Ausgabe 
6.2.1933 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

gemacht haben. Genossenschaftlich verwertet wur

Als 17. Vorstellung im Mittwoch-

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den ChormitgliedernAgieren" fordert.

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Der Blutdruck.

Don Or. med. Leo Bonnin.

wesentlicher Rückgang der Grippe-Erkran­kungen in Frankfurt noch nicht erfolgt ist, haben sich die Schulbehörden im Einverständnis mit dem Kreisarzt und dem Stadtgesundheitsamt veranlaßt gesehen, die Schließung der Frankfurter Schulen, die am 4. Februar ihr Ende erreichen sollte, noch bis einschließlich Mittwoch, 8. Februar, zu verlängern. Bis jetzt hat die Grippe-Epidemie in Frankfurt 47 To­desopfer gefordert.

Han dwerkerwünfche an die Stadtverwaltung. 3n einer stark besuchten Versammlung

den hn ersten Jahr der genossenschaftlichen Ar­beit rund 200 Stück Großvieh, 785 Schweine. 60 Kälber und 17 Schafe im Gesamtwert von rund 112 000 Mark. 'Betont wurde, daß die Ge-

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Genoffenschastliche Diehverwertung der Landwirtschaft.

WSR. Alsfeld. 4. Febr. 3n der 3ahres- versammlung der Dich Verwertungs-Ge­nossenschaft des Kreises Alsfeld wurde bei der Berichterstattung über das ver-

Rachdem durch fystematische Aufklärung teste Volksschichten dazu ange.egt worden . ihren Körper genau zu beobachten, zeigen sich naturgemäß auch gewisse Erscheinungen von Lleberängstlichkeit. Zu jedem Arzt kommen häufig Patienten in die Sprechstunde, denen eigentlich gar nichts fehlt und die nur die bange Meinung äußern, sie hätten daS unbestimmte Gefühl, ihr Blutdruck wäre zu hoch. Meistens entspricht aller­dings die genaue Untersuchung mit den entspre­chenden Apparaten in keiner Weise diesen An- gaben, da eine wirklich hohe Blutdrucksteigerung viel seltener ist. als man gewöhnlich annimmt.

Es lohnt sich, in kurzen Sähen aufzuklären, ob der Gesundheitsgrad eines Menschen wirklich unbedingt von der Höhe seines Blutdruckes ab- hängt. Dieser Ansicht kann nicht beigetreten wer­den. Ls gibt nämlich eine Gruppe von Menschen, die dauernd einen erhöhten Blutdruck haben, wie bei irgendeiner Gelegenheit zufällig festgestellt wird und die trotzdem an keinerlei organischer Erkrankung leiden. Auch ist es vollkommen ab­wegig, diese Leute einfach alsverkalkt" zu be­zeichnen, wenn nicht andere." Symptome, die nur der Arzt seststellen kann, hinzukommen. Man muß sich nämlich immer überlegen, daß der Blutdruck ja am Arm gemessen wird und daher auch viel von der Beschaffenheit der Blutgefäße des Arm- aebieles obhängt. Es kann also sehr wohl der Fall eintreten, daß die Armgesähe irgendwie besonders stark verändert sind und die lebenswichtigen Herz­muskelgefäße nicht. Bei einem solchen Patienten steyt dann die Blutdruckkuroe viel gefährlicher aus, als es dem eigentlichen Gesundheitzustande entspricht. Leider kann natürlich die Sachlage auch gerade um­gekehrt liegen. Am Herzen sind schwere Verände­rungen, die jedoch noch nicht auf die übrigen Blut­gefäße übergegriffen haben, so daß der Blutdruck fast normal ist und trotzdem eine schwere Krankheit

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Abonnernent Wiederholung der Öperettenausfüh- rungDas Dreimäderlyaus". (Spielleitung: Wrede - Moehl - ulke). Von 20 bis 23 älhr. Operettenpreise. Die nächsten Wieder­holungen der Operetten-Revue:3m weißen Röhl" am Sonntag, 12. Februar von 15 bis nach 18 ilbr; von 19 bis nach 22 älhr. Beide Vor­stellungen sind außer Abonnement und zu ermä­ßigten Opereltenpreisen. 3n beiden Vorstellungen Haven Vorzugsgulscheine und Rundfunkgutscheine Gültigkeit. Außerdem hat die 3ntendanz für die Rachmittagsvorstellung auch Schülerkarten für gültig erklärt.

Oie $ranffurfcr Schulen bleiben weiter geschloffen.

47 Todesopfer der Grippe.

WSR. Frankfurt a. M., 4. Febr. Da

nossenschaftsmitglieder auf diesem Wege der Dieh­verwertung meist einen wesentlich höheren Erlös erzielten, als beim Absatz an den Händler. Hin­sichtlich des Lieferungszwanges der Genossen­schaftsmitglieder wurde der Beschluß gefaßt, künf­tighin Mastvieh nicht an d i e Händler zu verkaufen, dagegen den Verkauf an Metz-

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Bon Chor und Chorsängern

A-cappella*(5cfong und absolutes Gehör.

Don Professor Hugo ZHüOel

dann die SA. und zum Schluß der Stahlhelm. 3n ausgezeichneter Marschdisziplin bewegten sich die Formationen, die allenthalben einen guten Eindruck machten und starkes Interesse erregten, durch die vorgenannten Straßen, die von einer großen Menschenmenge besetzt waren. Die Poli­zei hatte in anerkennenswerter umsichtiger Weise für die Sicherung der öffentlichen Ordnung ge­sorgt, daneben bewiesen die Teilnehmer an dem Werbemarsch ausgezeichnete Manneszucht, so daß die ganze Kundgebung ohne Zwischenfall verlief. Auf dem Trieb hielten ein Führer der national­sozialistischen Formationen und ein Führer des Gießener Stahlhelm kurze Ansprachen an ihre Kameraden und an die in großer Anzahl ver­sammelten Volksgenossen in Zivil. 3n diesen Re­den wurde eindringlich zu festem Zusammenschluß aller Kräfte für den Wiederaufbau eines besse­ren Deutschland aufgesordert. Hierauf löste sich der Zug auf. Die Formationen rückten dann nach ihren Standquartieren zurück.

r iio tuen.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute 20 älhr letzte Aufführung des deutschen FrontstückesDie endlose Straße" von Graff und Hintze. Spielleitung: der 3n- t e n b a n t. Kleine Preise. Spieldauer von 20 bis

Gießener Handwerksmeistern, insbesondere Angehörigen des Dauhandwerks. die unter hing des Vorsitzenden des Ortsgewerbevereins. Däckerobermeister L o e b e r stattsand, wurde eine Reihe von dringlichen Handwerkerwünschen an die Stadtverwaltung eingehend erörtert. Es drehte sich dabei um die Frage der Arbeitsbeschaffung 'und um die Bedingungen, unter denen die Ver­gebung der Arbeiten erfolgt. Allgemein wurde oer Wunsch laut, die Stadt möge mehr noch als bisher dem Handwerk durch Bereitstellung von Arbeiten in dieser Krisenzeit behilflich sein, dabei aber auch Bedingungen für die Arbeitsvergebung schaffen, die dem Handwerk zum Ruhen gereichen. Am Schlüsse der mehrstündigen Aussprache, in der es natürlich auch an kritischen Aeußerungen nicht fehlte, wurde auf Vorschlag des Vorsitzen­den eine Kommission eingesetzt, die der Stadt­verwaltung die Wünsche und Vorschläge der Versammlung unterbreiten und auf eine gedeih­liche Lösung der Fragen in Gemeinschaft mit der Stadtverwaltung hinarbeiten soll.

Verbindung mit AOMillionen Menschen.

3eder Benutzer eines Telephons wird gewiß einen neuen Stolz empfinden, wenn et erfährt, daß er mit 30 Millionen Menschen auf bet gan­gen Erbe direkt telephonisch sprechen kann. Dar­auf weiß R. Boye in einem Aufsatz der Frank­furter Wochenschrift Die älmschau" hin. Rach dem Weltkrieg hat die Fernsprechtechnik einen unge­ahnten Aufschwung genommen, und in den letz­ten zehn 3ahren sind alle bedeutenderen Orte Deutschlands an das Fernkabelnoh angeschlossen worden, das die deutsche Fernkabel-Gesellschaft eingerichtet hat und das eine Linienlänge von 11 500 Kilometer auf 2.3 Millionen Kilometer Drahtlänge aufweist. Auch fast alle andern Staa­ten haben ihre Fernverbiirdungsnetze ausgebaut, so daß ihre Länge allein in Europa über 30 000 Kilometer beträgt. Das Herz dieser ganzen Riefen­anlage ist das deutsche Reh. Da unterdessen auch die Ozeane auf dem Kurzwellen-Funkweg über­brückt worden sind, so ist dem deutschen Fern­sprech-Teilnehmer die Möglichkeit gegeben, mit 30 Millionen anderen Teilnehmern überall auf dem Erdball zu reden. Derartige Gespräche sind aller­dings noch recht teuer; so kostet eine sinter Hal­tung von Berlin nach Reuyork 160 Mark, aber trotzdem werden täglich Hunderte solcher Gespräche übet die Ozeane hingeführt.

Als Einsiedler

beim Heuschrecken-Studium.

Bei den ungeheuren Schädigungen, die die Heuschrecken in letzter Zeit hervorgerufen haben, ist das Studium dieser gefräßigen Insekten von größter Wichtigkeit geworden. Das britische 3n» stitut für Entomologie hat daher drei Gelehrte ausgesandt, die die Aufgabe haben, die drei gefährlichen Arten von Heuschrecken in Zentral­afrika genau zu studieren. Dec eine Gelehrte wurde nach älganda geschickt und fand die von ihm gesuchten Heuschrecken besonders zahlreich in Kampala. Ein anderer müht sich, diese gefähr­lichen Tiere in Rord-Rhodesien näher kennen zu lernen, und ber dritte Heuschrecken-Forscher hat im Sudan die dritte Art glücklich aufgespürt; er fand sie im Herzen ber Provinz Darfur und hat sich dort häuslich eingerichtet, denn da«

kaum vernehmbaren Schwankungen. Bleibt der Ton nur eines Sangers stets absolut rein, während die anderen in eine andere Tonart übergeglitten sind, so ergibt sich ein Betonieren, das peinlich wirkt. Hauptsache ist aber, daß der ganze Chorin sich" musikalisch rein bleibt Ob er in der voraeschriebe« nen Tonart oder in einer anderen schließt, ist an sich belanglos. Hauptsache ist, wie gesagt, daß alle Stimmen in einer und derselben Tonart bleiben. In diesem Falle ober kann gerade der Sänger mit dem absoluten Gehör durch seine Exaktheit den Gesamt­eindruck stören und dem Chor unwillkürlich einen bösen Dienst erweisen.

Die notwendige Musikalität für die Aufnahme in den Chor pflege ich auf die Art zu prüfen, daß ich auf dem Klavier eine Note anfdjlage und den Prüf­ling beliebige Intervalle zu dem angeschlagenen Ton fingen lasse. Was die Forderung einer guten Stimme betrifft, so könnte man einwenden, daß ein mit einer schönen Stimme begnadeter Sänger eher den Wunsch haben wird, Solist zu werden als im Chor zu fingen. Darauf läßt sich erwidern, daß dem Chorsänger der Weg zu einer s o l i st i s ch e n Karriere feines« wegs verschlossen ist, und daß im Gegenteil das Singen im Chor als die weitaus beste Schule für eine Bühnentätigkeit erscheint. Während der Aus­führung lernt nämlich ein Chormitglied alle Solo­partien recht gut kennen und erreicht eine Bühnen« gcwandtheit, die bei einer evtl, späteren Solisten - farriere von größtem Nutzen sein kann. Dor dem Uebergang von der Chorsängerlaufbahn zur So- liftenfarriere muß aber unter Umständen sogar ge­warnt werden. Es kommt nämlich oft vor, daß ein Chorsänger ein Engagement als Solist an einer kleineren Bühne annimmt und dort in kurzer Zeit, weil er eben für diese Solistenpartien noch nicht reif ist. stimmlich zugrunde gerichtet wird. Die Stellung des Chorsängers dagegen ist gewissermaßen eine Lebens st ellung. Ein Chormitglied der Staatv- oper in Berlin hat durchschnittlich ein auskömmliches Gehalt, das gewöhnlich das Solistengehalt an kleinen Theatern übersteigt und Recht auf eine Pension nach einer 30- bis 40jährigen Tätigkeit gibt. Daß ein Chorpart (etwa erster Tenor oder zweiter Baß) im Lohengrin" tatsächlich schwieriger ist als die Haupt partie des Lohengrin, sei hier nebenbei erwähnt. Die heute berühmte Wagnersängerin Frida Leider hat sich seinerzeit bei mir gemeldet, um im Chor zu fingen ein Beweis dafür, daß aus angehenden Chorsängern glänzende Solisten werden können. Ich habe ihr übrigens sofort geraten, die Solistenkarriere

Professor Hugo Rüdel, Leiter des Dom- uni) Staatsopernchors in Berlin, sowie lang­jähriger Chordirettor in Bayreuth, wird am 7. Februar 65 Jahre alt

Chorgesang ist eigentlich die älteste Ausdrucksform musikalischen Empfindens, weitaus älter als Or- cheflermusizieren. Es ist um so erstaunlicher, daß das große Publikum die bedeutende Rolle des Chors gar nicht in gebührendem Maße kennt und würdigt, wo­von schon die Anwendung des üblichen Ausdrucks Chorist" ein beredtes Zeugnis ablegt. Als Choristen werden nämlich vom großen Publikum sowohl Chor- mitglieder eines Operetten« und Revuetheaters als auch Mitglieder eines Opernchors bezeichnet. Die künstlerische Rolle des Chors in der Oper und im Konzertjaal kommt in Wirklichkeit ber Bedeutung des Orchesters vollkommen gleich nur mit dem Unterschied, daß das Singen im Chor noch viel schwieriger ist als das Spielen im Orchester. Ganz besonders schwer sind die sogenannten A-cappella- Chöre, d. h. Chöre ohne jegliche instrumentale Be­gleitung. Das Singen in einem A-cappella-Chor ist die wohl schwierigste musikalische Aufgabe, die es gibt. Das Publikum, das Instrumentalwerke bekann­ter Komponisten kennt und liebt, hat nur wenig Kenntnis von großartigen Chorwerken dieser Art, aus dem einfachen Grunde, weil sie nur selten oder auch gar nicht ausgeführt werden. Zwei A-cappella- Chöre von Richard Strauß, beispielsweiseDer Abend" (nach Schiller) undJacob, der verlorene Sohn" sind seinerzeit von dem berühmten Chor­dirigenten Siegfried 0 ch s für so schwer erklärt wor­den, daß er sich nicht entschließen konnte, sie auf­zuführen.

Die Zahl der deutschen gemischten Chöre, die A-cappella-@e{ang pflegen, ist ziemlich gering. Dazu gehören in erster Linie der Berliner Domchor, ber Leipziger Thomaner, Dresbner Kreuzkirchenchor usw. Nebenbei sei rühmlich erwähnt, daß sämlichc Männerchöre in Deutschland a cappella fingen. Der Berliner Domchor besteht aus einem Chor von Knaben im Alter von 8 bis 10^ Jahren und einem Herrenchor von Tenören und Bässen. Als Kuriosum sei hier erwähnt, daß die Berliner diesen Chor so wenig kennen, daß ich täglich Anmeldungen vonDamen erhalte, die gern im Domchor fingen möchten. Nur wenige scheinen zu wissen, daß es im Domchor keine Frauenstimmen gibt.

Was wird von einem Chorsänger verlangt? Er­stens Stimmaterial und zweitens Gehör. Unter Stimmaterial versteht man in diesem Fall eine im allgemeinen Sinne gute Stimme. Was das Gehör betrifft, so wird nicht das sogenannteabso- lute Gehör" verlangt. Unter dem Begriffabsolutes Gehör" versteht man die Fähigkeit, jeden Ton sofort zu erkennen. Wenn sich jemand z. B. auf die Klavier­tastatur stützt und dabei mehrere Töne auf einmal anschlägt, wird ber Besitzer eines absoluten Gehörs sofort in ber Lage sein, jede Note zu nennen. Diese auf den ersten Blick scheinbar außerordentlich wich- tige musikalische Fähigkeit kann aber unter Umstän­den, und zwar besonders beim Chorgesang jo unwahrscheinlich es auch klingt verderblich sein. Ein Chorsänger mit absolutem Gehör um diese Behauptung zu erläutern- wird immer die Noten seines Parts richtig fingen. Nun aber unterliegen alle Gesangsstimmen beim Dortrag stets gewissen,

Heuschrecken-Studium erfordert Zeit und macht viel Mühe. So lebt er nun schon über ein 3ahr als Einsiedler in seinem Laboratorium, das aus zwei Zelten in der Wildnis besteht. Die Rahrung wird ihm mit Kamelen zugeführt, und Briefe brauchen einen Monat, bevor sie ihn erreichen. Sein einziges und vollstes Interesse gehört in dieser Einöde den Heuschrecken, die er glücklicher­weise in reicher Zahl sindet. Er füttert und beobachtet sie in den Käfigen, die rund um seine Zelte stehen. Jeden Tag mißt er die Temperatur, Feuchtigleit. sowie die Sonnenstrahlung und sieht zu, wie sich die Heuschrecken in der Hmgcgcnb verhalten; er erforscht, ob sie lebhaft sind oder träge, ob sie gut essen, ob sie sich reichlich ver­mehren, ob sie sich von den gefangenen Genossen unterscheiden usw. Der Rest des Tages geht damit hin, alles das aufzuschreiben, was über die Heuschrecken erforscht ist, und die Zusammen­hänge zu ergründen, die zwischen dem Leben dieser Insekten und den Witterung«- sowie den Bodenverhältnissen bestehen. Die Eingeborenen halten den Einsiedler fürnicht richtig im Kopf", aber sie mögen ihn gern, weil er ihnen Verdienst gibt, sich von ihnen die Heuschrecken für seine Käfige fangen läßt und sie auch sonst beschäftigt. Der Gelehrte hofft, bald einen vollständigen Bericht über das Leben der Heuschrecke während eines ganzen 3ahres geben zu können und damit ein Gebiet zu ergründen, das bisher unbekannt war. VieUeicht führen dann diese Forschungen dazu, die Heuschreckenschwärme zu vernichten und dadurch Millionenwerte zu retten

Die Bridge-Maschine.

Das Jahr 1933 bringt für passionierte Karten« spieler eine Erfindungvon größter Tragweite". In London kam der Bridge-Robot auf den Markt, eine Bridge-Maschine, die lediglich zur Entlastung ber armen, müden Spieler angefertigt worben ist.

Man bedenke: Ein einziger Druck an einem kleinen Knopf, und die Karten werden automatisch gemischt und verteilt. Nicht auszudenken: Wenn die Technik so weiter marschiert, entsteht demnächst sogar der unübertreffliche Bridge-Robot II. Der wird /ür die Spieler spielen und (hoffentlich!) unfehlbar ge­winnen ...

Allerdings darf man nicht etwa die Blutdruck- meffung als überflüssig betrachten. Ein dauernder hoher Blutdruck in Verbindung mit anderen Krank­hitsanzeichen gibt dem Arzt wertvolle Aufschlüsse. Die Voraussetzung ist nur, daß ber Blutdruck wirklich bei mehreren Messungen zu hohe Werte ergibt. Es ist viel zu wenig bekannt, baß allein schon bie (Er­regung und Aufregung, die jeder Patient bei der ärztlichen Untersuchung hat, genügt, um die Blut- bruckkurve nach oben zu treiben. Auch irgendeine andere vorhergegangene seelische Ursache kann der Grund sein. Sind jedoch alle diese Erwägungen aus­geschaltet, und bleibt der Blutdruck trotzdem hoch, so sind allerdings die verschiedensten Erwägungen berechtigt. Die höchsten Blutdruckwerte zeigen gewisse Nierenerkrankungen. Bei ihrem Vorhandensein sind jedoch außerdem stets noch Veränderungen bei der Urinanalyse festzustellen. Es kann natürlich auch bei dauernder Blutdruckerhöhung eine Veränderung am Herzen bestehen. Es ist jedoch nicht Sinn dieser kur­zen Ausführung, alle Krankheiten aufzuzählen, bis mit einer Blutdruckerhöhung einhergehen. Es sollte nur daraus hingewiesen werden, daß, wie überhaupt in ber ganzen Mebizin, ein Krankheitssymptom allein nie ausschlaggebend ist, sondern nur eine Berück- sichtigung des gesamten Organismus, die nur der Arzt vornehmen kann. Bei dieser Gelegenheit sei noch darauf hingewiesen, daß auch das gefürchtete Hervortreten der Adern am Kopfe noch nicht unbe­dingt der Vorbote eines Schlaganfalls zu sein braucht. Mancher hat solche Adern schon von frühe- fter Jugend an und erreicht trotzdem ein hohes Alter.

Am Schluß möchte ich noch bemerken, daß es mit­unter viel gefährlicher ist, einen zu niedrigen Blut­druck zu haben, als einen zu hohen. Besonders der plötzlich einsetzende niedrige Blutdruck ist oft ein Zeichen dafür, daß ber Organismus sehr geschwächt ist und zu wenig Abwehrkräfte aufbringt. Die gütige Rat-ir hat nämlich die Blutdruckerhöhungen nicht etwa nur darum eintreten lassen, um den Menschen Sorgen zu bereiten, sondern sie verfolgt damit den Zweck, z. B. bei barnieberliegenbcr Herztätigkeit durch vermehrten Druck doch noch den Blutkreislauf aufrechtzuerhalten und das lebenswichtige Blut bis in die entferntesten und kleinsten Körperteile zu treiben.

Man muß also einsehen, daß der Mensch keine tote Maschine darstellt, deren Leistungsfähigkeit ein­fach von einem Blutdruckmeßapparat mit absoluter Genauigkeit abzulesen ist, und daß es Unsinn ist, sich lediglich deshalb das Leben noch mehr zu erschweren und zu verbittern, weil der Blutdruck einmal zu hoch befunden worden ist!

Ein nationaler Werbemarsch.

Zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den nationalen Gedanken in der deutschen Politik ge­staltete sich gestern nachmittag ein Werbemarsch, den die SA., ES. und Hitlerjugend der RSDAP.. sowie die Ortsgruppe Gießen des Stahlhelm ge­meinsam veranstalteten. Die Formationen nah­men auf Oswaldsgarten, der von einer großen Menschenmenge umsäumt war, Aufstellung und marschierten von dort aus gegen 14.30 älhr über die Rordanlage, Walltorstratze, Kirchenplatz, Schulstrahe, Eonnenstraße, Seltcrsweg, Frank­furter Straße, Liebigstrahe, Bahnhofstraße, Kap- lansgasse, Reuen Bäue, Gartenstrahe. KaiseraUee zum Trieb. An der Spitze marschierte die Stan­dartenkapelle der SA., hierauf folgte in großer Stärke die SS., anschließend die Hitlerjugend.

Präsident Süffert t«

WSR. Darmstadt, 5. Febr. Der seit 1. De­zember 1928 im Ruhestand lebende frühere Prä­sident der Oberrechnungskammer und Präsident des Verwaltungsgerichtshofs, Karl Ernst Säf­fe r t, ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Der Verstorbene, der aus Schlitz stammt, war zu­letzt noch als Vorsitzender des Schiedsgerichts in der Angelegenheit der Auseinandersetzung zwi­schen Kirche und Staat tätig. Aus Anlaß fernes Todes hat Finanzminister Kirnberger ein Beileidsschreiben an die Witwe gerichtet, in dem der Minister u. a. auf das vorbildliche und ob­jektive Wirken des Verstorbenen an verantwort­lichen Stellen im Staatsdienst hinweist, so daß sein Heimgang auch für den Staat einen beson­ders schmerzlichen Verlust bedeutet.

einzuschlagen.

Um im Chor mitzuwirken, muß man eine spezielle Chorausbilbung (Repertoire) hinter sich haben. Diese Ausbildung erteilt bie Opernchorschule in ber Hoch­schule für Musik, zu ber der Andrang sehr groß ist, und die die Chorsänger nicht nur für Berlin, sondern

und die bie Chorsänger nicht nur , . .

für bas ganze Reich liefert. Das Grenzakter für bie Aufnahme ist 24 Jahre. Auch dramatischer Unter- richt wird in ber Opern-Chorschule erteilt.

Man muß bedenken, daß der Chor im allgemeinen gern als Prügelknabe behandelt wirb. Verächtlich spricht ber Snob von demChor ber Rache". Der Dirigent verlangt von den Chorsängern, daß sie ihn ansehen wegen des richtigen Einsatzes, wäh renb der Regisseur dem Chor einpaukt, nur nicht wie Soldaten auf der Bühne zu stehen und von

** Verein für Sterbeunter st ützung zu Gießen. Am Sonntag hielt ber Verein für Sterbeunterstützung imPostkeller" seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Christian Reitz gedachte ber im Jahre 1932 verstorbenen Mit­glieder, deren Andenken bie Versammlung in üblicher Weise ehrte. Den Kassenbericht gab ber Rechner Johs. Diehl, ber darauf hinwies, baß ber Verein feit 44 Jahren bestehe unb seit 1920 bie zweite Krisenzeit burchmache, von ber im Interesse ber Mitglieder zu wünschen sei, baß sie auch diesmal gut überstanden werde. Das segensreiche Wirken des Vereins finde darin (einen Ausdruck, daß seit 1924 in 296 Sterbefällen insgesamt 103 050 Mark an Hinterbliebene verstorbener Mitglieder zur Aus­zahlung gelangten. Der Verein zähste am 1. Januar 1932: 1846 Mitglieder, deren Zahl im Berichtsjahre auf 1865 stieg. Durch Tod schieden aus 34, durch Austritt bzm. Ausschluß 19, so daß am 1. Januar 1933 noch 1812 Mitglieder vorhanden waren. Die Summe der Einnahmen betrug 24 039,26 Mark, bie der Ausgaben 15 106,51 Mark, darunter für 34 Sterbefälle 12 580 Mark, so daß für das Jahr 1933 ein Betrag von 8932,75 SDlarf zum Vortrag gelangt. Das Gesamtvermögen beträgt 13 235,11 Mark. Dem Vorstand wurde auf Antrag der Revisoren Ent­lastung erteilt. Das Sterbegeld für 1933 wurde wieder auf 370 Mark festgesetzt, und ber Umlagensatz von 25 Pf. für den Sterbefall je Mitglied bei- behalten. Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl des seitherigen Vorstandes unb Auf­sichtsrats. Um bie Werbung neuer Mitglieder zu erleichtern, wurde das Eintrittsgeld wie folgt fest­gesetzt für Neueintretende von 16 bis 25 Jahren 1 Mark, 25 bis 30 Jahren 1,50 Mark, 30 bis 35 Jahren 2,50 Mark, 35 bis 40 Jahren 4, Mark, 40 bis 45 Jahren 7, Mark.

** Schweine « Z w i f ch e n z ä h l u n g am 3. März. Der Reichsminister für Ernährung unb Landwirtschaft hat im Einvernehmen mit den Län­dern eine neue Schweine-Zwischenzählung für den 3. März 1933 angeordnet.

flossene Geschäftsjahr mitgeteilt, daß die an die Genossenschaft anaeschlossenen Landwirte mit der genossenschaftlichen Verwertung ihren Schlachtviehes schon im ersten Ge- , » .

schäftsjahr der Genossenschaft gute Erfahrungen 9« brs auf wertere« frerzugebcn.

Weihe eines Gedenksteines für Peter Gemeinder.

Darmstadt, 5. Febr. (WSN.) Der Ga u Hes­sen der NSDAP, weihte heute auf dem Wald­sriedhof zum Andenken an den früheren Gauleiter Peter Gemeinder einen Gedenk st ein ein. Aus diesem Anlaß fand auf dem Waldfriedhof eine Paradeaufstellung der SA., SS., der Hitlerjugend unb ber politischen Amtswalter statt. Nach An­sprachen unb Musikstücken am Grabe erfolgte ein Propagandamarsch ber aus Hessen und zum Teil auch aus Frankfurt gekommenen SA.-Abteilungen in Stärke von etwa 3500 Mann durch Darmstadt. Der gleichzeitig angekündigte kommunistische Umzug war von der Polizei am Samstag verboten worden. Ebenso wie die bisherigen politischen Demonstra­tionen, ist auch diese Veranstattung völlig ruhig oer« laufen.