Ausgabe 
4.12.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 284 Erstes Blaff

183. Jahrgang

Montag, 4. Dezember 1933

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Ausnahmezustand in ganz Spanien.

Abwehr gegen anarchistische Revolten. - Der zweite Wahlgang der Corteswahlen.

Madrid. 3. Dez. (TU.) Die spanische Regie­rung ist einer großangelegten Verschwärung anarchisfisch - syndikalistischer kreise auf die Spur gekommen, die die Absicht hatten, in der Rächt vom Sonntag zum Montag in ganz Spa­nien z u einem bewaffneten Auf ft and überzugehen. Ls wurden sofort umfangreiche A b - wehrmahnahmen getroffen. 3n sämtlichen IBaffenläben des Landes wurden die Waffen- Vorräte beschlagnahmt. Die Polizei steht in höchster Bereitschaft. Die spanische Regierung hat einen außerordentlichen Ministerrat abgehalten und dem Staatspräsidenten vorgeschlagen, d e n A l a r m - zu st and über das ganze Staatsgebiet zu verhängen. Der Präsident hat das Dekret unter­zeichnet. das sofort in Wirksamkeit tritt.

3n Barcelona sind Verhandlungen über die Bei­legung des Tranportarbeiter st relks sehl- geschlagen. 3m Stadtteil horta explodierte eine an­scheinend von anarchistischer Seite aufgelegte Bombe in einem Elektrizitätswerk. Ein Autobus, der froh des Streiks ausgefahren war. wurde von den Streikenden überfallen nnS in Brand gesteckt. 3n larrafa hat die Polizei eine geheime Zusammenkunft von Extremisten aufgehoben und 40 Perso­nen. darunter bekannte Anarchisten, verhaftet. Der ©eneralgounerneur hat die Verhaftung der Anarchisten und die Schließung der roten Gewerk­schaften angeordnet. Die verhafteten werden a n Borb ein es Dampfers übergeführt unb borf sichergesiellt.

Die Rachwahlen zum spanischen Lanbtag am Sonntag scheinen wesentlich unruhiger verlau­fen zu sein als ber erste Wahlgang. So kam es vor allem in Madrlb zu zahlreichen Zusam­menstößen zwischen Anhängern ber Rechten unb der Marxisten. 3n einem Vorort der Haupt­stadt versuchte der Mob ein Kloster in Brand zu stecken. Erst als das Ueberfallkommando von der Schußwaffe Gebrauch machte, konnte der Pöbel auseinandergetrieben werden. Großen Belästigun­gen und rohen Anpöbeleien waren insbesondere die Rönnen und Ordensbrüder ausgesetzt, die stellen­weise ihre Absicht, zu wählen, angesichts der Drohun­gen aufgeben muhten. An mehreren Stellen in Madrid wurden Privatkraftwagen, deren 3nsassen Propaganda für die Rechtsparteien machten, um- geroorfen und angezündet.

3n Madrid explodierten vor den Eingangsküren zu zwei großen Kaffeehäusern zwei Bomben. Der Sachschaden ist beträchtlich. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Man nimmt an, daß dieser Anschlag mit dem Streik der Kaffeehauskellner in Zusammenhang steht. Gegen das Madrider Kasino wurden Steine geworfen, wodurch zahlreiche Fen­sterscheiben zertrümmert wurden. 3n einem Vorort wurde auf einen Automobilfahrer ein Anschlag ver­übt und der Eigentümer des wagens erschaffen.

Erste Zahlen des zweiten Wahlganges.

Madrid, 4. Dez. (WTB. Funkspruch.) Die bis­herigen Lrgebniste des zweiten Ganges der Parla­mentswahlen stellen sich nach einer Veröffentlichung des 3nnenministeriums wie folgt: Gewählt wurden 10 Radikale, 1 konservativer Republikaner, 1 un­abhängiger Radikaler, 1 unabhängiger Republika­ner. 1 Mitglied der Volksvereinigung. 5 Mitglieder der Landwirtepartei. 2 Traditionalisten, 8 Sozia­listen, 1 Kommunist. 3n Madrid - Stadt sind 13 Sozialisten und 4 Rechtsparteiler gewählt wor­den. 3n Burgos ist auch der Gründer der spani­schen faschistischen Partei. Dr. Alb inan a. ge­wählt worden.

Am Samstag wurde bas amtliche Ergebnis bes ersten Wahlganges veröffentlicht, von ben 378 Abgeordneten, die gewählt wurden, entfallen auf die Rechte 169, auf die Mitte 129 und auf die Clnte 65. 15 weitere Abgeordnete gehören nicht genau unterzubringenden Gruppen an. 3m zweiten Wahlgang waren noch 95 Abgeordnete zu wählen.

Sämtliche Minister, die den linksrepubli­kanisch eingestellten Parteien angehören, haben beschlossen, zurückzutreten. Es handelt sich um den handelsminister, den Verkehrsminister, den Außenminister, ben Marineminister unb ben Ar- beitsminisler. Die linksrepublikanisch eingestellten Persönlichkeiten wollen übrigens bem Präsibenten ber Republik, falls er sie um Rat fragt, ben Rat geben, bie neugewählten Lories noch vor ihrem Zu­sammentritt wieder aufzulösen.

Der Kamps geoen die Anarchie

Die Verhängung des Belagerungszustandes lenkt die Aufmerksamkeit auf die anarchistische Bewegung, die seit Errichtung der Republik sehr aktiv geworben ist. Der Anarchismus, der eine dem südlichen Cha­rakter entsprechende Ausprägung des Klassenkampf- aedankens darstellt, ist auf der iberischen Halbinsel in der S. A. 3. oraanUiert (Iberische Anarchistische

foberahon.) Der Nationale Gewerk­schaft s b u n d (C.N.T.), der alle links von den -Sozialisten stehenden Elemente umfaßt ist ganz von den Anarchisten durchsetzt. Durch die nach allen Seiten unbefriedigende Regierungstätig­keit der Sozialisten hat diese Richtung in den 2'/- Jahren des Bestehens der Republik starken Zu­strom erhalten. Schon im Januar ds. Js. kam es in verschiedenen Teilen des Landes zu anarchisti­schen Aufständen, insbesondere in Barcelona, das auch jetzt wieder ein Unruheherd geworden ist. Die Regierung, die damals nur durch ganz rück­sichtsloses Einschreiten der Lage Herr werden konnte, scheint auch jetzt wieder Anzeichen dafür zu besitzen, daß die W a h l n i e d e r l a g e d e r S o z i a l i st e n, die schon im ersten Wahlgang am 22. November über alles Erwarten groß war, von der gutorgani­sierten anarchistischen Bewegung zu-einem Auf­stand ausgenutzt werden soll.

Washington, 3. Dez. (WTB.) Die amerika­nische Regierung wird das in Europa schon längere Zeit bestehende Q u o t e n s y st e m zunächst auf die Alkoholeinfuhr anwenden. Bis der Kongreß eine endgültige Regelung beschließt, will man jedem fremden Lande die Einfuhr desjenigen Quantums von alkoholischen Getränken gestatten, das der durchschnittlichen Einfuhr während einer viermona- tigen Periode in denJahren 19 10 bis 1914 entspricht. Die Quoten der Alkokoleinfuhr sollen in dem Maße erhöht werden, in dem das fremde Land sich zur Abnahme amerikanischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse bereit erklärt. Dies hat nichts mit der Meiftbegünstigungs- klausel zu tun, da die Quoten nur das Quantum, nicht aber die Eiyfuhrzölle betreffen. Argentinien bemüht sich u. a., daß an die Stelle der spezifischen Zölle Wertzölle gesetzt werden, da der argentinische Wein sehr billig ist und bann größere Aussichten auf Konkurrenz, bei­spielsweise mit französischen Weinen haben würbe. Vorläufig kann jebes Lanb mengenmäßig bas ein- führen, was errechnet wird, wenn man bie Gesamt- einfuhr bes betreffenden Landes von 1910 bis 1914 durch 12 dividiert.

Die Regierung kann bekanntlich nur die Einfuhr unb ben zwischenstaatlichen Transport von Alkoho­lika regeln, während jederEinzelftaatselb- ständig über die Herstellung und über die Ver­kaufsstellen Bestimmungen trifft. Bisher haben nur 19 von 48 Staaten den Alkoholausschank zugelas­sen. Die Polizeiverordnungen in den einzelnen Bun­desstaaten über den Ausschank von Alkohol, die am kommenden Dienstag in Kraft treten, sind so oe r -

WSN. Frankfurt a. M., 2. Dez. In ber Frankfurter Festhalle hatte am Samstagabenb bie Deutsche Arbeitsfront bie Arbeiter ber Stirn unb ber Faust, Unternehmer, Arbeiter unb Angestellte, zu einer großen Kundgebung versammelt. Nach dem Einzug der NSBO.-Fahnen begrüßte Gaubetriebs­zellenleiter Willi Becker den Gauleiter Reichs­tatthalter Sprenger, den Führer des Gesamt­verbandes der deutschen Arbeiter und der NSBO., Staatsrat Walter Schuhmann (Berlin), den Or­ganisationsleiter der Deutschen Arbeitsfront Claus S e l z n e r (Berlin) und den Treuhänder der Ar­beit, Dr. L ü e r.

Oer Reichsstatthalter in Hoffen, Gauleiter Sprenger

ührte bann u. a. aus: Die Deutsche Arbeitsfront war von Anfang an berufen, bas Sammelbecken aller derer zu fein, bie in bie.Wirtschaft, bie in bie Arbeit hineingehören. Hier wirb bie Volksge­meinschaft zur Tatsache. Hier steht ber Unternehmer neben bem Arbeiter. Es ist ein her­vorstechendes Merkmal, daß in Deutschland nicht nur die organisierte Arbeit im Werden begriffen ist, son­dern daß auch in diesem Rahmen d i e Erhal­tung der Arbeitskraft des einzelnen im Vordergrund steht. Der Rhythmus der Fabrik, der Rhythmus der Arbeit soll und muß unter­brochen werden durch denRhythmusder ungebrochenen gesunden Freude des gesamten deutschen Volkes. Und es gibt kein größe­res Werk, als das vor wenigen Tagen in Berlin verkündete: die Organisation Nach der Arbeit, die sich zum Ziele gesetzt hat, durch Freude Kraft zu schaffen. Wir in Frankfurt haben die ; Ehre und Freude zugleich, in diese Arbeit a l s erfte praktisch einzugreifen. Wir haben diese herrliche Festhalle. Wir haben hinter ber großen Festhalle ein kolossales Gelänbe, wir haben e i n Stadion, bas mustergültig genannt werben muß. Ich freue mich, sagen zu können, daß die Fest-

Unter biefem politischen Machtkampf tritt bas Interesse an den Wahlergebnissen zurück. Vielleicht wird deren Bekanntgabe sich unter dem Belage­rungszustand noch mehr verzögern, als nach dem ersten Wahlkampf, wodurch ben Gegnern ber Republik von rechts unb links ein weiteres Argu­ment gegen bas marxistisch-liberale System geliefert würbe. Die Rechtsparteien Haden mit über 60 Pro­zent schon im ersten Wahlgang die absolute Mehr­heit erhalten. Wenn sich durch das gestrige Wahler­gebnis der Ruck nach rechts verstärkt unb befestigt hat, so wird das zunächst nur einen schärferen Ein­fluß des katholisch-konservativen Elements, aber noch nicht bie Rückkehr zur Monarchie bebeuten. Die eigentlichen Monarchisten, bie sich bei diesen Wahlen Traditionalisten nennen, finb inner­halb ber Rechtsopposition nur eine Minberheit, ebenso wie bie verschiedenen faschistischen Gruppen.

schiebenartig, daß sich offenbar nur Personen mit juristischen Vorkennkniffen auskennen. Wie oer- wickelt die Alkohol-Gesetzgebung ist, ergibt sich aus folgendem: In den Staaten New-Jersey, Wisconsin, Louisiana, Nevada unb Missouri dürfen Kneipen Schwingtüren besitzen unb Volljährige jeber Art an ben Bars Alkohol trinken. In Newyork dagegen wird nur Bier an Bars ausgefchänkt, während die übrigen alkoholischen Getränke nur an Tischen ser- viert werden. Die Newyorker Lokale dürfen weder Schwingtüren haben noch Reklame für Alkohol machen. In Rhode Island wird Alkohol nur aus­gefchänkt, wenn aleichzeitig etwas ver­zehrt wirb. In Kalifornien, Connecticut unb Co- lorabo werben Biere unb Weine nur gleichzeitig mit Speisen verabreicht. Den Bewohnern dieser drei Staaten ist es dagegen gestattet, Alkoholika, bie allerbings in Paketen verpackt fein müssen, zum Hausgebrauch mitzunehmen. In Montana ist Alkohol nur gegen Alkoholkarte in staat- liehen Verkaufsläben zu haben, in Washington nur Alkohol über 16 o. H. In Delaware unb Pennsyl- oanien kommt ber burftige Amerikaner nur in Ho- tels, Restaurants unb Clubs auf feine Kosten. An- bere Gaststätten haben keine Ausfchankmöglichkeit. In Colorabo gibt es nur Wein unb Bier. Einen befonberen Schutz vor alkoholischen Ausschweifungen genießen Armee und Marine. Die amerika­nischen Matrosen und Soldaten dürfen nur Bier trinken. Die Speisewagen ber Eisenbahnen richten sich jeweils nach ben Gesetzen bes Staates, dessen Gebiet gerade durchfahren wird. Im Flugverkehr ist der Genuß von Alkohol verboten.

halle, das ganze Festhallengelände, die ganzen städ- tischen Einrichtungen von nun ab derArbeits- front unentgeltlich zur Verfügung g e st e l l t werden, daß diese Einrichtungen den Namen führen werdenHaus der Arbeit". (Riesiger Beifall.) Wir richten aber zugleich auch die Bitte an die Leitung der Arbeitsfront: Frank- furt zur Stadt der Kongresse der deutschen Arbeit zu erheben. Frankfurt wird vorangehen in dem Willen, sich in den Dienst des ganzen deutschen Volkes zu stellen.

Staatsrat Walter Schuhmann

gab dann ein Bild von der Entwicklung der deut­schen Arbeiterbewegung. Die Anfänge der Arbeiter- bemegung waren aus der Sehnsucht geboren, feine Menschen zweiter Klasse zu sein. Die Vorkriegsregierungen hätten leider nicht die Sehnsucht der Massen erkannt. Der Unternehmer und der Arbeiter entfremdeten sich immer mehr. Diese Gegensätze müssen wir jetzt aus rotten. Wenn Unternehmer und Arbeiter Zusammen­halten, dann werden wir Werte hervorbringen, vor denen die übrige Welt mit Staunen den Hut ziehen wird. Auch in der Wirtschaft gibt es eine Führung und eine Gefolgschaft. Es geht nicht an, daß in einem Betrieb 100 Mann leiten, sondern ber Betrieb muß geleitet werben von e i n e m e i n z i g e n Mann, und dieser Mann trägt dafür auch die Verantwortung für fein Werk. Wir sind alle schaffende Menschen, es gibt feinen Unterschied. Wenn wir arbeiten, dann stehen wir an dem Platz, an den das Schicksal uns gestellt hat, aber wenn wir Feierabend haben, bann finb alle gleich. Die Deutsche Arbeitsfront wird das große Erziehungsinftrument sein, das die Menschen in seinen Bann reißt unb sie nicht mehr los läßt. Wenn in ber Deutschen Arbeits­front bie beutschen Unternehmer zusammensitzen mit den deutschen Arbeitern und Angestellten und sie sich dort kennenlernen, bann werden sie sich auch gegen­

seitig wieder achten lernen, und aus dieser Achtung wird entsprießen ein neuer Geist. Dann wird in Deutschland das anbrechen, wofür Millionen ge­blutet und ihr Leben"gelassen haben: die Frei­heit der deutschen Arbeit.

Oer Treuhänder der Arbeit Or. Lüer erklärte u. a.: Die ganze Organisation des national- sozialistischen Staates hätte eine Lücke, wenn sie nicht die alles umfassende Kraft unseres Volkes schaffen würde, die sich ausdrückt in der deutschen Arbeit. Diese Organisation ist eben die Deutsche Arbeitsfront. Dieser neuen Organisation ist ein gigantisches Arbeitsfeld gegeben. Das Ziel dieser Arbeit kann nur erreicht werden, wenn das ganze Volk an einem Strange zieht, und wenn man bem arbeitenben beutschen Menschen fein Recht gibt. Eine Revolution dieses Ausmaßes kann niemals von Müßiggängern gemacht werben, Revolutionen dieses Ausmaßes muß der Ar­beit s m e n s ch tragen. Er muß darum und wird darum der Träger der Vollendung des deutschen Sozialismus sein. Die Verwirklichung dieses deut­schen Sozialismus kann nur erreicht werden, wenn eine entsprechende soziale wirtschaftliche Organisa­tion daneben und darunter gebaut wird. Daß das der Fall ist, dafür bürgt unser Führer.

Oer Organisaüons eiter der Deutschen Arbeitsfront Claus Seiner

stellte den Kameradschaftsgedanken in den Mittel­punkt seiner Ausführungen. In unserer Organisa­tionKraft durch Freude" wird niemand mehr sagen können, daß er kein Geld habe, um ben besten Darbietungen, die es überhaupt gibt, beizuwohnen. In unserer Arbeitsfront sehen wir eigentlich nur ein einziges großes Ziel, das Ziel, den Besitzlosen zum materiellen unb geistigen Besitzer zu machen. Wir müssen erreichen, baß ein Arbeiter, ber ohne mate­riellen Besitz ist, ein Eigenheim erwerben kann. Es ist sicher, baß wir dieses Ziel erreichen werden, und es ist klar, daß wir es um so schneller erreichen, je größer die finanzielle Kraft ist. Wir sind uns klar, daß alle diese Dinge ein gewaltiges Stück Geld kosten werden, aber alles wird getragen von dem Prinzip: einer für alle, alle für einen. Wenn im ganzen Volk eine nationalsozialistische Wirtschafts­gesinnung vorhanden ist, bann wirb auch einst eine nationalsozialistische Wirtschaftsorbnunq vorhanden sein. Es ist deshalb die Aufgabe der Deutschen Ar­beitsfront, bie Menschen zum nationalsozialistischen Denken zu erziehen, beim wenn biefes Denken All­gemeingut geworden ist, dann ist die soziale Frage überhaupt gelöst.

Gaubetriebszellenleiter Willi Becker schloß die Kundgebung mit dem Gelöbnis, bis zum Tode treu zu Adolf Hitler zu stehen und brachte ein mit tosen­der Begeisterung angenommenes Sieg-Heil auf den Führer aus. Der Gesang des Horst-Wessel- unb Deutschland-Liedes und ber Ausmarsch ber NSBO.- Fahnen beenbeten die gewaltige Kundgebung.

Nie Nesehuua der Aemter der Or­ganisationKrast durch Freude".

Berlin, 2. Dez. (TU.) Der Führer der Deut­schen Arbeitsfront, Dr. L e y , unb ber stellvertretende NSBO.-Leiter, Klaus Seltner, erlassen an die Bezirksleiter ber DAF. folgenbe Anorbnungen:

Die nationalsozialistische GemeinschaftKraft durch Freude" wird mit Wirkung vom 27. Novem­ber 1933 gegründet. Der Leiter ist der Führer ber DAF. unb Stabsleiter ber PO., Pg. Dr. R. Ley. Sitz der Organisation ist Berlin, vorläufig Verwaltungsgebäube ber DAF., Märkisches Ufer 34.

Es werden mit sofortiger Wirkung sieben Aemter innerhalb der OrganisationKraft durch Freude" errichtet:

1. Drgantfationsamt: Pg. Klaus Seiner;

2. Kulturamt: (wird vom Reichsminister Dr. Goeb­bels vorgeschlagen):

3. Sportamt: Pg. v. Tschammer-Osten:

4. Amt für Reisen, Wandern und Urlaub: Pg.

Dr Brauweiler:

5. Amt für Selbsthilfe unb Sieblung: Pg. Bank- bireftor Müller:

6. Amt für bie Schönheit ber Arbeit: Pg. Prof. Sperr:

7. Amt für Ausbildung: Pg. Bobb es, Reichs­schulungsleiter.

Als erste Maßnahme ber im Vollzug befindlichen Ausgestaltung ber Deutschen Arbeitsfront wird dis Schaffung von zentralen Rechtsbera- tu n gs stellen für die Mitglieder der Arbeits­front verfügt. Alle Amtswalter der Verbände, welche sich bislang mit der Rechtsbetreuuna der Mit­glieder der Deutschen Arbeitsfront befaßt haben, werden in einem zentralen Rechtsbureau zusam - men gefaßt. Diese Rechtsstellen sind in die Geschäfts st ellen der aufgelösten Ar- beitgeberoerbänbe z u verlegen. Di« Arbeitgebersyndizi sind zur Mitarbeit heranzu- ziehen.

Die Ortsaruppenbetriebswarte ernennen nut so­fortiger Wirkung einen Orfcmart für bie Orts- gruone ber nationalsozialistischen Gemeinschaft 'Krafl durch Freude" und melden die Bestellung der Warte an bas Oraanisationsamt der (Bernern* ffhaft ..Kraft burch Freude" unter Beifümmg zweier Lichtbilder, Lebenslauf Varteimitgsiedsnurnmer unb Beifügung eines ausaefüHfen Bestellscheines für das amtliche Oman ber Deutschen Arbeitsfront ..Der Deutsche" Beftäfiauna im Amt erfolgt fnäfer Für die nationalsozialistische Gemeinschaft ..Kraft burch Freunde" werden nur bie fähig ft en unb ölte ft en Parteigenossen, bie organi­satorische Fähigkeiten haben, ernannt. Das Werk ..Kraft durch Freude" muß durch diesen Aus­bau der Oraanifation mit den fähiaften Männ"rn als Grundlage ein starkes Fundament haben. Di« Meldung hat bis zum 5. Dezember 1933 zu erfolgen.

Aach Aufhebung der Prohibition in USA.

Sie Einfuhrregelung von alkoholischen Getränken. - Noch großes Surchein- ander in den Bundesstaaten.

Sie Frankfurter Feilballe zum erilenSaus der Arbeit" proklamiert. Große Kundgebung der Arbeitsfront und der NSBO.