Ausgabe 
7.1.1933 Erstes Blatt
 
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Samstag, r Januar ^55

Gietzener Anzeiger (Äenerai-Anzerger für Gderheften)

Hr. 6 viertes Statt

LandeSlmssionssest am S.Zanuar 1933.

Don Dekan Widmann, Schotten.

Ja, alle Heiden will ich bewegen, Da soll dann kommen aller Heiden Bestes.

Haggai 2, V. 7.

Dies alte Prophetenwort steht über dem Fest­gruß, den die Basler Mission zum diesjährigen Erscheinungsfest und Missionssonntag den mit ihr verbundenen Gemeinden, ihren Freunden und Mit­arbeitern entbietet. In der Tat, Bewegung von solchem Ausmaß und von solcher Wirkung, wie sie zur Zeit die gesamte Völkerwelt durchzittert, ist noch nie in der Geschichte der Menschheit dagewesen. Alle Lebensgebiete und Lebensverhältnisse sind von ihr betrofsen und nicht zum wenigsten das die ganze Welt umfassende Werk der Heidenmission. Die hoch­gespannte Entwicklung des modernen Weltverkehrs, der unaufhaltsam vordringt bis an die äußersten Enden der Erde, der fast spielend auch die größten Schwierigkeiten überwindet, bringt es mit sich, daß heute überall für die Mission offene Türen vor­handen sind und sich daraus für sie ungeahnte Mög­lichkeiten ergeben, mH dem Besten, was sie zu bringen hat, mit dem Evangelium von Jesus Chri­stus, Licht in die dunkle Heidenwelt zu bringen. Und anderseits ist zu beobachten, daß da, wo die moderne Kultur draußen mit den nichtchristlichen Völkern zusammenstößt, diese in einen gewaltigen inneren Gärungsprozeß versetzt werden; alles kommt in Bewegung: der alte Götterglaube wankt, altes Brauchtum fällt, Jahrtausende lang festgehal­tene Anschauungen werden aufgegeben. In dieser allgemeinen Erschütterung, in dieser Weltkrise wird das Große Wirklichkeit, von dem das Gotteswort spricht: Ja, alle Heiden will ich bewegen.

Damit ist aber auch die Aufgabe umrissen, welche die Mission zu erfüllen hat und an der sie uner­müdlich arbeitet, aller Heiden Bestes zu suchen und ihnen nur das Eine zu bringen: das Heil in Chri­stus. Diese Arbeit ist von dem Glauben bestimmt, daß eine Herde und ein Hirte einmal sein wird, und geleitet von der Liebe, die kein Hindernis kennt, keine Not und kein Opfer scheut, um unsterb­liche Menschenseelen zu retten und für Gottes Reich zu gewinnen. Ohne diese beiden innersten und tief­sten Kräfte ist dos Werk der Mission nicht zu den­ken; und wo sie lebendige Kraft werden, stellt sich auch Erfolg und Segen ein. Die fünf Arbeitsfelder,

auf denen z. B. die Basler Mission tätig ist, sind Zeugen davon.

Wenn auch in China und Indien, jenen Riesenländern, in welchen sich ein Drittel der gan­zen Menschheit zusammenballt, hemmungsloses Hineingerissenwerden großer Volksteile in natio­nalistische und bolschewistische Strömungen zu schauen ist, so ist doch auch die erfreuliche Tat­sache festzuftellen, daß Ansätze von tieferem reli­giösem Suchen und Fragen vorhanden sind. In China arbeitende Basler Missionare berichten über gut besuchte Freizeiten und Evangelisationen, die früher undenkbar gewesen wären, und überhaupt von einem tieferen Erfassen des Evangeliums. Mehr wie je wird in Indien geachtet auf das in Christus angebotene Heil, und die Fälle sind nicht selten, in denen erkannt wird, daß Indien nicht von Gandhi gerettet werden kann, sondern allein von Christus.

Auch in Kamerun, auf der G o l d k ü st e und auf Borneo geht es unaufhaltsam vorwärts. Trotz aller gegenteiligen Einflüsse und Mächte hält das Aufgeschlossensein dem Evangelium gegenüber unvermindert an.

Freilich, die Arbeit könnte überall noch inten­siver betrieben werden, wenn nicht schwere Hem­mungen sich ihr entgegenstellten. Auf den Missions­feldern selbst machen die jungen Missionskirchen infolge des spärlichen Eingehens von Opfern und Steuern harte Zeiten durch. In den heimatlichen Missionskreisen hat die Gebefähigkeit Tausender von treuen Freunden infolge der allgemeinen Wirt­schaftsnot abgenommen, so daß Sparmaßnahmen getroffen werden müssen. Darum ruft das Lan - desmissionsfest dieses Jahres besonders ein­dringlich zur Anspannung aller Kräfte auf, damit das, was mit viel Mühe geschaffen wurde, erhalten werden kann. Jene beiden Basler Missionare, die seinerzeit aus grauenvoller Ge­fangenschaft in China entronnen sind, erzählen, daß die Parole ihrer Peiniger gewesen sei:Jeder tue, was er k a n n!" Das gilt in verändertem Sinn auch als Losung für jeden Christen, der die Gottessache der Mission auf betendem und opfern­dem Herzen trägt, als heilige Verpflichtung auch in unsrer Notzeit.Jeder tue, was er kann", damit Jesus siegt!

9JL-$port

Spielvereinigung 1926 Leihgestern.

Am kommenden Sonntag empfängt die 1. Mann­schaft der Spielvereinigung Leihgestern zum fälligen Berbandsspiel die Ligareserve des VfB. Gießen. Das Vorspiel gewann Leihgestern. Die Gäste wer­den auch diesmal um eine Niederlage kaum herum­kommen, obwohl für die Gastgeber alle Vorsicht ge­boten erscheint.

r FCTeutonia" Watzenborn-Steinberg

Die 1. Mannschaft des FußballtlubsTeutonia" Watzenborn-Steinberg trägt am morgigen Sonn­tag ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Elf von Großen-Buseck ans. Das Spiel ist längst fällig. Man gibt den Gastgebern die besseren Aussichten auf Sieg. Die Gäste sind beachtlich in ihrem Können. Man erwartet ein spannendes Spiel.

Sportverein Lollar 1920.

Dem Sportverein Lollar ist es gelungen, für den morgigen Sonntag eine sehr befähigte Mann­schaft als Gegner für die eigene 1. Elf zu ver­pflichten. Die 1. Mannschaft vonGermania" Marburg wird in Lollar zu Gast sein und, wie man wohl erwarten darf, den Einheimischen einen spannenden Kampf liefern. Die besseren Aussich­ten auf Sieg liegen bei den Gästen, die in ihrer kompletten Aufstellung antreten.

Borussia Fmda-AustriaWienl: 2(1:5)

Einen hohen und mühelosen Sieg errangen die Wiener Fußballgäste im Fuldaer Bothilfe- spiel am Dreikönigstage. Borussia Fulda war seinem großen Gegner in keiner Beziehung ge­wachsen und mußte Tor auf Tor über sich er­gehen lassen. Erst als es 5:0 hieß, konnte der Linksaußen Me'.sl den Ehrentreffer für die Bo­russen anbringen. Bei den Wienern war der beste Mann der Mittelstürmer Sindelar, dem die Läu­fer Bausch und Gall nicht viel nachstanden. Zu­schauer: 5000.

Norwegen gewinnt den Langlauf.

Auf dem Programm der IX. Akademischen Ski­wettkämpfe aller Länder stand in St. Moritz am Freitag der 17-Kilometer-Langlauf, zu dem sich bei prächtigem Schnee 60 Teilnehmer eingefunden hat­ten. Der Norweger Gunnar Sakshaugh, der in günstiger Position gestartet war, lag nach der Hälfte des Rennens bereits in Führung und be­endete den Lauf mit fast vier Minuten Vorsprung in 1:09:36 Stunden vor G. H o l tz n e r - Turin (1:13:36), Harald Reinl - Innsbruck (1:15:57) und P a n g rn a n-Kanada (1:16:44) als sicherer Sieger. Als bester Deutscher placierte sich der Münchener Josef Stoeckl auf dem 10. Platz. Hans Ertl- München wurde 17., Brantmann 19.

ßin Gkisprung von 12 Metern.

Der Schweizer C h i o g n a bei einem 72-Meter-Sprung, der ihm in Pontresina (Engadin) glückte, und der der weiteste Sprung ist, der bisher in der Wintersaison 1932/33 erzielt wurde.

Epiclplan der Frankfurter Theater

Schauspielhaus. Sonntag, 8. San.: Der Hauptmann von Köpenick; Anfang 15 Ahr Dre Journalisten; Anfang 20 Ahr. Montag, 9.: Die endlose Straße; Anfang 20 Ahr. Diens- tag, 10. 3anuar: Moral; Anfang 20 Ahr. Mittwoch, 11. Januar: Der Verschwender. An­fang 20 Ahr. Donnerstag, 12.: Die Journalisten; Anfang 20 Ahr. Freitag. 13.: Mensch, aus Erde gemacht; Anfang 20 Ahr. Samstag, 14.: Moral: Anfang 20 Ahr. Sonntag, 15.: Einmaliges Tanz-

gastspiel Thery Schultheis; Anfang 16 Ahr. Der Verschwender; Anfang 20 Ahr.

Opernhaus. Sonntag, 8. 3an.: Lohengrin, Anfang 18 Ahr. Montag, 9.: Die Entführung aus dem Serail; Anfang 20 Ahr. Dienstag, 10.: Don Carlos; Anfang 19.30 Ahr. Mittwoch, 11.: Die Csardasfürstin; Anfang 19.30 Ahr. Donnerstag, 12.: Palestrina; Anfang 19.30 Ahr. Samstag, 14.: Carmen; Anfang 19.30 Ahr. Sonntag, 15.: 3m weißen Rößl; Anfang 15 Ahr. Palestrina; An­fang 19.30 Ahr.

Obechessen.

Landkreis Gictzen.

* Wieseck , 5. 3an. Der mit der jüngsten Han- delskammerprüsung für Geschäfts st enagra- phen verbundenen Vorprüfung unterzogen sich 6 Mitglieder des hiesigen Stenographenvereins. Den Teilnehmern war ein schöner Erfolg be­lieben: Emmy Schäfer und Lina Bötz be­standen die Prüfung mitsehr gut; Adolf Schmidt, Friedrich Hildebrand, Frieda ringer und Emma Loh mitgut.

s. Beuern, 5. 3an. Kurz hintereinander konnten zwei hochbetagte Glieder unserer Ge­meinde in ein neues Lebensjahr eintreten. Als ältester Einwohner überhaupt feierte der weithin bekannte Sparkassenrechner Kaspar Walther in geistiger und körperlicher Frische seinen 8 9. Geburtstag. Er kann in Kürze das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Der ein­zige noch lebende Kriegsveteran unserer Ge­meinde, Heinrich Sommeriad, vollendete sein 8 4. Lebensjahr.

# Bellersheim, 5.3an. Die Landwirt­schaftskammer für Hessen verlieh den Gemeinde­baumwärtern Wilhelm Kopf II. und Martin E m m e l für 40jährige ununterbrochene Dienstzeit die silberne Medaille mit Anerkennungsurkunden. Die Ausgezeichneten haben sich um den hiesigen Obstbau besondere Verdienste erworben, nament­lich haben sie auf die Sorten Vereinheitlichung hin­gewirkt. 3n unserem Obst- und Gartenbauverein nehmen sie Ehrenposten ein.

s. Aus der nördlichen Wetterau, 6. 3an. Eine vielen Landwirten willkommene Einrichtung hat die Aktienzuckerfabrik W e 11 e r a u" in Friedberg getroffen. Sie ge­währt ihren Aübenpflanzem einen Kredit zur Beschaffung von künstlichem Dünger bis zu 60 Mark für den Bormalmorgen Rüben­anbaufläche. Menge und Sorte der Dünger wählt der Bezieher. Die Zuckerfabrik besorgt den Dün­ger zu Syndikatspreisen meist auf dem Wege der Sammelsendung im Waggon. Die Rückzahlung des Kredits erfolgt in der Weise, daß die Zuckerfabrik bei Ablieferung der Kaufrüben be­rechtigt ist, von dem fälligen Rübengeld vorweg die Kreditsumme einzubehaltem.

Kreis Schotten.

Ober-Schmitten, 6. 3an. Der hie­sige Gemeinderat hat sich entschlossen, unter Ein­schaltung des Freiwilligen Arbeits­dienstes eine Te ilkanalisation des Dorfes durchzuführen. 3n Frage kommt der Straßenteil zwischen dem Schulhaus und der Bidda, der in das Quellengebiet hineinreicht, das sich an das Dors anlehnt. Es sind zwei Projekte ausgearbeitet, von denen das eine nicht unbedingte

Gewähr bietet, daß bei eintretendem Hochwasser durch Rückstau kein KanalwaFer in die Hauslei­tungen einbringt. Man hofft, daß die Gemeinde, trotz der Mehrkosten, sich für den verlängerten Kanalstrang entschließen wird, um vor späteren Enttäuschungen bewahrt zu sein. Für die Durch­führung der Arbeit sind vom Arbeitsamt 25 Ar­beiter für 6 Wochen der Gemeinde zugebilligt.

Kreis Lauterbach.

WSB. Dlihenrod, 6. 3an. 3n der Rächt zum Donnerstag wurde von einem dänischen Fischerboot im Fehmarn-Belt ein Toter der Biobe" geborgen. Er wurde von der gericht­lichen Totenkommission als der Obersanitätsgast Otto Stock aus Dlitzenrod identifiziert. 5):e Leiche wurde im Marine-Lazarett Kiel-Wik aus­gebahrt. Sie wird, dem Wunsche der Angehörigen entsprechend, in die Heimat gebracht werden, wo die Beisetzung erfolgt.

Umfangreicher Tabakschmuggel aufgedeckt.

WSB. Worms, 6.3an. Die hiesige Krimi­nalpolizei ist einem umfangreichen Tabak­schmuggel von der holländischen Grenze nach Worms auf die Spur gekommen. Der Haupttäter, ein 34jähriger arbeitsloser Einwohner aus der Friedrichstraße, hat in der letzten Zeit etwa zehn Fässer Tabak erhalten, deren Inhalt als Heringe deklariert war. Bach den bisherigen Feststellun­gen dürften die Schmuggler Zigarettentabak im Werte von 5000 Mk. geschmuggelt und abgesetzt haben. Der Haupttäter wurde in Haft genommen.

Briefkasten der Redaktion

ilRed)i6flutad)ten sind ohne Verbindlichteit der Schriflleitung i

St. L. Die Frage, ob ein Gastwirteiner Person den Ausschank irgendeines alloholischen Getränkes verweigern darf, auch wenn sich diese Person nicht anstößig benimmt und in der Lage ist, ihre Getränke zu bezahlen", umfaßt nicht den gesamten Fragenkomplex. Ohne Zweifel kann er den Alkoholausschank z. B. einem Minderjährigen verweigern, ober einem Entmündigten, auch wenn beide vorgenannten Voraussetzungen zutreffen. Er wird den Alkohol ober eine Hergabe von Speisen auch einem notorilchen Gegner verweigern tbnnon, der das entsprechende Verlangen aus Schikane stellt. 3m übrigen aber ist anzunehmen, daß der Gast­wirt lediglich verpflichtet ist, dem Verlangen eines Gastes nach Befriedigung seines Durst- und Hungergefühls zu entsprechen, nach einem Mehr jedoch nicht. Höchstrichtevliche Entscheidun­gen sind uns nicht bekannt.

Wirtschaft.

Frankfurt fest.

Frankfurt, 7. Jan. (WTB. Drahtmeldung.) Die feste Stimmung ber letzten Tage übertrug sich auch noch auf ben Wochenschlußverkehr, boch wandte sich bas Interesse ber Kunbschast unb auch ber Spe­kulation in erhöhtem Maße dem Rentenmarkt zu, während Aktien etwas vernachlässigt waren. Die Umsatztätigkeit war wesentlich kleiner, in deutschen Anleihen nahm sie sehr lebhafte Formen an, besonders die Neubesitzanleihe wurde in großen Posten umgesetzt.

Am Aktienmarkt nahm die Kulisse verschie­dentlich Realisationen vor, so daß die Kurs­gestaltung zwar nicht ganz einheitlich, aber boch überroiegenb nach oben gerichtet war. IG. eröffneten 0,75 v. H. höher, unb auch bie übrigen Chemiewerte zogen in gleiajem Ausmaße an. Von Montanwerten gaben Phönix unb Buderus bis zu 0,75 o. H. nach. Stahlverein unb Gelsenkirchen waren um Bruchteile eines Prozents höher, erstere bröckelten aber später etwas ab. Elektroaktien blieben bei kleinen Umsätzen meist behauptet, Licht & Kraft gingen 0,5 v. H. zurück. Etwas niebriger setzten ferner ein Aku, Conti-Gummi, Deutsche Linoleum unb Norbbeutscher Lloyb. Durch feste Haltung zeichneten sich AG. für Verkehr mit plus 1,13 v. H. unb Holzmann mit plus 1,25 v. H. aus. Daimler unb Zement Heidelberg eröffneten unoeränbert.

Die Altbesitzanleihe zog um 1 auf 67,5 v. H. an, die Neubesitzanleihe eröffnete 0,13 v. H. höher unb war später um weiter 0,13 v. H. befestigt. Etwas fester lagen auch Schutzgebietsanleihe mit plus 0,13 v. H. und späte Reichsschuldbuchforderungen mit plus 0,25 v. H., Stahlvereinbonds fetzten mit 69,75 v. H. unverändert ein, Reichsbahnvorzugsaktien gewannen 0,5 v. H. Am Pfandbriefmarkt gaben Goldpfandbriefe etwas nach. Liquidationspfandbriefe und Kommu­nalobligationen lagen noch etwas fester und zunächst gut behauptet. Am Markt der Jndustrieobligationen lagen Fürstenberger Brauerei gut. Von Staats­anleihen war die 6-v. H.-Reichsanleihe für 1927 gesucht.

Berlin freundlich.

Berlin, 7.Januar. (WTB. Funkspruch.) Auch zum Wochenschluß blieb die Grundstimmung auf den Aktienmärkten bei allerdings ruhigerem Ge­schäft als an den Vortagen durchaus freund- I i ch. Der Ordereingang ließ hauptsächlich wohl in­folge des früheren Börsenbeginns etwas $u wün­schen übrig. Im Laufe des Tages zeigte sich bann aber auch, baß das Kaufintereffe bes Publikums sich in erster Linie roieber auf festverzinsliche Werte unb am Aktienmarkt nur auf einige Spezialpapiere erstreckte. Die innerpolitische Entwicklung wirb zwar weiter lebhaft besprochen, sie nimmt aber im Augen­blick nur eine untergeorbnete Bebeutung für bie Tenbenzentwicklung ein. Wichtiger bürsten schon bie in verschiedenen außerbeutschen Staaten neu auf­getauchten Währungsbefürchtungen fein, ba man bei bem anhaltenben Kaufinteresse auch bas Aus- lanb mit Stillhaltegeldern und rückfließendes deut­sches Kapital erkennen will.

Besonders für Farbenaktien hielt das Kauf- intereffe an, und man sprach an diesem Markte auch schon von Tauschoperationen ber Kulisse, wo­mit man gleichzeitig bas nachlassende Interesse für bie Favoriten ber letzten Zeit erklären wollte. Ne­ben Farben, bie 2 v. H. gegen gestern gewannen, waren noch Dessauer Gas, Orenstein, Stöhr, Feld- mühle, Polyphon unb Leopolbsgrube bis zu 1,75 v. H. gebessert. Von Kaliwerten lagen Kali Chemie 2 o. H. unb salzdetfurt sogar 3 o. H. höher. Von

Braunkohlenwerten waren Nieberlausitzer Kohle um 2,75 v. H. gebessert. Etwas enttäuschend eröff­nete ber Elektromarkt, an bem Reag 1,50 v. H., HEW. 1 v. H. unb RWE. unb Siemens je 0,40 o. H. einbüßten. Das Geschäft war für einen Sams­tag besonbers im Verlaufe ziemlich lebhaft. Aller­bings würbe bie Tenbenz, von Aku unb Bemberq ausgehenb, später ziemlich unregelmäßig. Die Spe­kulation nahm auch verschiedentlich Gewinnmit­nahmen vor, so baß sich überroiegenb Rückgänge bis zu 0,75 v. H. ergaben. Aku unb Bemberg büß­ten gegen ben Anfang ca 2 v. H. ein. Zu erwähnen ist noch bie feste Haltung ber Thüringer Gas Aktien, bie bei Maierialknappheik im Verlaufe 5,50 v. H. höher zur Notiz kamen.

Anhaltenb fest und lebhaft blieb es da­gegen am Anlagemarkt. Wieder hatten Deut­sche Anleihen die Führung, aber auch Reichsbahn­vorzugsaktien, Reichsschuldbuchforderungen und In dustrieobligationen waren um zirka 0,25 v. H. ge­bessert. Das Interesse für Dollarbonds hielt eben­falls an. Don Auslandsrenten neigten Bosnier und Rumänen eher etwas zur Schwäche.

Am Geldmarkt war Tagesgeld weiter leich­ter, der Satz stellte sich auf 4,50 bzw. 4,40 v. H. an der unteren Grenze. Nach Prioatbiskonten bestand rege Nachfrage, gleichfalls nach Reichswechseln per 5. April. Die neue Tranche ber Schatzanweisungen bes Reiches, bie gestern mit Fälligkeit per 16. Juni zum unoeränberten Zinssatz von 4,75 v. H. heraus­gegeben würbe, nachbem bie Tranche per 15. Mai ausoerkauft war, war stark gesucht.

<Tird>(ichc Nackieicksten

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, 8. Januar. 1. Sonntag nach Epiphanias. Landes-Missionsfest.

Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker; 17: Pfarr­assistent Änell. Dohanneskirche. 9.30: Pfr. Aus» felb; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17: Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibel­besprechung im Johannessaal; Pfarrassistent Kncll. Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinberkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. -- Petruskapelle. 9.45: Pfarrasfistent Knell. Klein- Linden. 10: Gottesdienst; 11: Kindergottesdienst. wieseck. 10: Hauptgottesdienst; 17.30: (Schuljugend) und 19.30: Lichtbildstunden; Kollekte. Allen- Duseck. 10; Gottesdienst (Kollekte); 13; Kinberkirche. Grohen-Vuseck. 10.30: Gottesbienst; Kollekte für bie Heibenmission. Oppenrod. 13: Gottesdienst; Kol­lekte für die Heibenmission.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 7. Januar.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, den 8. Januar. 1. Sonntag nach Epiphanie.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: .Kommu­nion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Pre­digt; 16.30: Jungfrauen-Kongregation; 17.30: An­dacht mit Segen.

Montag, den 9. Januar.

Laubach. 7.30 Uhr: Messe.

Mittwoch, den 11. Januar.

Hungen. 7.15 Uhr: Messe.

«onnlanobieitit b.diente n.'Iluothcfcn am 8. 1. 33 l)r. L. Klein. i> Maleüi. Engelnpotheke.

Zaüuar-t: Or. Hnrnctzs. M