeigend, so wie ein Märtyrer auf feine Wunden weist man würde nicht fertig werden In der Auszählung der Toilettenkünste des modernen Imperialismus. Die Säerin hatte nicht nur den weiten Blick, sie hatte auch das Lächeln des Ja­paners. . v v

Fand es die Welt nicht ganz in der Ordnung, daß Chinesen und Japaner in Gens über das deut­sche Schlesien ein salomonisches Utted fällen und ousführen lassen dursten? Was würde sie hingegen sagen, wenn die Oberschlesier nun im Fernen Osten mitsprechen wollten? Es steht Europa wahrlich schlecht an, die Stirne zu runzeln, nachdem es sich selber verraten hat. Uno täglich weiter verrät.

Die gleiche Hand, die in Serajewo mittoirfte, versuchte aus Hirtenberg den Hebel für den Vormarsch zu machen. Sn den letzten gebn Jap» ren wurden aus den französische n W a f - senfabriken in derTsche -hei 900 Ko- turnen. 150 OOO Gewehre, über eine Million Gra- naten. Tausende von Maschinengewehren. 105 Millionen Snsantericgcschosse, 800 Fliegerbomben usw., insgesamt 2600 Eisenbahnwagen Kriegs­material nach Sugoslawien verschoben, über Oesterreich hinweg. Niemand hielt sich dar­über auf. Riesige Mengen gingen direkt über I österreichisches Gebiet nach Rumänien >on Polen wollen wir gar nicht reden. Run sind aber einige alte Gewehre, zur Ausbesserung bestimmt, angeblich von Stalien nach Ungarn vorschoben worden und s ch o n riecht es nach Krieg. Was dam Starken erlaubt, ist bei dem schwachen eben ein Verbrechen. WaS Frankreich tut. ift un- i mer ein gottgefälliges Werk, wir Horen es Tag I für Tag in Genf; wehr aber, wenn em anderer | etwas Aehnliches unternimmt, sei es auch nur in wesentlich geringerem Umfang. Seit der ®c- schichte vom Lamm, das dem armen Wolf das Wasser trübte, hätten wir's freilich wissen kön­nen. Roch heute erscheinen Bücher über die grau­sige Hinschlachtung der Miß CaveN; Mata Hari dagegen bietet einen amüsanten Filmstosf. Ror dem Tribunal des Völkerbunds sind zwar olle Mitglieder gleichberechtigt im Leben müssen iie erst noch beweisen, daß sie nicht schwacher sind als andere, sonst kriegen sie, um im fernen Ton des Ultimatums zu bleiben, einen Tritt m den

Hebt England die Ausfuhr­sperre auf?

London , 6. März. (TU.) Die Frage der Waf­fensperre nach dem Fernen Osten kam am Mon­tag im Unterhaus zur Sprache. Außenminister Simon erklärte, es seien keine Anzeichen für eine allgemeineZustimmungder anderen Staaten zu dem von England an­geregten internationalen Wasfenausfuhrverbot nach Sapan und China vorhanden. Dadurch sei England in eine Lage geraten, die man nich t f ortbauern lassen dürfe. Es sei die erste An­gelegenheit, die Macdonald und er in die Hayde nehmen würden, toern sie diese Woche nach Gens führen Der konserv. tive Abgeordnete Hannon wies darau hin, daß in den französischen und tsche­choslowakischen Munitionsfabriken eine er­höhte Tätigkeit herrsche. Simonerklärte, er wolle daran erinnern, daß die Waffensperre ein vorläufiger Des/ luh gewesen sei, pm die Stellungnahme der anderen Staaten au8fm- dig zu machen. Falls es sich Herausstellen sollte, daß die Haltung anderer Staaten keine interna» tionale Vereinbarung zulasse, wurde eine Zu­rückziehung der Waffensperre keine Umstürzung des in der letzten Woche gefaßten Be­schlusses sein.

Italien fühlt sich durch die Luftwaffe bedroht.

Die italienische Fachpresse verfolgt mit Unruhe den ständigen Ausbau be r französischen Ma - I rincluftftrßitf räfte in Marseiile- Toulon, die Errichtung von Fliegerlagern auf Korsika und Biserta und an der Nordspitze Afrikas. Sie hebt hervor, daß Italien fast in seiner ganzen Ausdehnung innerhalb der 500-Kilo- rneter-Zone von einem dieser Flughäfen aus ge­rechnet liegt. In der italienischen Presse wird immer wieder die Auffassung vertreten, daß Italien durch Luftangriffe stärker gefährdet sei als selbst England. Rom liegt von Korsika kaum eine F lug- ft u n b e weg. Durch berartige Hinweise wirb bie italienische Regierung immer wieder in ihrem -öe» ftreben bestärkt, die Luftwaffe weiter auszubauen

Offenbar weih man in Paris noch immer nicht ober will es nicht sehen, daß inzwischen ein anderes Geschlecht auf dem Boden Roms herangewachsen ist. Ein Geschlecht, das den Zwei­frontenkrieg nicht suchen, ihm aber auch nicht auswe.chen wird, wenn das Gebot der nationalen Ehre die Verteidigung verlangt.

Auch Deutschland im Ausschuß für Kolonialtruppen.

Genf. 6. März. (WTB.) Der Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz diskutierte bei dem Ka­pitel über die Effektivbestände die Frage der Kolonialtruvpen. Ucber diese Materie liegt ein Fragebogen vor. dessen Einzeldeyand- lung auf Vorschlag des spanischen Delegierten de Madaciaga einem Komitee der hinter­es s i e r t e n" Mächte überwiesen wurde. Der deutsche Vertreter Botschafter Radolny stellte die Frage, was de Madariaga unter ,interessier­ten" Mächten verstehe. Wenn auch bieierugen Delegierten damit gemeint seien, die in der Frage der Kolonialtruppen eine andere Mei­nung hätten, als sie bisher von den Hau^- kolonialmächten vertreten worden sei, so wünsche Deutschland jedenfalls, an diesen Beratun­gen sich 8U beteiligen. Der Präsident teilte daraus mit, daß in dem vorgesehenen Komitee auch Deutschland vertreten sein soll.

Hieraus erklärte der französische Äolonialmim- fter 6atraut: Die französische Delegation

TS

Awd.

Die Waffenfabriken arbeiten Tag und Nacht.

Emsige Tätigkeit bei Schncider-Creuzot und Skoda-Pilsen.

B e r I i n, 6. März. (TU.)Daily Erpreß" meldet aus Creuzot von riesigen Waffenliefe- ruungen der französischen Rüstungs- firma Schneider nach Japan und anderen Staaten. Die französischen Rüstungsfirmen arbei­te n T a g u n d N a ch t für die größte Mumtions- erzeugung feit dem Weltkriege. Die Hotchkiß- Werke senden Kanonen nach Japan, China, Ruß­land und Argentinien. Don Boulogne und Rouen gehen Maschi.ienqewehre nach Bolivien und Para­guay. Alle Werkstätten, die gewöhnlich Traktoren- räber, Lokomotioräder, Schienen usw. Herstellen, jinb auf Munitionsherstellung umgestellt worben.

Aehnlich berichtetDaily Expreß" aus Pilsen über bie Tätigkeit ber Skobawerke, wo eben­falls Tag unb Nacht Munition und Waffen herge­stellt würben. Gegenwärtig seien über 7000 Mann bort beschäftigt, gegenüber 4000 Mann vor einigen Monaten. Die Tschechoslowakei habe währenb ber letzten Monate nicht nur gewisse europäische Staa­ten mit Waffen beliefert, fonbern auch große Men­gen nach ben sübamerikanischen Staaten Bolivien, Peru, Ecuabor, Brasilien, Uruguay unb nach bem Fernen Osten gefanbt. Die Waffenausfuhr nach ben einzelnen Länbern werbe nicht in ben einzelnen Statistiken vermerkt, sondern liefen unter dem Titel Eisen- unb andere Meta 11waren".

Bauch. . , x .

Möglicherweise lernen sie daraus, daß es boaj nicht gut ist, sich selber zu entroaffen. Doch auch dagegen hat ber Geist non Versailles Vorsorge ge­troffen, als er ben Unterlegenen neben ber Av- rüstung unb bem Kolonienverzicht in ungemein ge­schickter Weise bieDemokratie" auserlegte, fo geschickt, baß die Betroffenen selber danach grif­fen unb mit Stolz bie neue Kappe zeigten. Die Gnglänber lachten zwar auf ben Stockzähnen als der preußische Unterofsizier auf einmal als Jako biner spazieren ging, überall in ber ffielt Mt man die Falle fast für zu plump. Nein, ber Michel tappte doch hinein. Vierzehn Jahre spater fallt es »hm wie Schuppen von ben Augen, sogar im feschen Dean wird man stutzig nun aberjft es zu spat, den t Frankreich, n u n g e f) t b i e ö a a t a u f bie mit Blut unb Dummheit gebungt würbe Ulan kann sich | den Startschuß von Hirtenberg gerat en.

Italien würbe gar nicht gefragt. Uno aidj m Rom ist man nich? heiter. M°n erkennt Sera.ewo roieber in Hirtenberg. Der Schlag wird Zwar an der Stelle bes schwächsten Widerstandes angesetzt gilt aber Italien. Der Knegsaspekt beginnt

Eine^spä?ere^Zeit wird Italien vermutlich von Schuld nicht sreijprechen. Die ®efd)id)t5forf4ung wirb sich fragen, warum man einerseits Zwar ein starkes Deutschland wollte, auf anderen «eite sich aber gegen ben Anschluß Oe st er- r c i ch s , ber eine wesentliche Verstärkung Reutet hätte, zur Wehr setzte. Ebenfalls erkennt man nun in Oesterreich ben Drehpunkt der fra njo fischen 21 b r i e g e l u n 0 s p o l U11 im Dften. Die Brücke über die Adria, bie ^reunbschaft mit Ungarn, hängt in ber Luft, wirb völlig wert os m bem Augenblick, wo es ben Franzosen gelingen würbe, Oesterreich in ben Ring ber kleinen Entente einzubeziehen. Das kann man heute offen m Den römischen Zeitungen lesen. Unb wie wirb an dieser Aufgabe gearbeitet! Entweder offener iZahnen. wechsel ober bie goldene Schnur, eine andere Wahl läßt Paris nicht zu. , ,

Nicht zufällig platzte die U 111 m a t u m s bombe aerobe in bem Augenblick, wo Japan bem Volker bunb ben Rücken kehrte und die Kleine Entente sich zum Raininblock für den französischen Gelb- unb Wr.fsengeber zusammenschloß. Klar liegen bie Zu­sammenhänge vor den Augen Italiens und b Bitterkeit über die engltsche Unter

Abrüstungsfrage bereit ist.

Rus bem letztgenannten Punkte erklärt sich das englische Bestreben, Mussolini u n d H i t l e t in Genf einander näher zu bringen. Ob Mussolini zur Reise nach Genf bereit sein wird, begegnet in italienischen Kreisen und auch anderwärts er­heblichen Zweifeln. Man glaubt in manchen Krei­sen daß britischerseits ein fünfjähriger Rüstungsfeiertag vorgeschlagen werden wird, begleitet von dem Versprechen, daß keine Macht während dieser Zeitperiode schwebende Fragen durch Gewaltanwendungen zu lösen nei> suchen wird.Daily Telegraph" erklärt, noch Ansicht gut unterrichteter Kreise gebe die Lage keinerlei Grund zu irgendwelchen Hoffnungen. Sogar ein fünfjähriger Rüstungsfeiertag würde eine große Enttäuschung fein, und wenn auch Deutschland noch nicht erklärt habe es werde aufrüsten, da die vormaligen Allierten ihr Abrüstungsversprechen nicht erfüll­ten, so entwickele sich die Lage in Genf doch in dieser Richtung.

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GieheimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

trvd und Verlag: BrüfilW UnlverfilülrGuch- und Ltelndrnckcrel «. Lange in Sietzen. Schristleitung und Seschäftrftelle: Schnl'tra'!- 7.