Ausgabe 
6.1.1933 Erstes Blatt
 
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verständlich sind. Auch der Esel oder das Ersatztier, das zum Dreikönigssingen mitgenommen wurde, muh auf seine Art beschenkt werden.

Es ist ein liebenswürdiges Fest, dieser Dreikönigs­tag, eine freundliche Sitte die die allgemeine Näch­stenliebe beweist. Und daher wird es von allen be­grüßt werden, daß derartige alte schöne Bräuche nicht aussterben. E. E.

Vornot »rcn

Tageskalender für Freitag: Stadt­theater: 19.30 bis 22.30 Uhr:Im weißen Rößl." DHC.: Hauptversammlung bei Hopfeld. Paddlcr- gilde: Monatsoersammlung. Orchesterverein: Probe. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Der Schützenkönig". Astoria-Lichtspiele (Sellersweg): Der Rächer des Tong".

..Hochland-Symphonie". 3n der Kultursilm-Frühvorstellung am kommenden Sonn­tag wird im Lichtspielhaus in Zusammenarbeit mit dem Goethebund ein Film gezeigt, der die vielen Freunde des Landschastsfilmes wieder in die Alpen führt und in Lande, deren Ramen guten Klang haben. Der FilmHochland-Sym­phonie", der in vierjähriger, angestrengter und sorgfältiger Arbeit hergestellt wurde, zeigt den Winter im Allgäu, das Loisachtal, die Zug­spitze und die Wa^cnsteine, die bayerischen Seen (Chiemsee, Ammersee, Königsee), das Berchtes­gadener Land, das Zillertal und anderes mehr. In vielen Bildern wird eine Schönheit gezeigt, die in ihrer Vielfalt immer wieder begeistern muß. Die bayerischen Königsschlösser, Ziel vieler Reisender, werden auch hier im Bilde gezeigt, man wird die Landschaft im Wechsel der Jahres­zeiten >ehen und so im Geiste eine Reise machen, die die Wirklichkeit oftmals versagt. Gs ist zu erwarten, daß auch dieser Film vielen, die den Landschaftsfilm lieben, eine unterhaltsame Stunde bereitet. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.

Der Reichsbund der Kinderrei­chen Deutschlands zum Schutze der Familie, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am Sonntna, 15 Uhr, im Kath. Dereinshaus eine Kundgeoung. Es spricht der Bundespräsident Konrad überZwecke und Ziele des Reichs- bunbk>*. (Siehe heutige Anzeige.)

*

Rollen - Umbesetzung im Stadt­theater. Aus dem Stadttheaterbüro schreibt man uns: Infolge Erkrankung von Fräulein Eve- line Sybille Flemming spielt die Partie d?r Rößlwirtin" in dir heutigen Verstellung Fräu­lein Luise D u r a t h vom Mainzer Stadttheater.

** Rückständige Zahlungen für Elek­trizitätsbezug betrifft eine Bekanntmachung des Städtischen Elektrizitätswerkes im heutigen An­zeigenteil, auf die wir säumige Zahler besonders aufmerksam machen.

** Gießener Friedhofs-Statistik. Auf dem Gießener Friedhof wurd-m im Laufe des Jahres 1932 insgesamt 284 Erdbestattungen (gegen 352 im Jahre 1931) vorgenommen. Auf den Friedhof am Rodberg entfielen von der Ge- somtziffcr 270 (334), auf den Alten Friedhof am Rahrungsberg 14 (18) Bestattungen. Weiter wur­den im vorigen Jahre 62 (62) älrnenbestattungen vorgrnommen, und zwar 50 (46) auf dem Reuen Friedhof und 12 (16) auf dem Alten Friedhof. Im Gießener Krematorium auf dem Reuen«Fried­hof fanden im vorigen Jahre 117 (97) Einäsche­rungen statt, darunter 64 (48) Verstorbener von Gießen und 53 (49) Ortsfremder: eingräschert wurden 69 Männer, 45 Frauen und 3 Kinder.

*Der Schühenköni g". Der Film, der seit gestern im Lichtspielhaus Bahnhofstraße läuft, bringt wieder einmal ein altes, aber immer be luftigendes Thema: den Preutzenhaß des Alt­bayern. Aber s o wie der Preußenhaß der Bayern nicht ganz waschecht ist, so ist es auch der spezielle Preußenhaß des Weinstubenbesihers und Ter- tilienhändlers Siebzehnrübel aus Bad Tölz nicht. Immerhin giftete er sich sehr darüber, daß ihm eines Tages, und dazu noch am Tage seiner Sil­bernen Hochzeit, so einReingeschmeckter" ihm gerade vor der Rase ein großes und ganz moder­nes Kaufhaus eröffnet mit der unverkennbaren Absicht, ihn zu ruinieren, daß ihm der Eindring» ling ferner die Würde des Schützenkönigs ernsthaft streitig machen und ihm der Sohn des Berliners gar noch die Tochter vom Fleck wegheiraten will: dos alles ist für ein bayerisches Herz zuviel. Wenn nicht die Geister des Alkohols eine Versöh- rrung improvisiert hätten, so hätte es bestimmt einen ganz großen Krach gegeben. So aber wen­det sich alles zum Guten. Anni Siebzehnrübel kriegt den Otto Funke, der alte Siebzehnrübel wieder seine Königswürde, und all die guten und schlechten Scherze sind vergessen, als sich der Siebzehnrübel und der Berliner auf dem Schützen, feste versöhnt in die Arme fallen. Der Siebzehn­rübel ist natürlich Weiß-Ferdl. Schwerlich ist einer im deutschen Daterlande, der den Bayern so mimen könnte, wie er. Ludwig Thomas Fi­guren mühten vor Reid erblassen, wenn sie ihn

Eniiäuschie Hoffnungen.

Eine Betrachtung des deutschen Handwerks an der Schwelle des neuen Jahres.

Don der Handwerkskammer-Nebenstelle in Gie­ßen wird uns geschrieben:

Das Jahr 1932 war für das deutsche Handwerk ein Jahr großer Enttäuschungen. Seine wirtschaftliche Lage verschlechterte sich von Monat zu Monat. An dieser Gesamtfeststellung vermag auch die Tatsache nichts zu ändern, daß sich gegen Herbst im Dau- und Baunebengewerbe eine gewisse Belebung bemerkbar machte. Ausreichende Beschäf­tigung fehlte in allen Zweigen. Die wenigen Auf­träge, die noch vorhanden waren, wurden dem Handwerk durch die sich immer mehr breitmachende Schwarzarbeit streitig gemacht. Die große Arbeits­losigkeit, deren gegenwärtiger Stand 5,6 Millionen beträgt, führte im Zusammenhang mit den herab­gesetzten Löhnen und Gehältern zu einer weiteren Schrumpfung der Kaufkraft. Selbst das Weihnachts- geschäft, aus das sich alle Hoffnungen setzten, ent­sprach nicht den Erwartungen. Nur die notwendig­sten Dinge wurden gekauft und auch diese nur in den billigsten Preislagen. Dazu nahm das Borg- Unwesen weiter überhand. Die Summe der Außen­stände wird immer größer. Es wäre für das Hand­werk eine aufrichtige Neujahrsfreude, wenn endlich einmal die Käuferschaft sich bemühte, ihre Rück­stände zu bezahlen.

Die große Notlage im Handwerk, die vor allem auf die Zunahme der Schwarzarbeit und auf die starke Ileberfehung in den eigenen Reihen zurückgeht, erheischt besondere Maßnahmen.

So fordern der Reichsverband des deutschen Hand­werks und der Deutsche Handwerks- und Gewerbe- kammertag die Einschränkung der Ge­werbefreiheit. Hiernach soll in Zukunft unter Einschaltung einer Uebergangszeit die Ausübung eines Handwerksbetriebes abhängig gemacht wer­den von der Ausfertigung einer Handwerker­karte, die auf der Grundlage der Handwerksrolle auszustellen ist. Als Voraussetzung wird neben der elbständigen Ausübung eines Handwerks als tehendes Gewerbe die Berechtigung zur Führung >es Meistertitels, oder die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen vorgesehen. Das Verlangen des Handwerks nach Einschränkung der Gewerbefreiheit geht letzten Endes auch von der Erkenntnis aus, daß sich die Ablösung des gegenwärtigen Wirtschaftssystems durch eine beruf s- ständisch geordnete Individualwirt­schaft nicht 'länger mehr aufhalten läßt, eine In­dividualwirtschaft, die die Erhaltung der Einzel­persönlichkeit verbürgt, der Freiheit des einzelnen aber auch durch die Einordnung in einen Gemein­schaftszusammenhang notwendige Grenzen zieht.

Was das Handwerk in erster Linie braucht, ist Arbeit. Es ist ihm eine Qual, müßig zu stehen.

Die neue Reichsregierung hat zwar als einzigen Programmpunkt ihre 2lbficht herausgestellt, A r - beit 3 u schaffen, allein die kürzliche Rundfunk- rede des Reichskommissars für Arbeitsbeschaffung vermochte die Bedenken des Berufsstandes nicht zu zerstreuen, daß eine unmittelbare Belebung seiner Wirtschaft nicht zu erwarten ist. Man sollte im Lause der Jahre gelernt haben, daß Arbeitsbeschafjungs- Programme für die öffentliche Hand immer Krücken für die Wirtschaft und damit künstliche Maßnahmen bleiben,chie in ihrer Wirkung keine natürliche Be­lebung der Wirtschaft auslösen können und so ver­puffen müssen.

Die Reichsregierung Papen hat durch die Re- reitstellung eines Sonderbetrages von 50 Mil­lionen Mark für die Vornahme von Althaus- reparaluren eine recht günstige Teilbelebung der wirtschaft erreicht. Dieser weg sollte mit aller Energie weiter beschritten werden.

Dor allem aber darf die strukturelle Umschichtung der Wirtschaft als Voraussetzung für eine endgültige Lösung des Arbeitslosenproblems nicht außer Acht gelassen werden.

Seit Jahren verlangt das Handwerk bei allen Maßnahmen, die in der Reichsregierung für die Ueberwindung der Wirtschaftskrise und für die Um­stellung des Wirtschaftssystems getroffen werden, die Mitwirkung eines Vertrauens­mannes der mittel ft ändischen Wirt­schaft an entscheidender Stelle. Auch das Jahr 1932 brachte dieser Forderung keine Erfüllung. Und doch bleibt ihre Berücksichtigung um so notwendiger, wenn man bedenkt, daß sich alle übrigen Berufs­stände im Reichskabinett unmittelbar Gehör ver­schaffen können. Gegenüber 5 Millionen landwirt­schaftlicher Betriebe sollte man auch den 3% Mil­lionen gewerblicher Betriebe des selbständigen Mit- telstandes das Recht zu einer einheitlichen Ver­tretung ihrer Interessen einräumen. Gerade darin liegt ja der Nachteil für den gewerblichen Mittel­stand, daß sich seine Belange bei den Reichsministe- rien auf verschiedene Ministerien verteilen. Um die- sen Mißständen abzuhelfen, hat der Reichsoerband des deutschen Handwerks die Forderung nach

Errichtung eines besonderen Reichsministeriums für den gewerblichen Mittelstand

erhoben. Ihre Verwirklichung wird dem Handwerk wieder neuen Mut und neue Hoffnung geben kön­nen. Eine durchgreifende Handwerkspolltik dient der Stärkung der selbftändia wirtschaftenden und ver­antwortlichen Menschen in Klein- und Mittelbetrie­ben und damit auch gleichzeitig der Ueberwindung der großen Wirtschaftskrise.

sehen könnten. In Max A d a l b e r t hat er aber einen ausgezeichneten Gegenspieler. Man sieht noch GretlTheimer und Bertie O st vn in den Hauptrollen, ferner ausgezeichnete Land­schaftsbilder, feine Aufnahmen von bunten Schühensestzügen und noch manches andere mehr.

** Winterfest der Gastwirte-Jnnung. Die Gastwirte treten nicht häufig mit Veranstal­tungen an die Öffentlichkeit. Das Winterfest der Gastwirte-Jnnung für Gießen und Umgebung ist das einzige Fest des Jahres, das diese Berufsorga- nifation begeht. Gestern abend fand man sich wieder im Saale der Liebigshöhe ein, um in Geselligkeit einige Stunden zu verbringen. Die Veranstaltung nahm einen sehr harmonischen Verlauf. Das Musik­korps des hiesigen Bataillons konzertierte unter per­sönlicher Leitung von Obermusikmeister Krauße in starker Besetzung und wartete wieder mit aus­gezeichneten musikalischen Darbietungen auf. Schnei­dige Märsche, Potpourris, Märsche für Fanfaren- trompeten und Kesselpauken, fanden verdienten starken Beifall. Besondere Anerkennung erwarben sich Unterfeldwebel Hofmann und Grenadier Kleinert rrtit einem Konzertpolka für Solotrom­peten. Mit großer Aufmerksamkeit folgten die zahl­reichen Zuschauer den radsportlichen Darbietungen der Herren Haas und N o h l vom RadklubGer­mania", die im Zweier- und Einer-Kunstfahren außerordentliche Leistungen zeigten und ebenfalls lebhaften Beifall fanden. Der 2. Vorsitzende der Innung, Herr Keil, begrüßte im Laufe des Abends die Mitglieder und die Gäste, und wünschte allen Teilnehmern einige fröhliche Stunden. Er betonte, daß es nicht nötig fei, im Rahmen eines derartigen Abends auf die mannigfachen Nöte der Gastwirte aufmerksam zu machen, der Abend solle vielmehr dazu angetan fein, ihn in fröhlicher Gemeinsamkeit zu verbringen, um daraus neue Kraft zu schöpfen für den Kampf im Alltag. Eine mit schönen Ge­winnen ausgestattete Tombola erfreute sich lebhaf­testen Zuspruchs.

Große Strafkammer Gießen.

Gießen, 3. Ian. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde in der heutigen Sitzung gegen einen bereits einschlägig vorbestraften An­geklagten wegen Sittlichkeitsverbrechens verhan­delt. Die Anklage warf ihm vor, in fünf Fällen mit Personen unter 14 Jahren unzüchtige Hand­lungen vorgenommen zu haben. Da der Ange­klagte die ihm zur Last gelegten Taten bestritt, war zur Ueberführung des Angeklagten eine große Anzahl Zeugen notwendig geworden. 2m Lause der Verhandlung legte der Angeklagte je­doch bezüglich 4 Fälle ein Geständnis ab. Aber auch im fünften Falle hielt ihn das Gericht auf Grund der Beweisaufnahme für überführt. Mit Rücksicht auf die Reue, die der Angeklagte offensichtlich über seine Straftaten empfand, bil­ligte ihm das Gericht mildernde Umstände zu. Straferschwerend kam allerdings seine Vorstrafe in Betracht. Er erhielt eine Gesamtgefäng­nis straf« von 1 Jahr 8 Monaten, auf die 2 Monate erlittener Untersuchungshaft An­rechnung fanden.

Einsturz eines Kabelbaggeriurms in Wölfersheim.

LPD. Wölfersheim, 5. Ian. Im Wölfers- Heimer Velrieb des Braunkohten-Schwellrastwer- kes Hessen-Frankfurt AG. (Hefrag) ereignete sich am Mittwoch nach Einbruch der Dunkelb.?it ein schwerer Teiriebsunfä l, der glückliche weise k.iae Opfer forderte. Ein 40 Meter hoher Ma­schinenturm des Kabelbaggers, der die Braunkohle aus der Erde holt, st ü r z t e ein. Die Ursache konnte bisher noch nicht ermittelt wer- den. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 200 000 \ Mark, jedoch hat die Verwaltung sofort Maß- I nahmen getroffen, die die Weiterführung des De- I triebes ermöglichen.

Wirtschaft.

Berlin allgemein fest.

Berlin, 6. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die Börse zeigte, den Erwartungen des Vormittags entspre­chend, ein durchaus festes Aussehen. Das Geschäft war lebhafter als an den Vortagen, und in den bevorzuaten Papieren kamen größere Um­sätze zustande. Das Hauptmoment war in der an­haltend großen Nachsrage für Farben zu suchen, deren Kurs die Parigrenze um 1 Prozent über­schritt. Demgegenüber maß man dem Rückschlag zum Schluß der gestrigen Neuyorker keine größere Bedeutung bei. Aus der deutschen Wirtschaft lagen wichtigere Nachrichten nicht vor, und in der poli­tischen Lage hat sich nichts geändert.

Montane fetzten bis zu VA v. H. höher ein und waren trotz des katholischen Feiertages ziemlich gut gefragt. Im Verlaufe kam es an diesem Markt zu weiteren Besserungen von XA d. Sy; Rheinstahl hat­ten insgesamt 2>i v. H. gewonnen. Braunkohlen­werte tendierten uneinheitlich. Rheinische Braun­kohlen und Niederlausitzer waren etwa 2 v. H. fester, Jlse-Genuß-Scheine gaben VA v. H. nach. Kaliwerke hatten Erholungen bis zu 2 v. Sy aufzuweisen. Don chemischen Werten, die allgemein fester tendierten, waren Farben im Verlaufe weiter kräftig an­ziehend, der Tagesgewinn belief sich auf 4 v. Sy Gummi und Linoleum lagen zunächst ruhig, später zogen Conti-Gummi um 4 v. H. an. Elektropapiere gewannen bis zu VA o. Sy, nur Akkumulatoren büßten 2 3A ö. Sy ein. HEW. waren dagegen um VA d. Sy gesteigert. Gaswerke zogen bis zu VA vorn Hundert an. Kabel und Drahtwerke und Me- taUpapiere waren vernachlässigt. Autowerke, Ma­schinenfabriken, Bau-, Papier- und Zellstoffwerte hatten kleine Gewinne zu verzeichnen. Holzmann zogen 1% d. Sy an. Textilwerte, darunter Kunst- feibeaftien, waren etwa gehalten. Von Brauereien waren Schultheis 2 v. Sy höher. Von Wasserwerten lagen Charlottenburger Wasser 1 v. H. fester. Ver­kehrswerte und Banken gewannen bis zu 1 v. Sy Sonst sind noch Deutsche Atlanten mit einem Ge­winn von 2 v. H. zu erwähnen. Süddeutsche Zucker notierten exklusive 7,2 d. Sy Dividende 138% nach 144 v.H.

Deutsche Anleihen, Jndustrievbligationen, Reichs­schuldbuchsorderungen, Pfandbriefe usw. lagen wei­ter fest und bis zu 1 v. Sy höher. Ausländer ten­dierten bei kleinem Geschäft leicht unregelmäßig.

Am Geldmarkt machte Die Erleichterung weitere Fortschritte, Tagesgeld war an der unteren Grenze mit 4% d. Sy erhältlich. Die Nachfrage nach Privat­diskonten, Reichswechseln und Reichsschatzanweisun­gen hielt unvermindert an.

Frankfurt fest.

Frankfurt a. M., 6. Jan. (WTB. Drahtmeß bung.) Die Börse eröffnete im Anschluß an bie wei­tere Erholung im gestrigen Abenbverkehr in f e ft e r T e n b e n z. Auf allen Märkten traten Besserungen von 0,50 bis 1 v. Sy ein. Jrn Mittelpunkt des Inter­esses standen weiterhin JG.-Farben, die den Pari- stanb erreichten und später 1 v. H. darüber lagen. Es erhielten sich Hoffnungen auf eine unveränderte Vorjahresdividende. Die Urnsatztätigkeik an diesem Markt war auf Käufe von außen her und auf Käufe der Spekulation wieder recht lebhaft. Im übrigen blieb das Geschäft sehr klein, es war aber doch mäßig belebter als in den Vortagen. Beson­dere Anregungen lagen zwar nicht vor, doch beur­teilte man bie Unterrebung Hitlers mit von Papen im Hinblick auf die weitere Entwicklung der innerpvlitischen Verhältnisse nicht ungünstig. Mehr Interesse wandte sich auch dem Montanmarkt zu, an dem angeblich Käufe des Rheinlandes vor­gelegen haben sollen. Rheinstahl gewannen 1,65 v. H., Gelsenkirchen, Skahloerein und Buderus bis zu 1,25 v. H. und bie übrigen Werte von 0,50 bis 1 v. Sy Leicht fester lagen ferner Deutsche Erdöl, Metallgesellschaft, Zement Heidelberg und AG. für Verkehr mit je 1,25 v. Sy plus. Am Elekkromarkt betrugen bie durchschnittlichen Besserungen bis zu 1 d. Sy AEG. eröffneten 1,25 d. Sy höher. Reichs­bankanteile, Deutsche Linoleum, Aku, Aschassenbur- ger Zellstoff unb Daimler Motoren lagen bis zu 0,50 d. Sy freunblicher. Schiffahrtsaktien tendierten unverändert»

Deutsche Anleihen lagen gleichfalls weiter f e st. Alkbesitzanleihe erreichten mit plus 0,50 d. Sy einen Kursstand von 65,25 v. Sy, Neubesitzanleihe mit plus 0,25 d. Sy einen solchen von 8,25 v.H.: späte Reichsschulbbuchforberungen zogen etwa 0,25 v. Sy an.

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